Kennst du das Gefühl, wenn du ein Reiseziel suchst, das von allem etwas hat, du dich aber nicht durch Touristenmassen in aufpolierten Ferienresorts quälen willst? Genau so ein Ort ist Chiapas in Mexiko. Dieser wilde Bundesstaat im Süden wirkt wie aus einem Abenteuerfilm. Hier findest du tiefe Regenwälder, aus denen das Gebrüll der Affen schallt, von Dschungel verschlungene Maya-Pyramiden, türkisfarbene Wasserfälle und hoch gelegene Kolonialstädtchen, in denen sich der Duft von frisch geröstetem Kaffee mit dem Rauch des heiligen Kopal vermischt.
Chiapas in Mexiko ist ein völlig anderes Mexiko, als du es von den Cancún-Fotos kennst. Es ist ein Ort, der dich zwingt zu entschleunigen, die Atmosphäre aufzusaugen und vielleicht sogar deinen Blick auf die Welt ein wenig neu zu überdenken. Ob du dich nach einer Bootsfahrt durch den gewaltigen Sumidero-Canyon sehnst oder dich in den bunten Gassen der magischen Stadt San Cristóbal de las Casas verlieren willst – dieser Winkel der Erde wird dich völlig in seinen Bann ziehen.
In diesem Guide findest du 12 Tipps, was du in Chiapas sehen und unternehmen kannst – von der berühmten Maya-Stadt Palenque bis zu den mystischen indigenen Dörfern. Außerdem verrate ich dir, wo du dich strategisch klug einquartierst, wie du die tückischen Bergstraßen meidest und was du probieren musst, um die echte lokale Atmosphäre zu erleben.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Beste Basis: San Cristóbal de las Casas ist der ideale Ausgangspunkt für die meisten Ausflüge – rechne aber mit kühleren Morgenstunden.
- Top-Natur: Lass dir die Bootsfahrt im Sumidero-Canyon und die türkisfarbenen Kaskaden der Agua-Azul-Wasserfälle nicht entgehen.
- Geschichte und Mystik: Die Maya-Ruinen von Palenque versetzen dich in eine andere Zeit, während dir das Dorf San Juan Chamula faszinierende und etwas düstere Rituale der heutigen indigenen Bevölkerung zeigt.
- Verkehr und Sicherheit: Für längere Strecken (etwa nach Palenque) nutze die zuverlässigen ADO-Busse, die auf sichereren Routen fahren, und vermeide es, mit dem Mietwagen nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs zu sein.
- Preise: Chiapas gehört zu den günstigsten Bundesstaaten Mexikos – hervorragendes Streetfood bekommst du hier schon für umgerechnet rund 4 €.
Wann nach Chiapas reisen
Wenn du die Wasserfälle in ihrer vollen türkisfarbenen Pracht sehen und dem dauernden Regenguss im Dschungel entgehen willst, plane deine Reise für die Trockenzeit, die ungefähr von November bis April dauert. In diesen Monaten ist das Wetter am stabilsten und die Straßen sind gut befahrbar. Besonders Januar und Februar sind fantastische Monate: Der Himmel ist wie leergefegt und die Luftfeuchtigkeit in den Tiefebenen lässt sich noch ganz gut ertragen.
Bedenke aber, dass Chiapas extreme Höhenunterschiede hat. Während du an den Ruinen von Palenque selbst im Januar bei 30 °C im eigenen Schweiß badest, sieht die Sache hoch oben in den Bergen ganz anders aus. Reisende beschreiben San Cristóbal de las Casas als ruhige, bohemienhafte Kolonialstadt auf über 2.200 Metern, wo die Luft frisch und kühl ist und die Nächte in der trockenen Wintersaison auf 6 bis 7 °C fallen. Nach der schwülen Hitze des Tieflands ist diese Höhenlage eine angenehme Erleichterung – pack aber unbedingt einen warmen Pullover und eine leichte Jacke ein.
💡 Tipp: Wenn dich eine detailliertere Wetterübersicht für das ganze Land interessiert und du wissen willst, wann du die Hurrikane an der Küste meiden solltest, wirf einen Blick in unseren ausführlichen Artikel darüber, wann man nach Mexiko reisen sollte.
Wo übernachten und was es kostet
Chiapas ist für den Reisegeldbeutel sehr freundlich. Unterkünfte bekommst du hier deutlich günstiger als auf Yucatán oder in Oaxaca. Die meisten wählen San Cristóbal de las Casas als Hauptbasis, von der aus sie Tagesausflüge machen, und ziehen dann für ein paar Tage direkt in den Dschungel nach Palenque.
Die Preise für ein schönes Zimmer in einem Kolonialhaus mit Innenhof bewegen sich für zwei Personen bei etwa 800 bis 1.500 MXN (rund 40 bis 75 €) pro Nacht. Suchst du etwas wirklich Luxuriöses, zahlst du etwa 2.500 bis 4.000 MXN (125 bis 200 €).
Wo in San Cristóbal de las Casas übernachten:
- Günstigere Variante: Hostal Puerta Vieja ist ein legendärer Ort für Backpacker, hat eine super Lage, das Frühstück ist inklusive und abends erwartet dich ein Gratis-Drink – ideal, um andere Reisende kennenzulernen.
- Goldene Mitte: Hotel Rincón del Arco bietet absolut zauberhafte traditionelle Zimmer mit Holzbalken und einem wunderschönen blumengefüllten Innenpatio.
- Boutique-Luxus: Hotel Bo ist ein architektonisches Juwel, das modernes Design mit lokalen Maya-Elementen kombiniert – und das Frühstück soll fabelhaft sein.
Wo in Palenque übernachten:
- Direkt im Dschungel: Boutique Hotel Quinta Chanabnal wirkt wie aus einem Märchen, das Areal erinnert an eine antike Maya-Stadt und die Pools mit Wasserfällen erfrischen dich nach einem heißen Tag bei den Ruinen.
Im kühleren Bergort San Cristóbal de las Casas willst du im historischen Zentrum wohnen, damit du abends nur einen Katzensprung bis zum Café und zum Einkuscheln unter die Decke am Kamin hast. Kolonialhäuser mit Patios sind hier überraschend erschwinglich.
💑 Für Paare: Guayaba Inn Boutique Hotel ist eine ruhige Oase mit tropischem Garten und Orchideen-Patio, nur wenige Minuten von den Fußgängergassen entfernt – Reisende beschreiben sie als absolut romantisch (ab ca. 120 € pro Nacht).
👨👩👧 Für Familien: Hotel Casa Mexicana ist ein Kolonialhaus bei der Kirche Santo Domingo mit Zimmern, die sich zu Gärten hin öffnen, und Spitzenbewertungen für die Lage (ab ca. 75 € pro Nacht).
💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Hotel Diego de Mazariegos bietet zwei Innenhöfe und eine Dachterrasse in einem Haus aus dem 18. Jahrhundert direkt bei der Kathedrale – und das zu einem hervorragenden Preis (ab ca. 75 € pro Nacht).
✨ Für das Erlebnis: Hotel Bo ist das Design-Flaggschiff der Stadt und eines der schönsten Hotels Mexikos mit dem renommierten Restaurant Lum (ab ca. 175 € pro Nacht).
Buchungstipp: Wähle bei all diesen Hotels einen Tarif mit kostenloser Stornierung – Pläne ändern sich, und du willst nicht für etwas zahlen, wo du am Ende gar nicht ankommst. Und lass es nicht auf den letzten Drücker: Die bestbewerteten Adressen sind in der Hauptsaison gerne mehrere Monate im Voraus ausgebucht, und die Preise schnellen dann um zig Prozent nach oben.
💡 Tipp: Booking.com ist in Mexiko absolut zuverlässig, aber in kleineren Dörfern stößt du gelegentlich auf Unterkünfte, die nur Bargeld nehmen. Prüfe in den Buchungsbedingungen immer, ob das Hotel Karten akzeptiert.
Chiapas Sehenswürdigkeiten: 12 Tipps, die du nicht verpassen darfst
Schauen wir uns das Wichtigste an, weswegen du eigentlich nach Chiapas fährst. Diese Region bietet einen unglaublichen Mix aus Kultur und Natur, also reserviere dir idealerweise mindestens 7 bis 10 Tage, damit du nicht mit der Zunge auf dem Boden hinterherhetzen musst.
1. Verliere dich in den Gassen von San Cristóbal de las Casas

Diese Stadt ist schlichtweg Liebe auf den ersten Blick. Die Einheimischen nennen sie kurz „San Cris“, und sobald du durch die Fußgängerzone Real de Guadalupe schlenderst, verstehst du, warum hier so viele Ausländer eine Woche bleiben wollten und am Ende seit Jahren leben. Die niedrigen Häuschen spielen in allen Pastelltönen, die Balkone quellen über vor blühenden Bougainvilleen und an jeder Ecke stößt du auf ein Café mit lokalem Spezialitätenkaffee.
Steig unbedingt die Treppen zur Kirche Iglesia de Guadalupe hinauf, von der aus du einen wunderbaren Blick über die ganze, in einem Tal eingebettete Stadt hast – besonders bei Sonnenuntergang. Abends erwacht die Stadt dann zum Leben, auf dem Hauptplatz Zócalo spielen Straßenmusiker auf und es vermischen sich indigene Bewohner in traditioneller Tracht mit digitalen Nomaden.
2. Erlebe die Mystik im Dorf San Juan Chamula

Das ist ein Erlebnis, bei dem dir vielleicht eine Gänsehaut den Rücken hinunterläuft. Ein Stück hinter San Cristóbal liegt das Dorf San Juan Chamula, das von den indigenen Tzotzil bewohnt wird. Die Hauptattraktion ist die örtliche Kirche San Juan Bautista, die von außen völlig gewöhnlich aussieht, innen aber ein anderes Universum ist. Bänke findest du keine, der Boden ist mit Kiefernnadeln bestreut, der Raum wird von Tausenden dünner Kerzen erhellt und die Luft ist schwer vom Kopal-Rauch.
Die Einheimischen praktizieren hier eine faszinierende synkretistische Religion, die den Katholizismus mit uralten Maya-Ritualen vermischt. Häufig siehst du Familien am Boden sitzen, wie sie Gebete in der lokalen Sprache murmeln, Coca-Cola trinken, um böse Geister herauszurülpsen, und nicht selten lebende Hühner opfern. Laut Reiseführern ist das Fotografieren im Inneren der Kirche strengstens verboten. Die Tzotzil glauben, dass Fotos die Seele stehlen, und es drohen dir eine hohe Geldstrafe und sogar die Beschlagnahmung des Handys. Respektiere das und verstau die Kamera tief im Rucksack. Der Eintritt in die Kirche kostet symbolische 30 MXN (etwa 1,50 €).
3. Kauf lokale Textilien in Zinacantán

Das benachbarte Dorf Zinacantán bildet mit San Juan Chamula einen idealen Halbtagesausflug. Die Bewohner von Zinacantán sind für ihre unglaubliche Textilkunst berühmt. Während man in Chamula eher schwarze und weiße Schaffelle trägt, geben hier Violett, Rosa und eine Flut von Blumenstickereien den Ton an.
Du kannst hier Familienwerkstätten besuchen, wo dir die Frauen gerne das Weben am traditionellen Hüftwebstuhl zeigen. Meist bewirten sie dich mit einer frischen Tortilla und bieten dir den lokalen Schnaps Pox (gesprochen „posch“) an. Es ist der ideale Ort, um authentische, handgemachte Souvenirs direkt von den Herstellern zu kaufen statt China-Importware.
4. Blicke von den Aussichtspunkten in die Tiefen des Sumidero-Canyons

Der Sumidero-Canyon ist eine riesige Erdspalte, die der Fluss Grijalva ausgegraben hat. Seine Kalksteinwände fallen senkrecht hinab und erreichen eine Höhe von bis zu 1.000 Metern. Es ist ein so überwältigender Anblick, dass sich selbst Menschen mit Höhenangst nicht vom Rand losreißen können.
Für den Nationalpark zahlt man rund 60 MXN (etwa 3 €) Eintritt, und entlang der oberen Canyon-Kante führt eine Straße mit fünf Hauptaussichtspunkten (Miradores). Am besten nimmst du dir dafür ein Taxi von San Cristóbal oder Tuxtla oder schließt dich einer organisierten Tour an. Der Blick von Los Chiapa oder La Coyota haut dich garantiert um.
💡 Tipp: Wenn du bei den aktuellen Eintrittspreisen für die Nationalparks auf Nummer sicher gehen willst, wirf einen Blick auf die offiziellen Seiten der mexikanischen Schutzgebiete CONANP.
5. Durchquere den Sumidero-Canyon mit dem Boot

Der Blick von oben ist herrlich, aber erst vom Grund des Canyons verstehst du seine wahre Monumentalität. Vom Städtchen Chiapa de Corzo fahren Motorboote ab, die dich auf eine etwa zweistündige Fahrt direkt zwischen die senkrechten Wände mitnehmen. Der Preis pro Boot liegt bei etwa 300 bis 400 MXN (15 bis 20 €).
Reisebewertungen aus dem Jahr 2025 bestätigen, dass die Bootsfahrt zu den Höhepunkten von Chiapas gehört. Unterwegs siehst du Krokodile, die sich faul an den Ufern sonnen, Reiherschwärme und hoch oben in den Ästen Klammeraffen. Immer wieder klingt aber auch die Trauer über die Menge an Plastikmüll an, den die umliegenden Zuflüsse nach Regenfällen in den Fluss spülen – sei also auch auf diese weniger romantische Seite der Realität gefasst.
6. Entdecke die verlorene Maya-Stadt Palenque

Palenque gehört nicht zu den größten Maya-Stätten, ist aber definitiv die zauberhafteste. Während Chichén Itzá in der Ebene in der prallen Sonne steht, ist Palenque buchstäblich vom dichten, undurchdringlichen Regenwald verschlungen. Hier herrschte der berühmte König Pakal, und die Architektur der Tempel mit ihren feinen Stuckreliefs ist schlicht atemberaubend.
Besucher loben vor allem die echte Dschungelatmosphäre. Unterwegs hörst du das gespenstische Gebrüll der Brüllaffen und in den Baumkronen kannst du Tukane erspähen. Brich auf jeden Fall gleich morgens zur Öffnung auf, bevor die Massen eintreffen und die feuchte Hitze unerträglich wird. Der Eintritt ist aufgeteilt in eine Gebühr für den Nationalpark (rund 105 MXN / ca. 5,50 €) und den Eintritt zu den eigentlichen Ruinen (etwa 95 MXN / ca. 5 €). Die Infos kannst du auf der offiziellen Website des Instituts INAH überprüfen.
7. Bade in den türkisfarbenen Wasserfällen Agua Azul

Die Kaskaden von Agua Azul (übersetzt „Blaues Wasser“) sind genau so, wie sie heißen. Der Fluss fließt hier durch Kalksteinuntergrund und stürzt über Dutzende natürliche Terrassen, wodurch Becken mit dem leuchtendsten Türkiswasser entstehen, das du dir vorstellen kannst. Der Eintritt kostet zusammen etwa 100 MXN (rund 5 €), weil du eine staatliche Gebühr und dann eine Gebühr an die lokale Gemeinde zahlst.
Reisende warnen jedoch, dass das Baden hier tückisch sein kann. Es gibt ruhige, sichere Stellen zum Schwimmen, aber auch riskante Abschnitte mit starken Strömungen. Die türkise Farbe ist außerdem in der Trockenzeit (November bis April) am intensivsten, während sich das Wasser nach kräftigen Regenfällen braun trübt und der Zauber ein wenig verfliegt.
8. Spaziere hinter den Vorhang des Wasserfalls Misol-Ha

Die meisten Ausflüge kombinieren Agua Azul mit dem nahe gelegenen Wasserfall Misol-Ha. Es ist kein System aus Kaskaden, sondern ein einziger mächtiger, dreißig Meter hoher Wasserstrahl, der in ein kreisrundes Becken inmitten üppiger Vegetation stürzt. Der Ort hat eine wunderbare tropische Atmosphäre – hier wurde sogar der alte Film „Predator“ mit Arnold Schwarzenegger gedreht.
Das Beste an Misol-Ha ist, dass dich ein schmaler, rutschiger Pfad direkt hinter die herabstürzende Wassermasse führt, wo sich eine kleine Höhle befindet. Das Donnern des Wassers ist dort ohrenbetäubend, und trocken bleibst du garantiert nicht – ein Regenponcho oder Wechselkleidung sind also praktisch. Der Eintritt ist mit ca. 30 MXN (etwa 1,50 €) volkstümlich günstig.
9. Entdecke die Seen Lagunas de Montebello an der guatemaltekischen Grenze

Wenn du ein Auto zur Verfügung hast oder mehr Zeit, fahr nach Süden zur Grenze mit Guatemala. Der Nationalpark Lagunas de Montebello besteht aus über 50 Seen, von denen jeder dank des unterschiedlichen Mineralgehalts eine andere Farbe hat – von Smaragdgrün über Tiefblau bis hin zu Grüngrau.
Rund um die Seen duften Kiefernwälder, und du kannst dir hier ein rustikales Holzfloß (Balsa) aus zusammengebundenen Baumstämmen mieten, auf dem dich Einheimische über die Wasserfläche staken. Es ist ein riesiger Kontrast zu den schwülen Tiefebenen, hier herrscht absolute Ruhe und du triffst eher auf lokale Touristen als auf Backpacker-Massen.
10. Lass dich von den Wasserfällen El Chiflón überwältigen

Auf dem Weg von oder nach Montebello solltest du bei den Wasserfällen El Chiflón anhalten. Der wunderschöne, sattürkise Fluss San Vicente bildet hier gleich mehrere Kaskaden, entlang derer ein gut angelegter Pfad bergauf führt. Die meisten kommen hierher wegen des Hauptwasserfalls Velo de Novia (Brautschleier), der aus imposanten 120 Metern Höhe herabfällt.
Je näher du ihm kommst, desto stärker wird die Wassergischt – rechne also mit einer ordentlichen Dusche. Wagemutige können sich hier eine Fahrt auf der Zipline gönnen, die direkt über dem Fluss verläuft – ein absolut fantastisches Adrenalinerlebnis. Der Eintritt ins Areal kostet rund 80 MXN (etwa 4 €).
11. Gönn dir ein Eis in Chiapa de Corzo

Das Städtchen Chiapa de Corzo dient meist nur als Einstiegspunkt für die Boote in den Sumidero-Canyon, aber es wäre schade, gleich wieder zu verschwinden. Es gehört zu den sogenannten Pueblos Mágicos (Magische Städte) und hat eine unglaublich entspannte, verschlafene Atmosphäre.
Wahrzeichen des Platzes ist der eigentümliche Backsteinbrunnen La Pila im maurischen Stil, der wie eine riesige Krone aussieht. Versteck dich hier vor der Mittagshitze unter den Arkaden und kauf dir bei den Straßenverkäufern ein traditionelles Eis oder das erfrischende Getränk Pozol, das aus Maisteig und Kakao gemacht wird.
12. Erklimme die höchste Pyramide in den Ruinen von Toniná

Wenn du Geschichte liebst, das Gedränge durch Menschenmassen mit Selfie-Sticks aber nicht ausstehen kannst, fahr zu den Ruinen von Toniná unweit der Stadt Ocosingo. Während Palenque aus allen Nähten platzt, hast du in Toniná die riesigen Steinstrukturen oft fast für dich allein.
Das größte Highlight? Hier befindet sich eine riesige Akropolis, die an einem Berghang erbaut wurde und mit über 70 Metern Höhe sogar höher ist als die berühmte Sonnenpyramide in Teotihuacán. Und anders als bei vielen anderen Maya-Stätten in Mexiko darfst du diese Pyramide an vielen Stellen noch immer besteigen und den Blick ins umliegende Tal genießen.
Was man in Chiapas probieren sollte (Guide für Vegetarier)
Die mexikanische Küche ist zwar voller Fleisch, aber Chiapas ist dank seiner starken landwirtschaftlichen Tradition und des Maisanbaus sehr vegetarierfreundlich. Auf jedem Markt findest du frisches Obst, duftende Kräuter und Berge von Käse. Die Einheimischen bereiten zwar mit Liebe traditionelle Fleischgerichte wie Cochinita Pibil oder geschmorte Schweinerippchen zu, aber wenn du kein Fleisch isst, verpasst du absolut nichts.
Probier unbedingt die Tamales chiapanecos. Diese in Bananenblättern gegarten Maispakete (anders als die aus dem Norden, die in Maishülsen gekocht werden) sind absolut perfekt. Sie werden oft mit schwarzen Bohnen (Frijoles), lokalem Käse oder dem Kraut Chipilín gefüllt, das einen spezifischen, leicht erdigen Geschmack hat.
Zum Abendessen im kühlen San Cristóbal wärmt dich die Sopa de pan (Brotsuppe) perfekt auf. Es ist eine reichhaltige Brühe mit Stücken von angebratenem Gebäck, Scheiben der Kochbanane Plátano Macho, hartgekochtem Ei und Gewürzen. Versichere dich im Restaurant nur vorher, dass die Brühe vegetarisch und nicht aus Hühnchen ist (Caldo de Pollo).
Und was trinken? Chiapas produziert einen der besten Kaffees der Welt, sodass das Café-Faulenzen hier im Grunde kulturelle Pflicht ist. Probier auch die heiße Schokolade, die mit Wasser zubereitet wird (oft mit Chili oder Zimt gewürzt), und gönn dir abends einen Stamperl Pox – den lokalen Schnaps aus Mais, Weizen und Zuckerrohr, der dich garantiert wieder auf die Beine stellt.
Praktische Reisetipps: Verkehr und Sicherheit
Chiapas ist wunderschön, aber die Logistik erfordert hier etwas mehr Planung als ein Ausflug ins Resort an der Riviera Maya. Die größten Tücken sind die bergigen Straßen, die großen Entfernungen und gelegentliche soziale Unruhen.
Wie man sich fortbewegt: Die zuverlässigste und bequemste Verkehrsform sind die riesigen Fernbusse des Unternehmens ADO. Sie haben Klimaanlage (oft auf Gefrierschrank-Niveau heruntergedreht, also Pullover dabeihaben), eine Toilette und fahren pünktlich. Die Tickets kosten ungefähr ab 25 bis 40 USD (etwa 23 bis 37 €), und die Fahrpläne findest du auf der offiziellen ADO-Website. Für kürzere Strecken in die umliegenden Dörfer funktionieren die sogenannten „Colectivos“ (Sammeltaxis) prima, die erst losfahren, wenn sie voll sind.
Sicherheit auf den Straßen und Blockaden: Das ist eine Sache, auf die du achten solltest. In Chiapas kommt es häufig zu lokalen Protesten, und die Dorfbewohner blockieren gelegentlich die Straßen (sogenannte Bloqueos), über die sie ein Seil spannen und ein inoffizielles „Wegegeld“ in Höhe von einigen Dutzend Pesos kassieren. Es ist nicht gefährlich, du musst nur zahlen und weiterfahren. Erfahrene Reisende raten daher, auf der Strecke von San Cristóbal nach Palenque die ADO-Busse zu nutzen. Diese wählen aus Sicherheitsgründen nämlich lieber den längeren, neun- bis zehnstündigen Umweg über die Stadt Villahermosa, statt die kürzere, aber problematische Straße 199 durch die Berge zu riskieren.
💡 Tipp: Wenn du dir ein Auto mietest, gilt für Chiapas eine absolute und unverbrüchliche Regel: Fahre niemals nach Einbruch der Dunkelheit. Die Straßen sind unbeleuchtet, Tiere streunen umher, Schlaglöcher sind nicht markiert und im Dunkeln steigt das Überfallrisiko. Plane Fahrten immer bei Tageslicht. Aktuelle Sicherheitsinformationen findest du auf der offiziellen Tourismusseite des Bundesstaates Chiapas.
Geld und Geldautomaten: In großen Städten und Hotels zahlst du problemlos mit Karte, aber auf Märkten, bei Wasserfällen und in abgelegeneren Dörfern ist Bargeld absolute Pflicht. Mexikanische Pesos (MXN) hebst du am besten an Geldautomaten geprüfter Banken ab (z. B. Santander, BBVA, Citibanamex), die du an den Plätzen und in den Filialen findest – das ist sicherer als Automaten auf der Straße.
Wohin als Nächstes: Entdecke mit uns weitere Winkel Mexikos
Wenn du für Mexiko mehr Zeit hast und Chiapas nur einer deiner Stopps ist, schau dir auf jeden Fall unsere weiteren Reiseführer an. Von San Cristóbal aus kommst du leicht in den Nachbarstaat, der ein absolutes kulinarisches Paradies ist.
- Wir haben für dich einen umfangreichen Guide zusammengestellt, was man in Mexiko sehen sollte, in dem du eine Übersicht der schönsten Orte von der Karibik bis zum Pazifik findest.
- Wenn du das beste Essen und die Traditionen erleben und echten Mezcal probieren willst, darfst du unseren Artikel Oaxaca, Mexiko: Was man sehen und unternehmen sollte nicht verpassen.
- Und wenn dir schon das Wasser im Mund zusammenläuft, stimm dich mit unserem großen Überblick über die mexikanische Küche auf die Reise ein.
Ausflüge in den Sumidero-Canyon, nach Palenque und zu den Wasserfällen buchst du bei GetYourGuide.
Häufig gestellte Fragen
Ist das Reisen durch Chiapas sicher für Touristen?
Ja, für normale Touristen ist Chiapas sicher, solange du die grundlegenden Regeln beachtest. Laufe nicht im Dunkeln durch verlassene Gassen, nutze keine nächtlichen Busfahrten auf Nebenstraßen und respektiere die lokalen Traditionen. Touristen sind nicht das Ziel möglicher Kartellkonflikte oder lokaler Proteste.
Brauche ich für Chiapas Malaria-Prophylaxe?
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Obwohl Palenque und der Dschungel in den Tropen liegen, ist Malaria hier kein weit verbreitetes Problem und Malariaprophylaxe wird nicht generell empfohlen, da sie starke Nebenwirkungen hat. Ein gutes Mückenschutzmittel mit DEET, lange Ärmel am Abend und ein Moskitonetz, falls du in günstigeren Hütten übernachtest, reichen völlig aus.
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Wie viel kostet ein Bootsausflug in den Sumidero Canyon?
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Die Bootsfahrt selbst kostet etwa 300 bis 400 MXN (15 bis 20 EUR) pro Person. Wenn du einen organisierten Ausflug von San Cristóbal buchst, der auch den Transport im Minibus und einen Stopp an den Aussichtspunkten beinhaltet, solltest du mit etwa 600 bis 800 MXN (30 bis 40 EUR) rechnen.
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Kann man in Chiapas mit US-Dollar bezahlen?
In einigen Hotels und teureren Agenturen werden zwar Dollars akzeptiert, aber der Wechselkurs ist sehr ungünstig. Es ist immer besser, ausreichend mexikanische Pesos in bar dabei zu haben, besonders für Eintrittsgelder in Parks, an Straßenständen und in Dörfern wie Chamula.
Wie lange dauert die Fahrt von San Cristóbal nach Palenque?
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Wenn du die sichere Route mit ADO-Bussen über Villahermosa nimmst, dauert die Fahrt etwa 9 bis 10 Stunden. Die kürzere Route über die Berge (Straße 199) dauert rund 5 Stunden, aber es kommt dort häufig zu Verzögerungen wegen Blockaden und sie wird für Nachtfahrten nicht empfohlen.
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Kann ich die Einheimischen in den Dörfern fotografieren?
Fotografiere niemals Menschen ohne ihre ausdrückliche Erlaubnis, besonders gilt das für Einheimische und Kinder. Im Dorf San Juan Chamula ist das Fotografieren innerhalb der Kirche absolut tabu und draußen solltest du immer nachfragen – oft erwarten sie für ein Foto ein kleines Trinkgeld im Wert von 0,40 bis 0,80 EUR.
Welche Kleidung sollte man für einen Ausflug nach Chiapas einpacken?
Der Schlüssel ist das Zwiebelprinzip. Für die Maya-Ruinen in Palenque brauchst du die leichtesten Shorts und ein T-Shirt, weil es dort unglaublich heiß und feucht ist. In den Bergen von San Cristóbal hingegen wirst du abends und früh morgens einen warmen Pullover, lange Hosen und eine leichte Windjacke zu schätzen wissen.
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