Wenn du zum ersten Mal am Flughafen Keflavík aus dem Flugzeug steigst, schlägt dir wahrscheinlich sofort ein kalter, rauer Wind vom Ozean ins Gesicht. Er riecht nach Salz, ferner Schwefel und kompromissloser Wildnis – und erinnert dich gleich in der ersten Sekunde daran, dass hier die Natur das Sagen hat, nicht der Mensch. Wer Flüge nach Island bucht, sollte wissen, worauf er sich einlässt.
Mit Lukáš sind wir Ende September/Anfang Oktober 2018 auf diese magische Insel aufgebrochen, und ich erinnere mich noch, wie mich gleich nach der Landung diese unendliche, ungezähmte Leere faszinierte, die einen einfach dazu zwingt, die eigene Größe neu zu bewerten.
Die Suche nach Flügen nach Island war für uns damals so etwas wie der Startschuss für eine Expedition fürs Leben, denn Island ist nicht einfach nur ein weiteres Urlaubsziel – es ist eher eine andere Welt.
In diesem Artikel findest du einen kompletten Guide dazu, wie du Flüge nach Island findest, von wo aus du am besten startest und worauf du 2026 unbedingt aufpassen solltest.
Ich verrate dir, wo du die besten Verbindungen findest, erkläre dir die Unterschiede zwischen den Flughäfen und gebe dir praktische Tipps zu Mietwagen, aktuellen Preisen und Unterkünften – damit du das Land aus Feuer und Eis ohne unnötigen Stress in vollen Zügen genießen kannst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Direktflüge ab Deutschland: In der Hauptsaison fliegen z. B. Icelandair und Eurowings von mehreren deutschen Flughäfen (Frankfurt, München, Berlin) nach Keflavík; die Flugzeit beträgt rund 3,5 Stunden.
- Flüge mit Umstieg: Außerhalb der Saison fliegst du oft mit Umstieg (häufig Frankfurt, Kopenhagen, Amsterdam); Hin- und Rückflug zwischen Deutschland und Island gibt es üblicherweise ab etwa 150 bis 300 €.
- Pleite von PLAY Airlines: Der Billigflieger PLAY ist im September 2025 in die Insolvenz gegangen – in alten Reiseführern wird er noch erwähnt, aber buchen kannst du dort nichts mehr.
- Icelandair Stopover: Wenn du mit Icelandair nach Amerika fliegst, kannst du in Island einen kostenlosen Zwischenstopp von bis zu 7 Tagen einlegen.
- Flughafen: Internationale Flüge landen in Keflavík (KEF), nicht direkt in Reykjavík. Bis in die Hauptstadt sind es etwa 45 Minuten mit dem Flybus.
- Flugsuche: Die besten günstigen Flüge nach Island und kompliziertere Umstiege suchen und kombinieren wir seit Jahren über Skyscanner oder Google Flights.
- Preise und Steuern 2026: Es wurde eine neue Kilometersteuer für Mietwagen eingeführt, dafür ist der Benzinpreis auf rund 210 bis 225 ISK pro Liter gesunken.
- Dokumente: Island gehört zum Schengen-Raum, ein gültiger Personalausweis reicht – ETIAS-Gebühren oder die neue EES-Biometrie betreffen EU-Bürger nicht.
Wann hinfahren und wie du hinkommst
Die Reiseplanung beginnt mit der richtigen Flugverbindung, die sich in den letzten Jahren ziemlich stark verändert hat. Von Deutschland zum Polarkreis zu kommen, war noch nie so einfach – trotzdem solltest du auf die Saison achten und gut überlegen, welcher Airline du deine Pläne anvertraust. Schauen wir uns an, welche Flüge nach Island aus Deutschland aktuell am meisten Sinn ergeben und wie du dich nicht von veralteten Infos aus dem Internet austricksen lässt.
1. Direktflüge ab Deutschland und die Sommersaison
Wenn du Wartezeiten an Flughäfen hasst und so schnell wie möglich am Ziel sein willst, empfehle ich dir, dich auf den Sommerflugplan zu konzentrieren. In der Saison bieten Airlines wie Icelandair und Eurowings Direktflüge von mehreren deutschen Flughäfen (etwa Frankfurt, München oder Berlin) nach Island an.
Der Flug dauert offiziell rund 3 Stunden und 45 Minuten – eine eigentlich unglaublich kurze Zeit, um in einer völlig anderen Welt voller Vulkane und Gletscher zu landen. Meistens fliegt man zu recht vernünftigen Uhrzeiten, sodass du nach der Landung noch das Mietauto abholen und den ersten Lebensmitteleinkauf schaffst.
Der Preis für einen Hin- und Rückflug nach Island bewegt sich im Sommer üblicherweise zwischen 250 und 450 €, gelegentlich gibt es aber auch Angebote um die 180 bis 220 €. Ich rate dir, den Kauf nicht auf die letzte Minute zu verschieben, denn die Sommertermine sind trotz des höheren Preises oft sehr schnell ausgebucht.
Prüfe bei jedem Flug sorgfältig dein erlaubtes Gepäck, denn bei den Basistarifen ist oft nur ein kleines Handgepäckstück inklusive und für einen Aufgabekoffer musst du ordentlich draufzahlen. Bei Winterkleidung, die enorm viel Platz wegnimmt, kommst du um einen großen Koffer einfach nicht herum.
2. Flüge mit Umstieg außerhalb der Hauptsaison
Wenn du dich entscheidest, im Herbst, Winter oder frühen Frühling aufzubrechen (so wie wir Ende September/Anfang Oktober), erwartet dich wahrscheinlich eine Reise mit Umstieg. Direktverbindungen werden außerhalb der touristischen Hauptsaison nämlich oft gar nicht oder nur sehr eingeschränkt angeboten.
Am häufigsten steigt man an europäischen Drehkreuzen wie Frankfurt, Kopenhagen, Amsterdam oder London um. Das bedeutet zwar etwas längere Reisezeit, dafür kannst du dir aber die Beine vertreten und an einem weiteren europäischen Flughafen einen Kaffee trinken.
Auch wenn sich die Reise dadurch in die Länge zieht, bekommst du so oft richtig günstige Flüge nach Island, die in der Nebensaison schon bei rund 100 € bei Billigfliegern beginnen können. Der übliche Durchschnitt für einen Hin- und Rückflug mit Umstieg liegt zwischen 150 und 300 €.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Ein kurzer Umstieg in Frankfurt oder Kopenhagen ist nichts Schlimmes, und das Geld, das du beim Flug sparst, kannst du auf dieser sehr teuren Insel gut für eine ordentliche Unterkunft oder den Mietwagen gebrauchen.
3. Achtung vor der Pleite der Airline PLAY
Das ist eine entscheidende Info für 2026, die du im Hinterkopf behalten musst, wenn du ältere Reiseführer liest. Die leuchtend roten Flugzeuge des Billigfliegers PLAY Airlines wirst du am Himmel leider nicht mehr sehen.
Diese Airline ist Ende September 2025 in Insolvenz gegangen und hat den gesamten Betrieb eingestellt. Es war ein riesiges Ereignis, bei dem an Flughäfen auf der ganzen Welt achtzehntausend Reisende strandeten.
Wenn du also irgendwo in Foren oder auf älteren Blogs auf den Tipp stößt, super günstige Flüge nach Island ausgerechnet mit dieser Gesellschaft zu suchen, schließ das Fenster gleich wieder und such weiter. Wichtigster stabiler Anbieter auf der Insel bleibt jetzt das souveräne Icelandair, und in der Sommersaison ergänzen es Airlines wie Eurowings ab deutschen Flughäfen.
4. Der geniale Stopover von Icelandair und wie du Flüge findest
Wenn du eine große Reise nach Nordamerika planst (etwa nach New York, Toronto oder Chicago) und mit Icelandair fliegst, hast du einen riesigen Trumpf im Ärmel.
Diese Airline bietet nämlich das großartige Programm namens Stopover, mit dem du in Island einen Zwischenstopp von bis zu 7 Nächten einlegen kannst – ganz ohne Aufpreis auf den Flugpreis. Du fliegst also über den Ozean und hakst nebenbei die zauberhafte nordische Wildnis von deiner Bucket-List ab, ohne für einen weiteren Flug zu zahlen.
Für die Suche nach all diesen Möglichkeiten schwören Lukáš und ich auf Skyscanner und Google Flights. Das sind unsere Lieblings-Tools, die geschickt verschiedene Anbieter kombinieren und die schnellsten oder eben die günstigsten Umstiege finden.
Pass nur gut auf, dass deine Umstiege nicht zu knapp sind. Das Wetter in Island kann extrem launisch sein und starker Wind sorgt manchmal für Verspätungen.
Keflavík vs. Reykjavík: Wie die Flughäfen funktionieren und der Weg in die Stadt
Wenn Leute ihre ersten Flüge nach Island buchen, denken sie oft, sie landen direkt in der Hauptstadt und sind in fünf Minuten im Hotel. Die Realität sieht aber so aus, dass die Flughäfen der Insel sehr speziell aufgeteilt sind, und es ist gut zu wissen, wo du landest und wie du von dort weiterkommst. Sobald du aus dem Flugzeug steigst, riechst du sofort diese typische Nordluft und beginnst, die ersten logistischen Schritte deiner Reise zu planen.
1. Wo du eigentlich landest und der Einkaufs-Trick
Alle großen internationalen Flüge, für die du Flüge nach Island aus Europa oder Amerika buchst, landen am internationalen Flughafen Keflavík (KEF). Dieser recht moderne Flughafen liegt auf der Halbinsel Reykjanes, etwa 45 Minuten Fahrt mit Auto oder Bus vom Zentrum Reykjavíks entfernt.

Die Hauptstadt hat zwar ihren eigenen kleineren Flughafen (Reykjavík Domestic Airport), der dient aber ausschließlich für Inlandsflüge, zum Beispiel nach Akureyri im Norden, zu den abgelegenen Ostfjorden oder für Spezialflüge nach Grönland.
Der Flughafen in Keflavík ist sehr übersichtlich und perfekt organisiert, du verläufst dich dort garantiert nicht. Ich habe aber einen riesigen Tipp gleich nach der Landung für dich.
Die meisten Duty-Free-Einkäufe erledigt man direkt an den Gepäckbändern, denn eine Flasche Wein oder Bier in normalen isländischen Supermärkten zu kaufen, ist schlichtweg unmöglich.
Verkauft wird Alkohol nur in den staatlichen Läden Vínbúðin, die sehr eingeschränkte Öffnungszeiten und astronomische Preise haben. Wenn du dir also abends nach der Wanderung ein Gläschen gönnen willst, kauf gleich am Flughafen Vorräte ein.
2. Der Weg vom Flughafen in die Hauptstadt
Die bequemste Art, ohne eigenes Auto von Keflavík ins Zentrum von Reykjavík zu kommen, sind die Flughafenbusse Flybus. Sie fahren direkt von der Ankunftshalle ab, und ihr großer Vorteil ist, dass sie an alle Ankünfte gekoppelt sind.

Das bedeutet, dass der Bus auch dann auf dich wartet, wenn dein Flug wegen schlechtem Wetter Verspätung hat. Die Fahrt ins Zentrum dauert die bereits erwähnten 45 Minuten, und unterwegs kannst du die ersten Ausblicke auf die Lavafelder genießen.
Die Busse bieten auch die Möglichkeit, dich direkt zu deinem Hotel oder an vorher festgelegte Haltestellen in der Stadt zu bringen. Wir haben uns mit Lukáš die Tickets bequem vorab online gekauft, damit wir nach der Landung nicht an den Schaltern warten mussten und direkt in den geheizten Bus steigen konnten, während draußen schon ein ordentlicher isländischer Sturm losging.
💡 Tipp: Eintrittskarten und organisierte Ausflüge (rund um Island) lohnt es sich, vorab online über GetYourGuide zu buchen – in der Saison sind sie schnell ausgebucht.
3. Mietwagen, Wind und die tückischen isländischen Versicherungen
Island ohne eigenes Auto zu erkunden, ist wie ins Kino zu gehen und dabei die Augen zu schließen. Wir nutzen regelmäßig einen Vergleichsdienst für Mietwagen und holen das Auto immer direkt am Flughafen Keflavík ab.

Der Mietwagen ist hier aber eine Disziplin für sich, und die Preise bewegen sich ab 5.000 ISK pro Tag im Winter bis hin zu 35.000 ISK für einen ordentlichen SUV in der Sommersaison. Wenn du im Sommer fährst und nur die Hauptasphaltstraße Ring Road (Straße Nr. 1) oder den berühmten Golden Circle abfahren willst, reicht dir ein normales Auto mit Zweiradantrieb völlig aus.
Sobald du dich aber ins raue Hochland auf die F-Roads wagst (auf die normale Autos strenges Fahrverbot haben und wo dir ruinöse Strafen drohen) oder im Winter fährst, ist Allradantrieb 4×4 absolute Pflicht.
Achte unbedingt auf die Versicherung, denn Island hat seine sehr speziellen Regeln und die Foren sind voll von Horror-Rechnungen für beschädigte Autos. Die Grundversicherung CDW reicht hier einfach nicht aus. Zahl auf jeden Fall den Aufpreis für Gravel Protection (GP), die dich vor aufgewirbeltem Schotter schützt.
Rund ein Drittel der Straßen auf der Insel ist unbefestigt, und Steine von entgegenkommenden Autos zertrümmern hier mit absoluter Regelmäßigkeit die Windschutzscheiben. Wenn du in den Süden und Osten fährst, überlege dir auch die SAAP (Sand and Ash Protection) gegen Sandstürme, die buchstäblich den Lack vom Auto schmirgeln können – das kostet schnell mehrere Tausend Euro.
Der größte Feind ist aber der isländische Wind. Der kann so stark sein, dass er dir bei Unachtsamkeit buchstäblich die Autotür aus den Angeln reißt. Denk daran, dass dieser Schaden (das sogenannte Door-Ripping) meist von gar keiner Versicherung gedeckt ist.
Halte die Tür beim Aussteigen immer fest mit beiden Händen 😅! Und wenn du mit einem 4×4-Auto ins Hochland willst, sei dir bewusst, dass das Absaufen des Autos beim Durchqueren wilder Flüsse von überhaupt keiner Versicherung gedeckt wird – das volle Risiko trägst du.
Wo übernachten + was das alles kostet
Die Unterkunft in Island verschlingt ein ziemlich großes Stück deines Budgets, und damit musst du im Voraus sehr realistisch rechnen. Ein Roadtrip für zwei Personen im mittleren Standard für eine Woche (mit eigenem Mietwagen, Versicherung und Unterkunft in Gästehäusern mit Heizung) kostet dich 2026 etwa 3.200 bis 5.200 € ohne Flüge.
Wenn du extrem sparst, im Zelt schläfst und selbst kochst, kommst du auf etwa 2.000 bis 2.800 €. Booking.com ist unser liebster Anbieter, weil du auf der Insel eine riesige Auswahl an gemütlichen Gästehäusern und Farmen findest.
Seit dem 1. Januar 2026 hat die Regierung außerdem eine neue Kilometersteuer (Kilometer Fee) für alle Fahrzeuge eingeführt, die rund 6,95 ISK pro gefahrenem Kilometer beträgt (etwa 0,05 €). Die Mietwagenfirmen rechnen dir diese Steuer entweder fix pro Tag ab (etwa 1.390 bis 1.550 ISK) oder ziehen sie dir nach der Rückgabe genau nach Tacho von der Karte ab.
Die gute Nachricht ist aber, dass die Regierung als Ausgleich einen Teil der Steuer auf Kraftstoff abgeschafft hat. Während Benzin letztes Jahr noch wahnsinnige 305 ISK kostete, ist sein Preis 2026 auf angenehmere 210 bis 225 ISK pro Liter gesunken (etwa 1,40 bis 1,50 €). Unterm Strich zahlst du also ungefähr gleich viel, nur dass das Geld nicht an die Tankstelle, sondern an die Mietwagenfirma geht.
1. Reykjavík und der Südwesten als Ausgangsbasis
Wenn du nicht jeden Tag die Koffer packen willst und nur ein verlängertes Wochenende oder 4 bis 5 Tage für Island hast, ergibt es enorm viel Sinn, direkt in der Hauptstadt oder in ihrer unmittelbaren Umgebung auf der Halbinsel Reykjanes zu übernachten. Von dort aus kannst du sternförmige Ausflüge unternehmen.
Von Reykjavík aus fährst du an einem einzigen Tag bequem den berühmten Golden Circle ab und kehrst wieder ins Warme zurück. Am nächsten Tag kannst du zu den Vulkanen oder in die Thermalbäder aufbrechen.
Eine Unterkunft in der Stadt bietet auch den Luxus toller Cafés und Bäckereien gleich um die Ecke. Gästehäuser kosten hier etwa 80 bis 150 € pro Nacht für zwei.
💡 Konkrete Unterkunftstipps (Preise und Verfügbarkeit prüfst du über Booking, buche rechtzeitig – in der Saison und rund um die Sonnenfinsternis 2026 sind sie Monate im Voraus weg):
- Center Hotels Grandi (Reykjavík)
- Hótel Berg (Keflavík)
- Hótel Borg (Reykjavík)
2. Unterkünfte an der Ring Road (Süden und Osten)
Wenn du dich entscheidest, die ganze Insel über die Ring Road zu umrunden – das sind über 1.300 Kilometer –, musst du mit einer nomadischen Lebensweise rechnen. Die Entfernungen sind hier riesig und es macht keinen Sinn, zurückzufahren.
Im Süden rund um das Städtchen Vík sind die Kapazitäten oft sehr schnell ausgebucht, denn hierhin strömt die überwältigende Mehrheit der Touristen, um die schwarzen Strände und Gletscher zu bewundern.
Richtung Osten zu den Ostfjorden werden Unterkünfte und Menschenmengen weniger, aber ich rate dir, Reservierungen nicht auf die letzte Minute zu lassen. Wir haben in wunderschönen Holzhütten mit Blick auf endlose Weiden geschlafen.
3. Camping und die Camping Card für Abenteurer
Viele Leute lösen das Problem der teuren Unterkünfte durch Camping im Auto oder direkt im Dachzelt – das ist in Island ein riesiges Phänomen. Wenn du dich für diese Variante entscheidest (und dir etwas Kälte nichts ausmacht), besorg dir unbedingt die Camping Card.
2026 kostet diese Karte rund 26.000 ISK (etwa 175 €) und gilt für 28 Nächte für zwei Erwachsene und vier Kinder. Damit bekommst du Zugang zu mehr als 40 Campingplätzen auf der ganzen Insel.
Vor Ort zahlst du dann nur noch eine symbolische Übernachtungssteuer von 400 ISK pro Zelt oder Auto pro Nacht. Das ist eine absolut fantastische Art, enorm viel Geld zu sparen – denk nur daran, dass die meisten Campingplätze Mitte September schließen.
Was du in Island sehen musst: 6 Regionen, die du nicht verpassen darfst
Die Orientierung auf der Insel ist eigentlich ziemlich einfach, denn sie wird komplett von der asphaltierten Ringstraße Ring Road umrundet. Neulinge machen aber oft den riesigen Fehler, ihren Reiseplan bis zum Bersten vollzustopfen und versuchen, die Insel in fünf Tagen zu umrunden.
Das Ergebnis ist, dass sie acht Stunden täglich im Auto sitzen und abends vor lauter Erschöpfung umfallen. Für eine entspannte Umrundung der ganzen Straße brauchst du mindestens 8 bis 10 Tage.
Wenn du weniger Zeit hast, wähl nur ein paar Regionen aus dieser Liste aus und lerne sie richtig kennen. Schauen wir uns das Beste an, was Island zu bieten hat.
1. Golden Circle: Der Klassiker zum Einstieg
Der Golden Circle ist mit Abstand der meistbesuchte Teil Islands und ein absolut idealer Tagesausflug direkt von Reykjavík aus, da der Rundweg etwa 250 Kilometer misst.

Die erste Station ist meist der Nationalpark Þingvellir, ein Ort mit enormer historischer Bedeutung, denn hier entstand im Jahr 930 das erste isländische Parlament.
Gleichzeitig ist es der einzige Ort der Welt, an dem du direkt in der Silfra-Spalte spazieren (oder sogar im 2 °C kalten Wasser tauchen) kannst, die die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte trennt.
Die zweite Pflichtstation ist das geothermale Gebiet Haukadalur, wo der berühmte Geysir Strokkur auf dich wartet. Im Gegensatz zum schlafenden Großen Geysir spuckt er alle fünf bis zehn Minuten kochendes Wasser bis zu dreißig Meter in die Höhe. Ein absolut faszinierendes Naturschauspiel, bei dem du mit offenem Mund stehen bleibst.
Das Highlight des Rundwegs bildet schließlich der massive, zweistufige Wasserfall Gullfoss. Das Wasser stürzt hier mit ohrenbetäubendem Getöse in eine tiefe Schlucht, und im Sommer leuchten darum herum oft wunderschöne Regenbögen.
2. Die Südküste: Wasserfälle und atemberaubende schwarze Strände
Sobald du von Reykjavík Richtung Osten auf der Straße Nummer 1 aufbrichst, öffnet sich vor dir eine Parade der ikonischsten Postkartenorte. Als Erstes begrüßt dich der Wasserfall Seljalandsfoss, der einzigartig ist, weil man auf einem rutschigen Pfad einmal komplett um ihn herumgehen kann – sogar hinter das herabstürzende Wasser.

Gleich ein Stückchen weiter triffst du auf den gewaltigen und majestätischen Skógafoss, an dem Hunderte Stufen bis zu einer Aussicht über ihm hinaufführen. Seit 2025 wird am Skógafoss leider eine Parkgebühr von rund 1.000 ISK fällig, die du einfach über die Apps Parka oder EasyPark bezahlst.
An der Südküste darfst du auch das ikonische Wrack des amerikanischen Militärflugzeugs DC-3 nicht auslassen, das notfallmäßig auf der endlosen schwarzen Sandebene Sólheimasandur gelandet ist.
Der Weg dorthin vom Parkplatz dauert zwar etwa 45 Minuten langweiliges Gehen in eine Richtung (oder du nutzt den kostenpflichtigen Shuttlebus), aber die Fotos von hier sehen aus wie aus einem postapokalyptischen Film. Und dann erwartet dich schon das zauberhafte Städtchen Vík mit dem nahegelegenen, atemberaubenden Strand Reynisfjara.
3. Der Südosten: Die Gletscherlagune Jökulsárlón und der Vatnajökull
Sobald du das Städtchen Vík passierst, lichten sich die Touristenmassen merklich und die Landschaft verändert sich. Den gesamten Südosten dominiert unerschütterlich der Nationalpark Vatnajökull mit dem überhaupt größten europäischen Gletscher, der unglaubliche acht Prozent der gesamten Fläche Islands bedeckt. Der absolute Höhepunkt dieser ganzen Region – und für Lukáš und mich einer der schönsten Orte der Welt – ist die Gletscherlagune Jökulsárlón.

In dieser riesigen Lagune brechen vom schmelzenden Gletscher gewaltige, leuchtend blaue Eisschollen ab und treiben langsam über die Wasseroberfläche Richtung Ozean. Die ganze Stille und Majestät rauben einem den Atem.
Sobald die Schollen ins Meer gelangen, schmirgeln die starken Wellen sie ab und spülen sie zurück an den gegenüberliegenden schwarzen Vulkanstrand, der treffend Diamond Beach (Diamantstrand) heißt. Der Kontrast aus kristallklarem Eis und kohleschwarzem Sand ist etwas, das du einfach mit eigenen Augen sehen musst.
4. Nordisland und der abwechslungsreiche Diamond Circle
Die nördliche Hauptstadt Islands heißt Akureyri und ist ein wunderbares, lebendiges Städtchen voller toller Cafés und ausgezeichnetem Essen, das ganz am Ende eines langen Fjords liegt. Von hier aus bricht man üblicherweise zum sogenannten Diamond Circle auf.

Dort entdeckst du den göttlichen Wasserfall Goðafoss, die faszinierend blubbernden Schlammtöpfe Hverir und die bizarren Lavaformationen Dimmuborgir am See Mývatn.
Gekrönt wird der Rundweg vom Dettifoss, dem nach Durchflussmenge überhaupt gewaltigsten Wasserfall ganz Europas – das Tosen seines trüben Wassers spürst du sogar durch die Schuhsohlen.
Wenn du in den Norden fährst, halt im Städtchen Húsavík, das ein weltweites Mekka für die Walbeobachtung ist. Die Boote fahren von hier mit einer faszinierenden, fast 99-prozentigen Erfolgsquote aus, und in den Sommermonaten kannst du hier manchmal sogar gigantische Blauwale erspähen.
⚠️ Für 2026 habe ich noch einen tollen Tipp: Das beliebte Thermalbad Mývatn Nature Baths ist derzeit wegen eines umfangreichen Umbaus geschlossen, eröffnet aber unter dem neuen Namen Earth Lagoon im Frühjahr 2026 – und wird um eine neue, fantastische Höhle direkt in einer Lavaspalte erweitert.
5. Snæfellsnes und die abgelegenen Westfjorde
Die Halbinsel Snæfellsnes wird oft liebevoll „Island im Kleinen“ genannt. Hier findest du nämlich wirklich alles – einen schlafenden Vulkan mit Gletscherhaube, die dramatischen, von Wellen gepeitschten Klippen von Arnarstapi, die einsame schwarze Kirche Búðir und den mit Abstand meistfotografierten Berg Islands, das spitze Kirkjufell, das die Serie Game of Thrones berühmt gemacht hat.

Snæfellsnes ist ein absolut ideales Ziel, wenn du nur 2 bis 3 Tage zum Entdecken hast und nicht unnötig mit dem Auto über die ganze Insel hetzen willst.
Die Westfjorde (Westfjords) stellen dagegen eine völlig andere, isolierte Welt dar, in die nur knapp zehn Prozent aller Touristen vordringen. Die Straßen zeichnen hier ermüdend die tiefen Fjorde nach, der Asphalt wechselt sich ständig mit Schotter ab und die Fahrt ist enorm langsam (für die Umrundung solltest du ruhig zwei Tage einplanen).
Der Lohn für die Mühe ist aber absolute Abgeschiedenheit, der monumentale, kaskadenförmige Wasserfall Dynjandi und die majestätischen Klippen von Látrabjarg.
Sie sind der westlichste Punkt Islands und dienen im Sommer als Heimat für unglaubliche fünfzigtausend Paare der niedlichen Papageitaucher. Diese Fjorde sind aber sinnvoll nur im Sommer befahrbar.
6. Das wilde Hochland (Highlands)
Das ist das raue Herz der Insel und ein Ort nur für echte Abenteurer. Ins Hochland (Highlands) führen keine asphaltierten Straßen, du findest hier keine Hotels mit warmer Dusche und triffst auch keine einzige Tankstelle.

Hierher führen nur Schotter-Bergwege namens F-Roads, die tiefe Furten durch wilde Gletscherflüsse kreuzen. Das Gebiet ist ausschließlich mit einem ordentlichen Auto mit 4×4-Antrieb zugänglich, und das nur in den Sommermonaten von Mitte Juni etwa bis Mitte September.
Wenn du dich hierher wagst, siehst du eine Landschaft, die aussieht wie von einem anderen Planeten. Baden kannst du in den natürlichen heißen Quellen im Gebiet Landmannalaugar, das für seine regenbogenfarbenen Rhyolith-Berge berühmt ist.
Der Weg zur Mondlandschaft und zum Krater des Vulkans Askja ist wiederum eine echte Prüfung der Fahrkünste. Es ist wunderschön, verlangt aber maximalen Respekt und Vorbereitung.
Wann du aufbrechen und worauf du dich in Island vorbereiten solltest
Island hat einen absolut treffenden Spruch: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte fünf Minuten.“ Das sagt wohl alles. Der Golfstrom hält die Temperaturen zwar in recht erträglichen Grenzen, aber der allgegenwärtige Wind kann die gefühlte Temperatur um einige Grad nach unten drücken.
Regel Nummer eins ist daher das ständige Schichten von Kleidung und eine wirklich gute, wasserdichte Jacke, die du selbst im Juli kaum ausziehst.
1. Eruptionen auf Reykjanes und Sicherheit
Vielleicht hast du im Fernsehen die furchterregenden Aufnahmen der fließenden Lava auf der Halbinsel Reykjanes gesehen und fragst dich, ob Flüge nach Island überhaupt eine gute Idee sind. Seit dem Frühjahr 2021 ereignete sich hier tatsächlich eine ganze Reihe von Eruptionen, und laut Wetterdienst haben sich unter dem Gebiet über 26 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt.
Das klingt nach Apokalypse, aber für die überwältigende Mehrheit der Touristen ändert sich eigentlich gar nichts. Die Eruptionen sind hier nämlich effusiv. Das bedeutet, die Lava tritt zwar ruhig aus den Spalten aus, aber der Vulkan schleudert keine Aschewolken in die Atmosphäre, die den Flugverkehr lahmlegen würden.
Der Flughafen Keflavík, die Hauptstadt und die Hauptroute Ring Road funktionieren völlig ohne jegliche Einschränkung und sind komplett sicher. Den einzigen realen Einfluss hat das auf die Bewohner des evakuierten Städtchens Grindavík und auf das nahegelegene berühmte Thermalbad Blue Lagoon.
Dieses funktioniert in einem dynamischen Modus – Sensoren überwachen die Aktivität und können das Bad im Bedarfsfall mit zwei Stunden Vorlauf komplett evakuieren. Bevor du irgendwohin aufbrichst, prüfe immer die aktuellen Warnungen auf der ausgezeichneten offiziellen Website safetravel.is und auf den Seiten des Wetterdienstes vedur.is.
2. Schwarze Sonne – die Finsternis im August 2026
Wenn du eine Reise für August 2026 planst, habe ich eine Nachricht für dich, die dir entweder ein begeistertes Lächeln ins Gesicht zaubert oder dich dazu zwingt, dein Budget komplett zu überdenken.
Am Mittwoch, dem 12. August 2026, zieht nachmittags direkt über Island ein Streifen einer totalen Sonnenfinsternis. Es ist das astronomische Ereignis des Jahrhunderts – die erste solche Finsternis von Island aus seit 1954, und die nächste wird erst im 22. Jahrhundert sichtbar sein!
Der Streifen der absoluten Totalität trifft die Westfjorde, die Halbinsel Snæfellsnes, Reykjavík und Keflavík. Die längste Dunkelheit, über 2 Minuten, erleben die Klippen von Látrabjarg. Direkt in Reykjavík verschwindet die Sonne dann für etwa eine Minute gegen 17:43 Uhr Ortszeit. Auf Snæfellsnes ist sogar ein riesiges Festival geplant, sodass es im gesamten Westen enorm lebhaft sein wird.
Wenn du dieses magische Phänomen sehen willst, musst du dich darauf einstellen, dass die Insel absolut hoffnungslos zum Bersten voll sein wird. Unterkünfte im Finsternisstreifen sind großteils schon seit Anfang 2025 ausgebucht, und die Preise für alles – von Flügen bis zum Mietwagen – schießen raketenartig nach oben.
Eine normale Pension kostet an diesen Tagen schon mal astronomische 700 USD pro Nacht. Wenn du dorthin reist, reservier lieber alles mit enormem Vorlauf und hol dir detaillierte Infos von der offiziellen Website eclipse2026.is.
3. Tückische Wellen und der gefährliche Strand Reynisfjara
Obwohl Island in puncto Kriminalität seit Langem das absolut sicherste Land der Welt ist, verzeiht die hiesige Natur keine Fehler. Das bekannteste und leider tragischste Beispiel ist der wunderschöne schwarze Strand Reynisfjara nahe dem Städtchen Vík im Süden der Insel.
Riesige Wellen, dramatische Basaltsäulen und magischer schwarzer Sand bilden eine atemberaubende Kombination, die Menschenmengen mit Kameras hierher lockt.
Ich muss dich aber sehr eindringlich vor dem Phänomen der sogenannten Sneaker Waves (tückische, verborgene Wellen) warnen. Diese Wellen kommen sehr unerwartet, haben eine enorme Kraft und reichen Dutzende Meter weiter auf den Strand als die vorherigen Wellen.
Seit 2013 sind hier leider sechs Touristen ums Leben gekommen, zuletzt im August 2025, als die Strömung ein neunjähriges Mädchen mitriss. Am Strand steht heute eine Warnampel, die du bitte bedingungslos respektieren solltest.
Die goldene Regel lautet: Dreh dem Ozean niemals den Rücken zu und halte mindestens dreißig Meter Abstand zum Wasser. Ein Foto ist es wirklich nicht wert.
4. Die Jagd auf das Polarlicht (Aurora Borealis)
Leute fragen mich oft, ob ihnen Winterflüge nach Island den Anblick des Polarlichts garantieren. Die ehrliche Antwort lautet: Garantieren nicht, aber deine Chancen sind riesig.
Einer der größten Reisemythen ist, dass das Polarlicht irgendwie mit Kälte und Frost zusammenhängt. In Wirklichkeit brauchst du zur Beobachtung nur drei entscheidende Dinge: absolute Dunkelheit (deshalb hast du im Sommer keine Chance), einen klaren, wolkenlosen Himmel und ausreichend Sonnenaktivität.
Das Jahr 2026 ist für die Beobachtung weiterhin sehr überdurchschnittlich und außergewöhnlich, weil der Sonnenzyklus sehr aktiv ist – das haben auch die Experten der NOAA bestätigt. Lukáš und ich hatten riesiges Glück und sahen dieses faszinierende grüne Schauspiel gleich an unserem ersten Abend am Gästehaus.
Vergiss dein Stativ nicht, denn auf dem Kameradisplay siehst du das Licht viel deutlicher als mit bloßem Auge (fotografiere manuell, ISO um 1600–3200 und Belichtungszeit 5–15 Sekunden). Verfolge außerdem regelmäßig den KP-Index und die Wolkenschichten in der App Veður.
Wo du essen kannst (ohne dein Budget zu ruinieren)
Wenn du überlegst, wie viel ein Urlaub in Island kostet, wird das Essen wahrscheinlich den schmerzhaftesten Posten auf deiner Rechnung ausmachen. Der Besuch eines ganz gewöhnlichen Restaurants kann dich locker 2.000 bis 3.500 ISK (etwa 13 bis 23 €) für nur ein Hauptgericht kosten. Lukáš und ich sind Vegetarier, und obwohl Island ein Paradies für Fleisch- und Fischliebhaber ist, war es überraschenderweise überhaupt kein Problem, eine etwas andere kulinarische Szene zu erkunden – wir haben ausgezeichnet gegessen.
1. Die Bónus-Supermärkte und Kochen unterwegs
Der beste Freund wirklich jedes Reisenden in Island ist der Supermarkt Bónus, den du schon von Weitem an dem ikonischen gelben Schild mit dem lustigen rosa Schweinchen erkennst. Sie haben die mit Abstand freundlichsten Preise, und so sind wir hierher zum Vorräte-Einkaufen gegangen.
Wir haben regelmäßig ausgezeichnetes frisches Brot, isländischen Käse und viel Gemüse gekauft und uns im Gästehaus morgens selbst Snacks für den ganzen langen Ausflugstag vorbereitet. Eine etwas teurere Alternative ist der Supermarkt Krónan, und wenn du Premium willst, geh in den Hagkaup.
Noch ein absolut wichtiger Rat zum Trinken: Das Leitungswasser ist in ganz Island unglaublich köstlich, trinkbar und völlig kostenlos. Abgefülltes Wasser in Plastik im Laden zu kaufen, ist hier eine riesige Sünde, Plastikverschwendung und vor allem komplett weggeworfenes Geld. Nimm einfach eine wiederverwendbare Flasche von zu Hause mit und fülle sie überall am Wasserhahn nach.
2. Tolle vegetarische Lokale in Reykjavík
Reykjavík hat uns mit seinem Angebot für Nicht-Fleischesser unglaublich überrascht. Ich empfehle dir wärmstens das gefeierte kleine Lokal Chickpea, wo wir absolut perfekten frischen Falafel mit fantastischem Hummus und warmem Pita hatten.
Ausgezeichnete, bunte und gesunde vegetarische Bowls macht man im Restaurant Gló. Und wenn dich nach einem ganzen Tag in der Kälte draußen die Lust auf etwas Wärmendes und Herzhaftes packt, haben sie in der Pizzeria Flatey Pizza (in der Straße Grandagarður) eine tolle Pizza Margherita, direkt im Holzofen gebacken.
Zum Frühstück haben wir das traditionelle isländische Milchprodukt Skyr liebgewonnen. Keine Sorge, es ist eigentlich ein dicker Joghurt und absolut vegetarisch. Ein Becher Skyr ist voller Eiweiß (locker 16 Gramm) und sättigt dich wunderbar vor einer langen Wanderung zu den Wasserfällen. In den Städten triffst du außerdem auf hervorragende isländische Bäckereien, wo sie fantastische Zimtschnecken machen.
3. Traditionelle isländische Küche (für Fleischesser)
Wenn du kein Vegetarier bist, bietet dir die isländische Gastronomie einige sehr spezielle (und für manche vielleicht furchterregende) Erlebnisse. Das Nationalgericht ist hier der sogenannte Hákarl, also fermentierter Hai. Die Einheimischen lassen ihn nach dem Fang monatelang in der Erde vergraben verrotten und gären und spülen ihn mit dem starken isländischen Schnaps Brennivín hinunter.
Eine weitere gängige Spezialität, die du in jedem Supermarkt riechst, ist Harðfiskur, also hart getrockneter Fisch, den man mit einer dicken Schicht Butter bestrichen isst. Selbstverständlich ist außerdem das allgegenwärtige isländische Lammfleisch. Die Schafe streifen hier von Frühling bis Herbst völlig frei durch die Berge, und die isländischen Lammsuppen sollen bei Touristen nach einem ganzen Tag in der Kälte sehr beliebt sein.
Bürokratie, Dokumente und Etikette, auf die du dich vorbereiten solltest
Das Reisen in Europa verändert sich rasch und der Papierkram nimmt zu, aber glücklicherweise gehört Island zu den Ländern, in denen für uns immer noch die absolut einfachsten Regeln gelten – auch wenn diese Insel formal gar kein Mitglied der Europäischen Union ist. Dinge wie ein Visum brauchst du hier überhaupt nicht im Kopf zu haben, du musst dich nur auf ein paar kulturelle und praktische Besonderheiten konzentrieren, mit denen du dir viele Peinlichkeiten ersparst und den Aufenthalt erleichterst.
1. Personalausweis, Reisepass und warum du ETIAS und EES ignorieren kannst
Da Island ein fester und vollwertiger Teil des Schengen-Raums ist, reicht dir für die Reise ein ganz gewöhnlicher gültiger Personalausweis. Wir nehmen den Reisepass zwar sicherheitshalber immer als Reserve mit, aber realistisch musst du ihn gar nicht herausholen. Im Internet kursieren in letzter Zeit wilde Nachrichten über neue Gebühren und Systeme, also bringen wir sie mal auf den Punkt.
Ab dem 10. April 2026 wird an den Grenzen das biometrische System EES vollständig hochgefahren und gegen Ende 2026 auch die kostenpflichtige Reisegenehmigung ETIAS (das europäische Pendant zum amerikanischen ESTA für 20 Euro). Dich als EU-Bürger betrifft aber keines von beiden!
Diese Systeme sind für Touristen aus Drittstaaten bestimmt (etwa Amerikaner). Die Flughafenkontrolle passierst du reibungslos, das Einzige, was du in Keflavík vielleicht spürst, sind leicht längere Warteschlangen, bis sich das neue System für nicht-europäische Reisende eingespielt hat.
2. Nacktheits-Regeln in isländischen Schwimmbädern
Während die meisten Touristen direkt in Luxus-Bäder wie die berühmte Blue Lagoon strömen (wo du wahnsinnige Summen zahlst), sind wir am liebsten in die normalen städtischen Schwimmbäder namens Sundlaug gegangen. Du findest sie in jedem kleineren Städtchen, das Wasser ist mit geothermaler Energie auf herrliche 38–40 °C beheizt und der Eintritt kostet nur einen Bruchteil. Sie haben hier aber eine sehr strenge und kompromisslose Regel.

Vor dem eigentlichen Einstieg ins Becken musst du dich in den Gemeinschaftsduschen gründlich mit Seife waschen (inklusive Haare und Achseln) und das komplett ohne Badekleidung! Für uns Mitteleuropäer ist das anfangs ziemlich schockierend, aber Island verwendet im Wasser ein absolutes Minimum an Chlor, und Hygiene ist hier schlichtweg heilig.
In den Umkleiden achtet darauf oft das Personal, das dich gnadenlos zurückschickt, wenn du versuchst, dich in Kleidung zu waschen. Schäm dich nicht, niemand wird dich anstarren – es ist einfach ein völlig natürlicher Teil ihrer Kultur.
3. Vergiss Bargeld und vergiss deine PIN nicht
Wie ich oben schon angedeutet habe, ist es völlig sinnlos, isländische Kronen (ISK) in der heimischen Wechselstube zu tauschen – wahrscheinlich bekommst du sie zu Hause ohnehin nicht. Island ist eine fast hundertprozentig bargeldlose Gesellschaft, in der du mit Karte wirklich überall zahlst, vom morgendlichen Kaffee im winzigen Café über die Campinggebühr irgendwo am Gletscher bis zur Toilettennutzung am Rastplatz.

Das Einzige und absolut Entscheidende, das du in Ordnung haben musst, ist, eine physische Plastik-Bankkarte dabeizuhaben und deinen PIN-Code zu kennen.
An Selbstbedienungstankstellen (zum Beispiel der sehr populären Kette N1) oder an Parkautomaten funktioniert das bloße Auflegen des Handys mit Apple Pay oder Google Pay nämlich sehr oft nicht, oder es gibt dort ein kontaktloses Limit von bis zu 7.500 ISK.
Der Tankautomat verlangt schlichtweg hartnäckig das Einstecken deiner Karte in den Leser und das Eintippen der Zahlen. Ohne das fährst du nicht los.
Wohin als Nächstes
Wenn dich Island reizt, haben Lukáš und ich jede Menge weiterer Materialien für dich vorbereitet, die dir helfen, deine Traumreise bis ins kleinste Detail zu planen und weitere Inspiration zu schöpfen:
- Island-Guide: Alles, was du wissen musst
- Wann nach Island reisen? Praktische Wetterübersicht
- Wie ist Island im Oktober und was es uns gekostet hat
- Die schönsten Orte Islands, die du nicht verpassen darfst
Häufig gestellte Fragen
1. Wie viele Tage brauche ich für eine Rundreise durch Island?
Wenn Sie die gesamte Ringstraße in Ruhe abfahren möchten (rundherum, 1.322 km), planen Sie mindestens 8 bis 10 Tage ein. Weniger Zeit bedeutet nur Stress im Auto. Wenn Sie nur 4 bis 5 Tage haben, konzentrieren Sie sich ausschließlich auf Reykjavík, den Golden Circle und die Südküste. Für einen Besuch der abgelegenen Westfjorde oder des Hochlands benötigen Sie idealerweise 12 bis 14 Tage.
2. Brauche ich ein Auto mit Allradantrieb oder reicht ein normales Auto?
In der Sommersaison reicht euch ein gewöhnlicher Kleinwagen (2WD) völlig aus, um die Ringstraße zu befahren und den Golden Circle zu besuchen. Wenn ihr aber in den Wintermonaten reist oder im Sommer ins raue Hochland auf die unbefestigten Bergstraßen (F-roads) fahren möchtet, ist ein Allradantrieb (4×4) absolut notwendig und sogar gesetzlich vorgeschrieben.
3. Muss man sich wegen der andauernden Vulkanausbrüche den Aufenthalt gut überlegen?
Auf keinen Fall. Die vulkanische Aktivität auf der Halbinsel Reykjanes ist sehr lokal begrenzt und die Eruptionen sind sogenannte effusive Eruptionen (die Lava fließt nur aus und der Vulkan spuckt keine riesigen Aschewolken). Der Flughafen in Keflavík sowie die wichtigsten Touristenrouten wie die Ring Road funktionieren völlig normal. Es reicht aus, die aktuellen Informationen auf safetravel.is zu verfolgen und das evakuierte Gebiet rund um das Städtchen Grindavík zu meiden.
4. Wie viel kostet ein einwöchiger Islandurlaub für zwei Personen?
Eine einwöchige Roadtrip für zwei Personen mit der Miete eines durchschnittlichen Autos (inklusive Versicherung), Benzin, Unterkunft in wärmeren Guesthouses und gelegentlichem Essen auswärts kostet euch in der Mittelklasse durchschnittlich 3.200 bis 5.200 EUR (ohne Flugtickets). Wenn ihr extrem spart, Nudeln selbst kocht und mit Camping Card im Zelt schlaft, kommt ihr auf etwa 2.000 bis 2.800 EUR.
5. Wie sieht es 2026 mit den Steuern und dem teuren Benzin aus?
Von Januar 2026 an wurde eine sogenannte Kilometersteuer eingeführt, die 6,95 ISK pro gefahrenem Kilometer beträgt. Die Autovermietung rechnet sie dir in der Regel am Ende der Reise ab. Dank der Einführung dieser Steuer hat die Regierung aber einen Teil der Gebühren an den Tankstellen abgeschafft, sodass der Sprit deutlich günstiger geworden ist – von früher 305 ISK pro Liter auf angenehmere 210 bis 225 ISK pro Liter.
6. Ist der schwarze Strand Reynisfjara wirklich so gefährlich?
Leider ja. Der Strand ist zwar wunderschön, aber er ist berüchtigt für das Phänomen der sogenannten „sneaker waves“ (heimtückische, tückische Wellen). Diese massiven Wellen kommen völlig unerwartet und reichen mit enormer Kraft dutzende Meter weiter als die normalen Wellen. Seit 2013 sind hier sechs Menschen ums Leben gekommen. Man muss unbedingt die Warnampel beachten, sich nicht zu nah ans Wasser begeben und niemals dem Ozean den Rücken zukehren.
7. Brauche ich für die Reise einen Reisepass, ein Visum oder die ETIAS-Gebühr?
Sie benötigen überhaupt kein Visum und auch keinen Reisepass. Island ist nämlich vollwertiges Mitglied des europäischen Schengen-Raums, sodass für die Einreise lediglich ein gültiger Personalausweis ausreicht. Für Staatsbürger der Tschechischen Republik gelten zudem die geplanten bürokratischen Neuerungen namens ETIAS und EES absolut nicht – diese sind für Reisende von außerhalb der Europäischen Union bestimmt.
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