Spanien hat unzählige ikonische Reiseziele zu bieten – doch wer eine Destination sucht, die atemberaubende Geschichte mit authentischer lokaler Atmosphäre vereint, wird von Saragossa Spanien schlichtweg begeistert sein. Die fünftgrößte Stadt des Landes liegt strategisch günstig auf halbem Weg zwischen Madrid und Barcelona und ist damit ein idealer Zwischenstopp auf deiner Reise durch die Iberische Halbinsel. Saragossa ist eine Stadt, in der monumentale christliche Kathedralen auf elegante maurische Architektur treffen und unter den gepflasterten Straßen noch heute Überreste des antiken Roms schlummern. Die Atmosphäre ist unglaublich herzlich, die Straßen pulsieren vor Leben und die Tapas-Bars sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Zwar wirst du hier keine Touristenmassen wie in Andalusien antreffen, doch die Stadt schenkt dir Erlebnisse, an die du noch lange denken wirst. Ich habe einen ausführlichen Reiseführer für dich zusammengestellt, der dich durch die größten Schätze dieses aragonesischen Juwels führt.

Zusammenfassung
- Zwei beeindruckende Kathedralen: Saragossa rühmt sich gleich zweier majestätischer Gotteshäuser auf einem einzigen Platz – die berühmte Basílica del Pilar und die ältere Kathedrale La Seo.
- Halt des Hochgeschwindigkeitszugs AVE: Die Stadt liegt direkt an der Schnellbahnstrecke, sodass die Fahrt aus Madrid und Barcelona jeweils nur knapp über eine Stunde dauert.
- Römisches Erbe: Entlang der einzigartigen Route Caesaraugusta lassen sich antikes Theater, Forum und uralte Thermen erkunden.
- Maurischer Palast Aljafería: Das am weitesten nördlich gelegene Beispiel islamischer Architektur in Spanien steht der Alhambra in Granada in nichts nach.
- Geburtsregion von Francisco Goya: Der berühmte Maler wurde in der Nähe geboren – seine frühen Fresken und berühmten Druckgrafiken sind an mehreren Orten in der Stadt zu bewundern.
- Paradies für Tapas-Liebhaber: Das Viertel El Tubo bietet in seinen engen Gassen voller traditioneller Bars die besten kulinarischen Erlebnisse der ganzen Stadt.
Wann nach Saragossa reisen
Die geografische Lage der Stadt im Tal des Ebro beschert ihr ein recht raues Klima. Die Bewohner des spanischen Binnenlandes sagen mit einem Augenzwinkern, dass hier neun Monate Winter und drei Monate Hölle herrschen. Die Sommer in Saragossa sind tatsächlich glühend heiß – im Juli und August klettern die Temperaturen regelmäßig über 40 °C, was Stadtbesichtigungen zur echten Kraftprobe macht. Die Winter hingegen können überraschend kalt sein, befeuert durch den starken und eisigen Nordwestwind namens Cierzo.
Die beste Reisezeit ist daher eindeutig Frühling oder Herbst. Im April, Mai, September und Oktober erwarten dich angenehme Temperaturen zwischen 20 und 25 °C. Wer ein wirklich unvergessliches Erlebnis sucht, sollte die Reise auf die erste Oktoberhälfte legen. Dann findet nämlich das berühmte Festival Fiestas del Pilar statt, bei dem die Stadt in eine riesige Fiesta aus Blumen, Trachten, Musik und Tanz verwandelt wird. Beachte jedoch: Zu diesem Termin steigen die Unterkunftspreise auf ihr Maximum, und du musst Monate im Voraus buchen.
Wo übernachten in Saragossa
💡 Unterkunfts- und Aktivitäten-Tipp: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo die Stornobedingungen meist am besten sind. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.
Saragossa ist eine Stadt, die zum Erkunden zu Fuß einlädt – daher solltest du unbedingt in der Altstadt (Casco Antiguo) übernachten. So hast du alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sowie das Abendleben im Viertel El Tubo bequem zu Fuß erreichbar. Wenn du mit dem Auto anreist, achte auf die Umweltzonen (ZBE), die spanische Städte nach und nach einführen. Die Einfahrt ins Zentrum kann für nicht registrierte Fahrzeuge mit Bußgeldern verbunden sein – praktischer ist es, mit dem Zug anzureisen oder das Auto an einem Park-and-Ride-Parkplatz abzustellen. Ab Deutschland bieten Eurowings und Lufthansa Direktflüge nach Saragossa an, oder du reist bequem mit dem Zug über Madrid oder Barcelona weiter.
Eine hervorragende Wahl ist das Hotel Catalonia El Pilar, das in einem wunderschönen Jugendstilgebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert untergebracht ist. Es liegt nur wenige Schritte vom Hauptplatz entfernt und bietet eine perfekte Kombination aus historischem Charme und modernem Komfort. Eine weitere ausgezeichnete Alternative ist das INNSiDE by Meliá Zaragoza mit stilvollen Zimmern und einem fantastischen Dachpool mit Stadtblick. Beide Unterkünfte lassen sich bequem über Booking.com buchen, wo du auch günstige Angebote für Aufenthalte außerhalb der Saison findest.
15 Tipps – Was sehen und erleben in Saragossa, Spanien
Saragossa verbirgt so viele faszinierende Orte, dass dir hier garantiert keine Minute langweilig wird. Ich habe fünfzehn konkrete Tipps für dich zusammengestellt, mit denen du die größten Schätze dieser uralten Stadt entdeckst.
1. Basílica del Pilar und Goyas Fresken
Dieser monumentale Barockdom erhebt sich am Ufer des Ebro und bildet das absolut unverwechselbare Wahrzeichen der ganzen Stadt. Der Legende nach erschien an genau dieser Stelle die Jungfrau Maria dem Apostel Jakobus und hinterließ ihm einen Jaspisstein (pilar), um den herum die Basilika nach und nach erbaut wurde. Im Inneren kannst du diese heilige Säule sehen, auch wenn sie größtenteils von einem Schmuckmantel bedeckt ist, dessen Farbe sich nach dem liturgischen Kalender ändert.
Vergiss beim Besuch des Innenraums nicht, den Kopf zu heben. An den Gewölben und Kuppeln befinden sich nämlich atemberaubende Fresken des berühmten Francisco Goya, der hier einige seiner frühen Meisterwerke hinterlassen hat. Die Basilika birgt noch eine weitere Kuriosität: zwei nicht explodierte Fliegerbomben aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Sie hängen noch heute an einem der Pfeiler als Erinnerung an ein Wunder – obwohl sie das Dach durchschlugen, detonierte keine von beiden.
💡 Tipp: Kaufe dir ein Ticket für den Aufzug in einen der Türme der Basilika. Für wenige Euro gelangst du auf eine Aussichtsplattform, von der sich der absolut beste Blick auf die bunten Kuppeln des Tempels und den mäandernden Ebro eröffnet.
2. Kathedrale La Seo (Catedral del Salvador)

Obwohl die Basílica del Pilar die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, hat Saragossa auf demselben Platz noch eine zweite Kathedrale, die mindestens genauso faszinierend ist. La Seo wurde an der Stelle der früheren Hauptmoschee erbaut und ihre Architektur ist ein unglaublicher Mix verschiedener Stile. Du findest hier romanische, gotische, renaissance, barocke und mudejarische Elemente. Genau dieser Mudéjar-Stil, der islamische geometrische Muster mit christlicher Architektur verbindet, brachte der Kathedrale einen Eintrag auf die UNESCO-Welterbeliste.
Bei der Außenbesichtigung fällt sofort die nordwestliche Fassade ins Auge. Ihr Backsteinmauerwerk ist reich mit bunten Keramikfliesen verziert, die komplexe geometrische Muster bilden. Das Innere der Kathedrale wirkt sehr dunkel und majestätisch, wobei der riesige gotische Alabasteraltar die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht.
💡 Tipp: Im Eintrittspreis der Kathedrale ist auch der Eintritt in das Teppichmuseum (Museo de Tapices) enthalten. Die Sammlung flämischer Wandteppiche aus dem 15. bis 17. Jahrhundert gehört zu den wertvollsten der Welt und ihre Detailarbeit raubt einem buchstäblich den Atem.
3. Maurischer Palast Aljafería

Wer schon immer von der Alhambra in Granada geträumt hat, aber nicht ganz bis in den Süden Spaniens reisen möchte, wird von der Aljafería absolut bezaubert sein. Dieser befestigte Palast aus dem 11. Jahrhundert ist das bedeutendste Bauwerk islamischer Architektur in Nordspanien. Ursprünglich diente er als Sommerresidenz der muslimischen Herrscher, später nutzten ihn die Katholischen Könige und sogar die gefürchtete spanische Inquisition.
Gleich beim Betreten des Innenhofs Santa Isabel wähnst du dich in Tausendundeiner Nacht. Ein Garten voller Orangenbäume und plätschernder Brunnen wird von Arkaden mit fein wie Spitze geschnitzten Bögen gesäumt. Die späteren christlichen Anbauten – insbesondere der Thronsaal der Katholischen Könige mit seiner wunderschönen Kassettendecke – verleihen dem Palast eine weitere Schicht fesselnder Geschichte.
💡 Tipp: Der Palast dient heute als Sitz des aragonesischen Parlaments, daher immer vorab die Öffnungszeiten prüfen. Der Eintrittspreis ist sehr günstig, und sonntags vormittags ist der Eintritt sogar kostenlos.
4. Römisches Theater (Teatro Romano de Caesaraugusta)
Saragossa wurde von Kaiser Augustus gegründet, und sein ursprünglicher lateinischer Name Caesaraugusta hat sich über die Jahrhunderte zur heutigen Form gewandelt. Das Erbe des antiken Roms ist hier noch deutlich spürbar, und das beeindruckendste Denkmal dieser Epoche ist zweifellos das römische Theater. Es wurde erst 1972 bei ganz gewöhnlichen Ausgrabungsarbeiten entdeckt.
Zu seiner Blütezeit war es ein gigantisches Bauwerk, das bis zu 6.000 Zuschauer fasste und damit eines der größten Theater der gesamten Hispania war. Heute kannst du die freigelegten Grundmauern von Zuschauerrängen und Bühne von erhöhten Stegen aus betrachten. Zum Areal gehört auch ein modernes Museum, in dem interaktive Modelle und archäologische Funde viel über das damalige Kulturleben verraten.
💡 Tipp: Wenn du mehrere römische Stätten besuchen möchtest, lohnt sich der Kauf eines Kombitickets (Bono 4 Museos). Damit erhältst du Zugang nicht nur zum Theater, sondern auch zum Forum, zu den Flussbädern und zum Hafen.
5. Forum und Herz der antiken Stadt (Museo del Foro)

Die nächste Station auf der Römerroute ist das Forumsmuseum, das sich direkt unter dem Platz La Seo im Untergeschoss verbirgt. Das Forum war das pulsierende Herz jeder römischen Stadt, und Caesaraugusta bildete da keine Ausnahme. Hier spielte sich das gesamte politische, religiöse und wirtschaftliche Leben der damaligen Gesellschaft ab.
Im abgedunkelten unterirdischen Raum kannst du Überreste des ursprünglichen Pflasters, von Entwässerungskanälen und Fundamenten antiker Läden besichtigen. Die Atmosphäre wird durch audiovisuelle Projektionen eindrucksvoll ergänzt, die Szenen aus dem Alltag direkt auf die uralten Mauern werfen. Es ist faszinierend zu begreifen, dass man über dieselben Steine läuft wie römische Händler vor zweitausend Jahren.
💡 Tipp: Die Besichtigung des Forums dauert nicht mehr als eine Stunde, passt also gut ins Programm zwischen dem Besuch der beiden Kathedralen, die buchstäblich nur wenige Meter über deinem Kopf stehen.
6. Flusshafen und antike Thermen
Saragossa verdankte seinen Reichtum vor allem dem Ebro, der als wichtigste Handelsader der Region diente. Im Museum des Flusshafens (Museo del Puerto Fluvial) entdeckst du Überreste antiker Docks und riesiger Amphoren, in denen Wein, Öl und Getreide transportiert wurden. Du erfährst faszinierende Details über die antike Schifffahrt und das ausgeklügelte System, das die Römer errichtet hatten.
Nur ein Stück weiter befindet sich das Museum der öffentlichen Thermen (Museo de las Termas Públicas). Obwohl von dem ursprünglichen Komplex nur Fragmente der Becken und Heizsysteme erhalten sind, vermittelt die Ausstellung einen lebendigen Eindruck von der römischen Bade- und Entspannungskultur. Die Thermen dienten nicht nur der Körperpflege, sondern waren vor allem gesellschaftliche Treffpunkte, an denen Politik besprochen und Geschäfte abgeschlossen wurden.
💡 Tipp: Diese beiden kleineren Museen werden oft übersehen, weshalb du hier kaum Warteschlangen antreffen wirst. Sie bieten eine ruhige Auszeit vor der Mittagssonne und ergänzen das Gesamtbild des Lebens in der Römerzeit hervorragend.
7. Die Steinerne Brücke über den Ebro (Puente de Piedra)
Den schönsten Blick auf die Stadt bekommst du bei einem Spaziergang über die historische Steinerne Brücke. Dieses Ingenieursmeisterwerk stammt aus dem 15. Jahrhundert und war jahrhundertelang die einzige feste Verbindung zwischen den beiden Ufern des wilden Ebro. An beiden Enden der Brücke werden Bronzelöwen als Wächter aufgestellt, die das uralte Wappentier Saragossas darstellen.
Von der Mitte der Brücke aus gelingen die ikonischsten Fotos. Der Blick auf die endlose Reihe der Kuppeln der Basílica del Pilar, die sich im Fluss spiegeln, ist schlicht magisch. Das schönste Licht herrscht kurz vor Sonnenuntergang, wenn die gesamte Szenerie in warmes Goldlicht getaucht wird.
💡 Tipp: Nimm dir Zeit für einen Spaziergang entlang der Uferpromenade in Richtung der moderneren Puente de Santiago. So ergeben sich weitere tolle Perspektiven für Fotos, und du genießt die ruhigere Atmosphäre abseits des Hauptverkehrs.
8. Goya-Museum (Museo Goya)

Francisco Goya, einer der bedeutendsten spanischen Maler, wurde im kleinen Dorf Fuendetodos unweit von Saragossa geboren. Die Stadt ist zurecht stolz auf ihren berühmten Sohn und hat ihm ein schönes Museum in einem Renaissancepalast aus dem 16. Jahrhundert gewidmet. Das Museo Goya beherbergt die vollständige Sammlung seiner berühmten Druckgrafikzyklen, die den Höhepunkt seines Schaffens darstellen.
Während das Prado in Madrid vor allem seine großen Gemälde zeigt, taucht man hier tiefer in die Gedankenwelt des Malers ein. Der Zyklus „Die Schrecken des Krieges“ (Los Desastres de la Guerra) zeigt das dunkle, rohe und kompromisslose Gesicht menschlichen Leidens, während die „Launen“ (Los Caprichos) die damalige spanische Gesellschaft scharf satirisieren. Die Grafiken sind in gedämpftem Licht ausgestellt, um sie vor Schäden zu schützen, was der Ausstellung eine sehr intime Atmosphäre verleiht.
💡 Tipp: In der Hochsaison Tickets am besten vorab kaufen. Das Museum verleiht auch hervorragende Audioguides, die dir helfen, die verborgenen Bedeutungen und die Symbolik in Goyas düsteren Visionen zu entschlüsseln.
9. Markthalle (Mercado Central)
Wer den echten Rhythmus einer spanischen Stadt aufsaugen möchte, muss den lokalen Markt besuchen. Der Mercado Central in Saragossa residiert in einem wunderschönen Jugendstilgebäude von 1903, das kürzlich behutsam renoviert wurde. Die eiserne Konstruktion voller verglaster Fenster und schmückender Details erinnert an die berühmten Pariser Markthallen der Jahrhundertwende.
Drinnen erwartet dich eine Explosion der Farben und Düfte. Einheimische kommen hierher, um frisches Obst, Gemüse, Käse, Oliven und Backwaren zu kaufen. Während sich viele Stände auf traditionelles Trockenfleisch und frischen Fisch spezialisieren, findest du hier auch jede Menge großartige vegetarische Optionen. Ich empfehle unbedingt, bei den Ständen mit lokalem Käse aus Aragón vorbeizuschauen und ein paar Vorräte für ein abendliches Picknick mitzunehmen.
💡 Tipp: Der Markt dient nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zur schnellen Stärkung. In der Mitte findest du mehrere Tapas-Bars, wo du einen guten Kaffee, frisches Gebäck oder eine Portion der beliebten Kartoffeltortilla genießen kannst.
10. Das geheimnisvolle Patio de la Infanta
Dieser Ort ist das perfekte Beispiel für einen verborgenen Schatz, von dem die meisten Touristen nicht einmal wissen. Das Patio de la Infanta ist ein wunderschöner Renaissancehof, der sich paradoxerweise im Inneren eines modernen Verwaltungsgebäudes der Bank Ibercaja befindet. Ursprünglich war er Teil eines Palastes aus dem 16. Jahrhundert, doch nach dessen Abriss wurde der Hof abgebaut, nach Frankreich verkauft und erst Mitte des 20. Jahrhunderts nach Saragossa zurückgebracht.
Die Architektur des Hofes ist absolut einzigartig. Die Säulen sind reich mit Reliefs astrologischer und mythologischer Motive verziert, die auf die damalige Faszination für den Kosmos und hermetische Lehren verweisen. Der Kontrast zwischen dem modernen Glasatrium der Bank und dem alten, fein gearbeiteten Stein schafft ein unvergessliches visuelles Erlebnis.
💡 Tipp: Der Hof ist gegen einen symbolischen Eintrittspreis öffentlich zugänglich, du musst jedoch durch den normalen Bankeingang. Lass dich nicht von der nüchternen Eingangshalle abschrecken – der eigentliche Schatz wartet gleich um die Ecke.
11. Seilbahn und das Expo-2008-Gelände

Im Jahr 2008 war Saragossa Gastgeber der Weltausstellung Expo zum Thema Wasser und nachhaltige Entwicklung. Dank dieser Veranstaltung entstand am Stadtrand ein völlig neues, futuristisches Viertel voller gewagter moderner Architektur. Auch wenn das Gelände heute nicht mehr so belebt ist wie zu Zeiten der Ausstellung, lohnt sich ein Spaziergang allemal.
Das größte Highlight ist die hängende Seilbahn (Telecabina), die dich über den Ebro trägt und fantastische Blicke auf die modernen Pavillons bietet. Das Wahrzeichen des gesamten Areals ist der Wasserturm (Torre del Agua), eine gigantische verglaste Konstruktion in Form eines Wassertropfens. Das gesamte Gelände wird von dem weitläufigen Wasserpark Luis Buñuel umgeben, ideal für eine entspannte Nachmittagspause.
💡 Tipp: Das Expo-Gelände ist recht weitläufig und in den Sommermonaten fehlt es an Schatten. Am besten besuchst du es daher am späten Nachmittag, wenn die futuristischen Gebäude wunderschön von der untergehenden Sonne angestrahlt werden.
12. Abendliche Tapas-Tour im Viertel El Tubo
Kein Spanienbesuch wäre vollständig ohne eine abendliche Tour durch die Tapas-Bars, und in Saragossa ist dafür das berühmte Viertel El Tubo der perfekte Ort. Dieses Netz enger, gewundener Gassen im historischen Zentrum erwacht Schlag acht Uhr abends zum Leben. Das Prinzip ist einfach: Bleib nicht in einer einzigen Kneipe, trink ein Gläschen, hol dir ein oder zwei Tapas und zieh dann ein Haus weiter.
Saragossa ist bekannt für seine herzhaften Gerichte und den traditionellen TrockenSchinken Jamón, den man in fast jeder Bar hängen sieht. Wer fleischlos isst, ist hier ebenfalls bestens aufgehoben. Unbedingt in die Bar Champi gehen, die sich auf eine einzige Spezialität spezialisiert hat – perfekt gegrillte Champignons auf einem Spießchen, beträufelt mit Knoblauchöl. Eine absolute Delikatesse. Dazu empfehle ich klassische patatas bravas mit scharfer Soße oder erfrischende pimientos de Padrón.
💡 Tipp: Seit 2022 sind spanische Restaurants gesetzlich verpflichtet, Leitungswasser kostenlos anzubieten. Zögere nicht, nach „un vaso de agua del grifo“ zu fragen – so bekommst du eine kostenlose Erfrischung zu deinem Wein.
13. Plaza del Pilar

Das Herz von Saragossa ist der riesige Plaza del Pilar, den die Einheimischen liebevoll „El Salón de la Ciudad“ (Wohnzimmer der Stadt) nennen. Es handelt sich um einen der größten Fußgängerplätze ganz Europas, und seine Weitläufigkeit ist wirklich beeindruckend. Auf der einen Seite wird er von beiden Kathedralen eingerahmt, auf der anderen vom historischen Rathaus und dem Renaissancebau der Börse (La Lonja).
Am westlichen Ende des Platzes sticht ein besonderes Wasserspiel ins Auge – der Hispanitätsbrunnen (Fuente de la Hispanidad). Er wurde zu Ehren der Entdecker errichtet, und sein kaskadierender Wasserfall erinnert aus der Ferne genau an die Form der Karte Lateinamerikas. Der Platz ist stets belebt mit Menschen, Straßenkünstlern und spielenden Kindern, was ihm eine fantastische, entspannte Atmosphäre verleiht.
💡 Tipp: Wer das ikonische Foto mit dem Schriftzug ZARAGOZA möchte, findet ihn direkt in der Mitte des Platzes. Sei aber darauf vorbereitet, dass für den perfekten Schnappschuss eventuell eine kurze Wartezeit nötig ist.
14. Museum Pablo Gargallo
Saragossa versteht es meisterhaft, klassische Geschichte mit moderner Kunst zu verbinden, und das Museum Pablo Gargallo ist der perfekte Beweis dafür. Dieser Avantgarde-Bildhauer war Zeitgenosse und Freund von Pablo Picasso und wurde vor allem durch seine innovativen Skulpturen aus Schmiedeeisen und Bronze berühmt. Er verstand es, mit dem leeren Raum so geschickt umzugehen, dass seine Werke unglaublich leicht und dynamisch wirken.
Das Museumsgebäude selbst, der Palacio de los Condes de Argillo, ist ein Meisterwerk der Spätrenaissance. Der Kontrast zwischen den modernen, kubistisch anmutenden Skulpturen und dem historischen Innenhof mit massiven Steinsäulen funktioniert absolut perfekt. In der Mitte des Hofes steht eine von Gargallos bekanntesten Skulpturen, der Große Prophet, der sofort durch seine Monumentalität beeindruckt.
💡 Tipp: Das Museum gehört zu den ruhigeren Sehenswürdigkeiten, hier kannst du dem Stadttrubel leicht entfliehen. Außerdem ist der Eintritt am ersten Sonntag im Monat kostenlos.
15. Grüne Oase im Park José Antonio Labordeta
Wenn du von gepflasterten Straßen und historischen Gebäuden eine Pause brauchst, zieht es dich in den Park José Antonio Labordeta, den die Einheimischen schlicht Parque Grande nennen. Dieses weitläufige Grüngebiet im Süden der Stadt ist ein beliebtes Refugium für Familien, Jogger und alle, die im Schatten Abkühlung suchen, besonders an heißen Sommertagen.
Durch den Park ziehen sich breite Alleen mit alten Platanen, dazu gibt es einen schönen botanischen Garten und mehrere Cafés. Unbedingt die monumentale Treppe hinaufsteigen zur Statue von König Alfons I. dem Kämpfer. Von dieser erhöhten Terrasse aus eröffnet sich ein herrlicher Blick über den gesamten Park und die lange Promenade mit Brunnen, die abends bunt angestrahlt werden.
💡 Tipp: Der Park ist so riesig, dass es sich lohnt, ein Fahrrad oder ein Vierrad-Trettfahrzeug für die Erkundung auszuleihen. Die Verleihstationen befinden sich direkt am Haupteingang – ein großer Spaß für Gruppen oder Familien mit Kindern.
Wohin weiter ab Saragossa
Dank seiner strategischen Lage ist Saragossa ein idealer Ausgangspunkt für weitere Erkundungen Spaniens. Wie bereits erwähnt, bringen dich die Hochgeschwindigkeitszüge AVE im Handumdrehen in andere Großstädte.
- Nach Osten ans Meer: In etwa anderthalb Stunden erreichst du per Zug die katalanische Metropole. Lies unseren ausführlichen Artikel darüber, was du in Barcelona sehen kannst. Wer nach sonnigen Stränden und Paella sucht, findet etwas weiter südlich das wunderbare Valencia.
- Nach Westen ins Zentrum: In die entgegengesetzte Richtung bringt dich der Schnellzug direkt ins Herz des Landes. Lass dich von unserem Reiseführer für Madrid inspirieren und entdecke königliche Paläste und Kunstsammlungen. Ganz in der Nähe der Hauptstadt liegen außerdem die historischen Perlen Toledo und Segovia mit seinem römischen Aquädukt.
- Nach Norden zu den Gourmets: Wenn du ein Auto hast, lohnt sich ein Abstecher in den Norden ins Baskenland. Städte wie Bilbao und San Sebastián sind der absolute kulinarische Höhepunkt ganz Spaniens. Wer Berge liebt, sollte außerdem den wunderschönen Nationalpark Picos de Europa nicht verpassen.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich ein Besuch in Zaragoza?
Auf jeden Fall. Im Gegensatz zum überlaufenen Barcelona oder Madrid hat sich Zaragoza eine sehr authentische spanische Atmosphäre bewahrt. Die Stadt bietet erstklassige Sehenswürdigkeiten von römischen Ausgrabungen über maurische Paläste bis hin zu barocken Kathedralen – und das alles mit nur wenigen ausländischen Touristen.
Wie viele Tage brauche ich für Zaragoza?
Für die wichtigsten Highlights reicht ein vollgepackter Tag, aber ich empfehle euch, zwei Tage für die Stadt einzuplanen. So habt ihr genug Zeit für einen entspannten Museumsbesuch, könnt die abendliche Atmosphäre in den Tapas-Bars genießen und müsst euch nirgendwohin hetzen.
Wie funktioniert die Zugverbindung von Madrid und Barcelona?
Die Stadt liegt an der Haupthochgeschwindigkeitsstrecke (Züge AVE, Ouigo, Iryo). Die Fahrt von beiden Metropolen dauert etwa 1 Stunde und 15 Minuten. Ich empfehle euch, die Tickets rechtzeitig online zu kaufen – dank der Marktliberalisierung lassen sich richtig gute Preise finden.
Kann man in Zaragoza bedenkenlos Leitungswasser trinken?
Ja, das Leitungswasser ist absolut sicher und trinkbar. Außerdem sind spanische Restaurants seit 2022 verpflichtet, ihren Gästen zum Essen kostenlos Leitungswasser anzubieten – also zögert nicht, danach zu fragen.
Gibt es in Tapas-Bars auch vegetarische Gerichte?
Auch wenn die aragonesische Küche ziemlich fleischlastig ist, müsst ihr als Vegetarier hier definitiv nicht hungern. In jeder Bar bekommt ihr die klassische Kartoffel-Tortilla, Patatas Bravas, gegrillte Champignons, Pimientos de Padrón oder Käsekroketten.
Wann ist die beste Reisezeit?
Am idealsten sind Frühling (April, Mai) und Herbst (September, Oktober), wenn angenehme Temperaturen herrschen. Im Sommer verwandelt sich die Stadt in einen Glutofen mit Temperaturen über 40 °C, im Winter kann der kalte Wind ziemlich unangenehm werden. Im Oktober finden die Fiestas del Pilar statt, was ein großartiges Erlebnis ist – allerdings sind die Unterkünfte dann sehr teuer.
Wie komme ich vom Bahnhof Zaragoza-Delicias ins Zentrum?
Der Bahnhof Delicias ist ziemlich weitläufig und liegt etwas außerhalb der Altstadt. Am einfachsten sind die Stadtbusse (Linien 34 oder 51), die euch in etwa 15 Minuten direkt zur Basílica del Pilar bringen. Alternativ könnt ihr auch die überall verfügbaren Taxis nutzen.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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