Sass Pordoi, Dolomiten Italien: 10 Tipps – was sehen & erleben

Wenn du eine Reise in die Dolomiten Italien planst, wirst du früher oder später auf Fotos des Sass Pordoi stoßen – einem majestätischen, flachen Felsplateau, das aussieht wie aus einem Science-Fiction-Film über die Mondlandschaft ausgeschnitten. Die italienischen Dolomiten sind voll unglaublicher Naturwunder, aber der Sass Pordoi nimmt unter ihnen eine absolut herausragende Stellung ein. Es ist eines jener Orte, die du einfach kennen und in deinen Reiseplan aufnehmen musst, wenn du echte Hochgebirgsatmosphäre erleben willst – ohne professioneller Bergsteiger sein zu müssen.

Sass Pordoi ist eines jener Dolomiten-Ziele, das man einfach nicht überspringen darf. Es ist eine Destination, die den Begriff „Seilbahn-Dolomiten“ geradezu definiert – und wir selbst sind mit der Seilbahn ganz nach oben auf die Terrasse gefahren, noch zu der Zeit, als unser Hund Kája unser einziger Reisebegleiter war. Wir haben alle aktuellen Informationen für euch zusammengestellt, damit ihr das Ausflugsziel maximal genießen könnt.

Und jetzt zum Wesentlichen: Ich habe 10 Tipps für euch vorbereitet, was es hier zu sehen und zu erleben gibt. Vom Aufstieg zum Dreitausender Piz Boè über legendäre Aussichtspunkte bis hin zu dem Grund, warum ihr die Drohne besser zuhause lassen solltet. 😉 Außerdem gebe ich euch Empfehlungen zu Unterkunft und Seilbahn.

Blick aus der Seilbahn auf das Tal und die Bergstraßen am Passo Pordoi
Blick aus der Seilbahn auf das Tal und die Bergstraßen am Passo Pordoi

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Wo liegt es: Sass Pordoi (2.950 m ü. M.) ist ein Felsplateau in der Sellagruppe, an der Grenze zwischen den italienischen Provinzen Trentino und Belluno.
  • Wie kommt man hin: Am einfachsten vom Gebirgspass Passo Pordoi (2.239 m ü. M.) aus, von wo eine Seilbahn direkt zum Gipfel fährt. Die Fahrt dauert etwa 3 Minuten.
  • Für wen ist es geeignet: Für absolut jeden. Die Gondel bringt euch nach oben, und auf der Aussichtsplattform könnt ihr gemütlich einen Kaffee trinken und die Aussicht genießen – ohne einen einzigen Schweißtropfen.
  • Hauptziel: Aufstieg zum nahegelegenen Gipfel Piz Boè (3.152 m ü. M.) – einer der zugänglichsten Dreitausender der gesamten Alpen.
  • Achtung mit Drohnen: In der Region gilt ein absolutes Flugverbot für Drohnen, und die Bußgelder können bis zu 3.000 Euro betragen.

Was ist Sass Pordoi – und was ist die Terrasse der Dolomiten?

Lass uns zunächst etwas genauer erklären, über welchen Ort wir hier eigentlich reden – denn Sass Pordoi ist kein gewöhnlicher Berggipfel, auf den man sich den ganzen Tag durch dichten Wald hochkämpft. Stell dir einen riesigen Felsblock vor, der aus den umliegenden grünen Tälern hervorragt wie eine mittelalterliche Riesenburgruine.

Blick vom Hochplateau des Sass Pordoi (Terrasse der Dolomiten) auf die umliegenden Gipfel
Blick vom Hochplateau des Sass Pordoi (Terrasse der Dolomiten) auf die umliegenden Gipfel (Foto: Son of Groucho, CC BY 2.0, Wikimedia Commons)

Sass Pordoi bildet den südlichsten Ausläufer des Sellamassivs – ein faszinierendes geologisches Gebilde. Anders als die spitzen, scharfen Türme, die wir etwa aus dem Bereich der Tre Cime kennen, hat die Sellagruppe die Form eines riesigen Tafelbergs. Oben erwartet euch eine scheinbar endlose Mondlandschaft aus hellem Gestein und Geröll, wo keine Bäume wachsen und man sich vollständig von der Zivilisation unten im Tal abgeschnitten fühlt.

Dem Gipfelplateau des Sass Pordoi wird der Beiname „Terrasse der Dolomiten“ gegeben – und sobald man dort oben ist, versteht man sofort warum. Auf 2.950 Metern über dem Meeresspiegel hat man das Gefühl, auf dem Dach der Welt zu stehen. Das Gelände ist oben relativ flach, sodass man gefahrlos am Rand dieser gigantischen Terrasse entlangspazieren und die umliegenden Gipfel bis zum Horizont beobachten kann. Es ist ein äußerst beliebtes Ziel für eingefleischte Bergfans ebenso wie für Familien mit Kindern, denn die große Seilbahn überwindet die Höhenunterschiede in wenigen Minuten.

Beste Reisezeit und Anreise zum Sass Pordoi

Wer eine Reise nach Italien plant und überlegt, wann der beste Zeitpunkt für einen Besuch dieser Bergikone ist, muss bedenken, dass auf fast 3.000 Metern Höhe das ganze Jahr über ein recht raues Klima herrscht. Hier findet ihr eine vollständige Übersicht der Jahreszeiten und Anreisemöglichkeiten, damit ihr vor Ort nicht ratlos vor einer geschlossenen Seilbahn steht.

Ideale Jahreszeit für einen Besuch

Für klassische Wandertouren und das Genießen der Aussicht ist der Zeitraum von Ende Juni bis Mitte September ideal. In dieser Zeit liegt auf dem Plateau am wenigsten Schnee und alle Berghütten haben geöffnet. Allerdings solltet ihr den August – besonders die Woche rund um Ferragosto (2026 fällt das auf den 11. bis 18. August) – meiden. Ganz Italien hat dann Urlaub, die Dolomiten platzen aus allen Nähten, und ihr riskiert endlose Schlangen an der Seilbahn und ein Gedränge an den Aussichtspunkten.

Der Herbst, vor allem Ende September und Oktober, ist fantastisch für Fotografen, weil die Luft klarer und der Himmel stabiler ist – allerdings muss man mit kühlem Wind und erstem Schnee rechnen. Im Winter gehört das Gebiet dann natürlich den Skifahrern, denn die gesamte Region ist Teil des riesigen Skiverbunds Dolomiti Superski und des berühmten Sellaronda-Rundkurses.

Mit der Seilbahn in den Himmel

Der einfachste und mit Abstand beliebteste Weg nach oben ist die Sass Pordoi Seilbahn. Ihre Talstation liegt direkt am Gebirgspass Passo Pordoi (auf 2.239 m Höhe). Wenn ihr in euer Navi „funivia Sass Pordoi stazione a valle“ eingebt, werdet ihr direkt zum großen Parkplatz an der Talstation geführt.

Gondelseilbahn Funivia Sass Pordoi vom Passo Pordoi hinauf zum Plateau
Gondelseilbahn Funivia Sass Pordoi vom Passo Pordoi hinauf zum Plateau (Foto: Adert, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons)

Die Fahrt in der Hängeseilbahn ist ein gewaltiges Erlebnis: Man steigt steil entlang einer senkrechten Felswand ohne jegliche Zwischenstützen empor. Die Fahrt dauert knapp drei Minuten, in denen ihr über 700 Höhenmeter überbrückt. Was die Tickets betrifft, variiert der Preis der Sass Pordoi Seilbahn jährlich leicht – aktuell solltet ihr mit rund 28 € für eine einfache Fahrt und etwa 39 € für eine Hin- und Rückfahrt rechnen. Tickets können vor Ort gekauft werden, in der Hochsaison empfehle ich jedoch den Online-Kauf, um lange Kassenwartezeiten zu vermeiden.

Mit dem Auto zum Passo Pordoi

Zur Talstation der Seilbahn muss man zunächst entweder mit dem Auto oder mit lokalen Bussen anreisen. Der Passo Pordoi verbindet das Städtchen Canazei im Val di Fassa mit dem Ort Arabba. Von Canazei aus dauert die Fahrt auf der herrlich kurvenreichen Serpentinenstraße etwa 20 Minuten – der Kopf dreht sich vielleicht ein wenig, aber die Ausblicke unterwegs sind es absolut wert.

Wohnmobil auf dem Gebirgspass Passo Pordoi geparkt
Wohnmobil auf dem Gebirgspass Passo Pordoi geparkt

Direkt am Pass gibt es mehrere Parkplätze. Das Parken ist kostenpflichtig (ein Tagesstellplatz kostet etwa 8 €), und besonders im Juli und August solltet ihr wirklich früh morgens ankommen – idealerweise vor neun Uhr –, sonst riskiert ihr, keinen Parkplatz zu finden und kilometerweit am Straßenrand zu parken.

Wer die Dolomiten: vollständiger Reiseführer erkunden möchte, findet am Passo Pordoi einen ausgezeichneten Ausgangspunkt. Und wer nicht mit dem eigenen Auto nach Italien fährt: Wir haben seit Jahren gute Erfahrungen mit DiscoverCars, das wir weltweit nutzen.

Wo übernachten beim Besuch des Sass Pordoi

Die Wahl der richtigen Unterkunft ist in den Dolomiten absolut entscheidend – obwohl die Entfernungen auf der Karte gering aussehen, kann das Fahren über Gebirgspässe viel Zeit kosten. Damit ihr möglichst nah am Sass Pordoi seid und gleich nach dem Frühstück als Erste an der Seilbahn stehen könnt, empfehle ich eine Unterkunft in einem der drei strategischen Gebiete rund ums Sellamassiv.

Canazei und Val di Fassa

Dieses Tal ist wohl die praktischste und lebendigste Wahl. Canazei ist ein wunderschönes, typisch alpines Städtchen mit vielen ausgezeichneten Restaurants, Outdoor-Ausrüstungsläden und angenehmen Cafés. Von Canazei aus seid ihr in etwa 20 Minuten mit dem Auto am Passo Pordoi. Das Tal ist außerdem gut an andere Touristenziele angebunden und bietet ein breites Übernachtungsangebot – von Luxus-Wellnesshotels bis hin zu preiswerten Apartments.

Unser Tipp für einen wirklich komfortablen Aufenthalt mit hervorragender Küche und schönem Design ist das Hotel Locanda degli Artisti. Wer lieber einen soliden Mittelklassestandard zum vernünftigen Preis bevorzugt, sollte sich das Albergo Alla Rosa direkt im Ortszentrum ansehen. Eine Woche für zwei Personen in Canazei in der Hauptsaison kostet je nach Halbpensions- und Wellnessoptionen ungefähr 1.000 bis 1.600 €.

Arabba

Während Canazei sehr lebendig ist, ist Arabba auf der anderen Seite des Passes deutlich ruhiger und etwas kleiner. Im Winter ist es ein absolutes Paradies für Skifahrer, denn von hier aus führt der kürzeste Weg zum Marmolada-Gletscher – im Sommer hingegen herrscht eine unglaubliche Ruhe und Beschaulichkeit. Die Fahrt von Arabba zum Passo Pordoi dauert mit dem Auto etwa 15 herrlich kurvenreiche Minuten.

Die Unterkunft ist hier etwas günstiger als im Val di Fassa. Ein wunderbares Alpinerlebnis bietet zum Beispiel das familiengeführte Hotel Evaldo, wo man sich nach der Wanderung in den Whirlpool legen und den Sonnenuntergang über den umliegenden Gipfeln beobachten kann.

Selva di Val Gardena (Wolkenstein)

Eine dritte, hervorragende Möglichkeit ist eine Unterkunft am nördlichen Rand des Sellamassivs, im bekannten Grödnertal. Selva – auf Deutsch Wolkenstein, denn hier hört man eher Deutsch als Italienisch – ist ein exklusiverer Resort, was sich leider sofort in den Preisen bemerkbar macht. Lukáš würde sagen, alles sei hier „ein Drittel teurer aus Prinzip“ – und er läge damit nicht ganz falsch. 😅 Zum Passo Pordoi fährt man von hier etwa 30 bis 40 Minuten über den Sellajoch (Passo Sella), was für sich genommen schon eine atemberaubend schöne Fahrt ist.

Für Liebhaber absoluten Komforts empfehlen wir das wunderbare Boutique Hotel Nives, das mit Spitzengastronomie begeistert.

10 Tipps: Was sehen und erleben auf Sass Pordoi und Umgebung

Sass Pordoi und seine Umgebung ist definitiv kein Ort für einen bloßen halbstündigen Stopp. Dieser Teil der Dolomiten bietet Aktivitäten für mehrere Tage – sowohl für Liebhaber einfacher Spaziergänge als auch für begeisterte Kletterer. Hier sind meine Top 10 – von Dingen, die man problemlos in Sandalen erledigen kann, bis hin zu Adrenalin, nach dem die Arme noch drei Tage wehtun. 😁

1. Panoramaterrasse: 360 Grad Perfektion

Pordoijoch / Passo Pordoi Panoramablick
Foto: Aconcagua / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Kaum verlässt man die obere Seilbahnstation, befindet man sich schon auf der Terrasse der Dolomiten. Keinen einzigen Schritt muss man extra gehen, um einen Ausblick zu haben, den man wahrscheinlich sein Leben lang nicht vergisst. Rund um den gesamten Felsrand führen gut gesicherte Steinwege und Aussichtsplattformen.

Von hier aus sieht man bei klarem Wetter nahezu alle bedeutenden Dolomitengruppen. Direkt gegenüber erhebt sich die verschneite Königin der Dolomiten, die Marmolada, bei guter Sicht reicht der Blick bis zu den ikonischen Tre Cime di Lavaredo, und auch die monumentalen Wände von Pelmo, Civetta oder die Catinaccio-Gruppe (Rosengarten) sind klar erkennbar.

Hier einfach eine Stunde lang zu beobachten und zu fotografieren ist die absolute Grundvoraussetzung für jeden Besuch. Vergess auf keinen Fall eine Windjacke einzupacken, denn auf diesem exponierten Plateau pfeift ein eisiger Wind, auch wenn es unten im Tal hochsommerlich heiß ist.

2. Rifugio Maria und Rifugio Sass Pordoi: Mittagessen in den Wolken

Rifugio Maria auf dem Sass Pordoi (2.995 m)
Foto: Guba Zoky Rabko / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Hochgebirgswanderungen machen hungrig und müde. Direkt neben der Seilbahnstation befindet sich das Rifugio Maria Sass Pordoi – ein modernes Gebäude mit großen Glasfronten. Man kann dort drinnen in der Wärme sitzen, eine heiße Suppe löffeln und dabei das Gefühl haben, über dem Val di Fassa zu schweben. Mittags ist das Restaurant meist ziemlich voll – besser früh kommen oder erst später am Nachmittag vor der Talfahrt einkehren.

Wer lieber traditionelle Bergatmosphäre möchte, muss nur ein paar Dutzend Meter über das Steinplateau zur historischen Hütte Rifugio Sass Pordoi gehen. Es ist eine kleinere Steinhütte, die genau so aussieht, wie man sich ein Bergsteiger-Refugium vor hundert Jahren vorstellt.

Ich empfehle persönlich, die Polenta mit Steinpilzen und geschmolzenem Bergkäse zu probieren und danach einen ordentlichen Apfelstrudel zu genießen. Die Preise sind in dieser Höhenlage naturgemäß etwas höher als unten in den Ortschaften, aber das Erlebnis, mit einem Glas Wein oder einem Bombardino den Blick über die gesamten Dolomiten zu genießen, ist den Aufpreis allemal wert.

3. Aufstieg zum Dreitausender Piz Boè: durch Mondlandschaft zum Gipfel

Piz Boè von Norden – Dreitausender in der Sellagruppe
Foto: Wolfgang Moroder / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Das ist für die meisten Besucher der Hauptgrund, die Sass Pordoi Seilbahn überhaupt zu nutzen. Unweit der Bergstation liegt nämlich der Piz Boè mit 3.152 Metern. Er gilt als einer der zugänglichsten Dreitausender der Alpen, weil man dank der Seilbahn einen großen Teil des Höhenunterschieds bereits hinter sich hat.

Der Weg von der Bergstation zum Gipfel dauert reine Gehzeit bergauf etwa eineinhalb Stunden. Man läuft durch leicht gewelltes Gelände voller heller Geröllfelder, das wirklich an die Oberfläche eines fremden Planeten erinnert. Der letzte Anstieg auf die Gipfelpyramide des Piz Boè ist recht steil, und in manchen Stellen muss man sich an installierten Stahlseilen mit den Händen helfen – aber mit etwas Kondition und festen Wanderschuhen schafft das jeder durchschnittliche Wanderer.

Oben erwartet euch die kleine, aber ungemein bezaubernde Hütte Capanna Piz Fassa und ein absolut atemberaubender Blick über ganz Norditalien. Wählt für diesen Ausflug unbedingt einen Tag mit stabilem Wetter, denn ein Gewitter auf diesem offenen Steinplateau ist extrem gefährlich.

4. Sellaronda im Sommer: der klassische Roadtrip für Motorradfahrer und Autofahrer

Pordoi Pass bei Canazei in der Sommersaison
Foto: Giorgio Galeotti / CC BY 4.0 / Wikimedia Commons

Wenn man wieder auf Talfahrt ist, wartet die nächste legendäre Attraktion. Rund um das gesamte Sellamassiv – das man gerade von der Aussichtsplattform bewundert hat – verläuft ein Straßenrundkurs namens Sellaronda. Er verbindet vier großartige Gebirgspässe: Passo Pordoi, Passo Campolongo, Passo Gardena und Passo Sella.

Diese rund 50 Kilometer lange Route ist der Traum jedes Fahrbegeisterten und Motorradfahrers. Die Straße schlängelt sich in endlosen Serpentinen, man fährt durch malerische Dörfer, und hinter jeder Kurve taucht ein neues, faszinierendes Felsgebilde auf. Auf jedem Pass kann man anhalten, in einem Café einen schnellen italienischen Espresso trinken und dann weiterfahren.

Man nimmt sich dafür locker den ganzen Nachmittag – besonders wenn man oft wegen Fotohalts anhält. Der Verkehr ist in den Sommermonaten allerdings sehr dicht, und gelegentlich kann man hinter einem langsamen Wohnmobil feststecken. Also genug Zeit einplanen und Geduld mitbringen.

5. Sellaronda Hero: Paradies für Mountainbiker

Wer ein Fan des Radsports ist, kennt den Begriff Sellaronda Hero sicher bereits. Es ist eines der härtesten und renommiertesten Mountainbike-Rennen der Welt, das genau rund um das Sellamassiv ausgetragen wird und auch unseren bekannten Passo Pordoi überquert.

Profisportler muss man dafür aber nicht sein, um die Strecke auszuprobieren. Das gesamte Gebiet bietet ein riesiges Angebot an fantastischen Singletrails und ausgeschilderten Radrouten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade – darunter Dolomiten-Wanderwege, die sich wunderbar kombinieren lassen. In vielen Tälern findet man hervorragend ausgestattete Verleihstationen für vollgefederte E-Mountainbikes, mit denen man diese steilen Alpenberge genießen kann, auch ohne Profikondition.

Die Grundlage der Berghütten wie Rifugio Maria am Sass Pordoi ist die traditionelle Maispolenta. Aber vergesst den faden Brei aus der Schulkantine: Hier wird Polenta mit einer enormen Menge Käse und Butter gerührt und mit wilden Steinpilzen aus den Wäldern unten sowie geschmolzenen Bergkäsesorten serviert – manchmal auch mit einem Gulasch oder Ragout aus Wild.

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9. Marmolada fotografieren vom Passo Pordoi: Fotografen-Pflichtprogramm

Marmolada mit Sellaronda-Touristen vom Passo Pordoi aus
Foto: kallerna / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Man muss nicht einmal ganz bis zum Rifugio Maria Sass Pordoi hinauffahren, um die schönsten Aufnahmen seines Urlaubs zu schießen. Schon der Pass selbst ist ein fantastischer Ort für Landschaftsfotografie.

Von einigen Kurven unterhalb des Parkplatzes auf der Seite Richtung Arabba öffnet sich nämlich der ikonischste Blick auf den höchsten Berg der Dolomiten, die Gletscherwelt der Marmolada. Es gibt dort einen bestimmten Punkt mit einem kleinen Holzkreuz und einem Denkmal für die Radsportlegende Fausto Coppi, von dem die Bildkomposition absolut magisch wirkt – besonders kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht warm wird und die umliegenden Felsen sich rosa färben (dieses Phänomen nennen die Einheimischen Enrosadira).

Hier begreift man, warum die Dolomiten zum UNESCO-Welterbe zählen und warum sie ein Paradies für Fotografen aus aller Welt sind. Wer im Herbst kommt, kann morgens mit etwas Glück eine Inversion erleben und über einem Wolkenmeer stehen, aus dem nur die höchsten Schneegipfel herausragen.

10. Passo Sella als alternativer Durchfahrtspass

Der letzte Tipp betrifft Logistik und Routenplanung für alle, die mit dem Auto durch die Dolomiten reisen und möglichst viel sehen wollen. Wer vom Sass Pordoi zurückfährt und im Raum Cortina untergebracht ist, sollte nicht den schnellsten Weg nehmen, sondern einen kleinen Umweg über den Passo Sella (Sellajoch) einplanen.

Dieser Pass verbindet das Val di Fassa mit dem Grödnertal und bietet meiner Meinung nach die dramatischste Kulisse der gesamten Straßen-Sellaronda. Die Straße windet sich direkt unterhalb der senkrechten, dreihundert Meter hohen Wände der Sassolungo-Türme entlang. Es ist ein Ort, an dem man sich unglaublich klein fühlt – und es lohnt sich unbedingt, kurz auf dem Parkplatz anzuhalten und diese Atmosphäre aufzusaugen.

Der Passo Sella ist oft von Bussen und Motorradfahrern überfüllt, aber glaubt mir: Der Anblick der riesigen, senkrechten Felswände, die sich im Mittagslicht spiegeln, während man auf einer Bank sitzt, einen Kaffee aus dem Fensterchen trinkt und Bergsteiger hoch oben in den Wänden beobachtet – das ist ein Erlebnis, das man mit Geld nicht kaufen kann.

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Sass Pordoi mit Kindern: entspannt und stressfrei

Viele Eltern zögern, kleine Kinder auf fast 3.000 Meter Höhe mitzunehmen – aber Sass Pordoi ist in dieser Hinsicht eine absolute Ausnahme und einer der familienfreundlichsten Orte in den gesamten Alpen. Der Grund dafür ist natürlich die bequeme und schnelle Großkabinen-Seilbahn.

Da man nichts laufen muss, kommt man völlig mühelos nach oben. Die Terrasse der Dolomiten ist oben relativ sicher und flach – natürlich unter der Voraussetzung, dass man Kinder nicht unbeaufsichtigt an den steilen Felskanten herumrennen lässt. Zwei Dinge sollte man aber wirklich nicht vergessen: Bei sehr kleinen Kindern kann die Höhe Müdigkeit und Kopfschmerzen verursachen, daher den Aufenthalt oben nicht unnötig in die Länge ziehen. Und dann das Gelände: Überall liegt loses Gestein, sodass ein normaler Kinderwagen auf dem Plateau schlicht nicht weiterkommt – eine Kraxe oder Tragehilfe ist Pflicht. Ansonsten gibt es ein großes Glasrestaurant, Toiletten und genug Platz, um sich mit der Familie gemütlich aufzuhalten.

Sind Hunde auf dem Sass Pordoi erlaubt?

Ihr reist mit eurem Vierbeiner durch Italien? Dann habe ich gute Nachrichten. Rund ums Sellamassiv wird niemand mit Hund weggeschickt – der Ausflug lässt sich prima gemeinsam erleben.

In der Seilbahn sind Hunde erlaubt, müssen jedoch an der Leine geführt werden. Betreiber verlangen oft auch einen Maulkorb, besonders wenn die Gondel – was im Sommer fast immer der Fall ist – voll besetzt ist. Für den Hund wird oben ein kleiner Aufpreis von einigen Euro fällig. Auf dem Plateau kann man mit ihm in Ruhe spazieren gehen, aber auch hier gilt: Der scharfe Kalkstein und das Geröll können für Hundepfoten unangenehm sein, wenn das Tier nicht an Bergtouren gewöhnt ist. In der sommerlichen Hitze gibt es oben keinerlei Schatten und keine natürlichen Wasserquellen, daher muss man ausreichend Wasser nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Hund mitbringen.

Wo essen in den Dolomiten

Ehrlich gesagt hatte ich auf der Berghütte zunächst einen Teller Pasta erwartet – dann kam Polenta, und es war eine der größten kulinarischen Überraschungen des gesamten Ausflugs. Die Küche hier ist stark vom nahen österreichischen Tirol beeinflusst und darauf ausgerichtet, einen möglichst schnell aufzuwärmen und nach einem langen kalten Skitag oder einer Sommerwanderung mit Energie zu versorgen.

Die Grundlage der Berghütten wie Rifugio Maria am Sass Pordoi ist die traditionelle Maispolenta. Aber vergesst den faden Brei aus der Schulkantine: Hier wird Polenta mit einer enormen Menge Käse und Butter gerührt und mit wilden Steinpilzen aus den Wäldern unten sowie geschmolzenen Bergkäsesorten serviert – manchmal auch mit einem Gulasch oder Ragout aus Wild.

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