Stell dir eine riesige Felsenkathedrale vor, in die goldenes Sonnenlicht durch ein rundes Dachfenster fällt und einen versteckten Sandstrand beleuchtet, während türkisfarbene Atlantikwellen gegen die Wände brechen. Die Benagil-Höhle (Algar de Benagil) in Portugal ist zweifellos eines der ikonischsten und meistfotografierten Naturwunder des ganzen Landes – und in der Realität wirkt sie noch magischer als auf jedem Hochglanzfoto. Wer die Benagil-Höhle Portugal besucht, erlebt ein Naturschauspiel, das so schnell nicht vergessen wird.
Wer einen Urlaub im Süden Portugals plant, sollte dieses Naturjuwel unbedingt in den Reiseplan aufnehmen – aber ein Besuch erfordert etwas strategisches Planen. Ich habe für euch einen ausführlichen Reiseführer zusammengestellt, der alle praktischen Infos liefert: wie ihr die Höhle sicher erreicht, wann der beste Zeitpunkt für einen Ausflug ist und worauf ihr in diesem beliebten Gebiet achten solltet.

Zusammenfassung
- Zu Fuß kommt man nicht hinein – die Höhle ist ausschließlich vom Meer aus zugänglich; von oben lässt sie sich nur durch einen Sicherheitszaun erahnen.
- Hineinschwimmen wird streng abgeraten, wegen gefährlicher Meeresströmungen und dem ständigen Betrieb von Dutzenden Ausflugsbooten.
- Das Beste ist, sich ein Kajak oder Stand-up-Paddleboard zu leihen – nur so könnt ihr am Innenstrand anlanden und die Atmosphäre hautnah erleben.
- Motorboote dürfen keine Passagiere im Inneren absetzen – sie fahren langsam durch die Höhle, und ihr fotografiert von Bord aus.
- Frühzeitig buchen ist ein Muss – in der Hochsaison sind Kapazitäten vor Ort oft tagelang im Voraus ausgebucht.
- Früh morgens oder außerhalb der Hauptsaison aufbrechen, um extremen Menschenmassen zu entgehen und die magische Atmosphäre in Ruhe zu genießen.
- Parken am Strand Benagil ist im Sommer ein Albtraum – erwägt eine Bootstour vom nahe gelegenen Portimão oder Carvoeiro aus.

Beste Reisezeit für die Benagil-Höhle
Die Algarve kann sich mit mehr als dreihundert Sonnentagen im Jahr rühmen, was sie zu einem idealen Ganzjahresziel macht – doch beim Besuch von Meereshöhlen spielt das Timing eine entscheidende Rolle. Wer hauptsächlich schwimmen und die Klippen vom Wasser aus erkunden möchte, sollte bedenken, dass der Atlantik selbst im Hochsommer seine ungebändigte Kraft behält. Im Juli und August klettern die Temperaturen auf rund 30 °C, was Hunderttausende von Touristen anlockt und die Gegend um Benagil aus allen Nähten platzen lässt. In diesen Monaten müsst ihr euch auf hohe Preise, verstopfte Straßen und die Notwendigkeit, jede Aktivität lange im Voraus zu buchen, einstellen.
Erfahrene Reisende fahren daher lieber im September oder in der ersten Oktoberhälfte in den Süden Portugals – dann werden die Massen weniger, aber das Meer ist nach dem langen Sommer noch angenehm warm, rund 21 °C. Dazu sinken die Übernachtungspreise um bis zu ein Drittel, sodass ihr euch deutlich mehr Komfort für euer Geld gönnen könnt. Für Wanderungen entlang der Klippen sind April und Mai ideal: Die Natur blüht in voller Pracht, und bei etwa 23 °C ist die Anstrengung beim Gehen noch gut zu ertragen – allerdings laden die 16 °C kalten Gewässer nur hartgesottene Frühschwimmer zum Eintauchen ein.
Die Wintermonate von November bis März bringen Ruhe in die Region, und die Temperaturen liegen bei angenehmen 16 bis 18 °C. Ein Höhlenbesuch im Winter ist möglich, hängt aber stark vom Wetter ab – atlantische Winterstürme bringen oft mächtige Wellen, die eine Durchfahrt zur Höhle gefährlich machen und Anbieter ihre Touren absagen lassen. Wer sich trotzdem für einen Winterbesuch entscheidet, sollte lokale Wetterberichte genau im Auge behalten und immer einen Plan B parat haben, falls das Meer mal keine Gnade zeigt.

Wo übernachten in der Nähe von Benagil
💡 Unterkunfts-Tipp: Wir suchen unsere Unterkünfte am liebsten auf Booking.com – dort gibt es die besten Stornierungsbedingungen. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die Wahl des richtigen Stützpunkts im zentralen Algarve erspart euch viele Nerven bei morgendlichen Transfers – jedes nahe gelegene Städtchen hat dabei seinen ganz eigenen Charakter. Das ehemalige Fischerdorf Carvoeiro liegt der Höhle am nächsten und besticht mit malerischen weißen Häusern, die sich in eine steile Schlucht drängen – allerdings ist die Parkplatzsuche im Sommer ein echtes Geduldsspiel. Die größere Stadt Portimão bietet dafür den vollen Komfort großer Hotelanlagen, lange Promenaden und eine perfekte Infrastruktur, von der aus täglich Dutzende Boote direkt nach Benagil ablegen. Wer historische Gassen und authentische Gastronomie bevorzugt, sollte eine Unterkunft im nahe gelegenen Lagos in Betracht ziehen – viele Reisende schwärmen, die Stadt habe die mit Abstand beste Atmosphäre an der gesamten Küste.
Der Unterkunftsmarkt in Portugal hat sich in letzter Zeit stark gewandelt: Seit Mai 2026 gelten neue europäische Vorschriften, die nicht registrierte und illegale Apartments von Plattformen wie Booking entfernt haben. Übrig geblieben sind nur geprüfte und professionell verwaltete Villen und Hotels – das garantiert zwar höheren Standard und mehr Sicherheit, hat aber die Preise für Privatunterkünfte spürbar steigen lassen. Bucht eure Wunschunterkunft daher ruhig ein halbes Jahr im Voraus, um eine gute Auswahl zu sichern.
Für einen romantischen Aufenthalt in Carvoeiro bietet sich das Tivoli Carvoeiro an – ein Luxushotel direkt auf den Klippen mit atemberaubendem Meerblick und erstklassigem Service. Wer etwas Günstigeres mit perfekter Lage sucht, ist im Hotel Algarve Casino in Portimão gut aufgehoben – es liegt direkt am breiten Strand Praia da Rocha und ist ein idealer Ausgangspunkt für Bootstouren. Design-Liebhaber und Stadtmenschen werden das Lagos Avenida Hotel schätzen, das direkt an der Marina von Lagos liegt und sowohl Ruhe als auch einfachen Zugang zur historischen Altstadt bietet. Für die Unterkunftssuche empfehle ich wie immer das bewährte Booking.com, wo ihr aktuelle Gästebewertungen auf einen Blick seht.

10 Tipps – Was man rund um die Benagil-Höhle sehen und erleben kann
Die Gegend rund um die Benagil-Höhle hat weit mehr zu bieten als nur einen einzigen fotogenen Aussichtspunkt – hier warten zahlreiche faszinierende Erlebnisse, die euch mehrere Tage beschäftigen können. Hier sind 10 konkrete Tipps, wie ihr das Beste aus dieser atemberaubenden Gegend herausholt und die typischen Touristenfallen umgeht.

1. Algar de Benagil – ein Naturphänomen

Die Benagil-Höhle ist ein Paradebeispiel für Karstkorrosion: Über Jahrtausende haben die unablässigen Atlantikwellen den weichen Kalkstein der zentralen Algarve-Küste ausgehöhlt. Das Ergebnis ist ein riesiger kuppelförmiger Hohlraum, dessen Decke irgendwann einbrach und das ikonische „Auge“ (Algar) schuf, durch das heute Tageslicht ins Innere strömt. Genau dieser Kontrast aus dunklen Felswänden, goldenem Sand und dem blauen Himmelsausschnitt ist es, der Fotografen aus aller Welt anzieht.
Im Inneren der Höhle befindet sich ein recht geräumiger Sandstrand, der jedoch vom Gezeitenstand abhängt – bei besonders hohem Wasserstand kann er großteils überflutet sein. Der Raum hat eine unglaubliche Akustik: Das Brechen der Wellen hallt von den Wänden wider und mischt sich mit dem Kreischen der Möwen, die hoch oben auf den Felsvorsprüngen nisten. Hier bekommt man wirklich ein Gefühl für die überwältigende Kraft und Geduld der Natur.
💡 Lokaler Tipp: Die Magie der Höhle entfaltet sich am schönsten zwischen 10 und 11 Uhr vormittags, wenn die Sonne im idealen Winkel steht und ihre Strahlen wie ein riesiger Theaterspot direkt auf die Mitte des Sandstrands fallen. Zu dieser Uhrzeit herrscht allerdings auch der größte Andrang – ihr müsst also zwischen perfektem Licht und etwas mehr Ruhe abwägen.

2. So kommt ihr in die Höhle: Kajak und Stand-up-Paddleboard (SUP)
Wer die Höhle in ihrer vollen Pracht erleben und den Innenstrand betreten möchte, für den ist das Mieten eines Kajaks oder Stand-up-Paddleboards die eindeutig beste Wahl. Da Motorboote aus Sicherheits- und Umweltgründen strikt verboten sind, Passagiere auf dem Sand abzusetzen, ermöglichen nur muskelbetriebene Wasserfahrzeuge das Betreten des Strandes. Die Kajakfahrt vom benachbarten Strand Praia de Benagil dauert nur wenige Minuten, denn die Höhle liegt buchstäblich gleich hinter dem nächsten Felsvorsprung – etwa 200 Meter vom Ufer entfernt.
Keine Sorge, falls ihr keine erfahrenen Paddler seid: Die meisten Verleihstationen bieten stabile Sit-on-Top-Doppelkajaks an, die sich kaum zum Kentern bringen lassen, und jeder bekommt eine Schwimmweste. Ein einstündiger Verleih kostet etwa 30 €, was ausreichend Zeit lässt, um die Haupthöhle und einige kleinere Felsritzen in der Umgebung zu erkunden. Die meisten Reisenden buchen diese Touren online im Voraus, zum Beispiel bequem über GetYourGuide.
💡 Lokaler Tipp: Wenn ihr ein Stand-up-Paddleboard (SUP) mietet, kniet euch gleich beim Ablegen hin, denn die Brandungswellen am Ufer können tückisch sein und euch noch vor den Augen aller Strandbesucher ins Wasser schmeißen. Sobald ihr hinter der Brechzone seid, beruhigt sich die Wasseroberfläche meist deutlich und ihr könnt sicher aufstehen.

3. Bootstouren für eine entspannte Besichtigung
Für Familien mit kleinen Kindern, Senioren oder alle, die sich das Paddeln in Meeresströmungen ersparen wollen, sind organisierte Bootstouren eine absolut stressfreie Alternative. Die Auswahl reicht von kleinen wendigen Zodiac-Schlauchbooten über traditionelle Holzboote bis hin zu großen Katamaranen mit Toiletten und Bar. Die Preise für eine ein- bis zweistündige Fahrt sind sehr attraktiv und liegen zwischen 20 und 35 €, je nach Bootsgröße und Abfahrthafen.
Der Hauptnachteil von Bootstouren: Der Kapitän fährt lediglich in die Höhle hinein, dreht kurz für ein paar Fotos und verlässt sie wieder – ihr berührt den Sand nie. Dafür zeigen euch erfahrene Guides von Bord aus Dutzende weitere beeindruckende Felsformationen entlang der Küste, wie etwa den „Elefantenfelsen“ oder die Schmugglerhöhle, die ihr mit dem Kajak kaum alle erreichen würdet. Eine Bootstour bietet also eine weitaus umfassendere Erkundung der gesamten Kalksteinküste.
💡 Lokaler Tipp: Wählt beim Buchen immer das kleinstmögliche Boot, denn große Katamarane passen aufgrund ihres Tiefgangs und ihrer Breite in manche engeren Höhlen gar nicht hinein. Die interessantesten Felskorridore seht ihr nur von kleinen Motorbooten für 8 bis 12 Personen, die auch in engen Räumen manövrieren können.

4. Zur Höhle hinschwimmen? Streng verboten und gefährlich
Aus der Entfernung oder auf der Karte sieht es aus wie ein harmloser kurzer Weg – und so mancher geübte Schwimmer denkt, er könnte einfach vom Strand Benagil zur Höhle schwimmen. Lokale Behörden und Küstenwache warnen jedoch ausdrücklich davor, denn heimtückische Unterströmungen können selbst erfahrene Schwimmer überraschen und direkt gegen scharfe Felsen ziehen. Der Atlantik verhält sich hier völlig unberechenbar: Wellen brechen sich an den Klippenwänden und erzeugen einen starken Rückzug, der euch in Sekundenbruchteilen aller Kräfte berauben kann.
Ein weiteres, vielleicht noch ernsthafteres Risiko ist der Bootsverkehr, der in der Sommersaison einer belebten Stadtstraße gleicht. Jede Minute passieren Kajaks, Paddleboards und Motorboote den engen Eingang zur Höhle – und deren Fahrer haben kaum eine Chance, einen kleinen Schwimmerkopf zwischen den Wellen zu erkennen. Das Verletzungsrisiko durch Schiffsschrauben ist extrem hoch, und Rettungsaktionen für Schwimmer, die auf dem Innenstrand festsitzen weil die Flut ihnen den Rückweg abgeschnitten hat, sind hier leider keine Seltenheit.
💡 Lokaler Tipp: Riskiert euer Leben nicht, um ein paar Euro für den Kajakverleih zu sparen. Auch wenn ihr andere Touristen auf aufblasbaren Liegen schwimmen seht – wisst, dass die lokalen Rettungsschwimmer solche Leichtsinnigen regelmäßig und mit sichtlichem Unmut aus dem Wasser holen. Sicherheit geht vor.

5. Von wo aus zur Höhle und zu den Klippen aufbrechen
Als Ausgangspunkt muss es nicht unbedingt der überfüllte Strand Praia de Benagil sein – es lohnt sich, Abfahrten von größeren umliegenden Häfen in Betracht zu ziehen, die das Parkplatzproblem lösen. Sehr beliebt sind Touren aus der riesigen Marina von Portimão, von wo die Fahrt nach Benagil etwa 30 Minuten dauert und unterwegs wunderschöne Ausblicke auf lange Sandstrände und alte Klippenfestungen bietet. In Portimão findet ihr zudem problemlos und oft kostenlos Parkplatz auf den großen Flächen nahe dem Hafen – in der Saison ein unschätzbarer Vorteil, gerade wenn ihr aus München, Frankfurt oder Hamburg anreist und ein Mietauto dabei habt.
Eine weitere tolle Alternative ist das Ablegen vom malerischen Städtchen Carvoeiro, das nur wenige Kilometer westlich der Höhle liegt. Lokale Fischer bieten dort romantische Fahrten auf traditionellen bunten Booten an, die Überfahrt dauert nur 15 Minuten. Von Osten her könnt ihr außerdem das breite Tourismusangebot vom Ferienort Albufeira nutzen – diese Touren sind oft mit einer Delfin-Beobachtung auf dem offenen Meer kombiniert.
💡 Lokaler Tipp: Wenn ihr eine Tour ab Albufeira bucht, rechnet damit, dass die Küstenfahrt deutlich länger dauert und der Höhlenbesuch nur ein kurzer Halt auf einer langen Strecke ist. Wer hauptsächlich nach Benagil möchte, ist mit dem näheren Portimão oder Carvoeiro besser bedient.

6. Wanderweg Percurso dos Sete Vales Suspensos
Während die meisten die Höhle von unten sehen wollen, weiß kaum jemand, dass direkt über ihrem Dach einer der schönsten Wanderwege ganz Europas verläuft – der Weg der sieben Hängetäler (Percurso dos Sete Vales Suspensos). Diese rund 12 Kilometer lange Strecke verbindet den Strand Praia da Marinha mit dem Ferienort Vale de Centeanes und führt euch direkt am Rand dramatischer Kalksteinklippen entlang. Wenn ihr von oben bei der Benagil-Höhle ankommt, seht ihr das ikonische Loch im Boden, das durch einen Holzzaun gesichert ist – und könnt sicher hinunterblicken auf die winzigen Kajaks und die Touristen am Sand unter euch.
Der Weg ist ausgezeichnet markiert und bietet ständig wechselnde Ausblicke auf zerklüftete Buchten, versteckte Höhlen und den endlosen blauen Horizont. Das Gelände ist stellenweise felsig und uneben – festes Schuhwerk ist ein absolutes Muss, Flip-Flops haben hier nichts verloren. Unterwegs passiert ihr auch den historischen Leuchtturm Alfanzina, der die rauhe Küstenlandschaft malerisch ergänzt und einen schattigen Rastplatz bietet.
💡 Lokaler Tipp: Startet so früh wie möglich, am besten kurz nach Sonnenaufgang. Auf dem gesamten Weg gibt es praktisch keinen natürlichen Schatten, und die von den weißen Kalksteinfelsen reflektierte Mittagssonne kann sich wie ein echter Hochofen anfühlen. Nehmt genug Wasser mit, denn Verpflegungsstände sind auf dem Weg rar gesät.

7. Praia de Benagil: Der Strand, der aus allen Nähten platzt

Der Praia de Benagil ist eine kleine, gemütliche Bucht, umgeben von hohen Felsen, von der aus alle Kajaks zur nahe gelegenen Höhle ablegen. Die Lage in einer engen Schlucht des ehemaligen Fischerdorfes verleiht ihr unglaublichen Charme: Am Ufer liegen noch immer bunte Fischerboote und Stapel von Paddleboards, die auf ihre nächsten Fahrgäste warten. Der Sand ist herrlich fein und der Einstieg ins Wasser angenehm flach – eigentlich perfekt für Familien, wäre da nicht der extreme Trubel.
Wegen des anhaltenden Ruhms der benachbarten Höhle ist dieser Strand zum Opfer seines eigenen Erfolgs geworden: Im Sommer findet man kaum einen Platz für ein einziges Handtuch. Die Hälfte der Strandfläche nehmen Verleiher und wartende Touristen in Anspruch, die auf ihren gebuchten Tour-Slot warten – von entspanntem Lesen mit einem Buch kann hier keine Rede sein. Der Strand dient eher als logistisches Zentrum und kurze Abkühlungsstation nach der Kajakrückkehr.
💡 Lokaler Tipp: Wenn ihr am Benagil-Strand etwas Ruhe wollt, kommt gegen 18 Uhr abends. Die meisten Familien mit kleinen Kindern und die organisierten Touren sind dann auf dem Weg zurück ins Hotel, die Sonne wirft lange Schatten an die Felsen und taucht sie in satte Orangetöne – eine traumhafte Atmosphäre für ein ruhiges Abendsschwimmen.

8. Weitere traumhafte Strände in unmittelbarer Nähe
Wenn die Massen am Benagil-Strand abschrecken, kein Grund zur Sorge: Die Küste im Umkreis von wenigen Kilometern verbirgt gleich mehrere Weltklasse-Strände. Nur zwei Kilometer östlich liegt die legendäre Praia da Marinha, die regelmäßig in Bestenlisten der schönsten Strände der Welt auftaucht und an ihrer ikonischen M-förmigen Felsformation zu erkennen ist. Das Wasser bei Marinha ist unglaublich klar und voller kleiner Fische – Schnorchel und Taucherbrille sollten unbedingt mit in den Rucksack.
In westlicher Richtung stoßt ihr auf die faszinierende Praia do Carvalho, die nur durch einen dunklen, von Hand in den Fels gehauenen Tunnel erreichbar ist. Diesen Strand nutzten früher Schmuggler für ihre Warenlieferungen, da er von Land aus praktisch unsichtbar ist und von beiden Seiten von steilen, unzugänglichen Klippen eingeschlossen wird. Dank dieses anspruchsvolleren Zugangs über steile Stufen im Tunnel ist er merklich leerer und versprüht echte Abenteuerromantik.
💡 Lokaler Tipp: An der Praia do Carvalho unbedingt auf herabfallende Steine von den verwitterten Klippen achten. Die behördlichen Warnschilder empfehlen, sich nicht direkt unter die senkrechten Felswände zu legen, da das Lösen von Steinen in der Algarve ein recht häufiges Phänomen ist. Legt euer Handtuch lieber in der Nähe des Wassers aus – dort seid ihr absolut sicher.

9. Praktische Logistik: Maut und Parkplatz-Chaos
Das Reisen durch Südportugal hat seine eigenen Eigenheiten, die unvorbereitete Besucher böse überraschen können. Die Hauptautobahn A22 (Via do Infante) funktioniert mit einem vollständig elektronischen Mautsystem ohne Schranken – Kameras erfassen das Kennzeichen jedes vorbeifahrenden Autos. Um bürokratischen Ärger und saftige Bußgelder zu vermeiden, solltet ihr beim Abholen des Mietwagens IMMER den Via-Verde-Transponder dazubuchen (ein kleines weißes Gerät an der Windschutzscheibe, für ca. 1,50 € pro Tag), über den die Maut automatisch von der Kreditkarte abgebucht wird – stressfrei und unkompliziert. Deutsche Reisende, die mit dem eigenen Auto anreisen (z. B. über Spanien), sollten sich vorab über die Maut-Vorauszahlung für ausländische Kennzeichen informieren.
Die Anfahrt direkt zum Strand Benagil ist ein Kapitel für sich. Die enge Straße, die steil zum Meer hinunterführt, hat praktisch keine ausgewiesenen Parkplätze – die wenigen offiziellen Plätze sind in der Saison bereits vor neun Uhr morgens belegt. Verzweifelte Touristen stellen ihre Autos dann am Straßenrand oben auf der Anhöhe ab, was von der Polizei regelmäßig mit saftigen Bußgeldern oder sofort Abschleppen geahndet wird. Wenn ihr dennoch ein Mietauto nehmt: Lasst auf unbewachten Strandparkplätzen keinerlei Wertsachen darin, denn Diebe wissen genau, welche Fahrzeuge von Touristen genutzt werden.
💡 Lokaler Tipp: Seid vorsichtig an portugiesischen Kreisverkehren, wenn ihr die Regeln nicht kennt. Das portugiesische Gesetz schreibt vor, dass ihr in mehrspurigen Kreisverkehren die rechte Außenspur nur dann benutzen dürft, wenn ihr an der nächsten Ausfahrt abbiegt. Wer geradeaus oder links will, muss auf der Innenspur bleiben – und dann auf den letzten Metern schnell die Spur wechseln.

10. Wo man nach dem Ausflug essen kann (und Achtung: Couvert!)
Nach anstrengendem Paddeln oder einem langen Küstenwandertag bekommt ihr garantiert Hunger – und die umliegenden Ortschaften verstecken jede Menge traditioneller Gasthäuser, die die Portugiesen „Tascas“ nennen. Kaum seid ihr am Tisch, bringt man euch eine Schüssel Oliven, frisches Brot und Käse – das ist aber keine Aufmerksamkeit des Hauses, sondern der sogenannte Couvert. Wenn ihr diese Vorspeisen anrührt, werden euch etwa 2 bis 5 € pro Person auf die Rechnung gesetzt. Habt ihr kein Interesse daran, lehnt es einfach höflich ab – der Kellner nimmt es kommentarlos wieder mit. Außerdem solltet ihr wissen, dass Leitungswasser hier nicht automatisch serviert wird – es wird erwartet, dass ihr Flaschenwasser bestellt.
Beim Mittagessen lohnt es sich, Restaurants mit einem „Menu do Dia“ (Tagesmenü) für etwa 10 bis 15 € zu suchen, das Suppe, Hauptgang und häufig auch Dessert mit Kaffee beinhaltet. Obwohl die Region für Meeresfrüchte und gegrillten Fisch bekannt ist, findet man auch hervorragende vegetarische Alternativen. Probiert lokale portugiesische Käsesorten, herzhafte Gemüsesuppen oder große frische Salate mit Oliven – die erfrischen bei der Hitze und schonen dabei das Reisebudget.
💡 Lokaler Tipp: Die Portugiesen essen deutlich später als wir in Mitteleuropa. Die meisten guten Restaurants öffnen zum Mittagessen nur zwischen 12:30 und 15:00 Uhr und schließen danach bis zum Abend. Zum Abendessen setzt man sich hier nicht vor 20:00 Uhr hin – wer um 17 Uhr Hunger bekommt, ist auf Touristenbistros oder Supermärkte angewiesen.

Wohin weiter nach der Benagil-Höhle
Die Algarve hat so viel zu bieten, dass eure Reise bei einer einzigen Höhle wirklich nicht enden muss. Wer wilde Natur und Surfer-Atmosphäre liebt, sollte unbedingt an die Westspitze nach Sagres fahren, wo mächtige Wellen gegen die Klippen donnern und ein ständiger Wind weht. Geschichtsbegeisterte und Feinschmecker sollten das nahe gelegene Lagos nicht verpassen – dessen gepflastertes Altstadtzentrum gilt als eines der schönsten an der gesamten Küste.
Wer Ruhe und malerische Gassen sucht, fährt ins Landesinnere – etwa zur Besichtigung der maurischen Burg in Silves oder zum Stöbern nach lokalen Handwerkskunst auf dem Markt in Loulé. Wer in den ruhigeren östlichen Teil der Algarve möchte, wo warme Lagunen auf Sandinseln treffen, wird vom historischen Tavira oder dem lebhaften Fischerort Olhão begeistert sein. Und unterschätzt nicht die Regionshauptstadt Faro, die eine beeindruckende Altstadt mit Beinhaus versteckt – zu schade, um nur auf der Durchfahrt vom Flughafen gesehen zu werden.
Wer mehr Zeit in Portugal hat und auch den Norden erkunden möchte, sollte auf keinen Fall das romantische Lissabon mit seinen gelben Straßenbahnen und das märchenhafte Sintra voller Fantasiepaläste auslassen. Eine lohnende Zwischenstation ist auch das Küstenstädtchen Cascais oder das Surfer-Mekka Nazaré, wo die größten Wellen der Welt entstehen. Und wer Wein und melancholische Stimmung liebt, kommt an einem Besuch im nördlichen Porto nicht vorbei – die Stadt zeigt euch ein völlig anderes Gesicht Portugals als das sonnige Algarve.

Häufig gestellte Fragen
Kann man zur Benagil-Höhle zu Fuß gehen?
Nein, das geht leider nicht. Es gibt weder einen Landweg noch Treppen zur Benagil-Höhle hinunter. Zu Fuß erreicht ihr lediglich den Klippenrand oberhalb der Höhle über den Wanderweg Percurso dos Sete Vales Suspensos. Von dort könnt ihr durch einen Sicherheitszaun das ikonische Loch in der Decke sehen und auf den Strand hinunterschauen, aber in die Höhle selbst kommt ihr so nicht hinein.
Ist es sicher, von einem benachbarten Strand zur Höhle zu schwimmen?
Rettungsschwimmer und lokale Behörden raten dringend davon ab und verbieten es ausdrücklich. Die Entfernung mag zwar kurz erscheinen, aber tückische Atlantikströmungen, Wellenreflexionen an den Klippen und vor allem der ständige dichte Verkehr von Motorbooten und Kajaks machen das Schwimmen zu einem extrem gefährlichen Unterfangen, das bereits zu vielen schweren Verletzungen geführt hat.
Was kostet ein Ausflug zur Benagil-Höhle?
Die Preise hängen von der Art des Wasserfahrzeugs und dem Abfahrtsort ab. Ein Kajak oder Paddleboard direkt am Strand von Benagil zu mieten kostet euch etwa 30 Euro pro Stunde. Organisierte Bootstouren von nahegelegenen Städten wie Portimão oder Carvoeiro liegen üblicherweise zwischen 20 und 35 Euro pro Person, je nach Dauer der Fahrt.
Kann ich mit einem Motorboot im Inneren am Strand anlegen?
Nein, Motorboote dürfen aus Naturschutz- und Sicherheitsgründen keine Passagiere am Sandstrand innerhalb der Höhle absetzen. Der Kapitän fährt mit euch lediglich in die Höhle hinein, lässt euch ein paar Minuten Zeit für Fotos vom Deck aus und fährt dann wieder hinaus. Am Sand anlegen könnt ihr nur mit einem Kajak oder Paddleboard.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Höhle?
Die ideale Zeit für einen Besuch ist der September und die erste Oktoberhälfte, wenn das Meer noch aufgewärmt ist, die Sommermassen aber bereits verschwunden sind. Während des Tages solltet ihr am besten früh morgens oder konkret zwischen 10 und 11 Uhr vormittags losfahren, wenn die Sonne direkt durch die Deckenöffnung scheint und die schönsten Lichtverhältnisse zum Fotografieren schafft.
Muss ich den Ausflug im Voraus buchen?
In der Hauptsaison von Juni bis August ist eine Vorabreservierung absolut notwendig. Die Kapazitäten der Boote und Kajakverleihe sind oft mehrere Tage im Voraus ausgebucht. Die Buchung könnt ihr bequem online von zu Hause aus erledigen und erspart euch so die Enttäuschung vor Ort, wo ihr wahrscheinlich nichts mehr bekommen würdet.
Wo kann man am Strand von Benagil parken?
Das Parken am Strand von Benagil ist ein riesiges Problem, denn es gibt hier nur sehr wenige offizielle Parkplätze und die engen Straßen sind schnell verstopft. Im Sommer ist es nach neun Uhr morgens nahezu unmöglich, hier noch einen Parkplatz zu finden. Eine viel bequemere Alternative ist es, das Auto auf den großen Parkplätzen in Portimão oder Carvoeiro stehen zu lassen und von dort aus mit dem Boot zur Höhle zu fahren.
Sind Ausflüge zur Höhle auch für Kinder geeignet?
Ja, organisierte Bootstouren sind für Familien mit Kindern absolut sicher und bequem, da ihr auf größeren Schiffen sitzt. Kajaktouren mit kleineren Kindern erfordern eine Einschätzung eurer Paddelerfahrung, wobei Zweier-Kajaks sehr stabil sind und alle Teilnehmer Schwimmwesten für maximale Sicherheit bekommen.
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