Babybett für Flugzeug: So bekommst du es 2026 (für wen es sich lohnt)

Ein Babybett für das Flugzeug (auch Bassinet genannt) ist auf langen Flügen die reinste Rettung – aber die Airlines garantieren es dir niemals automatisch. Es wird an der Trennwand in den ersten Reihen befestigt, und pro Flugzeug gibt es immer nur eine begrenzte Anzahl. Deshalb müssen Eltern aktiv danach fragen.

Die Nutzung ist durch strenge Gewichts- und Größengrenzen beschränkt, die meist bei etwa zehn Kilogramm und siebzig Zentimetern liegen. Wenn du hauptsächlich innerhalb Europas mit Billigfliegern wie Ryanair oder Wizz Air unterwegs bist, wirst du an Bord überhaupt kein Bettchen finden.

Ich habe für dich eine Anleitung zusammengestellt, wie und wann du das Bettchen beantragst, damit du die größtmögliche Chance hast, es zu bekommen. Du erfährst außerdem, welche genauen Unterschiede es zwischen den Airlines gibt und für welches Alter sich ein Babybett im Flugzeug wirklich eignet.

Zusammenfassung für alle, die es eilig haben

  • Ein Bassinet ist ein Flugzeug-Babybett, das nach dem Start an einer festen Trennwand vor der ersten Sitzreihe in der Kabine befestigt wird.
  • Kostenlos ist es nicht immer, denn die Airlines lassen sich genau diese Plätze mit mehr Beinfreiheit oft teuer bezahlen (bei Turkish Airlines zahlst du locker 160 USD extra).
  • Billigflieger wie Wizz Air oder Vueling bieten überhaupt keine Babybetten an, auf europäischen Flügen findest du sie nicht einmal bei British Airways.
  • Bei jeder Turbulenz muss das Kind sofort aus dem Bettchen heraus, weshalb Eltern auf einem unruhigen Flug über den Atlantik meist kaum zum Schlafen kommen.
  • Gewichts- und Größengrenzen unterscheiden sich: KLM erlaubt zum Beispiel maximal 10 kg und 65 cm, während British Airways bis zu 12,5 kg zulässt.
  • Aufblasbare Bettchen und JetKids-Koffer sind bei vielen Airlines verboten (zum Beispiel Emirates, Lufthansa) – prüfe das immer vorab bei deiner Fluggesellschaft.
  • Melatonin gehört bei Kindern unter zwei Jahren überhaupt nicht dazu, und bei älteren Kindern musst du es immer mit dem behandelnden Kinderarzt absprechen.

10 Dinge, die du wissen musst

1. Was ein Bassinet eigentlich ist und wie es aussieht

💡 Tipp: Erwarte kein klassisches Bettchen mit Himmel – es handelt sich um eine sehr spezielle und ziemlich kleine Flugzeug-Wanne.

Wenn Eltern den ersten Flug mit dem Baby planen, suchen sie meist sofort nach dem Wort „Bassinet“. Keyword-Tools zeigen zwar, dass der englische Begriff enorm oft gesucht wird, doch die überwältigende Mehrheit der Leute sucht eine ganz normale Babywiege fürs Zuhause. Die tatsächliche Nachfrage rund ums Fliegen ist viel geringer. Die meisten Eltern in Deutschland haben nämlich gar keine Ahnung, dass es so etwas an Bord eines Flugzeugs überhaupt gibt, oder verwechseln es mit einem klassischen Kindersitz.

Physisch handelt es sich um ein spezielles Hängebettchen, das das Bordpersonal nach dem Start an einer festen Trennwand vor der ersten Sitzreihe der jeweiligen Kabine befestigt. Es ist der absolute Heilige Gral für Eltern, die zum ersten Mal mit einem kleinen Baby auf einem langen Fernflug unterwegs sind. Das Kind liegt darin bequem, kann schlafen, und du hast während des gesamten Flugs endlich die Hände frei. Es gibt allerdings einen ganz entscheidenden Haken, von dem du in Reisekatalogen leider meist nichts liest.

Auf kurzen europäischen Strecken findest du diese Bettchen in der Regel gar nicht. Wenn du mit einem normalen Billigflieger ans Meer fliegst, kannst du diesen Luxus gleich vergessen, denn Airlines wie Wizz Air oder Vueling haben sie auf keiner ihrer Strecken. Sogar die traditionsreiche British Airways bietet sie ausschließlich auf Langstrecken an – auf kurzen Europa-Hüpfern sind sie schlicht nicht verfügbar. Ein Babybett im Flugzeug ist eben die Domäne von Großraumjets und langen Übersee- oder Fernflügen.

2. Gewichts- und Größengrenzen der Bassinets

💡 Tipp: Jede Airline hat völlig unterschiedliche Wannen, deshalb prüfe immer vorab die genauen Zentimeter und Kilogramm.

Es geht nicht nur um das Gewicht deines Kindes, sondern vor allem um seine gesamte Körperlänge. Sobald das Kind die vorgeschriebene Grenze überschreitet, weist dir das Personal aus Sicherheitsgründen einfach kein Bassinet zu. Die niederländische Gesellschaft KLM hat die Grenze zum Beispiel auf maximal 10 kg und eine Länge von nur 65 Zentimetern festgelegt. Air France erlaubt ebenfalls 10 kg, dort darf das Kind aber bis zu 70 Zentimeter messen.

Die britische British Airways ist in dieser Hinsicht recht großzügig. Sie bietet eine klassische Wanne für Babys bis 8 kg, hat aber auch einen speziellen Sitz für Kinder bis zu stattlichen 12,5 kg. Qatar Airways wiederum erlaubt ein Gewicht bis 11 kg und eine Länge von 71 Zentimetern, mit einer festen Sicherheitsgrenze von maximal vier Bassinets pro Kabine. Emirates begrenzt die Nutzung der Wanne aufs Alter bis etwa acht Monate und ein Gewicht von 11 kg.

Wenn sich dein Kind genau an der Grenze dieser Maße bewegt, verlass dich lieber nicht darauf, dass die Flugbegleiter ein Auge zudrücken. Erfahrungen aus Diskussionsforen zeigen klar, dass das Bordpersonal in dieser Hinsicht sehr strikt und kompromisslos ist. Wenn es merkt, dass dem Kind die Beine deutlich aus dem Bettchen ragen, wird die Wanne sofort abmontiert und weggetragen.

3. Der versteckte Preis des „kostenlosen“ Bassinets

💡 Tipp: Airlines berechnen oft keine Gebühr für das Bettchen selbst, sondern für den Sitzplatz daneben.

Das ist die absolut wichtigste Sache, die du wissen musst, bevor du die gesamte Familienreise überhaupt zu planen beginnst. Der Verleih der Wanne selbst ist bei der überwiegenden Mehrheit der Airlines völlig kostenlos. Nur lässt sich die Wanne ausschließlich an der festen Trennwand der sogenannten Bulkhead Row befestigen – der ersten Reihe des jeweiligen Bereichs. Und diese Sitze mit extra Beinfreiheit lassen sich die Airlines als Premiumplätze sehr teuer bezahlen.

Die größte Falle für Familien stellt in dieser Hinsicht die beliebte Turkish Airlines dar. Es ist die einzige Airline aus dem Nahen Osten, die einen drastischen Aufschlag für den Zugang zur Trennwandreihe verlangt, in der sich die Bassinets physisch befinden. Sie berechnen eine Gebühr von 19 bis 249 USD pro Person und Flugabschnitt, wobei der Betrag typischerweise zwischen 80 und 160 Dollar pro Passagier liegt.

Stell dir die realistische Situation vor, dass du als ganz normale vierköpfige Familie mit einem kleinen Baby fliegst. Damit die ganze Familie zusammen an einem Bassinet sitzen kann, zahlst du womöglich 320 bis 640 Dollar extra – nur für die Sitzplatzauswahl. Bei SWISS ist das Bassinet zwar kostenlos, aber die Airline berechnet 99 Dollar pro Flugsegment für jeden weiteren Passagier aus deiner Buchung, der in derselben Reihe sitzen möchte.

Zum Glück gibt es auch positive Ausnahmen, die dich ohne weitere schmerzhafte Ausgaben ans Bettchen setzen. Dazu gehören zum Beispiel Qatar Airways oder TAP Air Portugal, wo kein finanzieller Aufschlag für genau diesen Sitzplatz droht. Bei Airlines wie British Airways oder Air France ist das Bettchen selbst zwar kostenlos, aber die Gebührenpolitik für den Premium-Sitz an der Trennwand empfehle ich dir, immer direkt bei der Kundenhotline zu überprüfen.

4. Wie du ein Bassinet reservierst – und was tun, wenn du keins bekommst

💡 Tipp: Ein Bassinet kaufst du nie als sichere Sache – du kannst es bei der Airline nur anfragen und reservieren.

Viele Eltern leben in dem Irrglauben, dass sie das Bettchen garantiert haben, sobald sie es im Buchungssystem anklicken. Die Realität sieht aber so aus, dass seine Verfügbarkeit an Bord nie vollständig garantiert ist. Auf die Trennwandsitze haben nämlich per Gesetz immer Passagiere im Rollstuhl oder mit anderen gesundheitlichen Einschränkungen Vorrang. In so einem Fall setzt dich die Airline gnadenlos um, und du bekommst das Bassinet schlicht nicht – auch wenn du es monatelang im Voraus bestätigt hattest.

Die Art der Reservierung selbst unterscheidet sich außerdem bei jeder Airline recht grundlegend. Während du es bei Qatar Airways einfach im Bereich zur Buchungsverwaltung auf der Website anklicken kannst, musst du bei Air France oder KLM direkt bei der Kundenhotline anrufen. Bei der Lufthansa etwa ist es zwingend nötig, die Reservierung spätestens 52 Stunden vor dem geplanten Abflug zu erledigen, sonst kann dir das Personal das Babybett im Flugzeug gar nicht mehr organisieren und vorbereiten.

Eine noch größere Lotterie erwartet dich bei US-Airlines wie American Airlines oder Delta. Dort werden die Bassinets nämlich erst direkt am Abfluggate vergeben – je nachdem, wer zuerst an die Theke kommt. Du hast also überhaupt keine Chance, es dir im Voraus zu sichern, und dir bleibt nichts anderes übrig, als so früh wie möglich beim Flughafenpersonal zu erscheinen. Wenn das Bettchen nicht für dich reicht, musst du dich leider darauf einstellen, das Baby die ganze Reise auf dem Schoß zu haben.

5. Turbulenzen und Sicherheitsregeln während des Flugs

💡 Tipp: Ein Bassinet ist kein sicherer Kindersitz – das Kind liegt darin praktisch völlig frei ohne Gurte.

Der nächste harte Aufschlag der Realität kommt während des Überseefluges selbst. Weil das Kind in der Wanne nirgends fest fixiert ist, gilt an Bord eine absolute und sehr strenge Sicherheitsregel. Das Kind muss zwingend aus dem Bassinet genommen werden bei jedem Rollen, Start, Landeanflug und vor allem während jeglicher Turbulenzen.

Sobald über deinem Kopf das Anschnallzeichen aufleuchtet, kommt die Flugbegleiterin sofort zu dir und weist dich an, das schlafende Kind aus der Wanne zu nehmen. Wenn du über den Atlantik fliegst und unruhige Luft erwischst, kannst du das Kind so problemlos fünfmal in einer einzigen Nacht wecken und herausnehmen. Das zerstört zuverlässig jeden kindlichen Schlafrhythmus, und aus der ersehnten Erholung wird eine ziemlich anstrengende Nachtschicht für beide Eltern.

Eine positive Ausnahme bilden in dieser Hinsicht nur Virgin Atlantic und die australische Qantas. Sie verwenden spezielle Wannentypen mit einem Sicherheits-Rückhaltenetz, sodass das Kind unter bestimmten Bedingungen auch bei leichteren Turbulenzen sicher drinnen bleiben darf. Bei allen anderen Airlines lassen dich die Flugbegleiter aber nichts riskieren, und die Sicherheit hat immer kompromisslos Vorrang vor ruhigem Schlaf.

6. Bassinet versus eigener Sitzplatz und die Falle des Krabbelalters

💡 Tipp: Sobald das Kind ins Krabbelalter kommt, ergibt ein Bassinet für es keinen Sinn mehr.

Eine Mutter im britischen Forum Mumsnet fasste das Fliegen mit kleinen Kindern völlig treffend zusammen, als sie schrieb, sie würde jederzeit lieber mit einem Baby als mit einem Kleinkind reisen. Solange du ein kleines, unbewegliches Baby hast, funktioniert das Bassinet großartig, denn das weiße Rauschen der Flugzeugtriebwerke schläfert es wunderbar schnell ein. Sobald das Kind aber anfängt zu krabbeln und die Welt neugierig zu entdecken, bricht an Bord die Hölle los.

Aus den Diskussionen der Eltern geht klar hervor, dass im Krabbelalter das Kind meist ohnehin physisch nicht mehr richtig in die Wanne passt. Und selbst wenn es sich zufällig hineinzwängen ließe, weigert es sich in so einem beengten Raum meist entschieden, ruhig zu liegen. Außerdem ist das Kind in dieser Phase viel anfälliger für unangenehme Reisekrankheit. Die Erfahrung einer anderen Mutter aus einem Internetforum spricht Bände: Sie beschrieb, wie sie einen zwölfstündigen Flug mit Erbrochenem bedeckt verbrachte, weil ihr achtmonatiges Kind gleich nach dem Start heftig zu erbrechen begann.

Wenn du schon ein älteres Kleinkind hast, ist es viel sicherer und bequemer, ihm gleich einen eigenen Sitzplatz zu kaufen. Die US-Behörde FAA gibt sogar ausdrücklich an, dass der sicherste Platz für ein Kind ein zugelassenes Rückhaltesystem ist – also ein zertifizierter Kindersitz. Das Kind ist ihn aus dem eigenen Auto gewohnt, kennt seine Form, weiß, dass man darin normalerweise schläft, und vor allem ist es darin während des gesamten Flugs fest und sicher fixiert. Die NTSB fügt dem noch hinzu, dass ein Erwachsener bei starken Turbulenzen schlicht physisch nicht in der Lage ist, ein Kind auf dem Schoß zu halten.

Falls du darauf setzt, dass dir die neue Gesetzgebung mit den Kindern an Bord hilft, habe ich einen wichtigen Hinweis für dich. Obwohl die Überarbeitung der EU-Verordnung 261/2004 bereits am 13. Juli 2026 beschlossen wurde, gilt sie wegen der langen Übergangsfrist real erst ab Mitte 2027. Diese verspricht unter anderem, dass Airlines Kinder bis vierzehn Jahre kostenlos neben einem Elternteil setzen müssen, was Familienbudgets künftig sehr deutlich entlastet.

7. Alternativen für ältere Kinder und die JetKids-Koffer

💡 Tipp: Aufblasbare Fußstützen und Kinderbetten für den Sitz sind bei vielen Airlines streng verboten.

Wenn das Kind für ein Bassinet zu groß ist oder du mit einem Billigflieger fliegst, der keins hat, wirst du wahrscheinlich nach anderen Wegen suchen. Ein riesiger Trend sind heute clevere Produkte wie die JetKids BedBox von Stokke, Fly Tot oder Plane Pal. Diese beliebten Helfer füllen geschickt den Fußraum zwischen deinem Sitz und dem Sitz vor dir aus, wodurch eine ebene Fläche entsteht, auf der sich das Kleinkind bequem ausstrecken kann.

Klingt nach einer absolut perfekten Lösung für lange Flüge, oder? Leider ist die Luftfahrtbranche im Umgang mit diesen Geräten brutal gespalten. Viele große Airlines verbieten sie aus Sicherheitsgründen strikt an Bord. Dazu gehören Giganten wie Emirates, British Airways, Air Canada, Air France, Qantas, Qatar Airways, Lufthansa oder die amerikanischen Delta und United. Wenn du es dort versuchst, zwingt dich die Flugbegleiterin kompromisslos, die Sache abzulassen und sofort ins Gepäckfach über dir zu verstauen.

Zum Glück gibt es auch Airlines, die Familien entgegenkommen und diese praktischen Helfer auf ihren Flügen offiziell erlauben. Zu den familienfreundlicheren gehören KLM, Singapore Airlines (die sie sogar selbst an Bord verkaufen), Virgin Atlantic oder American Airlines. Es gilt immer die einfache Regel: Wer JetKids-Koffer verbietet, verbietet in der Regel auch alle aufblasbaren Fußstützen – prüfe also die Politik deiner Airline vor dem Ticketkauf gründlich.

Was die beliebten Kinder-Rutschkoffer vom Typ Trunki angeht: Die irische Ryanair akzeptiert sie offiziell als kostenloses Handgepäck für Kinder von 2 bis 11 Jahren – und das, obwohl sie mit ihren abgerundeten Formen die genauen rechteckigen Maße eines kleinen Rucksacks nicht erfüllen. In der Praxis weiß das Personal an den Flughäfen von dieser Ausnahme aber oft gar nichts, halte also immer die offizielle Airline-Seite als Nachweis auf dem Handy bereit.

8. Wie du den Nachtflug und den Kinderschlaf je nach Alter meisterst

💡 Tipp: Stillen oder Füttern aus der Flasche während Start und Sinkflug hilft zuverlässig, den Druck in den Kinderohren auszugleichen.

Schlafen an Bord ist eine Disziplin, die sich mit jedem weiteren Lebensjahr deines Kindes radikal verändert. Wenn du ganz zum ersten Mal mit einem kleinen Baby fliegst, bist du eigentlich im relativen Vorteil, denn kleine Kinder lieben weißes Rauschen, und ein Flugzeug ist im Grunde eine riesige brummende Kiste. Die Basis ist ständiges Schlucken, versuche also die Mahlzeiten so zu timen, dass das Kind genau dann trinkt, wenn das Flugzeug steigt oder umgekehrt sinkt – was für die Ohren immer viel schlimmer ist. Falls es zufällig nicht im Bassinet einschläft, ist eine ergonomische Tragehilfe der absolute Lebensretter an Bord. Wenn das Baby unruhig ist, bindest du es dir einfach um und gehst mit ihm im hinteren Teil des Flugzeugs bei den Toiletten auf und ab, bis es sich beruhigt.

Bei älteren Vorschul- und Schulkindern rettet den ruhigen Schlaf vor allem moderne Technik und gute Ausstattung. Investiere in Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung und pack ein Lieblings-Reisekissen ein. Viele Eltern haben unnötige Gewissensbisse, wenn sie das Kind acht Stunden am Stück auf ein Tablet starren lassen, aber die amerikanische Kinderärztevereinigung gibt dazu an, dass es überhaupt keine Studie gibt, die eine Schädlichkeit von Bildschirmen auf langen Reisen belegt. Die bewährte Elternregel ist ganz einfach: Lade viermal so viel Inhalt herunter, wie du glaubst zu brauchen, aber zück das Tablet nicht schon beim ersten Anzeichen von Unzufriedenheit.

Etwaige Ohrenschmerzen, die den Schlaf zuverlässig zerstören, werden sehr oft von einem simplen Schnupfen verursacht. Wenn das Kind also eine verstopfte Nase hat, empfehlen Eltern in Foren, ein Nasenspray vor dem Start und noch einmal vor dem Sinkflug zu verwenden. ⚠️ Konkrete Medikamente und ihre Dosierung besprich aber lieber immer vorab mit dem Kinderarzt, um dem Kind nicht versehentlich zu schaden. Nasenspray kommt normalerweise problemlos durch die Sicherheitskontrolle. Denk aber daran, dass die neuen Regeln für Flüssigkeiten über 100 ml an vielen europäischen Flughäfen weiterhin uneinheitlich sind – an Airports wie Frankfurt oder München gilt für die meisten Reisenden noch immer das strenge 100-ml-Limit. Babynahrung und Milch haben glücklicherweise generell eine Ausnahme und richten sich nach den großzügigeren Regeln des jeweiligen Flughafens.

9. Melatonin und Schlafmittel: Was sagt die Wissenschaft?

💡 Tipp: Auf eigene Faust am Schlafrhythmus des Kindes herumzuspielen kann sich auf Reisen sehr schnell gegen dich wenden.

Auf langen Flügen Richtung Ferne taucht früher oder später die unvermeidliche Frage nach Jetlag und Schlafmitteln auf. ⚠️ Hier muss man aber extrem vorsichtig sein, denn die gängige Praxis der Eltern aus Internetforen weicht sehr oft grundlegend von den offiziellen medizinischen Empfehlungen ab. Während Melatonin bei erwachsenen Reisenden eine sehr starke Wirksamkeitsevidenz hat, ist die wissenschaftliche Grundlage bei sich normal entwickelnden Kindern sehr schwach bis überhaupt nicht vorhanden. Die Organisation IPSA empfiehlt deshalb klar und nachdrücklich, dass Melatonin Kindern unter zwei Jahren überhaupt nicht gegeben werden sollte.

Bei älteren Kindern sollte sich die Anwendung nur auf spezifische Diagnosen wie Autismus oder ADHS beschränken, und das immer ausschließlich nach vorheriger Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt. Bei einem Teil der Kinder hat Melatonin außerdem einen unangenehmen paradoxen Effekt, sodass es den Schlaf im Gegenteil völlig stört und du irgendwo über dem Atlantik mit einem hyperaktiven Kind endest. Wenn du es bei älteren Kindern trotzdem in Erwägung ziehst, probiere es immer zu Hause testweise in Mindestdosen aus, damit du eine schlechte Reaktion nicht erst in der geschlossenen Flugzeugkabine feststellst.

Die erste Wahl zur Anpassung des Kinderschlafs sollten immer natürliches Licht und ein richtiger Tagesrhythmus sein. Nachmittagssonne hilft hervorragend bei der Reise nach Westen, während dich Morgenlicht bei der Rückkehr aus dem Osten rettet. Empfiehl deshalb niemals klassische Schlafmittel für Kinder und gib sie ihnen nie, nur um dir die anstrengende Flugreise zu erleichtern. Wenn du dich als Elternteil damit abfindest, dass du eine Nacht schlicht nicht richtig schläfst, meistert ihr das am Ende beide viel besser und mit weniger Gesamtstress.

10. Reisebett in die Destination – mitnehmen oder zu Hause lassen?

💡 Tipp: Bevor du dich entscheidest, dein eigenes sperriges Bettchen durch halb Europa zu schleppen, frag zuerst deine Unterkunft nach einem Leihbett.

Das letzte Teil des logistischen Puzzles ist der Schlaf in der Urlaubsdestination selbst, denn die meisten Airlines sind Familien gegenüber überraschend großzügig. Ryanair etwa erlaubt dir problemlos, zwei kostenlose Teile Kinderausstattung pro Kind mitzunehmen, du kannst also einen Kinderwagen und dazu locker auch ein Reisebett aufgeben. Wizz Air wiederum erlaubt einen Buggy, einen Kinderwagen, ein faltbares Reisebett oder einen Kindersitz kostenlos im Frachtraum, und das sogar bis zum vierzehnten Lebensjahr deines Kindes.

easyJet hat das Reisebett direkt explizit auf seiner Liste der kostenlos erlaubten Dinge stehen, während Condor dir Kindersitz und Bettchen ebenfalls kostenlos abfertigt. Die Frage lautet aber eigentlich gar nicht, ob du das Bettchen kostenlos mitnehmen kannst, sondern ob du es wirklich die ganze Reise mitschleppen musst. Ein Reisebett ist nämlich sehr sperrig, schwer und kostet dich bei den Transfers am Flughafen jede Menge Energie.

Du musst es zur Theke tragen, als Sperrgepäck abgeben, in der Destination meist lange an der Sperrgepäck-Ausgabe darauf warten und es dann umständlich in den Kofferraum des Taxis zwängen. Wenn du nur mit einem Handrucksack unter dem Sitz fliegst – bei Ryanair gilt ⚠️ seit August 2025 der neue Standard 40 × 30 × 20 cm für Erwachsene – zählt jede freie Hand ungemein. Schreib deshalb immer zuerst ins Hotel oder Apartment, denn die überwältigende Mehrheit der Unterkünfte stellt dir gern ein Kinderbett aufs Zimmer. Ein guter Tipp: Bei der Suche nach familienfreundlichen Unterkünften mit Leihbett hilft dir Booking.com, wo du im Filter gezielt nach passenden Angeboten suchen kannst.

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Praktische Zusammenfassung und Richtpreise

Damit du schnell den Überblick hast, wie viel dich Flugtickets fürs Baby und ein eventuelles Babybett im Flugzeug kosten, habe ich für dich eine übersichtliche Tabelle mit konkreten Daten für das Jahr 2026 vorbereitet. Denk daran, dass bei den klassischen Airlines das Bassinet selbst meist kostenlos ist, du aber oft für den teuren Premium-Sitz an der Trennwand zahlst.

AirlineGebühr fürs Baby (1 Abschnitt)Bassinet verfügbarGewichts-/Größenlimit des Bassinets
:—:—:—:—
Ryanair25 EUR / 25 GBPNeinAuf keiner Strecke vorhanden
Wizz AirCa. 27 EURNeinAuf keiner Strecke vorhanden
KLM10 % des ErwachsenentarifsJa (Langstrecke)Max. 10 kg / 65 cm
Air France10 % des ErwachsenentarifsJa (Langstrecke)Max. 10 kg / 70 cm
British Airways10 % des ErwachsenentarifsJa (nur Langstrecke)Max. 12,5 kg (Sitz)
Turkish Airlines10 % des ErwachsenentarifsJa (Langstrecke)Bis 160 USD Aufschlag für Sitzplatz
Emirates10 % des ErwachsenentarifsJa (Langstrecke)Max. 11 kg / bis 8 Monate

Wenn du dich mit klassischem Gepäck und Ausstattung im Frachtraum befasst, herrschen auch dort riesige Unterschiede zwischen den Airlines, die deinen Urlaub ziemlich unerwartet verteuern können. Billigflieger sind in dieser Hinsicht strenger beim Handgepäck, aber paradoxerweise sehr entgegenkommend bei der Abfertigung von Kinderwagen.

AirlineKinderausstattung kostenlosGepäck fürs Baby auf dem Schoß
:—:—:—
Ryanair2 Teile (z. B. Kinderwagen, Kindersitz)Tasche bis 5 kg (45 × 35 × 20 cm)
Wizz AirKinderwagen / Bettchen / Kindersitz⚠️ Kleines Teil bis 10 kg (40 × 30 × 20 cm)
CondorKinderwagen, Kindersitz, BettchenNahrung an Bord, sonst laut Tarif
easyJet2 Teile (inkl. Tragerucksack)Wickeltasche zusätzlich
Norwegian1 Kinderwagen und 1 KindersitzMax. 5 kg Tasche zur Abfertigung

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Häufig gestellte Fragen

Haben Billigflieger wie Ryanair und Wizz Air ein Babybettchen?

Leider nicht. Low-Cost-Airlines, die hauptsächlich innerhalb Europas fliegen, bieten auf ihren Flügen überhaupt kein Babybettchen an, denn ihre Flugzeuge sind dafür nicht ausgestattet. Ein Kind unter zwei Jahren muss somit die gesamte Flugzeit auf deinem Schoß sitzen und mit einem speziellen Babygurt angeschnallt sein, oder du musst ihm einen eigenen teuren Sitzplatz kaufen.

Wie viel kostet ein Babyticket tatsächlich?

Bei klassischen Fluggesellschaften wie Lufthansa oder KLM zahlst du für ein Kind auf dem Schoß etwa 10 % des Erwachsenen-Ticketpreises. Bei Billigfliegern gibt es eine Pauschalgebühr, wobei Ryanair 25 Euro pro Flugstrecke berechnet und Wizz Air etwa 27 Euro, was paradoxerweise deutlich teurer sein kann als das Ticket für einen Erwachsenen selbst.

Wo muss ich sitzen, wenn ich ein Kind auf dem Schoß habe?

Bei Billigfliegern wie Ryanair gilt die strenge Sicherheitsregel, dass ein Erwachsener mit einem Baby auf dem Schoß immer am Fenster sitzen muss. Das ist rein aus Sicherheitsgründen, denn nur über den Fenstersitzen befinden sich ausreichend Sauerstoffmasken für den Erwachsenen und das Kleinkind im Notfall.

Kann ich das Babybettchen kostenlos bekommen?

Das Hängebettchen selbst ist bei den meisten klassischen Fluggesellschaften kostenlos, aber sehr oft zahlst du eine hohe Gebühr für den Premium-Sitzplatz an der Trennwand, an dem das Bettchen befestigt wird. Zum Beispiel bei Turkish Airlines kann dich dieser Sitzplatz bis zu 160 Dollar extra pro Strecke kosten, obwohl das Babybettchen selbst kostenlos vom Personal bereitgestellt wird.

Was passiert mit dem Babybettchen, wenn Turbulenzen auftreten?

Sobald an Bord das Anschnallzeichen aufleuchtet, musst du das Kind sofort aus dem Babybettchen nehmen und fest auf deinem Schoß anschnallen. Die Bettchen haben keine festen Sicherheitsgurte, sodass bei stärkeren Turbulenzen Verletzungsgefahr besteht. Auf einem unruhigen Transatlantikflug kannst du das Kind durchaus mehrmals pro Nacht wecken und herausholen müssen.

Kommt Babymilch durch die Sicherheitskontrolle?

Ja, Babynahrung, abgemessene Milch und Wasser für Säuglinge haben eine Ausnahme von den strengen Flüssigkeitsbeschränkungen und du darfst sie in Behältern über 100 ml mitführen. Das Flughafenpersonal unterzieht sie lediglich einer speziellen Prüfung im Scanner. ⚠️ Nimm sie aber immer aus dem Rucksack heraus und mach das Personal darauf aufmerksam, noch bevor du durch die Sicherheitskontrolle gehst.

Darf ich den JetKids-Koffer mit an Bord nehmen?

Das hängt ganz von der jeweiligen Fluggesellschaft ab, denn die Regeln unterscheiden sich extrem. Während KLM oder American Airlines diese Kinderkoffer und aufblasbaren Bettchen offiziell erlauben, verbieten Gesellschaften wie Emirates, Lufthansa, British Airways oder Air France deren Nutzung an Bord aus Sicherheitsgründen strikt.

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