Kos, Griechenland: 15 Tipps – Was sehen und erleben

Wer glaubt, Kos in Griechenland sei nur eine Fabrik für riesige All-inclusive-Resorts und langweiliges Herumliegen am Pool, den muss ich gleich am Anfang eines Besseren belehren. ☺️ Dieses sonnenverwöhnte Stück der Dodekanes-Inselgruppe ist nämlich ein absolutes Unikat, das tiefe antike Geschichte mit unerwartet aktivem Urlaub auf faszinierende Weise verbindet. Ich habe für euch 15 Tipps zusammengestellt, bei denen jeder Reisetyp etwas für sich findet — von antiken Ruinen über Thermalquellen bis hin zum Ausflug auf einen anderen Kontinent. Die Insel ist außerdem die Heimat des Vaters der modernen Medizin, Hippokrates, weshalb es hier an faszinierenden Sehenswürdigkeiten wirklich nicht mangelt. Ich verrate euch, wo ihr am besten übernachtet, warum ihr unbedingt sofort ein Fahrrad leihen solltet und worauf ihr achten müsst, wenn ihr einen Ausflug ins benachbarte Türkei plant.

Ruinen der Basilika Agios Stefanos und das Inselchen Kastri auf der Halbinsel Kefalos
Foto: Ввласенко, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Zusammenfassung

  • Fahrradfreundlichste Insel Griechenlands: Kos ist im Norden wunderbar flach und von einem Netz aus über 200 Kilometern Radwegen durchzogen – leih dir also am ersten Tag gleich ein Fahrrad.
  • Das Erbe des Hippokrates: Vergiss auf keinen Fall den Besuch des antiken Heilzentrums Asklepion und des berühmten Platanentbaums im Zentrum der Hauptstadt.
  • Natürliche Thermalquellen: Am Strand Bros Therma kannst du völlig kostenlos in heißen Schwefelquellen baden, die direkt ins Meer sprudeln.
  • Vorsicht vor Menschenmassen: Das Bergdorf Zia ist für seine wunderschönen Sonnenuntergänge bekannt, leidet in der Saison aber unter massivem Overtourismus – fahr lieber früh morgens hin.
  • Ausflug in die Türkei: Von Kos aus sieht man das türkische Bodrum, wohin Fähren fahren – vergiss aber nicht, deinen gültigen Reisepass mitzunehmen.
  • Ideal für Familien: Dank der langen Sandstrände mit sehr flachem Einstieg ins Wasser ist die Insel die perfekte Wahl für einen Urlaub mit kleinen Kindern.
Sandstrand bei Tigaki an der Nordküste von Kos
Foto: H. Zell, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
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Wann nach Kos reisen

Dank seiner südlichen Lage rühmt sich Kos mit unglaublichen dreihundert Sonnentagen im Jahr und zählt zu den sonnenreichsten Orten der gesamten Ägäis. Wer hauptsächlich schwimmen und am Strand bräunen möchte, ist von Juni bis Mitte September am besten aufgehoben. In den Sommermonaten klettern die Temperaturen regelmäßig über 30 °C und das Meer ist angenehm warm wie eine Badewanne – das schätzen vor allem Familien mit Kindern. Allerdings ist die Insel in dieser Zeit am stärksten besucht und die Unterkunftspreise erreichen ihr Maximum.

Für aktive Reisende, die die Insel per Rad erkunden und antike Sehenswürdigkeiten entdecken möchten, empfehle ich dagegen Mai, Juni und vor allem den Übergang von September zu Oktober. Der Oktober ist ein kleiner geheimer Trumpf des gesamten Dodekanes, denn die Touristenmassen lichten sich merklich und die Hotelpreise sinken stark, während das Meer nach dem langen heißen Sommer noch angenehm warm ist. Im Norden Griechenlands kann es zu dieser Zeit bereits regnen, hier hingegen kann man sich noch problemlos aufwärmen.

Von Mitte Mai bis Mitte September herrscht in der Ägäis zudem der trockene Nordwind namens Meltemi. Auf Kos ist er zwar etwas schwächer als auf den benachbarten Kykladen, kann aber trotzdem an der Nordküste für Wellen sorgen, was Windsurfer und Kitesurfer begeistert. Den Ostküsten bringt dieser Wind eine willkommene Abkühlung in der Augusthitze, sodass man am Strand nicht schwitzt, auch wenn die Sonne ordentlich brennt.

Ferienort Mastichari an der Nordküste von Kos
Foto: Karelj, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Wo auf Kos übernachten

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Obwohl die Insel recht kompakt ist und man sie mit dem Mietwagen in etwas mehr als einer Stunde durchquert, beeinflusst die Wahl der richtigen Lage den Charakter eures Urlaubs erheblich. Wer lange Strände mit feinem Sand und flachem Wasser sucht, sollte an die Nordküste in die Ferienorte Tigaki oder Marmari fahren. Diese Gegend ist absolut ideal für Familien mit Kindern und für alle, die die Abende mit langen Strandspaziergängen verbringen möchten. Eine hervorragende Wahl in Tigaki ist das luxuriöse Fünf-Sterne-Hotel Astir Odysseus Kos Resort & Spa mit riesigen Pools und erstklassigem Wellness, während in Marmari das hervorragend bewertete Hotel Caravia Beach zu den beliebtesten Familienklassikern zählt.

Die Ostküste rund um die Hauptstadt Kos sowie die angrenzenden Ferienorte Lambi und Psalidi eignen sich dagegen hervorragend für Reisende, die historische Sehenswürdigkeiten und lebhaftes Nachtleben in der Nähe haben möchten. Hier findet man schöne Mittelklassehotels zwischen 60 und 120 Euro pro Nacht, und dank des dichten Radwegnetzes ist man in wenigen Minuten per Fahrrad im Zentrum. Der westliche Ferienort Mastichari bewahrt eine ruhigere Dorfatmosphäre und beherbergt das bekannte Neptune Luxury Resort, das für sein fantastisches Gastronomiekonzept voller lokaler Käsesorten und Köstlichkeiten bekannt ist.

Wer eher ausgelassene Unterhaltung und die Nähe zum Flughafen bevorzugt, sollte sich in Kardamena im Süden der Insel umsehen, wo das beliebte Grand Blue Beach Hotel heraussticht. Für absolute Ruhe und romantische Sonnenuntergänge empfiehlt sich die abgelegenere Halbinsel Kefalos im Südwesten. Hier liegt beispielsweise das renommierte Ikos Aria. All diese Unterkünfte lassen sich bequem und sicher über Booking.com reservieren, wo man auch detaillierte Bewertungen früherer Gäste findet.

Fischerboote im Hafen der Stadt Kos
Foto: Ввласенко, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

15 Tipps, was man auf Kos sehen und erleben sollte

Lass uns gemeinsam einen Blick auf das Interessanteste werfen, was diese griechische Insel zu bieten hat. Ich habe für euch einen Mix aus antiker Geschichte, wunderschönen Stränden und großartigen Ausflügen zusammengestellt, aus dem sich jeder das Passende heraussuchen kann.

Altstadt von Kos
Foto: Rikki Mitterer, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

1. Stadt Kos und antike Agora

Die Hauptstadt der Insel ist wie ein großes, kompaktes Geschichtsbuch, das man an einem gemütlichen Nachmittag durchblättern kann. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt, sodass man die Stadt sehr bequem zu Fuß erkunden kann. Im Herzen der Stadt erstreckt sich die weitläufige antike Agora, die einst als Handels- und gesellschaftliches Zentrum der Stadt diente. Heute kann man völlig kostenlos zwischen den Überresten dorischer Säulen und Heiligtümer spazieren, die 1933 ein starkes Erdbeben unerwartet freilegte.

Gleich nebenan stößt man auf das faszinierende Casa Romana, eine rekonstruierte römische Villa mit beeindruckenden sechsunddreißig Zimmern und drei Innenhöfen. Hier kann man erhaltene Bodenmosaike und Marmorbrunnen bewundern, die eine klare Vorstellung vom damaligen Luxus vermitteln. Beim Schlendern durch die Stadt fällt einem auch die Defterdar-Moschee am Eleftherias-Platz auf, deren Minarett durch das Erdbeben 2017 eingestürzt ist und die noch immer auf ihre vollständige Restaurierung wartet. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, sollte auch einen Blick ins örtliche Archäologische Museum werfen.

Der Hippokrates-Platane auf dem Platz in der Stadt Kos
Foto: sophie, gemeinfrei, Wikimedia Commons

2. Die Hippokrates-Platane

Im Zentrum der Stadt, nicht weit vom Hafen, wächst ein Baum, den wohl jeder Besucher der Insel aufsucht. Die berühmte Hippokrates-Platane ist der Ort, an dem der Legende nach der Vater der modernen Medizin seine Schüler im Schatten der breiten Baumkrone unterrichtet haben soll. Wäre dies wahr, müsste diese majestätische Platane allerdings über zweieinhalbtausend Jahre alt sein – was aus botanischer Sicht schlicht nicht möglich ist.

Der heutige Stamm ist etwa fünfhundert Jahre alt, doch die Einheimischen behaupten stolz, er sei ein direkter Nachkomme des ursprünglichen Baumes. Mit einem Umfang von zwölf Metern ist er so gewaltig, dass er von allen Seiten durch ein aufwendiges Metall- und Holzgerüst gestützt werden muss, ohne das er wohl zusammenbrechen würde. Der Besuch ist völlig kostenlos, und direkt daneben befinden sich ein alter osmanischer Brunnen sowie die Loggia-Moschee, die dem Winkel trotz der Spuren des jüngsten Erdbebens eine sehr angenehme historische Atmosphäre verleihen.

Kanonen auf den Mauern der Johanniterburg Neratzia
Foto: Asurnipal, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

3. Burg Neratzia

Wer durch den Hafen der Hauptstadt spaziert, wird unweigerlich von der massiven Festung Neratzia in den Bann gezogen. Dieses imposante Bauwerk wurde im vierzehnten Jahrhundert von den Rittern des Johanniterordens errichtet, um die Insel vor Angriffen aus dem nahen Osmanischen Reich zu schützen. Die Burg wurde beim verheerenden Erdbeben 2017 schwer beschädigt und aus Sicherheitsgründen für ganze acht Jahre für Besucher geschlossen. Die gute Nachricht: Nach einer aufwendigen Restaurierung für mehr als zweieinhalb Millionen Euro aus EU-Mitteln, die die beschädigten Mauern sicherte, öffnete die Burg 2025 endlich wieder für die Öffentlichkeit.

Spaziergänge auf den neu gesicherten Wehrgängen bieten einen fantastischen Blick auf den gesamten Hafen und die ankernden Schiffe – danach einfach einen Eiskaffee im Zentrum trinken. Der Eintritt beträgt rund 5 Euro und eine Besichtigung dauert etwa eine Stunde. Beachte, dass einige Randbereiche noch abgesperrt sein können, und komme lieber vormittags, da die Burg meist nur bis halb vier geöffnet ist.

Ruinen des antiken Asklepions, der Heilschule des Hippokrates
Foto: ΑΝώΔυΝος, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

4. Asklepion: Das antike Heilzentrum

Rund dreieinhalb Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums liegt an einem sanften Hang die absolut bedeutendste Sehenswürdigkeit der gesamten Insel. Das Asklepion fungierte in der Antike als weitläufiges Heilzentrum und Heiligtum des Heilgottes Asklepios. Genau hier wurden laut Historikern die medizinischen Methoden des Hippokrates angewendet, und Patienten aus der ganzen damaligen antiken Welt reisten in der Hoffnung auf Heilung hier her.

Der Komplex ist terrassenförmig angelegt, und je weiter man nach oben steigt, desto weiter öffnet sich der Blick bis zur türkischen Küste, die von hier zum Greifen nah wirkt. Der Erwachseneneintritt kostet rund 8 Euro, aber überprüfe den aktuellen Preis am besten auf der offiziellen Website hhticket.gr, da sich die Regelungen gelegentlich ändern. EU-Bürger unter 25 Jahren haben übrigens freien Eintritt. Vom Stadtzentrum aus kommt man bequem mit dem Lokalbus Nummer 3 hin, oder man nimmt den Touristenzug – in jedem Fall empfiehlt es sich, früh morgens aufzubrechen, um der größten Hitze und den Menschenmassen zu entgehen.

Küste zwischen Lambi und Tigaki, entlang der der Radweg von der Stadt Kos verläuft
Foto: Asurnipal, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

5. Kos per Fahrrad entdecken

Wenn es etwas gibt, das Kos grundlegend von anderen bergigen griechischen Inseln unterscheidet, dann ist es die große Fahrradfreundlichkeit. Im Jahr 2022 erhielt die Insel die renommierte Zertifizierung als Bike Friendly Destination – und das völlig zu Recht. Die Nord- und Ostküste ist nämlich nahezu perfekt flach und von mehr als 200 Kilometern gepflegter Radwege durchzogen, auf denen man Familien mit kleinen Kindern ebenso begegnet wie aktiven Senioren.

Fahrradverleihe gibt es an jeder Ecke, und ein einfaches Stadtrad kostet lächerliche 3 bis 5 Euro pro Tag. Wer ins Landesinnere fahren möchte, kann sich ein E-Bike für ab etwa 15 Euro pro Tag leihen. Die schönste und sicherste Strecke führt direkt vom Strand Faros entlang der Küste durch Kos bis zum Ferienort Psalidi. Das dauert etwa eine Stunde sehr gemütlicher Fahrt, und unterwegs kann man jederzeit in einem Café Pause machen oder direkt ins Meer springen. Empfehlenswert ist zum Beispiel der freundliche Fahrradverleih Nikos Bikes in Tigaki, wo man euch gerne bei der Routenwahl berät.

Thermalquellen Bros Therma direkt im Meer
Foto: kallerna, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

6. Thermalquellen Bros Therma

Wer natürliches Wellness liebt, sollte unbedingt einen Ausflug an die Ostküste machen, rund zwölf Kilometer vom Hauptort entfernt. Dort befindet sich der Strand Bros Therma, wo natürliche Schwefelquellen mit 42 bis 50 °C direkt aus dem Felsen ins Meer sprudeln. Die Einheimischen haben aus Steinen ein kleines natürliches Becken von etwa 25 Quadratmetern gebaut, in dem sich heißes Mineralwasser mit den kühleren Wellen der Ägäis mischt – ein absolut entspannendes Erlebnis.

Der Eintritt in diese Thermalbäder ist völlig kostenlos und das ganze Jahr zugänglich. Denkt aber unbedingt an Wasserschuhe, denn der Strand ist mit dunklen Vulkansteinen bedeckt und der Weg zu den Quellen recht steinig. Vermeidet außerdem helle Badekleidung und Silberschmuck, da der hohe Schwefel- und Mineralstoffgehalt sie dauerhaft gelblich verfärben kann. Vom Zentrum Kos‘ fährt ein Lokalbus, die Fahrt dauert etwa 25 Minuten, und vom Parkplatz aus wartet noch ein rund 15-minütiger Fußweg hinunter zum Wasser.

Ausblick vom Bergdorf Zia auf die Küste von Kos
Foto: Robert Ahner, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

7. Sonnenuntergänge im Bergdorf Zia

Hoch an den Hängen des Berges Dikeos schmiegt sich das malerische Dörfchen Zia mit seiner traditionellen blau-weißen Architektur und atemberaubenden Ausblicken auf die Nordküste der Insel. Es hat sich zur absoluten Legende wegen der schönsten Sonnenuntergänge auf Kos entwickelt. Hier gibt es jede Menge Souvenirläden und Tavernen, in denen man die lokale Spezialität probieren kann: eine erfrischende Zimtlimonade namens Kanelada.

💡 Tipp: Das Dorf leidet in der Hauptsaison leider extrem unter Overtourismus. Rund um den Sonnenuntergang fahren Dutzende Busse vor, und an den Aussichtspunkten drängen sich Tausende von Menschen mit ihren Handys. Wer sich den Stress ersparen möchte, sollte lieber früh morgens oder am Vormittag anreisen, wenn das Dorf eine wunderbar ruhige Atmosphäre hat. Einen schönen Ausblick ohne Menschenmassen bietet auch der Naturpark am Dorfrand. Wer hier abends essen möchte, sollte die traditionelle Taverne Oromedon ausprobieren, die ausgezeichnete vegetarische Gerichte aus dem Holzofen, eine hervorragende fleischlose Moussaka und gebratenen Käse mit Marmelade anbietet.

Das Inselchen Kastri mit der Kapelle des Heiligen Nikolaus bei Kefalos
Foto: Ввласенко, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

8. Halbinsel Kefalos und Agios Stefanos

Während der Norden der Insel von großen Resorts geprägt ist, bewahrt die südwestliche Halbinsel Kefalos – rund vierzig Kilometer vom Hauptort entfernt – einen ruhigeren, ländlicheren Charakter. Die Küste hier ist von wunderschönen Buchten gesäumt, die zum Erkunden einladen. Das absolute Highlight ist der Strand Agios Stefanos, der etwas bietet, das man so selten sieht: Baden direkt neben den Ruinen einer frühchristlichen Basilika aus dem fünften Jahrhundert, deren Säulen nur wenige Schritte vom Wasser entfernt aufragen.

Direkt gegenüber dem Strand, nur etwa 150 Meter vom Ufer entfernt, ragt das fotogene Inselchen Kastri mit seinem ikonischen weißen Kirchlein mit blauem Dach aus dem Meer. Geübte Schwimmer können ohne Probleme hinschwimmen und an der Glocke am Eingang läuten – überprüft aber vorher immer die Stärke der Meeresströmungen. Das Wasser ist in diesem Teil der Insel etwas kühler als im Norden, dafür aber unglaublich klar und transparent.

Paradise Beach im Süden der Insel Kos
Foto: יובל מדר, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
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9. Paradise Beach und Camel Beach

Wer schon auf der Halbinsel Kefalos ist, darf auf keinen Fall die Strände auslassen, die regelmäßig in den Ranglisten der schönsten ganz Griechenlands auftauchen. Der bekannteste ist der Paradise Beach, der seinem Namen alle Ehre macht. Sein feiner goldener Sand, das türkisfarbene Wasser und das breite Angebot an Wassersportarten machen ihn zum absoluten Paradies für Familien mit Kindern. Er wird übrigens oft auch „Bubble Beach“ genannt, weil vom Meeresboden ständig kleine Bläschen vulkanischer Gase aufsteigen – eine tolle Attraktion, besonders für kleine Badefreunde.

Falls der Paradise Beach in der Hauptsaison zu belebt ist, fährt man einfach ein Stück weiter zur abgelegeneren Bucht Camel Beach. Ihren Namen verdankt sie einem riesigen Felsen, der in seiner Form am Horizont an einen sitzenden Kamel erinnert. Der Zugang führt über einen ziemlich steilen Schotterweg – aufgepasst, denn das Standard-Versicherungspaket der meisten Mietwagenfirmen deckt unbefestigte Wege oft nicht ab. Die etwas abenteuerlichere Anfahrt wird mit viel mehr Ruhe, spürbar kühlerem Wasser und absolut fantastischen Schnorchelbedingungen entlang der felsigen Ränder dieser malerischen Bucht belohnt.

Strand am Salzsee Alykes im Norden von Kos
Foto: Piotr Piętka, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

10. Die Sandstrände des Nordens

Wer einen idealen Urlaubstag möglichst einfach gestalten möchte – morgens Kaffee, dann Strand bis zum Abend –, ist an der Nordküste genau richtig. Die Ferienorte Tigaki, Marmari und Mastichari verbindet eine entscheidende Gemeinsamkeit: weitläufige Strände mit wunderbar feinem, hellem Sand. Der Strand von Tigaki ist beeindruckende zehn Kilometer lang, trägt die Blaue Flagge für Sauberkeit und ist von der Hauptstadt aus über einen bequemen, flachen Radweg erreichbar. Der Einstieg ins Wasser ist extrem flach, sodass man Dutzende Meter ins Meer waten kann und das Wasser immer noch nur knietief ist.

Während Tigaki und das benachbarte Marmari, das von malerischen Sanddünen gesäumt wird, eher touristisch geprägte Resortorte sind, bewahrt Mastichari den angenehmen Charakter eines traditionellen Fischerdorfes. Von hier legen regelmäßig Fähren zur Nachbarinsel Kalymnos ab. Die gesamte Nordküste ist zudem sehr dem Wind ausgesetzt, weshalb sich hier von Mai bis September, wenn der berüchtigte Meltemi-Wind weht, Windsurfer und Kitesurfer aus ganz Europa einfinden. Der Himmel füllt sich dann mit bunten Drachen, denn die Bedingungen für diese Wassersportarten sind dank des konstanten Windes nahezu ideal – Schulen und Verleihshops gibt es reichlich.

Pfau im Wald Plaka auf der Insel Kos
Foto: Rikki Mitterer, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

11. Der Pfauenwald Plaka und der Salzsee Alykes

Wer sich kurz vom salzigen Meer und der brennenden Sonne erholen möchte, sollte ins Landesinnere fahren, ein kleines Stück vom Flughafen beim Dorf Antimachia entfernt. Dort befindet sich der Kiefernwald Plaka, der als grüne Lunge der gesamten Insel gilt. Der Eintritt ist völlig kostenlos, und die Hauptattraktion sind Dutzende freilebender Pfauen, die sehr zahm sind und sich von Besuchern direkt aus der Hand füttern lassen. Es gibt auch Wasserschildkröten und viele angenehme schattige Plätzchen für ein Picknick – allerdings fahren hier keine Busse, man braucht also ein Auto oder Fahrrad.

Eine weitere interessante Naturstation im Norden der Insel ist der Salzsee Alykes nahe dem Ferienort Tigaki. In den heißen Sommermonaten bewundert man hier nur eine ausgetrocknete Salzkruste mit Bergen im Hintergrund. Wer jedoch im Frühling, Herbst oder Winter kommt, hat die große Chance, Schwärme wilder Flamingos zu sehen, die hier auf ihrer Wanderung rasten. Zum See kann man wunderbar per Fahrrad aus der Hauptstadt fahren – das ergibt einen perfekten Nachmittagsausflug.

Die byzantinische Burg Palio Pyli im Inneren von Kos
Foto: Asurnipal, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

12. Die verlassene Burg Palio Pyli

Wer Geheimnisse und verlassene Orte mit dunkler Geschichte liebt, wird von Palio Pyli begeistert sein. Das ist eine zerfallene mittelalterliche Siedlung, die hoch im Landesinneren verborgen liegt und deren Bewohner sie im neunzehnten Jahrhundert fluchtartig während einer verheerenden Choleraepidemie verließen. Über den Ruinen alter Steinhäuser ragen die beeindruckenden Überreste einer byzantinischen Burg und zweier historischer Kirchlein empor, zu denen ein etwa drei Kilometer langer Waldweg vom modernen Dorf Pyli führt. Vom Gipfel des Hügels bietet sich ein atemberaubendes Panorama der gesamten Ägäis, der Nachbarinseln und der nahen türkischen Küste – weshalb es ein sehr beliebter Ort zum Beobachten des Sonnenuntergangs ist.

Der Eintritt in das gesamte Gelände ist völlig kostenlos, aber auf Reiseforen tauchen häufig Warnungen vor falschen Wächtern auf. Diese treiben sich gelegentlich am Waldeingang herum und versuchen, ahnungslosen Touristen freiwillige Beiträge für eine angebliche Renovierung der Burg zu entlocken. Lasst euch nicht täuschen, ignoriert sie ruhigen Gewissens und geht einfach weiter. Der Aufstieg ist etwas anspruchsvoller, also unbedingt festes Schuhwerk anziehen – oben wartet als angenehme Belohnung ein süßes kleines Café mit unglaublichem Ausblick.

Traditionelle Windmühle in Antimachia
Foto: Mustang Joe, CC0, Wikimedia Commons

13. Die Windmühle von Antimachia

Griechische Inseln verbindet man sofort mit ikonischen weißen Windmühlen, und Kos bildet da zum Glück keine Ausnahme. Im Dorf Antimachia, das in der Mitte der Insel direkt am internationalen Flughafen liegt, findet man die einzige voll funktionstüchtige Windmühle der gesamten Insel. Sie ist über zweihundertfünfzig Jahre alt und funktioniert nach sorgfältiger Restaurierung heute als kleines, sehr interessantes Museum. Für einen Eintritt von rund 3 bis 5 Euro kann man einen Blick ins Innere der Mühle werfen und sich vom Besitzer detailliert erklären lassen, wie der uralte Getreidemahl-Mechanismus funktioniert.

Zum Besuch gehört auch das angrenzende traditionelle Haus, das mit originalem Inventar eingerichtet ist und genau zeigt, wie eine typische Inselmüllerfamilie hier vor hundert Jahren lebte. Es ist ein schneller, aber überraschend interessanter und sehr fotogener Stopp. Wer schon in Antimachia ist, sollte unbedingt auch die nahe gelegene Kreuzritterfestung Kastell aus dem dreizehnten Jahrhundert besuchen, in deren Mauern sich zwei charmante kleine Kirchlein verbergen.

Stefanos-Krater auf der Vulkaninsel Nisyros
Foto: Enpatrais, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

14. Ausflug zur Vulkaninsel Nisyros

So nah an einem aktiven schlafenden Vulkan zu sein und ihn nicht zu besuchen – das wäre wirklich schade. Die Nachbarinsel Nisyros ist ein faszinierendes Stück Land, unter dem noch immer vulkanische Aktivität schlummert. Man kann einen ganztägigen organisierten Ausflug für rund 40 Euro buchen, der sich oft bequem über Plattformen wie GetYourGuide oder direkt beim Reiseleiter reservieren lässt. Im Preis ist meist ein Bustransfer vom Hafen direkt zum Krater Stefanos enthalten, wo man über die gelbe Schwefelkruste spaziert und die aus dem Untergrund aufsteigende Wärme spürt.

Wer lieber auf eigene Faust reist, hat es einfach – und günstiger. Vom Hafen in Kardamena fahren regelmäßige Fähren, wobei ein Hin- und Rückfahrtticket rund 16 Euro kostet und die Überfahrt dreiviertel Stunden dauert. Auf der Insel selbst zahlt man 3 Euro Inselgebühr und 5 Euro Eintritt direkt zum Vulkan. Unbedingt auch das malerische Hafenstädtchen Mandraki mit dem Kloster Panagia Spiliani besuchen, wo man das ausgezeichnete lokale Mandelgetränk Soumada probieren kann.

Burg Bodrum an der türkischen Küste gegenüber von Kos
Foto: Serhio Magpie, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

15. Ein Abstecher ins türkische Bodrum

Von den Stränden im Norden von Kos sieht man die türkische Küste so scharf, dass man das Gefühl hat, man könnte einfach hinüberschwimmen. Dazwischen liegen nämlich nur gerade mal sieben Seemeilen. Es wäre also schade, die Gelegenheit nicht zu nutzen und für einen Tag auf einen völlig anderen Kontinent zu fahren. Von der Hauptstadt Kos legen jeden Morgen Schiffe zum türkischen Badeort Bodrum ab, und die Überfahrt dauert je nach Schiffstyp nur 30 bis 60 Minuten. Ein Hin- und Rückfahrtticket bekommt man bei verschiedenen Anbietern für 15 bis 25 Euro.

In Bodrum erwarten euch lebhafte Basare, auf denen man um alles feilscht – von Gewürzen bis hin zu Lederwaren –, die imposante Burg des Heiligen Petrus und die Überreste des antiken Mausoleums. Letzteres zählt übrigens zu den sieben Weltwundern, über die man in der Schule lernt – aber bis man es live sieht, kann man sich die Ausmaße kaum vorstellen. ⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Türkei ist weder EU-Mitglied noch Teil des Schengen-Raums. Für diesen Ausflug reicht daher kein Personalausweis – ihr braucht einen gültigen Reisepass. Die Pass- und Zollkontrolle im Hafen vor der Abfahrt dauert eine Weile und es bilden sich Warteschlangen, also kommt rechtzeitig zum Schiff.

Griechischer Salat mit Tzatziki in einer Taverne auf Kos

Wo auf Kos essen

Auf Kos isst man besser, als viele erwarten würden. Es geht nicht nur um Gyros und griechischen Salat: Die Insel hat eigene Käsesorten mit geschützter Herkunftsbezeichnung, frittierte Teigtaschen mit Honig und eine Zimtlimonade, die man anderswo einfach nicht bekommt. Kos rühmt sich fruchtbaren Bodens und einer langen Tradition lokaler Zutaten, die die Grundlage der meisten Inselspezialitäten bilden. Wer gerne neue Geschmäcker entdeckt, sollte unbedingt traditionelle Familientavernen aufsuchen, in denen nach alten, von Generation zu Generation überlieferten Rezepten gekocht wird. Hier findet man Lokale für Fleischliebhaber ebenso wie tolle Möglichkeiten für Vegetarier.

Das absolute Unikat, das man unbedingt probieren muss, ist der lokale Käse Krasotiri (oft auch als Posa bezeichnet). Dieser weiche Ziegen- oder Schafskäse hat eine geschützte Herkunftsbezeichnung und ist besonders, weil er in den Pressrückständen roter Weintrauben reift – dadurch bekommt er eine unverwechselbare rote Rinde und einen fein würzigen Weingeschmack. Eine weitere vegetarische Köstlichkeit sind Katimeria, ausgezeichnete frittierte Teigtaschen gefüllt mit frischem Käse, die zum Abschluss großzügig mit Honig übergossen und mit Zimt bestreut werden. An heißen Sommertagen erfrischt die traditionelle Zimtlimonade Kanelada, die vor allem für das Bergdorf Zia typisch ist, oder das beliebte lokale Mandelgetränk Soumada.

Wer die besten Restaurants sucht, sollte unbedingt in der berühmten Taverne Oromedon im Dorf Zia reservieren. Dort wird ausgezeichnete Bergküche serviert, darunter eine großartige fleischlose Moussaka aus dem Holzofen und ein famoses gebratenes Käsegericht mit selbstgemachter Marmelade. In der Hauptstadt lohnt sich außerdem ein Besuch im eleganten Restaurant Petrino, das in einem wunderschönen Gartenhof untergebracht ist und erstklassige Verkostungsplatten voller lokaler Käsesorten anbietet. Ein Stück vom Zentrum entfernt befindet sich auch die sehr beliebte Taverne Elia, die ein absolut perfektes Saganaki und eine Reihe weiterer traditioneller Gemüsevorspeisen macht.

Auch Fleischliebhaber kommen auf der Insel natürlich auf ihre Kosten. Eine typische lokale Spezialität sind Pitaridia, hausgemachte breite Nudeln, die langsam in einer kräftigen Fleischbrühe gegart werden. Traditionell werden sie mit einer ordentlichen Portion Hackfleisch und Schweineschmalz serviert – ein wirklich sättigendes Gericht, das die Einheimischen besonders gerne an kühleren Abenden auftischen.

Wohin weiter von Kos

Wer überlegt, ob Kos die richtige Wahl für den Urlaub ist, oder den Besuch mit anderen Orten in Griechenland verbinden möchte, sollte sich unsere weiteren Reiseführer ansehen. Wir haben einen großen Überblick über Urlaubsziele in Griechenland zusammengestellt, in dem wir einzelne Destinationen vergleichen. Geschichtsbegeisterte werden sich sicher für das benachbarte Urlaub auf Rhodos interessieren, während für maximale Romantik unser Artikel über Urlaub auf Santorini empfehlenswert ist. Und wer schon Flugtickets gekauft hat, sollte unbedingt unsere praktische Liste durchsehen, was man für den Urlaub in Griechenland einpacken sollte.

Häufig gestellte Fragen

Ich habe die häufigsten Fragen rund um den Urlaub auf der Insel Kos beantwortet, damit ihr vor der Reise über alles bestens Bescheid wisst. Hoffentlich erleichtern euch diese praktischen Tipps die Planung. 😉

Co musíte vidět na Kosu?

K absolutnímu základu patří antické léčebné centrum Asklepion, mohutný hrad Neratzia a centrum hlavního města s Hippokratovým platanem a antickou agorou. Z přírodních krás byste neměli vynechat termální pláž Bros Therma, poloostrov Kefalos s bazilikou Agios Stefanos a opuštěnou středověkou vesnici Palio Pyli. Nezapomeňte ani na západ slunce z vesnice Zia.

Jak dlouho se letí na Kos?

Přímý let z České republiky na mezinárodní letiště Hippokrates na Kosu trvá přibližně 2,5 hodiny. V letní sezóně létají přímé charterové linky z Prahy, Brna i Ostravy. Letiště se nachází v centrální části ostrova u vesnice Antimachia, takže transfer do většiny hotelů a letovisek netrvá déle než třicet až čtyřicet minut, což je obrovská výhoda.

Jak je draho na Kosu?

Kos patří k cenově velmi příjemným řeckým ostrovům, zejména díky obrovské konkurenci hotelů a půjčoven. Jídlo v průměrné taverně vás vyjde na 15 až 25 eur na osobu, půjčení městského kola stojí úžasných 3 až 5 eur na den a menší auto seženete v sezóně od 35 eur za den. Autobusové jízdenky na meziměstských linkách KTEL se pohybují mezi 2 až 5 eury.

Jaké je moře na Kosu?

Moře na Kosu je nádherně čisté a v letních měsících se prohřeje až na příjemných 25 °C. Severní pobřeží (Tigaki, Marmari) má velmi dlouhé mělčiny s jemným pískem, což je skvělé pro děti, ale občas tu fouká vítr a tvoří se vlny. Jihozápadní pobřeží u Kefalosu má vodu o něco chladnější a klidnější, s naprosto křišťálovou viditelností ideální pro šnorchlování.

Na co si dát pozor na Kosu?

Určitě si dejte pozor na silné slunce a letní vítr meltemi, protože když fouká, často nemáte pocit horka a velmi snadno se na pláži spálíte. Dále počítejte s tím, že ostrov nepoužívá aplikaci Uber, takže se musíte spolehnout na lokální taxíky nebo velmi dobře fungující autobusovou síť. Na východních oblázkových plážích a u termálů budete nutně potřebovat boty do vody.

Je Kos vhodný pro rodiny?

Ano, Kos je považován za jednu z nejlepších destinací v Řecku pro rodiny s dětmi. Důvodem je jeho rovinatý terén certifikovaný jako Bike Friendly, což je ideální pro bezpečné projížďky na kole s dětmi. Navíc nabízí velmi krátké transfery z letiště a především nekonečné severní pláže, kde je voda mělká i desítky metrů od břehu.

Vyplatí se výlet do Bodrumu?

Pokud máte rádi kontrasty, pak rozhodně ano. Za pouhou půlhodinu plavby se ocitnete v úplně jiném, orientálním světě plném tržnic a smlouvání. Trajekty jsou cenově dostupné, stojí kolem 20 eur, ale pamatujte na to, že opouštíte schengenský prostor, takže bezpodmínečně potřebujete platný cestovní pas, na občanský průkaz vás na loď nepustí.

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Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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