Gotland in Schweden, die größte Insel des Landes, ist für die Einheimischen eine regelrechte Sommerobsession. Während ausländische Reisende oft überlegen, ob sich die Fähre vom Festland überhaupt lohnt oder ob man lieber über die Kopenhagener Brücken fährt, lassen sie dieses Stück Land ungerechtfertigterweise links liegen. Dabei begreifst du sofort, warum im Juli das halbe schwedische Festland hierher flieht, kaum dass du in der Hauptstadt Visby von der Fähre steigst.
Statt endloser dunkler Fichtenwälder und Granitfelsen, die du aus skandinavischen Krimis kennst, empfängt dich hier strahlend heller Kalkstein und Felder voller roter Mohnblumen. Es ist eine Mischung, die du sonst nirgendwo in der Ostsee findest: rauer Kalkstein, Sandstrände und mittelalterliche Kirchen, die auf den Feldern stehen, als wäre die Zeit irgendwo im 13. Jahrhundert einfach stehen geblieben. Gotland hat ein überraschend mildes Klima und die Sonne scheint hier am häufigsten in ganz Schweden.
Die Insel zeigt gleich zwei völlig unterschiedliche Gesichter, die dich garantiert in ihren Bann ziehen. Auf der einen Seite steht das romantische Visby, umschlossen von massiven Mauern, wo sich Rosen an gotischen Ruinen emporranken, und auf der anderen Seite die raue nördliche Insel Fårö. Genau dort findest du die berühmten Steinsäulen namens Raukar und eine melancholische Landschaft, die der legendäre Regisseur Ingmar Bergman so sehr liebte.

Zusammenfassung für alle, die nicht den ganzen Artikel lesen wollen
- Fähren rechtzeitig buchen: Die Schiffe von Destination Gotland sind im Sommer Monate im Voraus ausverkauft – ein Ticket mit Auto bekommst du spontan im Hafen nicht.
- Visby ist ein UNESCO-Juwel: Die komplett erhaltene Hansestadt mit ihrer 3,4 Kilometer langen Mauer genießt du am besten früh am Morgen ohne Menschenmassen.
- Fårö darfst du nicht auslassen: Die nördliche Insel mit ihren Kalkstein-Raukar und ihrer Mondlandschaft ist zwar per kostenloser Fähre erreichbar, im Sommer bilden sich aber lange Schlangen.
- Fahrräder sind ideal: Die Insel ist unglaublich flach, der höchste Punkt misst nur 82 Meter, also ist Radfahren zwischen 92 mittelalterlichen Kirchen ein reines Vergnügen.
- Achtung bei Sommerfestivals: Im Juli findet die politische Woche statt und im August das berühmte Mittelalterfestival Medeltidsveckan – Unterkünfte sind dann blitzschnell weg.
- Baden ist möglich: Die flachen Buchten im Osten und Norden der Insel erwärmen sich im Sommer auf 20 bis 22 Grad, der Strand Tofta ist wie geschaffen für Familien mit Kindern.

Wann nach Gotland fahren
Deine Reise nach Gotland solltest du rechtzeitig planen, sonst weinen dein Geldbeutel und deine Nerven und du bleibst am Ende auf dem Festland. Die Sommersaison ist hier sehr kurz und die Insel erlebt mehrere extreme Besucherschwankungen, die ihre Atmosphäre und die Preise in den Läden dramatisch verändern. Wenn du den goldenen Mittelweg suchst, ist der Juni die ideale Wahl, wenn alles blüht und die Insel gerade erst aufatmet, oder der Übergang von August zu September. Ende August haben die schwedischen Kinder wieder Schule, die Massen verschwinden und die Ostsee ist nach dem Sommer am wärmsten.
Am meisten aufpassen solltest du auf den Anfang Juli, wenn die traditionelle politische Woche Almedalsveckan stattfindet. Nach Visby strömen dann Politiker, Journalisten und Lobbyisten aus dem ganzen Land, die Unterkünfte sind Jahre im Voraus vergriffen und die Preise schießen steil in die Höhe. Direkt danach folgt Mitte Juli die sogenannte Stockholmsveckan, wenn die Stockholmer Schickeria die Insel im Sturm erobert. Aus der ruhigen historischen Stadt wird eine einzige große und ziemlich teure Party, sodass Fähren und Hotels aus allen Nähten platzen und du dich in den Restaurants ohne Reservierung nicht hinsetzen kannst.
Ein Kapitel für sich ist das phänomenale Medeltidsveckan im August. Das größte Mittelalterfestival Nordeuropas lockt über 40.000 Menschen in historischen Kostümen an und findet 2026 vom 2. bis 9. August statt. Wenn du Geschichte liebst, wird dich das schlichtweg verzaubern, aber strategisch gesehen musst du deine Unterkunft mit enormem Vorlauf reservieren – ruhig auch zwölf Monate im Voraus. Außerhalb dieser Sommerspitzen ist Gotland herrlich ruhig, denk aber daran, dass ab Mitte September viele Landcafés und kleinere Sehenswürdigkeiten unter der Woche geschlossen haben können.

Wo übernachten auf Gotland
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten vergleichst und buchst du am besten über GetYourGuide.
Das Wohnen auf der Insel teilt sich in zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse. Du kannst die Romantik direkt innerhalb der mittelalterlichen Mauern von Visby wählen, wo du alle Restaurants und Sehenswürdigkeiten in Reichweite hast, oder du gibst dem Land den Vorzug. Die Miete einer traditionellen schwedischen Hütte, einer sogenannten Stuga, am See oder auf einer Schaffarm ist für Familien mit Auto meist die beste Wahl. Im Juli und während des Mittelalterfestivals im August musst du damit rechnen, dass sich die Kapazitäten mit unglaublichem Vorlauf füllen und die Preise ihr Jahresmaximum erreichen.
Die schwedische Stuga ist nicht nur eine gewöhnliche Unterkunft, sondern ein echtes nationales Phänomen und die Verkörperung des langsamen Lebens. Fast alle dieser Holzhäuschen leuchten in dem charakteristischen dunkelroten Farbton Falunrot mit weißen Fensterrahmen. Achte bei der Miete aber auf die lokalen Gepflogenheiten, denn in Schweden ist es absoluter Standard, eigene Bettwäsche und Handtücher mitzubringen. Außerdem wird von dir erwartet, dass du vor der Abreise eine gründliche Endreinigung machst – oder du zahlst kräftig dafür. Eine Wochenmiete für so eine Hütte kostet dich außerhalb der Saison rund 1.000 SEK (etwa 90 €), in der Sommerspitze klettern die Preise aber locker auf über 10.000 SEK (etwa 900 €).
Wenn du direkt in Visby wohnen möchtest, ist das Clarion Hotel Wisby in einem sorgfältig renovierten Gebäude aus dem 13. Jahrhundert die absolute Ikone – mit wunderschönem Wellnessbereich zwischen alten Säulen, wo die Preise im Sommer bei rund 185 € pro Nacht für zwei Personen starten. Eine gemütlichere und ruhigere Alternative innerhalb der Mauern ist das Boutique-Hotel Hotell Slottsbacken mit einem schönen ruhigen Innenhof. Familien mit Kindern schätzen das Kneippbyn Resort südlich der Stadt mit voll ausgestatteten Hütten unweit des Meeres ab 125 €. Und wenn du in den Norden fährst, ist die einzigartige Unterkunft Fårösunds Fästning in einer ehemaligen Militärfestung direkt an der Fähre erwähnenswert.

20 Tipps, was du auf Gotland sehen und erleben kannst
Hier ist eine ausführliche Liste des Besten, was die Insel zu bieten hat. Die Zahlen sind keine Rangliste – stell dir daraus deine Route zusammen, je nachdem wo du dich gerade bewegst, und plane deine Tage nach deinen Interessen.

1. Ringmur: Spaziergang auf der mittelalterlichen Stadtmauer
Die Hauptstadt Visby ist eine Erscheinung, die auf den ersten Blick eher an sorgfältig gebaute Filmkulissen erinnert als an eine echte Stadt. Der gesamte historische Kern wird bis heute von einer massiven Steinmauer namens Ringmur umschlossen, die stolze 3,4 Kilometer misst und sich mit 27 erhaltenen Wehrtürmen schmückt. Das ist keine aufgehübschte Nachbildung, sondern rohes Mittelalter aus dem 13. Jahrhundert, eingetragen in die UNESCO-Liste. Die Mauer ist rund um die Uhr frei zugänglich und es fällt gar kein Eintritt an, sodass du sie aus allen Blickwinkeln aus nächster Nähe betrachten kannst.
Überraschenderweise war der ursprüngliche Zweck dieser Mauern nicht der Schutz der Stadt vor fremden Heeren, sondern eher die Trennung der reichen deutschen Kaufleute im Inneren von den ärmeren gotländischen Bauern auf dem Land. Diese enorme soziale Spannung führte zu manch blutigem Konflikt, der 1361 in der verheerenden dänischen Invasion unter König Waldemar Atterdag gipfelte. Heute führt entlang der Außenseite der Mauer ein wunderschöner Fußweg durch den trockenen Graben, den ich dir empfehle, gleich früh am Morgen zu gehen, bevor die Tagesausflügler von den Fähren eintreffen.
Die Stadt in ruhigem Tempo komplett zu umrunden dauert etwa anderthalb Stunden, wobei du unterwegs auf zahlreiche Bänke stößt, die sich ideal zum Ausruhen eignen. Die schönsten Ausblicke auf die Stadt und das Meer eröffnen sich am Nordtor Norderport und am mächtigen Turm Dalmanstornet. Während des Spaziergangs bemerkst du, wie sich die alten Kalksteine golden färben, wenn die morgendliche oder abendliche nordische Sonne auf sie fällt.
💡 Tipp: Wenn du den perfekten Ort für den Sonnenuntergang suchst, geh zum Turm Kruttornet, dem Pulverturm nahe dem Hafen. Es ist das älteste Gebäude der Stadt und der Blick auf die Ostsee von dort ist wirklich atemberaubend.

2. Sankta Karin und die Magie der Ruinen
Visby wird sehr oft als Stadt der Rosen und Ruinen bezeichnet, was du gleich beim ersten Spaziergang durch die alten Kopfsteinpflastergassen voll begreifst. Überall in der Stadt stößt du auf monumentale Torsos prächtiger mittelalterlicher Kirchen, die nach dem Niedergang der Hanse und den folgenden religiösen Reformationen jahrhundertelang verlassen blieben. Bei weitem am beeindruckendsten ist die Ruine der Kirche Sankta Karin, die direkt den Hauptplatz Stora Torget beherrscht und völlig kostenlos zugänglich ist.
Ihre hohen gotischen Bögen, die sich ohne Dach in den offenen Himmel recken, wirken unglaublich mystisch und verleihen dem Ort eine unverwechselbare Atmosphäre. Diese Bauten dienten einst verschiedenen Nationalitäten reicher Kaufleute, die in Visby lebten und sich mit ihrem Reichtum gegenseitig überboten. Heute bilden sie eine magische Kulisse für deine abendlichen Streifzüge, besonders wenn ein sanftes künstliches Licht auf ihre alten Steine fällt und sich die allgegenwärtigen blühenden Rosen an ihnen emporranken.
Die Einheimischen veranstalten hier unter den Gewölben oft sommerliche Akustikkonzerte, im Winter verwandelt sich der Raum in eine romantische Eisbahn und tagsüber picknicken die Leute einfach auf dem Rasen. Weitere wunderschöne Ruinen, die du auf keinen Fall verpassen solltest, sind die Schwesterkirchen Drottens und Sankt Lars, die nur ein paar Straßen weiter liegen. Du kannst hier frei zwischen den mächtigen Steinmauern umherwandern und dir vorstellen, wie die Stadt zu Zeiten ihres größten Ruhms aussah.
💡 Tipp: Kehr in einem der umliegenden Restaurants am Stora Torget für das traditionelle Mittagsmenü namens dagens rätt ein. Für rund 150 SEK (etwa 15 €) bekommst du ein tolles Hauptgericht, ein Salatbuffet und Kaffee – und das direkt mit Blick auf die Ruinen.

3. Kathedrale Sankta Maria
Auch wenn die Stadt voller faszinierender Ruinen ist, hat eine mittelalterliche Kirche die Jahrhunderte in voller Pracht überlebt und dient bis heute ihrem Zweck. Die Kathedrale Sankta Maria ist der einzige noch funktionierende Sakralbau aus der Hansezeit und ihre charakteristischen dunklen Türme beherrschen das Panorama von ganz Visby. Ursprünglich errichteten sie zu Beginn des 13. Jahrhunderts reiche deutsche Kaufleute, die genug Geld für ihre ständige Instandhaltung hatten – dadurch überstand der Bau wie durch ein Wunder alle Pestwellen und den Niedergang der Stadt.
Ihre robuste Architektur unterscheidet sich deutlich von allem anderen, was du auf der Insel siehst, und wirkt unglaublich massiv. Der Eintritt ist völlig kostenlos und die Tore sind für Besucher meist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Das atemberaubende Holzinterieur birgt einen wunderschönen barocken Altar und wertvolle mittelalterliche Sandsteinskulpturen, die dich für einen Moment Hunderte Jahre in die Vergangenheit versetzen.
Die Kathedrale ist von kaskadenartigen Terrassen und Gärten umgeben, wo die Leute einfach zum Sitzen herkommen. Nach der Besichtigung des Innenraums solltest du unbedingt auch über die umliegenden Kopfsteinpflasterwege schlendern, gesäumt von gotländischen Häuschen mit Vorgärten, wo du die authentischste Ruhe weit weg vom Hafen findest.
💡 Tipp: Steig die steilen Holztreppen zum Aussichtspunkt Kyrkberget, dem Kirchberg, hinauf, der sich direkt hinter der Kathedrale befindet. Hier findest du genau den klassischen Postkartenblick auf die roten Dächer und das blaue Meer.

4. Botanischer Garten inmitten der Mauern
Es mag dich überraschen, dass du auf einer schwedischen Insel in der Ostsee einen blühenden botanischen Garten findest, aber der DBW’s Botaniska Trädgård ist ein echtes europäisches Unikat. Dank der aufgewärmten Steinmauern, die den ganzen Garten vor dem kalten Wind vom Meer schützen, entstand hier seit 1855 ein spezielles Mikroklima, das eher an den Mittelmeerraum als an das raue Skandinavien erinnert. Den Pflanzen geht es hier so gut, dass der Garten bis weit in den Herbst voller Farben ist.
Rosen blühen hier oft bis in den späten Oktober, du findest ausgewachsene Feigenbäume, Maulbeerbäume und riesige Walnussbäume, unter denen es sich herrlich ausruhen lässt. Der Eintritt in den Garten ist völlig kostenlos und die Tore bleiben für die Öffentlichkeit rund um die Uhr geöffnet, sodass es sich womöglich um den ruhigsten Ort in ganz Visby handelt. Die Leute setzen sich hier früh am Morgen mit einem Buch oder Kaffee hin und genießen die frische Luft voller Blumendüfte.
Es ist ein unglaublicher visueller Kontrast zwischen exotischer Flora und den mittelalterlichen Ruinen der Kirche Sankt Olof. Ihre mächtigen Kalksteinpfeiler, romantisch von dichtem Efeu überwuchert, stehen mitten in den sorgfältig gepflegten Beeten und Rasenflächen. Der Garten liegt nur einen kleinen Katzensprung von der Meerespromenade entfernt, sodass du ihn leicht und ganz natürlich in deinen nachmittäglichen Spaziergang entlang der Küste einbaust.
💡 Tipp: Bring dir einen Nachmittagskaffee und eine traditionelle schwedische Zimtschnecke aus der nahen Bäckerei mit und mach ein Picknick unter den Bäumen. Es ist die perfekte Flucht vor den Sommermassen im Stadtzentrum.

5. Almedalen und der Hansehafen
Der weitläufige Park Almedalen, der sich zwischen der Stadtmauer und der Meeresküste erstreckt, war im Mittelalter der ursprüngliche Hansehafen. Genau hierher segelten einst riesige Holzschiffe voller teurer Gewürze, luxuriöser Stoffe und Silber nach Visby. Heute ist es ein schöner grüner Park mit einem großen Teich, der als wichtigste Erholungszone für Touristen und Einheimische dient, und der Eintritt ist selbstverständlich völlig kostenlos.
Der Ort hat aber für ganz Schweden eine enorme politische und historische Bedeutung. Genau hier begann Ende der sechziger Jahre der damalige Premierminister Olof Palme mit der Tradition der Sommerreden von der Ladefläche eines Lastwagens, aus der sich nach und nach die berühmte politische Woche Almedalsveckan entwickelte. In dieser Juliwoche verwandelt sich der ruhige Park in ein riesiges Debattenforum unter freiem Himmel, zu dem die Spitzen der schwedischen Politik und Journalisten anreisen.
Wenn du nicht gerade während des Festivalwahnsinns hier bist, genießt du einen sehr ruhigen Spaziergang mit Blick auf die modernen Jachten im angrenzenden neuen Hafen. Der Park ist geschickt von befestigten Wegen durchzogen, die sich ideal für Kinderwagen und Rollstühle eignen, und du findest hier viele bequeme Bänke zum Ausruhen im Schatten hoher Bäume.
💡 Tipp: Für Familien mit Kindern ist Almedalen ein absolutes Muss. Mitten im Park befindet sich ein toll ausgestatteter Spielplatz und ein riesiger Schwarm aus Enten und Schwänen im Teich, die ungeduldig auf deine Aufmerksamkeit warten.

6. Gotlands Museum und der Schatz von Spillings
Wenn du während deines Besuchs Zeit für nur ein einziges Museum hast, muss es ohne Zweifel das Gotlands Museum, das Fornsalen, direkt im Zentrum von Visby sein. Die Insel war dank ihrer strategischen Lage nämlich ein Hauptknotenpunkt der Handelsrouten der Wikinger und die Menge an Silber, die im hiesigen Boden verborgen liegt, ist weltweit einzigartig. Landwirte pflügen hier bis heute auf ihren Feldern gelegentlich tausend Jahre alte Münzen und Artefakte aus.
Das Haupthighlight des modern gestalteten Museums ist ein absolutes Weltunikat, nämlich der riesige Schatz von Spillings. Es handelt sich um den größten Wikinger-Silberfund der Welt, der unglaubliche 65 Kilogramm Silber und Bronze wiegt. Riesige Silberbarren und Tausende arabische Münzen aus dem 9. Jahrhundert mit eigenen Augen zu sehen ist ein faszinierendes Erlebnis, das dir hilft zu verstehen, wie märchenhaft reich und wichtig die Insel einst für ganz Europa war.
Der Eintritt ins Museum kostet einen Erwachsenen rund 150 SEK (etwa 15 €), wobei Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre kostenlos hineinkommen. Geöffnet ist ganzjährig, in der Sommersaison meist von 10:00 bis 18:00 Uhr, und eine gründliche Besichtigung aller Ausstellungen nimmt mindestens zwei Stunden in Anspruch.
💡 Tipp: Spar Geld und kauf an der Kasse gleich ein Kombiticket, das auch für das nahe Kunstmuseum Gotlands Konstmuseum gilt, das nur ein paar Straßen weiter liegt.

7. Die Insel Fårö und die Mondlandschaft
Wenn Gotland eine andere Welt ist, dann ist die Insel Fårö an der äußersten Nordspitze gleich ein anderer Planet. Die Fahrt mit der kleinen gelben Fähre aus dem Hafen Fårösund dauert nur zehn Minuten, und die tolle Nachricht ist: Sie ist für Auto und Passagier komplett kostenlos. Auf der anderen Seite der Meerenge empfängt dich eine kahlere, flachere und wildere Landschaft voller grasender Schafe und alter Steinmauern. Von Visby zur Fähre sind es rund 55 Kilometer, was du mit dem Auto in knapp einer Stunde schaffst.
Der Hauptmagnet der Insel sind die Raukar, riesige Kalksteinsäulen, die aus dem Meer und von den Kieselstränden ragen. Diese Felstürme, die über Millionen Jahre vom scharfen Wind und salzigen Ostseewasser geformt wurden, findest du in den Naturschutzgebieten Langhammars und Digerhuvud an der Westküste. Zwischen den bis zu zehn Meter hohen Steinriesen umherzugehen, die oft an versteinerte Trolle oder unheimliche menschliche Gesichter erinnern, ist ein zutiefst mystisches und unvergessliches Erlebnis.
Die ganze Insel hat eine sehr melancholische und raue Atmosphäre, die scharf mit dem romantischen und gepflegten Visby kontrastiert. Die Landschaft ist hier viel offener und der starke Wind vom Meer formt sogar die Gestalt der einheimischen Zwergkiefern, die sich dicht an den Boden ducken.
💡 Tipp: Die Fähre ist zwar kostenlos und pendelt im Shuttlebetrieb, aber in der Sommerspitze bilden sich davor auch mal stundenlange Autoschlangen. Ich empfehle dir unbedingt, früh am Morgen loszufahren, idealerweise vor neun, um Staus zu vermeiden und die Raukar für dich allein zu haben.

8. Ingmar Bergman und die Filmspuren
Die raue, melancholische Landschaft der Insel Fårö verzauberte den legendären schwedischen Regisseur Ingmar Bergman so sehr, dass er einen wesentlichen Teil seines Lebens hier verbrachte und hier sein wahres Zuhause fand. Er drehte hier Filme wie Persona oder Szenen einer Ehe, und das hiesige Licht und die Stille ließen ihn nicht mehr los – er lebte auf Fårö bis zu seinem Lebensende. Bis heute spürst du hier auf Schritt und Tritt jene besondere Ruhe und Isolation, die er suchte.
Filmfans aus der ganzen Welt pilgern heute mit Begeisterung ins moderne Bergmancenter, das sein Leben und Werk detailliert nachzeichnet. Die Ausstellung ist toll gemacht und zeigt, wie sehr die Insel seine Wahrnehmung menschlicher Beziehungen und seinen Filmstil beeinflusste. Der Eintritt kostet rund 120 SEK (etwa 12 €) und in den Sommermonaten ist meist täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Du findest hier auch ein kleines Café und ein Kino, in dem regelmäßig seine Werke gezeigt werden.
Nach dem Museumsbesuch solltest du unbedingt am nahen unscheinbaren Friedhof bei der örtlichen Kirche Fårö kyrka Halt machen. Genau hier hat dieser Filmgigant sein sehr schlichtes Grab, das nur mit einem einfachen Stein geschmückt ist – ganz im Geist der rauen Landschaft, die er so bewunderte.
💡 Tipp: Bevor du auf die Insel fährst, schau dir wenigstens einen Bergman-Film an, der auf Fårö gedreht wurde. Wenn du dann am selben steinigen Strand wie die Hauptfiguren stehst, wird das Erlebnis hundertmal intensiver sein.

9. Die Strände Sudersand und Ljugarn
Wenn man Schweden hört, kommt einem Baden im Meer wohl nicht als Erstes für den idealen Sommerurlaub in den Sinn. Gotland belehrt dich aber schnell eines Besseren und überzeugt dich vom Gegenteil. Die Bucht Sudersand auf der Nordinsel Fårö schmückt sich mit feinem weißem Sand und kristallklarem Wasser, das den bekannten Stränden in Norddeutschland oder Dänemark in nichts nachsteht. Das Parken direkt am Strand ist kostenlos und du findest hier alle nötige Infrastruktur inklusive Toiletten und Duschen.
Eine weitere tolle Möglichkeit ist der lange Sandstrand Ljugarn an der Ostküste von Gotland selbst, rund 45 Kilometer von Visby entfernt. Es ist eines der ältesten schwedischen Seebäder, in dem bis heute eine sehr entspannte, altmodische Atmosphäre mit einem Hauch des 19. Jahrhunderts herrscht. Der Strand ist sehr breit und bietet auch an den heißesten Augusttagen genug Platz.
Das Wasser in diesen flachen Buchten ist im Juli und August überraschend angenehm und erreicht regelmäßig Temperaturen von rund 20 bis 22 °C. Dank des sehr sanften Einstiegs ins Meer baden hier ganz selbstverständlich und völlig sicher auch kleine Kinder, für die es ein absolutes Paradies ist.
💡 Tipp: Den Strand Ljugarn säumen alte historische Badehäuschen aus Holz, die unglaublich fotogen sind. Spazier früh am Morgen oder bei Sonnenuntergang an ihnen entlang für perfekte Urlaubsfotos.

10. Tofta und das Haus von Pippi Langstrumpf
Wenn du mit Kindern reist, sollte deine Hauptbadebasis der Strand Tofta werden, der nur 20 Kilometer südlich von Visby liegt. Es ist ein klassischer, kilometerlanger Sandstrand mit flachem, sicherem Einstieg ins Wasser, einem tollen Campingplatz und aller erdenklichen Infrastruktur. Direkt daneben befindet sich außerdem ein Ort, der jedem Kind und jedem nostalgischen Erwachsenen garantiert ein riesiges Lächeln aufs Gesicht zaubert.
Der örtliche Freizeitpark Kneippbyn verbirgt nämlich die originale Villa Kunterbunt, also genau jenes gelb-rosa Haus, in dem 1969 die legendäre Serie über Pippi Langstrumpf gedreht wurde. Das Haus steht bis heute und Kinder können es vom Keller bis zum Dachboden durchklettern, Pippis Retro-Küche ausprobieren und in ihre verrückte Welt hineinschauen. In den Sommermonaten finden hier außerdem regelmäßig Theateraufführungen unter freiem Himmel statt.
Sei aber darauf gefasst, dass der Eintritt in das gesamte Areal ziemlich teuer ist und dich in der Hauptsaison rund 395 SEK (etwa 40 €) pro Person kostet. Im Preis sind allerdings der Zugang zum Sommerbad und viele weitere Attraktionen enthalten, sodass eine Familie hier problemlos einen ganzen Tag verbringt.
💡 Tipp: Wenn du einen Besuch in Kneippbyn planst, kauf die Tickets immer vorab online auf der Website. Du sparst nicht nur ein paar Euro pro Ticket, sondern umgehst vor allem die langen morgendlichen Schlangen an den Kassen.

11. Lummelunda und die unterirdische Höhle
Ein Stück nördlich von Visby, rund 15 Kilometer bequeme Fahrt mit dem Auto oder Rad, befindet sich ein Naturphänomen, das man auf der flachen Kalksteininsel auf den ersten Blick überhaupt nicht erwartet. Die Lummelundagrottan ist ein ausgedehntes unterirdisches Höhlensystem, das in den fünfziger Jahren drei neugierige einheimische Teenager entdeckten. Heute ist es eine der meistbesuchten und beliebtesten Naturattraktionen auf ganz Gotland.
Du kannst dich auf eine Standard-Führung mit Guide entlang beleuchteter Wege begeben, wo du wunderschöne Tropfsteine, uralte Fossilien und geheimnisvolle unterirdische Teiche siehst. Das Ticket für diese klassische Route kostet rund 195 SEK (etwa 20 €) und die Höhle ist von Mai bis Ende September geöffnet. Für die Mutigeren bietet die Höhlenverwaltung auch spezielle Höhlentouren im Neoprenanzug in die gefluteten Teile des Komplexes an, wohin ein gewöhnlicher Tourist nie kommt.
Die Umgebung der Höhle bildet außerdem ein schönes Naturschutzgebiet mit steilen Klippen, das schon für sich genommen einen längeren Spaziergang am Meer wert ist. Du findest hier auch eine alte Wassermühle und ein angenehmes Café, wo du dich nach der Besichtigung ausruhen und die Eindrücke aus der Unterwelt sacken lassen kannst.
💡 Tipp: Vergiss nicht, eine warme Jacke oder einen Pullover mitzunehmen, auch wenn draußen dreißig Grad sind und die Sonne scheint. Im Inneren des Höhlenkomplexes herrscht das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von nur 8 °C.

12. 92 mittelalterliche Kirchen auf dem Land
Während die meisten Touristen oft nur in Visby hängenbleiben, liegt die wahre Seele von Gotland in seinem flachen und unglaublich ruhigen Inneren. Beim Reisen abseits der Hauptstraßen bemerkst du bald eine riesige Anomalie: Jedes noch so kleine Dorf hat hier eine riesige, wunderbar erhaltene mittelalterliche Kirche. Es stehen hier genau 92, aus festem Stein gebaut, und sie funktionieren bis heute problemlos für die örtliche Gemeinschaft.
Sie dienen als faszinierende Erinnerung an eine Zeit, in der die Insel dank des Seehandels märchenhaft reich war und sich einfache Bauern Kirchen leisten konnten, wie sie anderswo nur in großen Städten gestanden hätten. Die meisten bleiben von Mai bis September tagsüber geöffnet (meist von 9:00 bis 18:00 Uhr) und der Eintritt ist völlig kostenlos. Du kannst frei hineingehen und in absoluter Stille wertvolle Holzskulpturen, Taufbecken und Fresken aus dem 13. Jahrhundert betrachten.
Zu den architektonisch schönsten und größten gehören die Kirchen in den Gemeinden Öja, Tingstäde oder Dalhem. Die Fahrt mit dem Auto oder Rad von einer Kirche zur nächsten ist außerdem ein herrlich meditatives Erlebnis, bei dem du das echte, vom Tourismus unberührte schwedische Land siehst.
💡 Tipp: Kehr im Touristeninformationszentrum in Visby ein und hol dir die kostenlose Karte namens Nyckel till Gotlands kyrkor, die dich zu den architektonisch interessantesten Stücken auf der Insel führt.

13. Gotland mit dem Rad: die perfekte Ebene
Die Insel ist unglaublich flach, ihr höchster Punkt ragt nur 82 Meter über den Meeresspiegel und du findest hier absolut keine anstrengenden Hügel. Das macht sie zum absoluten Paradies für Radfahrer aller Altersklassen und Fitnessgrade. Ein Fahrrad in Visby zu leihen und auf schmalen, ruhigen Asphaltstraßen zwischen den Höfen loszufahren, ist bei weitem die beste Art, die entspannte Atmosphäre aufzusaugen und versteckte Orte zu entdecken.
Der Verkehr auf den Nebenstraßen ist absolut minimal und die Wege sind für Radfahrer toll und übersichtlich ausgeschildert. Du kannst einen einfachen Tagesausflug von Visby zu den Lummelunda-Höhlen machen, das sind rund 15 Kilometer pro Strecke, oder dich auf eine mehrtägige Wanderung von Kirche zu Kirche begeben. Zuverlässige Verleihe findest du gleich am Hafen, und die Tagesmiete eines klassischen Rads kostet dich rund 200 SEK (etwa 20 €).
Neben klassischen Rädern bieten die Verleihe auch moderne E-Bikes an, die hier enorm Sinn machen. Gotland hat zwar keine Hügel, aber es weht hier sehr oft ein starker Gegenwind vom Meer, der eine längere Fahrt entlang der offenen Küste in eine ziemlich anstrengende sportliche Leistung verwandeln kann.
💡 Tipp: Wenn du längere Strecken fahren willst, pack dir genug Wasser und einen Snack in den Rucksack. Auf dem Land sind die Entfernungen zwischen geöffneten Cafés oder Läden oft viel größer, als du erwartest.

14. Hoburgsgubben und der wilde Süden der Insel
Während der Norden für die Insel Fårö und die Touristenmassen bekannt ist, hat die Südspitze der Insel namens Sudret eine völlig andere, viel einsamere und rauere Atmosphäre. Die Landschaft ist hier mit alten Windmühlen gespickt und wird von dramatischen Kalksteinklippen gesäumt, die direkt ins kalte Meer abfallen. Der bekannteste Punkt der ganzen Gegend ist Hoburgsgubben, eine mächtige Felsformation, die aus dem richtigen Blickwinkel an den Kopf eines alten Mannes erinnert, der aufs Meer blickt.
Die Fahrt in diesen abgelegenen Süden nimmt von Visby etwas über eine Stunde mit dem Auto in Anspruch, denn du musst eine Strecke von rund 90 Kilometern zurücklegen. Es lohnt sich aber definitiv, die Zeit hinterm Steuer zu verbringen. Du findest hier tolle lokale Höfe, ruhige Kieselbuchten, und die Straßen schlängeln sich hier dicht entlang der Küste mit endlosen Blicken auf den Horizont.
Die ganze Gegend ist ein geschütztes Naturschutzgebiet, in das du völlig kostenlos Zugang hast, und bietet echte skandinavische Romantik ohne Massen. Es ist genau der Ort, an dem du dich auf eine Klippe setzen, den Wellen lauschen und den ganzen Nachmittag keine Menschenseele treffen kannst. Zum Mittagessen kannst du dann in einem der örtlichen Bauernhöfe einkehren, die oft ausgezeichnete vegetarische Gerichte aus eigenen Zutaten anbieten.
💡 Tipp: Begib dich von der Felsformation Hoburgsgubben zu Fuß auf den gelb markierten Wanderweg, der dich am Rand der schönsten Klippen der gesamten Südküste entlangführt.

15. Stora und Lilla Karlsö: die Vogelinseln
Wenn du Natur und wilde Tiere liebst, darfst du einen Tagesausflug zu den beiden kleinen Kalkstein-Inseln vor der Westküste Gotlands nicht auslassen. Stora Karlsö ist das zweitälteste Naturschutzgebiet der Welt (es entstand gleich nach dem amerikanischen Yellowstone) und du erreichst es mit dem Ausflugsboot vom kleinen Hafendorf Klintehamn, das rund 35 Kilometer südlich von Visby liegt.
Die Inseln sind weltberühmt als riesige Brutstätte von Zehntausenden Seevögeln, vor allem Trottellummen und Tordalken. Diese faszinierenden Vögel erinnern mit ihren riesigen Kolonien auf den steilen Klippen auffallend an kleine Pinguine, und ihre Beobachtung ist ein enormes Erlebnis. Ein Spaziergang über die Insel mit einem ornithologischen Guide enthüllt dir nicht nur das Vogelleben, sondern auch die tolle Kalksteinflora, die sich hier dank der Abwesenheit von Fressfeinden ungestört entwickelt.
Das Bootsticket samt kommentierter Führung kostet dich rund 450 SEK (etwa 45 €). Wegen des strengen Naturschutzes und der brütenden Vögel ist die Besucherkapazität streng begrenzt, sodass sich nie zu viele Menschen gleichzeitig auf der Insel bewegen.
💡 Tipp: Den Ausflug zu den Inseln musst du mit ausreichend Vorlauf über das Internet reservieren, denn die Boote sind in den Sommermonaten schnell voll. Und vergiss auf keinen Fall ein gutes Fernglas!

16. Saffranspannkaka und die gotländische Fika
Gotland hat seine ganz eigene, sehr spezifische Gastronomie, die du als Vegetarier auf Reisen absolut zu schätzen weißt und mit großer Wahrscheinlichkeit lieben lernst. Der absolute Inselklassiker ist die Saffranspannkaka, ein deftiger Safran-Pfannkuchen, gebacken aus Milchreis, Mandeln und Sahne. Dank einer großzügigen Portion des teuren Safrans leuchtet er strahlend gelb und vertritt eher ein sehr sättigendes Dessert als den klassischen dünnen Pfannkuchen, den wir von zu Hause kennen.
Er wird traditionell kalt oder lauwarm serviert, ergänzt durch einen ordentlichen Klecks Schlagsahne und die unverzichtbare Marmelade aus der Kratzbeere (salmbär), die wild über die ganze Insel wächst und leicht herb schmeckt. Du bekommst ihn in jedem Café während der traditionellen schwedischen Kaffeepause namens Fika – toll gemacht wird er etwa im Café Majstregården nahe den Klippen von Hoburgsgubben im Süden der Insel – und eine Portion kostet dich rund 80 bis 100 SEK (etwa 8 bis 10 €). Es ist die perfekte Energiequelle nach einer langen Radtour.
Eine weitere lokale Tradition, die du dir nicht entgehen lassen solltest, sind die ausgezeichneten Bauernkäse und hausgemachten Marmeladen, die in kleinen Familienständen am Straßenrand verkauft werden. Diese Stände funktionieren rein auf dem Prinzip des Vertrauens, du nimmst also die Ware und wirfst das Geld in eine Kasse oder zahlst über die schwedische App Swish.
💡 Tipp: Da du als Tourist keinen Zugang zur Zahlungsapp Swish hast, hab für Einkäufe an kleinen Straßenständen immer ein paar Schwedische Kronen in bar dabei, sonst bekommst du die hausgemachte Marmelade nicht.

17. Trüffel und Spargel: die Insel voller Aromen
Dank des stark kalkhaltigen Bodens und des ungewöhnlich milden Klimas ist Gotland eine echte landwirtschaftliche Perle ganz Schwedens und ein absolutes Paradies für Vegetarier. Es ist nämlich der einzige Ort in Skandinavien, wo in freier Natur schwarze Trüffel wachsen. Im Herbst finden hier sogar große Trüffelsafaris mit speziell trainierten Hunden statt, und die örtlichen Restaurants bieten fantastische fleischlose Trüffelmenüs an, von ehrlicher Pasta bis zu fein gewürzten Buttern.
Im Frühling verwandelt sich wiederum die ganze Insel in ein endloses Spargelkönigreich. Frischer grüner und weißer Spargel von den lokalen Höfen ist in ganz Schweden eine gefragte Delikatesse, und ich empfehle dir wärmstens, ihn in einem der Landrestaurants einfach nur leicht gegrillt mit Zitrone und frischen Kräutern zu bestellen. Für das beste Trüffelmenü fahr dann unbedingt ins berühmte Restaurant Smakrike Krog & Logi in Ljugarn. Von der Insel stammen zwar auch das berühmte gotländische Lammfleisch und diverse Fischspezialitäten, die die Grundlage des historischen Speiseplans der Einheimischen bilden, aber du kannst dich getrost auf diese lokalen Gemüseschätze konzentrieren, von denen es hier wirklich reichlich gibt.
Im Sommer darfst du dann einen Halt in einem der vielen Pfannkuchengärten (pannkaksträdgård) nicht auslassen, wo fantastische herzhafte und süße Variationen serviert werden. Kurz gesagt, Gotland ist einer der wenigen Orte in Skandinavien, wo du als Vegetarier nicht schmollend über einem Becher Suppe sitzen und die anderen beneiden musst. Auch Liebhaber von Spezialitätenkaffee kommen hier auf ihre Kosten, denn kleine unabhängige Röstereien schießen hier in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden.
💡 Tipp: Mach im Mai und Juni einen Halt in einem der vielen Hofläden (gårdsbutik) und kauf frischen Spargel direkt vom Erzeuger. Frischer und billiger bekommst du ihn nirgendwo sonst, und außerdem unterstützt du so direkt die lokalen Familienbetriebe.

18. Gårdsförsäljning: Alkohol vom Hof im Jahr 2026
Für alle Reisenden bringt das Jahr 2026 eine absolut grundlegende und bahnbrechende Neuigkeit, die jahrealte schwedische Traditionen von Grund auf verändert. Nach über hundert Jahren strengen staatlichen Monopols von Systembolaget läuft nun das Pilotprojekt des Alkoholverkaufs vom Hof an, das sogenannte gårdsförsäljning. Gotland hat dabei eine sehr starke Tradition kleiner Handwerksbrauereien und ökologischer Höfe, die ihre Produkte nun direkt an Touristen ohne Zwischenhändler anbieten dürfen.
Neuerdings kannst du also nach einer kurzen Besichtigung der Produktion oder einer Verkostung lokalen Alkohol direkt vom Hersteller kaufen und ihn mit nach Hause oder in die gemietete Hütte nehmen. Der Besuch einer kleinen Brauerei, versteckt irgendwo auf dem Land, wird so zu einem absolut tollen Ziel für einen nachmittäglichen Ausflug mit dem Rad. Du musst nicht mehr umständlich eine Filiale des staatlichen Ladens in Visby suchen und ängstlich darauf achten, ob nicht zufällig Sonntagnachmittag ist, wenn die staatlichen Läden überall kompromisslos geschlossen haben.
Es hat allerdings klare Regeln. Damit du auf dem Hof Alkohol kaufen kannst, musst du über 20 Jahre alt sein und der Kauf muss immer mit einer Bildungsaktivität verbunden sein, was in der Praxis die Teilnahme an einer kommentierten Führung oder geführten Verkostung bedeutet. Der Preis einer solchen Exkursion liegt meist bei rund 150 bis 250 SEK (etwa 15 bis 25 €), aber das Erlebnis in authentischer Umgebung ist es definitiv wert.
💡 Tipp: Voraussetzung für den Kauf auf dem Hof ist die Teilnahme an einer kostenpflichtigen Führung oder Verkostung. In der Sommersaison sind diese Veranstaltungen in den beliebten Inselmikrobrauereien ziemlich schnell ausverkauft, reservier deinen Platz daher lieber online ein paar Tage im Voraus.

19. Medeltidsveckan: das Mittelalter hautnah
Das ist kein gewöhnliches lokales Festival mit ein paar Ständen, das ist ein absolutes kulturelles Phänomen und ein Ereignis, das die ganze Insel im Sommer lebt. Wie schon erwähnt, versetzt sich das ganze Visby in der zweiten Augustwoche (2026 fällt sie genau auf den 2. bis 9. August) um achthundert Jahre in der Zeit zurück. Während des Medeltidsveckan füllen sich die Straßen mit Rittern, umherziehenden Gauklern, Handwerkern und Tausenden Menschen in perfekten historischen Kostümen.
Zur Veranstaltung reisen jedes Jahr über 40.000 Besucher an, und es finden hier prächtige Ritterturniere direkt unter den uralten Mauern statt. Die Mittelaltermärkte duften nach gebackenem Brot und exotischen Gewürzen, überall spielt Live-Musik aus der Zeit und die abendlichen Feuershows verleihen den Kirchenruinen eine magische Atmosphäre. Die Stimmung ist absolut mitreißend, ansteckend, und selbst wenn du normalerweise nicht auf Geschichte stehst, reißt dich das einfach mit.
Der Festivalpass für die ganze Woche kostet einen Erwachsenen rund 500 SEK (etwa 45 €), was für schwedische Verhältnisse eigentlich ein recht angenehmer Preis ist, aber du erlebst einen Großteil des Geschehens in den Straßen auch ganz ohne ihn. Wenn du dich entscheidest, genau in diesem Zeitraum zu kommen, sei darauf gefasst, dass Hotels, Campingplätze und Fähren ruhig auch ein Jahr im Voraus reserviert werden müssen. Die Kapazitäten der Insel sind während des Festivals auf ihr absolutes Maximum ausgeschöpft.
💡 Tipp: Du willst in der Menge untertauchen, hast aber kein historisches Kostüm zu Hause? Die Verleihe in Visby sind während des Festivals ziemlich teuer. Es reicht völlig, wenn du von zu Hause einfache lockere Leinenkleidung in natürlichen erdigen Farben mitbringst und sie mit einem Ledergürtel zusammenschnürst.

20. Romantik in den Fischerdörfern
Bei Fahrten entlang der Küste abseits der Hauptstraßen stößt du garantiert auf sogenannte fiskelägen. Das sind alte Fischersiedlungen aus Dutzenden kleiner Holzhäuschen, die sich dicht aneinander an rauen Kieselstränden ducken. In der Vergangenheit dienten sie den örtlichen Bauern und Fischern als saisonale Unterkünfte während des rauen Heringsfangs im Herbst und verbargen die teuren Fischernetze vor der Ungunst des nordischen Wetters.
Heute sind diese Häuschen oft wunderschön renoviert, leuchten im typischen Rot oder Schwarz und dienen als winzige Sommerhütten, die in den Familien von Generation zu Generation vererbt werden. Zu den absolut malerischsten gehören die Siedlungen Gnisvärd, rund 20 Kilometer südlich von Visby gelegen, oder die abgelegene Siedlung Helgumannen auf der Nordinsel Fårö. Halt machen kannst du hier jederzeit während des Tages, denn sie sind frei zugänglich und es fällt kein Eintritt an.
Es sind Orte, wo noch immer Netze auf Stangen stehen, die Schatten der Häuschen über die Kiesel fallen und keine Menschenseele zu sehen ist – genau die Art von Szenerie, die sich nicht schlecht fotografieren lässt. Setz dich einfach für einen Moment auf die aufgewärmten Kiesel, lausche den Wellen und sauge die echte Inseleinsamkeit auf, die hier keine Touristenmassen mit Fotoapparaten stören.
💡 Tipp: Plan den Besuch der Fischersiedlungen idealerweise auf den frühen Abend. Die tief stehende, untergehende Sonne verleiht den alten Holzhäuschen ein herrlich weiches, goldenes Licht, und du umgehst so die harten Schatten auf den Fotos, was jeder Fotoliebhaber schätzt.

Wo essen auf Gotland
Die Insel ist ein echtes kulinarisches Paradies, das auf lokale Zutaten setzt. Du findest hier keine Reihen anonymer Fast-Food-Läden, sondern eher gemütliche Bistros, kleine Bauerncafés und Familienrestaurants mit persönlicher Note. Liebhaber der traditionellen nordischen Küche kommen auf ihre Kosten, aber dank des milden Klimas und der reichen Ernte bekommst du hier ganz selbstverständlich auch erstklassige vegetarische Gerichte.
In der Sommersaison musst du damit rechnen, dass die beliebtesten Lokale abends bis auf den letzten Platz voll sind. Ich empfehle dir daher, für das Abendessen rechtzeitig zu reservieren – so ersparst du dir viel unnötiges Suchen und Stress. Hier sind konkrete Orte, die du bei deiner Rundreise über die Insel auf keinen Fall verpassen solltest.

Abendessen in den Gassen von Visby
Wenn du ein tolles Erlebnis direkt in der Hauptstadt suchst, kehr unbedingt in der Crêperie & Logi ein. Dieses überaus beliebte Lokal befindet sich in einer der engsten historischen Gassen und ist auf französische Galettes und süße Crêpes spezialisiert, gefüllt mit den besten lokalen Käsesorten und Gemüse. Die Atmosphäre drinnen ist angenehm laut, ungezwungen, und das Personal flitzt mit einem Lächeln zwischen den Tischen umher.
Ein weiteres Juwel für Liebhaber hochwertiger Gastronomie ist das Restaurant Isola Bella, das dich für einen Moment aus dem kalten Norden ins sonnige Italien versetzt. Man kocht hier ausgezeichnete hausgemachte Pastagerichte und verwendet reichlich frischen gotländischen Spargel und Trüffel, es ist also eine tolle Kombination aus mediterraner Tradition und schwedischen Zutaten. Das Interieur voller Kerzen sorgt außerdem für die richtige abendliche Romantik.

Landcafés und Höfe
Wenn du die Insel mit dem Rad oder Auto durchstreifst, weht dich früher oder später die echte schwedische Kaffeekultur an. Kehr im zauberhaften Lokal Sylvis Döttrar auf der Insel Fårö ein, einer heimeligen Bäckerei und einem Café in einem. Man backt hier die besten Zimtschnecken weit und breit und schenkt dir den Kaffee mit Freude in eine klassische Porzellantasse ein.
Für ein herzhafteres Mittagessen mitten in der Natur probier Lilla Bjers unweit von Visby. Es ist ein ökologischer Hof mit eigenem preisgekröntem Restaurant, wo man dir genau das auf den Teller serviert, was morgens auf dem Feld geerntet wurde. Ihre saisonalen vegetarischen Menüs sind toll, voller Farben und laden dich garantiert mit Energie für weitere Entdeckungen der Kalksteinschönheiten auf.

Wie du nach Gotland kommst: Fähre nach Schweden
Die Reiseplanung auf die Insel erfordert ein bisschen Logistik, aber es ist nichts Kompliziertes. Die absolute Mehrheit der Reisenden wählt die modernen Fähren der Gesellschaft Destination Gotland, die riesig und modern sind und an Bord jeden erdenklichen Komfort inklusive guter Restaurants, Kinderecken und Kino bieten. Sie legen aus zwei Haupthäfen auf dem schwedischen Festland ab und landen direkt im Zentrum von Visby.
Die erste Möglichkeit ist der Hafen Nynäshamn, der knapp eine Stunde südlich von Stockholm liegt und den du bequem auch mit dem Nahverkehrszug vom Stockholmer Hauptbahnhof erreichst. Die Überfahrt dauert von dort 3 Stunden und 15 Minuten. Die zweite Variante, absolut ideal für Autofahrer, die aus dem Süden Europas oder direkt aus Deutschland über die Öresundbrücke anreisen, ist der Hafen Oskarshamn in Småland. So ersparst du dir die lange Autofahrt bis nach Stockholm, und die eigentliche Überfahrt nimmt knapp drei Stunden in Anspruch. Preislich kostet die Fähre für einen Fußpassagier außerhalb der Spitze rund ab 27 € pro Strecke, aber mit Auto steigt der Preis spürbar und liegt üblicherweise bei über 100 € pro Einzelfahrt. In der Sommersaison gilt außerdem eine kompromisslose Regel: Autotickets sind Monate im Voraus ausverkauft, also ist die Reservierung mit großem Vorlauf ein absolutes Muss – im Juli kommst du spontan einfach nicht an Bord.
Wenn du keine Zeit auf dem Schiff verbringen willst, kannst du bequem nach Gotland fliegen. Die Fluggesellschaften SAS und BRA betreiben regelmäßige Verbindungen von den Stockholmer Flughäfen Arlanda und Bromma. Der Flug selbst dauert nur rund 40 Minuten, was unglaublich schnell ist, aber du bringst dich so um die echte Inselromantik, die das langsame Herannahen mit der Fähre an die historischen Mauern zweifellos bietet.

Wie du dich auf der Insel fortbewegst
Die Fortbewegung auf Gotland hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit du hast und was du alles sehen willst. Die Hauptstadt Visby erkundest du problemlos zu Fuß, das historische Zentrum voller enger Kopfsteinpflastergassen ist Autos ohnehin eher abgeneigt. Wenn du die unmittelbare Umgebung der Stadt erkunden willst, ist das Fahrrad eindeutig die beste Wahl. Die Insel ist unglaublich flach und das Netz aus Nebenstraßen mit fast keinem Verkehr ist wie geschaffen für Radfahrer. Verleihe findest du gleich am Hafen und du ersparst dir den Ärger mit dem Parken.
Wenn du aber den abgelegenen Norden inklusive der Insel Fårö oder den wilden Süden namens Sudret erkunden willst, ist das Auto schlichtweg eine Notwendigkeit. Von Visby zur Fähre nach Fårö sind es rund 55 Kilometer und bis zur Südspitze zu den Klippen von Hoburgsgubben sogar 90 Kilometer, was für einen Tagesausflug mit dem Rad für einen normalen Sterblichen eine zu große Herausforderung ist. Die Straßen auf der Insel sind in tollem Zustand und das Fahren ist hier ein reines Vergnügen. Pass nur gut auf die allgegenwärtigen Blitzer und die frei umherlaufenden Schafe auf, die manchmal gefährlich nah an der Fahrbahn grasen.
Auf die Insel Fårö kommst du mit der kleinen gelben Fähre aus dem Hafen Fårösund, die ununterbrochen pendelt und für Autos und Fußgänger völlig kostenlos ist. Was den öffentlichen Verkehr betrifft, fahren auf der Insel zwar Regionalbusse (Region Gotland), aber abseits der Hauptstrecken zwischen den größeren Orten sind die Verbindungen nicht besonders häufig. Wenn du also ohne Auto anreist, lohnt es sich, wenigstens eine kurzfristige Autovermietung direkt in Visby für die Tage in Betracht zu ziehen, an denen du in die abgelegensten und schönsten Winkel fahren willst.
Wohin weiter von Gotland
Gotland ist zwar Liebe auf den ersten Blick, aber Schweden ist riesig und bietet jede Menge weitere Möglichkeiten, wie du deinen Sommerurlaub verlängern kannst. Sobald du wieder auf die Fähre steigst, öffnet sich dir ganz Skandinavien.
- Wenn dich interessiert, was dieses nordische Land noch zu bieten hat, lies den Artikel Schweden: 30 Tipps, was du sehen und erleben kannst.
- Die Fähre bringt dich leicht in die Nähe der Hauptstadt, also lass auf keinen Fall Stockholm: 25 Tipps, was du sehen und erleben kannst aus.
- Interessiert dich, wie du das Ganze finanziell stemmst? Wir haben ein detailliertes Budget im Artikel Preise in Schweden: Was ein Urlaub kostet vorbereitet.
- Und wenn du die nordische Natur gerne mit etwas Südlicherem kombinieren möchtest, lass dich im großen Reiseführer Urlaub in Europa: 17 der schönsten Orte inspirieren.
Häufig gestellte Fragen
Wie kommt man am besten nach Gotland?
Die überwiegende Mehrheit der Reisenden wählt die modernen Fähren der Gesellschaft Destination Gotland, die von zwei schwedischen Häfen auf dem Festland ablegen: von Nynäshamn (knapp eine Stunde südlich von Stockholm) und von Oskarshamn im Süden. Die Überfahrt dauert etwa 3 Stunden und die komfortablen Schiffe bieten jeden erdenklichen Komfort inklusive Restaurants. Die Alternative sind Flüge von den Flughäfen Stockholm Arlanda oder Bromma, die knapp 40 Minuten dauern und Ihnen viel Zeit sparen.
Was kostet die Fähre auf die Insel?
Wenn Sie ohne Auto als Fußpassagier reisen, bekommen Sie ein einfaches Ticket außerhalb der absoluten Hochsaison ab etwa 25 €. Mit dem eigenen Auto steigt der Preis jedoch deutlich und übersteigt gewöhnlich 95 € für eine Richtung, wobei im Sommer die absolute goldene Regel gilt: Buchen Sie die Fähre Monate im Voraus. Sonst kommen Sie mit dem Auto einfach nicht aufs Schiff, weil es hoffnungslos ausgebucht ist.
Wie viele Tage sollte man für Gotland einplanen?
Nur für zwei Tage herzukommen ist Unsinn, Sie verlieren zu viel wertvolle Zeit mit langwierigen Fährfahrten. Die ideale Dauer für einen ersten Besuch sind 4 bis 5 Tage. Einen ganzen Tag widmen Sie der Hauptstadt Visby, einen zweiten der Insel Fårö und die restliche Zeit können Sie in Ruhe die Südküste erkunden, unterirdische Höhlen besichtigen oder mit dem Fahrrad über die Landschaft zwischen den mittelalterlichen Kirchen fahren.
Brauche ich auf der Insel ein Auto?
Das hängt ganz von Ihrem Reiseplan ab. Visby selbst ist klein und ein Auto wäre Ihnen im historischen Zentrum voller enger Gassen nur hinderlich. Die nähere Umgebung lässt sich dank der perfekten Ebene hervorragend mit dem Fahrrad erkunden. Wenn Sie aber den abgelegenen Norden (Fårö) und den wilden Süden schaffen wollen und nur ein paar Tage haben, spart Ihnen ein Auto enorm viel Zeit. Autovermietungen gibt es direkt im Hafen.
Kann man in der Ostsee überhaupt baden?
Ja, und überraschend angenehm! Dank der flachen Buchten im Osten und Norden der Insel kann sich das Wasser im Juli und August auf 20 bis 22 °C erwärmen. Schöne Strände wie Sudersand auf der Insel Fårö oder Tofta mit feinem weißen Sand erinnern eher an Mitteleuropa als an raues Skandinavien und sind auch für kleine Kinder toll und sicher.
Ist Gotland wirklich so teuer?
Schweden gehört generell nicht zu den günstigen Reisezielen und Gotland als wichtigstes Sommerresort hält die Preise sehr hoch, besonders was Unterkünfte im Juli betrifft. Sparen lässt sich durch Selbstkochen mit in Supermärkten eingekauften Lebensmitteln und durch die Nutzung der sogenannten dagens rätt, das sind sehr günstige Tages-Mittagsmenüs in Restaurants, die für etwa 11–13 € ein warmes Gericht, Salatbuffet, Brot und Kaffee umfassen.
Was ist die Medeltidsveckan?
Es ist das größte Mittelalterfestival in Nordeuropa, das jedes Jahr im August in Visby stattfindet (2026 vom 2. bis 9. August). Die Stadt wird von Zehntausenden Menschen in fantastischen historischen Kostümen überflutet, es finden Ritterturniere, Märkte und Konzerte statt. Es ist ein großartiges Erlebnis, erfordert aber eine sorgfältige Buchung der Unterkunft gerne auch zwölf Monate im Voraus.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
