Brüssel in Belgien ist eine Stadt, die dich auf den ersten Blick vielleicht nicht so verzaubert wie Paris oder Rom – aber glaub mir, sie hat gleich mehrere riesige Trümpfe im Ärmel. Neben der atemberaubenden Architektur und den europäischen Institutionen ist sie nämlich ein absolutes Paradies für alle Feinschmecker, vor allem wenn du eine Schwäche für Süßes hast.
Hast du jemals von einem Ort geträumt, an dem die besten Pralinen der Welt hergestellt werden, an dem das Bier in Strömen fließt und es an jeder zweiten Straßenecke nach frisch gebackenen Waffeln duftet? Dann hast du ihn gerade gefunden. Die belgische Metropole ist außerdem überraschend kompakt, sodass man sie an einem etwas längeren verlängerten Wochenende problemlos zu Fuß erkunden kann.
In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam 19 Tipps an, was man in Brüssel sehen und erleben sollte, und zeigen dir die schönsten Orte – vom berühmten Atomium bis zu versteckten Jugendstilgassen. Außerdem verrate ich dir, wo du am besten übernachtest, wie der Nahverkehr funktioniert und worauf du in den Straßen unbedingt achten solltest.

Zusammenfassung
- Der Hauptplatz: Der Grand-Place ist das Herz der Stadt, und nur ein paar Schritte entfernt findest du die berühmte Statue Manneken Pis.
- Wahrzeichen der Stadt: Das Atomium von der Expo 58 bietet großartige Ausblicke, und direkt daneben liegt der Freizeitpark Mini-Europe.
- Gastronomie: Probiere belgische Pralinen, heiße Waffeln, melde dich für einen Schokoladen-Workshop an oder entdecke die unendlich vielen Biersorten.
- Kultur und Kunst: Lass dir das Magritte Museum, die Jugendstilbauten des Architekten Horta und die allgegenwärtigen Comic-Wandmalereien nicht entgehen.
- Europaviertel: Besuche das kostenlose Parlamentarium und ruh dich auf der Václav-Havel-Bank aus.
- Ausflüge in die Umgebung: Brüssel ist die ideale Basis für Zugfahrten ins romantische Brügge oder ins historische Gent.

Wann nach Brüssel reisen und wie man sich vorbereitet
Das Wetter in Belgien gleicht ein bisschen einer Lotterie, und das milde ozeanische Klima bringt rund 200 Regentage im Jahr mit sich. Ein Regenschirm oder eine gute Regenjacke sollten daher absolut zur Grundausstattung deines Rucksacks gehören – egal, in welchem Monat du reist.
Die beste Reisezeit ist die Zeit von Mai bis September, wenn die Tage länger sind und die Temperaturen sich um angenehme 21 Grad bewegen. Der absolut ideale Monat ist meist der September, der in der Regel etwas stabileres Wetter und weniger Niederschlag als der Rest des Jahres bringt.
Wenn du Blumen liebst, plane deine Reise auf Mitte August in einem geraden Jahr (zum Beispiel 2026), wenn sich auf dem Hauptplatz der berühmte Blumenteppich aus einer halben Million Begonien erstreckt. Im Winter dagegen erwacht die Stadt mit einer wunderbaren festlichen Atmosphäre, und die örtlichen Märkte Plaisirs d’Hiver zählen regelmäßig zu den besten Weihnachtsmärkten Europas.
Der Nahverkehr ist sehr übersichtlich und du findest dich schnell zurecht. Ein einzelnes Ticket für Metro oder Straßenbahn kostet 2,40 €, aber wenn du direkt im Fahrzeug kontaktlos mit Karte bezahlst, wird die Tagesausgabe bei 8,40 € gedeckelt. Vom Hauptflughafen Zaventem (BRU) erreichst du das Zentrum in etwa 20 Minuten mit dem Zug, während du vom Billigflughafen Charleroi (CRL) rund eine Stunde mit dem Bus fahren musst. Aus Deutschland kommst du übrigens auch bequem mit dem ICE oder dem Eurostar nach Brüssel – von Köln aus dauert die Fahrt nur etwa zwei Stunden.

Wo man in Brüssel übernachtet (und was man meiden sollte)
💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die Wahl des richtigen Viertels ist in der belgischen Metropole absolut entscheidend für deinen Gesamteindruck von der Stadt. Während das Zentrum rund um den Grand-Place zauberhaft ist und du überall zu Fuß hinkommst, ist die Umgebung des Bahnhofs Bruxelles-Midi (wo die Eurostar-Züge halten) für ihre vielen Taschendiebe berüchtigt und wirkt nachts überhaupt nicht sicher.
Wenn du ruhigere Lagen voller toller Restaurants suchst, halte dich ans Viertel Sainte-Catherine oder an die elegante Gegend rund um die Avenue Louise. Rund um das Europaviertel findest du wiederum moderne Hotels, die am Wochenende (wenn die Beamten abreisen) überraschend günstig sein können.
Ich empfehle dir, die Unterkunft rechtzeitig im Voraus über Booking zu reservieren, denn Brüssel beherbergt viele internationale Konferenzen und die Hotels sind oft ausgebucht. Hier ein paar konkrete Tipps für verschiedene Preisklassen:
- Luxuserlebnis: Rocco Forte Hotel Amigo liegt direkt am Hauptplatz und bietet erstklassigen Fünf-Sterne-Service sowie wunderschöne Zimmer mit historischem Flair.
- Stilvolle Boutique: Das Hotel des Galeries findest du direkt in der berühmten Einkaufspassage versteckt – du schläfst also buchstäblich nur wenige Schritte von den besten Schokoladenmanufakturen entfernt.
- Goldene Mitte: Das NH Collection Brussels Centre ist ein beliebtes Hotel mit fantastischer Dachterrasse und hervorragender Lage zum Erkunden der Stadt zu Fuß.
- Modernes Budget: Das Motel One Brussels bietet ein schönes Designinterieur zu sehr vernünftigen Preisen und liegt nur einen Katzensprung vom Königlichen Palast entfernt.
- Für Rucksacktouristen: Wenn du ein sauberes und günstiges Hostel suchst, sind die beliebten 2GO4 Quality Hostel oder das moderne Sleep Well Youth Hostel eine tolle Wahl.

19 Tipps, was man in Brüssel in Belgien im Jahr 2026 sehen und erleben sollte
Schauen wir uns nun gemeinsam 19 konkrete Orte und Erlebnisse an, die du bei deinem Besuch auf keinen Fall verpassen solltest. Ich habe sowohl die bekanntesten Sehenswürdigkeiten als auch ein paar kleinere Tipps für Kunst- und Genussliebhaber aufgenommen.

1. Der Grand-Place (Grote Markt)
Der Hauptplatz ist ohne Übertreibung einer der schönsten in ganz Europa und steht auf der UNESCO-Liste. Von allen Seiten umgeben dich hier prächtige barocke Zunfthäuser mit goldenen Verzierungen, die in der Sonne wunderbar glitzern.
Das markanteste Gebäude ist zweifellos das gotische Rathaus mit seinem 96 Meter hohen Turm, auf dessen Spitze die Statue des Heiligen Michael steht. Der Platz ist kostenlos zugänglich, und ich empfehle dir, gleich zweimal herzukommen: einmal bei Tageslicht und einmal nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die ganze Fläche magisch beleuchtet ist.
💡 Tipp: Wenn du Blumen liebst, plane deinen Besuch auf Mitte August in einem geraden Jahr, wenn die gesamte Platzfläche von einem gigantischen Blumenteppich aus bunten Begonien bedeckt wird.

2. Manneken Pis – das pinkelnde Männchen
Nur wenige Gassen vom Hauptplatz entfernt findest du die ikonischste Statue ganz Belgiens. Das bronzene Männchen Manneken Pis zieht täglich Touristenscharen an, auch wenn dich vor Ort wahrscheinlich eine kleine Überraschung erwartet.
Ich muss dich nämlich ehrlich warnen: Die Statue ist wirklich winzig und misst gerade einmal 55 Zentimeter. Deshalb gehen viele Leute leicht enttäuscht wieder weg – es ist also gut, sich auf diese geringe Größe vorab einzustellen und kein monumentales Werk zu erwarten.
Das Männchen wird sehr häufig in verschiedene Kostüme gekleidet, je nachdem, welcher Feiertag oder Jahrestag gerade gefeiert wird. Wenn dich seine komplette Garderobe interessiert, kannst du das kostenlose Museum GardeRobe besuchen, wo du Hunderte seiner Miniaturkleider bestaunen kannst.

3. Das ikonische Atomium
Dieses gewaltige Stahlbauwerk entstand 1958 anlässlich der internationalen Weltausstellung Expo und sollte ursprünglich nur ein paar Monate im Park stehen. Heute ist das Atomium ein unverzichtbares Symbol der Stadt und stellt ein 165 Milliarden Mal vergrößertes Modell der Kristallgitterstruktur von Eisen dar.
Das Bauwerk ist 102 Meter hoch und verbirgt insgesamt neun Kugeln, von denen einige als Ausstellungsräume dienen und die oberste als Panorama-Aussichtspunkt funktioniert. Der Eintritt kostet rund 17 € und geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr.
💡 Tipp: Zum Atomium kommst du bequem mit der Metro bis zur Station Heysel, aber ich empfehle dir, früh am Morgen herzukommen. Kauf dir die Tickets außerdem lieber vorab online über GetYourGuide, um unnötig lange Schlangen an den Kassen zu vermeiden.

4. Freizeitpark Mini-Europe
Direkt neben dem Atomium liegt ein sehr beliebter Miniaturenpark, der eine ideale Station für Familien mit Kindern ist. An einem Ort kannst du hier verkleinerte Nachbildungen der berühmtesten europäischen Sehenswürdigkeiten im Maßstab 1:25 bestaunen.
Du findest hier alles vom Pariser Eiffelturm bis zum Londoner Big Ben, wobei viele Modelle interaktiv sind und sich auf Knopfdruck in Bewegung setzen. Ein Einzelticket kostet rund 21,70 €, aber es lohnt sich sehr, ein Kombiticket mit dem Atomium für etwa 35 € zu kaufen.

5. Königlicher Palast (Palais Royal)
Obwohl die belgische Königsfamilie am Stadtrand in Laeken lebt, dient dieser majestätische Palast im Zentrum offiziellen Staatszwecken. Sein weitläufiger Innenhof und die reich verzierte Fassade bilden das ganze Jahr über eine wunderschöne Kulisse für deine Fotos.
Das Interessanteste verbirgt sich aber im Inneren, konkret im berühmten Spiegelsaal, dessen Decke mit über einer Million Flügeldecken asiatischer Prachtkäfer bedeckt ist. Dieses einzigartige, grünlich schimmernde Werk schuf der Künstler Jan Fabre, und es sieht absolut unglaublich aus.
💡 Tipp: Der Palast öffnet seine Türen nur im Sommer völlig kostenlos für die Öffentlichkeit, meist von Ende Juli bis Ende August. Wenn du in dieser Zeit herkommst, vergiss nicht, dir vorab eine kostenlose Reservierung online zu sichern (montags ist traditionell geschlossen).

6. Aussicht vom Garten Mont des Arts
Direkt zwischen dem Königlichen Palast und dem historischen Zentrum erstreckt sich der sogenannte Kunstberg, der einen der schönsten Ausblicke über die ganze Stadt bietet. Der geometrisch angelegte Garten ist voller Bänke und perfekt gestutzter Sträucher.
Von der oberen Terrasse siehst du wunderbar direkt auf den hohen Turm des historischen Rathauses am Grand-Place, und bei klarem Wetter reicht dein Blick sogar bis zu den glänzenden Kugeln des Atomiums. Dieser Ort ist außerdem völlig kostenlos zugänglich und ein idealer Platz zum Ausruhen.
Die Einheimischen verbringen hier oft den späten Nachmittag, und am zauberhaftesten ist die Aussicht bei Sonnenuntergang, wenn die Stadt in warmes oranges Licht getaucht wird. Es ist hier zwar oft ziemlich belebt, aber die entspannte Atmosphäre ist es definitiv wert.

7. Magritte Museum
Wenn du Surrealismus und Kunst liebst, sollte dieses Museum absolute Priorität auf deiner Liste haben. Es liegt direkt am Place Royale und beherbergt die weltweit größte Sammlung von Werken René Magrittes.
Während der Besichtigung siehst du seine berühmten Gemälde voller geheimnisvoller Melonenhüte, Pfeifen und schwebender Wolken, die dich über die Realität nachdenken lassen. Der Einzeleintritt kostet 13 €, alternativ kannst du ein Kombiticket für alle angrenzenden Königlichen Museen für 20 € erwerben.
💡 Tipp: Versuche, deinen Besuch auf den ersten Mittwoch im Monat zu legen, denn ab 13:00 Uhr ist der Eintritt ins Museum völlig kostenlos. Vergiss nur nicht, dass montags in vielen Galerien der ganzen Stadt Ruhetag ist.

8. Musikinstrumentenmuseum (MIM)
Dieses Museum begeistert dich wahrscheinlich schon von außen, denn es residiert im absolut atemberaubenden Jugendstilgebäude Old England aus dem Jahr 1899. Seine Fassade aus Schmiedeeisen und Glas ist enorm fotogen und gehört zu den architektonischen Juwelen der Stadt.
Im Inneren befindet sich eine riesige Sammlung mit über 8000 Musikinstrumenten aus aller Welt und aus verschiedenen historischen Epochen. Der Eintritt beginnt bei 15 €, und der große Vorteil ist, dass du für die Besichtigung Kopfhörer bekommst, in denen du automatisch den Klang des Instruments hörst, dem du dich gerade näherst.

9. Einkaufspassage Galeries Royales Saint-Hubert
Diese wunderschöne verglaste Einkaufspassage stammt bereits aus dem Jahr 1847 und trägt den Titel der ältesten überdachten Galerie Europas. Sie ist ein architektonisches Schmuckstück voller eleganter Bögen, Marmor und Tageslicht.
Im Inneren findest du die luxuriösesten Boutiquen, Cafés und vor allem Schokoladenmanufakturen, die mit herrlich arrangierten Schaufenstern locken. Genau hier eröffnete der berühmte Jean Neuhaus sein Geschäft, über den wir im Abschnitt über Süßigkeiten noch mehr erzählen.
Die Galerie ist frei begehbar und dient als großartiger und eleganter Unterschlupf, wenn dich in den Straßen ein typisch belgischer Regenschauer überrascht. Die Preise in den dortigen Cafés sind zwar höher, aber hier einen Kaffee zu trinken und das Treiben zu beobachten, hat seinen ganz besonderen Reiz.

10. Kathedrale St. Michael und St. Gudula
Auch wenn sie von außen ein wenig an die Pariser Notre-Dame erinnert, hat diese gewaltige brabantisch-gotische Kathedrale ihren ganz eigenen, einzigartigen Charakter. Sie ist die wichtigste Kirche des Landes und der traditionelle Ort für alle königlichen Hochzeiten und Begräbnisse.
Das Interieur beeindruckt dich vor allem mit seinen wunderschönen, detailreichen Glasfenstern, die wunderbar buntes Licht ins Hauptschiff lassen. Der Eintritt ins Hauptschiff selbst ist für alle Besucher völlig kostenlos, lediglich für die Besichtigung der archäologischen Ausgrabungen in der Krypta zahlt man einen kleinen Eintritt.

11. Viertel Sablon und der Platz Grand Sablon
Wenn du eine Oase der Ruhe voller Eleganz suchst, mach dich auf ins bezaubernde Viertel Sablon. Seine Dominante ist die wunderschöne gotische Kirche Notre-Dame du Sablon, um die herum sich eine für ihre luxuriösen Antiquitätengeschäfte berühmte Gegend erstreckt.
Dieser Ort ist auch ein wahres Paradies für Schokoladenliebhaber, denn hier sind die absolut hochkarätigsten Marken wie Wittamer oder Pierre Marcolini ansässig. Ihre Pralinen erinnern eher an Kunstwerke als an gewöhnliche Süßigkeiten, und die Preise entsprechen dem leider oft.
💡 Tipp: Komm am Wochenende vormittags her, wenn auf dem Platz regelmäßig der traditionelle Antiquitätenmarkt stattfindet. Hier herrscht eine großartige Atmosphäre und du kannst wirklich unerwartete historische Schätze entdecken.

12. Parc du Cinquantenaire
Dieser riesige Park am Rand des Europaviertels wurde zu Ehren des fünfzigsten Jahrestags der Unabhängigkeit Belgiens errichtet. Seine unübersehbare Dominante ist ein gewaltiger Triumphbogen, der an den Berliner oder Pariser erinnert.
Der Park selbst eignet sich ideal für Picknicks und der Eintritt ist kostenlos – du kommst bequem mit der Metro bis zur Station Mérode hin. Rund um den Bogen residieren außerdem mehrere sehr interessante Museen, darunter das berühmte Autoworld voller historischer Fahrzeuge.
Eine Besonderheit ist das dortige Militärmuseum, von dem aus man auf die Terrassen direkt auf der Spitze des Bogens hinaufsteigen kann, von wo sich ein großartiger Panoramablick auf den modernen Teil der Stadt bietet.

13. Belgisches Comic-Museum und Wandmalereien
Die Belgier leben Comics buchstäblich und haben hier Figuren wie Tim und Struppi oder die Schlümpfe erschaffen. Das Hauptcomicmuseum residiert in einem wunderschönen, von Victor Horta entworfenen Jugendstilgebäude, sodass du nicht nur die Zeichnungen, sondern auch die Architektur selbst genießt (der Eintritt liegt bei rund 12 €).
Die Comic-Kunst ist aber nicht nur hinter Galeriewänden eingesperrt, du findest sie über die ganze Stadt verstreut. An den Hausfassaden befinden sich nämlich über 80 riesige Comic-Wandmalereien, die eine spezielle Fußgängerroute bilden, die natürlich kostenlos zugänglich ist.

14. Europaviertel und Parlamentarium
Ob du dich nun für Politik interessierst oder nicht – das Europaviertel mit seinen modernen verglasten Wolkenkratzern ist zumindest einen kurzen Spaziergang wert. Die dortigen Gebäude wirken im Kontrast zum historischen Zentrum riesig und zeigen ein ganz anderes Gesicht Brüssels.
Definitiv einen Besuch wert ist das interaktive Besucherzentrum Parlamentarium, wo du auf sehr fesselnde Weise alles über die Funktionsweise des Europäischen Parlaments erfährst. Der Eintritt hierher ist – ebenso wie ins nahegelegene Haus der Europäischen Geschichte – für alle Besucher völlig kostenlos.
💡 Tipp: Im nahegelegenen Leopold-Park solltest du an einem kleinen Denkmal Halt machen. Hier befindet sich nämlich die Václav-Havel-Bank, die der bekannte tschechische Designer Bořek Šípek entworfen hat – sie besteht aus zwei Stühlen, die durch ein rundes Tischchen mit einem hindurchwachsenden Baum verbunden sind, und steht symbolisch für Dialog und Freiheit.

15. Bier, Lambic und Belgian Beer World
Die belgische Bierkultur ist so einzigartig, dass sie sich einen Eintrag auf der Liste des immateriellen UNESCO-Welterbes verdient hat. Im historischen Börsengebäude (Bourse) wurde kürzlich das riesige Erlebnismuseum Belgian Beer World eröffnet, wo du für rund 21,50 € alles über die Herstellung erfährst und im Preis eine Verkostung direkt auf der Dachterrasse inklusive ist.
Das echte Brüsseler Unikat sind aber die sogenannten Lambic- und Gueuze-Biere, die spontan mit wilden, in der Luft umherschwebenden Hefen gären. Wenn dich der Prozess interessiert, geh ins Brasserie Cantillon – die letzte noch funktionierende Lambic-Brauerei direkt im Stadtzentrum, die zugleich als Museum dient.
Du kannst auch ins berühmte Delirium Café gehen (zu erkennen am rosa Elefanten), das den Rekord mit über 3000 Biersorten hält. Hier ist es allerdings sehr touristisch, weshalb die Einheimischen für eine ruhigere Verkostung eher das authentische Lokal Moeder Lambic empfehlen.

16. Lebendiger Platz Place Sainte-Catherine
Diese Gegend diente früher als belebtes Fischerviertel und hat sich bis heute ihren Ruf als bester Ort für Liebhaber feiner Gastronomie bewahrt. Der Platz ist von zahlreichen großartigen Restaurants gesäumt, aus denen der Duft frisch zubereiteten Fisches strömt.
Genau hier probieren die Einheimischen meist das traditionelle Nationalgericht moules-frites, also Miesmuscheln, serviert mit knusprigen Pommes. Im Winter findet auf diesem Platz auch der größte Teil der Brüsseler Weihnachtsmärkte statt, und du findest hier eine Eisbahn sowie ein riesiges Riesenrad.

17. Jugendstilperle Horta Museum
Der Architekt Victor Horta hat in Brüssel eine unauslöschliche Spur hinterlassen, und seine Häuser stehen auf der UNESCO-Liste. Wenn du den Jugendstil in seiner reinsten Form sehen willst, mach dich auf ins Viertel Saint-Gilles, wo sich sein ursprüngliches Privathaus und Atelier befindet.
Das Interieur beeindruckt dich mit wunderbar fließenden Linien, einer gewundenen Treppe aus Schmiedeeisen und detailreichen Mosaiken auf dem Boden. Der Eintritt beträgt 14 €, und ich muss dich darauf hinweisen, dass im Inneren ein striktes Fotografierverbot gilt – du musst dir diese Schönheit also nur ins eigene Gedächtnis einprägen.

18. Flohmarkt am Place du Jeu de Balle
Wenn du gern die lokale Atmosphäre ungeschminkt aufsaugst, mach dich auf ins Arbeiterviertel Marolles (am besten mit der Metro bis Porte de Hal). Jeden Morgen breitet sich hier auf dem Platz ein riesiger und sehr authentischer Flohmarkt aus, den es bereits seit 1919 gibt.
Du findest hier über 300 Stände, die einfach alles verkaufen – von alten Büchern und Schallplatten über Vintage-Kleidung bis hin zu antiken Möbeln. Der Markt läuft täglich von 6 bis etwa 14 Uhr, und es gilt die Regel, dass du die besten Schnäppchen gleich früh am Morgen ergatterst, während die Händler kurz vor Mittag deutlich heruntergehen.

19. Verkostung belgischer Waffeln und Schokolade
Belgien ist für alle Vegetarier und Naschkatzen ein absolutes Paradies. Wusstest du, dass die erste Praline der Welt genau hier in Brüssel erfunden wurde? Das geschah 1912 im Familienunternehmen Neuhaus, dessen Boutiquen du heute in der ganzen Stadt findest und deren Schokolade ein echtes Erlebnis ist. Eine tolle Möglichkeit ist es, über GetYourGuide einen interaktiven Schokoladen-Workshop zu buchen, bei dem du die Herstellung selbst ausprobierst.
Nicht weniger wichtig sind die belgischen Waffeln, und du solltest wissen, dass es zwei grundlegende Sorten gibt. Die leichte und knusprige Brüsseler Waffel hat eine perfekt eckige Form, während die Lütticher Waffel kompakter, süßer ist und Stückchen aus karamellisiertem Hagelzucker enthält. Die besten bekommst du im berühmten Lokal Maison Dandoy, das bereits seit 1829 backt.
⚠️ Wichtige Warnung für Vegetarier bezüglich der Pommes: Obwohl die belgischen, zweimal frittierten Pommes (zum Beispiel an den berühmten Ständen Maison Antoine oder Frit’Flagey) absolut fantastisch sind, werden sie traditionell in Rindertalg frittiert. Wenn du kein Fleisch isst, musst du das Personal vorab immer fragen, ob es Pflanzenöl verwendet („huile végétale?“), sonst könntest du eine unangenehme Überraschung erleben.
Wohin von Brüssel aus: Die besten Ausflüge in die Umgebung
Brüssel ist ein absolut idealer Ausgangspunkt, um den Rest des Landes zu entdecken, denn von den dortigen Bahnhöfen fahren Verbindungen in alle Richtungen und die Entfernungen sind minimal. Wenn du Reisen auf Schienen liebst, kannst du versuchen, mit dem Zug ans Meer bis ins Küstenstädtchen Ostende zu fahren.
- Brügge: Eine der romantischsten Städte Europas, die auch als Venedig des Nordens bezeichnet wird. Die Zugfahrt dauert rund eine Stunde und für ein Rückfahrticket zahlst du etwa 17,60 € (am Wochenende ist es günstiger). Lies unseren ausführlichen Artikel Brügge: was man sehen und erleben sollte.
- Gent: Oft heißt es, Gent sei die authentischere und lebendigere Alternative zu Brügge. Mit dem Zug bist du von Brüssel aus in nur 30 Minuten hier, und ein wunderbares mittelalterliches Zentrum voller Studenten erwartet dich.
- Antwerpen: Diese Hafenstadt liegt etwa 45 Minuten entfernt und beeindruckt dich schon bei der Ankunft – der dortige Bahnhof Antwerpen-Centraal gilt nämlich als einer der schönsten der Welt.
- Waterloo: Für Geschichtsliebhaber ein absolutes Muss. Das Schlachtfeld, auf dem Napoleon 1815 endgültig besiegt wurde, liegt nur ein Stück außerhalb der Stadt, und der Aufstieg auf den Löwenhügel über 226 Stufen lohnt sich.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tage brauche ich für einen Besuch in Brüssel?
Für das historische Zentrum selbst und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kommen Sie locker mit 2 ganzen Tagen aus. Wenn Sie aber auch Ausflüge in die umliegenden Städte wie Brügge oder Gent unternehmen möchten, empfehle ich, für die gesamte Reise mindestens 4 bis 5 Tage einzuplanen.
Ist Brüssel eine sichere Stadt?
Die meisten Touristengebiete und das Stadtzentrum sind tagsüber absolut sicher. Besondere Vorsicht ist jedoch in der Umgebung des Bahnhofs Bruxelles-Midi (Zuid) geboten, wo wirklich sehr viele Taschendiebe unterwegs sind und dieses Viertel nach Einbruch der Dunkelheit nicht besonders angenehm für Spaziergänge ist.
Was ist der Unterschied zwischen einer Brüsseler und einer Lütticher Waffel?
Brüsseler Waffel (gaufre de Bruxelles) ist heller, leicht, knusprig und hat eine perfekt rechteckige Form. Die Lütticher Waffel (gaufre de Liège) ist hingegen dichter, hat abgerundete unregelmäßige Ränder und enthält eingebackene Stücke Hagelzucker, wodurch sie von sich aus viel süßer ist.
Was genau bedeutet ein Bier vom Typ Lambic?
Lambic ist eine spezifische Sorte belgischen Bieres, die ausschließlich typisch für die Region Brüssel ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bieren gärt es spontan durch wilde Hefen, die in der Luft schweben, was ihm einen sehr spezifischen, erdigen-säuerlichen und erfrischenden Geschmack verleiht.
Wie komme ich am besten vom Flughafen ins Zentrum?
Wenn Sie am Hauptflughafen Zaventem (BRU) ankommen, ist der Zug am schnellsten, der Sie in knapp 20 Minuten und für etwa 12 EUR direkt zum Hauptbahnhof bringt. Wenn Sie mit einer Billigfluggesellschaft zum Flughafen Charleroi (CRL) fliegen, müssen Sie die Flibco-Busse nutzen, die etwa eine Stunde fahren und rund 19 EUR kosten.
Lohnt es sich, eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel zu kaufen?
Die meiste Innenstadt legen Sie zu Fuß zurück und die Metro nutzen Sie nur für das Atomium oder das Marolles-Viertel. Aus diesem Grund lohnt sich ein klassisches Tagesticket oft nicht. Viel besser ist es, direkt in der Straßenbahn oder U-Bahn kontaktlos mit Karte zu zahlen, denn das System deckelt Ihre Ausgaben automatisch auf 8,40 EUR pro Tag.
Komme ich in Brüssel mit Englisch zurecht?
Ja, Brüssel ist eine sehr kosmopolitische Stadt voller Beamter aus ganz Europa, sodass Sie mit Englisch hier keinerlei Probleme haben werden – weder in Hotels, Museen noch in Restaurants. Ansonsten sind hier Französisch und Niederländisch (Flämisch) die offiziellen Sprachen, wobei Französisch auf den Straßen klar dominiert.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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