Wenn man mit dem Auto die kanadisch-amerikanische Grenze überquert und die Haines Highway vom Yukon hinunter Richtung Meer fährt, stockt einem der Atem vor lauter Schönheit. Wir – ich und Lukáš – haben genau diese klassische Roadtrip-Route gewählt, und der Moment, in dem sich türkisfarbenes Wasser in den tiefen Schatten steiler Berge spiegelt, ist schlicht unvergesslich. Die Luft ist so scharf und klar, dass man sie in vollen Zügen trinkt. Jedes Mal, wenn wir nach Alaska zurückkehren, überrascht mich diese absolute, rohe Majestät der Natur aufs Neue. Der nördliche Zipfel des berühmten Inside Passage verbirgt zwei Städtchen, die kaum unterschiedlicher sein könnten – und dennoch das perfekte Alaska-Duo bilden. Auf der einen Seite das stille, authentische Haines, voller Weißkopfseeadler, das wir von der kanadischen Seite der Berge erreichten, und auf der anderen das verrückte Skagway, das pulsierende Tor zur Ära des Klondike-Goldrausches, wo im Sommer die Alaska-Sehenswürdigkeiten kaum zu überblicken sind.
Ich habe vierzehn Tipps für euch – aber zuerst eine Warnung: Wenn ihr seht, was eine Übernachtung hier kostet, schließt kurz die Augen und denkt an die unglaublichen Ausblicke von den Bergen. Wir gehen gemeinsam alles durch: von Tausenden von Greifvögeln am Chilkat-Fluss über den historischen Bergzug bis hin zu Ratschlägen, wie man das alles plant, ohne eine Niere verkaufen zu müssen. Alaska ist nicht billig – aber es ist eine Liebe fürs Leben.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Beste Reisezeit: Sommer (Mai bis September) für normalen Tourismus und geöffnete Attraktionen – für Naturliebhaber und Fotografen ist jedoch November der absolute Höhepunkt, wenn Tausende von Adlern nach Haines fliegen.
- Anreise: Am schönsten ist ein Roadtrip mit dem Auto aus dem kanadischen Yukon über die wunderschöne Haines Highway. Wer kein Auto hat, kann die Fähre des Alaska Marine Highway System von Juneau nehmen oder den schnellen Katamaran zwischen Haines und Skagway.
- Zwei völlig verschiedene Gesichter: Haines ist eine ruhige Stadt mit authentischer Tlingit-Kultur und wilder Natur. Skagway ist ein lebhaftes Tourismuszentrum voller Goldrausch-Geschichte und riesigen Kreuzfahrtschiffen.
- Highlights: Fahrt mit der White Pass Railway in Skagway (weit im Voraus buchen!) und Adlerbeobachtung im Chilkat-Reservat in Haines.
- Budget: Rechnet mit höheren Preisen. Die Fährfahrt ohne Auto kostet ca. 45 USD (etwa 42 €), der historische Zug rund 135 USD (ca. 125 €) und Unterkunft in der Saison selten unter 150 € pro Nacht.
Wann reisen und wie man in den Norden kommt
Die Planung einer Alaska-Reise erfordert etwas strategisches Denken und vor allem frühzeitige Buchungen – die Saison hier ist unglaublich kurz. Skagway hat im Winter gerade mal etwas über tausend Einwohner und wirkt wie eine Geisterstadt, aber sobald im Mai die ersten riesigen Kreuzfahrtschiffe einlaufen, kann die Tagespopulation locker um vier Tausend Menschen ansteigen. Wer alle Sehenswürdigkeiten, Restaurants und reibungsloses Reisen genießen möchte, sollte zwischen Mai und September kommen. Wer hingegen die größte Konzentration von Weißkopfseeadlern auf dem Planeten sehen will, muss im November nach Haines – dann findet das berühmte Festival statt.
Der Transport ist hier die Hälfte des gesamten Erlebnisses. Wir sind mit dem Auto aus dem kanadischen Whitehorse über Haines Junction angereist. Die Fahrt auf der Haines Highway bietet einige der schönsten Bergpanoramen überhaupt und gibt euch enorme Freiheit. Wer kein Auto hat, kommt von Juneau entweder mit einem Kleinflugzeug oder mit der staatlichen Fähre des Alaska Marine Highway System nach Haines. Die Überfahrt dauert knapp fünf Stunden und kostet rund 49 USD (ca. 45 €) pro Person als Fußgänger. Die Fähre funktioniert wie ein nordischer Nahverkehr, und die Ausblicke von Deck auf Gletscher sind unbezahlbar. Von Haines nach Skagway fährt außerdem ein privater Schnellkatamaran in 45 Minuten – ideal für einen Tagesausflug. Sommerfähren sollte man allerdings buchen, sobald das Buchungssystem öffnet, denn die Plätze verschwinden blitzschnell!
Wo übernachten und was das Ganze kostet
Ehrlich gesagt war und ist ein Urlaub in Alaska nie eine günstige Angelegenheit – das müssen wir von Anfang an akzeptieren 😅. Wir haben für eine Nacht in einem durchschnittlichen Motel mehr bezahlt als für drei Nächte in Barcelona, und niemand hat sich auch nur ansatzweise entschuldigt. Aber wisst ihr was? Die Natur ist es wert. Für eine Woche in dieser Region sollten zwei Personen grob 1.500 bis 2.000 € nur für Unterkunft, Transport und Grundverpflegung einplanen – ohne teure Ausflüge.

Haines ist generell etwas günstiger und bietet tolle Möglichkeiten zum Campen. Wer ein festes Dach über dem Kopf sucht, dem empfehle ich diese drei Optionen. Für alle, die maximalen Komfort schätzen, bietet das Aspen Suites Hotel Haines moderne, geräumige Zimmer. Eine goldene Mitte mit herrlichem Blick auf die Bucht und sehr freundlichem Personal ist das The Captain’s Choice Motel. Wer mit kleinerem Budget unterwegs ist, ist im gemütlichen Lynn View Lodge bestens aufgehoben.
In Skagway hat das Übernachten in historischen Gebäuden aus dem späten 19. Jahrhundert einen besonderen Reiz – man fühlt sich wie ein echter Goldgräber. Für ein luxuriöseres historisches Erlebnis direkt im Zentrum empfiehlt sich das Historic Skagway Inn. Sehr guten Standard fürs mittlere Budget bietet der beliebte Westmark Inn Skagway. Reisende, die es günstig, aber dennoch angenehm mögen, wählen oft das At the White House.
Haines: 8 Sehenswürdigkeiten und was man dort erleben kann
Während Skagway wie ein lauter, aufregender Vergnügungspark ist, ist Haines der stille, raue ältere Bruder, der niemandem etwas beweisen muss. Das unscheinbare Holzfällerstädtchen mit rund 1.700 Einwohnern hat seinen authentischen Charakter, seine tiefen Tlingit-Wurzeln und den Zugang zu spektakulärer Natur bewahrt. Schauen wir uns das Beste an, was man hier erleben kann – egal ob ihr auf einen knackigen Bergaufstieg oder auf die Suche nach skurrilen Museen aus seid.
1. Chilkat Bald Eagle Preserve (Adler-Paradies)
Das ist das absolute Juwel der gesamten Region. Das staatliche Reservat schützt ein riesiges Gebiet und ist Schauplatz der größten Konzentration von Weißkopfseeadlern auf der Erde. Von Oktober bis Dezember versammeln sich unglaubliche 3.500 dieser majestätischen Greifvögel am Chilkat-Fluss. Das Geheimnis dieses Naturwunders ist geothermische Aktivität, die das Flussbett von unten erwärmt, sodass Teile des Flusses selbst bei bitterer Kälte nicht zufrieren.

Die Adler ziehen hierher, weil die spät laufenden Lachse ihnen ein reich gedecktes Buffet bieten. Die besten Fotospots findet man an den Rastplätzen entlang der Haines Highway, die den Fluss die ganze Zeit begleitet. Packt aber unbedingt ein starkes Teleobjektiv ein – und vor allem warme Kleidung, denn stundenlang im eisigen Wind mit dem Finger am Auslöser zu stehen, ist ein Sport für echte Enthusiasten.
2. Alaska Bald Eagle Festival
Wer die Adlerbeobachtung mit einem kulturellen Erlebnis verbinden möchte, sollte die Reise Anfang November planen, wenn das offizielle Festival in der Stadt stattfindet. Das Event wird von einer lokalen Stiftung organisiert, und neben der eigentlichen Beobachtung gibt es Fachvorträge, die Freilassung geretteter Vögel in die Wildnis und jede Menge lokales Essen.
Während des Festivals pendeln Shuttlebusse von der Stadt direkt zu den besten Beobachtungsplätzen im Reservat – äußerst praktisch, denn im November können die Straßen ziemlich tückisch sein. Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie die örtliche Gemeinschaft im Einklang mit der Natur lebt.
3. Aufstieg auf den Mount Ripinsky (nur für Mutige)
Der Mount Ripinsky thront kompromisslos über dem gesamten Stadtpanorama – wer gut in Form ist, sollte diese Herausforderung nicht ablehnen. Aber ich muss euch ehrlich warnen: Es wird wehtun. Die Hauptroute ist eine 12 Kilometer lange Runde mit einem brutalen Höhenunterschied von über 1.000 Metern, die auf sehr kurzer Distanz zu bewältigen sind.

Das Gelände ist offiziell als sehr anspruchsvoll eingestuft und verwandelt sich nach Regen in eine schlammige Rutschbahn voller glitschiger Wurzeln – aber der Ausblick vom Gipfel entschädigt für jeden Schweißtropfen. Man sieht den gesamten Lynn Canal, Gletscher und den Chilkat-Fluss wie auf dem Präsentierteller. Da man sich in dicht besiedeltem Bärenrevier bewegt, sind die Sicherheitsregeln unbedingt einzuhalten und Bärenspray muss stets griffbereit sein. Ein Glöckchen am Rucksack reicht hier wirklich nicht!
4. Hammer Museum (weltweites Unikat)
Alaska steckt voller Schrulligkeiten, und Haines enttäuscht in dieser Hinsicht garantiert nicht. Direkt an der Main Street stößt man auf ein Museum, vor dem eine sechs Meter hohe Hammerreplik steht. Es ist das weltweit erste Museum, das ausschließlich diesem Werkzeug gewidmet ist – und es ist genauso skurril und bezaubernd, wie es klingt.

Der Eintritt kostet 7 USD (ca. 6,50 €), und drinnen warten über 2.500 Exponate – von uralten Dreschgeräten bis hin zu speziellen Chirurgenhämmern. Der Besitzer ist ein echtes Herzblut und kann über Hämmer mit so viel Begeisterung erzählen, dass man am Ende viel länger bleibt als geplant.
5. Fort William H. Seward
Für Militärgeschichts-Fans ist das ehemalige Fort aus dem Jahr 1903, das heute den Status eines nationalen historischen Denkmals trägt, ein Pflichtbesuch. Die US-Armee stellte es direkt nach dem Zweiten Weltkrieg außer Betrieb, doch der Komplex aus ursprünglichen Gebäuden rund um einen weitläufigen Exerzierplatz ist hervorragend erhalten und bildet heute ein malerisches Viertel mitten in der Stadt.

Man kann hier frei herumlaufen, die Atmosphäre des frühen 20. Jahrhunderts aufsaugen und die wunderschönen hölzernen Offiziershäuser mit Meerblick bewundern. In einigen findet man heute Galerien oder gemütliche kleine Cafés – also am besten gleich einen Nachmittagskaffee nehmen und sich vorstellen, man wohne in einem Offizierszimmer mit Fjordblick.
6. Ursprüngliche Kultur und der Tlingit Indian Trail
Wer sich für die Ureinwohner Alaskas interessiert, sollte etwa 36 Kilometer nordwestlich von Haines das traditionelle Dorf Klukwan besuchen. Es liegt am Chilkat-Fluss und ist die Heimat des Tlingit-Volkes.

Im Herzen des Dorfes befindet sich das moderne Jilkaat Kwaan Heritage Center, in dem wunderschön geschnitzte Totempfähle, traditionelle Kanus und die äußerst seltenen rituellen Decken, die sogenannten Chilkat Blankets, zu bestaunen sind. Ortskundige Guides erklären das komplexe Clansystem und eine Geschichte, die Tausende von Jahren zurückreicht. Für mich war es ehrlich gesagt einer der eindrucksvollsten Orte der gesamten Reise – denn plötzlich war Alaska nicht mehr nur Natur, sondern auch Menschen.
7. Der gemütliche Battery Point Trail
Wer mit Kindern reist oder einfach keine Lust auf den schweißtreibenden Aufstieg zum Mount Ripinsky hat, ist am Battery Point Trail genau richtig. Es handelt sich um eine sehr entspannte, knapp 4 Kilometer lange Wanderung durch einen wunderschönen Küstenregenwald.

Der Weg ist flach, duftet nach Nadelholz und endet am malerischen Kieselstrand von Kelgaya Point. Von dort kann man oft Robben beobachten – und mit etwas Glück in der Ferne sogar vorbeiziehende Wale. Ein idealer Ort für ein Nachmittagspicknick.
8. Warnung: Kroschel Films Wildlife Center
Diesen Punkt füge ich eher als wichtige Warnung denn als Empfehlung hinzu. In manchen älteren Reiseführern findet man möglicherweise noch das Tierrettungszentrum des Filmemachers Steve Kroschel, wo man Wölfe, Vielfraße oder Rentiere aus nächster Nähe beobachten konnte.
Das Problem: Das Zentrum verlor 2024 seine offizielle USDA-Lizenz für den öffentlichen Betrieb, weil wiederholt gegen Sicherheits- und Hygienevorschriften verstoßen wurde (unter anderem durch die durchaus amüsante, aber gefährliche Flucht eines Elchs namens Duck Moses). Bevor ihr eine Fahrt hierher plant, unbedingt auf den offiziellen Stadtseiten nachlesen, ob die Zertifizierung inzwischen erneuert wurde – damit ihr nicht vor verschlossenen Toren steht.
Skagway: 6 Tipps auf den Spuren der Goldgräber
Wer in Skagway ankommt, spürt sofort den Energieschub. Diese Stadt lebt und atmet die Geschichte des Klondike-Goldrausches – Holzstege säumen historische Fassaden, überall riecht es nach gebratenem Fleisch und frischem Bier. Ja, manchmal erinnert das Ganze an ein riesiges Freilichtmuseum voller Kreuzfahrtpassagiere, aber die Stadt gewinnt jeden für sich. Der Goldrausch der Jahre 1897 und 1898 hat hier so tiefe Spuren hinterlassen, dass die Stadt bis heute davon zehrt.
1. Mit der White Pass & Yukon Route Railway in die Berge
Das ist das absolute Highlight eines Skagway-Besuchs – und ehrlich gesagt einer der schönsten Zugausflüge ganz Nordamerikas. Die historische Schmalspurbahn wurde 1898 mit enormem Aufwand und jeder Menge Dynamit in den Fels gesprengt. Der Zug mit antikem Waggons klettert vom Meeresspiegel auf über 900 Meter Höhe in nur 32 Kilometern – und die Ausblicke in die tiefen Schluchten sind atemberaubend.

Tickets müssen weit im Voraus gebucht werden! Die klassische dreistündige Rundfahrt kostet rund 135 USD (ca. 125 €). Wer dasselbe Ticket an Bord eines Kreuzfahrtschiffes kauft, zahlt schnell über 230 USD. Die Fahrt im knarrenden Waggon an Abgrundkanten entlang, über die einst die Goldgräber ihre Pferde trieben, ist ein Erlebnis, das man nicht vergisst. Tickets am besten gleich über GetYourGuide sichern.
2. Spaziergang durch den Klondike Gold Rush National Historical Park
Das gesamte Stadtzentrum entlang der Broadway Street steht unter dem Schutz des amerikanischen National Park Service. Das Beste daran? Der Eintritt ist völlig kostenlos. Es gibt keine Gebühr für die Stadt – einfach ins Besucherzentrum gehen, einen Stadtplan mitnehmen und auf eigene Faust loswandern.

Der National Park Service erhält hier über zwanzig originale Holzgebäude aus der Goldrausch-Ära, viele davon können besichtigt werden – von alten Saloons über Läden bis hin zu historischen Freudenhaus-Gebäuden.
3. Extremabenteuer auf dem Chilkoot Trail
Für Reisende mit Abenteuerlust und genug Zeit ist dies eine legendäre Route. Der Chilkoot Trail ist 53 Kilometer lang, beginnt in der Siedlung Dyea nahe Skagway und endet am Bennett Lake im benachbarten Kanada. Genau hier zogen einst Tausende von Goldgräbern entlang, jeder mit Hunderten Kilo Pflichtvorräten auf dem Rücken.

Der bekannteste Abschnitt sind die sogenannten Golden Stairs – ein steiler, eisiger Abhang, in den sich die Männer damals 1.500 Stufen in den Schnee hacken mussten. Heute ist es eine mehrtägige, sehr anspruchsvolle Backpacking-Tour mit schwerem Gepäck. Für die Durchquerung ist ein spezielles Permit von der amerikanischen und kanadischen Parkverwaltung erforderlich, das oft Monate im Voraus ausgebucht ist.
4. Bootsfahrt zu den Gletschern im Tracy Arm Fjord
Eine Bootsfahrt zum Tracy Arm ist ein überwältigender Anblick, bei dem man gar nicht weiß, wohin man zuerst schauen soll: ein schmaler Fjord, eingerahmt von kilometerhohen Felswänden, und am Ende die blauen Sawyer Gletscher, die wie von einem anderen Planeten aussehen. Der ganztägige Ausflug auf kleinen Booten kostet rund 329 USD (ca. 305 €), ist aber jeden Cent wert.

Kleinere Katamarane können sich – anders als riesige Ozeanriesen – zwischen treibenden Eisschollen hindurchschlängeln und direkt bis an die mächtige Gletscherwand heranfahren. Oft sieht man hier, wie riesige Eisblöcke in der Größe eines Mehrfamilienhauses ins Wasser stürzen – und das Geräusch dabei, wie ein Kanonenschuss, hallt durch den gesamten Fjord.
5. Flucht ins norwegische Petersburg
Wenn die Sommermassen in Skagway zu viel werden, gibt es einen lokalen Geheimtipp: Verlasst die touristischen Hauptrouten und fahrt südlich zur Kleinstadt Petersburg auf Mitkof Island. Große Kreuzfahrtschiffe können wegen der flachen Gewässer nicht anlegen, sodass hier göttliche Ruhe herrscht und eine Gemeinschaft von rund dreitausend Einheimischen lebt.

Die Stadt wurde von norwegischen Einwanderern gegründet und hat sich bis heute einen starken skandinavischen Charakter bewahrt. Im Mai findet hier das Little Norway Festival statt, bei dem norwegische Tänze getanzt, belegte Brote verspeist und ein absolut surrealer Hering-Weitwurf-Wettbewerb veranstaltet wird. So eine alaskanische Skurrilität kann man einfach nicht nicht lieben.
6. Mit dem Schnellkatamaran zwischen den Städten pendeln
Eine praktische logistische Option ist die private Fährlinie Haines-Skagway Fast Ferry. Statt für beide Städte separate Übernachtungen einzuplanen, kann man ganz einfach hin- und herpendeln.
Die Fähre nimmt nur Fußgänger mit, die Überfahrt dauert 45 Minuten und bietet enorme Flexibilität. Man kann im ruhigeren und günstigeren Haines schlafen, morgens mit dem Schnellboot nach Skagway übersetzen, eine Runde mit dem historischen Zug drehen, einen fantastischen Burger genießen und abends entspannt in sein Waldrefugium zurückkehren – ohne den langen Umweg um den gesamten Fjord auf der Straße.
Wo man gut essen und trinken kann
Die alaskanische Küche dreht sich vor allem um Meeresfrüchte, riesige Fleischportionen und hervorragendes lokales Bier. Da man nach langen Wanderungen ordentlich Hunger hat, habe ich die beliebtesten Adressen nach Stimmung und Budget aufgeteilt.
Restaurants in Haines
Wer in Haines Hunger bekommt, wird sich garantiert nicht langweilen. Wir haben hier fast alles ausprobiert – von gehobenen Abendessen bis zu Straßenständen – und die Qualität hat uns wirklich positiv überrascht.
- Für ein romantisches Dinner zu zweit: Geht ins The Pilot Light. Die moderne Küche setzt stark auf lokale Zutaten, und die Atmosphäre für einen entspannten Abend bei einem Glas Wein ist fantastisch.
- Mit der Familie: Das Lighthouse Restaurant liegt direkt am Hafen, mit Blick auf die vorbeifahrenden Boote im Lynn Canal. Hier gibt es verlässliche Klassiker, hervorragende Fish and Chips und saftige Burger, die auch nach einem langen Wandertag sättigen.
- Wo die Einheimischen hingehen: Zum Morgenkaffe und den legendären Frühstücks-Burritos muss man ins Mountain Market & Cafe. Eine Institution, in der man alle Holzfäller und Guides der Stadt trifft. Nachmittags ist das Sarah J’s eine tolle Anlaufstelle mit sehr entspannter Atmosphäre.
- Wenn man aufs Budget achtet: Sucht den Stand Big Foot Dogs. Direkt auf der Straße, mit echten alaskanischen Hot Dogs – für ein paar Dollar satt bis auf die Knochen.
Restaurants in Skagway
In Skagway dreht sich die Gastronomie vor allem um Kalorien und Goldrausch-Atmosphäre. Das Essen ist kräftig, ehrlich und so zubereitet, dass man nach einem langen Tag in den Bergen wieder zu Kräften kommt.
- Ein bisschen Luxus auf Goldgräber-Art: Olivia’s at the Skagway Inn ist ein historisches Bed & Breakfast mit einem wirklich schönen Restaurant. Die Küche glänzt mit fabelhaftem Fisch und frischem Gemüse – auf Alaska eher eine Seltenheit.
- Bier und eine riesige Portion: Ein absoluter Klassiker ist die große Skagway Brewing Co. Unbedingt die Spruce Tip Blonde Ale probieren – ein herrlich erfrischendes Bier, das aus jungen Fichtentrieben gebraut wird. Dazu passen ihre Ribs perfekt.
- Für einen lauten Abend: Wer eine echte alaskanische Kneipe erleben will, schwingt einfach die Tür des Bonanza Bar & Grill auf. Immer voll, immer laut – und mit grandiosen Burgern.
- Frühstück für Champions: Morgens vor dem Zugausflug ist das Sweet Tooth Café die perfekte erste Station. Ein klassisches amerikanisches Diner, wo Filterkaffee aus der Glaskaraffe fließt und Pfannkuchen in Tellergröße serviert werden.
Praktische Reisetipps (Wo sparen und was organisieren)
Wir reisen ziemlich intensiv und haben über die Jahre ein paar Dienste gefunden, ohne die wir keinen Schritt mehr machen. Die Planung einer Alaska-Reise erfordert Präzision – hier sind unsere bewährten Helfer.
Wo man Flüge findet
Flüge suchen wir immer zuerst bei Kiwi – ohne Diskussion – weil Flüge nach Alaska komplizierte Mixe verschiedener Airlines sind und Kiwi diese Zusammenstellung für euch übernimmt. Die Verbindungen dorthin haben meist mehrere Umstiege, also gut auf die Zeiten achten, damit man nicht irgendwo am Flughafen feststeckt.
Wir fliegen in der Regel über Seattle, das als wichtigster Umsteigeknoten für ganz Alaska gilt. Empfehlenswert ist, mindestens drei Stunden Umstiegszeit einzuplanen, da die amerikanische Einreisekontrolle (Immigration) gerne mal länger dauert – besonders auf Direktflügen aus Europa, die meist über Frankfurt, München oder Amsterdam laufen.
Mietwagen
Wer einen Roadtrip durch den kanadischen Yukon und die Einreise nach Haines auf dem Landweg plant, braucht ein ordentliches Auto – idealerweise 4×4, obwohl im Sommer auch ein normales SUV ausreicht. Mit RentalCars haben wir weltweit gute Erfahrungen gemacht, der Vergleich aller großen Anbieter am Flughafen läuft dort sehr übersichtlich.
Unbedingt eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung abschließen. Die Schotterpisten im Norden, vor allem der kanadische Abschnitt der Haines Highway, können Unterboden und Windschutzscheibe ganz schön beanspruchen – die paar Euro mehr für Seelenfrieden sind es absolut wert.
Unterkunft buchen
Noch einmal: Frühzeitig buchen! Booking.com ist unser bevorzugter Hotelsuchmaschinen-Favorit – wir empfehlen, gezielt nach kostenlosen Stornierungsoptionen zu filtern, da sich Pläne in Alaska wegen des Wetters häufig ändern.
Wir haben bei unserer ersten Alaska-Reise gelernt: Wer auf Last-Minute-Zimmer hofft, schläft am Ende im Regen im Zelt. Seitdem gilt die Regel – alle Unterkünfte mindestens ein halbes Jahr im Voraus buchen.
Nicht vergessen: Versicherung und Daten
In den USA niemals, wirklich niemals ohne eine umfassende Reisekrankenversicherung reisen. Ein Arztbesuch dort kann finanziell ruinös sein. Für kürzere Reisen setzen wir auf AXA, für längere Trips oder anspruchsvolle Trekking-Touren vertrauen wir auf True Traveller, die auch extremere Sportarten abdecken. Damit ihr unterwegs immer Karten und Fährzeiten abrufen könnt, empfehlen wir vorab eine eSIM von Holafly zu besorgen.
Öffentliches WLAN ist in Alaska eine echte Rarität und bricht häufig zusammen. Dank einer vorbereiteten Datenkarte haben wir uns noch auf den kleinsten Waldwegen nie verirrt und konnten jederzeit Fährzeiten nachschlagen.
Was man für Ausflüge einpacken sollte
Das Wetter am Inside Passage ist absolut unberechenbar. Morgens kann es frieren, mittags strahlt die Sonne, und nachmittags kommt eiskalter Regen. Lagen-Prinzip ist Pflicht. Das Wichtigste sind hochwertige wasserdichte Wanderschuhe, denn viele Pfade im Regenwald – wie der Battery Point Trail – sind ständig schlammig. Und das Fernglas für die Adler nicht vergessen!
Außerdem schwören wir auf eine leichte Daunenjacke, die sich zu einem kleinen Päckchen zusammenrollen lässt, und auf Funktionsunterwäsche. Ohne beides hätte ich die morgendlichen Nebel am Chilkat-Fluss wahrscheinlich nicht überlebt – die Kälte kriecht dort wirklich bis auf die Knochen.
Wohin sonst noch in Alaska
Wer mehr Zeit an der Nordwestküste hat, sollte nicht nur bei Haines und Skagway bleiben. Der gesamte Inside Passage ist zauberhaft. Aus der Fähre aussteigen und erkunden lohnt sich vor allem hier:
- Juneau: 15 Tipps, was man in der Hauptstadt sehen kann, zu der keine Straße führt
- Sitka: Russische Geschichte und die schönsten Ausblicke auf den Pazifik
- Kompletter Reiseführer für eine Alaska Cruise
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Jak se dostat do Haines a Skagway (z Yukonu, trajektem, letadlem)?
Nejlepší cestou pro roadtrip je jízda autem z kanadského Yukonu po nádherné Haines Highway. Bez auta lze využít státní trajekty AMHS z Juneau, případně malá vyhlídková letadla. Mezi samotným Haines a Skagway pak funguje rychlý katamarán.
Kdy jet na Aljašku do Haines a Skagway?
Hlavní turistická sezóna probíhá od května do září, kdy je otevřená většina služeb a panuje příjemnější počasí. Pokud ale chcete zažít slavný Chilkat Bald Eagle Festival, musíte přijet v listopadu.
Haines vs. Skagway: Co je lepší navštívit?
Haines je klidnější, autentičtější a nabízí úžasnou přírodu v čele s pozorováním orlů a medvědů. Skagway je naopak rušné turistické centrum zaměřené na historii zlaté horečky a jízdy historickým vlakem.
Jak dlouho trvá návštěva obou měst?
Na obě města si vyhraďte ideálně 3 až 4 dny. Dva dny strávíte v přírodě kolem Haines a jeden až dva dny věnujete památkám a vlaku ve Skagway.
Jezdí trajekt z Juneau do Haines a Skagway?
Ano, státní trajekty Alaska Marine Highway System (AMHS) pravidelně spojují Juneau s oběma městy. Plavba do Haines trvá necelých pět hodin a lístky je nutné rezervovat s velkým předstihem.
Kdy se koná Chilkat Bald Eagle Festival?
Tento slavný festival probíhá v Haines každoročně na začátku listopadu. K řece Chilkat se v té době slétají tisíce orlů bělohlavých za potravou.
Jak rezervovat lístky na vlak White Pass ve Skagway?
Jízdenky na historickou železnici White Pass & Yukon Route mizí velmi rychle, proto je kupujte online měsíce dopředu. Cesta nabízí jedny z nejkrásnějších horských výhledů v Severní Americe.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
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