Lima, Peru: 22 Tipps, was du 2026 sehen und erleben kannst

Wenn du eine Reise nach Peru planst, betrachtest du die Hauptstadt vielleicht nur als notwendigen Zwischenstopp auf dem Weg in die Berge. Das wäre allerdings ein riesiger Fehler, denn Lima ist heute unbestritten die gastronomische Hauptstadt der Welt. Genau hier findest du das Restaurant Maido, das den Titel des besten Restaurants der Welt für 2025 trägt, und insgesamt vier lokale Restaurants figurieren in den aktuellen Top 50. Die kulinarische Bedeutung der Stadt erreicht zudem am 4. November 2026 ihren Höhepunkt, wenn hier zum allerersten Mal in der Geschichte Südamerikas die Preise The World’s 50 Best Restaurants feierlich verliehen werden.

Neben dem Essen bietet dir diese fast zehn Millionen Einwohner zählende Metropole ideale Bedingungen für den Reisestart. Die touristischen Viertel liegen praktisch auf Meereshöhe, was sie zum perfekten Akklimatisierungspunkt macht, bevor du den anstrengenden Flug ins hochgelegene Cusco antrittst. Gib Lima mindestens zwei oder drei Tage und lass dich von den herrlichen Klippen über dem Pazifik, der kolonialen Architektur und den modernen, grünen Vierteln überraschen.

Bei der Reiseplanung für 2026 solltest du mit einigen Neuerungen rechnen. Seit Juni 2025 ist zwar das brandneue und wunderschöne Terminal des Flughafens Jorge Chávez in Betrieb, aber die Zufahrtswege werden noch gebaut, sodass die Fahrt ins Zentrum auch anderthalb Stunden dauern kann. Gleichzeitig lass dich nicht von Berichten über den Ausnahmezustand abschrecken, der in Lima aktuell etwa bis Ende Oktober 2026 gilt. Diese Maßnahme richtet sich primär gegen Gangs zum Schutz lokaler Unternehmer und betrifft normale Touristen in den sicheren Vierteln praktisch überhaupt nicht.

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Transport vom Flughafen: Vergiss die Schlepper in der Halle und nutze ausschließlich die offiziellen Schalter, den Airport Express Bus oder die Apps Uber und Cabify mit Abholung vom ausgewiesenen Parkplatz E1.
  • Sicherheit an erster Stelle: Die Viertel Miraflores und Barranco sind tagsüber entspannt, aber nach Einbruch der Dunkelheit sei vorsichtig, zeige dein Handy nicht auf der Straße und winke niemals direkt auf der Straße ein Taxi heran.
  • Gastronomisches Paradies: Reservierungen in den besten Restaurants wie Maido oder Kjolle musst du dir mehrere Monate im Voraus sichern.
  • Klima und Kleidung: Im Sommer erwarten dich Sonne und Wärme, während in den Wintermonaten die Stadt oft von einem typischen Küstennebel namens Garúa eingehüllt wird.
  • Geld und Bezahlung: In den besseren Vierteln kannst du mit Karte zahlen, aber für Märkte und kleinere Einkäufe brauchst du Bargeld in peruanischen Soles (1 Sol entspricht etwa 0,25 €).
  • Praktische Formalitäten: Deutsche brauchen kein Visum und das Einreiseformular TAM ist heute vollständig virtuell, vergiss nur nicht, deinen Pass ins Hotel mitzunehmen, um die achtzehprozentige Steuer zu sparen.

Wann nach Lima reisen

Das Klima in Lima wird vom kalten Humboldt-Strom beeinflusst, der hier relativ milde Temperaturen und nur etwas über sechs Millimeter Niederschlag pro Jahr beschert. Am meisten Sonne und Wärme genießt du von Dezember bis April, wenn das Thermometer auf ideale 25 bis 28 Grad klettert und die Einheimischen ihre Wochenenden an den Stränden verbringen. Von Juni bis September hingegen hüllt oft dichter grauer Nebel namens Garúa die Stadt ein und die Temperaturen fallen auf 15 Grad, was aber wiederum eine großartige Zeit für Paragliding-Fans ist, dank der idealen Windverhältnisse.

Das Jahr 2026 ist meteorologisch gesehen etwas besonders wegen des Phänomens El Niño Costero. Der Winter war gefühlt deutlich wärmer als gewöhnlich und Meteorologen warnen, dass im Sommer 2027 die gefühlten Temperaturen bis zu 38 Grad erreichen könnten. Wenn du keine Extreme magst, sind die Übergangsmonate November, Dezember, März und April der ideale Kompromiss für einen Besuch, wenn du sowohl der größten Hitze als auch der Hauptwelle der peruanischen Sommerferien aus dem Weg gehst.

Bei der Planung deines Reisedatums lohnt es sich definitiv, auch einen Blick in den Kalender der lokalen Feiertage und Festivals zu werfen. Ein großartiges Erlebnis ist das Oktoberfest Señor de los Milagros, wenn eine der größten katholischen Prozessionen der Welt durch die Straßen zieht und sich das Stadtzentrum lila färbt. Ende Juli gehört den Unabhängigkeitsfeiern Fiestas Patrias mit großen Militärparaden, und Anfang Februar vereint sich das ganze Land bei den Feierlichkeiten des Nationalcocktails am Día del Pisco Sour.

Wo in Lima übernachten

Die Wahl des richtigen Viertels ist im riesigen Lima entscheidend für dein Sicherheitsgefühl und das gesamte Erlebnis. Die beste Wahl für den ersten Besuch ist eindeutig Miraflores, wo du herrliche Klippen über dem Ozean, großartige Infrastruktur und dank des dichten Netzes intelligenter Kameras auch die größte Ruhe für abendliche Spaziergänge findest. Das gleich daneben liegende böhmische Barranco begeistert Paare und Nachtschwärmer, während San Isidro denen dient, die maximale Ruhe und Luxusboutiquen suchen.

Wenn du dir fantastischen Service sichern möchtest, schau dir das Hilton Garden Inn Lima Miraflores an, das die höchste Bewertung in der Stadt vorweisen kann und dir einen luxuriösen Dachpool nur wenige Schritte von der Küstenpromenade bietet. Geschichts- und Romantikliebhaber sollten das Hotel B im Herzen des Viertels Barranco nicht verpassen, eine wunderschön restaurierte Villa aus der Belle Époque, die zum prestigeträchtigen Netzwerk Relais & Châteaux gehört.

Ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis in der Mittelklasse bietet die peruanische Kette mit dem Hotel Casa Andina Premium Miraflores, wo du auch einen angenehmen Innenpool findest. Falls dich nur ein sehr früher Morgenflug erwartet und du nicht mehr in die Stadt möchtest, ist das Wyndham Grand Costa del Sol Lima Airport eine strategische Wahl, das über eine bequeme überdachte Brücke mit dem neuen Terminal verbunden ist. Detailliertere Tipps und eine Analyse der einzelnen Bereiche findest du in unserem separaten Artikel Wo bydlet v Limě.

💡 Auf dieser Karte kannst du vergleichen, was gerade verfügbar ist — du siehst sofort, wie stark sich der Preis ein paar Blocks weiter ändert.

22 Tipps, was du in Lima sehen und erleben kannst

Schauen wir uns das Beste an, was die peruanische Metropole zu bieten hat. Teile die Erkundung der Stadt idealerweise in Blöcke nach Vierteln auf, damit du nicht die halbe Zeit im Stau verbringst.

1. Plaza Mayor und Catedral de Lima

Das Herz des historischen Zentrums ist der weitläufige Platz Plaza Mayor (oft Plaza de Armas genannt), der die wahre Wiege der 1535 gegründeten Stadt bildet. Das gesamte historische Zentrum steht auf der UNESCO-Liste und ist von wunderschönen Kolonialgebäuden mit typisch gelben Fassaden und geschnitzten Holzbalkonen umgeben. Der Platz ist ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung der Geschichte, aber bedenke, dass sich die Atmosphäre im Zentrum nach Einbruch der Dunkelheit verändert und es besser ist, in die sichereren Viertel am Meer zurückzukehren.

An der Ostseite des Platzes erhebt sich die schöne Catedral de Lima, die sich definitiv auch von innen lohnt. Der Eintritt für Ausländer kostet 30 Soles (etwa 8 €), Kinder von sechs bis zwölf Jahren zahlen die Hälfte, und für diesen Preis besichtigst du nicht nur das Kirchenschiff selbst, sondern auch das angrenzende Museum und die geheimnisvollen Krypten. Es gibt auch Führungen mit Guide, die etwa alle zwanzig Minuten starten.

In den Räumen der Kathedrale ruhen bedeutende historische Persönlichkeiten und angeblich befindet sich hier auch das Grab des Stadtgründers Francisco Pizarro selbst. Die Besichtigung dauert etwa eine Stunde und dank neuer Audioguides in neun Sprachen erfährst du viele Details über die komplexe Geschichte des peruanischen Katholizismus.

💡 Tipp: Die Verkehrssituation im Zentrum ist zwischen fünf und sechs Uhr nachmittags katastrophal. Komm lieber gleich am Vormittag hierher, um langes Sitzen im Taxi zu vermeiden.

2. Palacio de Gobierno und Wachablösung

An der Nordseite des Hauptplatzes residiert der amtierende Präsident im Palacio de Gobierno. Dieser Regierungspalast nimmt einen ganzen Häuserblock ein und steht an der Stelle, an der sich Francisco Pizarro einst seinen Sitz errichten ließ. Heute dient das Gebäude als Zentrum des politischen Geschehens (seit Juli 2026 amtiert hier Präsidentin Keiko Fujimori), und der Zugang ins Innere ist für normale Touristen leider stark eingeschränkt.

Die größte Attraktion für Besucher ist zweifellos die traditionelle Wachablösung, die du kostenlos hinter den schmiedeeisernen Gittern verfolgen kannst – und zwar jeden Tag im Jahr. Die Zeremonie wird vom historischen berittenen Regiment Mariscal Domingo Nieto in Paradeuniformen durchgeführt, und mit etwas Glück siehst du sogar eine ganze Militärkapelle.

Das Erlebnis ist wirklich grandios, denn die Soldaten spielen gelegentlich neben Marschliedern auch traditionelle peruanische Melodien wie das berühmte Lied El Cóndor Pasa. Die Zeremonie erreicht ihren Höhepunkt etwa gegen Mittag, aber es ist besser, schon gegen halb zwölf auf dem Platz zu sein, um dir am Zaun einen guten Platz mit Aussicht zu sichern.

💡 Tipp: Obwohl im Herbst 2026 Führungen durch den Palast für einheimische Schulen und Familien wieder aufgenommen wurden, gibt es für ausländische Touristen noch keinen offiziellen Reservierungsprozess, sodass du dich mit dem Blick von außen begnügen musst.

3. Convento de San Francisco und Katakomben

Nur einen Steinwurf vom Hauptplatz entfernt befindet sich der Klosterkomplex des heiligen Franziskus, der eines der faszinierendsten Geheimnisse Limas birgt. Ins Innere des Klosters kommst du ausschließlich mit Führung, und die Besichtigung dauert etwa eine Stunde. Erwachsene zahlen 30 Soles Eintritt, Studenten 20 und Kinder 10 Soles, wobei eine Vorabreservierung überhaupt nicht nötig ist – die Tickets bekommst du direkt an der Kasse.

Die Kirche selbst musste nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 1655 neu geweiht werden und beeindruckt mit einer prächtigen Bibliothek mit zwanzigtausend historischen Bänden. Die Hauptattraktion verbirgt sich jedoch tief unter der Oberfläche. Die Katakomben dienten bis 1810 als Hauptfriedhof der Stadt, und es wird geschätzt, dass hier bis zu fünfundzwanzigtausend Menschen begraben liegen.

Der Gang durch die engen, spärlich beleuchteten Gänge voller sorgfältig umgeschichteter Knochen und Schädel, die zu geometrischen Mustern arrangiert sind, ist ein wirklich intensives Erlebnis. Die Atmosphäre im Untergrund ist leicht gruselig, aber fesselnd, und für viele Reisende ist dies die beste historische Sehenswürdigkeit der ganzen Stadt.

💡 Tipp: Das Kloster hat täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, wobei die letzte Gruppe um halb sechs abends in den Untergrund aufbricht.

4. Casa de Aliaga

Während die meisten historischen Häuser im Zentrum zu Museen oder Behörden wurden, ist die Casa de Aliaga ein Unikum. Es ist eines der ältesten bewohnten Häuser in ganz Amerika, denn die Familie Aliaga lebt hier seit dem 16. Jahrhundert ununterbrochen. Das Grundstück schenkte Stadtgründer Francisco Pizarro im Jahr 1535 dem Kapitän Jerónimo de Aliaga.

Der Besuch dieses wunderschönen Anwesens erfordert etwas Planung, denn der Eintritt ist nur mit Führung und nach vorheriger telefonischer Reservierung möglich. Für die Besichtigung zahlst du 35 Soles, und die Tore öffnen täglich von halb zehn morgens bis fünf Uhr nachmittags.

Drinnen erwartet dich eine Zeitreise durch geschmückte Innenhöfe, prunkvolle Salons und wunderschöne Holzgalerien. Jedes Möbelstück und jedes Gemälde erzählt hier die Geschichte einer Adelsfamilie, die Erdbeben, Revolutionen und die stürmische moderne Entwicklung der peruanischen Metropole überlebt hat.

💡 Tipp: Du findest das Haus in der Jirón de la Unión 224, nur wenige Schritte vom Präsidentenpalast entfernt, sodass es sich hervorragend mit dem Besuch der Wachablösung kombinieren lässt.

5. Jirón de la Unión, Plaza San Martín und Gran Hotel Bolívar

Wenn du vom Hauptplatz nach Süden gehst, spazierst du durch die belebte Fußgängerzone Jirón de la Unión. Diese Straße führt dich bis zur Plaza San Martín, die von der Reiterstatue des Befreiers Perus dominiert wird. Den Platz säumen prächtige weiße Gebäude, und an einer der Ecken steht das legendäre Gran Hotel Bolívar, das 1924 als erstes modernes Hotel der Stadt erbaut wurde.

Dieses Hotel beherbergte einst Stars wie Orson Welles oder Ava Gardner, und nach umfassender Renovierung öffnete Anfang 2025 seine berühmte Bar Catedral wieder. Die hiesigen Barkeeper mixen den berühmten Pisco Sour in doppelter Größe, also sei beim Probieren des peruanischen Nationalgetränks vorsichtig.

In der Umgebung dieser Route findest du auch weitere großartige Stationen, wie die kostenlose Casa de la Literatura Peruana im schönen Gebäude des ehemaligen Bahnhofs. Erwähnenswert sind auch das Kloster Santo Domingo und das Museum der Zentralbank MUCEN, die wunderbare Sammlungen peruanischer Kunst beherbergen.

💡 Tipp: Der traditionelle Cocktail Pisco Sour enthält rohes Eiweiß zur Erzeugung des reichhaltigen Schaums. Wenn du vegan lebst, bestell lieber einen erfrischenden Chilcano – das ist Pisco gemischt mit Ingwerlimonade ohne tierische Zutaten.

6. Barrio Chino (Calle Capón)

Peru beherbergt über drei Millionen Nachkommen chinesischer Einwanderer – die größte Community in ganz Lateinamerika. Das Zentrum der asiatischen Kultur in Lima ist das Barrio Chino, das du durch einen riesigen roten Bogen aus dem Jahr 1971 in der Jirón Ucayali betrittst. Die ersten Chinesen kamen bereits um 1849 hierher, und ihr Einfluss in der Stadt ist bis heute enorm.

Die größte Attraktion des chinesischen Viertels ist zweifellos die lokale Gastronomie namens Chifa, eine einzigartige Fusion aus kantonesischer und peruanischer Küche. Beliebte Gerichte sind der gebratene Reis Arroz Chaufa oder die Nudeln Tallarín Saltado, die man dir in der vegetarischen Version gerne als Chaufa de Verduras ohne Fleischstücke zubereitet.

Allerdings muss man sagen, dass das Viertel selbst im Grunde nur aus einer einzigen, sehr überfüllten Straße mit Händlern und Geschäften besteht. Komm ausschließlich vormittags hierher, denn nach Einbruch der Dunkelheit werden die umliegenden Gassen ziemlich unangenehm, und für Touristen wird ein Besuch dann definitiv nicht empfohlen.

💡 Tipp: Besuche das chinesische Viertel nur, wenn du im historischen Zentrum genug Zeit übrig hast. Es ist definitiv kein Ort, zu dem du am ersten Tag hetzen müsstest.

7. Circuito Mágico del Agua (Parque de la Reserva)

Wenn du nach einem idealen Programm für den späten Nachmittag suchst, fahr zum Parque de la Reserva. Hier findest du einen riesigen Komplex aus dreizehn interaktiven Springbrunnen, der im Guinness-Buch der Rekorde als größte Anlage dieser Art in einem öffentlichen Park verzeichnet ist. Der Eintritt kostet angenehme 7 Soles, und Kinder unter fünf Jahren haben freien Eintritt.

Der Park öffnet täglich von drei Uhr nachmittags bis zehn Uhr abends, aber die Hauptshow beginnt erst nach Einbruch der Dunkelheit. Die Licht- und Lasershow wird auf eine Wasserleinwand projiziert – um 19:15, 20:15 und 21:10 Uhr – und bietet einen wunderschönen Querschnitt durch die peruanische Kultur und Geschichte mit Begleitung traditioneller Musik.

Einige Springbrunnen sind rein zum Anschauen, zum Beispiel spritzt die Fuente Mágica Wasser über 80 Meter hoch, und die Fuente de la Fantasía erstreckt sich über 120 Meter Länge. Durch andere Brunnen kannst du hingegen direkt hindurchlaufen, was nicht nur für Kinder ein Riesenspaß ist – aber rechne damit, dass du nicht ganz trocken bleibst.

💡 Tipp: Ältere Buchführer geben oft 4 Soles Eintritt und Montag als Ruhetag an, aber aktuell gilt der Preis von 7 Soles, und die Tore des Parks sind die ganze Woche über geöffnet.

8. Museo Larco (Pueblo Libre)

Wenn du in Lima nur Zeit für ein einziges Museum hast, muss es das Museo Larco im Stadtteil Pueblo Libre sein. Es handelt sich um die am besten bewertete Institution der Stadt, die in einem wunderschönen Kolonialgebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist, umgeben von blühenden Gärten. Der Eintritt kostet 50 Soles (ca. 13 €), Senioren zahlen 35 Soles (ca. 9 €) und Studenten sowie Jugendliche 25 Soles (ca. 7 €), geöffnet ist täglich von 9 bis 19 Uhr.

Das Museum wurde 1926 vom Sammler Rafael Larco Hoyle gegründet und bietet einen phänomenalen Querschnitt durch die präkolumbianische Geschichte mit Schwerpunkt auf den Kulturen Nordperus. Einzigartig ist das offene Depot mit dreißigtausend sorgfältig aufgereihten Keramikgefäßen, wo du dir eine Vorstellung vom enormen Umfang der gesamten Sammlung machen kannst.

Große Aufmerksamkeit erregt auch die spezielle Galería Erótica, die detailliert gearbeitete präkolumbianische erotische Keramik ausstellt. Plane für den Besuch mindestens zwei Stunden ein und runde das Erlebnis im hervorragend bewerteten Café del Museo Larco direkt im Innenhof ab.

💡 Tipp: Das riesige staatliche Museum MUNA in Lurín, das für Hunderte Millionen Soles gebaut wurde, ist seit Ende 2024 wegen technischer Mängel geschlossen, und niemand kennt bisher das Datum der Wiedereröffnung. Das Museo Larco ist damit die klare und funktionierende erste Wahl.

9. Huaca Pucllana (Miraflores)

Mitten in der modernen Bebauung des luxuriösen Stadtteils Miraflores ragt ein unerwarteter historischer Schatz empor. Huaca Pucllana ist eine riesige Pyramide aus ungebrannten Ziegeln, die hier von der Lima-Kultur zwischen 200 und 700 n. Chr. errichtet wurde. Geöffnet ist von Mittwoch bis Montag, eine Tageskarte kostet 15 Soles (ca. 4 €) und die abendliche beleuchtete Führung von Mittwoch bis Sonntag 17 Soles (ca. 5 €).

Das Bauwerk erreicht eine Höhe von 25 Metern und wurde in einer einzigartigen Technik namens librero errichtet, bei der die Ziegel hochkant mit Zwischenräumen gestapelt wurden, um häufigen Erdbeben besser standzuhalten. Der Zugang zum Gelände ist nur mit zugeteiltem Führer möglich, Tickets können leider nicht online im Voraus gekauft werden, und die Führungen starten etwa alle halbe Stunde.

Rechne damit, dass du in der Saison auch eine Stunde auf die Zuteilung eines Führers warten kannst. Zum Gelände gehört auch das teure, aber ausgezeichnet bewertete Restaurant Huaca Pucllana, wobei gilt: Eine Tischreservierung berechtigt dich nicht zum freien Zutritt zur archäologischen Stätte.

💡 Tipp: Wenn du keine Lust hast, in der Schlange für die Führung zu warten, ist die Pyramide auch von außen durch den Zaun schön zu sehen, besonders nach Einbruch der Dunkelheit, wenn der gesamte Komplex magisch beleuchtet ist.

10. Huaca Huallamarca und Parque El Olivar (San Isidro)

Der benachbarte Stadtteil San Isidro verbirgt eine weitere ähnliche Pyramide namens Huaca Huallamarca. Dieses Bauwerk durchlief in den sechziger Jahren eine ziemlich radikale Rekonstruktion, dank der es heute eine sehr regelmäßige Form mit einer ikonischen Aufgangsrampe hat. Der Eintritt ist sehr symbolisch, Erwachsene zahlen 5 Soles (ca. 1 €) und Studenten nur 3 Soles (ca. 1 €).

Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag zwischen 9 und 17 Uhr (plus am ersten Sonntag im Monat), und im kleinen Museum siehst du auch Mumien und Artefakte aus der Zeit, als das Gelände als riesige Begräbnisstätte diente. Nur ein paar Blocks weiter befindet sich der wunderschöne Parque El Olivar, ein Wald voller jahrhundertealter Olivenbäume mitten in der Stadt.

Dieser Park ist rund um die Uhr frei zugänglich und bietet eine Oase der Ruhe zwischen modernen Wolkenkratzern. Die Bäume wurden bereits im 16. Jahrhundert aus Spanien hierher gebracht und bilden bis heute einen beliebten Ort für Sonntagspicknicks und Hochzeitsfotos der Einheimischen.

💡 Tipp: San Isidro ist das Geschäftszentrum der Stadt mit hervorragender Sicherheit tagsüber, aber abends leeren sich die Straßen rund um die Büros und können etwas verlassen wirken.

11. Malecón Miraflores, Parque del Amor, Larcomar und Leuchtturm

Die Küstenpromenade namens Malecón de Miraflores ist ohne Frage der schönste Ort für Spaziergänge in ganz Lima. Kilometerlange gepflegte Gehwege ziehen sich auf den Klippen hoch über dem Pazifik entlang und bieten fantastische Ausblicke auf den Ozean. Unterwegs triffst du auf den Parque del Amor, der mit seinen bunten Mosaiken mit Liebesversen an den Park Güell in Barcelona erinnert und dessen Wahrzeichen die riesige Skulptur El Beso ist.

Ein weiterer Orientierungspunkt auf der Strecke ist der Faro La Marina, ein zweiundzwanzig Meter hoher eiserner Leuchtturm, umgeben von sorgfältig geschnittenen Rasenflächen. Das Highlight der Promenade ist dann das Einkaufszentrum Larcomar, das einzigartig ist, weil es komplett in den Klippenrand eingelassen ist und von der Straße aus praktisch nicht zu sehen ist.

Im Larcomar findest du über 150 Geschäfte, Cafés und Restaurants mit fantastischem Blick auf den Sonnenuntergang. Tief unter diesen Klippen erstrecken sich dann steinige Strände wie Punta Roquitas oder Waikiki, die hauptsächlich dank der lokalen Surfer-Community lebendig werden.

💡 Tipp: Die Promenade ist sehr sicher und an Wochenenden voller Familien, Läufer und Radfahrer. Es ist der ideale Ort, um nach der Ankunft den Kopf freizubekommen und die maritime Atmosphäre aufzusaugen.

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12. Paragliding über den Klippen und neue Seilbahn Vaivén

Die Klippen in Miraflores bieten nicht nur schöne Aussichten, sondern auch hervorragende Bedingungen zum Fliegen. Direkt auf der Promenade findest du das Parapuerto Miraflores, von wo täglich von 10:30 bis 17:30 Uhr Instruktoren mit ihren Kunden starten. Ein Tandemflug dauert etwa zehn bis fünfzehn Minuten, kostet zwischen 200 und 300 Soles (ca. 50–80 €) und im Preis bekommst du meistens auch ein Action-Video von der GoPro-Kamera.

Die besten Windbedingungen fürs Paragliding herrschen paradoxerweise in den bewölkten Monaten von Juni bis November, während im Sommer aufgrund schwachen Windes weniger geflogen wird. Eine grundlegende Neuheit für den Transport von den Klippen hinunter zum Strand ist die Seilbahn Vaivén Miraflores, die den Park Domodossola mit dem Strand Redondo verbindet.

Diese Kabinenbahn ist 305 Meter lang, die Fahrt dauert knapp drei Minuten, und in eine Kabine passen fünfzehn Personen samt Fahrrädern und Surfbrettern. Die Seilbahn soll ab Herbst 2026 normale Fahrgäste befördern, und der geplante Hin- und Rückfahrtpreis wird auf 15 bis 20 Soles (ca. 4–5 €) geschätzt, wobei sich der Tarif für Touristen und Einheimische wahrscheinlich unterscheiden wird.

💡 Tipp: Der Paragliding-Betrieb ist stark vom aktuellen Wind abhängig. Wenn du bunte Gleitschirme am Himmel siehst, mach dich sofort auf zum Parapuerto, denn in einer Stunde kann der Wind schon abgeflaut sein.

13. Barranco: Puente de los Suspiros, Bajada de Baños, Wandbilder

Vom Stadtteil Miraflores kommst du bequem zu Fuß ins benachbarte Barranco, das traditionelle böhmische Herz der Stadt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist hier die Puente de los Suspiros, also die Brücke der Seufzer, die 1876 erbaut wurde und von der es heißt, dass sich dein geheimer Wunsch erfüllt, wenn du sie in einem Atemzug überquerst. Direkt unter der Brücke beginnt die Bajada de los Baños, ein malerischer gepflasterter Weg gesäumt von alten Feigenbäumen, der bis zum Ozean hinabführt.

Auf dem Platz über der Brücke steht die Ruine der alten Kirche Iglesia La Ermita. Mitte 2026 begann hier zwar die lang erwartete Rekonstruktion, aber hinein kommst du noch nicht und die Kirche fotografierst du nur durch den Bauzaun. Barranco selbst dreht sich aber eher um die Atmosphäre, die Bewunderung farbenfroher Straßen-Wandbilder und das Verweilen in lokalen Cafés wie dem beliebten La Bodega Verde.

Was das Essen betrifft, ist dieses Viertel Heimat berühmter Lokale wie Central oder Mérito, erfreut aber auch diejenigen, die kein Fleisch essen. Tolle vegane Köstlichkeiten findest du im Lokal Florencia oder im Café BioCafeta, während Einheimische für den abendlichen Drink das versteckte Kleinod namens Lady Bee empfehlen.

💡 Tipp: Der Übergang zwischen Miraflores und Barranco entlang der Küstenpromenade misst etwa 3,5 Kilometer und ist tagsüber sicher. Abends halte dich in Barranco aber lieber nur an die Haupt- und gut beleuchteten Straßen wie die Avenida Grau.

14. MAC Lima (Museo de Arte Contemporáneo)

Am äußersten Rand von Barranco in Richtung Miraflores liegt ein modernes Kulturzentrum. Das MAC Lima konzentriert sich ausschließlich auf zeitgenössische Kunst und präsentiert seit seiner Eröffnung 2013 das Beste aus der modernen lateinamerikanischen Kunstszene. Das Museumsgebäude ist minimalistisch und modern gestaltet.

Der Eintritt für Nicht-Residenten beträgt 20 Soles, während Studenten, Senioren und Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren nur 12 Soles zahlen. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag zwischen zehn Uhr morgens und sieben Uhr abends, montags bleiben die Türen geschlossen. Wenn du am ersten Sonntag im Monat kommst, erhältst du 50 % Rabatt auf den Eintritt.

Die Ausstellungen wechseln hier relativ häufig – 2026 lief beispielsweise die Ausstellung „Construcción de los hechos“. Für den Besuch solltest du etwa eine Stunde einplanen, und er bietet einen großartigen Kontrast zu den allgegenwärtigen archäologischen Sammlungen.

💡 Tipp: Das aktuelle Ausstellungsprogramm und begleitende Workshops solltest du immer vorab auf der Website des Museums prüfen, denn das Museum schließt gelegentlich für ein paar Tage, um große neue Ausstellungen zu installieren.

15. Museo Pedro de Osma (Barranco)

Wenn du vom Zentrum Barrancos nach Süden die Avenida Pedro de Osma entlanggehst, stößt du auf das gleichnamige Museum. Diese Institution beherbergt die bedeutendste Sammlung vizeköniglicher Kunst in ganz Peru und residiert in einem prächtigen Palast aus dem frühen 20. Jahrhundert, den sich der Philanthrop Don Pedro de Osma y Pardo errichten ließ.

Für ein Ticket zahlst du als Ausländer 35 Soles, Studenten zahlen 20 und Senioren 30 Soles, während Kinder unter zehn Jahren freien Eintritt haben. Die Ausstellung erstreckt sich über vierzehn wunderschöne Säle und bietet mehr als 400 Meisterwerke – von religiösen Gemälden der sogenannten Cuzco-Schule bis hin zu reich verzierten Kolonialmöbeln und Silber.

Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Für einen kleinen Aufpreis von 10 Soles kannst du an einer kommentierten Führung teilnehmen, die all den Engeln mit Musketen und goldenen Altären einen viel tieferen historischen Kontext verleiht.

💡 Tipp: Verbinde den Besuch dieses schönen Palastes mit einem Mittagessen in Barranco, denn vom Hauptplatz mit der Puente de los Suspiros sind es hierher zu Fuß kaum fünf Minuten.

16. Parque Kennedy und seine Katzen

Das Herz des modernen Teils von Miraflores ist ein langgestreckter Zentralpark, der aus dem Parque Kennedy und dem benachbarten Parque 7 de Junio besteht. Dieses grüne Dreieck ist vor allem für seine mehr als zweihundert Katzen bekannt, die hier frei leben, auf Bänken dösen und auf Adoption warten. Um ihre Gesundheit und Fütterung kümmern sich Freiwillige aus der Gemeinde und lokale Tierärzte, sodass die Tiere an Menschen gewöhnt sind und sich gerne streicheln lassen.

Neben den pelzigen Bewohnern ist die Umgebung des Parks ein großartiger Ort für Vegetarier und Veganer, denn in den angrenzenden Straßen findest du ausgezeichnete Restaurants. Probiere das vegane Menü im Raw Café, die tollen Mittagsangebote im Sabor y Vida oder die fantastischen fleischlosen Burger im Seitan Urban Bistro. Wenn du nach einer günstigeren Variante mit lokalem Flair suchst, schau im nahegelegenen Bistro Sayel vorbei.

Abends erwacht der Park mit Straßenmalern, Händlern mit handwerklichen Produkten und Ständen mit peruanischen Süßigkeiten zum Leben. Du solltest unbedingt Picarones probieren – das sind perfekte vegane Krapfen aus Kürbis und Süßkartoffeln, übergossen mit Rohrzuckersirup, die du mit der traditionellen violetten Maislimo chicha morada herunterspülst.

💡 Tipp: Beim Entdecken der traditionellen fleischlosen Küche solltest du auf die Namen achten: Die beliebte Kartoffelspeise „causa“ ist oft mit Thunfisch gefüllt (du musst nach der Version „de palta“ mit Avocado fragen) und das berühmte Gericht „ají de gallina“ enthält immer Hühnerfleisch.

17. Mercado de Surquillo

Wenn du sehen möchtest, womit die besten Köche in Lima arbeiten, musst du auf einen traditionellen Markt gehen. Der Mercado Municipal N° 1 liegt im Stadtteil Surquillo, etwa 15 Gehminuten vom Parque Kennedy über die Schnellstraße Vía Expresa. Der Markt ist von Montag bis Samstag zwischen sieben Uhr morgens und sieben Uhr abends geöffnet, sonntags schließt er bereits am Nachmittag.

Die Hallen sind voller Farben und Düfte, du findest hier Hunderte von Kartoffelsorten, lokale Käse und vor allem exotische Früchte. Probiere unbedingt frische Säfte aus Früchten wie Lúcuma, Granadilla oder der süßen Chirimoya, die dir die Markthändlerinnen direkt vor deinen Augen mixen.

Der benachbarte, etwas kleinere Mercado N° 2 hat noch etwas längere Öffnungszeiten und bietet eine ruhigere Atmosphäre. Auf den Märkten triffst du auch auf viele traditionelle Cevicherías, wo die Einheimischen gerne frischen Fisch essen, der in Limettensaft und Chili mariniert ist – ein Erlebnis für sich, auch wenn du Fisch vielleicht gerade nicht auf deinem Speiseplan hast.

💡 Tipp: Surquillo ist ein typisches Arbeiterviertel, dem die Eleganz von Miraflores fehlt. Tagsüber ist der Besuch des Marktes problemlos möglich, aber Kameras und teure Handys solltest du lieber in der Tasche lassen und abends solltest du nicht mehr hierher kommen.

18. LUM und Museo Amano

Einige herausragende Museen in Miraflores werden von Touristen oft zu Unrecht übersehen. Das LUM (Lugar de la Memoria) ist ein außergewöhnliches und kostenloses Museum, das sich dem sehr sensiblen Thema des bewaffneten Binnenkonflikts in Peru zwischen 1980 und 2000 widmet. Das Betongebäude, das direkt in den Klippenhang eingelassen ist, bietet eindrucksvolle Geschichten und öffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen zehn und achtzehn Uhr.

Das zweite Juwel ist das private Museo Amano, das sich in der ruhigen Wohnstraße Retiro befindet. Diese Institution beherbergt eine der besten Sammlungen präkolumbianischer Textilien der Welt, wo du gut erhaltene und farbenfrohe Stoffe sehen kannst, die teilweise Tausende Jahre alt sind.

Wenn du Kunst magst und es dir nichts ausmacht, ein Stück näher zum Zentrum zu fahren, ist auch das MALI (Museo de Arte de Lima) im Parque de la Exposición eine großartige Ergänzung. Hier findest du einen Querschnitt durch die peruanische Kunst von der Antike bis zur Gegenwart in einem wunderschönen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.

💡 Tipp: Das LUM ist ziemlich anspruchsvoll zu besuchen, da es sich mit der komplexen jüngeren Geschichte voller Terrorismus und Leid befasst. Plane dafür also genügend emotionale Kapazität ein und gerne auch zwei Stunden Zeit.

19. Pachacámac (Ausflug)

Etwa dreißig Kilometer südlich vom Zentrum Limas liegt eine der bedeutendsten archäologischen Stätten an der Küste. Das Santuario Arqueológico de Pachacamac fungierte als heiliges Orakel für mehrere verschiedene Kulturen – von der ursprünglichen Lima-Kultur über das mächtige Wari-Reich bis hin zu den Inka selbst, die hier um 1450 den riesigen Sonnentempel errichteten.

Das Gelände umfasst über 500 Hektar und der Eintritt zum modernen Museum und zu den Ruinen kostet 15 Soles für Erwachsene, geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag. Auf eigene Faust hierher zu kommen ist etwas knifflig, da keine direkte und sichere öffentliche Verkehrsverbindung existiert, weshalb es sich lohnt, für einen halben Tag einen Uber aus Miraflores zu nehmen oder einen organisierten Ausflug zu buchen.

Das lokale Museum beherbergt über sechseinhalbtausend Artefakte und erklärt hervorragend, warum Pilger aus den gesamten Anden hierher kamen. Es empfiehlt sich, gleich morgens anzukommen, denn im Wüstengelände gibt es praktisch keinen Schatten und mittags kann es hier richtig heiß werden.

💡 Tipp: Pachacámac liegt in der Region Lurín, die auf der Liste der Risikogebiete steht, die vom Klimaphänomen El Niño betroffen sind. Wenn du im Sommer 2027 hierher fährst, solltest du unbedingt vorab die Befahrbarkeit der Schnellstraße Panamericana Sur prüfen, die gelegentlich von Überschwemmungen betroffen ist.

20. Callao Monumental und La Punta

Die Hafenstadt Callao ist technisch gesehen eine eigenständige Provinz, geht heute aber nahtlos in Lima über. Der Großteil dieser Gegend gilt als sehr gefährlich und sollte von Touristen unbedingt gemieden werden, jedoch mit zwei großen Ausnahmen: der Kunstzone Callao Monumental und der wohlhabenden Halbinsel La Punta.

Monumental Callao (auch bekannt als Casa Fugaz) ist ein fantastisches Revitalisierungsprojekt, das ein historisches Gebäude und die umliegenden Gassen in ein Zentrum für unabhängige Galerien und farbenprächtige Wandmalereien verwandelt hat. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr und die Betreiber berichten, dass die Kriminalität in der unmittelbaren Umgebung dank der Kunst um 90 Prozent gesunken ist.

Nach der Kunstbesichtigung kannst du dich zur nahegelegenen Halbinsel La Punta mit der malerischen Promenade Malecón Pardo begeben. Hier siehst du wunderschöne historische Villen und Kiesstrände, wo die wohlhabendere Schicht der Einheimischen ihre Wochenenden verbringt.

💡 Tipp: Fahre nach Monumental und La Punta ausschließlich mit einem verifizierten Uber direkt von der Tür deines Hotels bis zum Eingang der Galerie. Erkundungen der umliegenden Viertel in Callao zu Fuß sind wirklich extrem riskant.

21. Islas Palomino (Seelöwen)

Vom Hafen in Callao aus startest du zu einem der besten Naturerlebnisse in der Umgebung der Metropole. Die Islas Palomino sind kleine Inseln etwa sechs Seemeilen vor der Küste, die Humboldt-Pinguinen, Pelikanen und vor allem einer riesigen Seelöwenkolonie als Zufluchtsort dienen. Bootsausflüge beginnen an der Plaza Grau in Callao und du hast die Wahl zwischen sieben autorisierten Anbietern.

Die Preise für diesen etwa halbtägigen Ausflug bewegen sich üblicherweise zwischen 150 und 200 Soles pro Person, wozu noch 11 Soles für den Eintritt ins Naturschutzgebiet selbst hinzukommen. Der Höhepunkt der Fahrt ist die Möglichkeit, in einem geliehenen Neoprenanzug ins eiskalte Wasser zu springen und eine knappe halbe Stunde in unmittelbarer Nähe neugieriger Seelöwen zu schwimmen.

Es ist ziemlich adrenalingeladen, denn das Wasser aus dem Humboldtstrom ist wirklich kalt und die Wildtiere werden auf Armeslänge an dir vorbeischwimmen. Vergiss nicht, eine Tablette gegen Seekrankheit einzunehmen, denn die Wellen auf dem offenen Pazifik können kleinere Yachten ordentlich durchschütteln.

💡 Tipp: Die angegebenen Preise stammen aus einer Übersicht von 2022 und wir haben keine aktuellere offizielle Preisliste gefunden, also prüfe den aktuellen Preis beim Anbieter oder an der Hotelrezeption.

22. Chorrillos, Morro Solar und Surfen in Makaha

Südlich des Viertels Barranco erstreckt sich der lange Hügel Morro Solar, der eine natürliche Mauer Limas bildet. Auf seinem Gipfel steht seit 2010 ein Observatorium mit Planetarium und Anfang 2025 wurde hier feierlich ein zwei Kilometer langer Aussichtsweg Gran Mirador de Lima eröffnet. Die Ausblicke auf die Bucht sind von hier aus fantastisch, aber da der Fußweg hinauf nicht immer völlig sicher sein mag, lass dich mit dem Auto oder Uber zur Aussicht bringen.

Eine ganz andere Art von Ausblick erwartet dich direkt von der Meeresoberfläche aus. Unter den Klippen in Miraflores findest du den Strand Playa Makaha, der dank sanfter und langer Wellen ein idealer Ort für Surf-Anfänger ist.

Direkt am Strand (Zugang über den Weg Bajada Balta) befinden sich mehrere bewährte Surfschulen wie Miraflores Surf Lessons oder Mahalo. Die Instruktoren leihen dir einen dicken Neoprenanzug und ein großes Schaumstoffbrett und während der Stunde bringen sie dir mit großer Wahrscheinlichkeit bei, dich auf deine erste peruanische Welle zu stellen.

💡 Tipp: Wenn du nicht ins Wasser willst, schau dir die historische Fischermole Muelle de Chorrillos unter dem Hügel Morro Solar an, wo Fischer jeden Nachmittag ihre Fänge einholen und Pelikane auf die Fischabfälle warten.

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Wohin von Lima aus weiterreisen

Wenn du in Lima einen Tag extra hast und die Stadt von oben betrachten möchtest, bietet sich der Hügel Cerro San Cristóbal im Viertel Rímac an. Auf seinem Gipfel ragt ein zwanzig Meter hohes Kreuz empor und aus mehr als dreihundert Metern Höhe siehst du die gesamte riesige Agglomeration. Da Rímac jedoch ein Risikoviertel ist, geh niemals zu Fuß dorthin, sondern nutze den Touristenbus Mirabus oder lass dich mit dem Taxi hinauf und wieder hinunter fahren.

Ein weiterer sehr beliebter Ausflug aus der Stadt ist ein Tagesausflug nach Paracas und zur Oase Huacachina. Die Fahrt nach Süden dauert zwar ein paar Stunden, aber du siehst die Mini-„Galapagos“ auf den Inseln Islas Ballestas und kannst eine Buggy-Fahrt in den riesigen Sanddünen ausprobieren.

Bei der Planung deiner weiteren Reise durch den südamerikanischen Kontinent könnten dir vielleicht auch unsere anderen Artikel nützlich sein. Schau dir unsere Tipps an zu Wo in Buenos Aires übernachten, lies nach, Was du in Cartagena sehen kannst, hole dir Inspiration im Artikel Was du in Rio de Janeiro sehen kannst oder plane einen Zwischenstopp in Chile mit dem Führer Santiago, Chile: 22 Tipps, was du sehen und erleben kannst.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage für Lima?

Ideal sind 2 bis 3 Tage. In dieser Zeit schaffst du es, das historische Zentrum zu erkunden, das fantastische Museo Larco zu besuchen, die Klippen und Promenaden in den Vierteln Miraflores und Barranco zu genießen, und es bleibt dir auch noch Zeit für einen Ausflug nach Pachacámac oder zu den Seelöwen auf die Islas Palomino.

Ist Lima im Jahr 2026 sicher?

Der von der Regierung ausgerufene Ausnahmezustand zielt primär auf Erpressung und Gangs ab, betrifft Touristen also praktisch nicht. Im touristischen Viertel Miraflores sind die Handy-Diebstähle dank intelligenter Kameras von dreißig auf nur noch zwei pro Tag gesunken. Wichtig ist, grundlegende Regeln einzuhalten: nur Taxis aus Apps benutzen, das Handy nicht auf der Straße zeigen, ins historische Zentrum nur tagsüber fahren und in Callao ausschließlich in der Zone Monumental bleiben.

Wann ist das beste Wetter?

Am meisten Sonne und Temperaturen zwischen 25 und 28 °C genießt du von Dezember bis April. Dagegen hüllt von Juni bis September oft die Garúa (typischer Küstennebel) die Stadt ein und die Temperaturen fallen auf 15 bis 19 °C. Rechne damit, dass die Jahre 2026 und 2027 aufgrund des El-Niño-Phänomens spürbar wärmer sein können.

Wie kommt man vom Flughafen nach Miraflores?

Ignoriere die Schlepper in der Halle und nimm dir ein offizielles Taxi von den Schaltern innerhalb des Terminals (etwa 60 bis 95 Soles) oder nutze Uber bzw. Cabify vom Parkplatz E1 (45 bis 75 Soles). Eine günstigere Alternative ist der Bus Airport Express, der ab 15 Soles kostet. Die Fahrt dauert je nach Verkehrsaufkommen etwa 45 bis 90 Minuten.

Wie viel kosten die Eintritte zu Sehenswürdigkeiten?

Die Preise bewegen sich in vernünftigen Grenzen. Für das Museo Larco zahlst du 50 Soles, die Katakomben in San Francisco und die Kathedrale kosten jeweils 30 Soles, das Museum für zeitgenössische Kunst MAC kostet 20 Soles und für die Pyramide Huaca Pucllana oder die Ruinen von Pachacámac gibst du 15 Soles aus. Der großartige Wasserpark Circuito Mágico kostet nur 7 Soles und einige Museen wie das LUM sind sogar kostenlos.

Kann man in Lima vegetarisch essen?

Auf jeden Fall! Du findest hier viele tolle rein fleischlose Lokale wie Raw Café, Sabor y Vida, Seitan Urban Bistro, Florencia oder Sayel. Aus der klassischen peruanischen Küche solltest du unbedingt Kartoffeln mit Chili-Käse-Soße Papa a la Huancaína, Mais Choclo con Queso, Käse-Tequeños oder Kürbis-Krapfen Picarones probieren. Pass dagegen auf bei Ceviche (enthält Fisch) und Ají de Gallina (Hühnerfleisch).

Warum wird Lima als „gastronomische Hauptstadt“ bezeichnet?

Die Stadt dominiert seit langem die weltweite kulinarische Szene. Das hiesige Restaurant Maido wurde zum besten Restaurant der Welt für 2025 gekürt und drei weitere Restaurants aus Lima befinden sich in den aktuellen Top 50. Seine Spitzenposition bestätigt Lima zudem am 4. November 2026, wenn es als überhaupt erste südamerikanische Stadt in der Geschichte die feierliche Verleihung der The World’s 50 Best Restaurants ausrichten wird. Degustationsmenüs in diesen Elite-Lokalen kosten etwa zwischen 1.045 und 1.295 Soles.

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