Stell dir eine Insel vor, die aus einem wilden Vulkanausbruch entstanden ist und so kompromisslos steil aus den Tiefen des Atlantiks aufragt, dass viele sie das europäische Hawaii nennen. Schon die Landung ist ein Erlebnis für sich, denn die Landebahn des Flughafens Funchal Madeira ruht auf 180 massiven Betonpfeilern über dem Ozean. Kaum steigst du aus dem Flugzeug, umhüllt dich die feuchte, salzige und blumendurchdrungene Luft. Madeira ist von überwältigender Intensität, und ihre Hauptstadt Funchal wirkt wie ein perfektes Amphitheater, das sich vom blauen Ozean hinauf in die grünen Hügel erstreckt. Kein typisches Ziel für alle, die eine Woche lang auf feinem Sand liegen möchten – aber wenn du einen aktiven Urlaub voller atemberaubender Aussichten, exotischer Botanik und hervorragenden Essens suchst, bist du hier genau richtig.
In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam 15 konkrete Tipps an, was du in Funchal sehen und erleben kannst. Ich zeige dir, in welche Gassen du für Straßenkunst gehen solltest, wie die legendäre Korbschlittenfahrt funktioniert und worauf du auf dem berühmten Markt der Stadt unbedingt achten musst. Außerdem erfährst du praktische Infos über die beste Reisezeit und in welchen Vierteln du am strategischsten übernachtest, um die ideale Ausgangsbasis für die Erkundung der ganzen Insel zu haben.

Zusammenfassung
- Verlass dich nicht auf normale Wetter-Apps: Standard-Apps sind auf Madeira unzuverlässig. Schau jeden Morgen lieber auf die Live-Webcams von NetMadeira – das extreme Mikroklima der Insel macht pauschale Vorhersagen nahezu unmöglich.
- Vorsicht auf dem berühmten Markt Mercado dos Lavradores: Die Händler lassen dich exotische Früchte probieren, die mit Zucker bestreut sind – sobald du ein paar Stücke in der Tüte hast, werden gerne bis zu 30 € pro Kilo fällig.
- Für die Berge brauchst du ein stärkeres Auto: Wenn du einen Mietwagen nimmst, lohnt es sich, für einen stärkeren Motor (idealerweise 1.2 TSI oder mehr) oder ein Automatikgetriebe aufzuzahlen – auf den steilen Serpentinen wirst du es dir danken.
- Seilbahn rauf, Korbschlitten runter: Fahre mit der modernen Seilbahn auf den Hügel Monte hinauf und lass dich anschließend in den traditionellen Korbschlitten von Männern in Weiß wieder hinunter begleiten.
- Madeira hat keine natürlichen Sandstrände: Die Küste besteht aus Klippen und Kieselsteinen. Wer schwimmen möchte, fährt entweder zum importierten Sand nach Calheta oder genießt die wunderschönen natürlichen Lava-Pools im Norden der Insel.
- Funchal ist die ideale Basis: Dank des modernen Tunnelnetzes erreichst du von der Hauptstadt aus fast jeden Punkt der Insel in unter einer Stunde.
Wann ist die beste Reisezeit für Funchal
Madeira trägt zurecht den Beinamen „Insel des ewigen Frühlings“ – das bedeutet aber nicht, dass das Wetter eintönig ist. Die Insel hat ein extremes Mikroklima, und Funchal liegt in der sogenannten Bananenlinie, was bedeutet: Bis auf etwa 200 Meter über dem Meeresspiegel ist es das ganze Jahr über warm und sonnig. Sobald du aber in die Berge hinter der Stadt steigst, fällt die Temperatur um etwa ein Grad pro hundert Höhenmeter. In den Frühlingsmonaten von April bis Juni steht die Insel in voller Blüte, die Temperaturen in Funchal liegen bei angenehmen 22 °C – perfekte Bedingungen, um die Stadt und die Berglevadas zu erkunden.
Wer in der Hauptsaison von Juli bis September reist, erwartet Temperaturen um die 26 °C und ein Meer, das zum Baden einlädt. Allerdings ist die Stadt dann voller Touristen und die Unterkunftspreise steigen deutlich. Die Wintermonate locken hingegen mit günstigeren Flügen und dem Entkommen aus dem europäischen Frost: In Funchal sind es noch schöne 20 °C, während auf dem Pico Ruivo im Januar durchaus Schnee liegen kann. Die goldene Regel für das Madeira-Wetter lautet ganz einfach: Egal wann du kommst – verlass dich nie auf Standard-Apps, sondern öffne jeden Morgen die App NetMadeira mit den Live-Webcams und steuere dahin, wo der Himmel gerade blau ist.
Wo übernachten in Funchal
💡 Unterkunfts-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com – dort gibt es meistens die besten Stornobedingungen. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.
Die Wahl des richtigen Viertels in Funchal ist entscheidend für deinen Gesamteindruck vom Urlaub. Die Stadt ist an einem wirklich steilen Hang gebaut, und wer zu weit oben übernachtet, muss jeden Tag entweder kräftig zu Fuß bergauf steigen oder ständig Taxis bezahlen. Das mit Abstand beliebteste Gebiet für Touristen ist der Stadtteil São Martinho, konkret die Zone rund ums Lido. Hier findest du schöne Promenaden, moderne Hotels, tolle Cafés und vor allem einen guten Zugang zum Ozean über gepflegte Badebereiche. Dieser Teil ist flacher und abendliche Spaziergänge sind hier sehr angenehm.
Eine zweite, großartige Option ist eine Unterkunft direkt in der Altstadt, in der Nähe des Viertels Sé oder am Rand der Zona Velha. Von dort aus hast du alle Sehenswürdigkeiten, Restaurants und die Seilbahn in Gehweite, musst aber mit etwas mehr Lärm aus den belebten Straßen rechnen. Unterkünfte solltest du immer mit ausreichend Vorlauf buchen – am besten auf Booking.com, wo du leicht nach Hotels mit Parkplatz filtern kannst. Ein Parkplatz ist in Funchal ein echter Vorteil, denn die engen Gassen und der Mangel an Stellplätzen können Autofahrer zur Verzweiflung treiben. Sehr angenehme Unterkünfte bieten zum Beispiel Hotels der Kette Pestana oder kleinere Boutique-Pensionen in historischen Gebäuden.
15 Tipps, was du in Funchal sehen und erleben kannst
1. Die Altstadt (Zona Velha) und die bemalten Türen
Der älteste Teil von Funchal, bekannt als Zona Velha, war noch vor wenigen Jahrzehnten ein vernachlässigtes Viertel, das Touristen eher mieden. Heute ist es der lebendigste und farbenfrohste Ort auf der ganzen Insel, der vom Morgen bis tief in die Nacht pulsiert. Enge gepflasterte Gassen, gesäumt von historischen Häusern, bilden eine unglaublich romantische Kulisse für Abendsspaziergänge.
Das Haupthighlight ist das Kunstprojekt Arte das Portas Abertas, durch das lokale Künstler Dutzende alter und abgeblätterter Türen mit wunderschönen Motiven bemalt haben. Die Rua de Santa Maria ist so zu einer Galerie unter freiem Himmel geworden, in der jede Tür ihre eigene Geschichte erzählt. Sei nur darauf vorbereitet, dass dies auch die Hauptstraße für Restauranteinweiser ist.
💡 Lokaler Tipp: Wenn du in Ruhe essen möchtest, ohne dass dich ständig jemand mit einer Speisekarte in der Hand hereinzieht, geh einfach zwei oder drei Straßen weiter weg von der Rua de Santa Maria. Dort findest du authentischere und oft auch günstigere Lokale.
2. Der Markt Mercado dos Lavradores und seine Geheimnisse

Der Bauernmarkt in Funchal ist ein architektonisches Schmuckstück voller unglaublicher Farben und Düfte, das seit 1940 in Betrieb ist. Im Erdgeschoss befindet sich der laute Fischmarkt, wo du beobachten kannst, wie die Fischhändler geschickt den furchterregend aussehenden Degenfisch (Peixe-Espada Preto) filetieren – Madeiras Nationalfisch mit riesigen Augen und scharfen Zähnen.
Das eigentliche visuelle Spektakel spielt sich jedoch im Obergeschoss an den Ständen mit exotischem Obst ab. Die Händler in Trachten werden dir aktiv Kostproben verschiedenster Kreuzungen aus Maracuja, Banane, Zitrone oder sogar Erdbeere anbieten. Das klingt großartig und duftet noch besser – aber hier versteckt sich die bekannteste Touristenfalle der ganzen Insel.
Das Obst, das du probieren darfst, ist nämlich oft mit Zucker bestreut, damit es absolut unwiderstehlich schmeckt. Sobald du dir aber ein paar Stücke in die Papiertüte packst, wiegen sie ab und verlangen mit einem Lächeln bis zu 30 € pro Kilo. Ich empfehle daher, den Markt nur zu durchschlendern, die wunderschöne Atmosphäre zu fotografieren und das Obst selbst dann im normalen Supermarkt zum Bruchteil des Preises zu kaufen.
3. Mit der Seilbahn auf den Monte
Eine der ikonischsten Attraktionen der Hauptstadt ist die moderne Kabinenseilbahn Teleférico do Funchal. Die untere Station befindet sich direkt an der Uferpromenade der Altstadt, und während der fünfzehnminütigen Fahrt überwindest du beeindruckende 600 Höhenmeter. Die Fahrt ist unglaublich ruhig und sanft.
Aus der verglasten Kabine hast du einen atemberaubenden Blick auf das gesamte Amphitheater von Funchal – rote Ziegeldächer, terrassierte Felder und der endlose blaue Ozean. Eine Einzelfahrkarte kostet etwa 13 €, und es lohnt sich unbedingt, gleich morgens zu fahren, um langen Warteschlangen zu entgehen, die sich nach der Ankunft großer Kreuzfahrtschiffe im Hafen bilden.
Oben im Stadtteil Monte herrscht eine völlig andere Atmosphäre als unten in der Stadt. Die Luft ist spürbar kühler, feuchter und alles ist von üppigem Grün umgeben. Hier befindet sich auch die schöne Kirche Nossa Senhora do Monte, in der der letzte österreichisch-ungarische Kaiser Karl I. begraben liegt.
4. Der tropische Garten Monte Palace
Wenn du schon mit der Seilbahn hochgefahren bist, sollte dein erster Halt der Monte Palace Tropical Garden sein. Das ist kein gewöhnlicher Park, sondern ein faszinierendes smaragdgrünes Labyrinth voller exotischer Pflanzen aus aller Welt. Der gesamte Komplex erstreckt sich über mehrere Hektar, in denen wilde Natur auf durchdachte Architektur trifft.
Beim Spaziergang stößt du auf orientalische Gärten mit roten japanischen Brücken, Buddha-Statuen, Teiche voller bunter Koi-Karpfen und frei umherlaufende Pfauen. Der Garten rühmt sich einer riesigen Sammlung seltener Zykadeen, die noch aus der Zeit der Dinosaurier stammen. Es ist ein Ort, an dem die Zeit langsamer wird und man sich wie ein Entdecker im Dschungel fühlt.
Zum Gelände gehört auch eine der bedeutendsten Sammlungen portugiesischer Azulejo-Kacheln im ganzen Land, die die Hauptwege säumen und die Geschichte Portugals erzählen. Plane mindestens zwei bis drei Stunden für die Besichtigung ein, denn das Gelände ist wirklich weitläufig und voller versteckter Winkel, Bänke und Aussichtspunkte auf die Stadt.
5. Adrenalin im Korbschlitten
Der Weg vom Monte zurück hinunter nach Funchal bietet ein Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es hier die sogenannten Carreiros do Monte – eine Tradition, bei der zwei kräftige Männer in Weiß mit Strohhut dich in einen großen Korbkorb auf Holzkufen setzen.
Anschließend schieben sie dich einen steilen Hügel auf glattem Asphalt hinunter. Gelenkt und gebremst wird ausschließlich mit speziellen Schuhen mit massiven Sohlen aus alten Autoreifen. Die Fahrt dauert etwa zehn Minuten, der Korb erreicht dabei durchaus überraschende Geschwindigkeiten – reiner, historischer Adrenalinkick für rund 35 € für zwei Personen.
💡 Lokaler Tipp: Die Korbschlitten bringen dich nicht ganz bis ins Zentrum von Funchal – die Fahrt endet im Stadtteil Livramento. Von dort musst du entweder etwa dreißig Minuten steil bergab zu Fuß gehen oder ein Taxi nehmen. Die lokalen Taxifahrer sind hier sehr bestimmt, also vereinbare den Preis immer im Voraus.
6. Die Kathedrale Sé und das historische Zentrum
Mitten im modernen Funchal steht die unscheinbare, aber historisch äußerst bedeutsame Kathedrale Sé. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und hat als eines der wenigen Gebäude verheerende Erdbeben und Angriffe französischer Piraten völlig unversehrt überstanden. Von außen wirkt sie nüchtern und kombiniert dunklen Vulkanstein mit weißem Putz.
Betritt man sie jedoch, beeindruckt sofort die wunderschöne, aus lokalem Zedernholz geschnitzte Decke. Sie ist mit Elfenbeinintarsien verziert und war zu ihrer Zeit der Gipfel handwerklicher Kunst. Der Eintritt in die Kathedrale ist kostenlos und bietet angenehme Kühle sowie Zuflucht vor der Mittagssonne.
Rund um die Kathedrale erstreckt sich ein Netz eleganter Fußgängerzonen mit dem traditionellen schwarz-weißen portugiesischen Pflaster Calçada. Hier findest du renommierte Cafés mit Außenterrassen, Luxusboutiquen und historische Apotheken mit originaler Holzeinrichtung. Ein idealer Ort für einen Nachmittagskaffee und das Beobachten des Stadtlebens.
7. Die Festung Forte de São Tiago

Am Ende der Altstadt Zona Velha erhebt sich ein unübersehbares gelb-rotes Bauwerk. Die Festung Forte de São Tiago wurde im 17. Jahrhundert erbaut, um den Hafen vor den ständigen Überfällen von Korsaren und Piraten zu schützen, die damals den Nordatlantik terrorisierten. Ihr leuchtendes Gelb bildet einen wunderschönen Kontrast zum tiefblauen Ozean.
Heute kannst du die Festung frei erkunden, die alten Wachtürme besichtigen und die Aussicht auf die gesamte Küste von Funchal über historische Kanonen genießen. In der Vergangenheit beherbergte sie ein Museum für zeitgenössische Kunst, aber auch ohne dieses sind Architektur und Aussichten definitiv einen kurzen Abstecher wert.
Direkt unterhalb der Festung liegt der kleine Kiesstrand Praia do Almirante Reis. Kein idealer Ort für einen ganzen Badetag, aber Einheimische kommen gerne zum abendlichen Abkühlen hierher – und es ist ein wunderbarer Platz, um den Sonnenuntergang zu beobachten, während bunte Boote auf den Wellen schaukeln.
8. Madeira-Wein verkosten
Madeira zu besuchen und den berühmten lokalen Wein nicht zu probieren wäre eine echte Sünde. Dieser einzigartige Süßwein hat eine faszinierende Geschichte, die bis in die Zeitalter der Entdeckungen zurückreicht. Damit die Weinfässer auf langen Seereisen nach Indien nicht verdarben, setzten die Matrosen Zuckerrohrdestillat zu. Der Wein erwärmte und oxidierte dann im Schiffsbauch beim Durchqueren der Tropen und erhielt so seinen unverwechselbaren Karamellgeschmack.
In Funchal gibt es gleich mehrere historische Weingüter, sogenannte Lodges, die du für eine Verkostung besuchen kannst. Zu den bekanntesten gehört Blandy’s Wine Lodge direkt im Stadtzentrum. Bei der Führung siehst du dunkle Keller voller alter Eichenfässer und erfährst alles über den weltweit einzigartigen Reifeprozess.
Am Ende wartet die eigentliche Verkostung. Madeira-Wein wird nach Süße in vier Grundtypen unterteilt – vom trockenen Sercial über das halbtrockene Verdelho und das halbsüße Bual bis hin zum sehr süßen Malmsey (Malvasia). Das ist ein wirklich kräftiges und konzentriertes Erlebnis, das man am besten in kleinen Gläsern mit einem Stück gutem Käse genießt.
9. Hafen und Küstenpromenade
Funchal ist eine Stadt, die mit dem Ozean lebt, und der lokale Hafen ist der beste Beweis dafür. Genau hier beginnt die weitläufige Küstenpromenade, die sich mehrere Kilometer bis zur Lido-Zone erstreckt. Morgens triffst du hier Jogger und Einheimische mit ihren Hunden, nachmittags füllt sich die Promenade mit Touristen und Straßenkünstlern.
Im Hafen selbst liegen häufig riesige Kreuzfahrtschiffe, die aus der Nähe wie schwimmende Hochhäuser wirken. Hier findest du aber auch eine Nachbildung von Kolumbus‘ Schiff Santa Maria, mit der du eine Ausfahrt entlang der Küste machen und mit etwas Glück Delfine und Wale beobachten kannst, von denen es in den hiesigen Gewässern wirklich viele gibt.
Verpasse bei deinem Spaziergang auch nicht den Pier Pontinha, der weit ins Meer hinausragt und den besten Blick auf das Funchal-Amphitheater aus der Ferne bietet. Das ist genau der Ort, von dem alle ikonischen Postkarten-Fotos von Funchal vor den grünen Bergen stammen.
10. Kulinarische Erlebnisse: Bolo do Caco und Poncha
Die madeirische Küche ist sehr eigen und rustikal. Lokale Restaurants locken zwar mit Rinderspießen (Espetada) oder dem furchterregend aussehenden Degenfisch, aber wenn du ein hervorragendes Erlebnis für Liebhaber herzhafter Snacks suchst, musst du das traditionelle Brot Bolo do Caco probieren. Es ist ein rundes, leicht süßliches Süßkartoffelbrot, das auf einem heißen Stein gebacken wird. Es wird noch warm serviert, halbiert und großzügig mit Knoblauch-Kräuter-Butter bestrichen.
Dazu solltest du unbedingt Poncha bestellen. Das ist das traditionelle alkoholische Getränk der Insel, das dich nach einem langen Tag auf den Levadas zuverlässig aufwärmt. Es wird aus lokalem Zuckerrohrrum, Bienenhonig und frischem Zitronensaft mit einem speziellen Holzstab namens Caralhinho gemixt.
💡 Lokaler Tipp: Kaufe Poncha niemals, wirklich niemals fertig abgefüllt in einer Flasche aus dem Supermarkt. Die echte Poncha muss immer frisch direkt vor deinen Augen zubereitet werden. Die allerbesten Ponchas bekommst du in kleinen Bars im benachbarten Fischerdorf Câmara de Lobos, das du von Funchal in wenigen Minuten erreichst.
11. Ausflug zum Glasfelsen Cabo Girão

Nur ein kurzes Stück westlich von Funchal liegt einer der höchsten Meereskliff Europas. Cabo Girão fällt senkrecht aus einer unglaublichen Höhe von 580 Metern in den Ozean hinab. Ein Ort, der garantiert den Puls in die Höhe treibt – besonders wenn du keine Höhenangst hast.
Das Haupthighlight ist eine Aussichtsplattform mit Glasfußboden, die direkt über den Abgrund des Felsens hinausragt. Wenn du dich auf das Glas stellst und hinunterschaust, siehst du tief unter dir die Wellen an die Küste schlagen und kleine Terrassenfelder, die sogenannten Fajãs, zu denen die lokalen Bauern früher nur per Boot gelangen konnten.
Du kommst leicht mit einem Mietwagen oder dem lokalen Bus vom Zentrum Funchals hierher. Der Eintritt zur Aussichtsplattform kostet einen kleinen Betrag, und ich empfehle, eher am späten Nachmittag herzukommen, wenn die Sonne die Küste schön beleuchtet und du den größten Touristenmassen ausweichst, die vormittags mit Reisebussen ankommen.
12. Der Botanische Garten Jardim Botânico

Wer nach einem Garten noch nicht genug hat und die Natur liebt, wird vom Jardim Botânico da Madeira begeistert sein. Er liegt auf einem weiteren steilen Hügel über der Stadt und ist mit einer zweiten, kleineren Seilbahn erreichbar, die diesen Garten direkt mit der Monte-Zone verbindet. Er ist etwas wissenschaftlicher und systematischer als Monte Palace.
Auf einer Fläche von 80.000 Quadratmetern wachsen hier mehr als 2.000 Arten exotischer Pflanzen von allen Kontinenten. Dank des einzigartigen Klimas Madeiras gedeiht hier so gut wie alles – Kakteen aus der Wüste, Orchideen aus dem Regenwald und Rhododendren aus dem Himalaya wachsen nebeneinander.
Der bekannteste Teil des Gartens ist der berühmte Blumenteppich, der in präzisen geometrischen Mustern bepflanzt ist und einen fantastischen Blick auf die tief unter dir liegende Stadt bietet. Es gibt auch einen Park mit exotischen Vögeln und ein kleines Naturkundemuseum.
13. Entspannung im Park Santa Catarina
Wenn du das Gefühl hast, genug vom Bergauflaufen zu haben, geh in den Park Santa Catarina. Es handelt sich um einen großen, gepflegten öffentlichen Park, der auf einem sanften Hügel direkt über dem Hafen von Funchal liegt. Eine absolute Ruheoase mitten im Trubel der Stadt.
Einheimische kommen hier zum Picknicken, Familien mit Kindern verbringen Zeit am großen Teich mit Schwänen und Enten, und du kannst dich auf einer Bank im Schatten riesiger Bäume einfach zurücklehnen und entspannen. Der Park ist voller Skulpturen, schöner Blumenbeete und enthält auch eine kleine Kapelle.
Den größten Wert des Parks machen jedoch seine Aussichten aus. Es eröffnet sich ein wunderschönes Panorama auf ganz Funchal und die Bucht. Besonders wenn im Hafen alte Segelschiffe ankern, fühlt man sich hier, als wäre man in die Zeit der großen Entdeckungsreisen zurückversetzt worden.
14. Das CR7-Museum für Fußball-Fans

Funchal ist die Geburtsstadt eines der berühmtesten Fußballer aller Zeiten: Cristiano Ronaldo. Seine Präsenz ist auf der Insel überall spürbar – sogar der internationale Flughafen trägt seinen Namen. Für Fußball-Fans ist das CR7-Museum direkt an der Hafenpromenade ein absolutes Muss.
Das Museum beherbergt seine vollständige Trophäensammlung, darunter die berühmten Goldenen Bälle und Goldenen Schuhe, Tausende Fanbriefe, Trikots und interaktive Ausstellungen, die seinen Werdegang von bescheidenen Anfängen auf Madeira bis zum Weltruhm nachzeichnen.
Vor dem Museum steht eine ikonische und oft diskutierte Bronzestatue des Spielers, mit der sich so ziemlich jeder Tourist fotografieren möchte. Auch wenn du kein Fußballfan bist, ist es interessant zu sehen, welch enormen Einfluss ein einzelner Mensch auf die Identität und den Stolz einer ganzen Insel haben kann.
15. Funchal als Ausgangsbasis für Bergausflüge

Der letzte Tipp betrifft nicht direkt eine Sehenswürdigkeit in der Stadt, sondern die strategische Lage von Funchal. Die Stadt ist nämlich der ideale Ausgangspunkt für die Erkundung der gesamten Insel. Madeira ist von einem unglaublichen Netz mit mehr als 150 Tunneln durchzogen (die sogenannte Via Rápida), die Fahrten quer über die Insel von Stunden auf wenige Minuten verkürzt haben.
Von Funchal aus erreichst du mit dem Auto problemlos berühmte Levadas, wie den dunklen und urwaldartigen PR9 Levada do Caldeirão Verde, oder anspruchsvollere Hochgebirgswanderungen. Ein typisches Beispiel ist die Fahrt zum dritthöchsten Gipfel Pico do Arieiro für den Sonnenaufgang, den du vom Stadtzentrum aus in etwa 40 Minuten auf einer asphaltierten Straße erreichst.
Vergiss nur nicht: Sobald du von den Hauptstraßen auf alte Landstraßen (mit der Bezeichnung ER) abbiegst, erwarten dich Steigungen mit unglaublichem Gefälle und enge Kurven. Ein stärkeres Auto (mindestens 1.2 TSI) ist für Ausflüge von Funchal in die Berge unbedingt notwendig – sonst kämpfst du im ersten Gang die Hügel hinauf und betest, dass du nicht anhalten musst.
Wohin weiter von Funchal
Wenn du auch andere Ecken Portugals erkunden möchtest und überlegst, womit du den Madeira-Besuch kombinieren kannst, bietet das Festland unzählige Möglichkeiten. Flüge von Funchal aufs Festland sind häufig und günstig – von Deutschland aus sind Angebote über Lufthansa, Eurowings oder TAP Portugal leicht zu finden.
- Metropolen auf dem Festland: Von Madeira gibt es Direktflüge in die Hauptstadt, also lies unbedingt unseren ausführlichen Lissabon-Reiseführer, oder reise in den Norden und entdecke das bezaubernde Porto.
- Romantik und Wellen: Nahe Lissabon liegt das märchenhafte Sintra mit seinen Palästen und der Küstenort Cascais. Wenn dich riesige Wellen faszinieren, darfst du Nazaré nicht auslassen.
- Die Schönheiten der Algarve: Für Liebhaber von Wärme und Klippen bietet der Süden des Landes alles. Lies unsere Tipps zu Lagos, der wilden Westspitze Sagres oder dem malerischen Städtchen Carvoeiro.
- Weitere Perlen des Südens: In der Algarve empfehle ich auch das historische Silves, das romantische Tavira sowie einen Blick auf was man in Loulé unternehmen kann. Vergiss auch die Regionalhauptstadt Faro und das Fischerstädtchen Olhão nicht.
- Das portugiesische Venedig: Auf dem Weg nach Norden lohnt ein Stopp im kanalreichen Aveiro.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es auf Madeira Sandstrände?
Natürliche Strände mit feinem gelben Sand findet man auf Madeira nicht – die Küste besteht aus Klippen und Kieselsteinen. Es gibt aber zwei künstlich angelegte Strände (Calheta und Machico) mit Sand aus der Sahara sowie atemberaubende natürliche Lavapools im Norden der Insel, zum Beispiel in Porto Moniz oder Seixal, wo es auch schwarzen Vulkansand gibt.
Was kostet die Seilbahn und die Korbschlittenfahrt in Funchal?
Eine einfache Fahrt mit der modernen Seilbahn von Funchal hinauf nach Monte kostet etwa 13 €. Wenn ihr euch mit den traditionellen Korbschlitten hinuntersausen lassen möchtet, müsst ihr mit ungefähr 35 € pro Korb für zwei Personen rechnen.
Was ist besser – Madeira oder die Azoren?
Wenn ihr dramatische Ausblicke, garantiert hervorragendes Essen, luxuriöse Infrastruktur und beständigeres warmes Wetter im Süden der Insel sucht, dann wählt Madeira. Die Azoren (z.B. die Insel São Miguel) sind deutlich wilder, grüner, weniger touristisch und bieten Thermalquellen, aber das Wetter ist dort extrem wechselhaft und es regnet häufig.
Brauche ich auf Madeira ein Auto?
Um die ganze Insel zu erkunden und vor allem die Ausgangspunkte der Levada-Wanderungen zu erreichen, ist ein Auto quasi unverzichtbar. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren einigermaßen nur entlang der Küste. Beim Automieten solltet ihr unbedingt einen stärkeren Motor dazubuchen, denn die Berge hier sind extrem steil.
Sind die Levadas gefährlich?
Einige Abschnitte der Levadas verlaufen auf schmalen Simsen über tiefen Schluchten und sind nicht mit Geländern gesichert. Wenn ihr unter Höhenangst leidet, wählt sorgfältig flachere und sicherere Routen aus (z.B. Vereda dos Balcões). Tragt immer feste Wanderschuhe, denn die Wege sind nach Regen sehr rutschig.
Wie erkenne ich, wie das Wetter wird?
Globale Wetter-Apps funktionieren für Madeira nicht zuverlässig, weil das Mikroklima so extrem unterschiedlich ist. Am besten ladet ihr euch die App NetMadeira herunter – dort findet ihr Live-Übertragungen von Webcams auf der ganzen Insel und könnt morgens dorthin fahren, wo die Kameras gerade Sonne zeigen.
Was ist Bolo do caco?
Bolo do caco ist ein köstliches traditionelles madeirisches Fladenbrot, das aus Mehl und Süßkartoffeln zubereitet wird. Es wird auf heißem Stein gebacken und meist noch warm serviert – aufgeschnitten und großzügig mit Knoblauch-Kräuter-Butter bestrichen. Eine fantastische vegetarische Option.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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