Vigo, Spanien: 14 Tipps & Tor zu den Cíes-Inseln

Wer bei Spanien nur an karge Hochebenen, endlose Fiestas an der sonnigen Küste und flimmernde Hitze über dem Asphalt denkt, wird vom Nordwesten des Landes schnell eines Besseren belehrt. Statt ausgetrockneter Landschaft empfängt dich hier sattes Grün, das eher an Irland erinnert, geheimnisvoller Nebel steigt aus Eukalyptuswäldern auf, und kalte Atlantikwellen brechen unermüdlich gegen zerklüftete Klippen. Genau in dieser eigenwilligen Ecke der Iberischen Halbinsel, wo die lokale Sprache dem Portugiesischen näher ist als dem Kastilischen, liegt Vigo Spanien – eine Hafenstadt, die auf den ersten Blick etwas industriell wirken mag, dich aber mit ihrem bezaubernden historischen Zentrum, fantastischen Ausblicken und vor allem als Tor zu den traumhaften Cíes-Inseln begeistert. Deren Strände landen regelmäßig in den Rankings der schönsten der Welt.

Vigo Spanien – Blick auf die Hafenstadt und den Atlantik
Foto: Luis Miguel Bugallo Sánchez (Lmbuga) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zusammenfassung

  • Cíes-Inseln sind Pflicht: Ein Besuch dieses Nationalparks mit dem karibisch anmutenden Strand Rodas ist absolut unverzichtbar – erfordert aber eine Vorab-Genehmigung.
  • Geschichte im Casco Vello: Die Altstadt verzaubert mit ihren kurvenreichen Granitgassen, gemütlichen Tavernen und echter galicischer Atmosphäre.
  • Aussichten vom Monte do Castro: Die ehemalige Festung direkt über der Stadt bietet das spektakulärste Panorama über die gesamte Bucht und den Sonnenuntergang.
  • Gaumenfreuden für Meeresfrüchte-Fans: Die Rías Baixas sind das Epizentrum der besten Meeresfrüchte Spaniens – und das Weißwein-Highlight Albariño rundet das Erlebnis perfekt ab.
  • Idealer Ausgangspunkt: Vigo eignet sich hervorragend als Basis für Ausflüge ins nahe Santiago de Compostela oder entlang der wilden Küste.
  • Regen einplanen: Galicien ist aus gutem Grund so grün – selbst im Sommer lohnt es sich, eine leichte Regenjacke im Rucksack zu haben.
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Wann nach Vigo reisen

Das Klima im Nordwesten Spaniens wird kompromisslos vom Atlantik bestimmt – und das bedeutet völlig andere Regeln als im südlichen Andalusien. Die Winter sind zwar vergleichsweise mild und Temperaturen unter null selten, aber dafür extrem regenreich und ungemütlich. Für ausgedehnte Stadtspaziergänge ist das keine ideale Jahreszeit.

Das einzig verlässlich trockene und warme Zeitfenster für einen Besuch in Galicien öffnet sich von Mai bis Ende Oktober, wenn die Stadt aufblüht und die Sonne endlich die Oberhand über die Wolken gewinnt. Zum Baden im Atlantik und zur ausgiebigen Küstenerkundung eignen sich vor allem die Monate Juni bis September – wobei das Wasser auch im Hochsommer sehr erfrischend kühl bleibt und mit dem Mittelmeer temperaturtechnisch nicht mithalten kann. Wer den größten Andrang spanischer Urlauber vermeiden möchte, die im August vor der Binnenhitze ans Meer flüchten, sollte die Reise lieber auf Juni oder September legen: Das Wetter ist dann noch sehr angenehm, Strände und Gassen aber deutlich ruhiger.

Wo in Vigo übernachten

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es in der Regel die besten Stornierungsbedingungen. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Vigo ist eine recht weitläufige Stadt in hügeligem Gelände – die Wahl des richtigen Viertels kann dir viele Kilometer Fußmarsch ersparen. Die beste Option für einen Kurzaufenthalt ist das historische Zentrum Casco Vello oder das angrenzende Viertel Centro, von wo aus du in wenigen Minuten zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, zum Hafen und zu den Fähren in Richtung Inseln gelangst. Wer es ruhiger mag und einen Fußweg ins Zentrum nicht scheut, kann sich auch im Bereich des Strandes Samil umsehen – mit Meerblick am Morgen und langen Strandspaziergängen.

Das Unterkunftsangebot ist gut, aber gerade in den Sommermonaten sind die besten Optionen erstaunlich schnell ausgebucht. Ein hervorragender Ausgangspunkt ist das NH Collection Vigo, das modernen Komfort mit unmittelbarer Nähe zur Altstadt und zum Hafen verbindet. Wer etwas wirklich Besonderes mit einem Hauch Luxus und Geschichte sucht, sollte sich das Hotel Pazo Los Escudos Spa & Resort ansehen – ein wunderschön restauriertes traditionelles galicisches Herrenhaus direkt am Meer. Alle verfügbaren Optionen und aktuellen Preise lassen sich bequem über Booking.com vergleichen, wo du auch zahlreiche gemütliche Apartments mit eigener Küche findest.

14 Tipps: Sehenswürdigkeiten in Vigo Spanien

1. Cíes-Inseln und Strand Rodas

Der Archipel Islas Cíes ist zweifellos die größte Attraktion der gesamten Region und der Grund, warum so viele Reisende Vigo ansteuern. Dieser geschützte Nationalpark Parque Nacional Marítimo-Terrestre das Illas Atlánticas de Galicia bietet unberührte Natur ohne Autos und Hotels – geprägt von Pinienwäldern, steilen Klippen und vor allem unglaublich weißem Sand. Das Archipel besteht aus drei Inseln, wobei die beiden Hauptinseln Monteagudo und Faro durch den ikonischen Strand miteinander verbunden werden.

Genau dieser Strand – die Praia de Rodas – ist jener Ort, den die britische Zeitung The Guardian einst als schönsten Strand der Welt bezeichnete. Wenn er sich das erste Mal vor dir öffnet und du den blendend weißen Sand im Kontrast zum türkisfarbenen Wasser siehst, weißt du sofort warum. Das Wasser ist zwar eisig und nur für hartgesottene Schwimmer geeignet, aber allein ein Spaziergang entlang der Küste oder die Wanderung zum Leuchtturm Faro de Cíes mit seinen Ausblicken auf den offenen Atlantik ist jede Minute wert.

💡 Tipp: Die Inseln haben strenge Tagesbesucherlimits. Die Genehmigung der galicischen Behörden (sog. Autorización) und die Fährtickets müssen weit im Voraus reserviert werden – im Sommer gerne einen Monat vorher.

2. Historisches Zentrum Casco Vello

Historisches Zentrum Casco Vello in Vigo Spanien
Foto: Zarateman / Wikimedia Commons, CC0

Das Herz jeder spanischen Stadt ist ihre Altstadt – und Vigo macht da keine Ausnahme, auch wenn das Casco Vello in den letzten Jahren eine umfassende Revitalisierung erlebt hat. Kurvenreiche Gassen aus massivem Granit schlängeln sich zwischen alten Steinhäusern hindurch, von denen viele die charakteristischen verglasten Balkone tragen, sogenannte Galerías – früher der Schutz vor dem häufigen Regen und Wind. Das gesamte Viertel pulsiert heute vor Leben: Dutzende unabhängige Boutiquen und Handwerksbetriebe wechseln sich mit malerischen Cafés und kleinen Tapas-Bars ab.

Verirre dich einfach im Gassenlabyrinth und folge deiner Nase – früher oder später stößt du auf das Wahrzeichen des Zentrums, die neoklassizistische Stiftskirche Santa María de Vigo. Dieses majestätische Bauwerk, das die Einheimischen schlicht La Colegiata nennen, beherbergt den berühmten Christus des Sieges (Cristo de la Victoria), dem die Rettung der Stadt vor Napoleons Truppen zugeschrieben wird. Am schönsten ist es hier am späten Nachmittag, wenn sich die Gassen füllen und der Duft frisch zubereiteter Tapas durch die Luft zieht.

3. Festung und Park Monte do Castro

Festung und Park Monte do Castro in Vigo
Foto: Lameiro / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wer ein umfassendes Bild davon bekommen möchte, wie Vigo in die Landschaft eingebettet ist, muss unbedingt den Monte do Castro erklimmen – einen grünen Hügel, der sich direkt im Herzen der Stadt erhebt. Dieser Hügel ist gewissermaßen die Wiege von Vigo, denn hier wurden die ältesten Siedlungsspuren aus der Eisenzeit (sogenannte Castros) aus dem dritten Jahrhundert vor Christus gefunden. Der Aufstieg erfordert etwas Kondition, denn der Weg ist recht steil – aber die Belohnung oben ist es schlicht und ergreifend wert.

Auf dem Gipfel findest du die Überreste der Festungsmauern des Castillo del Castro aus dem 17. Jahrhundert, einst zum Schutz gegen hartnäckige Angriffe der britischen Marine gebaut. Heute ist es ein wunderschön gepflegter Park mit exotischen Pflanzen, Bänken und schattigen Ecken, von denen aus sich ein spektakuläres Panorama über die gesamte Bucht Ría de Vigo öffnet – mit dem modernen Hafen und der fernen Silhouette der Cíes-Inseln. Besonders beim Sonnenuntergang, wenn der Himmel sich orange färbt und sich im Wasser spiegelt, entfaltet dieser Ort eine magische Atmosphäre.

4. Hafen und die Fischtradition

Vigo wäre nicht Vigo ohne seinen gewaltigen Hafen – einer der wichtigsten und größten Fischhäfen in ganz Europa. Die Docks und Umschlagplätze wirken zwar stark industriell und der Lastwagenverkehr ist allgegenwärtig, aber entlang der Uferpromenade gibt es eine gepflegte Flaniermeile, die wie gemacht für einen Nachmittagsspaziergang ist. Die tiefen Buchten der Rías Baixas, in denen sich das salzige Atlantikwasser mit Süßwasser aus den Flüssen mischt, bilden ein ideales Ökosystem für Meereslebewesen.

Genau deshalb ist diese Region das absolute Epizentrum der besten Meeresfrüchte ganz Spaniens. Eine absolute Legende bei den Einheimischen ist der Tintenfisch (Pulpo a la Gallega), der traditionell in einem Kupferkessel gekocht wird, bis er perfekt zart ist, und auf einem Holzbrett mit Olivenöl beträufelt serviert wird. Die Markthallen Mercado da Pedra sind die Schatzkammern weiterer Meeresschätze – darunter die berühmten Seepocken (Percebes), kleine Krebstiere, die auf scharfen Klippen wachsen und deren gefährliche Ernte sie zu einer begehrten Delikatesse macht.

5. Strand Samil

Strand Samil in Vigo Spanien
Foto: juantiagues / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Wenn man in Vigo den Stadtsstrand erwähnt, denkt jeder Einheimische sofort an die Praia de Samil – das wichtigste Zentrum der sommerlichen Erholung für die gesamte Region. Der Strand erstreckt sich über mehr als einen Kilometer und bietet unglaublich feinen, hellen Sand, der einen starken Kontrast zum blauen Buchtenwasser bildet. Anders als die wilden Strände auf den Inseln ist Samil mit ausgezeichneter Infrastruktur ausgestattet: öffentliche Duschen, gepflegte Toiletten, Spielplätze und sogar kostenlose Freibäder für alle, denen der Atlantik zu kalt ist.

Entlang des gesamten Strandes verläuft eine breite gepflasterte Promenade, gesäumt von Bäumen – ideal für einen Morgenlauf, eine Runde auf Rollerskates oder einfach ein gemütliches Nachmittagsbummeln mit Kaffee in der Hand. Dutzende Restaurants, Cafés und Eisdielen sind in den Sommermonaten proppenvoll, aber dank des großzügigen Platzes verlieren sich die Massen erstaunlich gut. Ein riesiger Bonus: Von Samil hast du direkten Blick auf die Cíes-Inseln, hinter denen die Sonne jeden Abend dramatisch untergeht.

6. Die Rúa das Ostras – Austernstraße

Wer den echten kulinarischen Herzschlag der Stadt erleben möchte, muss unbedingt in die Rúa Pescadería, die die Einheimischen nur unter ihrem Spitznamen Rúa das Ostras kennen – die Austernstraße. Diese kurze Gasse am Rand der Altstadt nahe der Markthalle Mercado da Pedra ist ein weltbekanntes Zentrum für frische Austern, die aus den nahe gelegenen Zuchtbetrieben in der Bucht angeliefert werden.

Das Ganze funktioniert wie ein perfekt eingespieltes Theater: Geschickte Verkäuferinnen, die sogenannten Ostreiras, öffnen die Austern in rasantem Tempo direkt am Steintresen vor den Augen der hungrigen Kundschaft. Touristen und Einheimische aus ganz Spanien kommen hierher, um ein Dutzend frisch geöffneter Austern zu kaufen, mit Zitrone zu beträufeln und direkt auf der Straße an kleinen Tischen zu genießen. Als Vegetarier kommt man hier geschmacklich vielleicht nicht auf seine Kosten, aber die Atmosphäre, das Rufen der Verkäufer und das lebendige Treiben machen diesen Ort zu einem faszinierenden kulturellen Erlebnis, das untrennbar zu Vigo gehört.

7. Gärten des Pazo de Castrelos (Museo Quiñones de León)

Gärten des Pazo de Castrelos – Museo Quiñones de León in Vigo
Foto: juantiagues / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Wenn du eine Pause vom Trubel der Straßen und dem Atlantikwind brauchst, lohnt sich ein Ausflug zum weitläufigen Parque de Castrelos am Stadtrand. Sein größtes Juwel ist das historische Landgut Pazo de Quiñones de León – ein wunderschönes Beispiel traditioneller galicischer Architektur aus dem 17. Jahrhundert. Im Gebäude selbst befindet sich heute das Stadtmuseum mit spannenden Ausstellungen zur Stadtgeschichte, archäologischen Funden und einer hervorragenden Sammlung galicischer Malerei – der Eintritt ist für alle Besucher kostenlos.

Was diesen Ort jedoch wirklich besonders macht, sind die weitläufigen Gartenanlagen – ein Meisterwerk der Landschaftsarchitektur. Sie teilen sich in einen französischen Teil mit sorgfältig gestutzten Hecken und geometrischen Mustern und einen wilderen englischen Park voller alter Eichen, Kastanien und Kamelien, die im Vorfrühling wunderschön blühen. Eine perfekte Oase der Ruhe, wo man ein Picknick im Gras genießen, auf einer Bank an der Fontäne lesen oder einfach flanieren und die historischen Skulpturen bestaunen kann, die über das gesamte Gelände verteilt sind.

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8. Platz Praza da Constitución

Praza da Constitución – Hauptplatz der Altstadt in Vigo
Foto: Zarateman / Wikimedia Commons, CC0

Jede spanische Stadt hat ihren zentralen Platz – und in Vigo ist dieses pulsierende Herz der Altstadt zweifellos die Praza da Constitución. Dieser außerordentlich fotogene Platz ist von historischen Steinhäusern mit typischen verglasten Balkonen und Arkaden gesäumt, die einst Händlern Schutz vor den galicischen Regenfällen boten. Im Zentrum des Platzes, wo früher das erste Rathaus der Stadt stand, findet man heute stilvolle Straßenlaternen und viele Außenterrassen.

Der Platz erwacht vor allem am späten Nachmittag und abends zum Leben, wenn er sich mit Einheimischen füllt, die nach der Arbeit auf ein Glas kommen, und mit Touristen, die die historische Architektur bewundern. Ein idealer Ort, um sich in eines der vielen Cafés zu setzen, einen exzellenten spanischen Kaffee oder abends einen Drink zu bestellen und das typisch entspannte südliche Treiben um sich herum zu beobachten. Vom Platz aus führen außerdem die interessantesten Gassen der Altstadt weg – er dient also auch als perfekter Orientierungspunkt.

9. Ausflug ins Albariño-Weingebiet Rías Baixas

Weinregion Rías Baixas – Albariño Wein nahe Vigo Spanien
Foto: Re Fresh Vigo / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Galicien ist nicht nur Ozean und Geschichte, sondern auch ausgezeichneter Wein, der hier bereits seit der Römerzeit angebaut wird. Vigo ist ein hervorragender Ausgangspunkt für die Erkundung des Weingebiets Rías Baixas, das sich weltweit mit der Produktion des Weißweins Albariño einen Namen gemacht hat. Dieser frische, mineralische Weißwein mit feinen Pfirsich- und Zitrusnoten ergänzt die lokale Küche perfekt – sein Zentrum ist das malerische Städtchen Cambados, das nur knapp eine Autostunde entfernt liegt.

Auf der Fahrt durch das galicische Land Richtung Weingärten fallen einem seltsame Steinkonstruktionen auf Pfeilern auf, die kleinen schmalen Kapellen ähneln. Das sind Hórreos, traditionelle galicische Getreidespeicher, deren erhöhter Bau mit flachen Steinplatten die gelagerte Ernte zuverlässig vor Bodenfeuchtigkeit und hungrigen Nagern schützt. Ein Besuch eines lokalen Weinguts (Bodega) mit Weinprobe ist ein Erlebnis, das man im Nordwesten Spaniens auf keinen Fall verpassen sollte.

10. Dinoseto und die moderne Seite der Stadt

Dinoseto – Strauch in Dinosaurierform in Vigo Spanien
Foto: Roi González Villa (Vivaelcelta) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Vigo kann auch herrlich witzig sein und nimmt sich nicht immer so ernst – der Beweis dafür ist eines der bizarrsten Wahrzeichen der Stadt der letzten Jahre. Auf der Praza da Princesa stößt du auf den Dinoseto: ein riesiger Strauch, kunstvoll in die Form eines Tyrannosaurus Rex geschnitten. Ursprünglich als temporäre Installation gedacht, wurde der grüne Dinosaurier von den Einheimischen so ins Herz geschlossen, dass er längst zum festen Stadtbild gehört – inklusive einem kleinen Dinosaurierei mit Nachwuchs daneben. Ein Foto mit dem Dinoseto ist für Touristen inzwischen fast ebenso obligatorisch wie der Besuch der Kathedrale.

Neben grünen Dinosauriern rühmt sich die Stadt auch mit einer lebhaften Szene moderner Kunst und Architektur, die in starkem Kontrast zum alten Granit steht. Wer sich für Kunst interessiert, sollte das MARCO (Museo de Arte Contemporánea de Vigo) besuchen – entstanden durch den beeindruckenden Umbau des ehemaligen Stadtgefängnisses. Heute beherbergt dieser lichtdurchflutete Raum hochrangige Ausstellungen zeitgenössischer spanischer und internationaler Künstler und liegt direkt an der Haupteinkaufsstraße, sodass sich der Besuch leicht mit einem Stadtbummel verbinden lässt.

11. Einkaufsmeile Rúa do Príncipe

Wenn historische Sehenswürdigkeiten genug sind und die Lust aufs Shoppen kommt, führen die Schritte unweigerlich zur Rúa do Príncipe. Diese breite, vollständig verkehrsberuhigte Straße ist die wichtigste Einkaufsmeile ganz Vigos und erstreckt sich von der Porta do Sol bis zum MARCO-Museum. Die Straße trägt ihren Namen zu Ehren des Sohns von Königin Isabella II. und gilt seit dem 19. Jahrhundert als die prestigeträchtigste Adresse der Stadt, wo Luxus auf Alltag trifft.

Hier finden sich Filialen aller bekannten spanischen und internationalen Modemarken, elegante Juweliere sowie Läden mit traditionellen Lokalprodukten und Handwerksartikeln. Die Rúa do Príncipe ist aber nicht nur zum Einkaufen da – sie ist auch die wichtigste Flaniermeile, auf der die Einheimischen nachmittags spazieren gehen, Bekannte treffen und Straßenmusikanten lauschen. Besonders zauberhaft ist die Straße zur Weihnachtszeit, wenn sie mit spektakulären Lichtinstallationen geschmückt wird – weshalb Vigo in den letzten Jahren zu einem der meistbesuchten Winterreiseziele Spaniens geworden ist.

12. Tagesausflug nach Santiago de Compostela

In Galicien zu sein und Santiago de Compostela nicht zu besuchen – das wäre fast eine Sünde, zumal man von Vigo mit dem Zug oder Auto in knapp einer Stunde dort ist. Alle Wege in dieser heiligen Stadt führen auf den gewaltigen Platz Praza do Obradoiro, auf dem jeden Tag Hunderte erschöpfter, aber glücklicher Pilger am Ende ihrer Reise ankommen. Viele von ihnen stützen sich auf Wanderstöcke und verbergen Freudentränen nicht vor der monumentalen Barockfassade der Kathedrale, die der Überlieferung nach in der Krypta unterhalb des Hauptaltars die Gebeine des Apostels Jakobus des Älteren birgt.

Das gesamte, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende historische Zentrum Santiagos ist ein unglaubliches Geflecht aus Granitarkaden, engen Gassen und alten Klöstern. Interessant zu wissen: 2027 ist das sogenannte Heilige Jahr (Año Xacobeo), das immer dann stattfindet, wenn der Festtag des heiligen Jakobus auf einen Sonntag fällt. In Heiligen Jahren steigt die Besucherzahl um 50 bis 80 %, weshalb sich 2026 als ideales Besuchsfenster anbietet – authentische Atmosphäre, noch ohne die extremen Massen des Jubiläums und die Öffnung der Heiligen Pforte.

13. Strand Praia do Vao

Wenn der Hauptstrand Samil zu überlaufen und laut ist, reicht ein kurzer Weg die Küste entlang, um die Praia do Vao zu entdecken. Dieser Strand ist deutlich ruhiger und wird besonders von einheimischen Familien und Jugendlichen aus Vigo geschätzt, die mehr Platz und Entspannung auf dem Sand bevorzugen. Der Strand bietet denselben wunderschönen weißen Sand und kristallklares Wasser wie Samil, aber ohne den massiven Beton-Kommerzkranz – was ihm einen deutlich natürlicheren Charakter verleiht.

Interessant: Von diesem Strand führt eine Brücke auf die kleine private Insel Toralla, auf der ein riesiges Hochhaus thront, das bis heute Gegenstand architektonischer und politischer Debatten unter den Einwohnern ist. Praia do Vao ist außerdem ein idealer Ort für lange Spaziergänge bei Ebbe, wenn ein großes Stück Meeresboden freigelegt wird und man kleine Krabben beobachten und Muscheln sammeln kann. Ganz in der Nähe befindet sich zudem die kleine, aber sehenswerte archäologische Stätte Villa Romana de Toralla, die zeigt, wie die alten Römer hier gelebt haben.

14. Leuchtturm und Museo del Mar de Galicia

Museo del Mar de Galicia und Leuchtturm in Vigo Spanien
Foto: Luis Miguel Bugallo Sánchez (Lmbuga) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Beim Spaziergang entlang der Küste am Stadtrand sollte das Galicische Meeresmuseum (Museo del Mar de Galicia) auf keinen Fall fehlen. Schon das Gebäude selbst – entworfen vom renommierten Architekten Aldo Rossi und fertiggestellt von César Portela – ist ein faszinierendes architektonisches Werk, das auf den Überresten einer alten Fischverarbeitungsfabrik errichtet wurde. Die Ausstellungen im Inneren sind modern, interaktiv und erklären auf hervorragende Weise die tiefe Verbundenheit Galiciens mit dem Ozean – von der Geschichte des Fischfangs bis zu Seeschlachten und Schiffswracks in der Bucht.

Zum Komplex gehört auch ein kleineres Aquarium mit der lokalen Meeresfauna, aber das fotogenste Element ist der Außenbereich: Ein langes Molo weit ins Meer hinaus endet in einem modernen Leuchtturm, und ein Spaziergang über diesen Steg bei frischem Wind ist ein äußerst belebendes Erlebnis. Von hier öffnen sich ungewöhnliche Ausblicke auf die Stadt Vigo, die umliegenden Klippen und natürlich auf die Silhouette der nahegelegenen Cíes-Inseln.

Weiter reisen ab Vigo

Galicien ist wunderschön, aber abgelegen. Wer länger durch Spanien reist, hat von Vigo aus hervorragende Möglichkeiten, die Iberische Halbinsel weiter zu erkunden – per Flugzeug (Vigo hat einen eigenen Flughafen) oder mit dem Schnellzug.

  • Santiago de Compostela – Wie bereits erwähnt: Diese magische Pilgerstadt mit ihrer atemberaubenden Kathedrale ist von Vigo in knapp einer Stunde zu erreichen und ein absolutes Muss.
  • Madrid – Dank der neulich eröffneten Hochgeschwindigkeitsbahnlinie AVE kommt man von Vigo in etwas mehr als 4 Stunden in die pulsierende Hauptstadt – ein perfekter nächster Stopp auf der Spanien-Reise.
  • Barcelona – Wer den kühlen Atlantik gegen das warme Mittelmeer tauschen möchte, kann mit einem Direktflug in die katalanische Metropole zu Gaudís Architektur weiterreisen.
  • Typisch Spanisches Essen – Neugierig, welche weiteren Köstlichkeiten (von vegetarischen Tapas über Tortilla bis hin zu Käsespezialitäten) dich auf deiner Spanien-Reise erwarten? Unser Gastro-Guide gibt Antworten.

Häufig gestellte Fragen

Wie kommt man zu den Cíes-Inseln?

Zu den Inseln gelangt ihr ausschließlich per Fähre vom Hafen in Vigo, Cangas oder Baiona (die Fahrt dauert etwa 40 Minuten). Bevor ihr aber ein Fährticket kauft, müsst ihr eine kostenlose offizielle Genehmigung der galicischen Regierung (Xunta de Galicia) für einen bestimmten Tag beantragen, da die tägliche Besucherzahl streng auf etwa 2000 Personen begrenzt ist.

Ist das Wasser im Atlantik bei Vigo wirklich so kalt?

Ja, selbst in den wärmsten Sommermonaten liegt die Wassertemperatur im Atlantik rund um Vigo normalerweise zwischen 15 und 18 Grad Celsius. Baden ist hier also wirklich eher etwas für Hartgesottene und zur Erfrischung an heißen Tagen – mit dem warmen Meer in Andalusien lässt sich das nicht vergleichen.

Wie viele Tage brauche ich für einen Besuch in Vigo?

Für die Stadt Vigo selbst mit ihrer Altstadt, dem Monte do Castro und den Promenaden reicht ein voller Tag völlig aus. Plant aber unbedingt einen weiteren ganzen Tag für einen Ausflug zu den Cíes-Inseln ein und idealerweise noch einen dritten Tag, um die umliegenden Dörfer in den Rías Baixas oder das nahe gelegene Santiago zu erkunden.

Kommt man in Vigo mit Englisch zurecht?

In den touristischen Zentren, Hotels und größeren Restaurants kommt ihr mit Englisch problemlos zurecht. Vigo ist allerdings nicht so stark vom internationalen Massentourismus geprägt wie Barcelona oder Südspanien, daher helfen in kleineren Lokalen und auf Märkten zumindest Grundkenntnisse in Spanisch (oder Galicisch) sehr weiter.

Ist Vigo eine sichere Stadt?

Vigo zählt zu den sehr sicheren spanischen Städten und die Kriminalität ist hier niedrig. Ihr könnt euch auch nach Einbruch der Dunkelheit ohne Bedenken hier bewegen, lediglich in belebten Touristengegenden (z.B. Markthalle, Casco Vello, Hafen) solltet ihr wie in jeder größeren Stadt auf eure persönlichen Sachen achten, um Taschendieben keine Chance zu geben.

Wo parkt man am besten, wenn man mit dem Auto anreist?

Vigo ist sehr hügelig und das Parken auf der Straße in der Altstadt ist nahezu unmöglich. Die beste Option sind die kostenpflichtigen Tiefgaragen, von denen es im Zentrum reichlich gibt (z.B. Parking Rosalía de Castro oder unter dem Einkaufszentrum A Laxe). Rechnet mit Kosten von etwa 15-20 Euro pro Tag.

Wann finden die wichtigsten Stadtfeste statt?

Das größte Fest in Vigo ist die sogenannte Reconquista, die jedes Jahr um den 28. März herum gefeiert wird. Die gesamte Altstadt verwandelt sich dann, die Leute laufen in historischen Kostümen aus dem 19. Jahrhundert herum, die Straßen sind voller Märkte, Musik und Essen, und es wird die historische Vertreibung der französischen Truppen aus der Stadt nachgestellt.

Wie bewegt man sich in der Stadt fort?

Das Stadtzentrum und Casco Vello lassen sich problemlos zu Fuß erkunden, auch wenn ihr dabei ins Schwitzen kommt wegen der steilen Hügel (die Stadt hat in den letzten Jahren in den steilsten Straßen Rolltreppen installiert). Zu weiter entfernten Stränden wie Samil gelangt ihr bequem mit den zuverlässigen Stadtbussen (Gesellschaft Vitrasa), das Ticket kauft ihr direkt beim Fahrer.

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