AirHelp Erfahrungen: Lohnt sich die Flugentschädigung wirklich?

Hand aufs Herz – wer kennt diesen Moment nicht, in dem auf der Anzeigetafel das magische Wort DELAYED aufleuchtet und man sich fragt, ob man den Anschluss noch schafft oder ob man die Nacht am Flughafen verbringt? Lukáš und ich erleben das mit erstaunlicher Regelmäßigkeit, und meine Mutter hat letztes Jahr gleich dreimal ihren Flieger verpasst. Genau deshalb habe ich angefangen, mich mit dem Thema Flugentschädigung zu beschäftigen – und bin auf AirHelp gestoßen. In diesem Erfahrungsbericht erzähle ich dir alles, was du wissen musst: wie viel das Ganze kostet, welche Erfahrungen Reisende gemacht haben und vor allem, ob es sich überhaupt lohnt. 😉

Artikelinhalt

Unsere Geschichte – wie wir zu AirHelp kamen

Alles begann letztes Jahr im Mai. Meine Mutter (Lucka) war auf dem Rückweg von Sizilien, und die Reise wurde zum Albtraum. Der Flug aus Palermo hatte fast drei Stunden Verspätung, in Zürich verpasste sie den Anschluss nach Prag und musste dort ungeplant übernachten. Klar, die Fluggesellschaft gab ihr ein Hotel und Essen – aber den Stress und die verlorene Zeit gibt dir niemand zurück … oder doch?

Als sie zu Hause ankam, haben wir den Fall einfach bei AirHelp eingegeben. Keine komplizierten Formulare, kein Streit mit der Hotline. Wir haben nur die Bordkarten hochgeladen.

Und das Ergebnis?
Zack! Auf ihrem Konto landeten 162,50 €. 💸 Und das ist noch nicht alles. Als Lukáš einen Kurztrip nach Portugal machte und in Lissabon strandete, bekam er sogar 200 € – obwohl auch er Hotel und Verpflegung kostenlos hatte.

Um ehrlich zu sein: AirHelp ist keine Wohltätigkeitsorganisation. Von der ausgezahlten Summe behält sich die Firma ihre Provision (ca. 35 %) ein. Aber Hand aufs Herz – diesen Papierkram mit den Airlines hätten wir selbst nie angepackt. Wir hätten es einfach sein lassen, und das Geld wäre verfallen.

Meine neue Rechnung ist also klar: Es ist besser, „nur“ 65 % der Entschädigung ohne Aufwand auf dem Konto zu haben, als stolze 100 % von nichts zu besitzen. Wenn dein Flug Verspätung hat, wartet das Geld dort auf dich. Überlass es nicht den Fluggesellschaften. 😉

Zusammenfassung

Keine Zeit für den ganzen Artikel? Hier die wichtigsten Punkte:

  • Was es ist: Ein Dienst, der für dich die Flugentschädigung bei verspäteten, annullierten oder überbuchten Flügen durchsetzt
  • Was es kostet: 35 % der Entschädigung (bis zu 50 %, wenn der Fall vor Gericht geht)
  • Was du bekommst: Von der maximalen Entschädigung von 600 € bleiben dir 390 € ohne Gericht oder 300 € mit Gericht
  • Du zahlst nur bei Erfolg: Wird nichts durchgesetzt, zahlst du auch nichts
  • Sprache: Web und Support sind auf Englisch und Deutsch verfügbar (die Formulare sind einfach)
  • Trustpilot: 4,6/5 aus über 191.000 Bewertungen
  • Bearbeitungsdauer: Durchschnittlich 2–3 Monate, kann aber auch über 6 Monate dauern
  • Alternativen: Flightright (ab 20–30 % + MwSt.) oder ClaimCompass (Fixpreis inkl. Gericht)
  • Lohnt es sich? Ja, wenn du dich nicht selbst kümmern willst oder kannst. Nein, wenn du Zeit und Lust hast, es direkt mit der Airline zu versuchen

Was ist die EU-Verordnung EG 261/2004 und worauf hast du Anspruch?

Bevor wir uns AirHelp selbst genauer ansehen, ist es wichtig zu verstehen, warum du überhaupt eine Entschädigung bekommen kannst. Das Ganze basiert auf einer europäischen Verordnung, die für uns Reisende absolut genial ist – nur wissen leider viele Menschen gar nicht davon.

Wer hat Anspruch auf eine Entschädigung?

Die Verordnung EG 261/2004 ist ein Gesetz des Europäischen Parlaments, das die Regeln für die Entschädigung von Fluggästen festlegt. Sie gilt für:

  • Alle Flüge aus der EU (jede Airline – auch die chinesische, die du günstig gebucht hast)
  • Flüge in die EU (aber nur mit einer EU-Airline)
  • Gilt auch für Flüge von/nach Island, Norwegen und der Schweiz

Flugentschädigung – ab wann hast du Anspruch?

  • Verspätung von 3+ Stunden bei der Ankunft am Zielort
  • Flugannullierung, die weniger als 14 Tage vorher mitgeteilt wurde
  • Beförderungsverweigerung wegen Überbuchung
  • Verpasster Anschlussflug mit Ankunft 3+ Stunden nach der geplanten Zeit

Flugentschädigung-Tabelle

FlugdistanzEntschädigungBeispielstrecke
Bis 1.500 km250 €München → Rom, Berlin → Barcelona
1.500–3.500 km400 €Frankfurt → Kanaren, München → Istanbul
Über 3.500 km600 €Frankfurt → New York, München → Bangkok

Wann du KEINEN Anspruch hast

  • Außergewöhnliche Umstände: Schlechtes Wetter, Vulkanasche, Sicherheitsbedrohungen, Streiks der Flugsicherung
  • Rechtzeitige Mitteilung: Die Airline hat die Annullierung 14+ Tage vorher angekündigt
  • Umbuchung: Die Airline hat einen Alternativflug in einem akzeptablen Zeitfenster angeboten

Wichtig: Die Verjährungsfrist

In Deutschland hast du 3 Jahre ab dem Jahresende des Fluges Zeit, deinen Anspruch geltend zu machen. Wurde dir also 2023 ein Flug annulliert und du hast dich noch nicht darum gekümmert – es ist noch Zeit! In anderen Ländern variiert die Frist (in Belgien nur 1 Jahr, in Spanien bis zu 5 Jahre).

Was ist AirHelp und wie funktioniert es?

AirHelp ist der weltweit größte Dienst zur Durchsetzung von Flugentschädigungen. Das Unternehmen existiert seit 2013, hat seinen Sitz in Berlin und half in dieser Zeit 28 Millionen Kunden. Es unterhält Büros in ganz Europa (Berlin, Barcelona, Krakau, Danzig …) und hat eine rechtliche Vertretung in 35 Ländern.

Im Grunde ist es ein Vermittler zwischen dir und der Airline. Du erzählst, was passiert ist, AirHelp prüft deinen Anspruch, und wenn du Chancen auf eine Entschädigung hast, übernimmt die Firma die gesamte Kommunikation mit der Fluggesellschaft – inklusive eines möglichen Gerichtsverfahrens.

So funktioniert es Schritt für Schritt

Der ganze Ablauf ist überraschend einfach. So sieht er in der Praxis aus:

1. Flug eingeben (2 Minuten) Auf der Website von AirHelp.com oder in der App gibst du die Flugnummer oder die Reisedetails ein. Das System prüft sofort, ob dein Flug die Voraussetzungen für eine Entschädigung erfüllt.

2. Anspruchsprüfung Das automatische System gleicht die Daten deines Fluges ab – Verspätung, Annullierungsgrund, Distanz – und sagt dir, ob du Anspruch hast und wie viel du bekommen könntest. Quasi ein integrierter Flugentschädigung-Rechner.

3. Vertragsunterzeichnung Wenn du fortfahren möchtest, unterschreibst du elektronisch eine Vollmacht, mit der du AirHelp bevollmächtigst, in deinem Namen mit der Airline zu verhandeln.

4. Dokumente einreichen Achtung, das hat mich etwas überrascht: AirHelp verlangt einen Scan oder ein Foto des Ausweises/Passes erst nach Vertragsunterzeichnung, nicht vorab. Nichts Dramatisches, aber gut zu wissen.

5. AirHelp verhandelt mit der Airline Das Team baut den Fall auf und kommuniziert mit der Fluggesellschaft. In dieser Phase musst du gar nichts tun – nur warten.

6. Rechtliche Schritte (falls nötig) Weigert sich die Airline zu zahlen (und das kommt vor – vor allem bei Wizz Air und anderen Billigfliegern 😅), kann AirHelp Klage einreichen. Für diese rechtliche Leistung wird allerdings ein Aufschlag berechnet.

7. Auszahlung der Entschädigung Zahlt die Airline, behält AirHelp seine Provision ein und überweist den Rest auf dein Konto.

Wie lange dauert es?

Das ist wohl der unangenehmste Teil:

  • Einfache Fälle: 10 Tage bis ein paar Wochen (vor allem bei Ryanair, das relativ schnell zahlt)
  • Standardfälle: 6–14 Wochen (ca. 2–3 Monate)
  • Komplexe/gerichtliche Fälle: Bis zu 6–12 Monate
  • Durchschnitt: Der geschätzte Durchschnitt liegt bei etwa 3 Monaten

Was AirHelp kostet – konkrete Beispiele

Und nun die entscheidende Frage – wie viel nimmt AirHelp eigentlich? Denn ein „kostenloser Dienst“ ist es definitiv nicht. Es funktioniert nach dem Prinzip „no win, no fee“ – wird nichts durchgesetzt, zahlst du nichts. Aber wenn sie Erfolg haben, ist die Provision nicht gerade klein.

Übersicht der Gebühren

GebührentypProzentAnmerkung
Servicegebühr35 % der EntschädigungInkl. MwSt.
Rechtsgebühr+15 % der EntschädigungNur, wenn der Fall vor Gericht geht
Gesamt ohne Gericht35 %
Gesamt mit Gericht50 %

Konkrete Beispiele – was dir wirklich bleibt

Schauen wir uns das an echten Zahlen an, denn Prozente sind schön, aber Euro auf dem Konto sind schöner:

Beispiel 1: Flug München → Rom (bis 1.500 km), Entschädigung 250 €

  • Ohne Gericht: AirHelp nimmt 87,50 € → dir bleiben 162,50 €
  • Mit Gericht: AirHelp nimmt 125 € → dir bleiben 125 €

Beispiel 2: Flug Frankfurt → Kanaren (1.500–3.500 km), Entschädigung 400 €

  • Ohne Gericht: AirHelp nimmt 140 € → dir bleiben 260 €
  • Mit Gericht: AirHelp nimmt 200 € → dir bleiben 200 €

Beispiel 3: Flug Frankfurt → New York (über 3.500 km), Entschädigung 600 €

  • Ohne Gericht: AirHelp nimmt 210 € → dir bleiben 390 €
  • Mit Gericht: AirHelp nimmt 300 € → dir bleiben 300 €

Das ist immer noch kein schlechtes Geld, vor allem dafür, dass du keinen Finger rühren musstest. Aber man muss ehrlich sagen, dass 35–50 % über dem Branchendurchschnitt liegen – es gibt Dienste, die weniger verlangen (dazu gleich mehr).

Die Realität vieler Reisender

Ein Nutzer berichtete, dass ihm von den erwarteten 500 € von Wizz Air am Ende nur etwa 280 € blieben – eine Kombination aus AirHelp-Provision und weiteren Gebühren. Das ist schon eine kalte Dusche, wenn du ein halbes Jahr wartest und dann kaum die Hälfte bekommst. 😅

AirHelp+ Abo – lohnt es sich?

AirHelp bietet auch ein Abo namens AirHelp+ an, das niedrigere oder gar keine Gebühren von der Entschädigung plus ein paar Extras verspricht. Schauen wir, ob das Sinn ergibt.

Übersicht der Pläne

PlanPreis/JahrHauptvorteile
Essential19,99 €Niedrigere Servicegebühr
Smart39,99 €100 % Entschädigung ohne Gebühren, 3 Reisen, Lounge-Zugang
Complete49,99 €Wie Smart, aber mehr Reisen
Pro99,99 €9 Reisen, volle Vorteile, Lounge-Zugang

Hinweis: AirHelp ändert und aktualisiert die Pläne regelmäßig, das konkrete Angebot kann also abweichen.

Was AirHelp+ beinhaltet

  • Keine Gebühren von der Entschädigung (bei höheren Plänen – du bekommst 100 %)
  • AirPayout: Bis zu 100 € bei Flugstörungen
  • AirLuggage: Bis zu 100 € bei verspätetem Gepäck
  • Zugang zu 1.300+ Flughafen-Lounges (bei Verspätung ab 1 Stunde oder Annullierung)
  • Prioritäre Bearbeitung deines Falls

Lohnt es sich?

Ehrlich? Das hängt davon ab, wie oft du fliegst.

Wenn du einmal im Jahr in den Urlaub fliegst, lohnt sich das Abo wahrscheinlich nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass du eine Entschädigung brauchst, ist relativ gering, und selbst dann – der Unterschied zwischen 35 % Provision und 0 % macht sich erst bei höheren Entschädigungen bemerkbar.

Beispiel: Bei einer Entschädigung von 400 € sparst du 140 € Provision. Aber für den Smart-Plan zahlst du 40 €, die Nettoersparnis beträgt also 100 € – und das auch nur, wenn das Problem tatsächlich auftritt.

Wenn du jedoch 5-mal oder öfter im Jahr fliegst (Geschäftsreisen, Nomadenleben), kann sich der Pro-Plan für 100 € im Jahr als eine Art Versicherung lohnen – vor allem wegen des Lounge-Zugangs bei Verspätungen und der automatischen Überwachung all deiner Flüge.

Für die meisten Urlaubsreisenden würde ich aber sagen: Spar dir das Abo und zahle gegebenenfalls die einmalige Provision, wenn du ein konkretes Problem hast.

Die Vorteile von AirHelp

Nach dem Studium von Dutzenden Bewertungen, zahlreichen Foren und eigener Erfahrung mit dem Prozess – hier eine Liste dessen, was AirHelp gut macht:

  • Du zahlst nur bei Erfolg – keine Vorabkosten, kein Risiko
  • Rundum-Service – du musst dich um nichts selbst kümmern, die gesamte Kommunikation übernimmt AirHelp
  • Professionelle rechtliche Vertretung in 35 Ländern, inklusive Gerichtsverfahren
  • Einfacher Prozess – das Ausfüllen des Formulars dauert buchstäblich 2 Minuten
  • Mobile App – Flugverfolgung in Echtzeit + Benachrichtigungen über neue Ansprüche (auch rückwirkend!)
  • Größter Anbieter am Markt – Airlines kennen AirHelp und zahlen oft lieber schnell, als sich zu streiten
  • 13+ Jahre Erfahrung und 28 Millionen betreute Kunden
  • Transparente Kalkulation – du siehst vorab die geschätzte Entschädigung und die Gebühren
  • Hohe Bewertung auf Trustpilot – 4,6/5 aus über 191.000 Bewertungen
  • Funktioniert rückwirkend – du kannst Ansprüche für Flüge bis zu 3 Jahre zurück geltend machen
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Die Nachteile von AirHelp

Und nun die weniger angenehme Seite. Denn nichts ist perfekt, und bei AirHelp gibt es einige Dinge, die mich ziemlich geärgert haben:

  • Hohe Provision von 35 % – über dem Branchendurchschnitt (Konkurrenten bieten ab 20–25 %)
  • Bis zu 50 % bei Gerichtsverfahren – die Hälfte der Entschädigung geht an AirHelp
  • Dokumente erst nach Unterschrift – der Scan von Ausweis/Pass wird erst nach Vertragsunterzeichnung verlangt, nicht vorab (das hat mich etwas stutzig gemacht)
  • Lange Wartezeit – manche Fälle ziehen sich über Monate, in Extremfällen über ein halbes Jahr
  • Eingeschränkte Kommunikation – kein Telefonsupport, E-Mail-Antworten können dauern
  • Google-Bewertung nur 2,3/5 – ein deutlicher Kontrast zu Trustpilot (4,6/5) deutet darauf hin, dass zufriedene Kunden aktiv zur Bewertung auf Trustpilot motiviert werden
  • Unpersönlicher Umgang – manchmal wiederholte Dokumentenanfragen, das Gefühl, nur eine Nummer zu sein
  • Buchung über Vermittler (z. B. Reiseportale) verkompliziert den Prozess

Vergleich mit der Konkurrenz

AirHelp ist zwar der größte Anbieter, aber definitiv nicht der einzige. Am Markt gibt es viele Alternativen – darunter auch deutsche Anbieter mit Support in deiner Sprache. Und das ist für dich entscheidend, wenn es um die richtige Flugentschädigung und den besten Anbieter geht.

Vergleichstabelle

AnbieterGrundgebührRechtsgebührGesamt max.DeutschHauptvorteil
AirHelp35 %+15 %50 %Größte Marke, globale Abdeckung
Flightright20–30 % + MwSt.+14 %~44 % + MwSt.Pionier, starke EU-Expertise
ClaimCompass25–35 %0 % (inkl.)35 %Transparent, keine Extragebühren
Fairplaneab 24,5 % + MwSt.+ MwSt.~33 %Deutsche Firma, deutscher Support
Flugrecht.deab 25 %inkl.~30 %DE-Support, Sofortauszahlung möglich

Flightright

Flightright ist der deutsche Pionier der Branche – am Markt genauso lange wie AirHelp. Die Gebühren beginnen bei 20–30 % + MwSt. mit weiteren 14 % für das Gericht, was je nach Situation günstiger oder teurer ausfallen kann. Sie haben eine starke Urteilsdatenbank und eine höhere Erfolgsquote bei komplexen EU-Fällen. Ein großer Pluspunkt für uns: deutscher Web und deutscher Support.

Am besten geeignet für: Komplexe Rechtsfälle innerhalb der EU.

ClaimCompass

ClaimCompass hat einen großen Vorteil: die Gebühr von 25–35 % deckt alles ab – inklusive eines möglichen Gerichtsverfahrens. Keine Überraschung, keine Nachzahlungen. Geht dein Fall vor Gericht, zahlst du trotzdem dieselbe Provision. Das ist ein riesiger Unterschied zu AirHelp, wo du bei Gericht auf 50 % kommst.

Am besten geeignet für: Alle, die eine transparente Fixgebühr ohne Überraschungen wollen.

Fairplane (deutsche Alternative)

Das ist eine starke Wahl für deutschsprachige Reisende. Fairplane ist ein deutsches Unternehmen mit deutscher Website und deutschem Kundensupport. Die Gebühren beginnen bei rund 24,5 % + MwSt., also deutlich weniger als AirHelp.

Nachteil: Geringere globale Abdeckung als AirHelp. Fliegst du von Kuala Lumpur nach Sydney, hilft dir Fairplane wohl nicht. Aber für Flüge von und nach Europa? Völlig ausreichend.

Am besten geeignet für: Reisende, die in ihrer Sprache kommunizieren möchten.

Flugrecht.de (Sofortauszahlung)

Flugrecht.de bietet eine Besonderheit: die Möglichkeit der Sofortauszahlung. Das bedeutet: Wenn du das Geld schnell brauchst und nicht monatelang warten willst, zahlt dir der Anbieter eine Summe sofort aus und kümmert sich anschließend selbst um die Entschädigung mit der Airline. Natürlich gegen einen etwas höheren Abzug.

Am besten geeignet für: Alle, die das Geld sofort brauchen und deutschen Support möchten.

Was sagen Vergleichsportale?

Interessant ist der Vergleich von Bewertungen auf Verbraucherportalen. AirHelp schneidet bei redaktionellen Tests meist sehr gut ab und führt die Rankings an. Bei den Nutzerbewertungen sieht das Bild allerdings oft anders aus – der Abstand zwischen Redaktions- und Nutzerurteil ist mitunter deutlich. Das deckt sich auch mit dem Kontrast zwischen Google (2,3/5) und Trustpilot (4,6/5).

Wann AirHelp nutzen und wann es selbst machen

Das ist wohl der wichtigste Abschnitt des ganzen Artikels. Denn die Wahrheit ist: Du kannst die Entschädigung auch komplett selbst und kostenlos durchsetzen. Die Frage ist nur, ob sich das für dich lohnt.

Flugentschädigung selbst beantragen (DIY-Anleitung)

1. Du schreibst direkt an die Airline – die meisten haben auf der Website ein Formular für Reklamationen/Entschädigungen 2. Du wartest auf Antwort – die Airline sollte innerhalb von 6 Wochen reagieren 3. Wenn sie ablehnt: Du wendest dich an das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) bzw. die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) – das ist kostenlos 4. Wenn auch das nicht hilft: Du reichst Klage bei Gericht ein

Wann es sich lohnt, es selbst zu machen

  • ✅ Du hast einen klaren Fall (nachweisbare Verspätung von 3+ Stunden, keine außergewöhnlichen Umstände)
  • ✅ Du hast Zeit und Geduld
  • ✅ Du fliegst mit einer Airline, die dafür bekannt ist, Entschädigungen zu zahlen (z. B. Lufthansa, KLM)
  • ✅ Du willst nicht 35–50 % der Entschädigung verlieren

Wann es sich lohnt, AirHelp (oder einen anderen Dienst) zu nutzen

  • ✅ Die Airline ignoriert dich oder lehnt ab (Wizz Air, easyJet – die lassen sich Zeit 😅)
  • ✅ Du hast weder Zeit noch Lust auf Papierkram
  • ✅ Der Fall ist kompliziert (Anschlussflüge, Umstiege, mehrere Flüge)
  • ✅ Du fliegst mit Umstieg durch mehrere Länder und weißt nicht, welche Gerichtsbarkeit gilt
  • ✅ Du willst einfach deine Ruhe und es ist dir egal, dass du nicht 100 % bekommst

Die Realität bei Billigfliegern

In Reiseforen wiederholt sich ein Gedanke: Bei manchen Airlines ist der DIY-Ansatz praktisch unmöglich. Wizz Air, Ryanair, easyJet – die ignorieren deine Anträge gern, lehnen mit erfundenen Gründen ab oder schicken dich von Pontius zu Pilatus. In diesen Fällen hat ein Dienst wie AirHelp echten Mehrwert, denn die Airlines wissen, dass es sich nicht lohnt, sich mit einem professionellen Rechtsteam anzulegen.

Andererseits berichtete ein Nutzer, dass Ryanair ihm die Entschädigung schon innerhalb von 10 Tagen nach Absenden des eigenen Formulars zahlte. Es geht also manchmal auch ohne Vermittler.

Fazit und Empfehlung

Nach gründlicher Recherche aller verfügbaren Informationen, zahlreicher Erfahrungsberichte und eigenem Test des Prozesses – hier mein ehrliches Urteil:

AirHelp ist ein guter Dienst, aber nicht zwingend die beste Wahl.

Es ist wie mit dem teuren Designerkoffer am Flughafen – er funktioniert großartig, sieht professionell aus, aber es gibt günstigere Alternativen, die im Grunde dasselbe leisten. 😉

Wem ich AirHelp empfehle

  • Reisenden, die keine Zeit und keine Lust haben, sich mit Airlines herumzuschlagen
  • Allen, die alte, offene Ansprüche habenAirHelp hat eine starke Funktion zur rückwirkenden Flugsuche

Wem ich eine günstigere Alternative empfehle

  • Wer eine niedrigere Provision will → Fairplane (ab 24,5 % + MwSt.)
  • Wer das Geld schnell will → Flugrecht.de (Sofortauszahlung)
  • Wer keine Überraschungen will → ClaimCompass (Fixgebühr inkl. Gericht)

Wem ich den DIY-Ansatz empfehle

  • Jedem, der einen klaren Fall und etwas Geduld hat
  • Du sparst 35–50 % – und das sind bei einer Entschädigung von 600 € echtes Geld (210–300 €)

Und noch ein Tipp zum Schluss: Bevor du das nächste Mal fliegst, vergiss nicht, eine ordentliche Reiseversicherung von SafetyWing abzuschließen, dir eine eSIM von Holafly herunterzuladen und dir anzuschauen, wie man richtig packt. Und falls dann mit dem Flug etwas schiefgeht – jetzt weißt du, an wen du dich wenden kannst. 😁

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist AirHelp kostenlos?

AirHelp arbeitet nach dem Prinzip „Kein Erfolg, keine Kosten“ — wenn sie Ihre Entschädigung nicht durchsetzen, zahlen Sie nichts. Aber wenn sie Erfolg haben, behalten sie 35 % der erstatteten Summe ein (bis zu 50 % bei Gerichtsverfahren). Also kostenlos ist es nicht — aber Sie gehen kein Risiko ein.

Wie lange dauert die Abwicklung einer Entschädigung über AirHelp?

Es hängt von der Komplexität des Falls ab. Einfache Fälle (bei denen die Fluggesellschaft kooperiert) können in 10 Tagen bis zu einigen Wochen erledigt werden. Standardfälle dauern 2–3 Monate. Komplizierte Fälle, die vor Gericht gehen, können 6–12 Monate dauern. Der Durchschnitt liegt bei etwa 3 Monaten.

Funktioniert AirHelp auf Tschechisch?

Leider nein. Die Website und der Kundenservice sind in 18 Sprachen verfügbar, aber Deutsch ist nicht dabei. Die Formulare sind jedoch recht einfach und lassen sich auch mit grundlegenden Englischkenntnissen bewältigen, notfalls mit Hilfe eines Browser-Übersetzers. Wenn du Deutsch bevorzugst, schau dir ClaimCloud oder Refundio an.

Kann ich über AirHelp einen Anspruch für einen alten Flug geltend machen?

Ja! In Tschechien beträgt die Verjährungsfrist 3 Jahre ab Flugdatum. AirHelp hat eine Funktion, die eure alten Flüge durchsuchen kann (wenn ihr ihnen Zugriff auf euer E-Mail-Postfach mit den Bestätigungen gebt) und herausfinden, ob ihr noch offene Ansprüche habt. Viele Leute entdecken so rückwirkend, dass ihnen eine Entschädigung zustand und sie gar nichts davon wussten.

Was ist, wenn die Fluggesellschaft behauptet, es handele sich um außergewöhnliche Umstände?

Das ist die häufigste Ausrede der Fluggesellschaften. „Außergewöhnliche Umstände“ (schlechtes Wetter, Streiks Dritter) befreien die Fluggesellschaft tatsächlich von der Zahlungspflicht. Doch die Airlines missbrauchen diese Ausrede oft — zum Beispiel ist ein technischer Defekt des Flugzeugs meistens KEIN außergewöhnlicher Umstand (diesen hätte die Airline vorhersehen können). AirHelp hat ein Team von Anwälten, die das beurteilen und gegebenenfalls anfechten können.

Lohnt sich das AirHelp+ Abonnement?

Für die meisten Gelegenheitsreisenden (1–2 Flüge pro Jahr) lohnt es sich eher nicht. Lohnen kann es sich für Vielflieger, die 5× und mehr pro Jahr fliegen — vor allem dank Lounge-Zugang bei Verspätung und Nullgebühren auf Entschädigungen. Für den durchschnittlichen Reisenden empfehle ich lieber die einmalige Nutzung des Services.

Ist AirHelp oder ClaimCloud besser?

Es hängt von den Prioritäten ab. AirHelp hat eine größere globale Abdeckung, eine stärkere Marke und mehr Erfahrung – Fluggesellschaften verhandeln bereitwilliger mit ihnen. ClaimCloud bietet eine tschechische Umgebung, tschechischen Support und niedrigere Gebühren (ab 25 % + MwSt.). Für Flüge von und nach Europa würde ich tschechischen Reisenden eher ClaimCloud empfehlen. Für exotische Destinationen oder komplizierte Fälle AirHelp.

Was passiert, wenn AirHelp meinen Anspruch ablehnt?

Wenn AirHelp feststellt, dass Ihr Anspruch keine Erfolgsaussichten hat, informieren sie Sie darüber und schließen den Fall. In diesem Fall zahlen Sie nichts. Sie können es aber bei einem anderen Dienst versuchen (jeder hat einen etwas anderen Ansatz und eine andere Datenbank mit Gerichtsurteilen) oder es selbst direkt bei der Fluggesellschaft und gegebenenfalls über das Luftfahrt-Bundesamt versuchen.

Funktioniert AirHelp auch für Flüge außerhalb Europas?

Teilweise. Die Verordnung EG 261/2004 gilt für Flüge aus der EU (jede Fluggesellschaft) und Flüge in die EU (nur EU-Fluggesellschaft). Bei rein außereuropäischen Flügen (z. B. Bangkok → Tokio mit einer thailändischen Fluggesellschaft) kann AirHelp nicht helfen, da dort die EU-Verordnung nicht gilt. Allerdings haben einige Länder eigene Regelungen für Entschädigungen (USA, Kanada, Brasilien) und AirHelp kann auch dort helfen — das ist aber eher die Ausnahme.

Kann ich AirHelp nutzen, wenn ich mein Flugticket über Kiwi.com gekauft habe?

Ja, das geht, aber rechnet damit, dass es komplizierter sein kann. Der Kauf über einen Vermittler (Kiwi.com, eSky, Pelican…) bedeutet, dass AirHelp mehr Informationen recherchieren muss und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten komplizierter ist. Grundsätzlich gilt – wenn ihr Flugtickets direkt bei der Airline kauft, ist der Entschädigungsprozess meist einfacher und schneller. Letztes Update: Februar 2026. Informationen zu Preisen und Plänen von AirHelp können sich ändern – überprüft immer die aktuellen Bedingungen auf der Website des Anbieters. Lukas und ich haben schließlich die Entschädigung für unseren verspäteten Flug aus Barcelona erhalten. Es hat zwar zweieinhalb Monate gedauert, aber 260 EUR pro Person (nach Abzug der Provision) landeten auf unserem Konto, gerade als wir den nächsten Trip planten. So ein netter Zuschuss von der Airline für das nächste Abenteuer. ☺️

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