Als ich mit meiner Mutter zum ersten Mal Westkanada besuchte und die Gegend rund um Vancouver erkundete, waren wir von der Natur dort absolut begeistert — aber sofort war klar: Beim nächsten Mal muss die große Vancouver Island Rundreise her. Die Insel ist nämlich ein Kapitel für sich, und viele von euch haben mich gefragt, wie man eigentlich vom Festland dorthin kommt und was es dort alles zu sehen gibt. Ich selbst bin die Insel noch nicht in alle Richtungen durchgefahren, aber da wir eine große Rückkehr nach Kanada planen, habe ich so gründlich recherchiert, dass ich euch den bestmöglichen Reiseplan servieren kann. Ich habe wirklich Dutzende von Stunden über Karten und Reiseführern gesessen — das hier ist also ein ausgetüftelter Plan mit allem Drum und Dran.
Macht euch darauf gefasst, dass Vancouver Island nicht einfach irgendein kleines Inselchen mit ein paar Bäumen ist, das man mal eben am Nachmittag besucht. Die Insel ist ungefähr so groß wie Bayern und bietet alles: von uralten Regenwäldern über wilde Surfstrände bis hin zu malerischen britischen Städtchen, in denen man zum Afternoon Tea einlädt. Wer seinen Traumroadtrip durch diesen Teil Kanadas plant, sollte Kamera und bequeme Schuhe einpacken — die Ausblicke auf den Ozean und die endlosen Wälder verschlagen einem garantiert den Atem. ☺️ Meine Mutter und ich waren von dieser Landschaft immer völlig überwältigt, und ich bin überzeugt, dass es euch genauso gehen wird.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
Diese Zusammenfassung habe ich für alle vorbereitet, die gerade in Eile sind und nur die wichtigsten Punkte unserer kanadischen Rundreise brauchen. Ich empfehle aber trotzdem, den ganzen Artikel zu lesen — dort findet ihr jede Menge persönliche Eindrücke und praktische Tipps.
- Ideale Dauer: Für diese Rundreise braucht ihr mindestens 7 Tage, damit ihr nicht den ganzen Urlaub im Auto verbringt.
- Route auf einen Blick: Vancouver, Victoria, Tofino, Parksville, Campbell River und Telegraph Cove.
- Highlights: Orca-Watching, Surfen in den Wellen des Pazifiks, Spaziergänge durch uralten Regenwald und ein Besuch des Markts mit Ziegen auf dem Dach.
- Anreise: Die BC Ferries sind ein absolutes Muss — ohne rechtzeitige Reservierung kommt ihr in der Saison mit dem Auto nicht auf die Insel.
- Budget: Kanada ist kein günstiges Reiseziel, und die Insel erst recht nicht — rechnet mit höheren Übernachtungspreisen, besonders in Tofino.
Wenn euch das alles bekannt vorkommt oder ihr schon Flüge gebucht habt, dann tauchen wir jetzt in die Details ein. Ich verspreche euch: Mit diesem Reiseführer wird euch auf der Insel nichts mehr überraschen.
Vor der Abreise: Praktische Infos und Planung
Schauen wir uns gemeinsam an, wie man so einen Roadtrip über die Insel am besten plant, worauf man achten sollte und was das Ganze ungefähr kostet. Die Westküste Kanadas hat nämlich ihre Besonderheiten, und es ist gut, zu wissen, worauf man sich einlässt — damit einem vor Ort keine ausgebuchten Fähren oder unberechenbares Wetter den Plan verderben.
Ich bin der Typ, der gerne alles unter Kontrolle hat und wenig dem Zufall überlässt. Meine Mutter würde am liebsten einfach den Koffer packen und losfahren — aber glaubt mir, bei Vancouver Island lohnt sich die gründliche Vorbereitung zuhause am Computer enorm.
Wann ist die beste Reisezeit für Vancouver Island
Wer sich sonniges Wetter und angenehme Temperaturen wünscht, liegt mit Ende Juni bis Anfang September eindeutig richtig. Allerdings strömen dann auch die meisten Kanadier und Amerikaner hierher — die Unterkunftspreise schießen in die Höhe, und die bekanntesten Sehenswürdigkeiten können ziemlich überlaufen sein. Wir suchen immer nach einem Kompromiss: Der goldene Mittelweg sind unserer Meinung nach Mai und September, wenn das Wetter noch angenehm ist, die Massen aber bereits abgeklungen sind.
Der Winter (November bis Februar) ist zwar sehr regnerisch, aber Tofino hat dafür seinen ganz eigenen Reiz — das sogenannte Storm Watching: Man sitzt mit einer Tasse Kaffee im warmen Hotelzimmer und schaut zu, wie der Pazifik draußen tobt. Ich muss zugeben, das hat durchaus seinen Charme. 😅 Egal, wann ihr reist: Schichtsystem beim Packen ist immer empfehlenswert, denn das Wetter kann sich hier von Minute zu Minute ändern.
Anreise und Fähren
Die meisten Reisenden beginnen ihre Reise in Vancouver selbst, von wo aus man mit dem Mietwagen die Fähre der Gesellschaft BC Ferries nehmen muss. Für diese Rundreise bietet sich die Route vom Hafen Tsawwassen (südlich von Vancouver) zum Hafen Swartz Bay (nördlich von Victoria) an. Die Überfahrt dauert etwa eineinhalb Stunden und ist eigentlich schon eine kleine Sehenswürdigkeit für sich — von Deck aus sieht man oft Seehunde oder sogar Wale. Am besten genießt man die Fahrt auf dem Oberdeck mit der Kamera in der Hand.

Und das ist ernst gemeint: Bitte unterschätzt das nicht! Die Fähren müssen unbedingt online im Voraus reserviert werden — gerne schon mehrere Wochen vorher. Ohne Reservierung sitzt man in der Saison leicht einen halben Tag in der Warteschlange und kommt trotzdem nicht aufs Schiff. Wer sein Ticket im Voraus gekauft hat, kommt entspannt und stressfrei ans Ziel — einfach rund 45 Minuten vor Abfahrt am Gate erscheinen. 😅
Mietwagen und Fahren auf der Insel
Ohne Auto kommt man auf der Insel kaum aus — der öffentliche Nahverkehr ist außerhalb von Victoria sehr begrenzt. Die Straßen sind dafür wunderschön, breit und in sehr gutem Zustand, sodass man kein riesiges SUV mit Allradantrieb braucht — ein normales Pkw reicht völlig aus. Ich mache seit Jahren gute Erfahrungen mit RentalCars, das ich weltweit nutze, weil man dort alle großen Autovermietungen direkt vergleichen kann. Am besten mietet ihr das Auto direkt am Flughafen Vancouver, dann habt ihr den Wagen sofort und ohne Umwege.
Was das Fahren selbst betrifft: Kanadier fahren ungemein rücksichtsvoll und gelassen. Gewöhnen muss man sich lediglich an das System der sogenannten 4-Way Stops, bei denen von allen Seiten Stoppschilder stehen und gilt: Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Das klingt komplizierter als es ist — nach ein paar Versuchen merkt man, dass es erstaunlich flüssig funktioniert und alle freundlich aufeinander reagieren.
Gastronomie: Wo man auf der Insel gut isst
Reisen und gutes Essen gehören einfach zusammen — und ich muss sagen, dass Westkanada kulinarisch wirklich einiges zu bieten hat. Vergesst langweilige Fast-Food-Ketten (wobei ein guter Burger natürlich auch mal sein darf), denn hier stehen frischer Fisch, fantastische Meeresfrüchte und lokale Zutaten von umliegenden Bauernhöfen im Mittelpunkt.
Wer die lokale Gastro-Szene richtig genießen möchte, sollte wissen, dass Restaurantbesuche keine billige Angelegenheit sind. Zum Preis auf der Karte kommen noch Steuern und ein Trinkgeld von etwa 15 bis 20 % hinzu — in Kanada ist das schlicht guter Ton.
Unsere Empfehlungen für konkrete Lokale
In Tofino haben wir einen absoluten Geheimtipp für alle Fans von unkompliziertem Essen entdeckt. Wer mexikanische Küche mit pazifischem Twist mag, muss unbedingt zum legendären Tacofino. Deren Fish Tacos mit frischem Kabeljau, knusprigem Kohl und einer absolut perfekten Salsa wurden zu einem solchen Hit, dass es heute Filialen auf dem Festland gibt — aber der originale orangefarbene Foodtruck in Tofino hat einfach die beste Surfer-Atmosphäre.
Im nördlicheren Teil der Insel dominieren Lachs und klassisches Fish & Chips. Im Städtchen Campbell River empfehlen wir das beliebte Dick’s Fish & Chips, direkt am Wasser. Knuspriger Fisch mit einer ordentlichen Portion Pommes und Blick auf die ankernden Boote — genau das Richtige nach einem langen Tag in der Wildnis.
Unterkunft und Budget
Die Budgetplanung ist vielleicht der unangenehmste Teil der Reisevorbereitung, aber ohne geht es nun mal nicht. Kanada ist generell kein günstiges Reiseziel, und Vancouver Island gehört zu den Orten, wo die Preise — besonders in der Hochsaison — ganz schön klettern.
🏨 Empfohlene Hotels in Victoria BC
- Luxury: Fairmont Empress Victoria
- Mid: Inn at Laurel Point
- Budget: HI Victoria Hostel
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Ich habe eine grundlegende Übersicht zusammengestellt, damit ihr wisst, was ihr euch vor der Reise zurücklegen solltet. Ich selbst bevorzuge den goldenen Mittelweg — die billigsten Hostels sind nichts für mich, aber goldene Wasserhähne brauche ich auch nicht.
Unterkunft und Alltagskosten
Unterkünfte auf Vancouver Island sind teuer — das sage ich direkt. Besonders Tofino hat so wenig Kapazität im Verhältnis zur Nachfrage, dass die besten Strandunterkünfte weg sind, bevor man den Morgenkaffee ausgetrunken hat. Am besten drei bis vier Monate im Voraus buchen, ohne Kompromisse. Für ein schönes Doppelzimmer in der Saison rechnet man durchschnittlich mit 250 bis 400 CAD pro Nacht (ca. 170 bis 270 €), in Tofino kann es auch gerne das Doppelte sein.
Was das Gesamtbudget betrifft: Die Fähre für Auto und zwei Personen kostet pro Strecke rund 100 bis 120 CAD. Ein Hauptgericht im Restaurant liegt bei 25 bis 40 CAD. Für eine Woche Roadtrip zu zweit (ohne Flüge nach Kanada, aber inklusive Mietwagen, Sprit, Unterkunft und Verpflegung) sollte man insgesamt etwa 2.500 bis 3.500 € einplanen. Es hängt natürlich davon ab, wie viel Luxus man sich gönnt — oder ob man gelegentlich im Supermarkt einkauft und ein Picknick in der Natur macht, was meine Mutter und ich sehr gerne tun.
Reiseplan: 7-tägige Vancouver Island Rundreise Schritt für Schritt
Diese Route vereint das Beste der Insel — ein bisschen Britannia, ein bisschen Wildnis, ein bisschen Wale und dazu Ziegen auf dem Dach. Das erfordert zwar einiges an Fahrstrecke, aber ich verspreche euch: Jeder Stopp lohnt sich, und am Ende der Reise habt ihr eine Speicherkarte voller unvergesslicher Fotos.
Ich habe die Tage logisch hintereinander aufgebaut, damit ihr unnötige Umwege minimiert und aus jeder Region das Maximum herausholt. Wenn ihr möchtet, könnt ihr an einzelnen Stellen natürlich einen zusätzlichen Tag einplanen — besonders rund um die Nationalparks könnte man problemlos eine ganze Woche verbringen.
Unterkunftsübersicht nach Tagen
Zur besseren Orientierung hier ein schneller Überblick, wo ihr jede Nacht schlafen könnt. Alle Hotels könnt ihr über unseren Partnerlink auf Booking.com buchen (für euch bleibt der Preis gleich, ihr unterstützt damit aber unsere weitere Arbeit).
| Tag | Ort | Empfohlenes Hotel (Budget) | Booking |
|---|---|---|---|
| 1.–2. | Victoria | The Magnolia Hotel & Spa (Luxus) / The Embassy Inn (Mittelklasse) | Hotels Victoria |
| 3.–4. | Tofino | Long Beach Lodge Resort (Luxus) / Pacific Sands Beach Resort (Mittelklasse) | Hotels Tofino |
| 5. | Parksville | The Beach Club Resort (Mittelklasse) | Hotels Parksville |
| 6. | Campbell River | Painter’s Lodge (authentisches Holzresort) | Hotels Campbell River |
| 7. | Rückkehr zum Festland | — | — |
💡 Tipp: In der Hochsaison (Juli–August) am besten alle Unterkünfte 4–6 Monate im Voraus buchen. Tofino und Victoria sind als Erste ausgebucht, die anderen Orte folgen wenige Wochen später.
Tag 1: Vom Festland ins britische Flair
Der erste Tag beginnt früh morgens, wenn ihr von Vancouver zum Hafen Tsawwassen fahrt. Ich empfehle eine Fähre gegen neun oder zehn Uhr morgens zu reservieren, damit ihr rechtzeitig auf der Insel ankommt und nicht den halben Tag verliert. Nach der Ankunft in Swartz Bay setzt ihr euch ins Auto und fahrt rund eine halbe Stunde nach Süden, direkt ins Herz von Victoria — der Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia (ja, das ist nicht Vancouver, wie viele irrtümlicherweise denken 😅). Das Parken im Zentrum ist übersichtlich, und es gibt viele Parkhäuser.


Victoria ist ein absolut zauberhaftes Städtchen mit unglaublich starkem britischen Charme. Den Nachmittag solltet ihr unbedingt einem Spaziergang rund um den Inner Harbour widmen — einem lebendigen Hafen voller Straßenkünstler und wunderschöner Ausblicke. Direkt über dem Hafen thront das ikonische Fairmont Empress Hotel, das wie ein altes englisches Schloss aussieht. Hier kann man den traditionellen Afternoon Tea reservieren, auch wenn der Preis (rund 90 CAD pro Person, ca. 60 €) astronomisch ist. Zum Abendessen lohnt sich ein Ausflug in den Pub Bard & Banker, der ein hervorragendes Bier und Live-Musik in einem wunderschönen historischen Interieur bietet.
Wo man in Victoria übernachtet:
Wer sich etwas Besonderes gönnen möchte: The Magnolia Hotel & Spa ist absolute Spitzenklasse direkt im Zentrum. Für eine günstigere, aber trotzdem tolle Alternative lohnt sich ein Blick auf The Embassy Inn, das nur wenige Schritte vom Hafen und dem Parlament entfernt liegt.
Tag 2: Traumhafte Gärten und Entspannung am Meer
Den zweiten Tag empfehle ich mit einem frühen Besuch der Butchart Gardens zu beginnen. Sie liegen etwa eine halbe Autostunde nördlich des Zentrums und sind wohl die bekannteste Attraktion der gesamten Region. Der Eintritt kostet zwar rund 40 CAD (ca. 27 €), aber sobald man drinnen ist, versteht man warum. Aus einem alten Kalksteinbruch ist hier ein unglaubliches Blumenparadies entstanden, in dem jede Pflanze mit absoluter Präzision gepflegt wird und der Sunken Garden (Versunkener Garten) wie aus einem Feenmärchen wirkt. Ein früher Besuch hat den Vorteil, dass man den größten Reisebus-Andrang noch vermeidet.

Nach dem Mittagessen geht es zurück nach Victoria für einen Spaziergang durch den Beacon Hill Park. Dieser riesige und frei zugängliche Park liegt direkt am Meer, wo Pfauen frei herumlaufen und man von den Aussichtspunkten bis zu den schneebedeckten Gipfeln des nahe gelegenen US-Bundesstaates Washington blicken kann. Ein wunderbar entspannter Ort — ideal, um sich mit einem Kaffee in der Hand einfach die maritime Atmosphäre zu genießen. Auf dem Rückweg lohnt sich ein Fahrt entlang der Dallas Road, die direkt der Küste folgt und einige der schönsten Meerblicke überhaupt bietet.
Tag 3: Aufbruch in die Wildnis der Westküste
Heute erwartet euch der längste und wohl schönste Transfer der gesamten Reise: quer über die Insel vom sonnigen Victoria ins wilde Tofino an der Westküste. Die Fahrt dauert reine Fahrzeit rund 4 bis 5 Stunden, aber die Straße schlängelt sich durch Berge, an kristallklaren Seen entlang, und ihr werdet ständig anhalten wollen, um Fotos zu machen. Sobald ihr an der Stadt Port Alberni vorbeikommt — das ist übrigens die letzte Möglichkeit, günstigere Vorräte im großen Supermarkt zu kaufen — wird die Straße enger. Ab hier geht es in echte Wildnis, also sicherstellen, dass der Tank voll ist.

Das Ziel ist der berühmte Pacific Rim National Park. Noch vor der eigentlichen Ortschaft solltet ihr unbedingt an der Küste halten. Der Long Beach ist ein riesiger Sandstrand, an den sich die Wellen des Pazifiks brechen, und der von riesigen, vom Meer angespülten Baumstämmen gesäumt ist. Er ist rau, wild und windig — packt auch im Sommer einen Pullover ein. Und dann kommt ihr nach Tofino, einem kleinen Hipster-Städtchen voller Surf-Shops, gemütlicher Cafés und Imbisse mit frischen Meeresfrüchten (unser Tipp: das legendäre Tacofino).
Wo man in Tofino übernachtet:
Eines der schönsten Häuser zum Übernachten ist zweifellos das Long Beach Lodge Resort, von dem aus man direkt auf den Ozean blickt und die Sonnenuntergänge legendär sind. Wenn es ausgebucht ist (was oft vorkommt), empfiehlt sich das Pacific Sands Beach Resort, das direkt neben der berühmten Cox Bay liegt.
Tag 4: Surfen und heiße Quellen mitten im Urwald
Tofino gilt als inoffizielle Surf-Hauptstadt Kanadas, und auch wenn ihr noch nie auf einem Brett gestanden habt, solltet ihr zumindest kurz die Atmosphäre am Cox Bay-Strand aufsaugen. Schon früh morgens springen hier Surfer in Neoprenanzügen ins kalte Wasser. Man kann Anfängerkurse buchen oder einfach am Strand entlangspazieren, die salzige Luft atmen und bestaunen, mit welcher Eleganz die Leute die riesigen Wellen erwischen. Ich bin eher der Typ, der vom Ufer aus zusieht — am liebsten mit einem heißen Tee in der Hand.

Am Nachmittag lohnt sich eine Reservierung für eines der besten Erlebnisse, die die Insel zu bieten hat: ein Ausflug zu den Hot Springs Cove. Das sind natürliche heiße Quellen, die tief im Regenwald versteckt sind und über die keine Straße führt. Man muss etwa eineinhalb Stunden mit dem Boot fahren (oder per Wasserflugzeug fliegen) und dann rund zwei Kilometer über Holzstege durch den Urwald laufen. Das Wasser der Quellen hat knapp 50 °C und fließt über Steinkaskaden direkt in den eiskalten Ozean. Das ist zwar ein teures Vergnügen (die Bootstour kostet rund 150 bis 180 CAD, ca. 100 bis 120 €), aber das Gefühl, im heißen Wasser zu sitzen und aufs wilde Meer zu schauen, ist absolut unbezahlbar.
Tag 5: Kathedralen aus Bäumen und Ziegen auf dem Dach
Morgens verabschiedet ihr euch von Tofino und macht euch auf der gleichen, aber immer noch wunderschönen Straße zurück auf die Ostseite der Insel. Auf dem Rückweg unbedingt im MacMillan Provincial Park halten, der aus gutem Grund den Spitznamen Cathedral Grove (Kathedralenhain) trägt. Hier wächst einer der letzten Reste eines alten Regenwaldes mit Douglasien und Rotzedren, die über 800 Jahre alt sind — die Stämme so dick, dass man sich daneben wie ein Kind vorkommt, und das Licht, das sich durch die Baumkronen drängt, erzeugt eine fast andächtige Atmosphäre. Hier empfehlen sich wirklich gute Wanderschuhe, denn die Wege sind oft schlammig.


Am Nachmittag erreicht ihr das Dörfchen Coombs, das für eine ganz besondere Kuriosität bekannt ist: der berühmte Old Country Market, auf dessen begrüntem Dach echte Ziegen frei herumlaufen 😁. Das ist zwar eine ziemliche Touristenfalle voller Menschen, aber gleichzeitig so lustig, dass man hier einfach halten muss — ein selbst gemachtes Eis kaufen und das Foto der Ziege auf dem Dach schießen. Am Abend fährt man weiter in das nahe gelegene Küstenstädtchen Parksville. Im Gegensatz zu Tofino ist das Meer hier viel ruhiger und dank der langen, flachen Strände auch deutlich wärmer — im Sommer kann man hier sogar schwimmen.
Wo man in Parksville übernachtet:
Ein echter Klassiker ist hier The Beach Club Resort, das direkt an der Hauptpromenade liegt und von dessen Zimmern man einen wunderschönen Blick auf den Strand hat, der sich bei Ebbe kilometerweit ins Meer erstreckt.
Tag 6: Majestätische Berge im ältesten Park und Fahrt in den Norden
Von Parksville geht es nordwestwärts ins Inselinnere, wo der Strathcona Provincial Park wartet. Es ist der älteste Provinzpark in British Columbia und bietet eine völlig andere Landschaft als die Küste. Hier findet man raue Berge mit schneebedeckten Gipfeln, wilde Flüsse und tiefe Täler. Das Herzstück für Besucher ist der intensiv türkisfarbene Buttle Lake. Die Straße führt direkt an seinem Ufer entlang, sodass man an Dutzenden kleiner Rastplätze anhalten und die atemberaubenden Ausblicke genießen kann, in denen sich die Berge im stillen Wasser spiegeln.

Es gibt zahlreiche kurze Wanderungen zu Wasserfällen, beispielsweise den sehr einfachen Weg zu den Lupin Falls oder die etwas längere Route zu den Myra Falls, die kaskadenartig über Felsen stürzen. Gegen 17 Uhr kehrt ihr zur Küste zurück und fahrt ins Städtchen Campbell River. Es trägt den Spitznamen „Lachshauptstadt der Welt“ und ist der ideale Ausgangspunkt für weitere Abenteuer im Norden. Zum Abendessen unbedingt zu Dick’s Fish & Chips — die Meeresfrüchte sind absolut frisch, und die Portion sättigt garantiert nach einem anstrengenden Tag.
Wo man in Campbell River übernachtet:
Für ein authentisches Erlebnis empfiehlt sich das legendäre Painter’s Lodge. Es ist zwar etwas älter und ein traditionelles Holzresort, verströmt aber echte kanadische Atmosphäre und liegt direkt am Wasser mit fantastischem Blick auf die Meerenge.
Tag 7: Orca-Watching in Telegraph Cove und Heimreise
Der letzte Tag beginnt mit einer etwas längeren Fahrt. Von Campbell River sind es knapp zwei Stunden weiter nördlich bis zum kleinen, historischen Dörfchen Telegraph Cove. Dieses Städtchen besteht komplett aus Holzhäusern auf Pfählen über dem Wasser und sieht unglaublich malerisch aus — wie aus einem alten Film über Jäger und Seefahrer. Aber der eigentliche Grund, warum alle hierher kommen, wartet ein Stück weiter in den kalten Wellen des Ozeans: Die Meerenge Johnstone Strait gilt als einer der besten Orte der Welt, um Orcas (Killerwale) in freier Wildbahn zu beobachten.

Reserviert eine vormittägliche Bootstour mit lizenziertem Guide, nehmt auf Deck Platz und haltet die Augen offen. Wenn man die majestätischen schwarzweißen Rücken sieht, wie sie geschmeidig nahe beim Boot aus dem Wasser tauchen, bekommt man unweigerlich Gänsehaut. Die Wale jagen hier die durchziehenden Lachse und schwimmen in großen Familienverbänden. Nach diesem unvergesslichen Erlebnis wartet bereits die Rückkehr in den Alltag. Ins Auto, Richtung Süden zum Hafen Nanaimo (ca. drei Stunden Fahrt), von wo aus nachmittags oder abends die Fähre zurück ans Festland nach Vancouver geht.
Kurzversion: Pacific Marine Circle (für 2–3 Tage)
Ich verstehe, dass nicht jeder eine Woche Zeit hat, um die ganze Insel zu erkunden, und der Kanada-Urlaub auf viele Ziele aufgeteilt werden muss. Wer zum ersten Mal hierher kommt und nur zwei bis drei Tage eingeplant hat, findet in der sogenannten Pacific Marine Circle eine ideale Alternative.

Es ist eine rund 289 Kilometer lange Rundroute, die in Victoria beginnt und endet. Eine Art Kostprobe von allem, was die Insel zu bieten hat — aber in einem kompakteren und zeitlich weniger aufwendigen Format, das meine Mutter und ich allen empfehlen, die einen eng getakteten Reiseplan haben.
Was ihr auf dieser kleineren Rundreise seht
Die Route führt durch das verschlafene Küstenstädtchen Sooke in Richtung der wilden Strände bei Port Renfrew. Dort solltet ihr unbedingt den berühmten Botanical Beach erkunden, an dem sich bei Ebbe faszinierende Gezeitentümpel bilden, die vor Meeresbewohnern wimmeln.

Anschließend biegt die Straße ins Landesinnere zum Cowichan Lake ab und führt durch ein Tal voller kleiner, sympathischer Bauernhöfe, Cidereien und Weingüter zurück zur Fähre. Man schafft das locker an einem verlängerten Wochenende, und auch wenn man weder den Norden noch Tofino sieht, nimmt man das echte kanadische Wildnisgefühl definitiv mit nach Hause.
Weiter in Kanada entdecken
Wenn ihr euren Roadtrip noch in der Planungsphase habt und wissen wollt, was man in Kanada sonst noch nicht verpassen sollte, schaut unbedingt in unsere weiteren Artikel aus dieser Region. Den Anfang macht unser detaillierter Reiseführer darüber, was man in Vancouver sehen sollte — ohne Frage eine der schönsten Städte der Welt, wo Ozean und Berge aufeinandertreffen.
Ich glaube, genau diese Kombination — die raue Küste der Insel auf der einen Seite und die verschneiten Gipfel der Rocky Mountains auf der anderen — ist der Grund, warum wir immer wieder nach Kanada zurückkehren. Das Land ist riesig, und jede Provinz bietet eine völlig eigene Atmosphäre.
Nationalparks im Landesinneren
Wer von der Küste direkt zu den Nationalparks im Landesinneren weiterfährt, sollte die kanadischen Rocky Mountains nicht auslassen. Dort wartet der berühmteste türkisfarbene See, über den wir in unserem großen Artikel zu Lake Louise und dem Banff-Nationalpark geschrieben haben.
Dort findet ihr Hunderte von Kilometern Wanderwegen, und ich garantiere euch: Wenn man diese von Gletschern umgebenen Seen sieht, versteht man sofort, warum Menschen aus aller Welt dorthin reisen. Es lohnt sich, frühmorgens aufzubrechen, bevor die ersten Touristengruppen ankommen — die morgendliche Stille und die Spiegelung der Berge auf der Wasseroberfläche gehören zu den eindrucksvollsten Momenten, die man aus Kanada mit nach Hause nehmen kann.
Reise-Tipps und Empfehlungen
Zum Abschluss habe ich noch ein paar meiner persönlichen und rein praktischen Tipps für euch. Diese Dienste nutze ich regelmäßig bei der Planung jeder Auslandsreise — nicht nur nach Kanada.
Sie sparen mir jedes Mal jede Menge Zeit am Computer und vor allem Geld, das wir im Urlaub lieber für gutes Essen oder Bootsausflüge ausgeben. Ich hoffe, diese Tipps helfen auch euch bei der Planung.
Günstige Flüge nach Vancouver finden
Flüge nach Vancouver suchen wir immer zuerst auf Vergleichsportalen wie Google Flights oder Skyscanner, die mehrere Airlines auf einmal durchsuchen und oft interessante Kombinationen oder günstige Verbindungen über Europa mit einem vernünftigen Zwischenstopp finden. Von deutschen Großstädten wie Frankfurt, München oder Berlin fliegen Lufthansa, Condor und Air Canada direkt oder mit einem Stopp nach Vancouver.
Wir versuchen immer, Flüge mindestens einige Monate im Voraus zu buchen — besonders für die Sommersaison, wenn die Preise nach Kanada traditionell steigen. Flexible Reisedaten können dabei helfen, deutlich zu sparen.
Mietwagen buchen
Wie bereits oben erwähnt, mache ich seit Jahren sehr gute Erfahrungen mit der Plattform RentalCars, die ich weltweit mit gutem Gewissen nutze. Die Konditionen sind absolut transparent, und die Auswahl reicht von kleinen Pkws bis hin zu Campervans.
In Kanada ist ein Automatikgetriebe absoluter Standard — also keine Sorge, falls ihr zuhause nur Schaltgetriebe gewohnt seid. Man gewöhnt sich in wenigen Minuten daran, und auf den langen kanadischen Straßen werdet ihr es schnell zu schätzen wissen.
Unterkunft reservieren
Booking.com ist eindeutig unser liebster Hotelsucher. In Kanada lohnt es sich besonders, Punkte im Genius-Treueprogramm zu sammeln, denn 10 bis 15 % Rabatt auf die ohnehin schon teuren Unterkünfte in British Columbia sparen am Ende wirklich beachtliche Summen.
Außerdem schätze ich, dass die meisten Unterkünfte kostenlose Stornierung anbieten. Das ist besonders praktisch für Tofino, wo man sehr weit im Voraus bucht, aber trotzdem flexibel bleiben möchte, falls man den Zeitplan kurzfristig verschieben muss.
Reiseversicherung nicht vergessen
Das ist ein Punkt, bei dem es für uns keine Diskussion gibt. Kanada liegt außerhalb der EU, und die medizinische Versorgung ist dort astronomisch teuer — ohne Versicherung zu reisen wäre schlicht fahrlässig.
Wer eine zuverlässige und bewährte Absicherung sucht, sollte unbedingt unsere SafetyWing-Rezension lesen. Das ist genau die Versicherung, die wir seit Jahren mit gutem Gewissen nutzen — in wenigen Klicks von zuhause abgeschlossen und deckt alles Wesentliche ab.
Mobile Daten ohne Stress
Online-Karten und Internet immer griffbereit zu haben ist auf jedem Roadtrip im Ausland ein absolutes Muss. Wir schwören inzwischen auf digitale SIM-Karten (eSIM), für die man nicht mehr am Flughafen nach einem Laden suchen muss.
Schaut euch unsere Holafly-Rezension an: hier erklärt. Die eSIM lädt man bequem von zuhause auf das Handy, und direkt nach der Landung in Kanada hat man unbegrenzte Daten — so kann man schon vom Flughafen aus zur Fähre navigieren, ganz ohne Umwege.
FAQ — Häufig gestellte Fragen zu Vancouver Island
Westkanada und Vancouver Island können bei der Planung ein echtes Rätsel sein, weshalb mich in Nachrichten und Kommentaren immer wieder ähnliche Fragen erreichen. Hier findet ihr Antworten auf die häufigsten davon — übersichtlich zusammengestellt.
Wie lange dauert die Fährüberfahrt nach Vancouver Island?
Von Tsawwassen bei Vancouver nach Swartz Bay (Victoria) dauert die Überfahrt etwa anderthalb Stunden. Die Fahrt selbst ist sehr komfortabel, an Bord gibt es Restaurants, Cafés und Aussichtsdecks. Insgesamt solltet ihr aber mit Anfahrt zum Hafen und Einschiffung etwa drei Stunden einplanen.
Brauche ich für die Erkundung der Insel einen Allradwagen?
Nein, für die in diesem Reiseplan beschriebene Route reicht ein normaler Pkw völlig aus. Alle Hauptstraßen zwischen Victoria, Tofino und Campbell River sind asphaltiert. Einen SUV würdet ihr nur brauchen, wenn ihr tief in die Wälder auf Holzfällerpisten fahren wollt.
Gibt es auf Vancouver Island Bären und andere Wildtiere?
Ja, Vancouver Island hat eine der größten Populationen von Schwarzbären und Pumas in ganz Nordamerika. Auf Wanderwegen ist es wichtig, Lärm zu machen, idealerweise in Gruppen unterwegs zu sein und immer sämtlichen Müll und Essen mitzunehmen, damit ihr die Tiere nicht unnötig zu eurem Auto oder Zelt lockt.
Muss ich die Fähren im Voraus reservieren?
Ich empfehle das dringend. Besonders in den Sommermonaten und an Wochenenden (oder während kanadischer Feiertage) sind die Fähren oft mehrere Tage im Voraus ausgebucht. Wenn ihr ohne Reservierung ankommt, ist die Chance groß, dass ihr stundenlang im Hafen auf einen Platz wartet, der möglicherweise gar nicht mehr frei wird.
Lohnt sich die lange Anfahrt nach Tofino wirklich?
Absolut. Tofino und Pacific Rim bieten eine völlig andere, raue und ungezähmte Natur als die ruhige Ostküste und es ist wahrscheinlich der Ort, an den ihr euch von der ganzen Insel am besten erinnern werdet.
Wie sind die Benzinpreise auf der Insel?
Benzin auf Vancouver Island (besonders in abgelegenen Gegenden wie Tofino oder nördlich von Campbell River) ist deutlich teurer als auf dem Festland rund um Vancouver. Wir empfehlen, immer in größeren Städten wie Victoria oder Nanaimo vollzutanken, wo die Preise günstiger sind.
Kann man Wale und Orcas direkt vom Ufer aus sehen?
Gelegentlich ja, mit etwas Glück könnt ihr von den Stränden der Westküste in der Ferne die Wasserfontänen vorbeiziehender Wale entdecken. Wenn ihr aber auf Nummer sicher gehen und Orcas wirklich aus der Nähe sehen wollt (vor allem im Norden bei Telegraph Cove), lohnt sich definitiv eine professionelle Bootstour mit Guide.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!
