Schottland ist genau das Reiseziel, das auf Fotos schon unglaublich aussieht – aber wenn du anfängst, dich näher damit zu beschäftigen, merkst du schnell, dass die Realität sogar noch eine Spur dramatischer ist. Das Land der rauen Highlands, tiefen Seen und uralten Burgen zieht Reisende aus aller Welt an, und ehrlich gesagt ist das kein Wunder. Du findest hier alles: von pulsierenden Städten mit grandioser Gastro-Szene bis hin zu einsamen Inseln, auf denen dir nur Schafe und Möwen Gesellschaft leisten.
Wenn du überlegst, in den Norden Großbritanniens zu reisen, muss ich dich gleich am Anfang auf eine wichtige Sache hinweisen – das Wetter. Stell dich darauf ein, dass du an einem einzigen Tag alle vier Jahreszeiten erlebst, eine gute wasserdichte Jacke wird also zu deinem besten Freund. Hab immer einen Pullover, ein T-Shirt und am besten auch eine wärmere Schicht griffbereit, denn das Wetter ändert sich hier im Minutentakt. Belohnt wirst du dafür mit Blicken auf nebelverhangene Berge und Täler, die Filmemacher von Harry Potter bis James Bond inspiriert haben.
Ich habe für dich also genau 30 Tipps zusammengestellt, was du sehen und unternehmen kannst – von Edinburgh über die wilden Highlands bis zu den nördlichsten Zipfeln, wo der Wind pfeift und es nach Meer riecht. Dazu gibt’s eine Anleitung, wie du die Mücken überlebst, wie du mit dem Linksverkehr klarkommst und wo du übernachtest, damit du nicht im Straßengraben schlafen musst.

Zusammenfassung
- Neue Pflicht für EU-Bürger: Seit dem 2. April 2025 brauchst du für die Einreise nach Großbritannien eine elektronische Reisegenehmigung (UK ETA), die £20 (ca. 24 €) kostet und online über die offizielle App beantragt wird.
- Wann hinfahren: Die besten Monate sind Mai und September, wenn das Wetter angenehm ist und du dem schlimmsten Ansturm der gefürchteten Midges-Mücken entgehst.
- Wie du dich fortbewegst: Um die Highlands und Inseln zu erkunden, ist ein Mietwagen praktisch ein Muss – denk nur daran, dass Linksverkehr herrscht und dich auf dem Land schmale einspurige Straßen erwarten.
- Wie lange bleiben: Das Minimum für Edinburgh und ein bisschen Natur sind 5 bis 7 Tage, für einen richtigen Roadtrip solltest du dir aber idealerweise 10 bis 14 Tage Zeit nehmen.
- Unterkunft rechtzeitig buchen: Vor allem die Insel Skye und die NC500-Route sind in der Sommersaison oft schon ein halbes bis ganzes Jahr im Voraus ausgebucht.
- Tickets im Voraus: Karten für den berühmten Jacobite Steam Train oder Bootsfahrten auf Loch Ness solltest du mit großem Vorlauf reservieren, am besten über GetYourGuide.

Wann nach Schottland reisen und wie man die Midges überlebt
Das Wetter im Norden Großbritanniens ist das ganze Jahr über unberechenbar, aber wenn du die größte Chance auf schöne Tage haben willst, sind Mai und September die besten Reisemonate. Die Tage sind dann schon angenehm lang, es sind etwas weniger Touristen unterwegs als in den Ferien und vor allem entgehst du dem schlimmsten Ansturm der lästigen Insekten. Im Sommer klettern die Temperaturen zwar auf angenehme 20 Grad und Ende Juni ist es locker 17 Stunden am Tag hell, aber der Preis dafür sind volle Parkplätze und allgegenwärtige Mücken 😅.
Genau diese kleinen beißenden Mücken, die sogenannten Midges, sind für viele Reisende ein wahrer Albtraum. Ihre Saison beginnt Ende Mai und dauert bis Anfang September, wobei du den absoluten Höhepunkt im Juli und August erlebst, vor allem an der Westküste und auf den Inseln. Sie greifen am häufigsten in der Dämmerung an, lieben Feuchtigkeit und Windstille – fliegen aber zum Glück gar nicht mehr, sobald der Wind schneller als 10 Kilometer pro Stunde weht.
Wenn du im Sommer fährst, kommst du um ein gutes lokales Mückenmittel definitiv nicht herum. Gewöhnliche Sprays aus dem Drogeriemarkt wirken gegen sie überhaupt nicht, kauf dir also gleich nach der Ankunft das Mittel Smidge oder setze auf den legendären Tipp der Einheimischen – das Körperöl Avon Skin So Soft. Wenn du campen oder dich vor allem in der Natur in Seenähe aufhalten willst, überlege dir auch ein spezielles Mückennetz fürs Gesicht. Klingt vielleicht etwas übertrieben, aber pack zur Sicherheit auch helle, langärmelige Kleidung in den Rucksack – sobald du den ersten echten Midge-Angriff erlebt hast, bist du für diesen Schutz unfassbar dankbar.

Wie du hinkommst und dich fortbewegst
Der einfachste Weg von Deutschland sind Direktflüge nach Edinburgh oder Glasgow, die von zahlreichen deutschen Flughäfen aus angeboten werden – etwa von Eurowings, Lufthansa oder easyJet ab Berlin, München oder Frankfurt. Die Flugzeit beträgt rund zwei Stunden und außerhalb der Hauptsaison bekommst du Hin- und Rückflüge schon ab etwa 60 bis 150 €, am besten wenn du sie über eine Suchmaschine wie Kiwi.com im Auge behältst. Ein toller Trick ist ein sogenanntes Open-Jaw-Ticket, bei dem du in eine Stadt fliegst und von der anderen zurückkommst – die beiden liegen nämlich nur etwa eine Zugstunde auseinander.
In den Städten brauchst du definitiv kein Auto, aber um die Highlands, Inseln und abgelegenen Strände zu entdecken, ist ein Mietwagen praktisch ein Muss. Am einfachsten vergleichst du alle Angebote über die untenstehende Suche und holst den Wagen direkt nach der Landung ab. Die Mietpreise für einen kleineren Wagen liegen bei etwa £16 (ca. 19 €) bis £25 (ca. 30 €) pro Tag, rechne aber damit, dass Linksverkehr herrscht und der Sprit rund £1,59 pro Liter (etwa 1,90 €) kostet. Auf dem Land triffst du außerdem auf sogenannte Single-Track-Roads, also schmale einspurige Sträßchen mit Ausweichbuchten, wo es als Höflichkeitsregel gilt, dem anderen Vorrang zu geben und sich immer mit einem Winken zu bedanken ☺️. Wichtig: Die Ausweichbuchten dienen ausschließlich zum Ausweichen – du darfst dort niemals parken oder von ihnen aus die Landschaft fotografieren.
Wenn du dir den Linksverkehr nicht zutraust, kannst du das wirklich gute schottische Bahnnetz ScotRail nutzen, das dich durch die schönsten Szenerien fährt. Auf die Inseln gelangst du dann mit den zuverlässigen Fähren der Gesellschaft CalMac, für die du eine Auto-Reservierung allerdings mit großem Vorlauf machen musst. Zwischen den Städten verkehren auch günstigere Citylink-Busse, du musst nur damit rechnen, dass die Fahrt deutlich länger dauert.

Wichtige Neuerung: die Pflicht-Reisegenehmigung UK ETA
Egal ob du nur ein verlängertes Wochenende oder einen einmonatigen Roadtrip planst – seit dem 2. April 2025 gilt für alle EU-Bürger eine neue Pflicht. Für die Einreise nach Großbritannien reicht ein gültiger Reisepass nicht mehr aus, du musst dir vorab eine elektronische Reisegenehmigung namens UK ETA besorgen. Es handelt sich nicht um ein klassisches Visum, sondern eher um eine Sicherheitsregistrierung, die du vielleicht schon aus den USA oder Kanada kennst.
Für diese Genehmigung zahlst du eine Gebühr von £20 (ca. 24 €) und sie ist ganze zwei Jahre gültig – oder bis dein Reisepass abläuft. In dieser Zeit kannst du wiederholt nach Großbritannien reisen, wobei ein einzelner Aufenthalt sechs Monate nicht überschreiten darf. Beantrage die Genehmigung idealerweise mindestens drei Werktage vor dem Abflug, und zwar ausschließlich über die offizielle UK-ETA-App oder auf der Website gov.uk.
Sei extrem vorsichtig vor diversen betrügerischen Seiten, die dir für eine angebliche „Vermittlung“ deutlich höhere Beträge aus der Tasche ziehen wollen. Der einzig richtige Ort ist die offizielle britische Regierungsseite oder App. Außerdem muss jeder einzelne Reisende eine Genehmigung haben, einschließlich Kleinkindern und Säuglingen – denk also bei der Planung eines Familienurlaubs unbedingt daran. Die Bewilligung selbst erfolgt meist innerhalb weniger Minuten.

Wo du in Schottland übernachten kannst
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen und zu kaufen.
Das Land ist zu weitläufig, um es von einem einzigen Hotel aus zu bereisen, du musst deine Unterkünfte also in mehrere logische Etappen aufteilen. Ich rate dir dringend, die Buchungen nicht auf den letzten Drücker zu lassen, denn beliebte Regionen wie die Insel Skye, das Glencoe-Tal oder die NC500-Route sind in den Sommermonaten oft schon ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht. Buche über Booking, idealerweise mit kostenloser Stornierung, damit du eine Hintertür hast, falls sich Pläne ändern.
Wenn du auf die beliebte Isle of Skye fährst, ist das Hafenstädtchen Portree eine super Basis für Ausflüge. Für Paare, die traumhafte Ausblicke suchen, ist das viktorianische Haus The Cuillin Hills Hotel ideal, während Liebhaber von Sauna und schönen Gärten das luxuriösere The Marmalade Hotel zu schätzen wissen. Wenn du lieber direkt im Landesinneren nahe den Bergen schläfst, ist das historische Sligachan Hotel eine legendäre Bergsteiger-Basis mit eigener Brauerei.
Im dramatischen Glencoe-Tal und rund um Fort William kannst du dir echten Luxus in der besonderen Unterkunft Glencoe House gönnen, die riesige Suiten mit atemberaubender Aussicht bietet. Eine ausgezeichnete Wahl ist auch das The Lime Tree in Fort William mit preisgekröntem Restaurant und Galerie, oder das praktisch gelegene Highland Home, von dem aus es nur ein Katzensprung zum berühmten Dampfzug ist.
Am ikonischen Loch Lomond bietet sich für besondere Anlässe eine verwöhnende Nacht im Cameron House an – einer riesigen gotischen Residenz direkt am Ufer mit eigenem Spa und Golfplatz. Nahe Inverness kannst du das traditionelle Loch Ness Country House Hotel ausprobieren, und wenn du dich auf die Nordrunde NC500 begibst, schnapp dir ein Zimmer im schönen The Castle Hotel in Dornoch oder im gemütlichen Mackay’s Rooms im hohen Norden in Durness.

Was man in Schottland isst (auch für Vegetarier)
Die schottische Küche macht nicht viel PR und ehrlich gesagt sieht sie auf den ersten Blick auch nicht besonders verlockend aus. Aber dann probierst du einen ordentlichen Haggis mit Kartoffeln und Steckrübe und plötzlich verstehst du, wie man hier den Winter übersteht. Die absolute Grundlage ist natürlich der berühmte Haggis – Schafsinnereien, die mit Haferflocken im Magen gekocht werden – aber wenn du kein Fleisch isst, musst du gar nicht verzweifeln. Vegetarischer Haggis ist hier völlig normal, du bekommst ihn sogar im gewöhnlichen Supermarkt und in Restaurants wird er mit traditionellem Stampf aus Steckrübe und Kartoffeln serviert.
Die Stadt Glasgow wird sogar oft als die vegane Hauptstadt ganz Großbritanniens bezeichnet, hier kommen also alle Liebhaber pflanzlicher Kost voll auf ihre Kosten. Probier unbedingt die Kult-Bar mit angeschlossenem Plattenladen Mono, den großartigen Gastropub Stereo oder das angesagte Bistro Picnic. In Edinburgh solltest du dir das legendäre Restaurant Henderson’s, das gehobenere David Bann oder das gemütliche Harmonium im Viertel Leith nicht entgehen lassen.
Von den klassischen Spezialitäten mit Fleisch oder Fisch findest du auf den Speisekarten häufig die geräucherte Fischsuppe Cullen Skink, den berühmten schottischen Lachs oder Steaks vom Aberdeen-Angus-Rind. Tolle fleischlose Süßigkeiten, die du mit ruhigem Gewissen genießen kannst, sind dagegen die Buttergebäck-Kekse Shortbread, das unglaublich süße Konfekt Tablet oder das traditionelle Dessert Cranachan, in dem sich Sahne, Haferflocken, Himbeeren und ein ordentlicher Schuss Whisky vermischen. Und vergiss nicht, das alles mit der leuchtend orangefarbenen Limonade Irn-Bru herunterzuspülen 😁.

Städte und das Lowland: 6 Tipps, was du sehen und unternehmen kannst
Schauen wir uns gemeinsam den südlicheren Teil des Landes an, wo du die größten Städte und jede Menge historische Sehenswürdigkeiten findest. Diese Region ist ideal für alle, die ohne Auto reisen, denn zwischen den einzelnen Punkten kommst du völlig entspannt und schnell mit bequemen Zügen voran. Die Lowlands sind generell auch wettertechnisch freundlicher und auf die lästigen Mücken triffst du hier nur in absoluten Ausnahmefällen.

1. Edinburgh: die geschichtsträchtige Hauptstadt
Edinburgh ist eine der schönsten Städte ganz Europas und sein historisches Zentrum mit dem Burgfelsen steht auf der UNESCO-Liste. Spaziere die berühmte Royal Mile entlang, die das majestätische Edinburgh Castle mit dem königlichen Palast verbindet, und lass dir auch den Aufstieg auf den erloschenen Vulkan Arthur’s Seat nicht entgehen, von wo aus du die ganze Stadt wie auf dem Präsentierteller hast. Mach unbedingt auch einen kurzen Abstecher zur fotogenen Victoria Street, deren bunte Ladenfassaden mit Zaubereisouvenirs J. K. Rowling angeblich bei der Erschaffung der berühmten Winkelgasse inspiriert haben.
💡 Tipp: Wenn du im August herkommst, lebt die Stadt mit dem riesigen Fringe-Festival – rechne dann aber damit, dass Unterkünfte blitzschnell weg sind. Tickets fürs Schloss solltest du unbedingt im Voraus online kaufen. Mehr Infos findest du in unserem Artikel Edinburgh: 31 Tipps, was du sehen und unternehmen kannst.

2. Glasgow: UNESCO-Stadt der Musik und des Designs
Schottlands größte Stadt hat eine ganz andere Atmosphäre als das historische Edinburgh, sie ist deutlich industrieller und trägt den Titel UNESCO-Stadt der Musik mit über 130 Konzerten pro Woche. Hier wurde der berühmte Architekt Charles Rennie Mackintosh geboren, dessen Einfluss du an vielen Gebäuden siehst – auch wenn die berühmte Glasgow School of Art nach einem verheerenden Brand leider noch immer im Wiederaufbau ist.
Lass dir auf keinen Fall den Besuch der Kelvingrove Art Gallery entgehen – das ist das meistbesuchte britische Museum außerhalb Londons und der Eintritt ist völlig gratis. In den Tiefen dieses imposanten viktorianischen Gebäudes triffst du unter anderem auf ein Originalgemälde von Salvador Dalí. Kostenlos schaust du auch ins Verkehrsmuseum Riverside Museum oder auf den historischen Segler Glenlee. Abends empfehle ich einen Besuch im Club King Tut’s, wo die Band Oasis ihren Vertrag unterschrieb, oder einfach durch die Gassen zu streifen – die Stadt erkundest du bequem auch mit der örtlichen U-Bahn.

3. Stirling: Schlüsselburgen und Schlachtfelder
Stirling wird oft als „Tor zu den Highlands“ bezeichnet und hier spielten sich die wichtigsten Schlachten der schottischen Geschichte ab, einschließlich des berühmten Sieges von William Wallace im Jahr 1297. Das Wahrzeichen ist das prächtige Stirling Castle. Das Ticket kostet £18,50 (ca. 22 €), für Kinder £11 (ca. 13 €), und im Sommer öffnet es um halb zehn. Für das Geld lohnt es sich aber wirklich.
Eine weitere große Attraktion ist das National Wallace Monument, ein hoher Turm auf einem Hügel, zu dem du 246 Stufen erklimmen musst. Der Eintritt kostet £12,20 (ca. 14,50 €) und an einem klaren Tag siehst du von hier gleich sieben historische Schlachtfelder. Wenn dich die Geschichte tiefer interessiert, halte auch beim modernen Besucherzentrum am Schlachtfeld Bannockburn, wo du für £11 (ca. 13 €) eine interaktive 3D-Vorführung der berühmten Schlacht erlebst.

4. Loch Lomond & The Trossachs
Gleich hinter Glasgow beginnt der erste schottische Nationalpark, der 2002 gegründet wurde und den See Loch Lomond beherbergt – flächenmäßig der größte in ganz Großbritannien. Der Eintritt in den gesamten Nationalpark ist völlig gratis, du zahlst nur für eventuelle Aktivitäten wie Aussichtsfahrten vom Städtchen Balloch oder eine Fahrt mit dem historischen Dampfschiff auf dem benachbarten Loch Katrine.
Von Glasgow kommst du mit dem Direktzug zur Station Balloch in knapp 50 Minuten hierher, du brauchst also nicht mal ein eigenes Auto. 💡 Tipp: Wenn du gerne wanderst, steig unbedingt auf den Hügel Conic Hill über dem Dörfchen Balmaha. Der Weg dauert hin und zurück etwa zwei bis drei Stunden und bietet dir wohl die besten Panoramablicke auf den ganzen See voller kleiner Inselchen.

5. The Kelpies und das Falkirk Wheel
Unweit der Strecke zwischen Edinburgh und Glasgow findest du zwei absolut einzigartige moderne Bauwerke, die einen kurzen Stopp definitiv wert sind. The Kelpies sind zwei riesige, 30 Meter hohe Pferdeköpfe aus Stahl, die mythische Wassergeister darstellen und die größten Pferdeskulpturen der Welt sind. Der Helix-Park selbst, in dem die Skulpturen stehen, ist gratis zugänglich, kostenpflichtig ist nur die Besichtigung des Inneren der Skulpturen für £8,50 (ca. 10 €).
Nur ein paar Kilometer weiter befindet sich das Falkirk Wheel, der einzige rotierende Schiffshebewerk der Welt, das zwei Schifffahrtskanäle mit riesigem Höhenunterschied elegant verbindet. Das Areal rund um das Hebewerk kannst du gratis durchstreifen, aber wenn du die eigentliche Drehung im Boot erleben willst, kostet dich das Ticket für die etwa einstündige Fahrt £17,95 (ca. 21,50 €). Beide Orte sind am Abend am fotogensten, wenn sie schön beleuchtet sind.

6. St Andrews: Wiege des Golfsports und Universität
Das malerische Universitätsstädtchen an der Küste der Fife-Bucht ist weltweit als die absolute Wiege des Golfsports bekannt. Eine Runde auf dem legendären Old Course kostet in der Hauptsaison £355 (ca. 425 €), aber wenn du nicht Golf spielst, kannst du das Gelände sonntags durchwandern, wenn der Platz für das Spiel gesperrt ist und als öffentlicher Park dient – und das völlig gratis, inklusive Foto auf der berühmten Swilcan Bridge.
Neben dem Golf findest du hier die älteste schottische Universität von 1413, an der sich übrigens Prinz William und Kate kennenlernten, sowie die Ruine des St Andrews Castle mit einem Eintritt von £11 (ca. 13 €). Die Burg liegt direkt auf der Küstenklippe und birgt einen einzigartigen historischen Minentunnel, in den du sogar hineinschauen kannst. Einen Spaziergang wert ist auch der wunderschöne Sandstrand West Sands, den du vielleicht aus der Eröffnungsszene des Oscar-Films Die Stunde des Siegers kennst. Von Edinburgh kommst du mit dem Zug zur Station Leuchars und anschließend mit einem kurzen Bustransfer her, das dauert etwa eineinhalb Stunden.

Die Highlands und Seen: 11 Tipps für Naturliebhaber
Hier kommst du in eine Landschaft, in der die Straßen so lange am Wasser entlangführen, dass du aufhörst, die Kilometer zu zählen – und wo sich hinter jeder Kurve ein Ausblick auftut, wegen dem du anhalten und einfach nur staunen musst. In diesem Teil bewegst du dich ohne Auto schon recht schwer, dafür erlebst du hier die echte, ungezähmte schottische Wildnis, auf die du dich die ganze Zeit gefreut hast.

7. Pitlochry und Perthshire
Das Städtchen Pitlochry dient als beliebtes Tor zu den zentralen Highlands und liegt in der bewaldeten Region Perthshire, die man im Herbst das „Land der großen Bäume“ nennt. Halte unbedingt am Aussichtspunkt Queen’s View, von dem aus du den ikonischen Blick auf den See Loch Tummel hast, und spaziere ein Stück entlang der dramatischen Schlucht Killiecrankie, wo sich in der Vergangenheit eine weitere blutige Schlacht abspielte.
Diese Gegend ist außerdem ein toller Ort für die erste Bekanntschaft mit der Whisky-Herstellung, denn direkt rund um Pitlochry findest du die traditionelle Brennerei Blair Athol sowie Edradour, die sich rühmt, eine der kleinsten Brennereien ganz Schottlands zu sein. Das Städtchen ist zudem wunderbar mit dem Zug auf der Hauptstrecke von Edinburgh nach Norden erreichbar, sodass du hier auch beim Reisen ohne Auto einen Stopp einlegen kannst.

8. Glencoe — das dramatischste Tal
Wenn du in Schottland nur einen einzigen Ort sehen solltest, wäre das Glencoe-Tal ein heißer Favorit, denn die Majestät der Berge entlang der Straße A82 haut dich einfach um. Die bekannteste Szenerie ist das Massiv namens Three Sisters, unter dem eine düstere Geschichte liegt, denn genau hier ereignete sich 1692 das berüchtigte Massaker am Clan MacDonald. Das gesamte Tal ist dabei völlig kostenlos zugänglich.
Für Wanderfreunde ist der etwa vier Kilometer lange Trek ins sogenannte Hidden Valley, das „verborgene Tal“, ein absolutes Muss, wo sich einst gestohlenes Vieh versteckt wurde. Rechne damit, dass der Weg etwa drei Stunden dauert, hin und wieder musst du mit den Händen nachhelfen und es erwartet dich auch eine kleine Bachdurchquerung. 💡 Tipp: Komm so früh wie möglich am Morgen her, so entgehst du nicht nur den Touristenmassen, sondern erwischst oft auch den herrlichen Morgennebel, der dem Ort die richtige Atmosphäre verleiht.

9. Fort William und der Aufstieg auf den Ben Nevis
Fort William liegt am Ufer eines Meeresarms und trägt zu Recht den Titel der Outdoor-Metropole Großbritanniens, denn es dient als Ausgangspunkt für den berühmten Fernwanderweg West Highland Way. Die Hauptattraktion ist aber der höchste Berg des gesamten Königreichs, der majestätische Ben Nevis, der sich 1.345 Meter über den Meeresspiegel erhebt und auf den jährlich Tausende begeisterte Wanderer steigen.
Der Aufstieg führt über den sogenannten Mountain Track, eine etwa 16,5 Kilometer lange Runde mit 1.300 Höhenmetern, die dich solide 8 bis 9 Stunden kostet. Körperlich ist das eine sehr anspruchsvolle Strecke, am Gipfel friert es selbst mitten im Sommer und es zieht Nebel auf, sodass Bergausrüstung absolute Pflicht ist. Halte dich wirklich gewissenhaft an den Weg, denn das Gipfelplateau ist bei schlechter Sicht heimtückischer, als es aussieht.

10. Glenfinnan Viaduct und der Jacobite Steam Train
Wer kennt nicht die berühmte Brücke, über die in den Harry-Potter-Filmen jedes Jahr der Hogwarts-Express saust? Dieses 21-bögige Viadukt aus dem Jahr 1901 spannt sich über das Tal am See Loch Shiel und in der Sommersaison fährt zweimal täglich der historische Dampfzug Jacobite hinüber, der auf der Strecke von Fort William zum Hafen Mallaig verkehrt. Vom Aussichtspunkt unter der Brücke fotografierst du diese ganze Pracht völlig gratis, du zahlst nur £3,50 (ca. 4 €) fürs Parken.
Wenn du mit dem historischen Zug direkt mitfahren willst, kostet dich ein Standard-Hin-und-Rückfahrtticket £76 (ca. 91 €), die erste Klasse kostet £116 (ca. 139 €) und ein Kinderticket £43 (ca. 51 €). Verkauft werden ausschließlich Rückfahrtickets und wegen des riesigen Andrangs ist eine Reservierung schon 12 Wochen im Voraus nötig, denn der Zug ist blitzschnell ausverkauft. 💡 Tipp: Genau dieselbe Strecke mit identischen Ausblicken fahren auch die normalen ScotRail-Züge, die dich nur einen Bruchteil kosten – nur kommt eben kein stilvoller Dampf aus dem Schornstein 😅.

11. West Highland Line: die schönste Bahnstrecke
Wo wir schon bei den Zügen sind: Die West Highland Line landet regelmäßig auf den Bestenlisten der schönsten Bahnstrecken der ganzen Welt. Diese Linie beginnt in Glasgow und zieht sich über das wilde Rannoch Moor bis zur Westküste, wobei sie sich an einem Punkt teilt – ein Zweig endet im Hafen Oban, der andere fährt über das Glencoe-Tal und das Glenfinnan-Viadukt bis nach Mallaig.
Es ist eine absolut fantastische Alternative zum Mietwagen, dank der du die Szenerien ohne Stress mit schmalen Sträßchen genießen kannst. Die Fahrt von Glasgow ins Küstenstädtchen Mallaig dauert rund fünfeinhalb Stunden und ein Ticket bei ScotRail gibt es ab £45,70 (ca. 55 €), während die kürzere Variante nach Oban ab £32,20 (ca. 38,50 €) beginnt. Unterwegs kannst du dich zudem an unberührter Natur erfreuen, zu der keine einzige Straße führt.

12. Loch Ness und die Ruine von Urquhart Castle
Der berühmteste schottische See Loch Ness ist vielleicht nicht der schönste, birgt aber bei Weitem das meiste Wasser aller britischen Seen, ist bis zu 230 Meter tief und wurde natürlich durch die Legende vom sagenhaften Ungeheuer Nessie weltberühmt. Direkt am Ufer des Sees erhebt sich die romantische Ruine von Urquhart Castle, wo ein online gekauftes Ticket £14 (ca. 16,50 €) kostet, während du vor Ort zwei Pfund mehr zahlst.
Eine sehr beliebte Möglichkeit, den See zu erkunden, sind Bootsausflüge, wobei die bekannteste Fahrt, die Jacobite Freedom Cruise, £33 (ca. 39,50 €) kostet und zwei Stunden auf dem Wasser sowie den Eintritt zur Burg umfasst. Wenn dich die Geschichte der Ungeheuer-Suche interessiert, findest du im nahen Städtchen Drumnadrochit die moderne Ausstellung Loch Ness Centre mit einem Eintritt von £17 (ca. 20 €), wo dich eine packende Multimedia-Tour über die Geschichte der Suchaktionen und Rätsel erwartet. Du kannst hier auch die Ausrüstung besichtigen, mit der Wissenschaftler den Seegrund abscannten. 💡 Tipp: Komm gleich zur Öffnung zur Burg, denn ab elf Uhr füllt sich der Ort mit Reisebussen aus Edinburgh.

13. Inverness
Inverness liegt am Nordende des Sees Loch Ness und dient als kulturelles und administratives Zentrum der gesamten Region Highlands. Es ist eine perfekte, überraschend ruhige Basis zum Erkunden Nordschottlands und außerdem der offizielle Start- und Zielpunkt der berühmten NC500-Route. Durch die Stadt fließt der Fluss Ness und du findest hier jede Menge gemütlicher Cafés, Restaurants und Souvenirläden.
Eine große Attraktion wird das neu renovierte Inverness Castle sein, dessen riesige Innenausstellung am 10. Dezember 2025 nach mehrjähriger Pause wieder für Reisende öffnet. Die Stadt hat zudem eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung an den Rest des Landes – mit dem Direktzug aus Edinburgh kommst du in etwa dreieinhalb Stunden her, aus Glasgow in rund drei.

14. Culloden: ein Schlachtfeld voller Emotionen
Gleich hinter den Grenzen von Inverness liegt einer der wichtigsten und traurigsten Orte der schottischen Geschichte, das düstere Heidemoor Culloden. Genau hier fand 1746 die letzte Schlacht auf britischem Boden statt, die das endgültige und blutige Ende des gesamten Jakobitenaufstands bedeutete. Für Fans der beliebten Serie Outlander ist dieser Ort ein absolutes Muss.
Heute befindet sich hier ein sehr atmosphärisches Schlachtfeld, durch das du spazieren kannst, sowie ein modernes Besucherzentrum unter der Organisation National Trust. Der Rundgang durch die interaktive Ausstellung hilft dir, die komplexe Geschichte der Clans und die damalige Politik zu verstehen, wobei der Ort selbst dich mit einem schwer zu beschreibenden, aber sehr starken Eindruck erfüllt.

15. Cairngorms National Park und freilebende Rentiere
Während die meisten Touristen zum Loch Ness oder an die Westküste fahren, bietet der riesige Cairngorms-Nationalpark einen völlig anderen Landschaftstyp. Es ist der größte Nationalpark des gesamten Vereinigten Königreichs mit einer Fläche von über 4.500 Quadratkilometern, wo du Reste des ursprünglichen kaledonischen Waldes und Dutzende Berge über dreitausend Fuß Höhe findest, die sogenannten Munros.
Eine tolle Nachricht ist, dass seit dem 27. Februar 2025 nach langer Schließung die Bergbahn Cairngorm Funicular wieder fährt, die dich für £17,95 (ca. 21,50 €) zum höchstgelegenen Restaurant Großbritanniens auf 1.097 Meter Höhe bringt. Lass dir auch den Besuch der Cairngorm Reindeer Herd nicht entgehen, der einzigen freilebenden Rentierherde auf den Inseln. Eine spezielle Expedition zu ihnen kostet £20 (ca. 24 €), kann aber nicht im Voraus reserviert werden, du musst also früh genug am Morgen kommen.

16. Speyside Malt Whisky Trail
Schottland und Whisky gehören untrennbar zusammen und die Region Moray Speyside östlich von Inverness ist die Heimat von mehr als der Hälfte aller funktionierenden Brennereien des Landes. Du findest hier die einzige markierte Brennerei-Route der Welt, den sogenannten Malt Whisky Trail, der rund 100 Kilometer misst und neun einzigartige Orte mit reicher Geschichte und duftenden, fassgefüllten Lagern verbindet.
Zu den bekanntesten gehört die Besichtigung der Familienbrennerei Glenfiddich, wo die Basistour £30 (ca. 36 €) kostet, wobei das Besucherzentrum mit Ausstellung selbst gratis ist. Wenn du Luxus suchst, kannst du dir vorab eine Besichtigung des architektonisch atemberaubenden Gebäudes von The Macallan reservieren, wo sich die Preise um die £250 (ca. 300 €) bewegen. 💡 Tipp: Wenn du selbst fährst, setz dich nach der Verkostung auf keinen Fall ans Steuer – die Brennereien sind darauf vorbereitet und packen Fahrern bereitwillig ein sogenanntes „Driver’s Pack“ mit Proben für den Abend ein.

17. Eilean Donan Castle: die Märchenburg aus den Filmen
Auf dem Weg von Zentralschottland Richtung Isle of Skye triffst du etwa 15 Minuten vor der Brücke auf einen Ort, den du einfach nicht verpassen kannst. Eilean Donan ist wohl die Burg, die du von Tausenden Fotos auf Pinterest kennst, ohne es zu wissen. Sie liegt auf einer kleinen Insel im See Loch Duich und ist mit dem Festland durch eine romantische Steinbrücke verbunden. Sie spielte zum Beispiel in den Filmen Highlander oder im Bond-Streifen Die Welt ist nicht genug mit.
Der Eintritt in die Innenausstellungen kostet £13 (ca. 15,50 €) für Erwachsene und Tickets gibt es nur vor Ort, einen Online-Vorverkauf gibt es also nicht. Wenn du aber Geld und Zeit sparen willst – die allerschönsten Fotos machst du von draußen, von den Ufern des Sees aus, und das ist natürlich völlig gratis. Das beste Licht herrscht hier in der Dämmerung, und bei Flut sieht es aus, als würde die Burg geradezu auf dem Wasser schwimmen.

Isle of Skye und weitere Inseln: 8 Ausflugstipps
Die Westküste Schottlands ist von Hunderten Inseln gesäumt, von denen einige verlassen sind und andere die ikonischsten Naturschauspiele ganz Europas bieten. Wenn du Zeit hast, nimm unbedingt mindestens eine davon in deine Reiseroute auf. Denk nur daran, dass du dich – abgesehen von der Insel Skye, zu der eine kostenlose Brücke führt – überall mit Fähren fortbewegen musst, die oft stark ausgelastet sind.

18. Isle of Skye: der magische Old Man of Storr
Die Insel Skye ist zweifellos der größte Star unter den schottischen Inseln und ihr Besuch ist schlicht eine sichere Bank. Das absolute Wahrzeichen ist der Old Man of Storr, ein etwa 50 Meter hoher Felspfeiler, der sich auf der Halbinsel Trotternish erhebt und über die weite Umgebung wacht. Auf die Insel kommst du übrigens über die Skye Bridge völlig gratis, denn die alte Maut wurde schon 2004 abgeschafft.
Der Weg zum Felsen und zurück ist knapp 4 Kilometer lang und der Aufstieg kostet dich mitsamt Fotografieren etwa zwei bis drei Stunden, wobei du dich auf recht steile Stufen und Höhenmeter einstellen musst. Der Parkplatz unter dem Hügel ist kostenpflichtig, kostet £6 (ca. 7 €) für sechs Stunden und ist in der Hauptsaison schon gegen halb zehn morgens voll – steh also unbedingt früh auf, damit du nicht kilometerweit entfernt am schmalen Straßenrand parken musst.

19. Isle of Skye: Quiraing, Neist Point und Portree
Etwas weiter nördlich vom Storr findest du Quiraing, einen spektakulären Erdrutsch voller Felsnadeln, Klippen und versteckter Plateaus. Die gesamte Runde misst fast 7 Kilometer, kostet dich bis zu vier Stunden und beinhaltet auch leichte Kletterei, mach dich also wirklich nur bei gutem, klarem Wetter auf den Weg. Am gegenüberliegenden, westlichsten Zipfel der Insel befindet sich dann Neist Point mit einem Leuchtturm aus dem Jahr 1909 – der mit Abstand beste Ort zum Beobachten des Sonnenuntergangs.
Die ideale Basis für all diese Ausflüge ist der malerische Hafen Portree mit knapp 2.300 Einwohnern, den du an der Reihe bunter Häuschen erkennst, die die Bucht säumen. Du findest hier einen großen Supermarkt, eine Tankstelle und jede Menge toller Cafés, in denen du dich nach einem anstrengenden Tag auf windigen Klippen angenehm aufwärmen kannst.

20. Isle of Skye: Baden in den Fairy Pools
Wenn dir etwas eiskaltes Wasser nichts ausmacht, fahr in den Süden der Insel unter das majestätische Cuillin-Gebirge ins Tal Glen Brittle. Die Fairy Pools sind Kaskaden wunderschön blaugrüner Becken und kleiner Wasserfälle an einem Gebirgsbach, die geradezu zum Wildbaden einladen, das hier sehr beliebt und völlig gratis ist. Der Weg vom Parkplatz zu den Becken misst etwa 2,4 Kilometer und ist ein leichter Spaziergang, auch für Familien mit Kindern geeignet.
Das Parken bei den Fairy Pools kostet dich £6 (ca. 7 €) für den ganzen Tag und insgesamt solltest du dir zum Erkunden aller Schönheiten der Insel idealerweise zwei bis drei volle Tage einplanen. Die Attraktionen sind nämlich an den gegenüberliegenden Enden der Insel verstreut und das Vorankommen auf den örtlichen Single-Track-Straßen ist recht langsam. Wenn du nicht über die Brücke fahren willst, gelangst du auf die Insel auch per Fähre von Mallaig zum Hafen Armadale für £13,25 (ca. 16 €) pro Auto, aber eine Reservierung ist absolute Pflicht.

21. Oban: das geschäftige Tor zu den Inseln
Das Städtchen Oban auf dem Festland dient als Hauptverkehrsknotenpunkt für alle, die zu den Hebriden-Inseln aufbrechen, und hier pulsiert eine unglaublich lebendige Atmosphäre. Das Wahrzeichen der Stadt ist das eigenartige runde Bauwerk McCaig’s Tower, das ein wenig an das römische Kolosseum erinnert und herrliche Ausblicke auf die gesamte Bucht bietet. Spaziere unbedingt entlang des Hafens und sauge das typische seefahrerische Treiben auf.
Vom Hafen laufen täglich die großen gelb-schwarzen Schiffe der Gesellschaft CalMac aus, die Touristen und Einheimische auf die umliegenden Inseln bringen. Oban ist ein toller Stopp für eine Nacht, wenn du am nächsten Morgen früh ein Fährticket gebucht hast, und ist zudem über die wunderschöne Bahnstrecke West Highland Line direkt aus Glasgow leicht erreichbar.

22. Isle of Mull, das heilige Iona und die Höhle auf Staffa
Das Trio der sogenannten Inneren Hebriden bietet einen fantastischen Tagesausflug von Oban aus, den du auch ohne Auto schaffst. Die Insel Mull empfängt dich mit dem bunten Hafen Tobermory und wilder Natur, während das winzige Iona die Wiege des schottischen Christentums ist, wo sich die berühmte Iona Abbey mit einem Eintritt von £10 (ca. 12 €) befindet. Auf Iona dürfen Autos gewöhnlicher Touristen gar nicht, dort herrscht also vollkommene Ruhe.
Das absolute Juwel ist aber die unbewohnte Insel Staffa mit der ikonischen Fingals Höhle, die aus perfekten sechseckigen Basaltsäulen besteht und einst sogar den Komponisten Mendelssohn inspirierte. Ausflugsschiffe vom Hafen Fionnphort kosten rund £45 (ca. 54 €) und die gesamte Saison dauert ungefähr von April bis Ende Oktober. 💡 Tipp: Plane den Ausflug nach Staffa wenn möglich nicht auf den allerletzten Urlaubstag, denn die Schiffe werden wegen hohen Wellengangs oft in letzter Minute abgesagt.

23. Outer Hebrides und der Strand Luskentyre
Wenn du dich nach völliger Abgeschiedenheit und Stränden sehnst, die karibisch aussehen, deren Wassertemperatur dich aber schnell daran erinnert, dass du immer noch in Großbritannien bist, dann mach dich auf zu den Äußeren Hebriden. Die Doppelinsel Lewis und Harris bietet absolut unberührte Natur und du findest hier den Strand Luskentyre, der regelmäßig auf den Bestenlisten der schönsten Strände der Welt landet. Weißer Sand und türkisfarbenes Wasser gibt es hier gratis.
Aus genau dieser Region stammt auch der berühmte geschützte Wollstoff Harris Tweed, den du am Schutzzeichen Orb erkennst, und du kannst dir hier das hochwertigste Souvenir besorgen. Auf die Äußeren Hebriden gelangst du per Fähre von Uig auf der Insel Skye oder vom nördlichen Ullapool aus, wobei die Überfahrt von knapp zwei bis zweieinhalb Stunden dauert. Eine Kuriosität ist auch die Nachbarinsel Barra, wo sich der einzige kommerzielle Flughafen der Welt befindet, auf dem Flugzeuge direkt am Strand landen.

24. Orkney: eine Reise in die Jungsteinzeit
Die Inselgruppe Orkney ganz im Norden des Landes ist ein Paradies für alle Liebhaber uralter Geschichte, denn hier findest du die ältesten prähistorischen Denkmäler ganz Europas. Die Hauptattraktion ist eine in die UNESCO eingetragene Denkmalgruppe, das sogenannte Herz des neolithischen Orkney, zu dem auch das fünftausend Jahre alte Dorf Skara Brae gehört, das älter ist als die ägyptischen Pyramiden – ein online gekauftes Ticket kostet £14 (ca. 16,50 €).
Ein großer Vorteil ist, dass du die berühmten Steinkreise Ring of Brodgar und Stones of Stenness völlig gratis und ohne jegliche Öffnungszeiten besichtigen kannst. Vom Festland kommst du per Fähre von Scrabster oder mit der günstigeren Variante von Gills Bay her, was etwa eineinhalb Stunden dauert. Ich empfehle, dir zum Erkunden der Inseln mindestens zwei Tage einzuplanen, und wenn du perfekte Fotos haben willst, mach dich früh am Morgen zum Sonnenaufgang auf den Weg zu den Steinkreisen.

25. Isle of Arran: Schottland im Kleinen
Die Insel Arran liegt nur ein Stück von der Westküste unweit von Glasgow entfernt und wird oft „Schottland im Kleinen“ genannt, weil du hier auf kleiner Fläche absolut alles findest. Im Norden erheben sich raue Berggipfel mit dem höchsten Berg Goat Fell, während du im Süden über ruhige Sandstrände spazieren kannst. Es ist ein ideales Ziel, wenn du keine Zeit hast, bis in den fernen Norden zu fahren, aber trotzdem Inselatmosphäre erleben willst.
Zu den Hauptattraktionen gehören das schöne Brodick Castle mit seinen weitläufigen Gärten sowie die örtliche Brennerei Arran Distillery. Der Weg auf die Insel ist sehr einfach: Du musst nur zum Hafen Ardrossan fahren (gerne auch mit dem Direktzug aus Glasgow) und auf die Fähre springen, die dich in knapp einer Stunde ins Dörfchen Brodick übersetzt.

Die Nordküste und NC500: 5 Tipps für einen epischen Roadtrip
Der nördliche Rand Großbritanniens wurde lange Zeit vernachlässigt, aber mit dem Aufkommen der NC500-Route wurde er zu einem riesigen Hit. Diese Gegend ist wild, windig, fast baumlos und unglaublich schön. Mach dich aber auf keinen Fall hierher auf, wenn du nicht genug Zeit hast, denn ein schnelles Durchrasen der schmalen Sträßchen ohne Stopps wäre ein riesiger Jammer.

26. NC500 (North Coast 500): die schottische Route 66
Die offizielle Touristenroute namens North Coast 500 misst genau 516 Meilen, also rund 830 Kilometer, und führt um die gesamte Nordküste. Diese Schleife hat ihren Start und ihr Ziel in Inverness und führt dich durch die abgelegensten Regionen wie Wester Ross, Assynt und Sutherland. Du siehst riesige Klippen, die tiefe Meereshöhle Smoo Cave sowie den nördlichsten Punkt des Festlands, John o‘ Groats.
Wenn du die Route wirklich in Ruhe abfahren willst, empfehle ich dir, mindestens 5 bis 7 volle Tage dafür einzuplanen und keine Geschwindigkeitsrekorde brechen zu wollen. Die besten Monate für diese Tour sind April, Mai oder September, wenn auf den schmalen Straßen weniger Wohnmobile unterwegs sind und dir die beißenden Midges entgehen. Einheimische empfehlen, die gesamte Runde im Uhrzeigersinn zu fahren.

27. Bealach na Bà und Applecross
Gleich am Anfang der NC500-Route erwartet dich eine echte Fahrprüfung – der Bergpass Bealach na Bà. Es ist der steilste Straßenanstieg in ganz Großbritannien, der vom Meeresspiegel auf 626 Meter Höhe ansteigt, und das über wilde Single-Track-Serpentinen, die eher an alpine Straßen erinnern als an britische.
Die Straße bringt dich auf die abgelegene Halbinsel Applecross, von wo aus du an einem klaren Tag herrliche Ausblicke bis zur Insel Skye hast. Eine eindringliche Warnung gilt aber für Fahrer großer Wohnmobile und Wohnwagen, für die diese Straße offiziell nicht empfohlen wird, da sie in den engen Kurven leicht stecken bleiben würden. Wenn du die Durchfahrt ohne Nerven genießen willst, mach dich früh am Morgen auf den Weg, bevor sich die Kolonne weiterer Touristen auf die Straße begibt.

28. Dunrobin Castle: ein Märchen an der Ostküste
Während die meisten Burgen in Schottland recht rau und wehrhaft wirken, sieht Schloss Dunrobin in der Region Sutherland aus, als wäre es direkt aus Frankreich hierher gefallen. Dieses unglaublich fotogene Schloss rühmt sich Hunderter Zimmer, weißer Türmchen und herrlicher symmetrischer Gärten nach dem Vorbild von Versailles, die sich bis direkt zur Meeresküste hinabneigen.
Das Schloss liegt direkt an der NC500-Route und bietet neben einem Rundgang durch die Innenräume auch fantastische sommerliche Falknerei-Vorführungen auf den hauseigenen Rasenflächen. Es ist ein angenehmer und sehr eleganter Stopp, bevor du wieder in die wilde und ungezähmte Natur der Nordküste eintauchst.

29. Dunnottar Castle und dramatische Klippen
Wenn du entlang der Ostküste Richtung Aberdeen fährst, mach unbedingt einen Stopp beim Städtchen Stonehaven, wo du eine der eindrucksvollsten Ruinen des Landes findest. Dunnottar Castle ist eine dramatische Festung, erbaut auf einem Felsvorsprung etwa 50 Meter über dem aufgewühlten Meer, wo übrigens im 17. Jahrhundert die schottischen Kronjuwelen versteckt wurden und die auch in der Hamlet-Verfilmung von 1990 mitspielte.
Der Eintritt in diese private Burg kostet £13,50 (ca. 16 €) und sie ist von April bis Ende September von neun bis sechs Uhr geöffnet, aber Achtung: Bei starkem Wind wird das Areal aus Sicherheitsgründen geschlossen. Vom nahen Stonehaven kommst du in etwa fünfundvierzig Minuten zu Fuß über einen herrlichen Klippenpfad her, von dem aus du übrigens die beste und dramatischste Silhouette der Burg für deine Fotos einfängst.

30. Aberdeen und das königliche Balmoral in der Region Deeside
Die drittgrößte Stadt Aberdeen wird oft als „Granitstadt“ bezeichnet, weil die meisten ihrer historischen Gebäude aus dem typisch grauen Stein erbaut sind, der in der Sonne wunderschön funkelt. Unweit der Stadt beginnt das malerische Tal Royal Deeside, das schon Königin Victoria ins Herz schloss und in dem das Schloss Balmoral liegt, das bis heute als Sommerresidenz der britischen Königsfamilie dient und in dem 2022 Elisabeth II. starb.
Für die Öffentlichkeit sind die schönen Gärten in der Saison vom 28. März bis 9. August 2026 geöffnet und der Eintritt kostet £18,50 (ca. 22 €). Eine absolute Neuheit seit letztem Jahr sind die limitierten Führungen durch die Innenräume des Schlosses, die £110 (ca. 132 €) pro Person kosten, in Gruppen von maximal zwölf Personen stattfinden und praktisch sofort nach Verkaufsstart ausverkauft sind – wenn du Interesse hast, musst du also sehr schnell sein.

Wohin als Nächstes von Schottland aus
Wenn du eine größere Reise durch Großbritannien planst und Inspiration für einen konkreten Zeitplan suchst, schau dir unbedingt unseren detaillierten Artikel Roadtrip durch Schottland: Reiseroute für 7–10 Tage an, in dem du die gesamte Route Schritt für Schritt aufgeschlüsselt findest. Für die Rückreise nach Süden empfehle ich dir wärmstens einen Stopp in der Hauptstadt, bei dem dir der Reiseführer London: 56+ Tipps, was du sehen und unternehmen kannst + Karte hilft.
Und wenn du mehr Zeit damit verbringen willst, die schottische Metropole selbst zu erkunden, die definitiv mehr als nur einen Nachmittag verdient, findest du alle nützlichen Informationen und versteckten Winkel im Text Edinburgh: 31 Tipps, was du sehen und unternehmen kannst.
Häufig gestellte Fragen
Planst du deine Reise und ein paar praktische Dinge gehen dir noch nicht aus dem Kopf? Hier habe ich Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, die dir bei den Vorbereitungen auf dein schottisches Abenteuer bestimmt weiterhelfen.
Was ist die UK ETA und werde ich sie brauchen?
Ja, seit dem 2. April 2025 benötigen alle EU-Bürger für die Einreise nach Großbritannien eine elektronische Reisegenehmigung namens UK ETA. Der Antrag kostet £20 (ca. 24 EUR), wird ausschließlich über die offizielle App bearbeitet und die Genehmigung ist zwei Jahre lang für mehrfache Einreisen gültig. Du musst mindestens drei Werktage im Voraus beantragen und die Pflicht gilt auch für kleine Kinder. Es lohnt sich daher, alles rechtzeitig zu regeln, ruhig ein paar Wochen vor dem geplanten Abflug, und so unnötigen Stress zu vermeiden.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch im Hinblick auf die Mücken (midges)?
Midges sind am aktivsten von Ende Mai bis Anfang September, wobei der absolute Höhepunkt im Juli und August an der Westküste und auf den Inseln erreicht wird. Wenn ihr ihnen aus dem Weg gehen und gleichzeitig die Chance auf schönes Wetter haben möchtet, sind die Monate Mai oder September ideal. Besorgt euch vor Ort gleich das Mückenschutzmittel Smidge oder das Öl Avon Skin So Soft.
Brauche ich unbedingt ein Auto, um durch Schottland zu reisen?
In große Städte wie Edinburgh, Glasgow, Stirling und sogar an Orte wie Pitlochry oder Inverness gelangst du bequem mit zuverlässigen Zügen. Wenn du aber die wilde Natur erkunden, abgelegene Inseln wie Skye besuchen oder die nördliche Route NC500 abfahren möchtest, ist das Mieten eines eigenen Autos praktisch unverzichtbar.
Ist das Fahren auf der linken Seite in Schottland anspruchsvoll?
Die ersten paar Stunden erfordern hohe Konzentration und idealerweise einen Navigator auf dem Beifahrersitz, aber man gewöhnt sich überraschend schnell daran. Auf dem Land gibt es die sogenannten Single-Track Roads, also einspurige Straßen mit Ausweichbuchten, wo die Höflichkeitsregel gilt, Vorfahrt zu gewähren und sich zu bedanken. Parkt niemals in den Ausweichbuchten und lasst nachts dort kein Auto stehen. Die örtliche Polizei ahndet dies sehr streng und vor allem blockiert ihr damit den Weg für Bauern mit Traktoren und Krankenwagen. Und denkt daran, dass die Vorfahrt von rechts hier etwas anders geregelt ist – im Kreisverkehr gewährt ihr immer den Fahrzeugen Vorfahrt, die bereits im Kreis von rechts kommen.
Muss ich Attraktionen und Unterkunft im Voraus buchen?
In der Hauptsaison absolut unverzichtbar. Unterkünfte auf der Insel Skye oder entlang der NC500-Route sind oft sechs bis zwölf Monate im Voraus ausgebucht. Genauso sind Tickets für den berühmten Dampfzug Jacobite oder Bootsfahrten auf Loch Ness Monate im Voraus vergriffen. Ich empfehle wärmstens, beliebte Ausflüge vorab online zu buchen und Unterkünfte über Booking mit kostenloser Stornierung zu reservieren.
Was soll man für die Reise einpacken?
Das A und O ist das Zwiebelprinzip. Selbst mitten im Sommer wirst du hochwertige Funktionswäsche, einen Fleecepullover und vor allem eine wasserdichte Jacke sowie Regenhose zu schätzen wissen. Den Regenschirm lässt du besser zu Hause, denn im starken schottischen Wind ist er völlig nutzlos. Vergiss nicht festes, idealerweise knöchelhohes wasserdichtes Schuhwerk für Ausflüge in die Natur und einen Adapter für britische Steckdosen, damit du all deine Geräte aufladen kannst.
Was sollen Vegetarier in Schottland essen?
Ihr werdet definitiv nicht hungern müssen, denn selbst in den kleinsten Dörfchen wird an fleischlose Varianten gedacht. Der traditionelle Haggis wird heutzutage ganz selbstverständlich auch in vegetarischer Version zubereitet und ihr findet ihn auf vielen Speisekarten. Die Stadt Glasgow gilt zudem als vegane Hauptstadt Britanniens mit Lokalen wie Mono oder Stereo.
Reichen Euro in Schottland aus oder muss ich Geld wechseln?
Euros wird euch in Schottland niemand abnehmen, die offizielle Währung ist das britische Pfund (£). Schottische Banken drucken zudem ihre eigenen Banknoten, die zwar im gesamten Vereinigten Königreich gültig sind, aber in England manchmal recht widerwillig angenommen werden. Glücklicherweise könnt ihr heutzutage die allermeisten Dinge von Benzin bis Kaffee problemlos mit Karte oder über Apple Pay bezahlen.
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