Fuerteventura, Spanien: 18 Tipps, was du sehen und erleben solltest

Wer dem mitteleuropäischen Winter entfliehen und dort Urlaub machen möchte, wo ewiger Frühling herrscht und der Ozean endlose Strände umspült, sollte unbedingt einen ganz besonderen Ort kennenlernen. Die Kanarischen Inseln sind ein geografisches Paradoxon: Politisch gehören sie zwar zu Spanien, geologisch und klimatisch stehen sie dem afrikanischen Kontinent jedoch viel näher. Fuerteventura, Spanien – diese Insel liegt von allen Kanaren dem afrikanischen Festland am nächsten, und aus der Sahara strömt hier ununterbrochen warme Luft heran. Die Insel wirkt nicht so dramatisch und gebirgig wie das benachbarte Teneriffa, dafür punktet sie mit den schönsten Sandstränden des gesamten Archipels.

Während in Deutschland Frost und graue Wolken den Alltag bestimmen, liegen die Temperaturen hier ganzjährig zwischen 20 und 28 °C. Fuerteventura ist schlicht das perfekte Ziel für alle, die Erholung suchen, Wassersport lieben oder einfach durch endlose Sanddünen streifen möchten. Die Insel ist ein Königreich des Windes, der Freiheit und des entspannten Lebenstempos, wo niemand es eilig hat. Ich habe für euch einen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt, damit ihr diese Insel in vollen Zügen genießen und auch die verstecktesten Winkel entdecken könnt.

Fuerteventura Spanien Überblick
Foto: Cayambe / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Schönste Natur: Unbedingt ansehen: die Sanddünen im Naturpark Corralejo und der wilde Strand Cofete im abgelegenen Süden der Insel.
  • Paradies für Wassersport: Der Strand Sotavento ist weltweit bekannt für seine idealen Bedingungen für Windsurfen und Kiteboarding.
  • Geschichte und Kultur: Ein Abstecher nach Betancuria lohnt sich – die historische Hauptstadt liegt versteckt in einem grünen Tal inmitten karger Berge.
  • Bootsausflüge: Reserviert eine halbtägige Tour zur unbewohnten Insel Lobos mit kristallklarem Wasser, ideal zum Schnorcheln.
  • Lokale Gastronomie: Die Insel ist berühmt für den Käse Majorero, der aus der Milch einheimischer Ziegen hergestellt wird und hervorragend zu traditionellen kanarischen Kartoffeln schmeckt.
  • Praktischer Tipp zur Mobilität: Wer alle versteckten Strände erkunden möchte, braucht unbedingt ein Mietauto, da der öffentliche Nahverkehr nicht überall hinfährt.
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Wann ist die beste Reisezeit für Fuerteventura?

Fuerteventura kennt keine wirkliche Nebensaison. Ihr könnt die Insel zwölf Monate im Jahr besuchen und werdet immer ein angenehmes Klima vorfinden. Die Wintermonate von Dezember bis März sind der absolute Höhepunkt der Tourismussaison, denn dann strömen Reisende aus ganz Europa hierher, die dem Frost entfliehen wollen. In dieser Zeit dürft ihr mit angenehmen Temperaturen um die 22 °C rechnen – ideal zum Erkunden der Insel, Wandern und Sonnenbaden im Windschatten. Allerdings steigen Flug- und Unterkunftspreise im Winter entsprechend an.

Die Sommermonate sind auf Fuerteventura überraschend gut erträglich. Dank kühler Meeresströmungen und beständiger Passatwinde erlebt man hier selten die extremen Hitzewellen, die im August regelmäßig das spanische Festland lähmen. Im Sommer liegen die Temperaturen bei angenehmen 28 °C, das Meerwasser wärmt sich auf erfrischende 22 bis 24 °C auf. Die Sommermonate sind außerdem die windreichste Zeit des Jahres – zur großen Freude der Surf- und Kite-Community.

Wer den größten Menschenmassen ausweichen und den idealen Kompromiss zwischen warmem Meer und entspannter Atmosphäre genießen möchte, dem empfehle ich eine Reise im Herbst. September und Oktober sind Monate, in denen das Meer noch herrlich warm vom Sommer ist, der Wind etwas nachlässt und die Familien mit Kindern längst wieder zuhause sind. Plant für die Insel idealerweise mindestens sieben bis zehn Tage ein, damit ihr das echte kanarische Lebensgefühl in vollen Zügen genießen könnt.

Wo übernachten auf Fuerteventura?

💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meistens die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Die Wahl des richtigen Standorts ist auf Fuerteventura entscheidend, denn die Insel ist recht lang gestreckt und jeder Teil bietet eine ganz andere Atmosphäre. Der Norden rund um Corralejo ist ideal für alle, die ein lebhafteres Umfeld mit vielen Restaurants, Cafés und kurzen Wegen zu den Sanddünen suchen. Der ruhigere Süden rund um die Halbinsel Jandía und das Städtchen Morro Jable zieht hingegen Liebhaber endloser Strände und großer Hotelresorts mit Vollservice an.

Das Zentrum der Insel rund um den Ferienort Caleta de Fuste ist ein strategischer Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Richtungen und wird dank seiner geschützten Bucht häufig von Familien mit kleinen Kindern gewählt. Nutzt bei der Reiseplanung unbedingt Booking.com, wo ihr das breiteste Angebot von luxuriösen Resorts bis hin zu kleinen, authentischen Apartments findet. Die Preise schwanken je nach Saison erheblich, also bucht frühzeitig.

Hier sind drei konkrete Empfehlungen für tolle Hotels in verschiedenen Teilen der Insel:

  • Barceló Corralejo Sands: Modernes Hotel mitten im nördlichen Corralejo, von dem ihr sowohl das Stadtzentrum mit seinen Cafés als auch die wunderschönen Strände bequem zu Fuß erreicht.
  • Hotel Riu Palace Jandia: Luxuriöse Unterkunft im Süden der Insel mit atemberaubendem Blick auf den endlosen Strand – für alle, die absoluten Komfort und erstklassigen Service suchen.
  • Eurostars Las Salinas: Bestens bewertetes Hotel in der Nähe von Caleta de Fuste im mittleren Teil der Insel, mit schönen Pools und idealer Lage zum Erkunden der ganzen Insel.

18 Tipps, was du auf Fuerteventura sehen und erleben solltest

Fuerteventura wirkt auf den ersten Blick vielleicht trocken und karg, doch wer die Insel wirklich erkundet, wird faszinierende Geheimnisse entdecken. Hier ist euer vollständiger Reiseführer zu den interessantesten Orten, die ihr bei eurem Besuch keinesfalls verpassen solltet. Viele davon lassen sich bequem über GetYourGuide im Voraus buchen, wo ihr jede Menge lokale Ausflüge und Aktivitäten findet.

1. Dünen von Corralejo (Parque Natural de Corralejo)

Sanddünen Corralejo Naturpark Fuerteventura
Foto: Gerd Eichmann / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Gleich im Norden der Insel erwartet euch ein Naturwunder, bei dem ihr das Gefühl bekommt, mitten in der afrikanischen Sahara gelandet zu sein. Der Naturpark Corralejo schützt riesige Sanddünen, die sich über mehrere Kilometer entlang des leuchtend türkisfarbenen Ozeans erstrecken. Der Wind hat über Jahrtausende Sand vom afrikanischen Kontinent herübergetragen und so eine Landschaft geschaffen, die einem buchstäblich den Atem verschlägt.

Mitten durch die Dünen führt eine malerische Straße, über die der feine Sand ständig hinüberweht. Ich empfehle euch unbedingt, an einem der ausgeschilderten Parkplätze anzuhalten, die Schuhe auszuziehen und barfuß hinauf auf die Dünenkämme zu laufen. Von dort genießt ihr einen unglaublichen Kontrast aus goldenem Sand und tiefblauem Wasser – und in der Ferne könnt ihr sogar die Silhouette der Nachbarinsel Lanzarote erkennen.

💡 Lokaler Tipp: Die schönsten Fotos gelingen euch hier entweder früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht den Sand in satten Orangetönen leuchten lässt und die Schatten die wellige Landschaft betonen.

2. Der wilde Strand Cofete

Im äußersten Südwesten der Insel verbirgt sich ein Ort, der zu den abgelegensten und magischsten in ganz Europa gehört. Der Strand Cofete bietet zwölf Kilometer völlig unberührten Sand, über dem die dunklen Berge des Jandía-Gebirges steil aufragen. Die Atmosphäre ist rau, wild und melancholisch, die Atlantikwellen donnern mit gewaltiger Kraft gegen die Küste.

Der Weg zum Strand ist bereits ein Erlebnis für sich, denn es führt nur eine staubige und holprige Piste vom Städtchen Morro Jable dorthin. Die meisten normalen Mietwagenverträge verbieten das Befahren dieser Strecke, daher müsst ihr entweder einen speziellen Geländewagen mieten oder den Offroad-Bus nutzen, der von Morro Jable mehrmals täglich dorthin fährt. Baden ist wegen gefährlicher Unterströmungen hier sehr riskant – die meisten Besucher kommen vor allem wegen des überwältigenden Anblicks.

💡 Lokaler Tipp: Schaut euch etwas oberhalb des Strandes die geheimnisvolle Villa Winter an, um die wilde Legenden von geheimen U-Boot-Stützpunkten aus dem Zweiten Weltkrieg kursieren.

3. Playa de Sotavento und Wassersport

Playa de Sotavento Windsurfen Fuerteventura
Foto: Gottfried Hoffmann / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Wer sich für Windsurfen oder Kiteboarding interessiert, kennt den Namen Sotavento mit Sicherheit bereits. Dieser riesige Strand im Südosten der Insel ist buchstäblich das Mekka des Wassersports weltweit. Jedes Jahr findet hier sogar die Weltmeisterschaft in diesen Disziplinen statt, denn die Windbedingungen lassen sich allenfalls mit Hawaii vergleichen.

Die Besonderheit dieses Ortes liegt in einer enormen natürlichen Lagune, die sich je nach Gezeiten bildet. Die flache und ruhige Lagune eignet sich ideal für Einsteiger, die hier unter Anleitung von Instruktoren sicher ihre ersten Schritte auf dem Board machen können. Selbst wenn ihr keinen Sport plant, ist der Anblick von Hunderten bunter Drachen und Segel über dem Wasser ein absolutes Spektakel.

💡 Lokaler Tipp: Schaut vorab in die Gezeitentabellen, denn die Lagune füllt sich nur zu bestimmten Tageszeiten mit Wasser – bei Ebbe verwandelt sie sich in eine riesige Sandebene.

4. Bootsausflug zur Insel Lobos

Insel Lobos Bootsausflug Fuerteventura
Foto: Frank Vincentz / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Nur einen Steinwurf von der Nordküste Fuerteventuras entfernt liegt das kleine Vulkaninselchen Isla de Lobos, ein Naturschutzgebiet und eine Oase vollkommener Ruhe. Vom Hafen in Corralejo fahren kleine Fähren und Wassertaxis herüber, die Überfahrt dauert nur etwa fünfzehn Minuten. Die Insel ist völlig unbewohnt und bietet eine perfekte Auszeit von der Zivilisation.

Ich empfehle euch, bequeme Schuhe anzuziehen und die gesamte Insel auf dem markierten Weg zu umrunden, was etwa zwei bis drei Stunden dauert. Vergesst die Schnorchel-Ausrüstung nicht, denn die kleine Bucht Puertito mit ihrem kristallklaren türkisfarbenen Wasser ist voller Fische und zählt zu den schönsten Badestellen der gesamten Region.

💡 Lokaler Tipp: Die Besucherzahl ist strikt auf 400 Personen pro Tag begrenzt, daher müsst ihr vorab kostenlos eine offizielle Besuchsgenehmigung auf der Website der lokalen Verwaltung beantragen.

5. Das historische Betancuria

Fuerteventura ist nicht nur Strände – im Landesinneren verbergen sich echte historische Schätze. Betancuria war die erste Hauptstadt der Insel und wurde bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts in einem tiefen Tal gegründet. Der Ort wurde bewusst weit von der Küste entfernt angelegt, um ihn vor ständigen Piratenüberfällen zu schützen.

Heute ist Betancuria das malerischste Dorf der Insel, geprägt von sorgfältig restaurierten weißen Häusern mit Holzbalkonen und Palmen. Unbedingt ansehen solltet ihr die Hauptkirche Iglesia de Santa María, die mit ihrem wunderschönen Innenraum und dem geschnitzten Altar überrascht. Das grüne Tal rund um Betancuria kontrastiert scharf mit der sonst trockenen Landschaft der Insel und wirkt fast wie eine Erscheinung.

💡 Lokaler Tipp: Kehrt in einer der kleinen Tavernen am Marktplatz ein und probiert lokale Tapas – die Atmosphäre ist unglaublich entspannt und authentisch.

6. Majorero-Käse und die lokalen Ziegen

Wer die Insel bereist, bemerkt schnell: Auf Fuerteventura leben mehr Ziegen als Menschen. Die einheimischen Ziegen der Rasse Majorera streifen frei über die kargen Hügel und sind an die rauen Bedingungen bestens angepasst. Aus ihrer fettreichen Milch wird der legendäre Queso Majorero hergestellt, der eine international anerkannte Ursprungsbezeichnung trägt.

Dieser Käse ist das absolute Herzstück der lokalen Gastronomie und lässt sich in verschiedenen Reifestufen kosten. Besonders beliebt ist er gegrillt mit einem Tropfen Palmhonig oder als Beilage zu den traditionellen kanrarischen Runzelkartoffeln (Papas Arrugadas) mit der würzigen Mojo-Rojo-Sauce. Ein Laib Käse mit der charakteristischen roten Rinde aus süßem Paprika ist übrigens auch ein hervorragendes Mitbringsel.

💡 Lokaler Tipp: Kauft einen Käselaib mit roter Rinde – sie ist mit süßem Paprika eingerieben und gibt dem Käse sein unverwechselbar würziges Aroma. Perfekt als Souvenir für zuhause!

7. Strände auf der Halbinsel Jandía

Strände Halbinsel Jandía Fuerteventura
Foto: H. Zell / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Ganz im Süden Fuerteventuras erstreckt sich die Halbinsel Jandía, berühmt für ihre endlosen Strände mit strahlend weißem Sand. Rund um den Ferienort Morro Jable ziehen sich kilometerweise makellose Küstenabschnitte, an denen jeder sein eigenes Stück Privatsphäre finden kann. Das Wasser ist unglaublich klar und leuchtet in den strahlendsten Blautönen, die man sich vorstellen kann.

Direkt am Strand ragt der ikonische Leuchtturm Faro de Morro Jable auf, der als weithin sichtbarer Orientierungspunkt dient. In seiner Umgebung befinden sich geschützte Salzwasserwetlands, die als Rastplatz für viele Zugvogelarten fungieren. Ein Spaziergang auf den Holzstegen über diese Feuchtgebiete ist ein sehr erholsames Erlebnis.

💡 Lokaler Tipp: Wer weit genug entlang des Strandes vom Hotelkomplex wegläuft, findet Abschnitte, an denen man den Ozean nahezu für sich allein hat.

8. El Cotillo und seine Lagunen

El Cotillo Lagunen Fuerteventura
Foto: Cayambe / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

An der Nordwestküste liegt das kleine Fischerdorf El Cotillo, das im Gegensatz zum lebhaften Corralejo einen viel ruhigeren, fast schon bohèmehaften Charme bewahrt hat. Das Dorf ist ein Treffpunkt für unabhängige Surfer und digitale Nomaden, mit jeder Menge Hipster-Cafés, veganen Bistros und kleinen Galerien. Das Leben hier fließt im typisch kanarischen Langsamtakt.

Südlich des Dorfes locken wilde Strände mit großen Wellen für erfahrene Surfer, doch nördlich von El Cotillo erwartet euch etwas ganz anderes. Hier befindet sich ein System flacher Naturlagunen (Los Lagos), die durch schwarze Lavafelsen vom wilden Ozean abgeschirmt werden. Das Wasser der Lagunen ist ruhig, sehr flach und dank der Sonne herrlich warm – ideal zum Entspannen.

💡 Lokaler Tipp: Fahrt zum nahegelegenen Leuchtturm Faro del Tostón und wartet dort auf den Sonnenuntergang – an dieser Küste sind sie absolut episch und unvergesslich.

9. Höhlen von Ajuy und schwarze Strände

Höhlen Ajuy schwarzer Strand Fuerteventura
Foto: H. Zell / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Dörfchen Ajuy an der Westküste zeigt euch Fuerteventura von einer ganz anderen, viel dunkleren und dramatischeren Seite. Der hiesige Strand ist mit feinem schwarzen Vulkansand bedeckt, der in starkem Kontrast zum weißen Schaum der tosenden Brandung steht. Baden ist hier zwar wegen starker Strömungen nicht ratsam, aber der Ort hat einen ganz eigenen, unwiderstehlichen Zauber.

Die eigentliche Attraktion sind die riesigen Naturhöhlen (Cuevas de Ajuy), zu denen ein sicherer und gut gepflegter Pfad direkt vom Strand führt. Diese Höhlen hat der Ozean über Millionen von Jahren in die Küstenklippen gegraben, und der Legende nach sollen sich dort früher Piraten mit ihrer Beute versteckt haben. Die umliegenden Klippen gehören zu den ältesten geologischen Formationen der gesamten Kanaren.

💡 Lokaler Tipp: Der Weg zu den Höhlen kann an manchen Stellen durch Meerwasser rutschig sein – geht auf keinen Fall in Flipflops, sondern zieht festes Schuhwerk an.

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10. Wanderung zum Vulkankrater Calderón Hondo

Auch wenn Fuerteventura die älteste Insel des Archipels ist und ihre Vulkane längst ihre jugendliche Schärfe verloren haben, gibt es hier noch faszinierende Krater zu entdecken. Der besterhaltene Vulkan ist der Calderón Hondo im Norden, unweit des Dorfes Lajares. Der Aufstieg zum Kraterrand ist recht unkompliziert und auch für gelegentliche Wanderer gut machbar.

Der markierte Wanderweg führt euch bis an den Rand des imposanten Trichters, der beachtliche siebzig Meter in die Tiefe reicht. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein wunderbarer Panoramablick – nicht nur in das Innere des Vulkans, sondern auch über die gesamte Nordspitze der Insel und hinüber nach Lanzarote.

💡 Lokaler Tipp: Rund um den Krater treiben sich zahlreiche freche Erdhörnchen herum, die Touristen um Futter anbetteln. Bitte füttert sie unter keinen Umständen – es handelt sich um invasive Schädlinge.

11. Die ikonischen Windmühlen

Den starken Wind der Insel haben die Einheimischen schon vor Jahrhunderten für sich genutzt. Verteilt über die ganze Landschaft findet man wunderschöne alte Windmühlen, die früher zum Mahlen von geröstetem Getreide – dem sogenannten Gofio – dienten. Gofio ist bis heute ein Grundnahrungsmittel der kanarischen Küche und wird Suppen, Milch und Desserts beigegeben.

Interessant ist, dass es auf der Insel zwei verschiedene Mühlentypen gibt, die im Volksmund als „männliche“ und „weibliche“ Mühlen bezeichnet werden. Die männliche Mühle (el molino) ist ein traditioneller Steinturm, während die weibliche Mühle (la molina) lediglich eine Holzkonstruktion auf einem eingeschossigen Steinsockel hat – das ermöglichte dem Müller, im Erdgeschoss zu arbeiten, ohne ständig die Treppen hinauf- und hinunterlaufen zu müssen. Die schönsten erhaltenen Mühlen findet ihr rund um die Dörfer Antigua und Tefía.

💡 Lokaler Tipp: Wer eine Mühle sehen möchte, in der noch die originale Mahlanlage erhalten ist, sollte das Centro de Interpretación de los Molinos nahe Tiscamanity besuchen.

12. Natürliche Felspools Aguas Verdes

Die Westküste Fuerteventuras ist ungestüm, wild und von starken Wellen gepeitscht – und dennoch hat die Natur hier wunderschöne Badestellen geschaffen. Aguas Verdes ist ein System natürlicher Felsenbecken, die sich mit frischem Meerwasser füllen. Sie befinden sich im Bereich Playa del Valle nahe Betancuria.

Diese kleinen Seen bieten sicheres und ruhiges Baden mit klarem Wasser, auch wenn wenige Meter weiter der gefährliche Ozean tost. Die Becken liegen eingebettet in zerrissene schwarze Felsen und beherbergen oft kleine Krabben und Seesterne. Ein fantastischer Ort für alle, die den überfüllten Sandstränden entfliehen und ungezähmte Natur erleben möchten.

💡 Lokaler Tipp: Besucht die Felspools ausschließlich bei Ebbe – bei Flut wird das gesamte Gebiet vom Ozean verschluckt, und die riesigen Wellen können dann lebensgefährlich sein.

13. Leuchtturm Faro de la Entallada

Leuchtturm Faro de la Entallada Fuerteventura
Foto: H. Zell / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

An der Ostküste der Insel steht ein Leuchtturm, der architektonisch absolut einzigartig ist und sich von allem unterscheidet, was man sonst auf den Inseln zu sehen bekommt. Der Faro de la Entallada wurde im maurischen Stil erbaut, seine Fassade ist mit roten Ziegeln in geometrischen Mustern verziert. Er thront auf einer steilen Klippe rund zweihundert Meter über dem Meeresspiegel.

Von der Aussichtsplattform beim Leuchtturm öffnet sich ein atemberaubender Blick auf den Atlantik. Dieser Ort ist geografisch der nächste Punkt zum afrikanischen Kontinent – die Küste Marokkos liegt Luftlinie gerade mal 95 Kilometer entfernt. Die Fahrt zum Leuchtturm auf der engen Bergstraße ist ein kleines Adrenalin-Erlebnis für sich, aber die Aussicht ist jeden Meter wert.

💡 Lokaler Tipp: In den umliegenden Bergen leben wilde Esel und Ziegen – fahrt auf der schmalen Straße zum Leuchtturm äußerst vorsichtig, die Tiere stehen oft mitten auf der Fahrbahn.

14. Aussichtspunkt Mirador Morro Velosa

Wer Fuerteventura aus der Vogelperspektive erleben möchte, muss in die Zentralberge fahren. Der Mirador Morro Velosa ist ein architektonisches Meisterwerk des berühmten César Manrique, des Künstlers, der auch das Erscheinungsbild der Nachbarinsel Lanzarote geprägt hat. Der Aussichtspunkt fügt sich harmonisch in die karge Umgebungslandschaft ein.

Das verglaste Gebäude bietet einen Panoramablick auf die sonnenverbrannten Hügel des Inselinneren und das grüne Tal von Betancuria. Von hier oben versteht man die raue, fast außerirdische Schönheit der ganzen Insel, die in Ocker-, Rot- und Brauntönen leuchtet. Im Gebäude gibt es auch ein kleines Café, in dem ihr einen Kaffee mit dem wohl besten Ausblick weit und breit genießen könnt.

💡 Lokaler Tipp: Etwas unterhalb dieses Gebäudes findet ihr einen weiteren Aussichtspunkt mit riesigen Bronzeskulpturen der alten kanarischen Könige namens Guise und Ayose.

15. Botanischer Garten und Tierrettungsstation Oasis Wildlife

Im Süden der Insel, in der Ortschaft La Lajita, findet ihr einen riesigen Komplex, der einen weitläufigen botanischen Garten mit einem einzigartigen Tierpark vereint. Das Oasis Wildlife Fuerteventura fungiert in erster Linie als Rettungsstation für Tiere, die Schmugglern abgenommen oder aus unwürdigen Haltungsbedingungen gerettet wurden. Es ist kein klassischer Zoo – der Fokus liegt auf Bildung und dem Schutz bedrohter Arten.

Der Park ist unglaublich weitläufig und bildet eine riesige grüne Oase mit Tausenden von Kakteen, Palmen und tropischen Pflanzen aus aller Welt. Hier könnt ihr Elefanten, Giraffen, Flusspferde und Hunderte frei fliegende Vögel bewundern – zudem beherbergt der Park die größte Kamelreservation Europas. Ihr könnt hier problemlos einen ganzen Tag verbringen, besonders schön als Erholung vor der Mittagssonne.

💡 Lokaler Tipp: Vermeidet die Hauptrestaurants im Park und geht lieber zum Mittagessen zu den kleinen Marktständen nahe dem Eingang, wo lokale Bauern frische Käse und Gemüse anbieten.

16. Salzgewinnungsanlage Salinas del Carmen

Die Salzgewinnung aus dem Meer gehört seit jeher zur Geschichte Fuerteventuras, und noch heute lebt diese uralte Tradition fort. Salinas del Carmen ist gleichzeitig Museum und aktive Saline, wo ihr hautnah miterleben könnt, wie das „weiße Gold“ aus dem Meerwasser gewonnen wird. Sie liegt an der Küste unweit des Ferienorts Caleta de Fuste.

Ein Spaziergang zwischen den Dutzenden flacher Verdunstungsbecken, die in verschiedensten Farben von Weiß über Rosa bis hin zu Rostbraun schimmern, ist faszinierend. Das Meerwasser wird hereingepumpt, und dank der starken Sonne und des Windes verdunstet es nach und nach, bis nur noch große Kristalle reinen Salzes übrig bleiben. Geerntet wird das Salz noch heute ausschließlich von Hand mit traditionellen Holzwerkzeugen.

💡 Lokaler Tipp: Unweit der Saline liegt am Ufer das riesige, zwanzig Meter lange Skelett eines Wals, den der Ozean dort angespült hat – ein beeindruckendes Mahnmal für die Kraft der Natur.

17. Surfen an der Nordküste

Während im Süden Drachen und Segel die Herrschaft übernehmen, gehört die Nordküste Fuerteventuras dem klassischen Wellenreiten. Nicht umsonst wird diese Gegend oft als das Hawaii Europas bezeichnet, denn der Ozean bricht hier an den Vulkanfelsen auf absolut perfekte Wellen. Rund um die Dörfer Lajares und Corralejo herrscht eine entspannte Surferkultur.

Selbst wenn ihr noch nie auf einem Brett gestanden habt, sind die hiesigen Bedingungen bestens zum Lernen geeignet. Es gibt Dutzende Surfschulen, die euch zu sichereren Sandstränden (Beach Breaks) mitnehmen, wo ihr die Grundlagen ohne das Risiko von Verletzungen an scharfen Felsen erlernen könnt. Erfahrene Surfer finden hier erstklassige Riff-Wellen, die wochenlang beschäftigen.

💡 Lokaler Tipp: Der Ozean ist enorm kräftig und die lokalen Unterströmungen können unberechenbar sein – als Anfänger solltet ihr immer eine Stunde bei einer zertifizierten Schule buchen und nicht alleine lospaddeln.

18. Sternenbeobachtung auf Fuerteventura

Fuerteventura verfügt über eine sehr geringe Lichtverschmutzung, was ihr den renommierten Status eines Starlight-Reservats eingebracht hat. Die Insel gehört zu den besten Orten in Europa für die Beobachtung des Nachthimmels. Sobald es dunkel wird und ihr ein Stück von den Ferienorten wegfahrt, öffnet sich über euch ein unglaubliches Schauspiel aus Tausenden heller Sterne und Nebel.

Der beste Ort für astronomische Erlebnisse ist der speziell ausgestattete Aussichtspunkt Sicasumbre. Der Mirador Astronómico de Sicasumbre bietet Infotafeln und Halterungen für professionelle Teleskope, aber auch mit bloßem Auge kann man dort problemlos die Milchstraße und zahlreiche Sternbilder erkennen. Es ist ein unglaublich beruhigendes und magisches Erlebnis – damit solltet ihr eure Reise idealerweise ausklingen lassen.

💡 Lokaler Tipp: Zieht für die nächtliche Sternenbeobachtung unbedingt eine richtig warme Jacke an – der Wind in den Bergen ist nach Einbruch der Dunkelheit sehr kalt, selbst in den sonst warmen Sommermonaten.

Wohin weiter von Fuerteventura?

Fuerteventura ist ein idealer Ausgangspunkt für weitere Abenteuer in Spanien. Wer mehr Zeit hat und Strandentspannung mit dem Flair einer Großstadt verbinden möchte, dem empfehle ich günstige Inlandsflüge auf das spanische Festland. In knapp drei Flugstunden landet ihr in der katalanischen Metropole, wo das architektonische Wunderwerk Barcelona auf euch wartet, oder ihr fliegt ins Herz des Landes und erkundet die königliche Madrid.

Für alle, die Temperament, Geschichte und großartige Tapas lieben, führt kein Weg an Südspanien vorbei. Fliegt nach Andalusien, mietet euch ein Auto und plant einen Roadtrip zu den schönsten Orten der Region. Unbedingt auf der Liste: Sevilla mit seinem einzigartigen Charme, die maurischen Paläste von Granada und die blumengeschmückten Gassen von Córdoba. Wer lieber am Meer bleibt, findet in Málaga oder dem modernen Valencia hervorragende Gastronomie und Strandatmosphäre.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich auf der Insel unbedingt einen Mietwagen?

Obwohl zwischen den Hauptstädten und Ferienorten öffentliche Busse (sogenannte Guaguas) verkehren, empfehle ich dir einen Mietwagen sehr nachdrücklich. Ohne ihn kommst du schlicht nicht zu den wilden Stränden, in die Bergdörfer oder zu den meisten Naturschönheiten, die die wahre Seele der Insel ausmachen. Die Preise der Autovermietungen sind zudem auf den Kanarischen Inseln recht günstig und die Straßen sind in sehr gutem Zustand.

Ist es auf Fuerteventura wirklich so windig, wie man sagt?

Ja, der Wind (die Passatwinde) gehört untrennbar zur Insel und weht hier praktisch ständig, am stärksten dann während der Sommermonate. Die meiste Zeit ist es eine sehr angenehme, erfrischende Brise, dank der du in der Sonne nicht verbrennst. Wenn du aber in Ruhe ein Buch am Strand lesen möchtest, empfehle ich dir, einen geschützten Platz hinter kleinen Steinmäuerchen zu suchen, die die Einheimischen hier an den Stränden üblicherweise genau zu diesem Zweck bauen.

Wie warm ist der Ozean, kann man darin ganzjährig baden?

Der Atlantik rund um die Kanarischen Inseln ist erfrischend und die Wassertemperatur bewegt sich von 18 °C im Februar bis 24 °C im September und Oktober. Für einen gewöhnlichen Mitteleuropäer bedeutet das, dass er im Ozean problemlos auch mitten im Winter baden kann, auch wenn es für stundenlanges Schwimmen ohne Neoprenanzug nicht ganz reicht. Die seichten Lagunen (zum Beispiel in El Cotillo) erwärmen sich in der Sonne viel stärker als der offene Ozean.

Wie viele Tage soll ich für die Erkundung Fuerteventuras einplanen?

Für eine entspannte Erkundung der gesamten Insel empfehle ich dir, sieben bis zehn Tage einzuplanen. Innerhalb einer Woche schaffst du es, die Sanddünen im Norden, den wilden Süden, das historische Landesinnere zu besuchen und auch einen Ausflug zur Insel Lobos zu unternehmen, und das alles ohne Stress und ständige Hetze. Wenn du nur über ein verlängertes Wochenende kommst, musst du riesige Kompromisse eingehen.

Kann ich von Fuerteventura mit der Fähre auch zu einer anderen Insel?

Auf jeden Fall! Am einfachsten und häufigsten ist ein Tagesausflug zur Nachbarinsel Lanzarote. Die Fähren der Gesellschaften Fred Olsen und Naviera Armas fahren vom nördlichen Hafen Corralejo zur Stadt Playa Blanca auf Lanzarote mehrmals täglich ab und die schnelle Überfahrt dauert nur knapp eine halbe Stunde. Tickets kann man problemlos vor Ort oder im Voraus online kaufen.

Ist das Leitungswasser auf der Insel trinkbar?

Auf Fuerteventura gibt es praktisch kein natürliches Süßwasser und das gesamte Leitungswasser stammt aus riesigen Entsalzungsanlagen. Obwohl es hygienisch einwandfrei ist und du dir damit bedenkenlos die Zähne putzen oder damit kochen kannst, ist es zum direkten Trinken überhaupt nicht geeignet, da es einen eigenartigen Geschmack hat. Alle Einheimischen und Touristen kaufen sich zum Trinken abgefülltes Quellwasser in den Geschäften in Fünf-Liter-Kanistern.

Wie ist das an den Stränden mit der Nacktheit?

Fuerteventura ist ein völlig offenes und tolerantes Reiseziel, wo Nacktheit eine ganz normale Angelegenheit ist. An den meisten großen Stränden außerhalb der wichtigsten Hotelzentren (wie den Dünen in Corralejo oder den Stränden im Süden in Jandía) mischen sich Naturisten ganz natürlich mit Menschen in Badekleidung und niemand macht sich darum Gedanken. Es ist Teil der hiesigen freigeistigen und entspannten Kultur.

Ist die Insel für digitale Nomaden geeignet?

In den letzten Jahren ist die Insel (besonders der Norden rund um Corralejo und El Cotillo) zu einem sehr beliebten Zufluchtsort für Menschen geworden, die aus der Ferne arbeiten. Die Cafés bieten hier eine ordentliche Verbindung, es entstehen hier moderne Coworking-Zentren und die Gemeinschaft der Expats ist riesig. Spanien hat zudem attraktive Nomadenvisa eingeführt, dank derer Menschen außerhalb der EU hierher legal umsiedeln können.

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