Ihr plant eine längere Radreise und fragt euch, was ihr alles einpacken sollt? Wir haben 45 Tage im Sattel verbracht und dabei 2.500 km zurückgelegt – und wir verraten euch gerne, welche Ausrüstung für lange Radtouren aus unserer Erfahrung wirklich wichtig ist und was ihr getrost zu Hause lassen könnt.
1) Fahrradwerkzeug
Vielleicht denkt ihr: Das ist doch selbstverständlich – wer bricht schon ohne Werkzeug zur großen Radtour auf? Der Trick ist, dass wir ausdrücklich FAHRRAD-Werkzeug meinen.
Macht nicht denselben Fehler wie wir und lasst alle normalen Schraubenzieher, Inbusschlüssel und Schraubenschlüssel zu Hause. Kauft euch stattdessen ein kompaktes Multitool – mehr braucht ihr nicht. Denkt außerdem an eine Luftpumpe, mindestens zwei Flickzeug-Sets (bei einem kann der Kleber austrocknen), eine Ersatzkette, einen Ersatzschlauch und – wenn ihr euch das zutraut – ein Set zum Entlüften der Bremsen. Zum Werkzeug zählen wir auch ein Fahrradschloss, das sich neben seiner Hauptfunktion für so manchen anderen Zweck einsetzen lässt.

Extra-Tipp: Prüft, ob an eurem Fahrrad keine Nicht-Standard-Muttern verbaut sind. Besonders bei E-Bikes ist das häufig der Fall – dort braucht ihr zum Abnehmen des Hinterrads oft einen speziellen Schlüssel.
2) Ordentliche Fahrradbekleidung
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Radlerhose mit Polster
Alle haben uns gesagt, die ersten drei Tage seien die schlimmsten, weil der Hintern fürchterlich schmerzt. Unser Rat: Kauft euch Radlerhosen mit Sitzpolster – vielleicht erspart ihr euch die Schmerzen dann ganz. Klar, manche Radfahrer sagen, man gewöhne sich auch ohne spezielle Hose daran. Aber warum unnötig leiden?
Wir haben uns welche zugelegt und können ehrlich sagen: Wir hatten keine nennenswerten Probleme. Leichte Druckstellen haben wir mit Bienenwachs-Creme behandelt – bis zum nächsten Morgen war alles wieder gut.

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Kleidung mit Silberanteil
Unsere Socken haben wir alle drei bis vier Tage gewechselt. Das klingt vielleicht seltsam, wenn man bedenkt, dass wir täglich zehn Stunden im Sattel saßen und bei 34–38 Grad in die Pedale getreten haben.
Dank des Silberanteils in unseren Trikots, T-Shirts und der Unterwäsche haben wir aber nicht schon am ersten Tag angefangen zu „riechen“. Das Silber neutralisiert einen Großteil der Schweißpartikel – am nächsten Tag roch die Kleidung fast wie frisch gewaschen (vorausgesetzt, sie hat über Nacht richtig getrocknet).
TIPP: Vervollständigt euer Outfit mit Five Ten MTB-Schuhen, die für alles geeignet sind.
3) Bienenwachs-Creme gegen Druckstellen
Sitzschmerzen sind der größte Albtraum von Radfahrern, deren Hintern noch nicht an den Sattel gewöhnt ist. Wir hatten Bienenwachs-Creme dabei, mit der wir leichte Druckstellen behandelt haben – und sie hat zuverlässig geholfen.

4) Unterwegs in Europa? Nehmt nicht zu viel Essen mit
Wer kennt das nicht: Kaum plant man eine Reise, heißt es von allen Seiten „Pack ja genug Essen ein, du wirst Hunger haben!“
Wenn ihr durch Europa radelt, könnt ihr euch Konserven, Tütengerichte und ähnlichen Ballast sparen. An jeder Ecke gibt es einen Supermarkt oder ein Restaurant – eure Beine werden euch für jedes eingesparte Kilo dankbar sein.
Wenn ihr nichts dagegen habt, jeden zweiten Tag kurz in einem Laden einzukaufen (wir hatten kein Problem damit), reicht ein Vorrat für ein bis zwei Tage völlig aus. Eine Ausnahme sind Frühstückszutaten – da hatten wir immer genug dabei.
5) Gewürze
Was ihr unbedingt mitnehmen solltet, sind ein paar Grundgewürze – vorausgesetzt, ihr plant unterwegs zu kochen. Salz, Pfeffer und Gemüsebrühwürfel machen aus frischem Gemüse eine einfache, aber herzhafte Mahlzeit für müde Radler.
Außerdem wiegen ein paar Päckchen Gewürze kaum etwas, und im Ausland sind sie oft teurer als in Deutschland.
6) Fahrrad-Erste-Hilfe-Set
Autofahrer sind gesetzlich verpflichtet, einen Verbandskasten mitzuführen – aber was ist mit Radfahrern? Wir empfehlen dringend, ein Erste-Hilfe-Set dabei zu haben. Schürfwunden, Prellungen und offene Wunden sind nur einen Sturz entfernt – und glaubt uns, man kann vom Fahrrad fallen, auch wenn man gerade gar nicht fährt. Schaut euch dieses Set hier an.

7) Tragbarer Kaffeekocher
Liebt ihr Kaffee? Dann werdet ihr euch mit löslichem Instantkaffee sicher nicht zufriedengeben (und wenn doch, braucht ihr diesen Abschnitt nicht zu lesen). Ein Aeropress oder noch besser ein Nanopresso sind perfekte Reisebegleiter.
Mit dem Nanopresso braut ihr überall einen erstklassigen Espresso, wo ihr Zugang zu heißem Wasser habt. Das Gerät ist wirklich winzig und verschwindet komplett in einer Packtasche. Und womit sollte man einen frühen Morgen im Zelt besser beginnen als mit einem guten, heißen Kaffee?

8) Faltbarer Rucksack
Platz in den Fahrradtaschen ist immer knapp – ein extra Rucksack für Ausflüge vom Rad erscheint da wie purer Luxus.
Zum Glück gibt es von Outdoor-Ausrüstern faltbare Rucksäcke, die man problemlos in jede Hosentasche stecken kann. Ein echtes praktisches Highlight!

9) Smarter Fahrradhelm mit Lautsprechern
Hört ihr gerne Podcasts? Musik? Hörbücher? Dann ärgert es euch vielleicht, dass das auf dem Rad kaum möglich ist – mit Ohrstöpseln hört man weder den Verkehr noch die Signale des Mitfahrers.
Mit diesen Helmen (Marke Livall) ist das kein Problem mehr. Sie haben eingebaute Lautsprecher, die Klang über euren Ohren abstrahlten – ihr hört also eure Musik und gleichzeitig die Umgebung.
Außerdem gibt es einen Lenkerregler, mit dem ihr den Helm per Knopfdruck blinken lassen könnt – ähnlich wie ein Fahrtrichtungsanzeiger beim Auto. Das ist besonders in der Dämmerung und nachts hilfreich, wenn Handzeichen kaum wahrgenommen werden. Die Helme lassen sich mit dem Smartphone verbinden und auch für Telefonate nutzen. Wir haben darüber sogar gelegentlich Kundenanrufe entgegengenommen.
Wir hatten uns eigentlich auch auf die Walkie-Talkie-Funktion gefreut – mussten aber feststellen, dass sie wenig praxistauglich ist, da man dafür ständig eine Internetverbindung braucht. Vielleicht klappt das in Zukunft mit günstigeren Datentarifen besser.

10) Campingausrüstung
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Ein ordentliches Zelt
Der Albtraum jedes Radreisenden: anhaltender Regen, der jegliches Trocknen unmöglich macht. Einmal richtig durchnässt, bleibt alles tagelang feucht. Ein Zelt aus gutem, wasserdichtem Material ist daher unverzichtbar – es bestimmt nicht nur euren Schlafkomfort, sondern schützt auch eure Elektronik.
Wir empfehlen das Marmot Tungsten UL 3P, das wir selbst besitzen. Es ist zwar für drei Personen ausgelegt, aber wir passen gerade so hinein – zusammen mit unserer ganzen Elektronik.

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Aufblasbare Isomatte
Nach einem langen Tag im Sattel wird euer Rücken es euch danken, wenn ihr auf etwas Weicherem schläft als einer klassischen Faltmatte. Eine aufblasbare Isomatte lässt sich problemlos in einer Fahrradtasche verstauen – und mit integrierter Fußpumpe ist sie in zwei Minuten aufgeblasen.
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Mini-Campingkocher
Wenn ihr keine Gourmet-Menüs plant, reicht ein kompakter Gaskocher vollkommen aus – am besten von der Marke Pinguin. Der Kocher ist leicht, lässt sich in eine handliche Box falten und passt in jede kleine Tasche.

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Feuerstahl
Streichhölzer könnt ihr zu Hause lassen – die werden schnell feucht und sind dann nutzlos. Mit einem Feuerstahl entfacht ihr das Feuer auch dann noch, wenn es in Strömen regnet!

Tipps und Tricks für deinen Urlaub
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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