Nordböhmen in Tschechien: 15 Tipps von Felsen bis Seen 2026

In die Böhmische Schweiz kehren Lukáš und ich seit vielen Jahren regelmäßig zurück, und jedes Mal packt uns aufs Neue, wie majestätisch das Prebischtor wirkt, wenn man auf dem Waldweg dort ankommt. Genau hier gönnen wir uns nach der Wanderung mit Freude unseren geliebten frittierten Käse mit Pommes, setzen uns mit Blick ins Tal und genießen die unglaubliche Ruhe, die Nordböhmen in Tschechien ausstrahlt.

Diese weitläufige Region bietet aber weit mehr als nur die Sandsteinfelsen bei Hřensko. Du findest hier tiefe Wälder, erloschene Vulkane, geheimnisvolle Burgen und glasklare Seen, von denen viele Menschen gar nichts wissen – du kannst hier also wochenlang unterwegs sein und immer noch Neues entdecken.

Ich habe für dich einen großen Reiseführer für 2026 vorbereitet, in dem wir uns die schönsten Orte vom Lausitzer Gebirge bis zum Böhmischen Paradies ansehen. Du erfährst, welche Seen du im Sommer lieber meiden solltest, wo du übernachten kannst, wie du bei der Anreise sparst und warum es sich manchmal lohnt, wirklich früh am Morgen aufzustehen.

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Sandsteinfelsen und Aussichten: Das Prebischtor und die Kamnitzklamm sind absolute Klassiker, aber auch die Prachauer Felsen oder die Dittersbacher Aussichten lohnen sich.
  • Burgen und Geschichte: Die imposante Burg Kost, das romantische Bösig über dem See oder die geheimnisvolle Burg Trosky prägen die unverwechselbare Silhouette der Region.
  • Baden ohne Blaualgen: Der Mácha-See kämpft mit der Wasserqualität, aber geflutete Tagebaue wie die Seen Milada, Most oder Barbora bieten den ganzen Sommer über perfekt sauberes Wasser.
  • Berge und Aussichtstürme: Der Aufstieg zum Ještěd oder eine Wanderung durch die Buchenwälder des Isergebirges dürfen auf deinem Programm nicht fehlen.
  • Reisen mit Kindern: Der Zoo Liberec, die iQLANDIA oder die barrierefreie Aussicht Fénix beschäftigen Familien tagelang.
  • Kostenloser Nahverkehr: Wenn du in der Böhmischen Schweiz zwei Nächte übernachtest, bekommst du den sogenannten DÚKpass für kostenloses Reisen durch die gesamte Region Ústí.

Wann du nach Nordböhmen fahren solltest

Nordböhmen ist ganzjährig wunderschön, aber wenn du die Region in Bestform und ohne Gedränge erleben willst, sind die Monate Mai, Juni und September ideal. Das Wasser in den Seen ist dann schon angenehm warm, das Frühlingsgrün leuchtet frisch und du entgehst dem Hauptansturm der Familien mit Schulkindern. Gerade Mai und Juni bieten die größte Ruhe auf den beliebtesten Wanderwegen.

In den Sommerferien musst du dich darauf einstellen, dass Hřensko und die Umgebung des Prebischtors einen enormen Ansturm erleben. Wenn du im August herkommst, musst du gleich morgens an den Drehkreuzen sein, sonst verbringst du Stunden in Warteschlangen oder bekommst gar keine Tickets für die Kahnfahrten, denn die Kapazitäten sind sehr begrenzt. Die meisten Leute steuern zwischen zehn und zwei Uhr nachmittags die tiefen Klammen an – dieses Zeitfenster solltest du also am besten meiden.

Für die Erkundung der gesamten Region solltest du dir idealerweise sieben bis zehn Tage einplanen, denn die Entfernungen zwischen der Böhmischen Schweiz und dem Böhmischen Paradies sind ziemlich groß und von einem einzigen Standort aus schaffst du nicht alles. Du kannst deinen Aufenthalt zum Beispiel in drei Tage an den Sandsteinfelsen, zwei Tage in Liberec und den Rest irgendwo am Wasser aufteilen.

Wenn du einen Winterbesuch planst, denke daran, dass viele Burgen und auch die Klammen verständlicherweise geschlossen haben. Dafür bietet das verschneite Isergebirge vollkommene Ruhe und perfekt gespurte Loipen für Langläufer. In den Sommermonaten solltest du dagegen aufmerksam die aktuelle Waldbrand-Warnstufe verfolgen, die bei hohem Risiko den Aufenthalt im Wald streng einschränkt. Sobald die höchste Stufe gilt, darfst du nur auf markierten Wegen laufen und nachts ist das Betreten des Waldes komplett verboten.

Wo du in Nordböhmen übernachten kannst

Eine gute Unterkunft zu finden ist die absolute Grundlage jedes gelungenen Urlaubs. Deshalb habe ich für dich einige tolle und bewährte Möglichkeiten quer durch die ganze Region ausgesucht, die die besten Bewertungen haben. Ich weiß selbst nur zu gut, wie angenehm es nach einem Ausflug ist, sich abends in ein sauberes Bett fallen zu lassen – mit dem Wissen, dass dich am Morgen ein wunderbares Frühstück erwartet.

Direkt an der Grenze des Nationalparks liegt die wunderbare Pension Zvoneček in Vysoká Lípa, wo ein Doppelzimmer rund 90 € pro Nacht kostet. Die Gäste loben in den Bewertungen immer wieder die unglaublich nette Besitzerin und die fantastischen Frühstücke aus lokalen Zutaten. Wenn du nach den Wanderungen Entspannung suchst, probiere die ruhige Pension Mezi buky in Chřibská (rund 60 € pro Nacht), die eine großartige Sauna und einen tollen Ausgangspunkt ins Lausitzer Gebirge bietet.

Für Familien mit Kindern ist die Farma Růžová unweit von Děčín absolut ideal. Eltern loben hier die reichhaltigen königlichen Frühstücke und die sehr zutraulichen Tiere, zu denen die Kinder direkt vom Zimmer aus laufen können. Wer dagegen Komfort direkt am Wasser sucht, fährt ins Hotel Port in Doksy. Dieses renommierte Vier-Sterne-Resort (ca. 160 € pro Nacht) besticht mit einem privaten Sandstrand und einem großen Hallenbad.

Im Böhmischen Paradies bietet die Pension U Zlaté brány in Libuň unweit der Prachauer Felsen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Besucher erwähnen oft die konkurrenzlose Freundlichkeit des Besitzers und das angenehme Wellness. Und wenn du nach einem echten Unikat suchst, kannst du direkt im ikonischen Turm des Hotels Ještěd übernachten. Eine Nacht in den Wolken kostet rund 190 €, rechne aber damit, dass es eher ein Erlebnis als absoluter Komfort ist. Die meisten historischen Zimmer haben geteilte Sanitäranlagen auf dem Flur und nachts können dir starke Außenscheinwerfer in die Fenster leuchten.

Nordböhmen in Tschechien: die 15 schönsten Orte

Schauen wir uns nun endlich die konkreten Tipps an, was du in dieser vielfältigen Region alles erleben und sehen kannst. Ich habe für dich eine Liste mit fünfzehn Orten zusammengestellt, die Naturwunder mit historischen Schätzen verbinden – und die wichtigsten praktischen Infos für die diesjährige Saison gleich dazugepackt.

1. Prebischtor

Das Prebischtor ist das absolute Symbol der gesamten Region. Mit einer stattlichen Spannweite von 26,5 Metern ist es der größte natürliche Felsbogen im kontinentalen Europa. Es ist ein Ort, der unglaubliche Romantik atmet – hier spazierte einst sogar der berühmte dänische Märchenerzähler Hans Christian Andersen. Der Eintritt beträgt umgerechnet rund 5 € (125 Kč) für Erwachsene und 2 € (50 Kč) für Kinder und Senioren. Das Areal ist von Ende März bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Ich muss dich aber eindringlich vor den riesigen Menschenmassen warnen. Der einzige Zugangsweg führt über das historische Schlösschen Falkennest, das Fürst Edmund Clary-Aldringen bereits 1881 errichten ließ. Wenn du um zehn Uhr vormittags ankommst, stehst du höchstwahrscheinlich in einer langen Schlange auf den engen Treppen. Das Betreten des Sandsteinbogens selbst ist wegen seiner Fragilität seit Jahren streng verboten.

💡 Tipp: Plane deinen Ausflug so, dass du idealerweise gleich morgens vor zehn oder erst am späten Nachmittag an der Kasse stehst. Dann verziehen sich die größten Massen und du genießt die zauberhafte Atmosphäre in Ruhe. Die besten Ausblicke eröffnen sich von den umliegenden Felsplateaus, von wo aus du das Tor bequem in seiner ganzen Schönheit fotografierst. Von Hřensko kommst du mit dem Bus her – steig einfach an der Haltestelle Tři prameny aus und geh zu Fuß den Berg hinauf.

2. Kamnitzklamm

Die Wilde Klamm bietet eine absolut zauberhafte Kahnfahrt durch einen tiefen Felscanyon von etwa 450 Metern Länge. Die Betriebszeit beginnt am 1. April und endet am 1. November. Die Kähne fahren täglich von 9:00 bis 17:30 Uhr, und ein großer Vorteil ist, dass du für diese Fahrt keine Reservierung brauchst. Der Eintritt kostet umgerechnet rund 8 € (200 Kč) pro Erwachsenem und 4 € (100 Kč) pro Kind.

Eine erfreuliche Nachricht für Familien mit kleineren Kindern: Die sympathischen Fährmänner nehmen dir den zusammengeklappten Kinderwagen völlig kostenlos mit auf den Kahn. Während der Fahrt erwartet dich eine humorvolle Erklärung zu den Sandsteinformationen, die in ihrer Form an verschiedene Tiere oder Märchenfiguren erinnern. Die ganze Atmosphäre des schattigen Canyons ist an heißen Sommertagen unglaublich erfrischend und bietet eine willkommene Flucht vor der Sonne.

💡 Tipp: Ein ganz anderes Regime hat die bekanntere Edmundsklamm, die dieses Jahr erst am 18. Juni öffnet. Dort ist der Zutritt nur mit Führung für sehr begrenzte Gruppen von fünfundzwanzig Personen erlaubt. Das Ticket kostet umgerechnet rund 16 € (400 Kč), du musst es direkt am Eingang in Hřensko kaufen und oft ist es schon am frühen Vormittag ausverkauft. Die Gemeinde Hřensko meldet die aktuelle Kapazität regelmäßig auf ihren sozialen Netzwerken, es lohnt sich also, ihre Profile vorab zu verfolgen.

3. Aussicht Fénix und der Mühlenweg

Nach dem großen verheerenden Brand von 2022 ist der beliebte Gabrielensteig leider noch immer gesperrt. Der Nationalpark hat aber einen tollen Ersatz in Form des Mühlenwegs geschaffen, der von Mezní Louka aus führt. Er leitet dich direkt über die sich erholende Brandfläche, wo heute überraschend schnell ein neuer junger Wald voller Birken und Eichen wächst. Die Natur zeigt sich hier in voller Kraft und beweist, wie blitzschnell sie eine so gewaltige Katastrophe verkraften kann.

Der größte Anziehungspunkt dieser Strecke ist die brandneue Aussichtsplattform Fénix, die erst vor Kurzem für die Öffentlichkeit eröffnet wurde. Sie bietet ein starkes Fernrohr, das direkt auf die Felsen beim Prebischtor gerichtet ist. Das Allerbeste an ihr ist aber: Aus Richtung des Dorfes Mezná ist die Aussicht völlig barrierefrei. Du kommst problemlos mit Kinderwagen und auch mit dem Rad her, was im ansonsten sehr hügeligen Nationalpark ein enormer Vorteil für Familien ist.

💡 Tipp: Seit April ist außerdem ein ganz neuer grenzüberschreitender Wanderweg geöffnet. Dieser über zwei Kilometer lange Abschnitt verbindet die Aussicht Fénix mit dem deutschen Lehrpfad-Areal im sächsischen Schmilka. Der Weg führt einen steilen Waldhang direkt an der Staatsgrenze entlang und ist perfekt für einen abenteuerlicheren Ganztagesausflug ohne große Touristenmassen.

4. Dittersbacher Aussichten

Wenn du eine etwas ruhigere Alternative zum trubeligen Hřensko suchst, sind die Dittersbacher Aussichten die richtige Wahl. Das Trio der berühmten Gipfel – Marien-, Wilhelminen- und Rudolfsaussicht – bietet atemberaubende Ausblicke auf die wellige, bewaldete Landschaft des Nationalparks. Die ikonische Marienaussicht wurde im Mai außerdem sorgfältig instand gesetzt, ihr hölzerner Gipfelpavillon bekam einen brandneuen Ölanstrich und leuchtet nun wieder weit in die Umgebung.

Der Aufstieg zu den Pavillons ist zwar etwas anstrengend, denn die Wege führen über steile Steintreppen und schmale Pfade. Der Ausblick vom Gipfel ist die Mühe aber absolut wert. Im August veranstaltet die Nationalparkverwaltung hier außerdem kommentierte Wanderungen mit einem einheimischen Ranger – eine hervorragende Gelegenheit, jede Menge Wissenswertes über die einzigartige Natur zu erfahren.

💡 Tipp: Wenn du von der Wanderung angenehm müde zurückkommst, geh zum örtlichen Badeplatz direkt in Jetřichovice am Fluss Chřibská Kamenice. Laut Hygienikern hat er langfristig hervorragendes, sauberes Badewasser. Du findest dort herrliche Ruhe, der Eintritt ist minimal und du entgehst zuverlässig den Menschenmassen, die zu den großen Seen strömen. Erwarte hier zwar keinen Bademeister, aber die Erfrischung nach der Felsenwanderung ist einfach perfekt.

5. Tyssaer Wände

Unweit von Děčín erstreckt sich eine fantastische Sandstein-Felsenstadt, die du vielleicht von der Kinoleinwand kennst. In den Tyssaer Wänden wurden nämlich die berühmten Winterszenen aus dem Hollywoodfilm Die Chroniken von Narnia gedreht. Wenn du durch die engen Gänge zwischen den hohen Türmen läufst, hast du wirklich das Gefühl, in einer völlig anderen, magischen Welt zu sein, in der hinter der Ecke ein Märchenwesen wartet.

Das Areal bietet zwei Hauptrundwege, die schlicht Kleine und Große Wände heißen. Beide Strecken schaffen auch Familien mit Kindern bequem, denn der Höhenunterschied ist nicht dramatisch und die Wege sind gut ausgebaut. Der Eintritt wird an der Kasse am Eingang bezahlt und der Betrag ist sehr freundlich. Der gesamte Besuch samt Fotografieren dauert etwa zwei bis drei Stunden sehr gemächlichen Gehens. Das Labyrinth aus Felstürmen, dunklen Höhlen und tiefen Überhängen beflügelt die Kinderfantasie wie kaum ein anderer Ort.

💡 Tipp: Nimm dir an der Kasse unbedingt einen Plan mit den Namen der einzelnen Felsformationen mit. Das Suchen nach dem „Elefantenfuß“ oder der „Froschkrone“ macht Erwachsenen genauso viel Spaß wie kleinen Kindern.

6. Mácha-See und Burg Bösig

Die Mácha-Region lockt mit der Romantik des Dichters Karel Hynek Mácha, aber dieses Jahr muss ich eine sehr ehrliche Warnung hinzufügen. Der Mácha-See ist ziemlich flach und erhitzt sich im Sommer schnell, was leider den grünen Algen bestens bekommt. Die Hygieniker aus Liberec meldeten in der Saison 2026 praktisch bei jeder Messung Blaualgen – gleich ab Anfang Juni und das an allen fünf Hauptstränden. Ende Juni sprang die Wassertemperatur sogar auf unglaubliche 29 °C. Im Vorjahr galt am beliebten Strand Borný sogar ein striktes Badeverbot. Prüfe deshalb vor der Anreise lieber immer die aktuelle Bewertung und halte einen Plan B bereit.

Glücklicherweise kannst du deine Stimmung mit einem Ausflug zur wunderschönen gotischen Burg Bösig aufbessern, die sich auf einem Hügel direkt über dem See erhebt. Der Eintritt ohne Führung beträgt umgerechnet rund 7 € (180 Kč) pro Erwachsenem und 2 € (50 Kč) für Kinder, aber pass beim Zugangsweg gut auf. Der Aufstieg vom Parkplatz ist ein ehrlicher Anstieg über große Steine, lass den Kinderwagen also auf jeden Fall unten im Auto und nimm kleinere Kinder lieber in der Trage mit.

💡 Tipp: Wenn du deine Reise gut planst, kannst du sogar sparen. Am Sonntag, den 30. August und 27. September 2026 ist der Eintritt zur Burg Bösig völlig kostenlos, du musst dir nur das Gratisticket rechtzeitig im Online-Vorverkauf reservieren. Außerdem findet hier am 22. August die zauberhafte Burgen- und Schlössernacht statt, zu der ein einzigartiges Konzert auf Kristallschalen direkt in der gotischen Kapelle gehört.

7. Burg Trosky und Burg Kost

Das Böhmische Paradies ist die Heimat zweier völlig unterschiedlicher, aber gleichermaßen faszinierender Burgen, die etwa zwanzig Kilometer auseinanderliegen. Die Burg Trosky ist dank ihrer zwei Türme – Jungfer und Alte – auf steilen Basalt-Schloten von weitem sichtbar. Du besichtigst sie ohne Führung für umgerechnet rund 7 € (180 Kč). Die gotische Burg Kost ist dagegen in einem tiefen, von Wäldern und Sandsteinfelsen umgebenen Tal versteckt. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen Burgen Tschechiens, du kommst nur mit Führung hinein, und geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 9:00 und 17:00 Uhr.

Eine große Besonderheit der Burg Kost ist, dass hier sogar Hunde an der Leine Zutritt haben – und zwar direkt zu den inneren Besichtigungsrundgängen und dazu völlig kostenlos. Das ist bei tschechischen staatlichen wie privaten Denkmälern eine absolute Rarität, die Hundefreunde sehr zu schätzen wissen. Wenn dir nach der Besichtigung der Hunger kommt, gibt es direkt unterhalb der Burg das Restaurant U Draka mit einer großen Außenterrasse, wo du dich ausruhen kannst.

💡 Tipp: Genau wie bei Bösig gilt auch bei Trosky, dass der Eintritt am Sonntag, den 30. August und 27. September 2026 völlig kostenlos ist. Vergiss aber nicht, dir das Gratisticket rechtzeitig übers Internet zu sichern, denn die Kapazität ist aus verständlichen Gründen begrenzt.

8. Prachauer Felsen

Die Prachauer Felsen sind das absolute Herz des Böhmischen Paradieses und bieten eines der schönsten Sandsteinlabyrinthe des ganzen Landes. In der Sommerhauptsaison zahlst du pro Erwachsenem umgerechnet rund 8 € (200 Kč) und für einen Ganztagesparkplatz 4 € (100 Kč). Praktisch ist, dass Eintritts- und Parkticket den ganzen Tag gültig sind, du kannst also vormittags einen Rundgang machen, irgendwo in der Umgebung gut zu Mittag essen und nachmittags in Ruhe wieder in die Felsen zurückkehren.

Die Felsenstadt öffnet schon um 7:00 Uhr morgens und glaub mir, die erste Morgenstunde ist hier praktisch leer – in der Sommersaison ein enormer Luxus, für den sich das frühere Aufstehen lohnt. Wer Abenteuer sucht, geht auf den grünen Rundweg durch das berühmte enge Mäuseloch. Familien mit kleinen Kindern schätzen dagegen die bequeme blaue Route, die gut begehbar ist und als einzige auch mit einem Geländekinderwagen befahrbar ist.

💡 Tipp: Wenn du dem Hauptansturm am großen zentralen Parkplatz entgehen willst, fahr zur kleineren Kasse beim Naturmuseum Böhmisches Paradies. Der Zugang zu den Felsen ist von dort deutlich ruhiger. Ende Oktober findet hier für Familien die Veranstaltung „Pelíšeks gespenstischer Wald“ statt – eine tolle Abwechslung für Herbstausflüge.

9. Ještěd und Liberec

Die Silhouette des Fernsehturms auf dem Gipfel des Ještěd in 1.012 Metern Höhe ist absolut unverwechselbar und bildet das Wahrzeichen von Liberec. Dieses einzigartige Bauwerk des Architekten Hubáček, das den renommierten internationalen Auguste-Perret-Preis erhielt, ist zu Recht nationales Kulturdenkmal und „Bauwerk des 20. Jahrhunderts“. Eine wichtige Info für dieses Jahr: Die alte Kabinenseilbahn fährt weiterhin nicht, du musst also entweder mit dem eigenen Auto, dem Bus oder zu Fuß hinauf. Es gibt aber eine Abkürzung: Der Sessellift Skalka bringt dich auf 892 Meter (online ab umgerechnet rund 6 € / 150 Kč aufwärts, Kinderwagen, Räder und Hunde gratis), und von dort sind es knapp eine halbe Stunde Fußweg zum Sendeturm.

Belohnt wirst du mit einem herrlichen Rundumblick in alle Himmelsrichtungen. Direkt im Turm gibt es zudem das Restaurant Nad oblaky (Über den Wolken), das täglich um 11:00 Uhr öffnet, du kannst deinen Ausflug also mit einem Mittagessen mit Aussicht abrunden. Eine neue Seilbahn ist glücklicherweise schon in Planung. Es soll eine moderne verglaste Kabine für hundert Personen werden, aufgehängt an zwei Seilen, die dich von der Straßenbahn-Endstation in Horní Hanychov nach oben bringt. Nach den bisherigen Plänen kommen wir aber frühestens gegen Ende des Jahrzehnts zum Zug, rechne für deinen nächsten Urlaub also nicht mit ihr.

💡 Tipp: Das Wetter auf dem Gipfel ist oft völlig anders als unten in der Stadt. Bevor du dich nach oben aufmachst, wirf immer einen Blick auf die Online-Webcam. Damit dich auf dem Berg nicht dichter Nebel und Kälte überraschen, während in Liberec die Sonne scheint.

10. Isergebirge

Das Isergebirge ist ein perfektes Paradies für alle, die tiefe Wälder und Stille ohne Touristenmassen lieben. Kaum jemand weiß, dass das hiesige Nationale Naturreservat Isergebirgs-Buchenwälder 2021 sogar in die prestigeträchtige UNESCO-Liste aufgenommen wurde – dank seiner alten und unberührten Buchen-Urwälder. Hier im Herbst umherzuwandern, wenn sich das Laub golden und rot färbt, ist ein visuelles Erlebnis fürs Leben. In den Berghütten werden zudem fantastische Hefeknödel mit frischen Heidelbeeren serviert, denen man einfach nicht widerstehen kann.

Ein schöner Ausgangspunkt ist die malerische Siedlung Jizerka, eingebettet in Moore unterhalb des Basaltgipfels Bukovec. Hier ist die ursprüngliche Volksarchitektur der Berghäuser erhalten geblieben und es ist ein Ort, an dem du nachts einen herrlich klaren Sternenhimmel siehst. Das Gebirge ist zudem von Hunderten Kilometern Radwegen durchzogen, die sich im Winter in die berühmte Iser-Magistrale für Langläufer mit perfekt gespurten Loipen verwandeln.

💡 Tipp: Mach doch einen Ausflug zu einer der alten Glashütten, die untrennbar zur Geschichte des Isergebirges gehören. Die Glasbläsertradition verleiht dieser rauen Region den richtigen Bergcharakter und die örtlichen Glasmuseen wissen einen ganzen verregneten Nachmittag zu füllen.

11. Badeseen: Milada, Most und Barbora

Wenn dich die Nachricht über die verschlechterte Wasserqualität im Mácha-See enttäuscht hat, habe ich den perfekten Ersatz für dich. Die rekultivierten Kohletagebaue in der Region Ústí bieten fantastisch sauberes Wasser. Der See Milada bei Ústí nad Labem hat eine Fläche von 252 Hektar, schöne Kieselstrände und die Hygieniker bestätigten hier diesen Sommer bei allen Messungen eine ausgezeichnete Wasserqualität. Rund um den See führt zudem ein toller zehn Kilometer langer Radweg, du kannst also spielend Radfahren und Baden verbinden.

Ähnlich tolle Bedingungen meldet auch der See Most, der mit einer stattlichen Tiefe von 75 Metern beeindruckt und 2026 das sauberste Wasser der ganzen Region hatte. Nicht auslassen dürfen wir auch die Wasserfläche Barbora bei Jeníkov, wo du eine hervorragende Ausstattung fürs Segeln und ein Tauchzentrum findest. Wenn du aber mit kleineren Kindern reist, ist der absolute Sieger der Alaunsee (Kamencové jezero) in Chomutov. Als einer der wenigen Naturbadeplätze hat er nämlich gleich an zwei festen Stationen Bademeister.

💡 Tipp: Diese neuen großen Seen, die an der Stelle ehemaliger tiefer Tagebaue entstanden sind, haben meist noch nicht viel natürlichen Schatten, denn die Bäume an den Ufern wachsen erst. Vergiss deshalb keinesfalls, deinen eigenen Sonnenschirm oder ein Strandzelt einzupacken, damit du dir in der Sonne keinen Sonnenbrand holst.

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12. Böhmisches Mittelgebirge und Panská skála

Die Landschaft des Böhmischen Mittelgebirges wirkt dank ihrer erloschenen Vulkankegel sehr dramatisch, und der höchste Berg Milešovka bietet nach Meinung vieler den schönsten Rundumblick des Landes. Der Weg nach oben ist zwar sehr steil und der Berg trägt seinen Ruf als windigster Berg Tschechiens völlig zu Recht, aber die Aussicht in die weite Umgebung wird dir garantiert den Atem rauben.

Ein ganz anderes geologisches Wunder findest du bei Kamenický Šenov, wo sich die berühmte Panská skála (Herrenfels) erhebt. Diese berühmte Basaltorgel kennst du bestimmt aus dem Märchenfilm „Die stolze Prinzessin“. Ihre regelmäßigen sechseckigen Säulen sehen aus, als hätte sie jemand künstlich zusammengesetzt. Der Ort ist frei zugänglich und bildet damit einen perfekten Halt für einen kürzeren Nachmittagsausflug – zumal er nur ein kurzes Stück vom Parkplatz entfernt liegt.

💡 Tipp: Im Böhmischen Mittelgebirge gedeihen auch Obst und Wein. In Roudnice nad Labem findest du das Schlossweingut Lobkowicz, das schon seit 1603 besteht, was es zum ältesten Familienweingut des Landes macht. Nach vorheriger Absprache kannst du dir hier eine Führung durch die historischen Keller mit Verkostung des ausgezeichneten lokalen Weins organisieren.

13. Děčín und Ústí nad Labem

Die beiden großen nordböhmischen Städte bieten weit mehr als nur Industriegeschichte. In Děčín darfst du den intimen, schön bewaldeten Zoo nicht verpassen, der hoch oben auf dem Hügel an der Hirtenwand liegt. Der Eintritt kostet in der Sommersaison angenehme umgerechnet rund 6 € (150 Kč), aber die Parkkapazität oben am Eingang ist sehr begrenzt. Es lohnt sich, das Auto unten im Zentrum zu lassen und zu Fuß über die romantische Jahn-Aussicht zu gehen, von wo aus du die ganze Stadt siehst. Nur Achtung: Aus Sicherheitsgründen dürfen hier keine Hunde hinein.

Ústí nad Labem wiederum kann mit dem Ausflugsschlösschen Větruše aufwarten, wo heute ein sehr schönes Wellness mit Massagen betrieben wird. Von der Terrasse hast du einen tollen Blick auf das Elbtal und auf die Ruine der gotischen Burg Střekov (Schreckenstein). Diese thront auf einem steilen, zweihundertfünfzig Meter hohen Felsen direkt über dem Fluss am gegenüberliegenden Ufer und vervollständigt das Panorama von Ústí.

💡 Tipp: Wenn du ein Ticket für den Zoo Děčín kaufst, wirf es auf keinen Fall weg. Am selben Tag gilt es nämlich auch als Eintritt für die interessante Ausstellung „Paradiesinseln“, die du direkt im Stadtzentrum findest – so bekommst du zwei tolle Ausflüge zum Preis von einem.

14. Theresienstadt

Der Besuch von Theresienstadt ist ein starkes und ergreifendes Erlebnis, das leider fest zur Geschichte dieser Region gehört. Die Besichtigung der gesamten Gedenkstätte ist sehr rücksichtsvoll konzipiert und der Eintritt für umgerechnet rund 13 € (310 Kč) pro Erwachsenem gilt unglaubliche vier Tage. Der Grund ist ganz einfach: Das Areal der Kleinen Festung und das weitläufige Ghetto-Museum lassen sich an einem einzigen Nachmittag schlicht nicht sinnvoll durchgehen und emotional verarbeiten. Wer mit der Familie reist, schätzt das Familienticket für rund 26 € (630 Kč).

Im Ticketpreis ist auch eine sehr hochwertige Führung in mehreren Sprachen enthalten. Vergiss aber nicht: Wenn du als größere Gruppe von über zehn Personen kommst, musst du die Führung ausreichend im Voraus reservieren. Zweimal im Jahr, konkret am 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und am Tag der Theresienstädter Gedenkfeier im Mai, ist der Zutritt zu allen Objekten für die Öffentlichkeit zudem völlig kostenlos.

💡 Tipp: Theresienstadt ist natürlich keine gewöhnliche Touristenattraktion, sondern eine Gedenkstätte für die Opfer, an der Respekt geboten ist. Wenn du mit Schulkindern herkommst, empfehle ich, das Thema Zweiter Weltkrieg und Holocaust vor der Reise zumindest kurz und behutsam zu Hause zu besprechen.

15. Zubrnice und Úštěk

Wenn du alte Zeiten und ruhige Volksarchitektur magst, wird dich das wunderschöne Freilichtmuseum in Zubrnice garantiert begeistern. Du besichtigst hier einen historischen Bauernhof mit einer voll funktionsfähigen alten Obstdarre, die auf die reiche Tradition des Obstanbaus und -handels in dieser fruchtbaren Region verweist. Im romantischen Bachtal sind sogar gleich fünf alte Wassermühlen erhalten geblieben, wobei du die kleinste auch von innen besichtigen kannst. Es bietet sich geradezu an, den Besuch mit einem Mittagessen in der nahen Gaststätte zu verbinden, wo Lukáš und ich mit Freude ehrliche Obstknödel essen.

Das nahe Úštěk wiederum trägt den Titel des kleinsten städtischen Denkmalschutzgebiets in ganz Tschechien, und sein altertümlicher Marktplatz mit gotischen Häuschen wirkt wie eine perfekte Filmkulisse, in der die Zeit buchstäblich stehengeblieben ist. Bei der Stadt liegen ein Campingplatz und der See Chmelař. Ich muss aber gleich erwähnen, dass die Hygieniker hier dieses Jahr grüne Algen und eine verschlechterte Wassersicht meldeten, für längeres Baden ist es hier also nicht ganz das Richtige, auch wenn ein Bademeister am Wasser aufpasst und du hier auch einen Minigolfplatz findest.

💡 Tipp: Zubrnice und Úštěk bilden eine absolut ideale Kombination für einen entspannten, gemächlichen Tag ohne Stress und große Touristenmassen, den du am meisten gegen Ende deines Urlaubs genießt.

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Nordböhmen mit Kindern: die besten Familientipps

Nordböhmen ist für Familienausflüge wie geschaffen, denn du findest hier an jeder Ecke etwas, das kleine Entdecker begeistert. Egal ob es gerade regnet oder du im Gegenteil einen Unterschlupf vor der Sommerhitze suchst – diese Tipps retten dich.

iQLANDIA und Liberec mit Kindern

Liberec ist in Nordböhmen eine absolute Familien-Sicherheit, wo du dich keine Minute langweilst. Das riesige Science Center iQLANDIA hat seine Ausstellungen hervorragend nach Alter aufgeteilt, was dir die Planung sehr erleichtert. Der kleinere iQPARK unterhält zuverlässig Kinder von drei bis acht Jahren, während das anspruchsvollere LANDIA und das moderne Planetarium eher ältere Schulkinder ab acht Jahren ansprechen – und auch Erwachsene kommen hier auf ihre Kosten. Für technikbegeisterte Teenager ab 11 Jahren gibt es zudem die tolle Gemeinschaftswerkstatt FabLab.

Wenn dich auf dem Ausflug Regen überrascht, ist das Kombiticket für den iQPARK und das benachbarte Aquapark Babylon für umgerechnet rund 12 € (300 Kč) die absolute Rettung des Programms. Vergiss nur nicht, es rechtzeitig zu reservieren, denn das Interesse ist enorm. Parken kannst du direkt bei der iQLANDIA für rund 5 € (120 Kč) pro Tag, was deutlich günstiger ist als die umliegenden städtischen Parkplätze, die sich auch das Dreifache berechnen. Wenn die Kinder von den Experimenten mit Wasser und Feuer müde sind, geh den Kristallweg entlang, der auf spielerische Weise an die berühmte Glasbläsertradition der ganzen Region Liberec erinnert.

An einem Regentag hat auch die Glashütte Ajeto in Lindava geöffnet, wo Kinder den Glasbläsern direkt am Ofen zusehen (kommentierte Führung rund 6 € / 150 Kč, Familienticket rund 18 € / 450 Kč). Nur Achtung vor einer Falle, die du nirgends findest: Vom 18. Juli bis 7. August 2026 läuft hier nur ein Leerbetrieb ohne Glasbläser, genau in der Ferienspitze würdest du also kein Glasblasen sehen.

Zu den Tieren: Zoo, Safari und weiße Tiger

Der Zoo Liberec ist der allerälteste Tschechiens und sein Besuch ist ein Klassiker, den du dir nicht entgehen lassen solltest. Der Eintritt kostet in der Sommersaison rund 7 € (175 Kč) pro Erwachsenem, aber wenn du die Tickets vorab übers Internet kaufst, sparst du bei einer fünfköpfigen Familie umgerechnet rund 1 € (25 Kč), was sich immer lohnt – etwa für ein Eis. Außerdem umgehst du die Schlangen an den Kassen. Senioren über 75 Jahre zahlen sogar symbolische rund 1 € (30 Kč).

Der kleinere Zoo in Děčín ist dagegen sehr intim und ruhig. Er ist wunderschön direkt in einem Waldpark auf dem Hügel über der Stadt gelegen. Du musst nur damit rechnen, dass hier aus Sicherheitsgründen keine Hunde hineindürfen und der Parkplatz direkt am Eingang nur eine sehr kleine Kapazität hat. Wer zu Hause Dinosaurier-Fans hat, schätzt den DinoPark in Liberec (Erwachsene rund 12 € / 290 Kč, Kinder rund 11 € / 260 Kč, bis drei Jahre gratis), wo ein 4D-Kino und ein robotisches Stegosaurus-Junges ohne Aufpreis im Ticket enthalten sind. Und wenn dich ein Safari lockt: Der größte Zoo Tschechiens ist der Zoopark Chomutov mit 112 Hektar – die Fahrt mit dem Safari-Express zwischen Wisenten, Mufflons und Przewalski-Pferden kostet rund 4 € (100 Kč) und fährt in den Ferien täglich. Zurück zu Děčín: Lass das Auto lieber im Zentrum und mach mit den Kindern einen schönen Spaziergang über die Jahn-Aussicht. Eine tolle Nachricht für den Geldbeutel: Das Ticket vom Zoo Děčín gilt am selben Tag auch für den Eintritt zur Ausstellung „Paradiesinseln“ im Stadtzentrum, so besorgst du den Kindern gleich zwei Tiererlebnisse auf einmal.

Baden: Mácha-See und die neuen Seen

Mit Kindern brauchst du am Wasser einfach Sicherheit, einen flachen Einstieg und vor allem sauberes Wasser. Während der Mácha-See in der gesamten Saison 2026 bei den meisten Messungen mit Blaualgen und grünen Algen kämpfte, bieten die neuen rekultivierten Seen deutlich bessere Bedingungen. Für Familien mit kleinen Kindern ist der Alaunsee (Kamencové jezero) in Chomutov ein wahrer Schatz. Als einer der wenigen Naturbadeplätze Tschechiens bietet er nämlich die Anwesenheit eines professionellen Bademeisters gleich an zwei festen Stationen, was den Eltern beim Entspannen am Strand viel mehr Ruhe gibt.

Das Wasser ist hier zudem dank seiner einzigartigen Zusammensetzung den ganzen Sommer über sauber. Eine hervorragende und ruhige Alternative sind auch die kleineren Badeplätze im Schluckenauer Zipfel. So bietet das Naturbad in Velký Šenov ein Kinderplanschbecken, Rutschen und sauberes Wasser aus einem Waldbach. Am neuen See Milada bei Ústí nad Labem findest du zwar keine Bademeister, aber dafür haben die Hygieniker hier eine perfekte Wasserqualität bestätigt und die Kinder amüsieren sich an den langen Kieselstränden – vergiss ihnen nur nicht Wasserschuhe mitzunehmen.

Mit dem Kinderwagen durch Nordböhmen

Felsenstädte voller Treppen und tiefer Schluchten vertragen sich meist nicht besonders gut mit Kinderwagen, aber trotzdem finden sich hier tolle Strecken, auf denen du dich nicht mit den Rädern abmühen musst. In den Prachauer Felsen hältst du dich strikt an den blau markierten Rundweg, der über bequeme befestigte Wege zu den schönsten Aussichten führt und die engen Treppen, wo du den Kinderwagen umständlich tragen müsstest, zuverlässig meidet.

Im Nationalpark Böhmische Schweiz solltest du dann unbedingt über den Mühlenweg zur neuen barrierefreien Aussicht Fénix laufen, zu der du aus Richtung des Dorfes Mezná ganz problemlos kommst. Ein großes Erlebnis für die ganze Familie ist auch der Ausflug in die Wilde Klamm. Lass dir dagegen nicht einreden, dass man den Mácha-See mit dem Kinderwagen umrunden kann – der fünfzehn Kilometer lange Rundweg führt zum großen Teil über Straße und Waldwege. Zurück zu dem, was funktioniert: In der Wilden Klamm laden dir die freundlichen Fährmänner den zusammengeklappten Kinderwagen völlig kostenlos auf den Kahn, so genießt du die Fahrt auch mit den kleinsten Reisenden. Eine weitere hervorragende Wahl für einen Spaziergang mit dem Kinderwagen sind die breiten Waldwege im Isergebirge oder der asphaltierte zehn Kilometer lange Radweg rund um den sauberen See Milada.

Wo du in Nordböhmen essen kannst

Nach einem ganzen Tag an der frischen Luft bekommt man zuverlässig Hunger, und die nordböhmische Küche hat glücklicherweise einiges zu bieten. In Zubrnice und Umgebung solltest du dich unbedingt an die örtliche Tradition des Obsttrocknens erinnern und mit Genuss ehrliche Obstknödel bestellen, die hier wohl in jedem Haus gemacht werden. Im Iser- und Lausitzer Gebirge regieren dagegen frische Heidelbeeren auf Hefekuchen und ein ausgezeichnetes Pilzgericht. Die tiefen Wälder sind nämlich ein Pilzparadies, und so ein nach Wald duftendes Abendessen kommt nach der Wanderung am besten an. Wenn du nach dem Aufstieg zum Prebischtor auf Nummer sicher gehen willst: Lukáš und ich widerstehen hier nie dem klassischen frittierten Käse mit Pommes und Remoulade, der hier in wohl jeder Gaststätte serviert wird und an der frischen Bergluft einfach am besten schmeckt.

Wegen der unmittelbaren Nähe zur deutschen Grenze und der bergigen Umgebung bieten die örtlichen Lokale oft deftige sächsische und erzgebirgische Spezialitäten an, sodass auch Liebhaber traditioneller Bratengerichte und Würste hier sicher etwas auf der Speisekarte finden. Was gutes Trinken angeht, kann die Region mit einer überraschend langen Weingeschichte aufwarten. Im nahen Roudnice nad Labem sitzt das Schlossweingut Lobkowicz, das schon seit 1603 besteht, was es zum ältesten Familienweingut des Landes macht. Ihre Weine aus dem nördlichsten böhmischen Weingebiet sind absolut ausgezeichnet, und nach Absprache kannst du auch die historischen Keller mit Verkostung besichtigen. Wenn du lieber Bier magst, vergiss den Kozel aus Mittelböhmen. Hier im Norden triffst du überwiegend auf lokale Größen wie Svijany, das ausgezeichnete Rohozec-Bier aus Turnov, den Konrad aus Vratislavice oder den Kalich aus Ústí. Für einen gemütlichen Abend auf der Hüttenveranda sind sie unschlagbar.

Praktische Tipps: Anreise, Menschenmassen und Reservierungen

Ein absoluter Trumpf für Reisende ist dieses Jahr der sogenannte DÚKpass, von dem viele Menschen gar nichts wissen. Die Regel ist einfach: Sobald du in der Destination Böhmische Schweiz zwei Nächte oder länger übernachtest, bekommst du von deinem Gastgeber einen speziellen QR-Gutschein. Diesen lädst du leicht in die Handy-App DÚKapka und schon hast du ein Tagesticket für Busse, Züge und Elbfähren in der gesamten Region Ústí – völlig kostenlos. Es gilt sogar schon am Anreisetag und du nutzt es zum Beispiel auch für den viel befahrenen Pendel-Shuttlebus 441 zwischen Janov und Hřensko. Einer Familie spart das in einer Woche eine Menge Geld. Nur Achtung bei einer Sache: Wenn die ganze Gruppe die Gutscheine in ein einziges Handy lädt, müsst ihr dann immer gemeinsam reisen.

Wenn du in die berühmte Edmundsklamm willst, aufgepasst, denn ihr Regime hat sich ab 2026 radikal geändert. Geöffnet ist neuerdings erst ab dem 18. Juni, der Eintritt kostet umgerechnet rund 16 € (400 Kč) pro Erwachsenem und hinein darf man nur mit Führung in kleinen Gruppen von maximal fünfundzwanzig Personen. Es geht nur jede Stunde los, sodass die vor Ort verkauften Tickets sehr schnell ausverkauft sind. Die Gemeinde warnt direkt in den sozialen Netzwerken, dass sie nicht garantiert, dass du an die Reihe kommst. Ich empfehle daher, lieber ohne Reservierung in die benachbarte Wilde Klamm zu gehen.

Der Aufenthalt im Nationalpark unterliegt zum Schutz des Waldes strengen Regeln. Verfolge deshalb aufmerksam die aktuelle Waldbrand-Warnstufe. Bei Ausrufung eines hohen Risikos darfst du dich nur und ausschließlich auf den markierten Wegen bewegen, und außerdem gilt ein flächendeckendes Betretungsverbot des Waldes zwischen 22:00 und 6:00 Uhr morgens. Dieses Jahr gilt erhöhte Waldbrandgefahr für das ganze Land bis Ende August, vergiss also Würstchen grillen oder wildes Campen im Wald gleich ganz – die Bußgelder sind hoch.

Wohin als Nächstes

Wenn dich die Details zu den bekanntesten Orten der Region interessieren, lies unbedingt unseren ausführlichen Reiseführer Prebischtor: 6 Tipps, was du sehen und wissen solltest. Für alle von euch, die eine Flucht vor den Massen suchen, empfehle ich dagegen den Artikel Dittersbacher Aussichten: 4 Tipps für das ruhigere Gesicht der Böhmischen Schweiz.

Wenn du einen Familienurlaub mit städtischem Umfeld planst, wirf einen Blick auf Liberec: 8 Tipps, was du sehen und unternehmen kannst. Wer eher nach Kammwanderungen sucht, findet Inspiration im Text Erzgebirge: was du tun kannst + 14 Ausflugstipps, und wenn du dich immer noch nicht entscheiden kannst, geh unsere große Übersicht 20 Tipps für den Urlaub in Tschechien durch.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert das mit dem kostenlosen Transport über den DÚKpass?

Anspruch auf kostenlose Fahrten in der Region Ústí haben Sie, wenn Sie sich in der Böhmischen Schweiz bei einem der am System beteiligten Partner für mindestens zwei Nächte einquartieren. Sie erhalten einen QR-Code, den Sie in die mobile App DÚKapka laden, und können dann sofort völlig kostenlos mit Bussen und Zügen fahren, was auch den beliebten Pendelbus in Hřensko einschließt. Kinder bis sechs Jahre fahren außerdem immer kostenlos.

Welche Seen in der Region sind wirklich sauber?

Während der Máchovo-See leider im Jahr 2026 schon ab Anfang Juni wieder große Probleme mit Blaualgen an allen Stränden hatte, boten die rekultivierten Kohleseen Milada, Most und Barbora absolut sauberes und zuverlässiges Wasser. Für Familien mit kleineren Kindern empfehle ich wärmstens den Kamencové-See in Chomutov, wo sogar professionelle Rettungsschwimmer auf die Sicherheit der Badenden achten.

Was ist der Unterschied zwischen der Edmundsklamm und der Wilden Klamm?

Die Wilde Klamm ist im Standardbetrieb von April bis November geöffnet, die Bootsfahrten kosten 8 € (200 Kč) und fahren ohne vorherige Reservierung. Die Edmundsklamm hingegen funktioniert seit 2026 in einem völlig neuen und sehr strengen Regime erst ab dem 18. Juni. Sie können sie nur mit einem Führer in einer Gruppe von maximal fünfundzwanzig Personen durchqueren, die Eintrittskarte kostet 16 € (400 Kč) und die Tickets sind oft schon am frühen Vormittag ausverkauft.

Ist die Seilbahn auf den Ještěd schon in Betrieb?

Die alte Kabinenseilbahn auf den Ještěd fährt immer noch nicht, hinauf kommen Sie mit dem Auto, Bus, zu Fuß oder mit der Sesselbahn Skalka und von deren Bergstation noch etwa eine halbe Stunde zu Fuß. Die Stadt Liberec hat aber bereits die vollständige Gestalt einer neuen und sehr modernen Seilbahn mit verglasten Stationen für hundert Personen vorgestellt, die bis zur Endhaltestelle der Straßenbahn verlängert wird. Der genaue Termin für ihre Inbetriebnahme ist aber noch nicht bekannt.

Können wir unseren Hund auch mit auf die Burgen nehmen?

Normalerweise ist das bei tschechischen staatlichen und privaten Denkmälern überhaupt nicht üblich, aber die wunderschöne gotische Burg Kost im Böhmischen Paradies ist glücklicherweise eine erfreuliche Ausnahme. Hunde an der Leine haben dort nicht nur Zutritt zum Außenhof, sondern sogar direkt zu den inneren Besichtigungsrundgängen. Außerdem zahlen Sie für sie keinen speziellen Hunde-Eintritt, sie dürfen völlig kostenlos mit.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in den Prachovské-Felsen?

Die Felsenstadt öffnet schon um sieben Uhr morgens und die erste morgendliche Stunde ist absolut ideal, weil das riesige Areal praktisch leer ist und Sie der größten Hitze ausweichen. Wenn Sie sich Nerven beim Parken und Gedränge an den Drehkreuzen sparen wollen, parken Sie besser bei der kleineren Kasse in der Nähe des Naturmuseums, wo es wesentlich ruhiger ist als am Haupteingang.

Wie sieht es in Hřensko mit dem Brandrisiko aus?

Die Nationalparkverwaltung überwacht die Situation aufmerksam und bei Ausrufung einer hohen Gefahrenstufe gelten strenge Einschränkungen für alle. Sie dürfen sich nur auf markierten Wanderwegen bewegen und es gilt ein striktes nächtliches Betretungsverbot für den gesamten Wald von 22:00 bis 6:00 Uhr, sodass romantisches Wildcampen hier überhaupt nicht in Frage kommt.

Was tun, wenn der Gabrielinensteig weiterhin gesperrt ist?

Statt des gesperrten Gabrielinensteigs nehmen Sie den neu angelegten Mlýnská-Weg (Mühlenweg), der Sie direkt durch den sich schnell erneuernden Wald im Brandgebiet führt. Außerdem gibt es hier seit 2025 den schönen barrierefreien Aussichtspunkt Fénix mit einem Fernrohr, das direkt auf das Pravčická-Tor gerichtet ist. Von dort aus können Sie auch auf einer völlig neuen grenzüberschreitenden Wanderroute Richtung sächsische Schmilka aufbrechen.

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