Nordspanien ist eine ganz andere Welt als die sonnenverbrannte Postkarte von der Costa del Sol – grüne Hügel, Nebel über dem Ozean, baskische Pintxos-Bars und Pilger auf dem Camino. Aber wie plant man das alles? Geht euch im Kopf herum, was es kostet, wann ihr los solltet und ob ihr die Reise auf eigene Faust schafft oder lieber eine Pauschalreise bucht? Genau dafür haben wir diesen Wegweiser zusammengestellt.
Hier findet ihr drei Dinge: aktuelle Preise für Pauschalreisen und Flüge, die wir jeden Morgen aktualisieren; unsere eigenen Tipps aus dem Baskenland, Asturien und Galicien sowie aus einzelnen Artikeln; und einen klaren Plan, wann und was ihr buchen solltet, damit ihr nicht unnötig draufzahlt.

Was man in Nordspanien sehen und erleben kann
Der Norden Spaniens erstreckt sich vom Baskenland über Kantabrien und Asturien bis nach Galicien, und jeder Abschnitt hat seine eigene Stimmung. Wir lieben ihn gerade wegen dieser Kombination aus Ozean, Bergen und Essen – an einem einzigen Tag frühstückt ihr am Meer und steht nachmittags unter Zweitausendern.
- San Sebastián – wohl der schönste Stadtstrand Europas (La Concha) und Metropole der Pintxos-Bars, wo das Schlemmen zum Sport wird.
- Bilbao – das Guggenheim-Museum und moderne Architektur in einer Stadt, die sich vom Industriegrau bis zur Unkenntlichkeit verwandelt hat.
- Pamplona – das Fest San Fermín mit der Stierhatz, aber auch eine ruhige Altstadt außerhalb der Saison.
- Santander – elegantes Bäderstädtchen Kantabriens mit Stränden und der Halbinsel Magdalena.
- Oviedo und Asturien – das grüne Spanien, vorromanische Kirchen, Cidre und eine wilde Küste.
- Picos de Europa – ein atemberaubender Nationalpark mit Kalksteingipfeln nur wenige Kilometer vom Ozean entfernt.
- Santiago de Compostela – das Pilgerziel mit monumentaler Kathedrale und galicischer Atmosphäre.
- Vigo und das Tor zu den Cíes-Inseln mit Stränden wie aus der Karibik.
Und quer durch den gesamten Norden führt der Camino de Santiago – der Jakobsweg, den ihr komplett gehen oder von dem ihr euch nur ein paar der schönsten Etappen herauspicken könnt. Er ist nicht nur etwas für religiöse Menschen; er ist eine Art, den Norden langsam und zu Fuß zu erleben.
Wann ist die beste Reisezeit für Nordspanien
Nordspanien ist gerade deshalb so grün, weil es hier regnet – das atlantische Klima ist feuchter und kühler als im Süden. Das beste Verhältnis aus Wetter und Ruhe bieten Mai, Juni und September: Es ist warm, die Tage sind lang, das Meer noch bzw. schon erträglich und es gibt weniger Trubel als in der Hochsaison.
Juli und August sind am wärmsten und lebendigsten, aber auch am teuersten und vollsten – die Spanier selbst flüchten im Sommer hierher vor der Hitze des Landesinneren. Wenn ihr das San Fermín in Pamplona anpeilt, rechnet mit der ersten Julihälfte und bucht die Unterkunft ruhig ein Jahr im Voraus.
Der Camino lässt sich von Frühling bis Herbst gehen, im Sommer sind die Herbergen (Albergues) allerdings oft überfüllt. Frühling und Herbst sind für Wanderungen ideal – weniger Menschen, angenehme Temperaturen. Im Winter ist der Norden kalt und regnerisch; dann lohnen sich Städte und Museen, keine Strände.
Anreise nach Nordspanien
Aus Tschechien fliegt man nach Nordspanien meist mit einem Umstieg – Direktflüge aus Prag in die Region gibt es praktisch nicht. Das wichtigste Eingangstor ist Bilbao, von wo aus ihr Baskenland und Kantabrien in Reichweite habt; geflogen wird über Madrid, Barcelona oder einen großen europäischen Knotenpunkt. Regional helfen auch die Flughäfen in Santander, Asturien (Oviedo) oder Santiago de Compostela weiter. Aus Prag dauert die Reise mit Umstieg realistisch etwa 5–8 Stunden, je nach Verbindung.
Mit dem Auto sind es aus Tschechien über Frankreich rund 1.800–2.000 km – eine lange Strecke, die aber Sinn ergibt, wenn ihr den Norden auf eigene Achse durchqueren und euer Gepäck mitnehmen wollt. Eine Alternative ist die Fähre aus England (Portsmouth/Plymouth) nach Bilbao oder Santander, die vor allem Reisende aus Großbritannien nutzen. Für die meisten Tschechen ist es am praktischsten, zu fliegen und sich das Auto erst vor Ort zu mieten.
Mietwagen vor Ort
Ein Auto lohnt sich im Norden Spaniens, wenn ihr Dörfer, versteckte Küstenecken und Berge wie die Picos de Europa erkunden wollt, wohin die öffentlichen Verkehrsmittel schlecht fahren. In den großen Städten (Bilbao, San Sebastián, Santiago) ist ein Auto dagegen eher hinderlich – Parken ist teuer und die Zentren erkundet man zu Fuß. Ideal ist die Kombination: in die Städte mit Bahn/Flugzeug und das Auto nur für den ländlichen Teil der Route mieten.
- Bucht über ein Vergleichsportal im Voraus – in der Saison steigen die Preise und die Autos gehen aus, vor Ort ist es meist teurer.
- Achtet auf Versicherung und Kaution – der Basisschutz hat oft eine hohe Selbstbeteiligung, eine Zusatzversicherung lohnt sich häufig.
- Rechnet mit Maut (Peajes) auf den Autobahnen und kostenpflichtigem Parken in den Städten.
- Holt das Auto außerhalb des Flughafens ab, wenn möglich – Flughafenzuschläge können spürbar sein.
Unterkünfte in Nordspanien
Wo ihr euer Haupt bettet, hängt stark vom Reisestil ab. Wenn ihr eine Basisstadt mit Ausflügen drumherum wollt, sind Bilbao oder San Sebastián im Baskenland eine tolle Wahl, alternativ Santander für Kantabrien. In die Berge geht es in die Dörfer rund um die Picos de Europa, auf den Camino in die Herbergen entlang der Route.
- Albergues (Pilgerherbergen) – die günstigste Variante auf dem Camino, oft nur wenige Euro pro Bett.
- Hostels und Pensionen in den Städten – gutes Preis-Lage-Verhältnis für Paare und Solo-Reisende.
- Apartments – lohnen sich für längere Aufenthalte und Familien, vor allem in größeren Städten.
- Ländliche Casas Rurales in Asturien und Galicien – authentische Ruhe im Grünen zu vernünftigen Preisen.
- Hotels am Strand – in Santander oder San Sebastián wunderschön, im Sommer aber früh und teuer zu buchen.
Pauschalreise oder auf eigene Faust?
Nordspanien lässt sich auf beide Arten meistern – es kommt darauf an, was ihr euch von der Reise erwartet. Hier unser ehrlicher Vergleich:
Eine Pauschalreise lohnt sich, wenn …
- ihr Transport, Unterkunft und Programm sorgenfrei geregelt haben wollt;
- ihr zum ersten Mal fahrt und ungern die Logistik plant;
- ihr euch nicht mit Mietwagen und Fahrten zwischen den Regionen herumschlagen wollt;
- ihr mit begrenzter Zeit reist und möglichst viel sehen möchtet.
Auf eigene Faust solltet ihr fahren, wenn …
- ihr euer eigenes Tempo, Pintxos-Bars und spontane Stopps nach Lust und Laune wollt;
- ihr einen Teil des Camino geht, wo individuelle Planung ohnehin natürlich ist;
- es euch nichts ausmacht, Flüge, Auto und Unterkunft selbst zu organisieren;
- ihr die Reise ans Budget anpassen und sparen wollt.
Wir beide bereisen den Norden am liebsten auf eigene Faust mit Mietwagen – diese Freiheit, an jedem Strand und jeder Bar zu halten, ist es wert. Aber wenn es eure erste große Spanienreise ist oder ihr euch nicht mit der Logistik herumschlagen wollt, ist eine Pauschalreise eine absolut legitime Wahl, um den Norden ganz ohne Stress zu genießen.
Budget: Tageskosten in Nordspanien
Nordspanien ist teurer als der Süden, aber günstiger als Nordeuropa. Hier ein ungefähres Tagesbudget pro Person (ohne Flug):
| Kategorie | Unterkunft | Essen | Transport und Aktivitäten | Gesamt/Tag |
|---|---|---|---|---|
| Rucksacktourist | 20 €–30 € (Hostel/Albergue) | 12 €–18 € | 8 €–14 € | ca. 40 €–65 € |
| Standard | 45 €–80 € (Pension/Apartment) | 25 €–35 € | 16 €–30 € | ca. 85 €–140 € |
| Komfort | 100 €–180 € (Hotel) | 45 €–70 € | 30 €–60 € | ca. 180 €–310 € |
Die Preise sind Richtwerte und schwanken stark je nach Saison – im Juli und August sowie während des San Fermín rechnet mit deutlich teureren Unterkünften.
Sparen bei der Planung
- Flüge 2–4 Monate im Voraus buchen – das ist meist das beste Verhältnis aus Preis und Auswahl, kurzfristig steigen die Preise in der Saison. Flüge findet ihr in unserer Suche.
- Meidet Juli und August sowie den San-Fermín-Termin, wenn ihr nicht müsst – Mai, Juni und September sparen vor allem bei der Unterkunft. Werft einen Blick auf unsere Unterkunftstipps.
- Unterkünfte in der Saison früh buchen, ruhig 3–6 Monate im Voraus; außerhalb der Saison lohnt es sich, auf Angebote zu warten.
- Pauschalreisen als First Minute für die Termingarantie buchen, oder Last Minute, wenn ihr flexibel seid und sparen wollt – behaltet die aktuellen Pauschalreisen auf dieser Seite im Auge.
- Beliebte Aktivitäten und die Boote zu den Cíes-Inseln rechtzeitig buchen, in der Saison sind sie ausverkauft – was ihr früher buchen solltet, findet ihr im Abschnitt was rechtzeitig zu buchen ist.
Praktische Informationen
- Sprache: Spanisch, stellenweise Baskisch und Galicisch. Mit Englisch kommt ihr in den Städten und an touristischen Orten zurecht, auf dem Land weniger.
- Bezahlen: Mit Karte zahlt ihr fast überall, aber für kleine Bars, Märkte und Albergues solltet ihr Bargeld in Euro dabeihaben.
- Konnektivität: Die Abdeckung ist gut; am bequemsten ist eine eSIM, die ihr noch vor dem Abflug aktiviert und euch nicht um Roaming kümmern müsst.
- Sicherheit: Der Norden ist ruhig und sicher; in den Städten reicht die übliche Vorsicht mit der Geldbörse.
- Tipp zum Tagesrhythmus: Die Spanier essen spät zu Abend – die Restaurants werden gegen 21:00 Uhr lebendig, nachmittags ist meist Siesta.
