Wegen zauberhafte Weine reisen sie aus New York nach Tábor

TL;DRIns Restaurant und die Pension Thir in der historischen Altstadt von Tábor kommen Gäste sogar aus New York, Toronto und Tokio – wegen biodynamischer, ungeschwefelter Weine und moderner tschechischer Küche aus regionalen Zutaten, die Besitzer Jan Čulík kocht. Das Haus gehörte einst der Familie des Tábor-Historikers Karel Thir und bietet auch geräumige Apartments mit Blick auf die Altstadt. Die Weinkarte ist weltweit zusammengestellt, mit italienischen und rumänischen Etiketten, doch die Hauptattraktion sind Honzas eigene biodynamische Weine ohne Chemie. Neben dem Thir betreibt Čulík am Žižkov-Platz auch die Kneipe VÝČEP mit Bier aus der lokalen Mini-Brauerei Obora und regionalen Köstlichkeiten von der Fleischerei Liška und dem Hof Bláhův dvůr.

Sie reisen dafür aus New York, Toronto und sogar Tokio an. Kein Wunder: Jan Čulík hat in Tábor, Tschechien, einen ganz besonderen Ort geschaffen, an dem Poesie aus erstklassigen Weinen besteht und Köche nicht nur für den Gaumen, sondern auch für das Auge zaubern. All das tut er mit einer tiefen Liebe zu seiner Heimatstadt. Im Restaurant wird ausschließlich mit lokalen Zutaten gekocht, die Weine sucht er persönlich auf der ganzen Welt aus. Ein wahres Paradies für alle Weinliebhaber und Freunde moderner böhmischer Küche. Schon gespannt, von welchem Ort die Rede ist? Vielleicht ahnt ihr es bereits: Es geht um das Thir. Und genau dorthin sind wir dieses Wochenende mit Amazing Places aufgebrochen.

 
Penzion Thir in Tábor Tschechien
In die Architektur von Tábor haben wir uns sofort verliebt. Wir mussten immer wieder stehen bleiben – und auf meiner Kamera entstand bald eine Sammlung romantischer Eingangstüren.

An einem eiskalten, aber sonnigen Tag parkten wir mitten im Herzen der Hussitenstadt Tábor. In der frostigen Luft lag der Duft von Zimt und Tannenzweigen, Weihnachtsmusik zog durch die Gassen, und wir bestaunten das reizvolle Stadtzentrum. Vom Žižkaplatz aus machten wir uns auf den Weg zu jenem Haus, in dem einst die Familie eines angesehenen Táboer Historikers lebte.

 
Penzion Thir im historischen Zentrum von Tábor
Das Penzion Thir liegt mitten im historischen Stadtzentrum von Tábor
 

Die Atmosphäre der Hussitenstadt steckt in jedem Winkel

Kaum treten wir ein, empfängt uns die Atmosphäre eines ehrwürdigen Gebäudes, in dem heute Restaurant und Penzion Thir untergebracht sind. Der Name ist kein Zufall: Jener Historiker hieß Karel Thir. „Seine Familie hat das Haus hier rund dreihundert Jahre lang besessen“, erklärt Honza Čulík, Mitinhaber und Manager des Thir. Es stellt sich heraus, dass Honza und Karel Thir noch etwas verbindet: Ein Vorfahre Honzas besaß im 16. Jahrhundert gleich nebenan eine Brauerei.

 
Zimmer im Penzion Thir Tábor
Die Zimmer sind geräumig und in einem schlichten, stilvollen Design eingerichtet
 
Aussicht auf das historische Zentrum von Tábor vom Penzion Thir
Einige Zimmer bieten einen Blick auf das historische Stadtzentrum
 

Kaum haben wir unsere Sachen in der geräumigen Pension-Suite abgelegt und einen Blick auf die Dächer der mittelalterlichen Stadt Tábor geworfen, zieht es uns auch schon wieder hinunter – zum Aufwärmen mit einer heißen Suppe.

 
Vegetarisches Gericht im Restaurant Thir Tábor
Vegetarische Poesie auf dem Teller
 

Von der Karottencremesuppe mit Ingwer schwärmt Lukáš noch tagelang – genauso wie von dem zarten Fleischgericht, das danach folgte. Es ist eher ein Kunstwerk auf dem Teller, wunderbare Musik für alle Sinne. Als wir Honza davon erzählen, lacht er nur: „Wartet erst mal auf morgen.“

 
Kraut-Gericht im Restaurant Thir Tábor
Es sieht aus wie Kraut. Es ist Kraut. Aber außergewöhnliches.
 
Aufschnitt und Brotaufstrich im Penzion Thir
Griebenschmalz und Schafskäse-Aufstrich. Welcher ist welcher?
 

Zauberhafte Weine, nach denen selbst mehrere Flaschen keinen Kopfschmerz bereiten

Und er hat recht. Wir staunen das ganze Wochenende, schwärmen von allem, was man uns hier serviert – vom Frühstück bis zum Abendessen. Wir essen Gerichte, die wir sonst kaum auf dem Teller haben, und fragen uns, wie dieses göttlich zubereitete Kraut bisher vor der Welt verborgen bleiben konnte. Wer glaubt, wir übertreiben – fährt einfach selbst hin und überzeugt sich. Nur zur Warnung: Ihr werdet noch lange daran denken. Bei unserem Wochenende wird böhmisch gekocht, aber mit der Kreativität der größten Küchenmeister.

 
Honza Čulík vom Penzion Thir Tábor
Jede Stadt bräuchte ihren eigenen Honza Čulík.
 

In Tábor findet gerade ein Weihnachtsmarkt statt – der Táboer Weihnachtsmarkt ist erfrischend anders: kein kitschiges Standardsortiment, sondern lokale Produkte mit Humor und Tradition. Die Táboer haben eindeutig Sinn für Komik, was uns ein „Altböhmischer Hamburger“ (eine Art Palatschinke mit Würstchen) und Baumschmuck in Baggerform bewiesen – den wir natürlich sofort kaufen mussten.

 
Weihnachtsmarkt in Tábor Tschechien
Auf dem Weihnachtsmarkt saugten wir die festliche Stimmung auf
 

Draußen halten wir es jedoch nicht allzu lange aus – die Kälte kriecht uns unter die Haut. Also marschieren wir in den Gotischen Saal des Hussitenmuseums, wo eine Weinverkostung auf uns wartet.

 
Weinbar und Restaurant Thir Tábor Tschechien
Ambiente der Weinbar und des Restaurants Thir
Weinbar Thir Tábor Tschechien
Ambiente der Weinbar und des Restaurants Thir
 

Das Weinangebot ist breit gefächert – von italienischen bis zu rumänischen Weinen. Den größten Teil unserer Zeit verbringen wir aber bei Honza und seinen biodynamischen Weinen. Wie er schätzen auch wir authentische Weine, die durch ihren ursprünglichen Geschmack glänzen – ohne Chemie, ohne künstliche Aufbesserung. Besonders ans Herz gewachsen sind uns die schwefelfreien Naturweine. Denn diese Weine sind wirklich zauberhaft: Kein Kopfschmerz, selbst nach mehreren Flaschen.

 
Wein im Penzion Thir Tábor Tschechien
Im Thir darf es ruhig ein Glas mehr sein – Kopfschmerzen bleiben aus.
 

„Je länger ich internationale Beziehungen studierte, desto mehr merkte ich, wie wichtig lokale Beziehungen sind.“

Auf dem Rückweg ins Penzion überlegen wir, wer dieser Honza eigentlich ist, woher er kommt und wie es ihm gelungen ist, so ein besonderes Haus aufzubauen. Nach der Verkostung und dem Abendessen treffen wir ihn in der Weinbar und befragen ihn ausgiebig.

 
Bierstube VÝČEP in Tábor Tschechien
Wer lieber Bier trinkt, sollte nach dem Abendessen im VÝČEP vorbeischauen
 

Honza hat internationale Beziehungen studiert, doch wie er selbst sagt: „Je länger ich internationale Beziehungen studierte, desto mehr merkte ich, wie wichtig lokale Beziehungen sind.“ Nach dem Studium wusste er nicht so recht, was er machen sollte, und flog deshalb nach Kanada, wo er Bäume pflanzte und putzte. „Bei so einer Arbeit hatte ich viel Zeit, über den Sinn des Lebens nachzudenken – und mir wurde immer klarer, dass ich in meine Heimatstadt zurückwill, um sie mitzugestalten und weiterzuentwickeln.“ Wenn er von Tábor erzählt, leuchten seine Augen auf. „Kanada ist ein tolles Land, aber geh hier mal durch Tábor. Solche Städte findest du dort nirgends.“

 
Tábor Tschechien Sehenswürdigkeiten
Wir werden Tábor definitiv noch einmal besuchen – nicht nur wegen der schönen Türen und des Weins 🙂
 

Das Thir ist nicht sein letztes Projekt: Vor einigen Monaten eröffnete er am Žižkaplatz die Bierstube VÝČEP, wo er Bier aus der lokalen Familienbrauerei Obora ausschenkt. Wer Bier dem Wein vorzieht, sollte unbedingt vorbeischauen. Dazu gibt es etwas zu essen aus der lokalen Metzgerei Liška oder vom Milchhof Bláhův dvůr. Und vielleicht erklingt dabei Musik aus dem Film „Gemütliche Nester“ – denn in dieses wunderbare Lokal kommen regelmäßig Musiker aus der Stadt, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

 

In Tábor waren wir sicher nicht zum letzten Mal. Schon jetzt freue ich mich darauf, im Frühling wieder durch die Stadt zu schlendern, die Holečkovy-Gärten zu besuchen, die Ctiborův-Mühle mit ihrem Kulturzentrum Cesta zu erkunden und den lokalen Gemeinschaftsgarten anzuschauen. Und natürlich nehmen wir uns von Chris wieder einen fantastischen Käse oder Ricotta-Gnocchi mit nach Hause. Zum Abend dann – Poesie aus Essen und Wein im Thir.

 
lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo übernachten in Tábor
2 empfohlene Unterkünfte für Ihren Urlaub

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Redaktionsplan für Social Media erstellen – Vorlage zum Download

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TL;DREinen Redaktionsplan für Social Media legst du am besten als Tabelle an: mit Veröffentlichungsdatum, Inhalt (Text und Foto), genutztem Kanal und Planungsstatus – ideal geteilt in Google Sheets für das ganze Team. Grundlage dafür ist die Jahres-Content-Strategie, aus der ein Redaktionsplan entwickelt wird. Geplant werden kann für einen Monat oder auch nur eine Woche, wichtig ist aber Regelmäßigkeit – zum Beispiel immer sonntags. Eine fertige Vorlage für den Redaktionsplan bekommst du für 59 Kč, sie kommt sofort nach der Zahlung per E-Mail. Die eigene Erstellung einer solchen Tabelle würde 1–2 Stunden dauern. Für die professionelle Verwaltung empfehlen sich Tools wie Buffer, Hootsuite oder Later. Tweetdeck für Twitter und Meta Creative Studio für Facebook und Instagram gibt es kostenlos.

Arbeitest du als Social-Media-Manager oder versuchst, mit deinem Business auf Social Media durchzustarten? Dann solltest du unbedingt einen Redaktionsplan für Social Media nutzen – denn regelmäßige Beiträge sind das A und O. Lad dir jetzt unsere Vorlage herunter!

So gelingt professionelles Social-Media-Management

Egal ob du Beiträge für Social Media nur für deinen eigenen Blog oder für ein großes Unternehmen erstellst – ein Redaktionsplan ist für jeden sinnvoll, der seine Online-Aktivitäten professionalisieren möchte. Lies auch unsere Tipps zur Content-Erstellung für Social Media.

Ein Redaktionsplan ermöglicht es dir, langfristiger zu denken, deinen Content gezielt zu optimieren und im Nachhinein einzelne Kampagnen besser auszuwerten. Bloggern hilft er bei der Disziplin, und kleinen Unternehmen gibt er eine klare Richtung in der Kommunikation.

Was gehört in einen Redaktionsplan für Social Media?

Der Redaktionsplan basiert auf einer Content-Strategie, die üblicherweise für ein ganzes Jahr erstellt wird. Diese Strategie wird dann für die einzelnen Distributionskanäle in einen konkreten Contentplan heruntergebrochen.

Daraus ergibt sich schließlich der Redaktionsplan. Ich empfehle persönlich, den monatlichen Redaktionsplan und den Jahresüberblick in einer einzigen Tabelle zusammenzuführen – ganz pragmatisch, damit du nicht ständig zwischen verschiedenen Tabellen und Marketingdokumenten hin- und herwechseln musst.

In einem minimalistischen Redaktionsplan sollte zumindest das Datum stehen, an dem der Beitrag veröffentlicht wird, der geplante Inhalt (Text + Bild) sowie der Kanal, auf dem er erscheinen soll.

Praktisch ist außerdem eine Spalte, die anzeigt, ob der Beitrag bereits geplant wurde – und für Manager empfiehlt sich zusätzlich ein Feld zur Freigabe von Inhalten.

Ich trage persönlich keine genaue Uhrzeit mehr in den Redaktionsplan ein, weil ich Tools verwende, die mir automatisch den optimalen Zeitpunkt empfehlen. Wer noch keine solchen Tools nutzt, sollte die Uhrzeit aber trotzdem notieren – das erleichtert später die Auswertung.

Wie weit im Voraus solltest du planen?

Das hängt vom Projekt ab – manche planen einen Monat im Voraus, andere nur eine Woche. Wichtig ist, dass du regelmäßig planst. Entscheidest du dich für wöchentliche Planung, sollte der Plan ausnahmslos jeden Sonntag fertig sein. Gerade für Freelancer ist Disziplin entscheidend – und genau dabei kann dir dieses einfache System helfen.

Tabelle übersichtlich und praktisch gestalten

Viele Marketing-Profis färben Sonntage oder Montage farblich ein, um die Übersicht in der Tabelle zu verbessern. Ich persönlich markiere die Sonntage. Nimm dir die Zeit, die Tabelle sorgfältig vorzubereiten – du wirst sie jahrelang nutzen. Vergiss also nicht, Dropdown-Elemente einzufügen und alles passend zum jeweiligen Zelleninhalt zu formatieren.

Kontinuierlich arbeiten, gebündelt planen

In das Textfeld trägst du den Beitragstext so ein, wie er auf dem jeweiligen Social-Media-Kanal erscheinen soll. Wenn es sich um einen Beitrag mit Bild oder Video handelt, kommt der Link zum Video/Bild – oder der Dateiname, falls noch nicht online – in die zweite Spalte.

Die Spalte „Freigegeben“ ist für alle gedacht, die ihre Social-Media-Inhalte von Vorgesetzten abnehmen lassen. Die beste Möglichkeit, die Tabelle mit dem Team zu teilen, ist die Arbeit in Google Sheets.

Die besten Tools für Social-Media-Planung im Jahr 2023

Als Profi oder wenn du deine Arbeit effizienter gestalten möchtest, wirst du um Social-Media-Planungstools kaum herumkommen. Warum?

Du kannst von einem einzigen Ort aus Beiträge für alle Social-Media-Kanäle planen, behältst alles übersichtlich im Kalender im Blick – und die meisten Tools bieten integrierte Analyse-Funktionen, mit denen du einzelne Aktivitäten gezielt auswerten kannst.

Und das sogar Monate rückwirkend. Unten findest du einige der beliebtesten Tools – die meisten bieten eine kostenlose Testphase von 7 bis 30 Tagen an. Ich empfehle, mehrere auszuprobieren, bevor du dich für ein kostenpflichtiges Abo entscheidest.

  • Buffer,
  • Hootsuite,
  • Loomly,
  • Zoho Social,
  • Sprout Social,
  • Later,
  • SocialBee,
  • Sendible,
  • Semrush,
  • Tweetdeck,
  • ContentCal – Adobe Express,
  • Planoly.

Den vollständigen Artikel über die besten Planungstools findest du hier.

Kauf unsere Vorlage und spare wertvolle Zeit

Das Erstellen einer eigenen Vorlage dauert je nach deinen Kenntnissen in Google Docs oder Excel 1–2 Stunden. Wenn du lieber sofort loslegen möchtest, haben wir eine fertige Vorlage für Excel und Google Docs für dich vorbereitet.

Der Plan ist so gestaltet, dass du ihn ohne große Anpassungen sofort einsetzen kannst. ☺️

Weitere Artikel für Einsteiger und Fortgeschrittene im Online-Marketing

Wie viel kostet die Vorlage für einen Social-Media-Redaktionsplan?

Die Vorlage kostet 2,50 EUR, also weniger als ein Kaffee in Prag.

Erhalte ich den Redaktionsplan sofort nach der Zahlung?

Ja, er wird dir per E-Mail zugeschickt.

Gibt es ein KOSTENLOSES Tool für Social-Media-Planung?

Tweetdeck für die Planung auf Twitter ist KOSTENLOS und für die Planung auf FB und IG könnt ihr das Meta Creative Studio direkt von Facebook nutzen.

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Du hast einen eigenen Blog, viele Fans auf Facebook, einen erfolgreichen Instagram-Account oder zahlreiche Follower auf Twitter? Dann ist Affiliate Marketing genau das Richtige für dich – eine Methode, mit der du durch die Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen Geld verdienen kannst. In den folgenden 5 Schritten zeige ich dir, wie du mit Affiliate Marketing starten kannst.

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Uganda Roadtrip #4: Wie man in Uganda campt und was es uns gekostet hat

TL;DRZwei Wochen Camping in Uganda haben die Autoren pro Person etwa 55.000 Kronen gekostet, inklusive Flug, Medikamenten und Gorilla-Permit. Eine vergleichbare Rundreise mit Reiseveranstalter (4 Nächte kürzer) hätte rund 90.000 Kronen gekostet. Campingplätze gab es zum Beispiel bei der Ziwa Rhino Sanctuary für 10 Dollar pro Person, im Red Chilli Hideaway im Murchison-Falls-Nationalpark für 8 Dollar pro Person oder im Simba Safari Camp für 6 Dollar pro Person. Die luxuriöseste Nacht verbrachten sie in einer Hütte der Mburo Safari Lodge für 250 Dollar. Allein die Eintritte in die Nationalparks sowie die Treks in die Rwenzori Mountains und zu den Gorillas im Bwindi Impenetrable National Park schlugen mit fast 40.000 Kronen zu Buche. Ein Parkeintritt für 24 Stunden kostet 45 Dollar pro Person plus 30 Dollar fürs Auto. Als beste Unterkunft empfehlen die Autoren das Via Via Guesthouse in Entebbe für 50 Dollar pro Nacht mit Frühstück. Vom Hotel Glory Summit in Hoima solltest du dagegen besser die Finger lassen – 35 Dollar pro Nacht sind hier zu viel.

Zwei Wochen Camping in Uganda war ein absolut spektakuläres Erlebnis, das wir nie vergessen werden. Die häufigste Frage, die wir bekommen, handelt aber nicht von der Natur, den Tieren oder den Ugandaern. Ihr fragt uns, wie viel unser Camping-Uganda-Roadtrip gekostet hat. Hier findet ihr unser komplettes Itinerar und alle detaillierten Ausgaben.

Unsere Route

Diesmal haben wir die Planung etwas „verantwortungsvoller“ angegangen und uns zumindest festgelegt, wo wir jeden Tag ankommen und was wir dort ungefähr machen wollen. Unterwegs hat sich der Plan zwar mehrmals geändert (zum Beispiel weil Google nicht weiß, dass die meisten Straßen in Uganda keinen Asphalt haben – und eine Strecke daher nicht fünf, sondern mindestens elfeinhalb Stunden dauert), aber am Ende haben wir bis auf die Schimpansen alles geschafft, was geplant war.

Camping in Uganda – Unterkünfte im Überblick

Die Planung einer Uganda-Reise ist komplex und ein wirklich guter Reiseführer schwer zu finden. Wir ersparen euch die Suche: Der beste ist unserer Meinung nach Uganda von Andrew Roberts, den ihr online bestellen könnt. Wir empfehlen ihn uneingeschränkt.

Die meisten Nächte haben wir in Uganda gecampt, gelegentlich haben wir uns aber auch ein echtes Bett gegönnt. Hier findet ihr alle unsere Unterkünfte im Detail. In allen Unterkünften gab es warmes Wasser – auf WLAN solltet ihr euch jedoch nicht verlassen. Einige Orte haben es zwar beworben, aber tatsächlich funktioniert hat es nur im Via Via Guesthouse. Wer also Internet braucht, sollte sich eine ugandische SIM-Karte mit Datenpaket besorgen – alternativ empfiehlt sich eine Holafly eSIM für Afrika.

RoadTrip Uganda #1: Vy dva v Ugandě určitě umřete

Tag 1. + 2. Via Via Guesthouse

Ein malerisches Guesthouse in Entebbe, wo wir morgens um drei Uhr gelandet sind. Am Ende war es die beste Unterkunft, die wir in Uganda gefunden haben – deshalb sind wir für die letzte Nacht auch wieder dorthin zurückgekehrt.

Übernachtungskosten: $50 / Nacht für ein Einzelzimmer inkl. Frühstück Verpflegung: $5 – $7 pro Mittag-/Abendessen Buchung: Via Via
Das Guesthouse Via Via ist eine sichere Oase – ein Paradies hinter Stacheldrahtzaun.
Das Guesthouse Via Via ist eine sichere Oase – ein Paradies hinter Stacheldrahtzaun.

Tag 3. Ziwa Rhino Sanctuary

Direkt im Park, wo wir auf Nashörner-Trek gegangen sind, haben wir auch übernachtet. Wir schliefen stilvoll im Zelt, auf einem Campingplatz so groß wie ein Fußballfeld.

Campingkosten: $10 / Person (ohne Frühstück) Buchung: Ziwarhino.com
Wie verrückt es ist, mit dem Zelt nach Uganda zu fahren, wurde uns klar, als wir im ersten Camp völlig alleine waren.
Wie verrückt es ist, mit dem Zelt nach Uganda zu fahren, wurde uns klar, als wir im ersten Camp völlig alleine waren.
RoadTrip Uganda #2: Když se zelený ráj změní v peklo

Tag 4. + 5. Red Chilli Camp im Murchison Falls Nationalpark

Red Chilli ist ein wunderschönes Camp mitten im größten ugandischen Nationalpark – mit dem mit Abstand besten Personal in ganz Uganda! Es liegt drei Minuten von der Fähre über den Nil entfernt, wo morgens das Safari-Abenteuer beginnt. Ein idealer Ausgangspunkt. 🙂

Das Camp diente uns als Basis für eine halbtägige Safari (mit unserem eigenen Auto) und eine dreistündige Bootsfahrt auf dem Nil.

Campingkosten: $8 / Person Buchung: redchillihideaway.com
Restaurant im Camp mit dem besten Personal in Uganda
Restaurant im Camp mit dem besten Personal in Uganda

Tag 6. Das Hotel, das ihr unbedingt meiden solltet!

Wir haben die Etappe nicht geschafft und mussten für eine Nacht im Hotel Glory Summit in der Stadt Hoima Halt machen. Zunächst findet man das Hotel gar nicht, weil die Adresse sowohl auf Booking als auch auf der eigenen Website falsch angegeben ist. Hat man es dann endlich gefunden, kann die Rezeptionistin weder die Zimmernummer nennen noch sagen, wo das Frühstück serviert wird – und hat absolut keine Ahnung, ob in der Küche noch jemand steht. Obendrauf wird noch ein 5-%-Aufschlag für Kartenzahlung fällig. 🙂

Übernachtungskosten: $35
Glory Summit Hotel
Glory Summit Hotel

Tag 7. Rwenzori Mountains – Rwenzori Trekkers Hostel

Bevor wir zum zweitägigen Trek in die Berge aufgebrochen sind, haben wir die Möglichkeit genutzt, direkt auf dem Gelände der Trekking-Gesellschaft zu übernachten. Ein einfaches Zimmer mit Bett und Moskitonetz – genau das Richtige für die Nacht vor dem Aufstieg.

Übernachtungskosten: $15 / Person inkl. Frühstück (Camping: $8)
Bett im Hostel in den Rwenzori Mountains
Bett im Hostel in den Rwenzori Mountains

Tag 8. Rwenzori Mountains – Kalalama Camp

Beim zweitägigen Trek übernachteten wir im Camp, das wir nach sieben Stunden und 1.800 Höhenmetern endlich erreicht hatten.

Trekkosten: $250 pro Person (inkl. Guide, Träger, Mahlzeiten, Snacks und Hütte) Buchung: rwenzoritrekking.com
Als uns der Guide gezeigt hat, wo wir schlafen würden, verschwand er sofort
Als uns der Guide gezeigt hat, wo wir schlafen würden, verschwand er sofort

Tag 9. Simba Safari Camp

Etwa anderthalb Stunden von den Rwenzori Mountains entfernt, rund 100 Meter vom Äquator und zehn Minuten vom Eingang zum Queen Elizabeth Nationalpark, liegt das Simba Safari Camp. Im Restaurant wird man wie ein König behandelt – zumindest wenn man vorher bestellt und mindestens ein Drei-Gänge-Menü möchte. 🙂

Campingkosten: $6 / Person Buchung: ugandalodges.com
Simba Camp
Simba Camp
Uganda RoadTrip #3: Jak si nás přišla osahat gorila

Tag 10. Queen Elizabeth Parkview Tourist Hotel

Nach einem langen Safari-Tag im Nationalpark haben wir auf der anderen Seite des Parks in diesem luxuriösen Resort mit Blick auf die elefantenbevölkerten Ebenen Halt gemacht. Wir waren die einzigen Gäste, man wollte uns anfangs übers Ohr hauen, aber am Ende hat sich alles zum Guten gewendet – und wir haben es sogar richtig genossen. 🙂

Campingkosten: $10 / Person Buchung: qeparkviewlodge.com
Im Garten dieses Hotels haben wir gecampt – morgens sahen wir direkt unter uns eine Elefantenfamilie.
Im Garten dieses Hotels haben wir gecampt – morgens sahen wir direkt unter uns eine Elefantenfamilie.

Tag 11. Rushaga Gorilla Camp

Wer im Bwindi Impenetrable National Park Gorillas beobachten möchte, muss in einer der umliegenden Lodges übernachten. Mit höheren Preisen ist zu rechnen – die Ugander wissen genau, dass man keine Wahl hat.

Campingkosten: $35 / Person (inkl. Frühstück und einem Hauptgericht) Buchung: rushaga.com Rushaga Gorilla Camp

Tag 12. + 13. Paradise Eco Hub

Dieses Paradies haben wir gebraucht wie ein Stück Brot. Das Resort liegt auf einer kleinen Insel im Lake Bunyonyi und bietet alles, was man in Uganda braucht.

Für euer Geld bekommt ihr in Uganda einen in dieser Form sonst kaum erreichbaren Komfort (wir haben diesmal nicht gezeltet) – auch wenn in den Hütten kein Strom vorhanden ist (nur ein batteriebetriebenes Lämpchen), das Essen mehrere Stunden im Voraus bestellt werden muss (damit per Boot Zutaten geholt werden können) und das Internet nicht funktioniert, obwohl es auf der Website angepriesen wird.

Silas, der Resortmanager und allgegenwärtige Begleiter, kümmert sich von A bis Z um euch. Gönnt euch den halbtägigen Ausflug ($15/Person), bei dem er euch per Boot zu den Inseln, in eine lokale Schule und zu einem kurzen Aussichtspunkt-Wanderweg mitnimmt.

Übernachtungskosten: $60 / Nacht / Luxury Nest Buchung: paradiseecohub.com
Paradise Eco Lodge
Paradise Eco Lodge
Paradise Eco Lodge
Paradise Eco Lodge

Tag 14. Mburo Safari Lodge

Für die letzte Nacht in Uganda haben wir uns etwas gegönnt. Wir haben alle übrigen Schillinge zusammengekratzt und für $220 eine luxuriöse Hütte mit Mittag-, Abend- und Frühstück gebucht. Der Koch war mit Abstand der beste der ganzen Reise – und wir wurden behandelt wie VIPs. Vor dem Essen bekamen wir ein warmes feuchtes Handtuch (!) zum Händewaschen, womit ein stundenlanger Gourmet-Genuss begann. Stündlich deshalb, weil es wirklich ewig gedauert hat. 😀

Übernachtungskosten: $250 / Hütte Buchung: mburosafarilodge.com
Mburo Safari Lodge
Mburo Safari Lodge

Tag 15. Via Via Guesthouse

Wir endeten dort, wo wir begonnen haben. 🙂 Wir kamen nur noch für ein paar Stunden und ein Abendessen vorbei – und dann ab nach Hause.

Was hat Uganda also insgesamt gekostet?

Pro Person hat uns Uganda rund 2.200 € gekostet. Darin enthalten sind Flüge (ca. 440 €), Medikamente und Impfungen (die wir alle nachholen mussten – rund 200 € pro Person) sowie der Gorilla-Trek (ca. 400 € pro Person).

Wir sind von Wien aus geflogen, wohin wir einen Tag früher gereist sind – daher ist auch ein Tag und eine Nacht in Wien in der Rechnung enthalten. Quasi ein kleiner Vorausflug. 🙂

Unterwegs haben wir nicht besonders gespart. Wo es möglich war, haben wir gecampt – auf das Kochen haben wir aber nach dem ersten Tag verzichtet (es wird zu früh dunkel und die malariagefährlichen Mücken kommen ab 17 Uhr raus). Wir haben daher meistens abends, morgens und mittags im Restaurant gegessen.

Wir haben uns gekauft, was uns gerade eingefallen ist – aber wirklich verschwendet haben wir auch nicht. Ein typisches Essen im Hotel oder Camp kostet $5–$7, und auf der Straße bekommt man Chapati für kleines Geld, aber das jeden Tag zu essen hält man auf Dauer kaum durch. 🙂

Aufschlüsselung der Kosten:

Was kosten zwei Wochen Uganda?

Eintrittsgebühren treffen euch auf Schritt und Tritt

Allein die Eintrittsgebühren für Nationalparks, den Gorilla-Trek und den zweitägigen Bergtrack haben uns fast 1.600 € gekostet. Die Ugander verlangen von Ausländern ein Vielfaches dessen, was Einheimische zahlen. Das ist kein Betrug – das sind tatsächlich die offiziellen Preise. So ist es keine Seltenheit, dass ihr für einen 24-Stunden-Aufenthalt im Nationalpark (nicht eine Minute mehr – beim Ausfahren kontrolliert ein Soldat mit Kalaschnikow) $45 pro Person und $30 für das Auto bezahlt. Addiert die Unterkunft dazu, multipliziert mit der Anzahl der Tage – und man gerät schnell ins Grübeln.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in Uganda übernachten kann
6 Unterkünfte — Hotels, Campingplätze und weitere Übernachtungsmöglichkeiten
⭐ TOP WAHL 📚 Reiseführer
Uganda von Andrew Roberts
Der beste Reiseführer für die Planung von Uganda nach Meinung der Autoren. Absolut empfehlenswert. Erspart Ihnen Arbeit und die Rückgabe unbrauchbarer Bücher.
★★★★ Preise prüfen
Verfügbarkeit prüfen
🏨 Hotel
Via Via Guesthouse
Malerisches Guesthouse in Entebbe, die beste Unterkunft, die die Autoren in Uganda gefunden haben. Der einzige Ort mit funktionierendem WLAN. Frühstück inklusive.
★★★★ ab $50/Nacht
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⛺ Camping
Ziwa Rhino Sanctuary
Camping direkt im Park mit Nashörnern, auf einem Gelände so groß wie ein Fußballfeld. Ideal für Nashorn-Trekking.
★★★★ ab $10/Person
Verfügbarkeit prüfen
⛺ Camping
Red Chilli Hideaway
Wunderschöner Campingplatz mitten im größten ugandischen Nationalpark Murchison Falls mit dem besten Personal in ganz Uganda. Idealer Ausgangspunkt für Safaris, drei Minuten von der Nilfähre entfernt.
★★★★ ab $8/Person
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🏨 Hotel
Glory Summit Hotel
Hotel in der Stadt Hoima, das die Autoren zu meiden empfehlen. Falsche Adresse auf Booking und Website, inkompetentes Rezeptionspersonal, 5% Gebühr für Kartenzahlung.
★★ ab $35/Nacht
Verfügbarkeit prüfen
🏡 Pension/B&B
Rwenzori Trekkers Hostel
Einfaches Zimmer mit Bett und Moskitonetz auf dem Gelände des Unternehmens, das Trekkingtouren in die Mondberge (Rwenzori Mountains) organisiert. Frühstück inklusive.
★★★ ab $15/Person
Verfügbarkeit prüfen

Uganda für die Hälfte des Preises

Wir haben unsere Kosten mit dem verglichen, was ein deutsches Reisebüro für eine ähnliche Tour aufruft. Wir haben eines gefunden, das eine sehr ähnliche Rundreise anbietet – allerdings mit vier Nächten weniger. Das Ergebnis: Wir waren für die Hälfte des Preises in Uganda unterwegs und haben dabei deutlich mehr gesehen (z. B. den zweitägigen Trek in die Mondberge). Und die vier zusätzlichen Nächte waren es allemal wert. 😇

Loudavým Krokem Reisebüro
Auto (= Reisefreiheit) JA NEIN
Anzahl der Nächte 14 10
Gorillas im Preis enthalten JA NEIN (+ ca. 400 € / Person)
Medikamente und Malariaprophylaxe enthalten JA NEIN (+ ca. 200 € / Person)
Gesamtkosten ca. 2.200 € ca. 3.600 € (+ ca. 600 €)
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Uganda RoadTrip #3: Wie uns ein Gorilla anfassen wollte

TL;DRDie Begegnung mit einem Berggorilla im ugandischen Bwindi-Nationalpark kam nach stundenlangem Waten durch den Dschungel. Ein zweijähriger Gorilla näherte sich den Autoren, beschnupperte sie und setzte sich mitten in ihren Halbkreis. Das Permit fürs Gorilla-Trekking kostet 450 Dollar pro Person, in der Hochsaison 650 Dollar. Den Trägern gibst du zusätzlich mindestens 15 Dollar Trinkgeld. Weltweit leben nur noch 800 Berggorillas, alle ausschließlich in zwei ugandischen Nationalparks, von denen einer bis in die Demokratische Republik Kongo und nach Ruanda reicht. Vor der Begegnung stand eine zweitägige Wanderung durch die Ruwenzori-Berge für 235 Dollar pro Person mit einem Aufstieg auf 3147 Meter und Stopps am Bunyonyi-See und im Queen-Elizabeth-Nationalpark.

Nie wieder fahren wir in Uganda im Dunkeln. Das haben wir uns gegenseitig versprochen und sind morgens wirklich früh losgefahren. Hat nicht geklappt. Auf dem Weg zu den Mondbergen erwischten uns Dunkelheit und Gewitter – und unser unvergessliches Gorilla Trekking in Uganda rückte in greifbare Nähe.

Wenn wir dachten, dass nichts schlimmer sein kann als nachts über Feldwege zu fahren, dann hat uns dieser Tag eines Besseren belehrt: Überflutete, zwei Meter tiefe Feldlöcher sind eine brutale Offroad-Schule auf Leben und Tod.

Nach 7-stündigem Aufstieg auf 3147 m
Nach 7-stündigem Aufstieg auf 3147 m (fotografiert mit Canon 6D)

Ich hatte keine Lust mehr auf die zweitägige Wanderung. Wir checkten im Hostel ein, von dem aus man startet, und verkündeten, dass wir morgen auf jeden Fall losgehen würden. Keiner von uns glaubte daran. Wir wollten den anderen nicht enttäuschen, aber der deprimierende Regen weckte nur den Wunsch, so schnell wie möglich von hier zu verschwinden.

 

Aber der Morgen überraschte uns – es war wunderschön. Keiner von uns konnte einen einzigen Grund finden, warum wir nicht gehen sollten, und so brachen wir auf. In die Mondberge darf man nicht ohne Führer und Träger. Und es kostet viel Geld. Der zweitägige Ausflug kostet pro Person 235 Dollar, plus Trinkgeld für die Träger, die man haben muss, die aber von der Firma nicht bezahlt werden. Es sind einfach Leute aus dem Dorf.

Dorf in den Ruwenzori Mountains, wo wir unsere Träger bekamen
Dorf in den Ruwenzori Mountains, wo wir unsere Träger bekamen (fotografiert mit Canon 6D)

Bergauf, und dann steil bergauf

„Jetzt kommt eine flache Strecke, etwa vier Kilometer, und dann fangen wir an zu steigen.“ Erklärte uns unser Führer, und wir wunderten uns die ganze Zeit, warum er „flach“ nennt, was in Wirklichkeit ein Anstieg war. Dann verstanden wir, dass ein Anstieg für ihn nur das ist, wo man sich mit den Händen helfen muss. Bald waren wir froh über die Träger. Die Sonne brannte und wir kämpften uns durch den Dschungel.

Den Trägern mussten wir alles übergeben. Mir erlaubten sie nur die Kamera zu tragen.
Den Trägern mussten wir alles übergeben. Mir erlaubten sie nur die Kamera zu tragen. (fotografiert mit Canon 6D)

Unser Führer war nicht gerade der beste Führer. Seine häufigsten Worte waren: „Hier Pause?“

Etwas Brauchbares bekamen wir erst aus ihm heraus, als wir ihn fragten, ob es hier giftige Schlangen gibt.

„Ja. Wir haben hier die Grüne Mamba, die Schwarze Mamba und die Speikobra.“ Weiße Zähne blitzten in einem Lächeln inmitten eines schwarzen Gesichts.

„Also nur die gefährlichsten der Welt.“ kommentierte Lukáš.

„Ja, aber wir müssten riesiges Glück haben, um ihnen zu begegnen!“ Der Führer lächelt und wir denken uns, dass es tatsächlich ein „riesiges Glück“ wäre, einer Schlange zu begegnen, die uns töten könnte.

Unterwegs sahen wir zwar keine Mambas oder Kobras, dafür aber reichlich Wasserfälle
Unterwegs sahen wir zwar keine Mambas oder Kobras, dafür aber reichlich Wasserfälle (fotografiert mit Canon 6D)

Ugandisches Versteckspiel

Als wir die Hälfte des Weges erreichen und es so aussieht, als würden wir den Geist aufgeben, beschließen wir, dass wir eine Mittagspause brauchen. Die Träger packen das Essen aus und verschwinden dann zusammen mit dem Führer um die Ecke. Wir hören sie lachen und scherzen, aber sobald das Essen vorbei ist, kommen sie zurück, verstummen und schweigen, solange sie in unserer Nähe sind.

Als uns der Führer zeigte, wo wir schlafen würden, verschwand er sofort
Als uns der Führer zeigte, wo wir schlafen würden, verschwand er sofort (fotografiert mit Canon 6D)

Endlich erreichen wir die Hütte. Wir stellen aber fest, dass es hier keine Aussicht gibt. „Dafür müssten wir noch höher, aber das liegt bei euch,“ sagt der Ugander. Also kriechen wir noch höher hinauf, verfluchen uns aber sofort dafür, weil wir wissen, dass unsere Körper uns in den nächsten Tagen dafür nicht danken werden. Nach insgesamt 7 Stunden sind wir auf 3147 Metern. Es hat sich gelohnt.

Unser Hotel in den Bergen
Unser Hotel in den Bergen (fotografiert mit Canon 6D)

Aber hier beginnt das eigentliche Theater. „So, wir sind da.“ verkündet der Führer, zeigt auf die Hütte, in der wir schlafen werden, und verschwindet dann in einer winzigen Bude zu unseren drei Trägern und anderen Einheimischen, die schon dort waren.

Obwohl uns alles wehtat, war die Aussicht es wert
Obwohl uns alles wehtat, war die Aussicht es wert (fotografiert mit Canon 6D)

Weiße europäische Privilegierte

„Auf der Website stand, dass die übliche Aktivität nach dem Wandern das Plaudern mit dem Führer ist.“ kommentiere ich amüsiert die versteckten Ugander in der Hütte. Unseren Führer sehen wir an diesem Tag nur noch einmal zum „Briefing“, was lediglich die Ankündigung war, dass Frühstück um sieben ist und wir um 7:30 aufbrechen. Zwischendurch tauchen gelegentlich die Träger auf, die uns Tee, Kekse, Suppe und dann das Hauptgericht bringen. Eine Portion reicht für fünf Personen und wir fühlen uns peinlich berührt, weil wir es nie aufessen können. Niemand spricht mit uns.

Zum Abendessen bekamen wir mehrere Gänge
Zum Abendessen bekamen wir mehrere Gänge, es begann harmlos mit Keksen (fotografiert mit Canon 6D)

„Wir sind hier wie Privilegierte,“ flüstern Lukáš und ich uns zu und fühlen uns unwohl.

Sobald wir aufgegessen haben, verschwinden wir schnell in die Hütte. Als wir die Tür hinter uns schließen, ertönt Gelächter. Die Ugander unterhalten sich bis Mitternacht, vielleicht sogar bis zum Morgen. Bis wir wieder aus der Hütte kriechen und sie uns schweigend wie Privilegierten aufwarten werden.

Wunderschöner Morgen in den ugandischen Bergen
Wunderschöner Morgen in den ugandischen Bergen (fotografiert mit Canon 6D)

„Der Tee ist fertig.“ Ertönt es um 6:20 Uhr und wir fragen uns, warum sie uns sagten, das Frühstück sei um sieben, wenn sie uns um 6:20 wecken. Wir winken ab und schleppen uns zum Tisch, wo man uns mehrere Gänge Frühstück aufträgt. Zuerst Brei, dann Eier, Bratkartoffeln und Toast. Für Lukáš dazu noch Würstchen. Wir bekamen sogar Butter. „Die müssen eine ganze Küche heraufgetragen haben.“ seufzt Lukáš über dem Essen. Wir sind unglücklich darüber, fühlen uns schuldig, dass wir Essen übrig lassen. Heimlich packen wir die Reste ein und beschließen, den Abstieg in fünf Stunden zu schaffen und die Mittagspause auszulassen.

Simba Camp
Simba Camp am Queen Elisabeth National Park (fotografiert mit Canon 6D)

Malariarisiko schreckt vom Kochen ab

Schon den zweiten Tag können wir kaum laufen. Im Simba Camp am Rand des Queen Elisabeth National Parks schleichen wir umher, als hätte uns jemand verprügelt – und genau so fühlen wir uns auch. Selbst das Aufstellen des Zeltes erweist sich als heroische Leistung. Das Kochen haben wir glücklicherweise schon nach dem ersten Versuch aufgegeben. Es wird hier sehr früh dunkel und mit der Dunkelheit kommt eine Horde Mücken und eines der höchsten Malariarisiken in ganz Afrika. Damit müssen wir uns also nicht herumschlagen.

Kratersee – eines der vielen ugandischen Wunder
Kratersee – eines der vielen ugandischen Wunder (fotografiert mit Canon 6D)

Wir haben aber nichts zum Anziehen. Naiv dachten wir, dass wir eine Waschmaschine in irgendeinem Hotel nutzen könnten, bei dem wir campen würden. Es stellte sich heraus, dass es hier natürlich keine Waschmaschinen gibt, und man für jedes gewaschene Kleidungsstück bezahlen muss.

Queen Elisabeth National Park
Queen Elisabeth National Park (fotografiert mit Canon 6D)

Also waschen wir selbst in einer Schüssel und hängen alles an den umliegenden Bäumen auf. „Das sieht aus wie ein Weihnachtsbaum auf Ugandisch.“ Ich schaue auf den Baum neben unserem Zelt und frage mich, ob in Berlin schon überall Weihnachtsbeleuchtung hängt.

Am meisten sahen wir Antilopen
Am meisten sahen wir Antilopen (fotografiert mit Canon 6D)

Riesige Hotelkomplexe ohne Gäste, manchmal auch ohne Personal

Der Queen Elisabeth National Park ist für uns eine kleine Enttäuschung. Wir sehen nicht viele Tiere, außerdem haben unsere Beine immer noch nicht nachgelassen und wir wissen, dass das Gorilla Trekking unaufhaltsam näher rückt, wo wir unsere Muskeln brauchen werden.

Ugandas Safari gehört nicht zu den beliebtesten, aber es lohnt sich
Ugandas Safari gehört nicht zu den beliebtesten, aber es lohnt sich (fotografiert mit Canon 6D)

Am frühen Nachmittag suchen wir eine Unterkunft. Wir kommen bei einer Lodge an, wo es auch einen Campingplatz geben soll. An der Rezeption läuft laute Musik, aber die gesamte Anlage ist verlassen. Wir suchen auf dem Gelände, finden aber niemanden. Also machen wir uns auf die Suche nach einem weiteren Hotel mit Campingmöglichkeit und biegen an einem dubiosen Schild „Queen Elisabeth Park View Tourist Hotel & Camping“ ab. Schon die Zufahrt macht uns Angst – Kinder, die gerade aus der Schule kommen, kleben an uns, schauen durch die Fenster hinein, ziehen an den Türgriffen oder rennen hinter uns her und tun so, als würden sie das Auto schieben. Neben uns gähnt ein furchteinflößender Abgrund.

Endlich erreichen wir das Tor und erschrecken bei dem Gedanken, durch die Kinder wieder zurückfahren zu müssen.

Niemand kommt. Wir wollen schon umdrehen, als ich hinter dem Tor eine Bewegung erspähe.

„Da ist jemand!“

Affen zu beobachten war eine unserer Lieblingsaktivitäten
Affen zu beobachten war eine unserer Lieblingsaktivitäten (fotografiert mit Canon 6D)

Zuerst versuchten sie uns abzuzocken

Als sich das Tor öffnet, begrüßen uns gleich mehrere Ugander. Die Anlage ist riesig mit Blick auf die Safari. Zuerst bereuen wir, dass wir nicht umgedreht haben. Wir sind allein und der Ugander ist nicht begeistert davon, dass wir nur campen wollen. „20 Dollar pro Person.“ versucht er es, aber wir sagen ihm, dass im Internet 10 Dollar stehen.

„10 Dollar auch gut.“ Mit dem Gefühl, dass er uns sofort abzocken wollte, fühlen wir uns hier wie Eindringlinge. Aber sobald das anfängliche, übliche dreiste Theater um die Fragen, was wir zum Abendessen wollen und wann wir es wollen, vorbei ist – samt Entschuldigungen, dass sie eigentlich nur ein Gericht machen können und das Abendessen nur zu einer bestimmten Uhrzeit möglich ist – sitzen wir alle im Gemeinschaftsraum und unterhalten uns.

 

Im Queen Elisabeth Parkview Tourist Hotel waren wir allein. Und dazu haben wir dort noch gecampt.
Im Queen Elisabeth Parkview Tourist Hotel waren wir allein. Und dazu haben wir dort noch gecampt. (fotografiert mit Canon 6D)

Wir stellen fest, dass unser Gastgeber sich für die Welt um ihn herum interessiert. Er erzählt uns von Uganda und seiner Entwicklung, und wir erfahren, dass es hier auch eine Schulpflicht gibt. „Damit die Kinder keine Drogen nehmen und die Mädchen nicht mit fünfzehn Kinder bekommen.“ kommentiert er es und erzählt weiter, bis wir bei der Weltpolitik ankommen und beim Schimpfen über Kim Jong-un enden. Dann fragt er uns nur noch, wie man mehr Touristen aus Europa nach Uganda locken könnte. Wir reden über Straßen, Marketing, bis wir bei Deutschland landen.

Wie könnt ihr in Deutschland in solcher Kälte leben?

„Und was für Wetter habt ihr bei euch?“

„Im Winter sinkt die Temperatur unter null. Letztes Jahr sogar minus 15 in Berlin.“

„UUUUH?“ pfeift der Ugander mit dem typischen lokalen Laut des Erstaunens. „Wie können die Leute darin leben?“ Er macht große Augen. „Da würde ich den ganzen Tag nur unter der Decke liegen und nirgendwohin gehen.“ Und er lacht. Die Vorstellung von Winter kommt ihm offensichtlich furchtbar komisch vor.

Im Garten dieses Hotels haben wir gecampt, morgens sahen wir unter uns eine Elefantenfamilie
Im Garten dieses Hotels haben wir gecampt, morgens sahen wir unter uns eine Elefantenfamilie (fotografiert mit Canon 6D)

„Na ja, manchmal wollen wir auch nicht aufstehen,“ gebe ich zu. Wir sitzen in einem Raum, der als Rezeption und Restaurant dient. In Wirklichkeit stehen nur ein paar Sofas, ein Couchtisch und ein Fernseher darin. Wie die meisten Hotelkomplexe ist auch dieser überdimensioniert, aber nicht zu Ende gedacht. Der Komplex hat mindestens 20 Zimmer, aber Parkplätze nur für fünf Autos. Die Zufahrt ist staubig, voller Löcher und eher für einen Panzer als für Autos gemacht – und führt entlang eines riesigen Abgrunds.

Der letzte Gast war vor einem Monat hier. Wir hatten also vier Einheimische ganz für uns allein. Vielleicht sogar mehr.

„Wir haben zu Hause Heizungen.“ erklärt Lukáš. Das ignoriert der Ugander und plötzlich leuchten seine Augen auf.

„Und da können Autos fahren? In solcher Kälte?“ Der Ugander lacht sich schon kaputt, ich habe noch nie gesehen, dass jemand den Winter so lustig findet. Offensichtlich ist da etwas Unterhaltsames dran, das ich absolut nicht begreife. Wir erklären ihm, dass Autos im Winter ganz normal fahren. Diese Sorge kommt wiederum uns amüsant vor – Frost und Schnee sind ein Kinderspiel im Vergleich zu einer normalen staubigen Straße in Uganda.

Plötzlich wird er still.

Wie Ugander ihre Gärten verteidigen

„Hört ihr das Geräusch? Die Leute rennen los, um den Garten zu verteidigen.“ Wir stutzen kurz, aber nur für eine Sekunde. Gerade ist der Strom ausgefallen und ich sehe nur den weißen Halbmond eines Lächelns.

„Verteidigen. Wovor?“

„Vor den Elefanten! Sie spielen ihnen auf Trommeln!“ Wir lachen los und lauschen dann den Trommeln und dem Gesang der Menschen in der Ferne, bevor wir alle schlafen gehen. Am nächsten Tag stört es uns nicht einmal, dass er uns fürs Abendessen wahrscheinlich die 20 Dollar extra berechnet hat, die er für das Camping haben wollte. Wir geben ihm noch Trinkgeld und wünschen ihm aufrichtig, dass mehr Besucher hierher kommen mögen.

Vom Queen Elisabeth National Park fuhren wir zum Bwindi National Park zu den Gorillas
Vom Queen Elisabeth National Park fuhren wir zum Bwindi National Park zu den Gorillas (fotografiert mit Canon 6D)

Bwindi Gorilla Trekking: Ab in den Dschungel

Das größte Erlebnis steht uns noch bevor. Wir kommen im Bwindi National Park an, von wo aus wir am nächsten Tag zu den Gorillas aufbrechen sollen. Wir freuen uns riesig. Das örtliche Camp soll top sein (der Preis spricht dafür) und die Begegnung mit den Berggorillas wird von Menschen als das unglaublichste Erlebnis ihres Lebens beschrieben. Das Gorilla Trekking in Uganda ist anstrengend, aber es lohnt sich – so viel können wir schon verraten.

Das Rushaga Gorilla Camp ist wirklich schön, auch wenn es kein WLAN gibt und das Essen dasselbe ist wie überall sonst. Amerika-Imitation ohne Geschmack und Idee. Die Ugander sind im Organisieren nicht besonders gut – wir haben zwar seit zwei Wochen ein Gorilla-Permit, wissen aber nicht, von wo und um wie viel Uhr wir losgehen sollen. Wir versuchen es hier herauszufinden, aber selbst die Informationen der Einheimischen sind widersprüchlich. Einer sagt 7:30, ein anderer 8:00.

Als wir sie erblickten, verstanden wir endlich, warum die Menschen es als das unglaublichste Erlebnis ihres Lebens bezeichnen
Als wir sie erblickten, verstanden wir endlich, warum die Menschen es als das unglaublichste Erlebnis ihres Lebens bezeichnen (fotografiert mit Canon 6D)

Am Treffpunkt dauert es weitere zwei Stunden, bis sie uns in Gruppen einteilen und wir mit Autos zum Startpunkt fahren, von wo wir endlich losgehen. Mehrmals versuchen sie uns zu überreden, Träger mitzunehmen (denen man dann mindestens 15 Dollar geben soll). Wir verstehen nicht warum, wenn wir nur Wasser und einen Snack im Rucksack haben. Wir verstehen nicht, warum sie nicht im Preis inbegriffen sind, wenn wir 450 Dollar dafür bezahlen (in der Hauptsaison zahlt man 650 Dollar).

Der Gorilla wollte uns anfassen und spielen

Wir waten schon seit mehreren Stunden durch den Dschungel, versinken im Schlamm und unsere Begleiter müssen sich den Weg mit der Machete freischlagen. Als ich schon aufgeben will, huscht etwas Schwarzes, Riesiges vor uns vorbei. Unser Herz hämmert. Dann hören wir das Brüllen der Gorillas und das Krachen der Äste. Die Ugander fauchen und knurren zu ihnen, versuchen sie in ihrer Sprache anzulocken. Lukáš und ich verfluchen uns, warum wir dafür bezahlen, hier womöglich in den Armen eines 180-Kilo-Gorillas zu sterben.

Von diesen Berggorillas gibt es weltweit nur 800, und sie leben alle in zwei Nationalparks in Uganda. Einer der Parks erstreckt sich auch in die Demokratische Republik Kongo und nach Ruanda. Nirgendwo sonst auf der Welt kann man ihnen begegnen.
Von diesen Berggorillas gibt es weltweit nur 800, und sie leben alle in zwei Nationalparks in Uganda (fotografiert mit Canon 6D)

Ich bin die Einzige mit einer Kamera, also hält mich einer unserer Begleiter an der Hand und zieht mich vorne mit, während er mit der anderen Hand Äste abbricht und freischlägt. Er setzt mich unter einen Baum und zeigt. Plötzlich sehe ich sie. Wir setzen uns alle in ehrfürchtiger Stille hin und beobachten eine Gorilla-Familie. Sie beobachten uns. Eine Zweijährige kommt zu uns, fasst uns an, springt dann zurück und fängt an, sich zu freuen. Sie beschnuppert uns. Schaut mir in die Augen und rennt dann plötzlich weg, kommt zurück und setzt sich ans Ende unseres Halbkreises. Sie gesellt sich zu uns, verschränkt die Arme vor der Brust und beobachtet wie wir eine Weile das Geschehen um sich herum.

Lake Bunyonyi traf uns – mit Schönheit und einer Magen-Darm-Grippe
Lake Bunyonyi traf uns – mit Schönheit und einer Magen-Darm-Grippe (fotografiert mit Canon 6D)

Von diesen Berggorillas gibt es weltweit nur 800, und sie leben alle in zwei Nationalparks in Uganda. Einer der Parks erstreckt sich auch in die Demokratische Republik Kongo und nach Ruanda. Nirgendwo sonst auf der Welt kann man ihnen begegnen.

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in Uganda übernachten kann
6 Unterkünfte — Resorts, Campingplätze und weitere Übernachtungsmöglichkeiten
⭐ TOP-WAHL ⛺ Camping
Simba Camp
Campingplatz am Rande des Queen Elisabeth National Parks. Die Autoren haben sich hier nach zwei Tagen in den Bergen herumgetrieben und ihr Zelt aufgebaut. Hohes Malaria-Risiko, daher empfehlen sie, nach Einbruch der Dunkelheit nicht zu kochen wegen der Moskitos.
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🏨 Hotel
Queen Elisabeth Parkview Tourist Hotel
Riesiger Hotelkomplex mit Campingmöglichkeit und Blick auf die Safari. Ursprünglich verlangten sie 20 Dollar pro Person fürs Campen, am Ende 10 Dollar. Die Autoren waren allein auf dem Gelände, das Personal war freundlich und gesprächig über Uganda und Weltpolitik. Vom Hotel aus hört man die Trommeln der Einheimischen, die nachts ihre Gärten vor Elefanten schützen.
★★★★ 10 USD/Person (Camping)
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⛺ Camping
Rushaga Gorilla Camp
Schöner Campingplatz im Bwindi National Park, von wo aus man zu den Gorillas aufbricht. Die Autoren beschreiben ihn als top für den Preis, allerdings funktionierte das WLAN nicht und das Essen war standard-ugandisch ohne Fantasie. Ausgangspunkt für Gorilla-Tracking für 450-650 USD.
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🏡 Pension
Paradise Eco Hub
Niedliches und günstiges Hotel mit hervorragender Bewertung auf einer der Inseln des Bunyonyi-Sees. Zugang per Boot. Die Autoren haben es wegen Internet für die Arbeit gebucht, aber das funktionierte nicht. Schwimmmöglichkeit vorhanden, aber die Autoren verbrachten hier zwei Tage mit Magen-Grippe und schliefen meistens.
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🌲 Resort
Mburo Safari Lodge
Eines der teureren Touristenhotels am Lake Mburo Nationalpark, wo die Autoren Zebras beobachtet haben. Sie kamen hierher fürs Internet (das wieder nicht funktionierte), verliebten sich aber in die Oase der Ruhe und beschlossen zu bleiben. Eine dieser Unterkünfte, wo man gerne etwas mehr bezahlt.
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Du solltest aber eine Ziege zu Hause haben. Am besten zwei oder drei!

Unsere Kräfte schwinden. Wir erreichen den Bunyonyi-See und setzen mit einem Boot zum Paradise Eco Hub über – ein charmantes und günstiges Hotel mit hervorragenden Bewertungen auf einer der Inseln dieses Wasserparadieses in Uganda. Man kann hier sogar schwimmen. Wir hatten es über Booking.com gebucht, um Internet zu haben und arbeiten zu können.

Das Datenvolumen auf der SIM-Karte war fast aufgebraucht und wir mussten eine Menge E-Mails beantworten. Das Internet funktionierte natürlich nicht, aber vielleicht hätte es uns auch nichts genützt. Unser Organismus beschloss, dass er genug hatte, und schaltete für zwei Nächte und einen Tag komplett ab. Und so haben wir die zwei Tage nur geschlafen, gegessen oder uns mit dem Personal unterhalten.

Zu den Zebras in den Lake Mburo National Park
Zu den Zebras in den Lake Mburo National Park (fotografiert mit Canon 6D)

„Und habt ihr zu Hause Ziegen?“ fragt mich ein etwa 18-jähriger Ugander und zeigt auf eine schwarze Ziege.

„Ja klar, haben wir.“ antworte ich und er sieht überrascht aus.

„Und wie viele besitzt du?“ Erst jetzt wird mir klar, dass er nicht fragt, ob es in Deutschland Ziegen gibt, sondern ob wir zu Hause welche haben.

„Naja, wir haben keine zu Hause. Aber in Deutschland haben manche Leute welche.“ erkläre ich.

„Aber ihr solltet zu Hause Ziegen haben. So eine Ziege, das ist eine sehr gute Sache. Du solltest mindestens eine haben, am besten aber zwei oder drei.“ belehrt mich der Ugander und ich spiele amüsiert mit dem Gedanken an Ziegen in unserer kleinen Berliner Wohnung.

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Eine jener Unterkünfte, bei der man gerne etwas mehr bezahlt (fotografiert mit Canon 6D)

Heute sitze ich in einem dieser teuren Touristenhotels am Lake Mburo National Park, wo wir tagsüber Zebras beobachten. Wir kamen wegen des Internets hierher – das natürlich nicht funktioniert – aber wir haben uns in diese Oase der Ruhe verliebt. Und beschlossen, hier zu bleiben. Morgen erwartet uns die letzte Safari, und dann machen wir uns langsam auf den Heimweg.

Mburo Safari Lodge
Mburo Safari Lodge (fotografiert mit Canon 6D)
Die Planung einer Uganda-Reise ist kompliziert, und noch schwieriger ist es, einen ordentlichen Reiseführer zu finden. Wir ersparen euch die Arbeit und die Rücksendung unbrauchbarer Bücher – der beste ist unserer Meinung nach Uganda von Andrew Roberts, den ihr online bestellen könnt. Wärmstens empfohlen.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

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RoadTrip Uganda #2: Wenn das grüne Paradies zur Hölle wird

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TL;DRDer Beitrag erzählt von einem Tag voller Pannen auf der Autofahrt zum Murchison-Falls-Nationalpark in Uganda. Auf einer gruseligen Schotterpiste geraten die Autoren in einen Verkehrsunfall mit einem ugandischen Fahrer und müssen sich mit der absurd langsamen Reaktion der Ranger herumschlagen. Dazu droht die Gefahr, wegen Überschreitung des 24-Stunden-Limits erneut 40 Dollar Eintritt pro Person zahlen zu müssen. Geschildert wird auch die nächtliche Fahrt über die sogenannte „Straße der Hölle“ nach Hoima, wo sie im Golden Summit Hotel eine böse Überraschung erwartet: Ameisen im Frühstück. Ganz anders das Red Chilli Camp an den Wasserfällen, wo wilde Pumbas ums Zelt streifen und nachts Flusspferde vorbeischauen – für die Autoren ein Stückchen Paradies. Der Text zeigt so den Kontrast zwischen der Schönheit von Ugandas Natur und dem bürokratischen und verkehrstechnischen Chaos, mit dem Reisende hier kämpfen müssen.
Es sollte eine Geschichte über Tiere werden. Als wir morgens aufbrachen, um im Ziwa Rhino Sanctuary Nashörner zu suchen, schrieb ich in Gedanken schon einen Artikel über das grüne Paradies Afrikas. Doch dann begegneten wir auch der anderen Seite Ugandas – jener, die einem das Leben kosten kann.
In den 70er Jahren wurden sie hier vollständig ausgerottet – jetzt versucht man, sie zurückzubringen.
In den 70er Jahren wurden sie hier vollständig ausgerottet – jetzt versucht man, sie zurückzubringen.

Nach der Nashornbeobachtung brachen wir sofort zu der anstrengenden, mehrstündigen Fahrt in den Murchison-Falls-Nationalpark auf, wo uns um halb vier Uhr nachmittags ein privates Boot zu den Wasserfällen erwartete.

 

Wir erreichten das Eingangstor und kauften unsere Eintrittskarten. Für ugandische Staatsbürger kostet ein Tag 5 Dollar, für uns waren es 40 Dollar pro Person plus weitere fünf Dollar fürs Auto – überschreitet man 24 Stunden, wird der Eintritt erneut berechnet. Das solltet ihr euch gut merken, dazu kommen wir noch zurück.

Die Straße zum Murchison Falls Nationalpark ist grauenhaft, aber nicht langweilig – die ganze Zeit springen Affen um einen herum.
Die Straße zum Murchison Falls Nationalpark ist grauenhaft, aber nicht langweilig – die ganze Zeit springen Affen um einen herum.

Ugandas Todesfahrt

Durch den Park führt eine unbefestigte Straße voller lebensgefährlicher Schlaglöcher – Tempo 40 km/h ist das Maximum. Wir fahren langsam, die Straße ist wirklich fürchterlich und die Fahrt dauert anderthalb Stunden. Überall springen Affen herum, und wir haben keinen Grund, es eilig zu haben. In diesem Moment rast ein weißer Kleinbus an uns vorbei – Touristen mit einem ugandischen Fahrer. Nur wenige reisen hier auf eigene Faust wie wir. Fahren ist die Hölle: Schlagloch neben Schlagloch, und in der Regenzeit kommen noch schlammige, teils überflutete Löcher hinzu. Die meisten greifen deshalb auf einheimische Fahrer zurück. Das ist einer der Ratschläge, den man vor einer Uganda-Reise überall liest. Wir nicht.

Die Affen, die die Einheimischen Olive Baboons nennen, sind nur in Uganda zu sehen.
Die Affen, die die Einheimischen Olive Baboons nennen, sind nur in Uganda zu sehen.
„Ugandische Fahrer fahren wie die Verrückten,“ kommentieren wir das Tempo des weißen Kleinbusses, rollen gemächlich weiter und lachen über die skurrilen Affen. Wir haben Zeit.

Bis Hilfe kommt, können drei Stunden vergehen

Schock. Für einen Moment weiß ich nicht, was passiert. Wir halten an. Vor uns sehen wir den umgestürzten Kleinbus mit eingeschlagenen Scheiben. Im Splitterglas glitzert Blut. Ein kahlköpfiger Mann hält sich den Kopf, aus dem Blut in Strömen fließt, und taumelt ziellos umher. Jemand liegt auf dem Boden in einer Blutlache. Ich bemerke den ugandischen Fahrer, der ungerührt abseits im Gras sitzt und Gras kaut, während die weniger Verletzten versuchen, der Frau auf dem Boden erste Hilfe zu leisten. Sie rennen auf uns zu. Sie haben kein Signal, um Hilfe zu rufen. Wir trauen uns nicht, sie ins Auto zu legen – aus Angst, ihre Verletzungen zu verschlimmern. Schnell wenden wir und fahren ein paar Meter zurück, bis wir Empfang haben. Wir rufen den Notruf an. Nichts. Lange nichts. Endlich nimmt jemand ab. Und legt sofort wieder auf. Das passiert mehrmals.

Der Straßenverkehr in Uganda kann amüsant wirken – ist aber sehr gefährlich.
Der Straßenverkehr in Uganda kann amüsant wirken – ist aber sehr gefährlich.
Wir fahren los, um Hilfe zu holen. 30 Minuten zurück zum Eingangstor. Wir versuchen weiter anzurufen, aber niemand nimmt ab.  

Aber wir haben ihm doch gesagt, er soll langsam fahren

Am Eingangstor.

„Auf der Straße ist ein schwerer Unfall passiert, eine Frau ist bewusstlos, reagiert nicht, es gibt sehr viel Blut und niemand kann passieren. Ruft einen Arzt oder einen Krankenwagen.“

Wir stürmen auf den Ranger ein, doch er schaut uns an und scheint in Gedanken ganz woanders zu sein. Wir wiederholen es.

„Der Unfall von gestern?“ meldet sich da eine Soldatin, die inzwischen aufgetaucht ist und mit ihrer gespenstischen Ruhe an unseren Nerven zerrt. Ich starre sie an und wiederhole es noch einmal. „Nein, ein Unfall gerade jetzt!!! Der ugandische Fahrer fuhr 80 km/h!“

Ugander sind wirklich freundliche Menschen – aber wenn man etwas regeln muss, kommt man nicht weiter.
Ugander sind wirklich freundliche Menschen – aber wenn man etwas regeln muss, kommt man nicht weiter.

„Aber wir haben ihm gesagt, er soll langsam fahren.“ Sagt Ranger Donald mit ruhiger Stimme. Er sieht nicht so aus, als hätte er vor, irgendetwas zu unternehmen.

„Ja, wir haben es ihm gesagt,“ pflichtet die Soldatin bei und schaut irgendwo in die Ferne.

Wir starren sie an und fragen uns, ob dieses Gespräch wirklich ernst gemeint ist, und erinnern sie daran, dass die Frau bewusstlos in einer Blutlache liegt.

„Hmm. Das ist ernst.“ Die Soldatin denkt nach. Niemand tut etwas. Wir wiederholen es zigmal, bis Ranger Donald schließlich verkündet: „Ich glaube, hier in der Nähe gibt es niemanden, den ich anrufen könnte.“ Er zuckt die Schultern und geht, um das Gästebuch zu holen.

Diese absurde Situation dauert eine Stunde. Zuerst suchen sie in einer Liste, wer die Betroffenen wohl waren, und debattieren, ob sie sich an sie erinnern. Erst nach einer halben Stunde rufen sie Hilfe. Am Ende kommt sie nach 3 Stunden an – aber da ist die Frau bereits wieder bei Bewusstsein, und es gelingt, sie in ein Auto zu laden, das den Park verlässt, um sie ins Krankenhaus zu bringen.

Fahren in Uganda ist nur etwas für Mutige – so sahen die Straßen zu den Nationalparks aus.
Fahren in Uganda ist nur etwas für Mutige – so sahen die Straßen zu den Nationalparks aus.

Hilfe für andere wird bestraft

Unsere Geschichte endet hier jedoch nicht. Wegen alledem haben wir das Boot verpasst. Und wir mussten einen Tag länger bleiben. Damit kommen wir zurück zum Anfang: Nach Überschreitung der 24 Stunden muss man die Gebühr erneut zahlen. Wir gehen zu ihnen und bitten darum, das Eintrittsdatum zu ändern – schließlich können sie uns unmöglich 85 Dollar dafür verlangen, dass wir dabei geholfen haben, einen Unfall im Park zu bewältigen.

„Das lässt sich nicht ändern. Es ist ein offizielles Dokument.“

Wir schauen auf den handgeschriebenen Zettel und fragen uns, ob das ernst gemeint ist. Außer diesem handgeschriebenen Papierfetzen aus einem Notizblock existiert kein weiterer Nachweis.

„Dann zerreißen Sie ihn und schreiben einen neuen.“

„Das geht nicht, es ist ein offizielles Dokument.“

Wir versuchten es eine Weile, aber für sie war damit die Sache erledigt – für mich nicht.

„Das meinen Sie nicht ernst: Wir helfen hier bei einem Unfall in Ihrem Park, der von einem ugandischen Fahrer verursacht wurde, und Sie lassen uns 85 Dollar extra zahlen.“

„Aber Sie waren nicht in den Unfall verwickelt.“ Sagt Donald. Ich starre ihn an. Und dann platze ich.

„Also werden wir dafür bestraft, dass wir anderen geholfen haben? Und jetzt sollen wir 85 Dollar für einen weiteren Tag zahlen??“

Wir streiten uns zwei Stunden mit ihnen. Eine Stunde telefoniert er mit seinem Vorgesetzten.

Offizielle Dokumente in Uganda
Offizielle Dokumente in Uganda

„Das Einzige, was ich tun könnte, wäre, das Datum zu ändern – aber dann müsst ihr morgen zur gleichen Uhrzeit wie heute wiederkommen. Die Uhrzeit lässt sich nicht ändern!“ Das ist für uns natürlich absurd: Was sollen wir bis morgen Nachmittag machen, und vor allem müssten wir das restliche Programm absagen. Wir wussten bereits jetzt, dass wir die Schimpansen nicht mehr sehen würden.

Die Absurdität hätte weitergehen können, aber ein handgeschriebener Zettel lässt sich nun mal nicht stornieren oder ändern. Also sagte ich ihnen, was ich von ihnen und ihrem System halte, und wir fuhren in den Park. Nach zwei weiteren Stunden stritten wir mit dem Vorgesetzten. Am Ende handelte Lukáš eine Verlängerung von 6 Stunden bis 19 Uhr des nächsten Tages heraus. Und das brachte uns in die nächste Hölle: Es war der Grund, warum wir die Schotterstraße nachts befahren mussten. Doch davon ein anderes Mal.

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Wenn Nilpferde ums Zelt schleichen

Wir waren erschöpft, wütend – auf dieses Land, auf das System – und hätten am liebsten jedem lächelnden Passanten ins Gesicht geschrien, dass sie in einem grünen verfluchten, von Malaria durchseuchten und chaotischen Höllenloch leben.

Aber dann kamen wir im Red Chilli Camp an.

Pumba, das niedliche afrikanische Warzenschwein, lief um uns herum, während wir das Zelt aufbauten. In unserem Anfall von Wut dachten wir gar nicht daran, dass es gefährlich sein könnte. Es schaute uns mit seinen runden Augen an, als wolle es uns besänftigen. Das ganze Camp mit seinem hervorragenden Restaurant und dem unglaublichen Ausblick war ein kleines Stück Paradies in diesem unberechenbaren Land. Wir vergaben ihm. Wir aßen zu Abend und tranken Nile-Bier bis tief in die Nacht, denn diesmal hatte eine Nilpferdfamilie unser Zelt besetzt – und denen wollten wir uns lieber nicht nähern.

Morgenblick vom Red Chilli Camp bei den Murchison Falls
Morgenblick vom Red Chilli Camp bei den Murchison Falls

Wir lernten Joe und Alex aus Großbritannien kennen, die als Freiwillige in Uganda gearbeitet hatten und nun reisten – ein Fotograf und ein Songwriter. Die poetische Nacht mit den Künstlern endete, als unser Zelt wieder frei war, die Nilpferde schlafen gegangen waren und wir mit ruhigem Herzen in unsere Schlafsäcke krochen – im Wissen, dass wir dieses Land nicht so einfach verdammen konnten.

 

Versöhnung – aber nicht für lange

Am Morgen begrüßte uns ein wunderschönes Morgenrot. Falls noch irgendein Rest Groll gegenüber diesem grünen Paradies in uns geschlummert hatte, verschwand er mit dem ersten Blick auf das satte Rot am Himmel.

Es gibt wohl nichts Schöneres als den Nil früh am Morgen.
Es gibt wohl nichts Schöneres als den Nil früh am Morgen.

Im Morgengrauen überquerten wir den Nil mit der Fähre, um zur Safari zu gelangen. Alle stehen wir auf der Fähre – die eigentlich eher ein fahrender Eisenponton ist – und starren in den Morgendunst über dem Nil, durch den sich die ersten Sonnenstrahlen kämpfen.

Es sind etwa 17 Grad – für Ugander eine grauenhafte Kälte. Wir sind im T-Shirt, sie tragen Mützen.
Es sind etwa 17 Grad – für Ugander eine grauenhafte Kälte. Wir sind im T-Shirt, sie tragen Mützen.

Die Romantik endet, sobald der Ponton am anderen Ufer aufschlägt. Einer der Ranger treibt uns ins Auto, springt selbst hinein, und gemeinsam pflügen wir vier Stunden lang durch die Wildnis unserer ersten afrikanischen Safari.

Ausblick vom Boot auf dem Nil Ausblick vom Boot auf dem Nil[/caption>

Elefanten, Giraffen, Antilopen und Warzenschweine posieren, als hätten sie es einstudiert. Nachmittags steigen wir aufs Boot zu den Wasserfällen und erleben dieselbe Show ein weiteres Mal. Die Bootsfahrt zu den Wasserfällen gilt als das Highlight des Murchison-Falls-Nationalparks – wir sind allerdings ein wenig enttäuscht, da wir ihnen nicht so nahe kommen, wie erhofft.

Während der asiatische Elefant ein ruhiges, friedfertiges Tier ist, ist der afrikanische Elefant gefährlich. Während der asiatische Elefant ein ruhiges, friedfertiges Tier ist, ist der afrikanische Elefant gefährlich.[/caption>

Fahr wie ein Verrückter, aber versuche uns nicht umzubringen

Kurz vor achtzehn Uhr legen wir am Hafen an. Warum schreibe ich das? Wir haben uns eine Verlängerung bis sieben Uhr abends erkämpft – wir haben also eine Stunde und eine Viertelstunde, um es bis zum Eingangstor zu schaffen. Normalerweise dauert die Fahrt anderthalb Stunden.

  Murchison Falls Murchison Falls[/caption>  

„Also, wenn ihr ein bisschen schneller fahrt, schafft ihr das.“ zwinkert uns der Ranger zu, als wir vom Boot steigen.

„Vielleicht, wenn wir 60 statt 40 km/h fahren.“ nickt Lukáš, ohne begeistert zu wirken.

„Eher so 80 km/h.“ grinst er – und wir fragen uns, was das für ein Ranger ist, der uns gerade dazu ermuntert, uns umzubringen.

  Morgens auf der "Fähre" über den Nil Morgens auf der „Fähre“ über den Nil[/caption>

Doch wir fahren, so schnell es geht. Wir kämpfen nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen das Licht. In einer Stunde werden wir die Straße nicht mehr sehen können. Das ist die Straße der Hölle. Jeden Tag passiert hier mindestens ein Unfall, und schneller zu fahren als erlaubt wirkt schon unter normalen Umständen wie blanker Wahnsinn. Bei Dunkelheit durch diese Piste zu rasen ist noch einmal ein paar Level gefährlicher.

Pumba – das afrikanische Warzenschwein Pumba – das afrikanische Warzenschwein[/caption>

Lukáš klammert sich verkrampft ans Steuer, ich umklammere meinen Beifahrersitz und starre hypnotisiert auf die Uhr. Wir haben es geschafft. Es ist 18:57 Uhr, und das Eingangstor öffnet sich. Doch unsere Reise endet hier nicht. In dieser finsteren Hölle aus Feldwegen fahren wir noch weitere dreieinhalb Stunden bis in die Stadt Hoima. Im Schritttempo. Uns macht buchstäblich alles Angst: die Straße, die man eigentlich nicht Straße nennen kann – eher geeignet für Panzer, aber nicht für unseren Toyota.

Nilpferde sahen wir dann auch tagsüber. Nilpferde sahen wir dann auch tagsüber.[/caption>

Tagsüber sicher wunderschöner Dschungel – jetzt wirkt er eher beängstigend. Strom ist hier nach wie vor ein Zeichen großen Luxus und wird meist nur für wenige Stunden am Tag eingeschaltet. Überall herrscht daher Dunkelheit, aber das Leben geht weiter: In den Dörfern tobt fröhliches Treiben rund um kleine Lichtpunkte, auch die Straßen sind nicht leer – Silhouetten von Menschen, die nach Hause gehen, ziehen sich durch diesen höllischen Dschungel neben uns her.

Nach dem Game Drive auf Safari kommt man zurück zur Fähre, wo bereits andere Touristen sitzen und zuhören, wie Einheimische auf Instrumenten spielen und Souvenirs verkaufen. Nach dem Game Drive auf Safari kommt man zurück zur Fähre, wo bereits andere Touristen sitzen und zuhören, wie Einheimische auf Instrumenten spielen und Souvenirs verkaufen.[/caption>  

Ameisen zum Frühstück

Als wir in Hoima ankommen, sind wir ein bisschen froh, dass wir nichts im Voraus geplant haben. Sonst wären wir wohl die ganze Nacht weitergefahren nach Fort Portal, wo wir ursprünglich übernachten wollten. Das Golden Summit Hotel in Hoima ist günstig und hat die Bewertung des besten Hotels der Gegend. Doch die Konkurrenz in der Gegend dürften wohl ausschließlich Absteigen sein – anders lässt sich das kaum erklären.

  Uganda ist auch ein Ziel für Vogelbeobachter. Uganda ist auch ein Ziel für Vogelbeobachter.[/caption>

Wir beschweren uns nie über Hotels. Es braucht wirklich nicht viel, damit wir zufrieden sind. Aber hier begann, sich fortsetzte und endete es so gründlich schlecht, dass ich nichts anderes schreiben kann, als dass wir lieber noch sieben weitere Stunden nach Fort Portal gefahren wären. Zuerst stellten wir fest, dass die Adresse bei Google Maps falsch war und wir das Hotel eine Stunde lang nicht finden konnten. Dann folgte eine Rezeption, die nicht mal wusste, wo das eigene Restaurant ist („Hmm, ich glaube, wenn ihr hier um die Ecke geht, findet ihr es.“). Den Abschluss bildete die Zimmereinrichtung, deren Teile uns beim Anfassen in der Hand blieben. Dass das WLAN nicht funktionierte, konnte uns da nicht mehr erschüttern – aber Ameisen im Frühstück hatten wir wirklich nicht erwartet.

Als wüsste Uganda selbst nicht, welches Gefühl es in uns hinterlassen will. Und auch wir wussten nicht, was wir von diesem Land mitnehmen würden.

 

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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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RoadTrip Uganda #1: „Ihr zwei werdet in Uganda sicher sterben“

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TL;DRDieser Teil der Reiseserie schildert die ersten Tage eines spontanen Roadtrips zweier Tschechen durch Uganda, bei dem von 14 Tagen nur 3 fest geplant waren – Unterkünfte für die erste und letzte Nacht sowie ein Gorilla-Ausflug. Los geht’s mit Ärger wegen einer Drohne am Flughafen Kairo, die am Flughafen Entebbe dann komplett beschlagnahmt wird. Von dort führt die Fahrt über die frühere Hauptstadt Entebbe in die heutige Hauptstadt Kampala. Der Beitrag beschreibt typische Situationen für Touristen in Uganda: Einheimische, die immer wieder um zusätzliches Geld bitten, ein verwirrendes Zahlungssystem mit Schilling und Dollar sowie das Leben, das während der Regenzeit praktisch stillsteht. Als Unterkunft empfehlen wir das Guest House Via Via in Entebbe – sicher, gemütlich und mit Frühstück inklusive Bananenpfannkuchen. Der Text ist der erste Teil der Serie RoadTrip Uganda, im nächsten Teil geht’s um die Tierwelt und die Weiterfahrt in den Nationalpark.
„Uganda muss man unbedingt planen, sonst kommt ihr nicht lebend aus Afrika zurück.“ Mein langjähriger Freund hat versucht, uns so gut er konnte auf unseren Afrika-Trip vorzubereiten. Am Ende haben wir beim Planen trotzdem versagt. Wir hatten eine Unterkunft für die erste und letzte Nacht gebucht, uns ein Auto organisiert und einen Gorilla-Ausflug gekauft. Damit hatten wir 3 von 14 Tagen abgedeckt – und das war schon mehr als sonst. Den Rest überließen wir dem mobilen Internet. Ob das in Uganda funktionieren würde, wussten wir nicht. Manche auf Facebook hatten eine klare Meinung darüber, wie das enden würde: „Ihr zwei werdet in Uganda sicher sterben.“  
Wie Uganda wirklich aussieht, hatten wir eigentlich keine Ahnung.
Wie Uganda wirklich aussieht, hatten wir eigentlich keine Ahnung.

Am Flughafen: „Und ist Uganda gut für Touristen?“

Die fehlende Planung war keine freie Entscheidung. Über Uganda sind aktuelle Informationen kaum zu finden – es ist nun mal keine der beliebtesten Reisedestinationen der Welt.
So ein Foto aus dem Flugzeugfenster kurz vor der Landung.
Eine kleine Komposition vom Flugzeugfenster aus. So ähnlich sind wir hier angekommen.
Unser Gespräch am Flughafen spricht Bände: „Und wohnt ihr in Uganda?“ „Nein, wir fahren da in den Urlaub.“ „Ist Uganda gut für Touristen?“ „Nun ja, wir hoffen es.“
Der Victoriasee. Sieht idyllisch aus, aber wer hineintaucht, fängt sich wahrscheinlich eine üble Krankheit ein – selbst die Einheimischen trauen sich nicht rein.
Der Victoriasee. Sieht idyllisch aus – aber wer hineintaucht, holt sich wahrscheinlich eine richtig unangenehme Krankheit. Nicht mal die Einheimischen wagen sich rein.
Reiseführer gibt es daher nur auf Englisch, und da hat uns die große Buchhandlung im Stich gelassen. Wir warteten drei Wochen darauf, wurden jeden zweiten Tag vertröstet, er käme in drei Tagen – doch er kam nie. Irgendwann kam heraus, dass sie ihn gar nicht hatten. Im Nachhinein denke ich, das war eine Vorwarnung auf das, was uns in Uganda erwarten würde.
Nach Uganda fährt man definitiv nicht zum Sonnenbaden am Strand.
Nach Uganda fährt man definitiv nicht zum Sonnenbaden am Strand.
Und das war der Moment, in dem wir nervös wurden. Eine Woche vor dem Abflug hatten wir so gut wie nichts. Im Internet gab es nur äußerst dürftige Infos. Denn wer nach Uganda reist, reist meist mit einem Reiseveranstalter oder einem privaten Fahrer – aber nicht allein, mit Zelt und ohne vernünftigen Plan. Genau das haben wir gemacht.

In Ägypten wären wir fast im Gefängnis gelandet

Der Adrenalinstoß kam, noch bevor wir ugandischen Boden betreten hatten. Beim Zwischenstopp in Kairo sahen wir kurz vor der Sicherheitskontrolle ein zwei Meter großes Schild: Drohnen verboten. Keine Zeit zum Überlegen oder Diskutieren – wir sahen das Schild ungefähr eine Minute, bevor der Rucksack durch den Scanner fuhr. Ich stand auf der anderen Seite des Bandes und beobachtete, wie das Handgepäck mit der Drohne immer wieder in den Tunnel zurückgeschoben wurde, während ich innerlich alle Gebete herunterleierte, die mir meine Großmutter beigebracht hatte.
Strände gibt es hier, nur schwimmen darf man nicht. Dafür stehen Flugzeuge darauf.
Strände haben sie hier, nur schwimmen darf man nicht. Dafür stehen da Flugzeuge.
„Öffnen Sie das.“ Die ägyptische Beamtin zeigte auf dem Monitor auf einen Gegenstand im Rucksack. Es war aber keine Drohne – was ihr verdächtig vorkam, war der externe Akku für die Drohne. Sie betrachtete ihn kurz und gab ihn uns zurück. Wir waren frei.

Der größte Feind Afrikas: Die Drohne

Die Erleichterung verflog, als wir erfuhren, dass es noch eine zweite Kontrolle vor dem Einsteigen geben würde. Auf der Website von EgyptAir hatten wir kein Drohnenverbot gefunden. „Ach so, in Ägypten ist es sogar verboten, eine Drohne zu besitzen. Hier steht, dass sie uns direkt einlochen können.“ „Dann geben wir ihnen die Drohne. Und das wird schon gut gehen – hier schreibt jemand, dass man ihm nur die Propeller abgenommen hat.“ So redeten wir uns zu, traten fast schon schicksalsergeben vor die zweite Kontrolle. Wieder kam sie durch. Dass weiße Touristen hier eine Seltenheit sind, merkt man sofort. Dass weiße Touristen hier eine Seltenheit sind, merkt man sofort.[/caption> Am Ende haben sie uns die Drohne trotzdem abgenommen – gleich am Flughafen in Entebbe. Im Internet findet man auch zu Uganda keine verlässlichen Infos zu Drohnenvorschriften. Die ugandischen Beamten entschuldigten sich tausendmal. „Wir haben hier einen speziellen Raum für Drohnen, ihr könnt sie danach einfach abholen.“ Später erfuhren wir: Wer 200 Dollar zahlt, darf mit der Drohne gehen. „Wir haben etwa 54 Stämme, und jeder hat seine eigene Sprache. Deshalb ist es gut, dass Englisch die offizielle Sprache ist.“ Es ist vier Uhr morgens, und wir fahren durch staubige Straßen in einem mindestens zwanzig Jahre alten Auto. Unser Fahrer vom Guest House Via Via erzählt uns begeistert von der ugandischen Kultur, von den Bräuchen der einzelnen Stämme. Ein Moskitonetz ist kein Luxus. Uganda gehört zu den Ländern mit dem höchsten Malariarisiko. Ein Moskitonetz ist kein Luxus. Uganda gehört zu den Ländern mit dem höchsten Malariarisiko.[/caption> „Und dann gibt es noch Stämme, die Beschneidungen durchführen. Auch bei Frauen. Das ist wirklich schrecklich.“ Er kommentiert es kurz, bleibt aber nicht lange dabei – die Straße wird immer schlechter, und wir hoffen inständig, bald anzukommen. Schließlich hält er vor einer Betonmauer mit Stacheldraht. Wir sehen das Schild unserer Unterkunft, ein riesiges Tor öffnet sich langsam. „Und wofür ist der Stacheldraht – gegen Tiere?“ versucht es Lukas, aber wir kennen die Antwort schon. „Nein. Gegen Menschen. Auch dieses Viertel hat seine Probleme.“ Das Guest House Via Via ist eine sichere Zuflucht. Ein Paradies hinter dem Stacheldrahtzaun. Das Guest House Via Via – eine sichere Zuflucht. Ein Paradies hinter dem Stacheldrahtzaun.[/caption>

Für die Ugander bin ich ein wandelnder Dollar

Wir erwachten in der einstigen Hauptstadt Entebbe. Ich trinke Kaffee im Guest House und esse Bananenpfannkuchen mit einem Berg exotischer Früchte. Das fühlt sich wie das Paradies an. Alle sind so freundlich zu uns – ich bezeichne die Ugander innerlich als die afrikanischen Kanadier. Bis mir klar wird, dass wir für sie nur wandelnde Dollar sind. Botanischer Garten in Entebbe. Botanischer Garten in Entebbe.[/caption> Sie kommen aus einer schmutzigen Hütte, aber tragen elegante Kleider Das Auto bekommen wir erst am nächsten Tag, also erkunden wir Entebbe zu Fuß. Kinder winken uns zu, Erwachsene starren oder winken ebenfalls – als hätten sie noch nie eine helle Hautfarbe gesehen. Auf dem Kopf tragen die Frauen hier buchstäblich alles: Stroh, Benzinkanister, Holzbalken. Auf dem Kopf lässt sich wirklich alles tragen. Auf dem Kopf lässt sich wirklich alles tragen.[/caption> Auch Männer nutzen den Kopf als Transportmittel. Aber die Frauen faszinieren uns mehr. Egal, aus welcher Hütte sie kommen – sie sind immer tadellos gekleidet in bunte Kleider, mit perfekter Frisur. Vor einer strohgedeckten, schäbigen Hütte wirken diese Erscheinungen wie ein wandelndes Paradoxon. Ugandische Frauen sind die elegantesten Frauen, die ich je getroffen habe. Ugandische Frauen sind die elegantesten Frauen, die ich je getroffen habe.[/caption> Ich führe euch freiwillig und kostenlos – aber jetzt bezahlt. Im lokalen Botanischen Garten haben wir den Eintritt bezahlt, sogar extra für die Kamera – und schon stellten wir uns einen romantischen Spaziergang durch den Dschungel zwischen Affen vor. Kaum hatten wir das Geld abgegeben, stand neben uns ein Ugander, der uns in seinem afrikanischen Englisch erklärte, das vor uns ein Mangobaum stehe. Affen in Uganda zu vermeiden ist schlicht unmöglich. Affen in Uganda zu vermeiden ist schlicht unmöglich.[/caption> „Ich bin hier freiwilliger Führer, bekomme kein Geld, weil ich studiere – ich möchte Ranger werden.“ Weder ich noch Lukas sind gut darin, Menschen abzuwimmeln. Also ließen wir ihn über Pflanzen referieren, und aus dem romantischen Spaziergang unter Affen wurde ein botanischer Vortrag. „Und jetzt ist es Zeit, dass ihr mich bezahlt.“ Lukas schaute ihn an und gab ihm 10.000 ugandische Schilling (ca. 2,70 €). „Das ist zu wenig. Normalerweise bekomme ich 10.000 pro Person.“

Wir lernen, Nein zu sagen

Mehr Geld wollen sie fast immer aus uns herausholen. Manchmal gehen sie es direkt an, manchmal begeben sie sich in emotional gefährliche Gewässer – so hörten wir uns täglich ein paar Minuten an, wie arm sie hier seien, oder unser Ranger-Guide telefonierte demonstrativ auf Englisch mit seiner Frau, dass sie kein Geld für Weihnachten hätten. Wir hätten es fast nicht gemerkt, wenn er nicht zehn Minuten vorher noch auf Swahili mit ihr telefoniert hätte. Warum plötzlich auf Englisch? Ein anderes Mal erfanden sie, dass für die Zufahrt zum Nationalpark Gebühren anfallen, oder sie versuchten uns einzureden, das Camping kostet 20 Dollar pro Person, obwohl auf ihrer Website 10 Dollar steht. Meistens haben wir das Extra-Geld trotzdem gegeben – aber langsam wurden die Mittel knapp. Uganda ist für Touristen paradoxerweise ziemlich teuer. Also lernen wir, Nein zu sagen. Die Ugander nehmen es sportlich. „10 Dollar pro Person ist auch okay.“ „Ich führe euch kostenlos „Ich führe euch kostenlos“ – und dann bat er um Geld.[/caption>

Dass man sich in einem Entwicklungsland befindet, vergisst man nicht so schnell

Die Zeit vergeht hier etwas anders. Busse fahren ab, wenn sie voll sind – man kann also eine Stunde warten, aber auch einen ganzen Tag. Als wir die Rezeptionistin fragen, wie lange die Bar geöffnet hat, antwortet sie: „Bis später.“ Zunächst denken wir, das ist ein Witz – aber „bis später“ ist hier eine ganz normale Zeitangabe. Wie viele Stunden das sind, wissen wir nicht, aber Supermärkte haben auf ihren Schildern manchmal ebenfalls „geöffnet bis später“ stehen. Das Frühstück im Via Via werden wir noch zwei Wochen lang vermissen. In den meisten Unterkünften gibt es keine Kühlschränke, keine Touristen-Hochsaison – und damit kaum frische Lebensmittel. Das Frühstück im Via Via werden wir noch zwei Wochen vermissen. Die meisten Orte haben keine Kühlschränke, es ist keine Hochsaison – und was es gibt, liegt schon eine Weile da.[/caption> Die Bar ist geöffnet bis später Zahlen scheinen in Uganda ein echtes Problem zu sein. Eintrittspreise sind manchmal teils in ugandischen Schilling, teils in Dollar angegeben. Der Personeneintritt wird in Dollar bezahlt, die Autogebühr in Schilling. Will man das in eine Währung umrechnen, dauert das ewig. Von 20.000 Schilling 13.000 abzuziehen – das ist hier eine Aufgabe für den Taschenrechner. Nicht manchmal, sondern immer. Aus irgendeinem Grund wollen sie hier auch keine US-Dollar, die vor 2011 gedruckt wurden. Die bekommen weniger Schilling dafür. Warum, das haben wir nie herausgefunden. Das Auto haben wir mit komplettem Campingequipment gemietet. Das Auto haben wir mit komplettem Campingequipment gemietet.[/caption> Am Morgen brachte uns ein Ugander das Auto. Ugander sind generell nicht die Besten in Sachen Organisation – aber dieser hier war wohl der chaotischste, dem wir je begegnet sind. Er musste mehrmals umkehren. Erst hatte er vergessen, uns das Telefon zu geben – das schickte er dann mit einem anderen Einheimischen nach. „Oh, ich sehe gerade, er hat vergessen, eine SIM-Karte zu kaufen. Besorgt euch eine.“ Entebbe erschien uns zunächst als ziemlich schmutzige Stadt. Nach 14 Tagen hielten wir es für ein Paradies der Sauberkeit. Entebbe erschien uns zunächst als ziemlich schmutzige Stadt. Nach 14 Tagen hielten wir es für ein Paradies der Sauberkeit.[/caption> Doch damit war es nicht getan. Vier Stunden später jagten wir den vergesslichen Mann noch einmal durch die Straßen von Entebbe, versuchten sein afrikanisches Englisch richtig zu interpretieren und hofften, an diesem Tag endlich loszukommen. Er hatte vergessen, uns das Wichtigste zu übergeben: den Gorilla-Permit. Übrigens: Wer sich in Uganda keine SIM-Karte kaufen möchte, kann auch mit einer internationalen eSIM reisen – zum Beispiel von Holafly oder Yesim.

Warum Ugander Angst vor dem Regen haben

Als wir Entebbe endlich verlassen, ist es Mittag. Um unser Ziel zu erreichen, müssen wir durch die Hauptstadt Kampala fahren. Wo die Stadt anfängt, ist kaum auszumachen – die Häuser weichen keinen Meter zurück, und der Verkehr wird immer dichter. Keine Schilder. Aus zwei Spuren werden durch ugandische Kreativität fünf, und neben uns hupen Taxis und Boda-Bodas (Motorradtaxis). Lukas hat die Hände schon ganz weiß vom Festhalten am Lenkrad. Afrikanische Straßen sind nichts wie die in Deutschland oder Europa – und hier fährt man auch noch links. Dann kommt der Regen. So hatte ich mir Uganda vorgestellt – aber meine Vorstellungen waren, wie immer, viel zu begrenzt. So hatte ich mir Uganda vorgestellt – aber meine Vorstellungen waren, wie immer, viel zu begrenzt.[/caption> Kurz freuen wir uns. Mit dem ersten Tropfen leeren sich die Straßen. Ugander tun bei Regen nämlich gar nichts außer flüchten – irgendwohin, wo es trocken ist. Das Leben bleibt stehen. Die Boda-Bodas verschwinden wie vom Erdboden, und wir können freie Fahrt genießen. Kampala. Der Ort, an dem sich zwei Spuren definitiv nicht eingehalten werden. Kampala – wo Spurmarkierungen reine Dekoration sind.[/caption> Dann verstehen wir, warum – und hören auf zu jubeln. Innerhalb von zehn Minuten steht die Straße unter Wasser, und wir glauben fast, eine Flut erlebt zu haben. Die Fahrbahn nimmt unter Wasser neue Formen an, und schließlich müssen auch wir anhalten. Den Regen in der denkbar schlechtesten Situation zu erwischen – das sollte uns auf dieser Reise noch öfter passieren. Aber auf die Regenzeit sind wir eigentlich dankbar: Ein Schauer pro vier Tage ist gut auszuhalten, und dafür belohnt uns die Natur mit satten Grüntönen – herrlicher Vegetation, die sich in der Hauptsaison schnell in gelbe Dürre verwandelt.

Das nächste Mal: Tiere und die Todesstraße zum Nationalpark…

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lukas a lucka
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Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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20 tolle Reisegeschenke bis 40 € (nicht nur) für Reisende

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TL;DR20 tolle Geschenke bis 1000 Kč für Reisende bieten praktische und witzige Ideen: den faltbaren Rucksack Ferrino O’Hare mit nur 70 g Gewicht für 570 Kč, einen Powercube mit Steckdosen und USB-Anschlüssen ab 300 Kč, ein schnelltrocknendes Handtuch von Sea to Summit ab 200 Kč, ein Fotobuch von Saal Digital ab 799 Kč, das in 15 Minuten fertig gestaltet ist, oder einen Gutschein für einen Spaziergang mit Prahou Neznámou für 180 Kč pro Person. Weitere Ideen sind eine Reiseleuchte von Moleskine für 399 Kč, ein Taschenmonokular für 389 Kč, eine Stirnlampe ab 423 Kč oder eine Rubbel-Weltkarte ab 599 Kč zum Festhalten der eigenen Reisen. Der letzte Tipp ist ein symbolisches Geschenk über die Organisation Člověk v tísni ab 150 Kč, zum Beispiel Hühner oder eine Ziege mit Zertifikat. Alle Geschenke kosten maximal 1000 Kč und passen nicht nur für Reisende, sondern auch für alle anderen Beschenkten.

Ich schenke am liebsten Dinge, die nicht einfach unter dem Bett oder im Schrank verschwinden. Noch lieber ist es mir, wenn es eine echte Überraschung ist. Ideen schreibe ich mir das ganze Jahr über ins Handy, damit ich sie nicht vergesse – so habe ich meine Reisegeschenke immer gut durchdacht. Diese Liste habe ich etwas anders zusammengestellt als sonst: Ich habe meine Reisefreunde gefragt, was sie sich wünschen würden.

Ich habe Leute gefragt, die mit dem Rucksack reisen, in Luxushotels übernachten, aber auch solche, die häufig kurze Dienstreisen machen. Dann habe ich eigene Ideen hinzugefügt und Foren, Diskussionen sowie Artikel auf deutschsprachigen und internationalen Seiten durchforstet. Herausgekommen ist diese Liste mit Reisegeschenken, die jeden Reisenden begeistern – manche davon sind aber auch für Nicht-Reisende perfekt. Ich hoffe, sie ist eine gute Inspiration für euch!

1) „Ich brauche Urlaub“ – T-Shirt mit klarer Botschaft

  • Preis: ca. 14 €

Mein absolutes Lieblingsshirt für zu Hause. Manchmal frage ich mich, wem es mehr Spaß macht – mir oder den Leuten, die mich darin sehen?

T-Shirt Ich brauche Urlaub

2) Für alle, die mit dem Handy fotografieren

  • Preis: ca. 16 €

Ich hatte keine Ahnung, dass so etwas fürs Handy existiert! Ich rede vom Bluetooth-Fernauslöser für die Handykamera. Das ist wirklich ein geniales Reisegeschenk für alle, die mit dem Smartphone fotografieren.

Bluetooth-Fernauslöser fürs Handy

3) Stadtführung mal anders – unbekannte Seiten entdecken

  • Preis: ab ca. 10 € / Person (je nach Anbieter)

Ich habe viele Stadtführungen erlebt – in Tschechien und weltweit – aber die abseits der Touristenpfade sind immer die schönsten. Besonders Führungen, die in verborgene Viertel, vergessene Gassen oder zu geheimen Orten einer Stadt führen, begeistern Jung und Alt. Ihr hört spannende, geheimnisvolle und manchmal witzige Geschichten über Architektur und Geschichte. Als Geschenkgutschein ist das eine tolle Idee – und wer eine Stadt wie Berlin, Hamburg oder Wien einmal von einer ganz anderen Seite erleben möchte, wird begeistert sein.

Stadtführung Erlebnisgeschenk

4) Rubbel-Weltkarten – dokumentiere deine Reisen

  • Preis ab ca. 24 €

Rubbel-Weltkarten sind eine tolle Möglichkeit, festzuhalten, wo man schon überall war. Es gibt sie auch als Poster-Variante, aber wir finden das Tagebuch mit eingebauter Rubbelkarte viel praktischer.

Reisetagebuch mit Rubbelkarte

5) Powercube – unverzichtbares Reisezubehör

  • Preis ab ca. 12 €

Wenn Lukáš und ich irgendwo ankommen, suchen wir sofort eine Steckdose. Drohne, GoPro, Kamera, Handys, Laptops, Kindle – alles muss geladen werden. Das Problem: Steckdosen sind weltweit unterschiedlich, und wir haben unsere Geräte in verschiedenen Ländern gekauft. Genau dafür ist der Powercube genial. Er hat vier verschiedene Adapter-Aufsätze für unterschiedliche Weltregionen, dazu vier EU-Steckdosen und zwei USB-Ports. Das Beste: Die Würfel lassen sich stapeln und es gibt mehrere Varianten – auch für den Einsatz zu Hause.

Powercube Reiseadapter

6) Faltbarer Rucksack

  • Preis: ca. 23 €

Ein faltbarer Rucksack ist ein nahezu perfektes Reisegeschenk für jeden Reisenden. Diese Rucksäcke haben meist rund 15 Liter Volumen und wiegen unter 100 Gramm. Du packst ihn einfach in deinen großen Reiserucksack oder Koffer und holst ihn für Tagesausflüge heraus. Wir haben unseren zum Beispiel auf Island genutzt, wenn wir zu den heißen Quellen gewandert sind – und meine Mutter hat mit so einem Rucksack Australien bereist und ihn täglich für Ausflüge verwendet.

Faltbarer Rucksack Ferrino

7) Origineller Kameragurt

  • Preis ab ca. 20 €

Ich habe mich persönlich in die Gurte von Lokoko.cz verliebt – vor allem in die wunderschönen ethnisch gemusterten Designs. So ein Geschenk freut garantiert jeden Fotografen.

Origineller Kameragurt mit Muster

8) Schnelltrocknendes, saugfähiges und ultraleichtes Reisehandtuch

  • Preis ab ca. 8 € (je nach Größe)

Ein normales Handtuch nimmt viel Platz weg und fängt beim Reisen schnell an zu riechen, weil es zwischen den Stationen nicht richtig trocknen kann. Deshalb sind Lukáš und ich auf schnelltrocknende Reisehandtücher umgestiegen. Wir haben uns für die Marke Sea to Summit entschieden und sind absolut begeistert!

Sea to Summit Reisehandtuch

9) Für Hausstaub-Allergiker – antiallergischer Reisekissenbezug

  • Preis ab ca. 8 €

Auch wenn man im Hotel schläft, ist das nicht immer so luxuriös, wie man es sich vorstellt. Wer eine Hausstauballergie hat oder empfindlich reagiert, wacht morgens geschwollen auf oder hat nachts Atemprobleme. Wir nehmen deshalb immer einen Reisekissenbezug aus Nanogewebe mit, in den wir das Hotelkissen einfach einschlagen.

10) Emaille-Tassen mit Reisemotiv

  • Preis: ca. 10 €

Dem Instagram nach sind Lukáš und ich nicht die Einzigen, die Emaille-Tassen lieben. Wir empfehlen die Becher von unseren Freunden bei Eagles. Mit dem Kauf unterstützt ihr sie auf ihren Reisen – und die Designs sind wirklich wunderschön.

Emaille-Tasse mit Reisemotiv von Eagles

11) Natürliche Zahnbürste in schöner Verpackung

  • Preis ab ca. 6 €

Dass eine Zahnbürste ein schönes Geschenk sein kann, beweist der Miswak – eine uralte Alternative zur herkömmlichen Zahnbürste, die seit Jahrtausenden genutzt wird. Der Miswak vereint Zahnbürste und Zahnpasta in einem.

  • Wer etwas sucht, das einer normalen Zahnbürste ähnlicher ist, aber trotzdem umweltfreundlich: Greif zu EcoHeart.
Miswak natürliche Zahnbürste Reisegeschenk

12) Kosmetik gegen Jetlag und Müdigkeit

  • Preis: ca. 20 €

Nach einem langen Flug oder einer Nachtfahrt sieht die Haut wirklich mitgenommen aus. Ich habe vieles ausprobiert, aber gegen Augenringe hilft mir am besten Hyaluronsäure. Sie erfrischt die Haut, strafft sie – und ist dabei ein natürlicher Bestandteil unserer Haut.

Gute Erfahrungen habe ich mit Nafigate gemacht, aber es gibt auch andere Marken. Achtet darauf, dass der Wirkstoffgehalt ausreichend ist (Hyaluronsäure mind. 1 %).

Hyaluronsäure Reisegeschenk gegen Jetlag

13) Reisegeschenk für nachhaltiges Reisen

  • Preis: ca. 6 €

Lukáš liebt sie – ich spreche von Netzbeuteln. Es ärgert uns sehr, dass wir sie bei unserer Thailand-Reise nicht dabei hatten, denn dort wird wirklich sinnlos viel Plastik verbraucht. Beim nächsten Asientrip kommen die Netzbeutel auf jeden Fall mit. Sie lassen sich super klein verpacken und sind ein tolles Geschenk für alle – nicht nur für Reisende.

Netzbeutel nachhaltiges Reisen

14) Reise-Leselampe

  • Preis: ca. 16 €

In diese Reiseleselampe von Moleskine habe ich mich sofort verliebt. Sie hat einen drehbaren Clip und fünf einstellbare Helligkeitsstufen. Man kann sie als Fahrradlicht, Leselicht oder als Tischlampe nutzen.

Moleskine Reise-Leselampe Reisegeschenk

15) Reisetagebuch & Planer

  • Preis ab ca. 10 €

Reisetagebücher und Notizbücher gibt es von Moleskine und anderen internationalen Marken, aber ich mag besonders die der tschechischen Firma CleverMinds. Du kannst zwischen verschiedenen Reise-Versionen wählen. Für Papierliebhaber ein wunderbares Geschenk.

Tipp für Freelancer und digitale Nomaden: Lange habe ich auch den undatierten Wochenplaner PILOT von CleverMinds verwendet – er ersetzt klassische Kalender und ist einer meiner wichtigsten Planungshelfer, um als Freelancerin produktiv zu bleiben.

CleverMinds Reisetagebuch Geschenkidee

16) Stirnlampe

  • Preis ab ca. 17 €

Ein super Geschenk für alle, die gerne campen. Eine große Auswahl findest du auf 4camping.

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17) Taschen-Monokular

  • Preis: ca. 15 €

Ein Monokular, das deinen Blick weiterreichen lässt – sozusagen eine günstigere Alternative zum Fernglas, ideal für die Tierbeobachtung.

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18) Fotobuch

  • Preis ab ca. 32 €

Ich blättere gerne in alten Fotobüchern. Wir haben nur drei davon, aber wann immer ich am Regal vorbeigehe, nehme ich eins heraus und schwelge in Erinnerungen. Früher hat mein Vater Fotobücher von unseren Reisen gemacht, und ich wollte das auch irgendwann tun – bis ich mich an der Komplexität der Software festgebissen habe. Kennt ihr Saal Digital? Ich bin begeistert: Ich hatte mein Buch in 15 Minuten fertig gestaltet, und es kam schon nach 3 Werktagen an. Unbedingt empfehlenswert!

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19) Hochwertige Reise-Kosmetikflaschen

  • Preis: ab ca. 8 €

Reise-Kosmetikflaschen sind eigentlich immer ein gutes Geschenk für Frauen – aber achtet unbedingt auf Qualität. Nichts ist schlimmer, als wenn Kosmetik im Gepäck ausläuft. Ich habe schon Dutzende ausprobiert und bin schließlich bei etwas teureren Flaschen der Marke Kikkerland gelandet, die mich bisher nicht im Stich gelassen haben. Sie sind allerdings etwas hart und Shampoo lässt sich nur schlecht herausdrücken (man muss sie schütteln).

  • Ich habe persönlich ein größeres Set mit Sprühflaschen, aber aktuell habe ich nur diese Variante im Handel gefunden.
Reise-Kosmetikflaschen Geschenk für Reisende

20) Ein echtes Geschenk

  • Preis ab ca. 6 €

Verschenke zwanzig Hühner, Schulmaterial für 7 Kinder oder eine fröhliche Ziege – zum Beispiel über Organisationen wie CARE Deutschland oder Oxfam Unwrapped. Nach dem Kauf erhaltet ihr ein Zertifikat, das ihr als originelles Geschenk überreichen könnt.

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Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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Was in den USA sehen? 10 schönste Orte im Westen der USA

TL;DRZu den zehn schönsten Orten der USA zählen Mount St. Helens in Washington, die Wasserfälle Lower Falls Creek und Smith Rocks in Oregon, San Francisco mit Golden Gate und Alcatraz, der Yosemite-Nationalpark, das Death Valley, der Grand Canyon (446 km lang, bis zu 1.600 m tief), Canyonlands in Utah mit Monument Valley und Arches, Yellowstone mit dem Geysir Old Faithful (er bricht alle 64,5 Minuten bis zu 40 m hoch aus), der Glacier-Nationalpark und der Joshua-Tree-Nationalpark. Am besten reist du in der zweiten Septemberhälfte und im Oktober oder im April und Mai – dann ist das Wetter stabiler und es sind weniger Touristen unterwegs als in der Sommersaison, wenn Yosemite bis zu 3,5 Millionen Besucher im Jahr zählt.

Im Wilden Westen galoppieren schon seit Jahrzehnten keine Cowboys mehr, stattdessen rollen Busse, Wohnmobile, Campervans und andere Fahrzeuge voller Touristen durch die Landschaft. Das ist kein Wunder. Die schönsten Orte der USA sind dank günstiger Flüge immer leichter erreichbar – auch von Deutschland aus. Schauen wir uns die schönsten Nationalparks und Orte im Westen der USA an, die man unbedingt gesehen haben sollte.

Was in den USA sehen. Grand Staircase/Escalante National Monument.
Grand Staircase/Escalante National Monument.  (aufgenommen mit DJI MAVIC PRO)

Die vielfältige Landschaft des Westens hat schon so manchen Reisenden verzaubert – und das werden Sie selbst verstehen, wenn Sie in der Hauptsaison (Mai–September) anreisen. Auf Tausende von Touristen werden Sie garantiert treffen. Wenn Sie es zu einer anderen Zeit versuchen, müssen Sie allerdings mit anderen Unannehmlichkeiten rechnen, wie kühlem Wetter, saisonalen Sperrungen von Wanderwegen oder Straßen und eingeschränktem Service.

Blick auf das Monument Valley in Utah
Blick auf das Monument Valley in Utah  (aufgenommen mit Canon 6D)

Aber es sind wirklich Orte, die man gesehen haben muss. Welchen Cowboyhut Sie sich aufsetzen, bleibt Ihnen überlassen. Jetzt schauen wir uns aber an, wo die 10 schönsten Orte in den USA zu finden sind.

Wann den Westen der USA besuchen?

Persönlich mag ich die zweite Septemberhälfte und den Oktober am liebsten, wenn das Wetter stabiler ist und etwas weniger Touristen unterwegs sind als im Sommer. Schön ist aber auch der Frühling. Zum Beispiel April und Mai. Wenn Sie keine Menschenmassen mögen und es Ihnen nichts ausmacht, dass gelegentlich etwas geschlossen ist, können Sie auch im November oder Februar anreisen.

Den Sommer würde ich meiden. Obwohl einer meiner ersten Besuche im Juli stattfand, ist das schon einige Jahre her (hihi vielleicht sogar fünfzehn) – und selbst damals war es touristisch unerträglich. Der Yosemite-Nationalpark wird jährlich von 3,5 Millionen Touristen besucht. Und die meisten kommen in der Sommersaison. Stellen Sie sich das mal vor.

10 schönste Orte im Westen der USA

Ich denke, jeder sollte mindestens einmal im Leben einen Roadtrip zu den Nationalparks der USA machen. Es gibt kaum einen besseren Roadtrip. Schauen wir uns die schönsten Parks in den USA an.

1) Besuchen Sie den Vulkan in Washington

Was in den USA sehen
Mount St. Helens – der größte Luftverschmutzer  (aufgenommen mit Canon 6D)

Wenn vom Westen der USA die Rede ist, denken die meisten sofort an den Grand Canyon oder das Death Valley. Für mich ist aber die Umgebung des Mount St. Helens im Bundesstaat Washington die größte Herzensangelegenheit.

Blick vom Harry's Ridge Trail
Blick vom Harry’s Ridge Trail  (aufgenommen mit Canon 6D)

2) Entdecken Sie die Avatar-Landschaft in Oregon

Unweit der Bridge of Gods, wo das beliebte Buch „Wild“ von Cheryl Strayed endet, finden Sie Wasserfälle wie die Lower Falls Creek. Oregon ist aber nicht nur bewaldete Landschaft entlang des Columbia River.

Avatar-artige Wasserfälle an den False Creek Falls
Avatar-artige Wasserfälle an den False Creek Falls  (aufgenommen mit Canon 6D)

Wenn Sie weiter südlich fahren, stoßen Sie auf eine trockene Landschaft, die man anhand von Fotos leicht mit Utah verwechseln könnte.

Smith Rocks und Misery Ridge Trail
Smith Rocks und Misery Ridge Trail  (aufgenommen mit Canon 6D)

3) Lassen Sie Ihr Herz in San Francisco

San Francisco
San Francisco vom Baker Beach  (aufgenommen mit Canon 6D)

Die rote Hängebrücke über die Golden-Gate-Meerenge in Kalifornien gehört zu den ikonischen Fotomotiven jedes Touristen. San Francisco als kulturelles und finanzielles Zentrum Nordkaliforniens hat aber noch viel mehr zu bieten.

Alcatraz sollte man mindestens einmal im Leben besucht haben, ebenso wie eine Fahrt mit dem berühmten „Cable Car“ – und natürlich ein Abstecher zum Google-Hauptsitz. San Francisco war schon immer mein Favorit unter den Städten der USA. Und das ist es noch immer.

4) Verfallen Sie der Schönheit des Yosemite

Yosemite National Park
Yosemite National Park  (aufgenommen mit Canon 6D)

Seit 2014, als Apple offiziell die neue Version seines Betriebssystems für Computer unter dem Namen OS X Yosemite vorstellte, wurde der Yosemite-Nationalpark in Kalifornien zu einem noch beliebteren Ziel für Touristen.

In einigen Seen im Yosemite kann man sogar baden
In einigen Seen im Yosemite kann man sogar baden  (aufgenommen mit Canon 6D)

Sowohl für Fotografen als auch für Filmemacher. Das ist kein Wunder – der Park ist wirklich wunderschön. Es ist aber etwas schade, denn im Sommer kommt selbst der härteste Mensch zwischen den Touristenmassen ordentlich ins Schwitzen.

5) Föhnen Sie sich die Haare mit der Luft im Death Valley

Einer der ikonischen Orte im Death Valley
Einer der ikonischen Orte im Death Valley  (aufgenommen mit Canon 6D)

Der tiefstgelegene Punkt Nordamerikas ist das Death Valley. Und laut einiger Quellen ist es auch der heißeste Ort der Welt (manche nennen allerdings auch die Dascht-e Lut im Iran mit 70,6 °C). Im Sommer hierher zu fahren, ist gewissermaßen Masochismus. Andererseits – wenn Sie aussteigen, sind Sie fast allein. Niemand hält es in dieser Sonne lange aus. Sie auch nicht.

Death Valley
Death Valley  (aufgenommen mit Canon 6D)

6) Grand Canyon

Schon in einem früheren Artikel habe ich den North Rim empfohlen – der South Rim ist deutlich touristischer. Aber egal, welche Variante Sie wählen, es gibt nur wenige Orte, an denen man die gewaltige Kraft der Natur so spürt wie beim Blick auf diese 446 km lange und bis zu 1.600 m tiefe Schlucht, die der Colorado River gegraben hat.

Der North Rim ist besser als der South Rim, weil es hier kaum Touristen gibt
Der North Rim ist besser als der South Rim, weil es hier kaum Touristen gibt  (aufgenommen mit Canon 6D)

Der Fluss und seine Nebenflüsse formten den Canyon über Millionen von Jahren in die Schichten des Colorado-Plateaus – und wenn Sie am Rand zum Sonnenaufgang sitzen, können Sie beobachten, wie die Sonnenstrahlen nach und nach die einzelnen geologischen Schichten beleuchten, die von Klimaveränderungen, dem Wechsel von Meeren, Flussebenen und Wüsten im Laufe der Zeit zeugen. Die ältesten stammen aus einer Zeit vor fast 2 Milliarden Jahren.

Grand Canyon
Grand Canyon  (aufgenommen mit Canon 6D)

7) Canyonlands in Utah

Utah ist überwiegend felsiges Land, das in drei geologische Hauptregionen unterteilt ist: die Rocky Mountains (Norden, Mitte und Osten), das Colorado-Plateau (Osten) und das Große Becken (Westen).

Mesa Arch Trail in den Canyonlands
Mesa Arch Trail in den Canyonlands  (aufgenommen mit Canon 6D)

Es gibt keine ungewöhnlichere Landschaft als die in Utah. Die wilde Natur nimmt hier viele Formen an – von felsigen, salzigen und sandigen Wüsten über verschneite Berggipfel bis hin zu Nadelwäldern in Gebirgstälern.

monument valley
Guten Morgen aus dem Monument Valley  (aufgenommen mit Canon 6D)

Touristen zieht es aber vor allem in den Süden, der von mächtigen Sedimentschichten verschiedenster Formen bedeckt ist. Diese bemerkenswerten Formationen haben zur Entstehung mehrerer Schutzgebiete geführt.

Vielleicht hätten wir vor dem Ausflug in die Canyonlands einen Kaffee trinken sollen – sieht eigentlich ziemlich gut aus
Vielleicht hätten wir vor dem Ausflug in die Canyonlands einen Kaffee trinken sollen – sieht eigentlich ziemlich gut aus  (aufgenommen mit Canon 6D)

Zu diesen Gebieten gehören zum Beispiel der Arches-Nationalpark, der Canyonlands-Nationalpark, der Zion-Nationalpark, der Capitol-Reef-Nationalpark, das Cedar Breaks National Monument oder das Grand Staircase/Escalante National Monument.

Mein Lieblingsort in Utah. Bryce National Park
Mein Lieblingsort in Utah. Bryce National Park  (aufgenommen mit Canon 6D)

8) Entdecken Sie den Yellowstone an der Grenze dreier Bundesstaaten

Die Heimat von Yogi Bär und großen Bisonherden erstreckt sich über die US-Bundesstaaten Wyoming (91 % des Parks), Montana (7,6 %) und Idaho (1,4 %).

Geysir namens Castle
Geysir namens Castle  (aufgenommen mit Canon 6D)

Es sind aber nicht hauptsächlich die Tiere, die Touristen hierher locken, sondern die riesigen Geysire – der berühmteste, Old Faithful, bricht durchschnittlich alle 64,5 Minuten aus und schießt bis zu 40 m hoch – sowie die farbenprächtigen und leicht stinkenden heißen Quellen.

Canyon im Yellowstone
Canyon im Yellowstone  (aufgenommen mit Canon 6D)

Charakteristisch für den Yellowstone-Nationalpark sind auch zahlreiche Fumarolen (Austritte heißer Gase) und blubbernde Schlammtöpfe, die in die Tiefen der Erde führen.

Auch wir haben uns in den Yellowstone verliebt.
Auch wir haben uns in den Yellowstone verliebt.  (aufgenommen mit Canon 6D)

9) Wandern Sie zu den Gletschern im Glacier National Park

Glacier National Park
Glacier National Park  (aufgenommen mit Canon 6D)

Türkisfarbene Seen und Berge, die in den Himmel ragen. Hunderte von Wanderwegen, die Sie zu Aussichtspunkten führen, an denen Ihnen der Atem stocken wird. Hierher sollten Sie so schnell wie möglich fahren, denn den Grinnell Glacier wird es in 20 Jahren nicht mehr geben.

10) Schwitzen Sie im Joshua Tree Park

Der Joshua Tree Park wird von Reisenden oft übersehen. Es stimmt, dass er etwas abseits liegt.

Der ikonische Joshua Tree
Der ikonische Joshua Tree  (aufgenommen mit Canon 6D)

Im Sommer werden Spaziergänge durch diesen Park zur heißen Hölle – besser ist ein Besuch im Frühling. Der Park erstreckt sich zwischen den Counties San Bernardino und Riverside und umfasst zwei Wüsten, die zwei getrennte Ökosysteme bilden, deren Merkmale durch die unterschiedliche Höhenlage bestimmt werden. Der Park erhielt seinen Namen von der Riesen-Palmlilie, den sogenannten Josuabäumen (Joshua Trees), die hier im März und April wunderschön blühen.

Es werde Wüste
Es werde Wüste  (aufgenommen mit Canon 6D)

Für die Einreise in die USA benötigen Sie als deutscher Staatsbürger kein Visum, sondern lediglich eine ESTA-Genehmigung, die Sie vorab online beantragen können. Denken Sie auch an eine gute Reiseversicherung und gegebenenfalls an eine eSIM von Holafly, damit Sie auch unterwegs immer online sind. Unterkünfte entlang der Route buchen Sie am besten frühzeitig über Booking.com.

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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#1 Tourist in Prag: Die besten Pfannkuchen Europas sollen hier sein

TL;DRDie Autoren haben 48 Stunden lang den Touristen in ihrer eigenen Stadt gespielt und empfehlen als „beste Pancakes Europas“ das Prager Bistro Den Noc, wo sie rund fünfzehn Minuten auf ihr Essen warteten und sich für süße Varianten mit Lindt-Schokolade, Schlagsahne, Eis, Zimt, Butter und Banane entschieden. Weitere Tipps: Brunch im Coffee Room in der Korunní-Straße mit Frühstück bis 14 Uhr am Wochenende, die kostenlose Ausstellung Nervous Trees von Krištof Kintera im Rudolfinum, das libanesische Restaurant Hedvábná stezka nahe dem Nationaltheater, die Weinbar Vinograf sowie Ausstellungen in der Galerie Dox, darunter ein Zeppelin und die Schau Geschichten aus dem Irak. Als „angeblich bestes Pho in Prag“ nennen sie das Lokal Pho u Letné – dort raten sie allerdings eher zum Curry als zum Pho selbst.

Wer lange Zeit an ein und demselben Ort lebt, merkt irgendwann, wie die Tage immer gleicher werden. Besonders dann, wenn man als Freelancer von zuhause aus arbeitet. Routine ist der schnellste Weg in die Langeweile. Wir gehören nicht zu den Menschen, die ständig in Restaurants, Cafés und Bars herumhängen – die meiste Zeit kochen wir selbst und trinken Kaffee und Wein daheim.

Das hat praktische und finanzielle Gründe, aber auch den, dass wir so besser kontrollieren, was wir essen. Dieses Wochenende sollte alles anders sein. Hier ist unser Leitfaden, wie man in Prag, Tschechien, für 48 Stunden zum Touristen in der eigenen Stadt wird.

 

48 Stunden lang waren wir Touristen in unserer eigenen Stadt

Auf den Fotos wirkte das Coffee Room ruhiger – am Samstag war es jedoch brechend voll
Auf den Fotos wirkte das Coffee Room ruhiger – am Samstag war es jedoch brechend voll (fotografiert mit Canon 6D)
 

Wir haben ein paar Kilo zugelegt. Wir haben Orte besucht, an denen Touristen Schlange für ihr Essen stehen und das Personal einen zuerst auf Englisch anspricht. Wir haben auch einen Abstecher in den Orient gemacht und nachgesehen, wo es angeblich „das beste Pho in Prag“ geben soll. Unser Programm war vollgepackt mit vermeintlichen Superlativen. Schaut selbst!

 
Brunch im Coffee Room
Avocado-Orgasmus im Coffee Room. (fotografiert mit Canon 6D)

Brunch im Coffee Room

Wir starteten zu einer Uhrzeit, die unsere Großeltern wohl eher als Mittagszeit bezeichnet hätten. Aber ein bisschen Schlaf-Luxus am Wochenende darf wohl sein.

 
Das größte Verwöhnen für uns war das Süße. Zucker gehört sonst nicht zu unserem Alltag.
Das größte Verwöhnen für uns war das Süße. Zucker gehört sonst nicht zu unserem Alltag. (fotografiert mit Canon 6D)
 

Zum Glück serviert das Coffee Room Frühstück am Samstag bis 14:00 Uhr, sodass wir es gemütlich angehen konnten. Das wunderbar hipsterische Ambiente des kleinen Cafés in der Korunní-Straße ist allerdings bis auf den letzten Platz gefüllt – von der beschaulichen Atmosphäre auf den Fotos ist in der Realität wenig zu spüren. Kein Wunder bei dem Angebot.

 
Sie nennen es „Poppyseed Cake
Sie nennen es „Poppyseed Cake“, aber im Grunde ist es unser geliebter Mohnkuchen. (fotografiert mit Canon 6D)
 

Von ihrem Avocado-Toast werde ich noch lange träumen. Den Kaffee würden wir nicht unbedingt wiederholen – er sah zwar wunderschön aus, war uns aber zu zitruslastig. Oder wie Lukáš sagte: „Hm, ganz schön sauer.“ Vielleicht wechseln sie auch regelmäßig die Bohnen, also lasst euch nicht abschrecken. Hundert Menschen, hundert Geschmäcker 🙂

 
Der Kaffee wirkte etwas säuerlicher – wahrscheinlich war es einfach eine zitrusbetonte Afrika-Röstung, die nicht ganz unser Geschmack ist.
Der Kaffee war uns etwas zu sauer – wahrscheinlich einfach eine zitrusbetonte Afrika-Röstung, die nicht ganz unser Ding ist. (fotografiert mit Canon 6D)

Nervous Trees von Krištofa Kintera

Die Waschmaschinen aus dem Rudolfinum habt ihr sicher schon auf Social Media gesehen, falls ihr die Ausstellung Nervous Trees von Krištofa Kintera noch nicht persönlich besucht habt. Der Eintritt ist kostenlos und offenbar begeistert die Installation selbst die Kleinsten.

 
Diese Waschmaschinen sind gerade überall auf Instagram :-)
Diese Waschmaschinen sind gerade überall auf Instagram 🙂 (fotografiert mit Canon 6D)

Irgendwas zwischen Mittagessen und Abendessen – orientalisch

Der Hunger stellte sich beim Spaziergang durch Prag wie von Geisterhand ein, und so landeten wir im Reiserestaurant Hedvábná stezka (Seidenstraße) nahe dem Nationaltheater. Im Libanon isst man typischerweise kein großes Hauptgericht, sondern teilt sich mehrere kleine Gerichte. Wir machten es genauso und bestellten gefülltes Pitabrot mit Käse, Falafel, gefüllte Teigtaschen und dazu Hummus. Für zwei Personen war das vollkommen ausreichend – zumal wir noch Zimtkuchen und gewürzte Halva auf dem Plan hatten.

 
Für schöne Fotos eignet sich das Restaurant des Reiseclubs Hedvábná stezka nicht wirklich. Aber das Essen ist es wert.
Das Essen war schon weg, bevor wir es fotografieren konnten. 🙂 Nächstes Mal! (fotografiert mit Canon 6D)

Wein. Richtig guter.

Am Vinograf bin ich schon seit Jahren vorbeigegangen, ohne je hineinzuschauen. Gewonnen hat er mich gleich beim ersten Blick auf die Website – ich entdeckte, dass es dort einen Wein namens Lucie gibt. Wer könnte da widerstehen? Das Vinograf überraschte uns mit einer intimen Atmosphäre, die wir nach einem Tag in den Menschenmassen dringend brauchten. Einen besseren Service in Prag findet man nur schwer, und aus der breiten (wirklich breiten) Weinauswahl findet sich garantiert etwas für jeden Geschmack. Im Zweifelsfall berät das Personal gerne.

 
Wer kann Lucie widerstehen?
Wer kann Lucie widerstehen? (fotografiert mit Canon 6D)

Das Kino als Retter in der Not

Lucie war ausgezeichnet – gut, dass wir in eineinhalb Stunden ins Kino mussten, sonst wäre es vielleicht nicht bei einem Glas geblieben. Und am nächsten Tag hieß es wieder: Tourist spielen.

 

Für das Frühstück standen wir Schlange

Den Noc
Den Noc – Sie kocht gerne, er trinkt Wein. So beschreiben sich die Betreiber dieses Bistros. Wir mögen beides. (fotografiert mit Canon 6D)
 

Die besten Pfannkuchen Europas. Über das Bistro Den Noc liest man kaum etwas Negatives – höchstens, dass es klein ist und man warten muss. Auch wir kamen nicht darum herum und warteten gut fünfzehn Minuten auf einen Tisch vor dem Bistro. Die Karte bietet mehrere Varianten süßer und herzhafter Pfannkuchen.

 
Ich in der Rolle des Hauptschlemmer.
Ich in der Rolle des Hauptschlemmers. (fotografiert mit Canon 6D)
 

Dieses Wochenende haben wir uns ganz klar dem Süßen verschrieben. Wir beide lieben Süßes und beide verzichten normalerweise darauf. Lukáš nahm seinen mit Lindt-Schokolade, Schlagsahne und einer extra Portion Eis, ich entschied mich für Zimt, Butter und Banane.

Der Kaffee war zwar schlichter als im Coffee Room, ohne den sauren Abgang – dafür war die Milch etwas zu heiß aufgeschäumt (wir sind Kaffeejunkies, das habt ihr schon bemerkt, oder?). Am besten hätte uns zu den Pfannkuchen ein klassischer Filterkaffee gepasst – den gibt es leider nicht.

 
Hallo, Kalorienbombe
Hallo, Kalorienbombe. (fotografiert mit Canon 6D)

Kultureller Geheimtipp: Das DOX

Als wir in Kanada waren, wurde gerade das Luftschiff im DOX eröffnet. Ich hatte mir vorgenommen, gleich nach unserer Rückkehr dort vorbeizuschauen. Doch die Zeit verging und wir fanden nie ein paar freie Stunden.

VOR AUGEN: Geschichten aus dem Irak
VOR AUGEN: Geschichten aus dem Irak. (fotografiert mit Canon 6D)

Das freie Wochenende nutzten wir schließlich, um das Luftschiff zu besuchen und gleich noch die Ausstellung VOR AUGEN: Geschichten aus dem Irak mitzunehmen, auf die ich mich schon länger gefreut hatte.

Im Luftschiff!
Im Luftschiff! (fotografiert mit Canon 6D)
  Wenn mich jemand fragt, wohin man in Prag zum Ausstellungsbesuch gehen soll, sage ich immer: ins DOX. 99 % der dortigen Ausstellungen ist wirklich sehenswert – zu den besten Prag Sehenswürdigkeiten zählt es auf jeden Fall.  
Ab an Bord!
Ab an Bord! (fotografiert mit Canon 6D)

Wo ist (nicht) das beste Pho?

„Ich hätte Lust auf Pho.“ Diesen Satz höre ich von Lukáš ungefähr jeden zweiten Tag – es überrascht mich also kaum, wenn wir unsere Pläne für das nächste Hipster-Bistro spontan ändern und das Wochenende im Pho u Letné ausklingen lassen, über das – wie über viele andere – geschrieben steht, es sei das beste Pho in Prag.

 
Angeblich das beste Pho in Prag. Wahrscheinlich eines von vielen angeblich besten.
Angeblich das beste Pho in Prag. Wahrscheinlich eines von vielen angeblich besten. (fotografiert mit Canon 6D)
 

Wie die meisten vietnamesischen Restaurants wirkt es von innen schlicht und auf den ersten Blick unscheinbar. Trotzdem ist es rappelvoll. Ich bin kein Pho-Fan und bestelle daher ein Curry im Keramiktopf mit Reis.

Als Vorspeise nehmen wir Frühlingsrollen. Die sind etwas fettiger als gewohnt, verschwinden aber trotzdem rasend schnell. Das Pho könnte etwas kräftiger sein, das Curry kann ich hingegen wärmstens empfehlen.

 
Ich bin kein Pho-Fan. Ich nehme lieber Curry.
Ich bin kein Pho-Fan. Ich nehme lieber Curry. (fotografiert mit Canon 6D)

Wenn wir in der Nähe und hungrig sind, kommen wir sicher wieder – aber als unser Lieblingsvietnamese in Prag wird es wohl nicht in unsere Liste aufgenommen.

 
Wohin soll es als nächstes gehen? Habt ihr Tipps für uns? Schreibt sie in die Kommentare. 🙂

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