Å und Nusfjord: 6 Tipps, was man sehen und erleben sollte

Kennst du das Gefühl, wenn du nach einer langen Reise wirklich am Ende der Welt ankommst? Genau so ist es im Dorf Å ganz im Süden der norwegischen Lofoten, wo die berühmte Straße E10 plötzlich endgültig endet. Hier erwarten dich atemberaubende, raue Landschaften, leuchtend rote Fischerhäuser und das allgegenwärtige, unaufhörliche Kreischen der Möwen. Wer Nusfjord in Norwegen sucht, findet hier zwei der fotogensten Orte des hohen Nordens.

Während sich auf den Hauptrouten im Sommer die Massen drängen, kannst du in eine ruhigere Geschichte im nahe gelegenen Nusfjord eintauchen. Es handelt sich um eines der ältesten und am besten erhaltenen Fischerdörfer in ganz Norwegen, das heute als faszinierendes lebendiges Museum unter UNESCO-Schutz funktioniert.

Mach dich aber darauf gefasst, dass all deine Pläne von der App yr.no bestimmt werden und die Preise in den lokalen Supermärkten dich vielleicht ein wenig erschrecken. In diesem Guide zeige ich dir, wie du beide ikonischen Orte in vollen Zügen genießt, wohin du den größten Menschenmengen entkommst und wo du das zauberhafteste Rorbu für eine absolut unvergessliche nordische Nacht findest.

Gelbe Lagerhäuser des Fischerdorfs Nusfjord
Foto: Depositphotos

Zusammenfassung

  • Ende der Straße: Das Dorf Å (ausgesprochen wie „O“) ist der südlichste auf der Straße erreichbare Punkt der Lofoten und bietet einige der ikonischsten Ausblicke.
  • Lebendiges Museum: Für den Eintritt in das malerische Nusfjord wird eine Gebühr fällig (rund 9–13 €), was die Touristenmassen paradoxerweise hervorragend herausfiltert.
  • Traditionelles Rorbu: Beide Dörfer sind der ideale Ort, um eine Nacht in den typischen hölzernen Fischerhäusern auf Pfählen zu buchen.
  • Das Wetter regiert alles: Ohne die norwegische Wetter-App yr.no kommst du auf den Inseln keinen Schritt weit, deine Pläne musst du flexibel an den Regen anpassen.
  • Hohe Kosten: Die Preise in den Supermärkten sind etwa dreimal so hoch wie bei uns, ein Essen im Restaurant kostet üblicherweise zwischen 18 und 35 €.
  • Langsamer Verkehr: Auf der schmalen E10 bilden sich Staus hinter Wohnmobilen, miss Entfernungen daher immer in Stunden, nicht in Kilometern.
Wann man nach Å und Nusfjord reisen sollte
Foto: Ximonic, Simo Räsänen / Wikimedia Commons, GFDL
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Wann man nach Å und Nusfjord reisen sollte

Wenn du dir sonnige Fotos und die Mitternachtssonne wünschst, sind Juni und Juli die absoluten Klassiker. Du musst dich aber mit enormer Geduld wappnen, denn gerade in diesen Monaten platzen die Lofoten buchstäblich aus allen Nähten und auf der E10 tobt täglich ein Kampf um Parkplätze. Aus Recherchen und den Erfahrungen vieler Reisender geht klar hervor, dass man sich idealerweise ganze sieben Tage für die Region einplanen sollte. Vier Tage sind schlichtweg zu wenig, besonders wenn die klassische nordische Front anrückt und drei Tage am Stück Wind und Regen über die Inseln peitschen. Ein zweiwöchiger Aufenthalt würde dein Budget hingegen vermutlich völlig ruinieren.

Für ein ruhigeres Erlebnis empfehle ich, die Randmonate wie Mai oder September in Betracht zu ziehen. Die Temperaturen werden zwar nicht dazu verleiten, die Jacke abzulegen, aber du gewinnst ungleich mehr Platz an den Aussichtspunkten und die Unterkunftspreise sinken leicht. Im September färbt sich die Natur zudem in wunderschöne Herbsttöne und bei etwas Glück mit klarem Himmel kannst du zum ersten Mal das magische Polarlicht erblicken.

Egal, wann du aufbrichst – dein bester Freund wird die App yr.no sein, ohne die du in Norwegen nicht weit kommst. Das norwegische Wetter ist extrem wechselhaft und es kann durchaus passieren, dass es im Süden in Å an die Küste regnet, während ein paar Dutzend Kilometer weiter nördlich die Sonne scheint. Es lohnt sich daher, einen flexiblen Reiseplan in der Hinterhand zu haben und genau dorthin zu fahren, wo dich die Wolken gerade durchlassen. Statt eines täglichen Roadtrips solltest du dich lieber an einem Ort einquartieren und nur sternförmige Ausflüge in die Umgebung unternehmen.

Wo man in Å und Nusfjord übernachten kann
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wo man in Å und Nusfjord übernachten kann

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten vergleicht und bucht man dann am besten über GetYourGuide.

Das schönste Erlebnis ist zweifellos die Übernachtung in einem traditionellen Fischerhaus namens Rorbu. Direkt am Ende der Straße bietet sich das berühmte Å Rorbuer an, das dich mit authentischer Atmosphäre und fantastischem Blick auf den Ozean verzaubert. Es ist die perfekte Wahl, wenn du morgens zu einem Spaziergang aufbrechen willst, bevor die ersten Reisebusse eintreffen. In der Sommerhauptsaison musst du allerdings damit rechnen, dass die Preise in beliebten Gegenden wie Reine oder Hamnøy in astronomische Höhen klettern, oft bis zu 320 € pro Nacht, und für das Parken zahlt man hier üblicherweise rund 3 € pro Stunde.

Wenn du eher ein luxuriöseres und ruhigeres Refugium suchst, buche über Booking einen Aufenthalt im Nusfjord Arctic Resort. Du wohnst dann direkt im Herzen des geschützten historischen Dorfes, abseits des Hauptverkehrs. Abends, wenn die Tagesbesucher abreisen, leert sich Nusfjord und du hast diesen ganzen magischen Ort mit seinen gelben und roten Häusern praktisch für dich allein.

Für alle, die die Lofoten gründlich erkunden und nicht stundenlang im Auto sitzen möchten, ist eine Basis in der Mitte der Inseln in Ballstad eine strategische Wahl. Es ist ein aktiver Fischerhafen ohne unnötigen Glanz, in dem du etwa im Komplex Kræmmervika Havn für rund 170 € pro Nacht eine hervorragende Unterkunft findest. Für anspruchsvollere Gäste empfehle ich das wunderschön renovierte Hattvika Lodge mit eigener Sauna und Kajakverleih. Eine sehr praktische Alternative ist außerdem die Gegend um die Stadt Leknes, der zwar der fotogene Charme fehlt, die aber riesige Supermärkte, ein nahes Krankenhaus in Gravdal und einen idealen Ausgangspunkt zur Erkundung von Süden und Norden bietet.

6 Tipps, was man in Å und Nusfjord sehen und erleben sollte
Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

6 Tipps, was man in Å und Nusfjord sehen und erleben sollte

Schauen wir uns nun im Detail an, was du bei einem Besuch dieses rauen Winkels Nordeuropas auf keinen Fall verpassen solltest. Du erfährst, wo du parkst, wie du den größten Menschenmengen entkommst und was genau diese beiden Dörfer so außergewöhnlich macht.

Das Dorf Å am Ende der E10
Foto: DXR / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

1. Das Ende der Straße E10 im Dorf Å

Schon die Anfahrt zum Dorf mit dem kürzesten Namen der Welt ist ein riesiges Erlebnis. Die Hauptstraße E10 wird allmählich schmaler, die Brücken werden immer dramatischer und die Berge um dich herum ragen in unglaubliche Höhen empor. Behalte aber im Hinterkopf, dass Entfernungen hier eher in Stunden als in Kilometern gemessen werden. Die Fahrt vom zentralen Leknes nach Å dauert rund eine Stunde und zehn Minuten reine Fahrzeit, während es von Svolvær schon über zweieinviertel Stunden sind. Auf der schmalen zweispurigen Straße ist die Geschwindigkeit oft auf 50 km/h begrenzt und jedes genießerisch dahinkriechende Wohnmobil bremst deine Pläne deutlich aus.

Wenn du endlich auf dem geräumigen Parkplatz am äußersten Ende des Asphalts ankommst, weht dich das Gefühl des echten Endes der Welt an. Vom Parkplatz führen mehrere ausgetretene Pfade direkt zu den felsigen Klippen. Ich empfehle, bis an den äußersten Rand des Festlands zu gehen, von wo sich ein endloser Blick auf den aufgewühlten Ozean und die fernen Inseln Værøy und Røst öffnet, die man nur noch mit einer langwierigen Fähre erreicht. Genau hier wird dir die enorme Kraft der nordischen Natur voll bewusst und du verstehst, warum sich Menschen aus aller Welt so gerne hierher aufmachen.

Das Dörfchen Å selbst ist von engen Gassen und Holzstegen durchzogen, die die einzelnen Fischerhäuser verbinden. Du findest hier eine alte Bäckerei, eine historische Schmiede und ein kleines Museum, das das harte Leben der Einheimischen dokumentiert. Nimm dir mindestens zwei Stunden Zeit für das Dorf und lass dich von seinem unglaublich fotogenen Charme treiben.

💡 Tipp: Der Parkplatz am Ende der E10 ist in der Hauptsaison gegen Mittag hoffnungslos voll. Komm idealerweise früh morgens oder umgekehrt später am Abend, wenn sich die Massen auflösen und du obendrein viel besseres, weicheres Licht für deine Fotos bekommst.

Nusfjord als kostenpflichtiges lebendiges Museum
Foto: Zairon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

2. Nusfjord als lebendiges Museum mit Eintritt

Nusfjord unterscheidet sich von den anderen Lofoten-Dörfern schon auf den ersten Blick deutlich. Während der Großteil der Region im typischen Falunrot leuchtet, sind die hiesigen Häuser größtenteils in ockergelber Farbe gestrichen. Das Dorf liegt versteckt in einem schmalen Fjord, von allen Seiten durch steile Felswände geschützt, was es in der Vergangenheit zu einem der sichersten Häfen der Gegend machte. Heute steht der ganze magische Ort unter UNESCO-Schutz und funktioniert als faszinierendes lebendiges Museum.

Damit der Ort seinen historischen Charakter behält und nicht vom Ansturm des Tourismus zerstört wird, haben die Einheimischen eine Eintrittsgebühr für das Dorf eingeführt. In der Saison liegt der Preis orientierend bei etwa 9 bis 13 € pro Erwachsenem. Dieser Schritt mag im ersten Moment absurd klingen, aber in der Praxis funktioniert er als absolut perfekter Filter gegen die Massen der Pauschalreisen, die lieber kostenlos weiterfahren und dich in Ruhe die Geschichte bewundern lassen.

Dank des Eintritts kannst du ungestört über die alten Holzmolen schlendern, einen Blick in den ursprünglichen Gemischtwarenladen werfen oder dir das alte Sägewerk und die Werkstatt zur Herstellung von Lebertran ansehen. Ein unerwarteter Hit für müde Reisende ist dann das hiesige italienische Restaurant, das eine fantastische Pizza aus dem Holzofen backt und eine großartige vegetarische Alternative zu den allgegenwärtigen Meeresfrüchten bietet.

💡 Tipp: Wenn du in Nusfjord übernachtest oder einen Tisch im berühmten Restaurant des Ortes reservierst, musst du die Eintrittsgebühr für das Dorf nicht zahlen. Es genügt, am Tor eine gültige Reservierung vorzuzeigen, und du kannst direkt ins Zentrum des Geschehens steuern.

Fischerdorf mit Trockengestellen für Kabeljau
Foto: Depositphotos
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3. Die faszinierende Tradition des Kabeljautrocknens

Wenn man Lofoten sagt, denken die allermeisten Menschen an die Holzgestelle voller trocknender Fische. Der winterliche Fang des arktischen Kabeljaus namens Skrei ist seit Jahrhunderten die absolute Grundlage der lokalen Wirtschaft und Kultur. Die Fische werden hier auf eine Weise verarbeitet, die sich seit den Zeiten der ersten Wikinger eigentlich überhaupt nicht verändert hat, und der Anblick der gigantischen Trockengestelle gehört zu den allertypischsten nordischen Erlebnissen.

Die lokale Spezialität ist der sogenannte Stockfisch. Es handelt sich um Fische, die rein durch den eisigen Frühlingswind und die Sonne getrocknet werden, ohne den Einsatz auch nur einer Prise Salz. Rund um die Dörfer Å und Nusfjord siehst du riesige Holzgestelle namens Hjell, an denen von Februar bis Mai Tausende von Fischkörpern und -köpfen hängen, was eine Kulisse schafft, die du sonst nirgendwo auf der Welt erblickst. In Å kannst du direkt ein spezialisiertes Stockfisch-Museum besuchen, in dem dir der ganze Prozess vom Fang im aufgewühlten Meer bis zum finalen Export nach Italien ausführlich erklärt wird.

Wenn dich der allgegenwärtige Fischgeruch aber nicht reizt und du andere lokale Produkte bevorzugst, mach dich auf zur nahe gelegenen Ziegenfarm Aalan Gård. Die hiesigen ausgezeichneten Käse beziehen die besten norwegischen Restaurants und das ganze Anwesen atmet eine unglaublich heimelige Atmosphäre, in der du die frei umherlaufenden Tiere aus nächster Nähe beobachten kannst.

💡 Tipp: Für alle, die tiefer in die norwegische Geschichte eintauchen wollen, empfehle ich, sich nach lokalen Exkursionen umzusehen. Auf dem Portal GetYourGuide lassen sich leicht Touren mit ortskundigen Guides finden, die dir die interessantesten Details über die Tradition des Kabeljaufangs und -trocknens direkt bei den alten Fischerhütten erzählen.

Gelbe und rote Rorbu mit Spiegelung im Wasser
Foto: Depositphotos

4. Übernachten im traditionellen Holz-Rorbu

Auf den Lofoten zu sein und nicht in einem Rorbu zu übernachten, wäre buchstäblich eine Sünde. Diese ikonischen Holzhäuser auf Pfählen dienten ursprünglich als karge Saisonunterkunft für Fischer, die hier im Winter aus ganz Norwegen mit der Aussicht auf reichen Fang zusammenkamen. Heute stellen sie eines der begehrtesten Erlebnisse für Reisende aus aller Welt dar, auch wenn du dafür ziemlich viel Geld hinblättern musst.

Während früher in einem Haus bis zu zehn erschöpfte Männer schliefen und ihnen nur der Geruch von Fisch und nasser Kleidung Gesellschaft leistete, haben die heutigen Rorbu eine behutsame Renovierung durchlaufen. Drinnen findest du moderne Bäder, voll ausgestattete Küchen und weiche Betten – das alles mit einem traumhaften Blick direkt auf die Wasseroberfläche. Die Holzböden knarren noch immer leicht und wenn es draußen ungemütlich ist, herrscht drinnen vollkommene nordische Gemütlichkeit, verbunden mit dem Rauschen des Ozeans.

Sei aber sehr vorsichtig bei der Wahl des konkreten Standorts. Im berühmten Hamnøy drängen sich die Rorbu eines am anderen und schon ab sechs Uhr morgens klicken unter deinen Fenstern die Verschlüsse der Kameras von Jägern des perfekten Schnappschusses. Eine weitaus bessere Wahl sind Häuser in ruhigeren Buchten oder im aktiven Hafen Ballstad, wo du die echte und ungeschönte Atmosphäre des kalten Nordens ohne Touristenscharen erlebst.

💡 Tipp: Eine Unterkunft in den Fischerhäusern ist extrem beliebt und die Kapazitäten sind sehr begrenzt. Wenn du eine Sommerreise nach Å oder Nusfjord planst, reserviere dein Traum-Rorbu mindestens ein halbes Jahr im Voraus, sonst bleiben dir nur die teuersten oder am wenigsten attraktiven Plätze übrig.

Versteckte Strände und Flucht vor den Massen
Foto: Paal Svendsen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

5. Versteckte Strände und die Flucht vor den Massen

Auch wenn es scheinen mag, dass die südlichen Lofoten komplett überlaufen sind, gibt es immer noch Wege, den Massen elegant zu entkommen. Die Grundregel lautet: Verlasse die Hauptader E10 und opfere ruhig nur zehn Minuten zusätzliche Fahrt. Die meisten Touristen halten sich nämlich ausschließlich an die bekanntesten Punkte, und ihnen fehlt die Zeit oder die Lust, die toten Abzweigungen zu erkunden, von denen es hier zum Glück noch unzählige gibt.

Ein schönes Beispiel ist die Gegend um das Dorf Fredvang. Schon allein die Anfahrt über zwei riesige geschwungene Brücken erinnert an eine Szene aus einem Science-Fiction-Film. Während sich die Leute ein paar Kilometer weiter in Reine um teure Parkplätze prügeln, findest du hier eine viel ruhigere Küste mit verstreuter Besiedlung und fantastischen Möglichkeiten für entspannte Spaziergänge. Ein interessanter Abstecher ist auch die architektonisch einzigartige Glashütte Glasshytta im Dorf Vikten, direkt an einem wilden Kiesstrand gelegen.

Wenn du dir weißen Sand wünschst, dich aber die vollen Parkplätze am berühmten Strand Haukland schrecken, wo du in der Saison locker 17 € fürs Parken zahlst, gib den abgelegeneren Strand Storsandnes in die Navigation ein. Hierher führt eine unscheinbare kleine Straße, das Parken ist völlig problemlos und der Sand ist genauso perfekt fein. So bekommst du herrliche Ausblicke und vor allem die Stille, die wir im Norden alle so sehr suchen.

💡 Tipp: Vergiss nicht, für jeden Spaziergang eine wirklich gute wasserdichte Jacke und festes Schuhwerk einzupacken. Das Wetter ändert sich an der Küste in unglaublichem Tempo und ein sonniger Tag kann sich binnen zehn Minuten in horizontalen, von heftigem Wind gepeitschten Regen verwandeln.

6. Wo man sich aufwärmt und was man Gutes essen kann

Wenn dich draußen der eisige nordische Wind durchpustet, sind die einzige Rettung die geheizten lokalen Cafés und Bistros. Die norwegische Kaffeekultur hält dauerhaft ein außergewöhnlich hohes Niveau, sodass du selbst im abgelegensten Dörfchen in der Regel auf einen erstklassigen Espresso und eine frisch gebackene Zimtschnecke triffst. Eine großartige Wahl auf der Strecke ist zum Beispiel das gemütliche Lokal Bringen Kaffeebar, wo du im Warmen die nächsten Schritte deiner Reise planen kannst.

Wenn dich lokale Traditionen interessieren, ist ein berühmter Punkt unweit des Dorfes Å das leuchtend gelbe Häuschen Anita’s Sjømat auf der winzigen Insel Sakrisøy. Ihr legendärer Fischburger mit Garnelen gilt als absolute lokale Spezialität, für die Menschenmengen von weit her anreisen. Direkt in unmittelbarer Nachbarschaft dieses ungezwungenen Bistros findest du obendrein das zauberhafte Spielzeugmuseum Lofoten Toy Museum, das einen sehr interessanten Kontrast zur rauen umliegenden Natur bildet.

In Nusfjord erwartet dich hingegen eine sehr angenehme kulinarische Überraschung in Form eines italienischen Restaurants. Nach Tagen voller traditioneller nordischer Kost weißt du eine ausgezeichnete knusprige Pizza aus dem Holzofen sicher zu schätzen, die eine ideale fleischlose Alternative im Land des Fischfangs bietet. Mach dich aber darauf gefasst, dass ein Restaurantbesuch dein Budget keineswegs schont.

💡 Tipp: Restaurants sind auf den Lofoten flächendeckend sehr teuer und Supermärkte wie Kiwi oder Rema 1000 haben etwa dreimal so hohe Preise wie bei uns. Der beste Weg, die Geldbörse im Zaum zu halten, ist, einfache Gerichte direkt in der Küche deines Rorbu zu kochen und in die Cafés nur auf einen nachmittäglichen Kaffee mit Kuchen zu gehen.

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Wohin von Å und Nusfjord aus weiter

Wenn du den eigentlichen Süden und das Ende der Straße E10 erkundet hast, ist es Zeit, sich zu weiteren Schönheiten der Region aufzumachen. Die Möglichkeiten sind unzählig und wenn du strategisch in der Mitte der Inseln stationiert bist, kannst du bequeme Tagesausflüge in alle Richtungen unternehmen.

Wenn dich die ikonischsten roten Häuser unter steilen Gipfeln interessieren, lies unbedingt unseren Artikel über die benachbarten Dörfchen Reine und Hamnøy. Dort findest du genaue Tipps, von wo du die berühmtesten Fotos machst. Für einen Gesamtüberblick über das ganze Archipel und die Zusammenstellung des perfekten Reiseplans solltest du unseren großen Lofoten-Guide nicht auslassen.

Für alle, die noch zögern, welche logistische Strategie sie wählen und wo genau sie ihr gedankliches Basislager aufschlagen sollen, haben wir eine ausführliche Zusammenfassung im Artikel darüber verfasst, wo man auf den Lofoten übernachtet. Dort sind alle Schlüsselgebiete erwähnt und du bekommst eine klare Vorstellung davon, ob du den Postkarten-Süden oder die praktische Mitte der Inseln bevorzugst.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet der Eintritt nach Nusfjord?

Der Eintritt in das geschützte historische Dorf kostet in der Saison etwa 100 bis 150 NOK pro Erwachsenen. Die Gebühr wird am Eingangstor entrichtet und hilft dabei, den übermäßigen Touristenandrang zu begrenzen, der den Ort sonst völlig lahmlegen würde. Wenn ihr im Dorf eine Unterkunft oder einen Tisch im Restaurant reserviert habt, müsst ihr die Gebühr natürlich nicht bezahlen.

Wie liest man den Namen des Dorfes Å richtig aus?

Der einbuchstabige Name des Dorfes wird im Norwegischen wie ein langes tschechisches „Ó“ ausgesprochen. Übersetzt bedeutet dieses Wort einen kleinen Fluss oder Bach. Aufgrund des einzigartigen und witzigen Namens wird das örtliche Ortseingangsschild zum außerordentlich beliebten Ziel für Souvenirjäger, sodass die norwegischen Behörden es mit eiserner Regelmäßigkeit durch ein neues ersetzen müssen.

Gibt es in Å und Nusfjord kostenlose Parkplätze?

Am Ende der Straße E10 im Dorf Å befindet sich ein großzügiger kostenloser Parkplatz, der sich allerdings in den Sommermonaten sehr schnell bis zum Bersten füllt. In Nusfjord ist das Parken vor dem Eingangstor zur kostenpflichtigen Zone gesichert. Generell muss man auf den Lofoten an vielen beliebten Aussichtspunkten und Stränden mittlerweile ordentlich fürs Parken bezahlen, oft auch 200 NOK pro Tag.

Wie lange dauert die Besichtigung beider Dörfer?

Für das Dorf Å selbst empfehle ich, etwa zwei bis drei Stunden einzuplanen, damit ihr genug Zeit habt, durch die alten Gassen zu schlendern und bis zu den felsigen Klippen hoch über dem Ozean hinter dem Parkplatz zu laufen. Nusfjord könnt ihr in gemütlichem Tempo in anderthalb Stunden erkunden, ideal ist es aber, den Besuch mit einem Mittag- oder Kaffee-Stopp zu verbinden.

Sind die engen Straßen im Süden sicher?

Die Hauptstraße E10 ist in gutem Zustand, aber an vielen Stellen ist sie extrem schmal und erfordert eure absolute und volle Konzentration. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist oft auf nur 50 km/h begrenzt und ihr müsst ständig damit rechnen, riesigen entgegenkommenden Wohnwagen auszuweichen. Wappnet euch mit Geduld und beeilt euch am Steuer auf keinen Fall.

Kann man vor Ort Lebensmittel kaufen?

Direkt in Å findet ihr nur einen kleineren lokalen Laden und eine historische Bäckerei für die schnelle Zuckerzufuhr. Wenn ihr aber vollwertige Vorräte für das abendliche Kochen besorgen müsst, ist es am besten, bei den größeren Supermärkten wie Kiwi oder Rema 1000 in der Stadt Leknes vorbeizuschauen, die strategisch in der Mitte der Inseln liegt und ein viel breiteres Sortiment bietet.

Kann ich überall mit Karte zahlen?

Ja, Norwegen ist heutzutage im Grunde eine hundertprozentig bargeldlose Gesellschaft. Karten oder Handy werden überall akzeptiert, vom abgelegensten Café am Ende der Welt bis zum Ticketkauf für die Fähre. Die Landeswährung ist die norwegische Krone (NOK) und Bargeld braucht ihr für euren Urlaub weder zu tauschen noch am Geldautomaten abzuheben.

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