Stockholm in Schweden erstreckt sich über vierzehn Inseln, doch eine davon fällt völlig aus dem Rahmen von allem, was du von einer nordischen Metropole erwarten würdest. Die Insel Djurgården versteckt nämlich auf einem einzigen Fleckchen Erde so viele Weltattraktionen, dass man aus dem Staunen kaum herauskommt – und bewahrt dabei trotzdem die Atmosphäre einer ruhigen Landschaft. Während sich an der Westspitze das meistbesuchte Museum ganz Skandinaviens, ein riesiger Freizeitpark und das älteste Freilichtmuseum der Welt erheben, versinkt die östliche Inselhälfte in tiefen Wäldern und blühenden Gärten. ☺️
Ursprünglich diente dieses Gebiet als königliches Jagdrevier, in das gewöhnliche Sterbliche strengstes Betretungsverbot hatten, doch heute ist Djurgården ein unverzichtbarer Teil des ersten National-Stadtparks der Welt. Die meisten Touristen kommen zwar nur wegen des berühmten gesunkenen Schiffs Vasa hierher, durchqueren zwei Museen und eilen schnell zurück ins Zentrum – was allerdings ein enormer Fehler ist. Den wahren Zauber der Insel entdeckst du nämlich erst, wenn du auf den Pfaden entlang des Djurgårdsbrunn-Kanals wanderst, in versteckte Kunstgalerien hineinschaust und dich mit einem Kaffee in einen zauberhaften Biogarten setzt.
Wenn du deinen Ausflug nach Stockholm wirklich genießen willst, ohne dabei ein Vermögen für unsinnig zusammengewürfelte Eintrittspreise auszugeben, lohnt sich eine gute Planung im Voraus. Ich zeige dir, wie du den Menschenmassen von den riesigen Kreuzfahrtschiffen entkommst, welche Museen ihr Geld wirklich wert sind und wo du auf der Insel die beste vegetarische Fika bekommst, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen. Schauen wir uns gemeinsam an, wie du das absolute Maximum aus der Museumsinsel herausholst. 😉

Zusammenfassung
Wenn du gerade in Eile bist und keine Zeit hast, den ganzen Guide zu lesen, habe ich das Wichtigste für dich in Kürze zusammengestellt. Auf der Insel Djurgården findest du nämlich so viel, dass du dich ohne Plan schnell verlierst.
Hier sind die größten Sehenswürdigkeiten und praktischen Tipps, die dir vor deiner Reise nach Stockholm auf keinen Fall entgehen sollten:
- Das berühmteste gesunkene Schiff der Welt: Das Vasa-Museum ist ein absolutes Muss, aber du solltest gleich zur Öffnung um 8:30 Uhr hier sein, um endlosen Warteschlangen zu entgehen.
- Ganz Schweden an einem Ort: Skansen bietet historische Gebäude aus dem ganzen Land sowie einen nordischen Zoo, in dem du Elche, Rentiere oder Vielfraße siehst.
- Ein Paradies für Pop-Fans und Kinder: ABBA The Museum bringt dich in interaktiven Studios zum Tanzen, während Kinder vom Märchenzug in Junibacken begeistert sein werden.
- Flucht vor den Massen: Der östliche Teil der Insel bietet wunderschöne Galerien wie das Thielska galleriet und das Schlösschen Prins Eugens Waldemarsudde, wo du kaum Touristen triffst.
- Die beste Fika der Stadt: Rosendals Trädgård ist ein bezaubernder Biogarten mit eigener Bäckerei, wo es die besten vegetarischen Mittagessen und Kardamomschnecken gibt.
- Kostenlose Fahrt mit dem ÖPNV: Zur Insel kommst du bequem mit der historischen Straßenbahn Nummer 7 oder mit der Fähre von der Haltestelle Slussen, für die dein normales Ticket gilt.
- Achtung bei bargeldlosen Zahlungen: Die ganze Insel und alle Museen darauf sind strikt bargeldlos – mit Bargeld kommst du hier überhaupt nicht weiter.

Wann du nach Djurgården fahren solltest
Das Timing kann deinen Besuch in Stockholm (Schweden) entweder retten oder gehörig verderben, deshalb lohnt es sich, kurz darüber nachzudenken. Die Hauptsaison von Mai bis September bietet lange, helle Tage, an denen die Sonne erst spät abends untergeht, sodass du viel Zeit hast, die Außenbereiche der Insel zu erkunden. Gerade im Sommer sind alle Außenterrassen geöffnet, die historischen Fähren fahren und die Attraktionen im Freizeitpark Gröna Lund laufen auf Hochtouren.
Du musst dich allerdings darauf einstellen, dass die Sommermonate riesige Touristenströme mit sich bringen, die von den großen im Hafen ankernden Kreuzfahrtschiffen in die Stadt gespült werden. Am schlimmsten ist es im Juli, wenn zusätzlich die Schweden selbst ihren traditionellen kollektiven Sommerurlaub haben (den sogenannten industrisemester), sodass sich an den Hauptattraktionen wirklich lange Schlangen bilden. Wenn du den Massen entgehen willst, fährst du am besten im Juni oder Ende August, wenn die Stadt schon ruhiger ist, das Wetter aber immer noch zu langen Spaziergängen durch die Parks und zu Picknicks einlädt.
Ein Winterbesuch von Djurgården hat dagegen eine ganz andere, wunderschön melancholische Atmosphäre. Im Dezember finden in Skansen traditionelle Adventsmärkte statt, die nach Glühwein (glögg) und gerösteten Kastanien duften. Du musst allerdings damit rechnen, dass die Sonne schon vor drei Uhr nachmittags untergeht und viele kleinere Sommercafés oder Außenausstellungen im Winter schlicht geschlossen haben. Der Winter ist ideal für alle, die sich in warme Museen zurückziehen und das ruhigere Tempo der nordischen Metropole ohne das Gedränge mit Tausenden anderen Besuchern genießen wollen.

Wo du in der Nähe von Djurgården übernachten kannst
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die Insel Djurgården selbst ist ein Nationalpark, deshalb findest du hier nur ein absolutes Minimum an Übernachtungsmöglichkeiten, die zudem sehr exklusiv sind. Die beste Strategie ist daher, sich ein Hotel in den angrenzenden Vierteln auszusuchen, von wo aus du die Insel zu Fuß oder mit einer kurzen Straßenbahnfahrt erreichst. Eine großartige Wahl ist das elegante Viertel Östermalm, das praktische Norrmalm mit dem Hauptbahnhof oder das etwas weiter entfernte, dafür umso hipperere Södermalm.
Stockholm hat den Ruf, eine teure Stadt zu sein, aber ehrlich gesagt zahlst du für Hotels ungefähr so viel wie anderswo in Westeuropa auch. Die meisten besseren Hotels bieten zudem ein absolut fantastisches skandinavisches Frühstück inklusive, bei dem du dich problemlos so satt isst, dass du das klassische Mittagessen getrost ausfallen lassen kannst. Hier sind konkrete Tipps für hervorragend bewertete Hotels, von denen aus du es wirklich nicht weit zu den Museen hast:
- Pop House Hotel (Djurgården): Wenn du direkt im Zentrum des Geschehens auf der Insel wohnen willst, befindet sich dieses moderne Designhotel im selben Gebäude wie ABBA The Museum. Es bietet großartigen Komfort und stilvolle Zimmer, wobei der Preis für ein Doppelzimmer bei rund 185 € pro Nacht liegt.
- Clarion Collection Hotel Wellington (Östermalm): Ein sehr angenehmes Hotel in einem eleganten Viertel, von dem aus du Djurgården mit einem schönen Spaziergang in etwa zwanzig Minuten erreichst. Ein riesiger Vorteil: Für rund 125 € pro Nacht bekommst du nicht nur ein ausgezeichnetes Frühstück, sondern auch eine leichte Nachmittags-Fika und ein Abendessen, was dir viel Geld für Restaurants spart.
- Downtown Camper by Scandic (Norrmalm): Eines der beliebtesten Hotels im Stadtzentrum mit einer fantastischen Dachterrasse und Pool. Es hat eine tolle, leicht abenteuerliche Atmosphäre und zur Straßenbahn Nummer 7, die dich auf die Insel bringt, sind es nur ein paar Schritte. Pro Nacht zahlst du hier rund 145 €.
- Hotel Diplomat (Östermalm): Für alle, die klassischen Luxus suchen, ist dieses ikonische Hotel an der Uferpromenade Strandvägen eine absolute Legende. Von den Fenstern hast du direkten Blick aufs Wasser und die Insel Djurgården, die du bequem in zehn Minuten zu Fuß erreichst. Es handelt sich allerdings um die gehobene Kategorie, in der die Preise ab 245 € pro Nacht beginnen.

15 Tipps, was du auf der Museumsinsel sehen und erleben kannst
Schauen wir uns endlich das Beste an, was dieses grüne Juwel von Stockholm zu bieten hat. Von weltbekannten Ausstellungen bis zu versteckten Waldcafés – die Insel Djurgården hat für jeden etwas. Zieh bequeme Schuhe an, denn du wirst viele Kilometer zurücklegen, und vergiss nicht, dein Handy aufzuladen, da hier alles ausschließlich mit Karte bezahlt wird.

1. Vasa-Museum: Die berühmteste Blamage der schwedischen Geschichte
Die Geschichte des Kriegsschiffs Vasa ist ein absolut faszinierendes Beispiel dafür, was passiert, wenn dem königlichen Stolz kein gesunder Menschenverstand im Weg steht. 1628 ließ König Gustav II. Adolf das furchterregendste Schiff der Ostsee bauen, fügte aber trotz Warnungen der Baumeister eine zweite Reihe schwerer Bronzekanonen hinzu, was den Schwerpunkt fatal veränderte. Der Stolz der schwedischen Marine versank so nach gerade einmal 1 300 Metern Fahrt direkt vor den Augen der schockierten Einwohner Stockholms.
Auf dem Meeresgrund verbrachte es ganze 333 Jahre, bis Ingenieure es 1961 mühsam an die Oberfläche hoben. Die Bergung war nur möglich, weil in der Ostsee die Schiffsbohrmuschel nicht lebt – ein Wurm, der Holz sonst zuverlässig zerfrisst. Das heute überwältigende Vasa-Museum raubt einem mit seinen Ausmaßen den Atem, und das Wrack besteht zu 98 % aus originalem Eichenholz aus dem 17. Jahrhundert. Um das Schiff herum kannst du über mehrere Etagen laufen und aus der Nähe Hunderte geschnitzte Figuren betrachten, die einst die Feinde erschrecken sollten.
Den Eingang erreichst du mit einem angenehmen zehnminütigen Spaziergang von der Brücke Djurgårdsbron, oder du fährst mit der Straßenbahn Nummer 7 direkt zur Haltestelle Nordiska museet/Vasamuseet. Die Tickets kosten je nach Saison zwischen 195 und 240 SEK (ca. 18–22 €), und Kinder bis 18 Jahre haben komplett freien Eintritt. In der Sommersaison öffnen sie bereits um 8:30 Uhr, im Winter musst du bis 10:00 Uhr warten. Für einen gründlichen Rundgang solltest du etwa zwei Stunden einplanen.
💡 Tipp: Die Vasa ist mit über 1,35 Millionen Besuchern pro Jahr das meistbesuchte Museum Skandinaviens. Wenn du den Rundgang in Ruhe genießen willst, sei genau um 8:30 Uhr am Eingang, wenn geöffnet wird. Gegen elf Uhr morgens bilden sich vor dem Gebäude schon regelmäßig einstündige Schlangen und drinnen kommst du kaum voran.

2. Skansen: Das älteste Freilichtmuseum der Welt
Wenn du keine Zeit hast, ganz Schweden von Süden bis in den hohen Norden zu bereisen, ersetzt dir Skansen dieses Erlebnis perfekt. Dieses riesige Areal wurde bereits 1891 gegründet, was es zum ältesten Freilichtmuseum der Welt macht. Der Gründer Artur Hazelius ließ aus dem ganzen Land über 150 historische Gebäude hierher bringen, von ärmlichen Holzhütten aus Lappland bis zu reichen Kaufmannshäusern und alten Handwerkswerkstätten, in denen bis heute Bäcker und Glasbläser ihre Kunst vorführen.
Neben der Geschichte findest du hier auch einen weitläufigen nordischen Zoo, der vor allem für Familien mit Kindern ein riesiger Anziehungspunkt ist. In den geräumigen Gehegen siehst du majestätische Elche, Rentiere, Luchse oder seltene Vielfraße. Das Areal ist so riesig, dass du für den Besuch mindestens drei bis vier Stunden einplanen musst, um alles in Ruhe zu erkunden und die echte historische Atmosphäre aufzusaugen. Ideal ist es daher, gleich am Vormittag loszuziehen, um der größten Nachmittagssonne und den Massen zu entgehen.
Die Straßenbahn Nummer 7 setzt dich direkt vor dem Haupttor ab, sodass du dich nur verirrst, wenn du es wirklich darauf anlegst. Die Öffnungszeiten sind im Sommer von 10:00 bis 20:00 Uhr, im Winter verkürzt auf 15:00 Uhr, und der Eintritt kostet in der Sommer-Hochsaison rund 305 SEK (ca. 28 €). Im Winter ist er fast halb so teuer.
💡 Tipp: Kinder bis 15 Jahre haben freien Eintritt in das Areal, aber Achtung vor einer bürokratischen Tücke. Auch für sie musst du vorab online ein Ticket mit Null-Wert „kaufen“, damit sie überhaupt durch die Eingangsdrehkreuze kommen.

3. ABBA The Museum: Rein und ab die Post – tanzend wieder raus
Das hier ist keine langweilige Ausstellung alter Kostüme hinter Glas, sondern ein absolut mitreißendes Erlebnis, dessen offizieller Slogan passenderweise „Walk in, dance out“ lautet. Das Museum des legendären schwedischen Quartetts ABBA The Museum führt dich durch ihre gesamte Karriere, vom Eurovision-Sieg mit dem Song Waterloo bis zu ihrer globalen Dominanz. Alles drinnen ist maximal interaktiv, sodass du ihre Musik im Studio mixen oder direkt auf der Bühne neben den 3D-Hologrammen der Bandmitglieder singen kannst.
Eine der lustigsten Kuriositäten des Museums ist ein gewöhnliches rotes Telefon an der Wand. Seine Nummer kennen nur vier Menschen auf der Welt, nämlich Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid. Wenn das Telefon während deines Besuchs zufällig klingelt, zögere nicht und heb ab, denn am anderen Ende ist höchstwahrscheinlich eines der Bandmitglieder, das gerade Lust hat, mit Fans zu plaudern.
Am besten kommst du mit der Straßenbahn Nummer 7 her, steige einfach an der Haltestelle Liljevalchs/Gröna Lund aus, von wo es nur ein paar Dutzend Meter zum Museum sind. Geöffnet ist normalerweise von 10:00 bis 18:00 Uhr, und für die gesamte Ausstellung solltest du mindestens anderthalb Stunden einplanen. Der Eintritt gehört nicht zu den günstigsten, für einen Erwachsenen zahlst du rund 250 SEK (ca. 23 €) und die Tickets werden ausschließlich online für ein bestimmtes Zeitfenster gekauft.
💡 Tipp: Auch wenn du kein eingefleischter Fan dieser Band bist, sind sich die Bewertungen meist einig, dass das Museum so großartig und modern gestaltet ist, dass dich die positive Energie einfach mitreißt und du mit einem Lächeln von Ohr zu Ohr wieder hinausgehst.

4. Nordiska museet: Kulturgeschichte in einem Märchenpalast
Wenn du aus der Straßenbahn steigst oder die Brücke Djurgårdsbron überquerst, sticht dir zuerst das monumentale Gebäude ins Auge, das aussieht wie ein Renaissanceschloss aus einem nordischen Märchen. Es handelt sich um das Nordiska museet, das größte schwedische Museum für Kulturgeschichte, das von außen vielleicht noch prächtiger wirkt als der Königspalast in Gamla Stan selbst.
Drinnen erwartet dich eine faszinierende Reise in die Tiefen der schwedischen Seele und Lebensweise vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Du erfährst hier, wie die Schweden ihre traditionellen Feste wie Midsommar feiern, wie sich die nordische Mode entwickelt hat oder wie typisch eingerichtete schwedische Wohnungen in verschiedenen historischen Epochen aussahen. Auch eine umfangreiche Ausstellung über die Ureinwohner, die Samen, und ihre Kultur im rauen Norden fehlt nicht. Du kannst hier in Ruhe traditionelle Kleidung und Werkzeuge betrachten, die diese nordischen Völker zum Überleben nutzten.
Das Gebäude liegt gleich am Anfang der Insel, sodass du in fünf Minuten bequem zu Fuß von der Brücke hierher kommst, oder du fährst eine Haltestelle mit der Straßenbahn 7 zur Haltestelle Nordiska museet/Vasamuseet. Geöffnet ist meist von 10:00 bis 17:00 Uhr und ein Ticket kostet dich 170 SEK (rund 16 €). Ein Rundgang durch alle Etagen dauert etwa zwei Stunden, in denen du mehr über das schwedische Wesen erfährst als irgendwo sonst.
💡 Tipp: Auch wenn du dich entscheidest, keinen Eintritt zu zahlen und die Ausstellungen auszulassen, schau unbedingt zumindest in die große Eingangshalle. Ihr riesiger Raum erinnert an eine Kathedrale und wird von einer riesigen Holzstatue von König Gustav Vasa beherrscht – ein Anblick, der einen kurzen Stopp allemal wert ist.

5. Vrak – Museum of Wrecks: Faszinierende Neuheit auf der Insel
Die Ostsee ist dank ihres niedrigen Salzgehalts und des Fehlens der Schiffsbohrmuschel eine absolut einzigartige Umgebung, in der sich historische Schiffe über Jahrhunderte in unglaublichem Zustand erhalten können. Genau diese Tatsache feiert eines der neuesten Museen auf der Insel Djurgården, das schlicht Vrak – Museum of Wrecks heißt und im Herbst 2021 eröffnet wurde. Es befindet sich direkt neben dem berühmteren Vasa-Museum, sodass du es leicht zu Fuß entlang der Uferpromenade erreichst.
Im Gegensatz zur Vasa, wo du physisch einen riesigen geborgenen Koloss bewunderst, konzentriert sich Vrak auf Schiffe, die noch immer auf dem Grund des dunklen Meeres liegen. Mithilfe modernster Technologien, virtueller Realität, Hologrammen und Unterwasseraufnahmen nimmt dich das Museum direkt an Bord versunkener Schiffe aus verschiedenen historischen Epochen mit, von alten Handelsschiffen bis zu Kriegskreuzern. Du wirst dir vorkommen, als würdest du selbst in den dunklen Gewässern der Ostsee tauchen.
Die Ausstellung zieht dich in die alltägliche Arbeit von Meeresarchäologen hinein. Du erfährst, wie Wracks gefunden, aufwendig untersucht werden und welche Geschichten sie in sich bergen. Geöffnet ist täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr und für den Besuch solltest du etwa anderthalb Stunden einplanen. Der Eintritt kostet 185 SEK (ca. 17 €) und ein großer Vorteil ist, dass du hier bislang nicht auf solche Menschenmassen triffst wie bei den berühmteren Nachbarn.
💡 Tipp: Wenn du moderne interaktive Museen magst, bei denen du dich nicht mit dem Lesen langer Texte an den Wänden begnügst, wird dich Vrak bestimmt begeistern. Es ist eine tolle Alternative für alle, die den Schlangen beim Vasa-Museum entgehen wollen.

6. Junibacken: Tritt ein in die Welt von Astrid Lindgren
Wenn du mit kleineren Kindern nach Stockholm reist, darfst du diesen Ort um keinen Preis auslassen. Junibacken ist kein klassisches Museum, sondern eher ein riesiger interaktiver Spielbereich, der das Werk der legendären schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren feiert. Kinder dürfen hier ungestraft herumlaufen, alles anfassen und auf den Dächern verkleinerter schwedischer Häuschen aus beliebten Kinderbüchern klettern. Es liegt nur wenige Schritte vom Vasa-Museum entfernt, sodass es von der Straßenbahnhaltestelle Nordiska museet wirklich nur ein Katzensprung ist.
Der absolute Höhepunkt des Besuchs ist der sogenannte Story Train (Märchenzug). Du setzt dich in einen kleinen Waggon, der sanft in die Luft schwebt, und du erhebst dich tatsächlich über die Modelle der schwedischen Landschaft direkt in die berühmten Geschichten hinein. Du triffst Michel aus Lönneberga, fliegst mit Karlsson vom Dach über die Dächer und besuchst die berührende Welt der Brüder Löwenherz. Die Fahrt dauert etwa 15 Minuten und den gesprochenen Text kannst du dir in mehreren Weltsprachen anhören.
Neben dem Zug findest du hier auch die echte Villa Kunterbunt, wo Kinder auf dem gepunkteten Pferd von Pippi Langstrumpf reiten oder auf einer riesigen Rutsche hinunterrutschen können. Geöffnet ist von 10:00 bis 17:00 Uhr und für den Besuch solltest du etwa zwei Stunden voller Kindergeschrei einplanen. Der Eintritt liegt bei rund 220 SEK (ca. 20 €) für einen Erwachsenen.
💡 Tipp: Stell dich darauf ein, dass es an Wochenenden und während der Sommerferien hier ordentlich voll ist und man für den Märchenzug ansteht. Es ist daher viel besser, gleich morgens an einem Wochentag zu kommen, wenn die Kinder das Areal in viel größerer Ruhe genießen.

7. Gröna Lund: Adrenalin mit Blick aufs Meer
Am westlichen Rand der Insel erstreckt sich der historische Freizeitpark Gröna Lund, der schon seit 1883 an seinem Platz ist. Erwarte kein riesiges amerikanisches Disneyland, der Park ist auf relativ kleinem Raum direkt am Meeresufer zusammengepfercht, aber gerade diese Kompaktheit verleiht ihm einen unglaublichen Charme. Die Achterbahnen verschlingen sich hier ineinander und von den höchsten Attraktionen aus hast du das historische Zentrum von Stockholm zum Greifen nah.
Für die Sommersaison 2026 hat der Park eine große Neuheit vorbereitet: die Adrenalin-Attraktion Spindeln. Es ist der erste „Super Jumper“ Schwedens, der dich garantiert vom Stuhl hebt. Ein großes Highlight ist auch die neu eröffnete Zone K-street, die der beliebten koreanischen Kultur und K-Pop-Musik gewidmet ist und Scharen von Teenagern anzieht. Gröna Lund ist nicht nur eine Sache der Fahrgeschäfte, sondern funktioniert auch als riesige Sommer-Konzertbühne, auf der die größten Weltstars und schwedischen Musikgrößen auftreten.
Am besten kommst du direkt über das Wasser her, die Fähre Nummer 82 von Slussen setzt dich direkt am Parkeingang ab. Die Öffnungszeiten variieren stark je nach Tag und Saison, im Sommer ist hier bis in die späten Abendstunden viel los. Für den Besuch solltest du ruhig einen halben Tag einplanen, wenn du Adrenalin liebst.
💡 Tipp: Das Eintrittssystem des Parks kann etwas verwirrend sein. Du zahlst nämlich einen Grundeintritt für das Areal und kaufst dir zusätzlich die Fahrten. Du kannst Tickets für einzelne Attraktionen erwerben oder ein Tagesarmband mit unbegrenzter Fahrtenzahl, das dich rund 400 SEK (ca. 37 €) kostet. Überleg also gut, wie viel Adrenalin du wirklich verträgst.

8. Prins Eugens Waldemarsudde: Ein Schlösschen voller Kunst
Sobald du dich von der Hauptansammlung der Museen im Westen der Insel entfernst, zeigt dir Djurgården endlich seine viel ruhigere Seite. Auf einer malerischen Landzunge mit Blick aufs Wasser steht das wunderschöne Schlösschen Waldemarsudde, das ursprünglich dem schwedischen Prinzen Eugen gehörte. Dieses Mitglied der Königsfamilie war nicht nur ein leidenschaftlicher Kunstsammler, sondern zählte selbst zu den angesehensten schwedischen Landschaftsmalern der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Heute dient sein ehemaliger Sommersitz als eines der schönsten Kunstmuseen Schwedens. Du kannst hier durch erhaltene königliche Gemächer spazieren, die aussehen, als wäre der Prinz nur kurz weggegangen, und eine umfangreiche Sammlung nordischer Malerei bewundern. Das Schlösschen ist von einem fantastischen terrassenförmigen Garten voller Skulpturen, alter Eichen und Blumenbeete umgeben, den der Prinz persönlich liebevoll pflegte.
Am besten kommst du mit der Straßenbahn Nummer 7 her, für die die Haltestelle Waldemarsudde die Endstation ist. Die Innenausstellungen sind meist von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und der Eintritt kostet rund 170 SEK (ca. 16 €). Ein Rundgang durch Schloss und Gärten dauert etwa zwei Stunden reine Zeit.
💡 Tipp: Hier atmest du endlich durch. Die Gärten sind zudem kostenlos zugänglich, sodass ein Spaziergang rund um das Schloss mit Blick auf die Segelboote einfach perfekt ist, auch wenn du keinen Eintritt für das Innere zahlen willst.

9. Thielska galleriet: Verstecktes Juwel am Ende der Insel
An der äußersten Ostspitze von Djurgården, weit weg von den touristischen Hauptrouten, befindet sich das Thielska galleriet. Diese Institution gilt bei Experten als eine der besten Sammlungen nordischer Kunst aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Ursprünglich handelte es sich um die private Residenz des Bankiers und Mäzens Ernest Thiel, der seine schneeweiße Villa speziell dafür bauen ließ, um darin die Werke seiner Künstlerfreunde ausstellen zu können.
In den atemberaubenden hellen Sälen hängen hier die besten Stücke von Meistern wie Edvard Munch (dem Autor des berühmten Schreis), Carl Larsson oder Bruno Liljefors. Die Villa bewahrt bis heute ihre intime Atmosphäre eines privaten Zuhauses, sodass du dich hier nicht in Schlangen drängen musst, sondern die Kunst in völliger Stille mit Blick auf den angrenzenden Skulpturenpark genießt. Für den Besuch solltest du etwa anderthalb Stunden einplanen.
Der Weg zur Galerie ist an sich schon ein Erlebnis. Am schnellsten kommst du mit dem Bus Nummer 67 aus dem Stadtzentrum her (Haltestelle Thielska galleriet), oder du machst einen etwa einstündigen Spaziergang über Waldwege vom Vasa-Museum aus. Geöffnet ist von 12:00 bis 17:00 Uhr und der Eintritt beträgt etwa 150 SEK (ca. 14 €).
💡 Tipp: Direkt im Gebäude findest du auch ein angenehmes kleines Café, in dem du dich ausruhen und vor dem langen Rückweg in die Zivilisation einen Kaffee mit Gebäck genießen kannst. Es ist der ideale Ort, um die künstlerischen Eindrücke in Ruhe zu verarbeiten.

10. Rosendals Trädgård: Die beste vegetarische Fika
Rosendals Trädgård ist der Ort, an dem du leicht zwei Stunden verbringst, ohne es überhaupt zu merken. Dieser weitläufige Biogarten und Obstgarten liegt versteckt inmitten der Insel und funktioniert als Bildungszentrum, Gemeinschaftsfarm und großartiges Café in einem. Gewächshäuser voller Blumen und Kräuter gehen in Apfelbaumplantagen über, unter denen im Sommer Holztische und Decken für nachmittägliche Picknicks verstreut sind.
Lass dir auf keinen Fall das hiesige Café entgehen, das für seine fantastischen vegetarischen Salate und frisches Gebäck aus der eigenen handwerklichen Bäckerei berühmt ist. Alles, was du hier probierst, stammt überwiegend aus lokalen Bio-Zutaten, seien es luftige Kardamomschnecken, ehrliches Sauerteigbrot oder reichhaltige Gemüsesuppen. Traditionelle schwedische Fleischbällchen oder Fischspezialitäten findest du hier zwar nicht, aber glaub mir, nach einem bunten vegetarischen Mittagessen inmitten blühender Apfelbäume wirst du das Fleisch garantiert nicht vermissen. Für eine ausgiebige Fika zahlst du hier zwischen 65 und 100 SEK (ca. 6 bis 9 €).
Zu den Gärten kommst du mit einem angenehmen Spaziergang von der Straßenbahnhaltestelle Bellmansro. Geöffnet ist meist von 11:00 bis 17:00 Uhr, aber in den Wintermonaten ist der Betrieb eingeschränkt, sodass du die Öffnungszeiten lieber vorher überprüfen solltest. Für Mittagessen und Entspannung solltest du hier ruhig zwei Stunden einplanen.
💡 Tipp: Das Essen bestellst und bezahlst du hier an der Theke im Inneren des großen Gewächshauses und suchst dir dann mit dem Tablett einen Platz draußen in der Sonne. An Wochenenden ist es hier schon ab Mittag voll, deshalb empfehle ich, entweder zu einem früheren Mittagessen gegen elf zu kommen oder erst zur späten nachmittäglichen Fika.

11. Schloss Rosendal und die stille Inselhälfte
Gleich neben dem Biogarten steht das Rosendals slott (Schloss Rosendal), ein elegantes Sommerresidenz aus den 1820er-Jahren, das für König Karl XIV. Johann gebaut wurde. Erwarte keine riesige Steinburg, es handelt sich eher um eine sehr geschmackvolle und repräsentative Villa, die zu den besten Beispielen des schwedischen Empire-Stils zählt. Das Schloss ist von einem wunderschönen englischen Park umgeben, dessen Pfade geradezu zu langen Spaziergängen unter den Kronen alter Bäume einladen.
Während der westliche Teil von Djurgården unter dem Ansturm der Touristen von den Kreuzfahrtschiffen aus allen Nähten platzt, herrscht hier absolute Ruhe und Stille. Die Einheimischen kommen zum Joggen her, führen ihre Hunde aus oder lesen Bücher auf den Bänken. Wenn du dich von den Eindrücken der interaktiven Museen übersättigt fühlst, musst du nur ein paar Hundert Meter vom Biogarten in dieses Gebiet gehen und du vergisst sofort, dass du dich mitten in einer Millionenhauptstadt befindest.
Zum Schloss kommst du in ein paar Minuten zu Fuß nach dem Mittagessen in Rosendals Trädgård. Das Schloss selbst ist für die Öffentlichkeit nur während der Sommermonate geöffnet und der Zutritt ins Innere ist nur im Rahmen von Führungen möglich, die dich rund 120 SEK (ca. 11 €) kosten und knapp eine Stunde dauern.
💡 Tipp: Auch wenn du dich entscheidest, nur vorbeizugehen und die Führung auszulassen, sind die Gärten und angrenzenden Wälder ganzjährig und völlig kostenlos zugänglich. Es ist ein absolut ideales Refugium zum Ausruhen mit einem Kaffee in der Hand.

12. Spaziergang entlang des Djurgårdsbrunn-Kanals
Der beste Weg, die wahre Naturschönheit der Insel aufzusaugen, ist ein Spaziergang auf dem Pfad entlang des malerischen Kanals Djurgårdsbrunnskanalen. Dieser Wasserweg wurde 1832 künstlich angelegt, um kleineren Schiffen die Durchfahrt zu erleichtern, und bildet heute die natürliche Nordgrenze der Insel. Entlang seiner Ufer verläuft ein perfekt gepflegter Sandweg, der ein wahres Paradies für Wanderer und Wochenendradler ist.
Die Strecke ist etwa fünf Kilometer lang und bietet dir ständig wechselnde Kulissen. Auf der einen Seite hast du Blick auf die ruhige Wasseroberfläche des Kanals, über die gelegentlich ein Kajakfahrer gleitet, und auf der anderen Seite umgibt dich ein dichter Eichenwald. Unterwegs stößt du auf mehrere historische Holzbrücken und schöne alte Villen, die einst der Stockholmer Oberschicht gehörten. Für den gesamten Spaziergang solltest du gemütliche zwei Stunden einplanen.
Wenn du bis ans Ende des Kanals zur Bucht Isbladskärret gehst, erwartet dich eine weitere wunderbare Naturüberraschung. Diese flache Wasserfläche ist nämlich ein berühmtes ornithologisches Reservat, in dem du Dutzende Arten von Wasservögeln beobachten kannst, darunter eine riesige Kolonie von Graureihern, die hier hoch in den Kronen alter Bäume nisten.
💡 Tipp: Wenn du die ganze Strecke nicht zu Fuß gehen willst, leih dir im Zentrum ein Stadtrad aus. Der Kanal ist von breiten Radwegen gesäumt und eine Fahrt entlang des Wassers gehört zu den besten Erlebnissen, die du aus dem sommerlichen Stockholm mitnehmen kannst.

13. Baden und Strände auf der Insel
Vielleicht überrascht es dich ein wenig, aber Stockholm ist eine Stadt, in der die Einheimischen im Sommer ganz selbstverständlich mitten im Zentrum baden, und die Insel Djurgården bildet dabei sicher keine Ausnahme. Das Wasser in den Seen und Meeresarmen rund um die Stadt ist dank strenger Umweltvorschriften unglaublich sauber, sodass die Schweden sofort ihre Badesachen herausholen und ans Wasser strömen, sobald die Temperaturen im Juli und August über fünfundzwanzig Grad klettern.
Direkt am Südufer der Insel Djurgården befinden sich mehrere felsige Klippen und Grasstrände, wo man absolut sicher ins Wasser gehen kann. Geh einfach die Pfade hinter Waldemarsudde entlang und du triffst bestimmt auf Einheimische, die sich auf den Steinen sonnen. Das Wasser ist zwar meist erfrischend und seine Temperatur überschreitet selten 20 °C, aber nach einem ganzen Tag Museumsbesuch ist dieses nordische Ritual einfach unbezahlbar.
Du kommst zu Fuß oder mit dem Rad her und der Zugang ist selbstverständlich kostenlos. Bleib ruhig einen ganzen Nachmittag mit einem Buch liegen, rechne nur damit, dass du hier weder Rettungsschwimmer noch Umkleidekabinen findest.
💡 Tipp: Wenn du kein eigenes Handtuch dabei hast, mach es wie die Einheimischen. Such dir einen aufgewärmten flachen Stein am Wasser, spring schnell zum Abkühlen in die Wellen und lass dich dann in der nachmittäglichen nordischen Sonne trocknen.

14. Wie du auf die Insel kommst (Logistik)
Die Fahrt nach Djurgården ist nicht bloß ein langweiliger Transfer von Punkt A nach Punkt B, sondern ein vollwertiges Erlebnis, das du dir nicht entgehen lassen solltest. Die romantischste Option ist die historische Straßenbahn Nummer 7, die vom Platz Sergels Torg abfährt und dich auf einer schönen Strecke entlang der Uferpromenade Strandvägen bringt. Allein die Fahrt über die verzierte Brücke Djurgårdsbron, wenn vor dir das majestätische Gebäude des Nordiska museet auftaucht, ist einfach unvergesslich. Auf der Linie fahren zudem gelegentlich spezielle historische Café-Wagen, in denen du direkt während der Fahrt einen Kaffee trinken kannst.
Die zweite, visuell vielleicht noch attraktivere Möglichkeit ist der Weg über das Wasser. Von der Haltestelle Slussen im historischen Zentrum Gamla Stan fahren regelmäßig Fähren der Linie 82, die dich in nur 10 Minuten über die Bucht direkt zum Freizeitpark Gröna Lund bringen. Die Insel mit ihren Museen und den Masten des Vasa-Schiffs direkt vom Wasser aus zu sehen, ist die beste Einstimmung auf deinen Besuch.
Für diese beiden wunderschönen Strecken gilt zudem dein normales Ticket des Stockholmer ÖPNV, sodass du für die Aussichtsfahrt oder die Fahrt mit der historischen Straßenbahn keinen Cent extra über deinen normalen Fahrpreis hinaus zahlst. Du musst nur mit der Karte am Drehkreuz einchecken und schon kann es losgehen.
💡 Tipp: Bei schönem Wetter solltest du unbedingt beide Wege kombinieren. Fahre morgens mit der Fähre von Slussen auf die Insel, um die Morgensonne auf dem Wasser zu genießen, und kehre nachmittags mit der Straßenbahn über die Brücke ins Zentrum zurück. So bekommst du zwei völlig verschiedene Blicke auf die Stadt.

15. Tickets und lohnt sich der Go City Pass?
Wenn du die Ticketpreise für alle Hauptattraktionen zusammenrechnest, könnten dich die Zahlen etwas erschrecken. Die Vasa kostet rund 240 SEK, Skansen schluckt 305 SEK, ABBA The Museum 250 SEK und Junibacken 220 SEK. Schnell stellst du fest, dass dich ein aktiver Tag auf der Insel Djurgården über 1 000 SEK (ca. 92 €) kosten kann. Genau deshalb erwägen viele Touristen den Kauf der Touristenkarte Go City Stockholm Pass, die die Eintritte in Dutzende Sehenswürdigkeiten in der ganzen Stadt umfasst.
Ob sich die Karte für dich wirklich lohnt, hängt allein von deinem Reisetempo ab. Die Karte für einen Tag kostet meist rund 800 bis 900 SEK. Damit sie sich finanziell rentiert, müsstest du an einem einzigen Tag mindestens drei bis vier große Museen schaffen. Das ist zwar physisch möglich, aber von der Insel nimmst du dann nur Kopfschmerzen und ein völliges Durcheinander vor lauter Informationen mit. Wichtig zu wissen ist auch, dass zum Beispiel ABBA The Museum in dieser Karte NICHT enthalten ist und du es separat bezahlen musst.
Die Karte kannst du online kaufen und direkt aufs Handy laden. Wenn du dich dafür entscheidest, beginne deinen Tag wirklich früh am Morgen, um das Maximum herauszuholen.
💡 Tipp: Wenn du nicht mit hängender Zunge von einem Museum zum nächsten rennen willst, kauf dir lieber die Tickets einzeln online im Voraus. So entgehst du dem Druck, möglichst viel „schaffen zu müssen“, und genießt lieber in Ruhe das Vasa-Museum und Skansen, was für einen Tag ein reichlich ausreichendes Programm ist.

Wie du nach Djurgården kommst und dich dort fortbewegst
Die Anreise zur Museumsinsel ist dank des hervorragend funktionierenden Stockholmer ÖPNV (Betreiber SL) ein Kinderspiel, hat aber ihre kleinen Besonderheiten, die man kennen sollte. Dein bester Freund wird die Straßenbahn der Linie 7 sein, die das gedachte Rückgrat des westlichen Inselteils bildet. Sie fährt aus dem Zentrum von der Haltestelle T-Centralen ab und bringt dich bequem zum Vasa-Museum, nach Skansen und zum Schlösschen Waldemarsudde. Wenn du im Zentrum wohnst, ist das die logischste und schnellste Wahl.
Reist du aus der Altstadt Gamla Stan oder aus Södermalm an, ist die absolut schnellste Variante, in die Fähre der Linie 82 von der Haltestelle Slussen zu steigen. Das Schiff bringt dich in wenigen Minuten direkt zum Freizeitpark Gröna Lund. Für Straßenbahnen, Busse und diese Fähre gelten deine normalen SL-Tickets. Ein Einzelticket für 75 Minuten kostet 42 SEK (ca. 4 €) und du brauchst dafür keine App, es reicht, am Drehkreuz oder Lesegerät mit deiner normalen Zahlungskarte einzuchecken. Wenn du in der zweiten Jahreshälfte 2026 nach Stockholm fährst, habe ich eine tolle Nachricht für dich. Die schwedische Regierung subventioniert nämlich den ÖPNV, und der 30-Tage-Pass wurde auf unglaubliche 530 SEK (ca. 49 €) verbilligt. Wenn du auch nur fünf Tage in der Stadt verbringst, lohnt sich dieser Monatspass reichlich.
Für aktivere Reisende bietet sich das Ausleihen eines Stadtrads oder E-Scooters an. Aus dem Stadtzentrum bist du über die Radwege und die Brücke Djurgårdsbron in zehn Minuten auf der Insel. Das Rad ist zudem das absolut ideale Fortbewegungsmittel, um die weiter entfernten östlichen Teile von Djurgården zu erkunden, wohin keine Straßenbahnen mehr fahren und der Weg zu Fuß unnötig lange dauern würde.
Wovon ich dir dagegen entschieden abrate, ist der Versuch, mit einem Mietwagen auf die Insel zu fahren. Besonders an Sommerwochenenden ist die Einfahrt für Autos auf die Insel oft komplett verboten, um Staus zu vermeiden. Parkplätze gibt es hier nur ein absolutes Minimum, sie sind extrem teuer und mit der Suche nach einem freien Platz verbringst du mehr Zeit als mit dem eigentlichen Museumsbesuch. Lass das Auto lieber am Hotel geparkt und verlass dich auf den hervorragenden öffentlichen Nahverkehr oder deine eigenen Füße.

Was die Eintritte kosten und wie du sparst
Wenn du nicht aufpasst, kann die Insel Djurgården dein Reisebudget ordentlich durchlüften. Die meisten großen Institutionen gehören hier zu den teureren in Stockholm und die Ticketpreise steigen zudem in der Sommersaison oft an. Wenn du die Richtpreise der größten Attraktionen zusammenrechnest, also das Vasa-Museum (240 SEK), das weitläufige Skansen (305 SEK), das interaktive ABBA The Museum (250 SEK) und das Kinder-Junibacken (220 SEK), kommst du auf einen Betrag von über 1 000 SEK (mehr als 92 €) pro Person. Rechne das Mittagessen dazu und schon kostet dich ein Tag richtig viel.
Der Schlüssel dazu, wie du die Insel genießt, ohne dich zu ruinieren, liegt in der Erkenntnis, dass ein riesiger Teil von Djurgården völlig kostenlos zugänglich ist. Du zahlst nichts dafür, durch die wunderschönen Gärten beim Schlösschen Prins Eugens Waldemarsudde zu spazieren. Nichts kostet dich das Erkunden der Eichenwälder entlang des Kanals Djurgårdsbrunnskanalen oder das Entspannen auf den Klippen am Meer. Sogar die monumentale Eingangshalle des Nordiska museet mit der Statue von König Gustav Vasa ist ohne Kauf eines Tickets für die eigentlichen Ausstellungen zugänglich. Skansen bietet im Winter zwar deutlich günstigeren Eintritt, aber im Sommer kommst du ohne Ticket schlicht nicht hinein.
Wenn du nur einen einzigen Tag für die Insel hast und dein Budget im Zaum halten willst, empfehle ich dir, nur zwei Hauptattraktionen mit Eintritt auszuwählen. Die ideale Kombination für die meisten Reisenden ist zweifellos das Vasa-Museum gleich am Morgen und nachmittags das weitläufige Skansen. Für diese beiden Eintritte gibst du zusammen knapp 550 SEK (ca. 51 €) aus. Den Rest des Tages kannst du dann mit Spaziergängen durch die Parks verbringen und das gesparte Geld lieber in ein fantastisches vegetarisches Mittagessen oder eine ehrliche Fika im Biogarten Rosendals Trädgård investieren. So bekommst du ein viel ausgewogeneres und weniger stressiges Erlebnis der nordischen Metropole, als wenn du versuchst, hektisch ein Museum nach dem anderen abzuklappern.

Wo du auf der Insel essen kannst
Nach so vielen zurückgelegten Kilometern und Museumseindrücken bekommst du garantiert Hunger. Djurgården bietet jede Menge Möglichkeiten, aber da es sich um eines der touristischsten Gebiete ganz Stockholms handelt, stößt du hier leicht auf überteuerte Fallen.

Vom Picknick bis zu berühmten Bäckereien
Der größte Hit ist der bereits erwähnte Biogarten Rosendals Trädgård, wo es fantastisches vegetarisches Essen und frisches Gebäck gibt. Wenn du aber etwas Klassischeres suchst, findest du am Eingang des Freizeitparks Gröna Lund jede Menge Imbissstände. Direkt in Skansen gibt es außerdem mehrere traditionelle Restaurants, in denen ehrliche schwedische Fleischbällchen mit Preiselbeeren serviert werden, aber auch Suppen und Salatbuffets.
Eine tolle und vor allem günstige Alternative ist ein eigenes Picknick. Halte morgens in einem Supermarkt im Stadtzentrum, kauf frische Baguettes und Käse und mach dir ein Mittagessen auf dem Rasen mit Blick aufs Meer. Auf der Insel findest du Dutzende wunderschöner Plätze, sei es am Kanal Djurgårdsbrunn oder auf den Felsen in der Nähe des Schlösschens Waldemarsudde, wo du das Essen in völliger Ruhe genießt.
Wohin von Djurgården aus weiter
Die Museumsinsel ist zwar faszinierend, aber Stockholm und seine Umgebung haben noch viel mehr zu bieten. Wenn du mehrere Tage in der Stadt hast, lass dich unbedingt von unserem großen Guide Stockholm: 25 Tipps, was du sehen und erleben kannst inspirieren. Erkunde die engen Gassen der Altstadt Gamla Stan, geh zum Shoppen und für die besten Ausblicke ins hippe Viertel Södermalm oder folge den Spuren der Kunst in der Stockholmer U-Bahn, die als längste Galerie der Welt gilt.
Wenn dich die Geschichte des berühmten Schiffs im Detail interessiert und du deinen Besuch bis ins Letzte planen willst, schau dir unseren Artikel Vasa-Museum in Stockholm: Eintritt und Tipps an. Und wenn du die praktische Seite der Reise klären willst, ist der Guide Wo du in Stockholm wohnen kannst: Viertel und Hotels genau das Richtige für dich.
Hast du ein Auto oder scheust dich nicht vor dem Zug? Eine Stunde Fahrt nördlich liegt Uppsala mit seiner gigantischen Kathedrale und ist eine völlig andere Welt als das geschäftige Stockholm. Jede Menge Inspiration findest du in unserem umfangreichen Artikel Schweden: 30 Tipps, was du sehen und erleben kannst und vergiss nicht nachzulesen, was es Gutes zu probieren gibt, im Guide Schwedische Küche: 18 Gerichte, die du probieren musst.
Häufig gestellte Fragen
Planst du deinen Ausflug und ein paar praktische Details gehen dir noch nicht aus dem Kopf? Ich habe für dich eine schnelle Zusammenfassung der häufigsten Fragen vorbereitet, die mich rund um die Museumsinsel erreichen.
Hoffentlich helfen sie dir, deinen Besuch in Stockholm bestmöglich zu planen und unnötigen Stress zu vermeiden. Schauen wir sie uns an!
Wie viel Zeit sollte man für die Insel Djurgården einplanen?
Wenn du nur das Vasa-Museum sehen und einen kurzen Spaziergang am Wasser machen möchtest, reicht ein halber Tag. Falls du aber auch das weitläufige Skansen, ein vegetarisches Mittagessen in den Gärten von Rosendals Trädgård und einen langen Spaziergang zu den entlegeneren Galerien im Osten einplanen möchtest, solltest du für Djurgården auf jeden Fall einen ganzen Tag reservieren. Die Insel ist riesig und von Ort zu Ort zu hetzen, wäre unglaublich schade. Wenn die Zeit knapp ist, überlege dir deine Prioritäten gut. Es ist viel besser, zwei Museen in Ruhe zu genießen, als gestresst fünf durchzulaufen und nichts davon zu haben.
Wie kommt man am besten vom Zentrum nach Djurgården?
Am schnellsten und bequemsten ist die historische Straßenbahn der Linie 7, die direkt vom Sergels Torg über die Brücke Djurgårdsbron zu den Hauptmuseen fährt. Ein tolles und optisch sehr attraktives Erlebnis ist auch die Fähre der Linie 82 von Slussen in der historischen Altstadt, die dich in zehn Minuten zum Vergnügungspark Gröna Lund bringt. Für beides gilt ein normales ÖPNV-Ticket. Vergiss nicht, dass beide Strecken bereits in einer Mehrtagesfahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr enthalten sind, wenn du dir eine kaufst. Du musst dir also keine Gedanken über zusätzliche unnötige Gebühren machen.
Welches Museum sollte man wählen, wenn man nur für eines Zeit hat?
Ich empfehle ganz klar das Vasa-Museum. Es ist ein absolutes Weltunikat, das du nirgendwo sonst auf der Welt sehen wirst. Der Anblick des gigantischen Kriegsschiffs aus dem 17. Jahrhundert, das über 300 Jahre auf dem Meeresgrund verbracht hat und dank der Abwesenheit des Schiffswurms fast unversehrt erhalten geblieben ist, ist ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergessen wirst. Vergiss nur nicht, gleich morgens zur Öffnung zu kommen! Das Gebäude selbst liegt zudem in Laufweite von der Brücke und der Straßenbahn, sodass du wirklich einfach hierher kommst. Besorge dir die Tickets aber lieber im Voraus online.
Was kosten die Museumseintritte und lohnt sich ein Kombiticket?
Die Eintritte sind nicht gerade günstig, Vasa kostet etwa 240 SEK, Skansen über 300 SEK und ABBA The Museum 250 SEK. Du kannst dir die Touristenkarte Go City Stockholm besorgen, aber die lohnt sich finanziell nur, wenn du drei bis vier Museen pro Tag schaffst, was sehr anstrengend ist. Für die meisten Reisenden ist es günstiger, Tickets einzeln online zu kaufen und sich so unnötigen Stress zu ersparen. Die Kombi-Karte macht nur Sinn, wenn dein Reisetempo wirklich rasant ist. Für einen entspannten Familienurlaub wählst du lieber nur das aus, was dich wirklich interessiert.
Ist die Insel Djurgården für einen Besuch mit Kindern geeignet?
Es ist absolut der beste Ort in Stockholm für Familien mit Kindern. Die kleinen Reisenden werden den nordischen Zoo im Skansen lieben, den interaktiven Märchenzug in Junibacken, der sie nahtlos in die zauberhafte Welt von Astrid Lindgren führt, sowie den Vergnügungspark Gröna Lund. Die ganze Insel ist zudem voller weitläufiger Parks und Ruhezonen, wo sich Kinder sicher und frei austoben können. Die meisten Museen sind außerdem perfekt für Kinderwagen ausgelegt und bieten Einrichtungen für Familien mit den Kleinsten. Du findest hier auch genügend Stände mit Eis und Snacks.
Kann man sich auf der Insel kostenlos bewegen, ohne Eintritt zu bezahlen?
Auf jeden Fall! Die ganze Insel funktioniert wie ein riesiger öffentlicher Nationalpark. Du kannst völlig kostenlos durch die Eichenwälder entlang des Kanals Djurgårdsbrunn spazieren, die märchenhafte Architektur der Museen von außen bewundern, in der Umgebung des Empire-Schlosses Rosendal flanieren oder in den herrlichen Gärten von Prins Eugens Waldemarsudde entspannen. Bezahlt wird nur der Eintritt in die Innenausstellungen und großen Museen. Genau diese ruhigen Ecken ohne Hunderte anderer Touristen gehören zum Besten, was Stockholm zu bieten hat. Du musst nur eine Decke und gute Verpflegung im Rucksack mitnehmen.
Wann ist auf der Insel am wenigsten Touristenandrang?
Die größten Menschenmassen strömen im Juli und August zwischen zehn Uhr morgens und zwei Uhr nachmittags hierher, wenn große Gruppen von riesigen Kreuzfahrtschiffen eintreffen. Für ein ruhigeres Erlebnis empfehle ich, früh morgens gleich zur Öffnung loszuziehen oder stattdessen die Frühlings- oder Herbstmonate wie Mai, Juni und September zu wählen, wenn das Wetter noch angenehm ist, aber deutlich weniger Touristen in der Stadt sind. Wenn du dich für einen Besuch außerhalb der Sommersaison entscheidest, vergiss nicht, wärmere Kleidung einzupacken. Der Wind vom Meer kann im Norden auch im Frühling ziemlich kalt sein.
Was ist auf Djurgården in den Wintermonaten geöffnet?
Die meisten großen staatlichen und Innenmuseen wie Vasa, Nordiska oder ABBA The Museum bleiben ganzjährig geöffnet, wenn auch mit leicht verkürzten Öffnungszeiten. Skansen ist ebenfalls in Betrieb und veranstaltet im Dezember wunderschöne Weihnachtsmärkte mit dem Duft von Glühwein. Geschlossen ist hingegen der Vergnügungspark Gröna Lund und einige kleinere Sommercafés, daher solltest du vor einem Winterbesuch immer die aktuellen Öffnungszeiten überprüfen. Die Winterstimmung auf der Insel ist aber absolut zauberhaft, besonders wenn frischer Schnee fällt. Die kurzen Tage werden so leicht durch die gemütliche Atmosphäre in den warmen Cafés ausgeglichen.
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