Das winterliche Tallinn sieht aus wie die perfekte Kulisse aus einem historischen Film. Schneebedeckte Kopfsteinpflastergassen, mittelalterliche Stadtmauern und mittendrin der Rathausplatz mit einem riesigen Weihnachtsbaum. Die Stadt beansprucht stolz den ersten öffentlichen Weihnachtsbaum Europas, der hier der lokalen Tradition zufolge bereits 1441 stand (auch wenn man dir im nahen Riga etwas anderes erzählen würde). Was auch immer die Wahrheit ist – sobald du dich auf dem Markt voller Zimt- und Bratkartoffelduft befindest, glaubst du dieser mittelalterlichen Legende gerne. ☺️
Obwohl die Dezembertage im Norden sehr kurz sind und die Sonne schon am frühen Nachmittag hinter dem Horizont verschwindet, wirst du mit einer endlosen goldenen Stunde belohnt. Das weiche Licht taucht die alten Kaufmannshäuser in ein Bad aus Gold und schafft eine unglaublich fotogene Atmosphäre.
Das hiesige Adventsdorf hat zudem vor einigen Jahren die prestigeträchtige Umfrage zum besten Weihnachtsmarkt Europas gewonnen. Tallinn rühmt sich zu Recht mit diesem Titel, denn es ist gelungen, eine ungemein zauberhafte Atmosphäre ohne endlose Menschenmassen zu bewahren. Schau dir unsere Tipps an, was du während der Adventszeit in Tallinn sehen und probieren kannst, um das winterliche Baltikum in vollen Zügen zu genießen.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Wann findet er statt: Normalerweise von der zweiten Novemberhälfte bis Anfang Januar.
- Wo du den Markt findest: Am Rathausplatz (Raekoja plats) im Herzen der Altstadt.
- Was probieren: Heißer hõõgvein (estnischer Glühwein), süßer geflochtener Kringel, Bratkartoffeln und lokale Käsesorten.
- Wie viele Tage einplanen: Ideal ist ein verlängertes Wochenende mit zwei bis drei Tagen.
- Öffnungszeiten: Über 40 Holzbuden haben täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
- Budget: Estland ist nicht mehr billig, rechne eher mit westeuropäischen Preisen.
- Wie du hinkommst: Per Flugzeug mit Umsteigen oder mit der beliebten Fähre vom benachbarten Helsinki.
- Warum gerade Tallinn: Wunderschöne mittelalterliche Altstadt und kompakter Markt mit märchenhafter Atmosphäre.

Der komplette Reiseführer: Estland — Reiseführer und Highlights
Wann die Weihnachtsmärkte in Tallinn stattfinden
Die Planung einer Winterreise ins Baltikum erfordert etwas Aufmerksamkeit, denn das Rathaus überrascht gelegentlich mit den Terminen. Für die Saison 2026 sind die Termine noch nicht offiziell bestätigt. Sekundäre Quellen schätzen zwar ein Datum vom 20. November 2026 bis zum 6. Januar 2027, aber die Veranstalter haben das auf ihrer Website noch nicht abgesegnet. Überprüfe das also unbedingt vor dem Kauf deiner Flugtickets auf der offiziellen Website der Veranstaltung.
Rund um den Platz entstehen normalerweise über 40 Holzbuden, die täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet haben. Die Stände mit heißen Getränken sind dann oft noch etwas länger in Betrieb. Die größte Ruhe zum Einkaufen und für einen Glühwein erlebst du logischerweise an Wochentagen, wenn du den Wochenendmassen sicher aus dem Weg gehst.
Stelle dich auch auf den spezifischen Lichtrhythmus des nordischen Winters ein. Im Dezember geht die Sonne hier erst gegen zwanzig Minuten nach neun Uhr morgens auf und verschwindet bereits um zwanzig Minuten nach drei Uhr nachmittags. Du hast etwa sechs Stunden Tageslicht, also plane alle Aussichtspunkte und Spaziergänge im Freien gleich für den Vormittag.

Wo du den Markt findest und wie du hinkommst
Das gesamte Adventsgeschehen konzentriert sich auf einen einzigen magischen Ort, den Rathausplatz oder Raekoja plats. Dieser Platz bildet das absolute Herz der Altstadt und ist von wunderschönen gotischen Kaufmannshäusern umgeben. Verirren kannst du dich hier praktisch nicht, denn von jeder Gasse aus siehst du den hohen Rathausturm mit der Wetterfahne des Alten Thomas.
Wenn du mit dem Flugzeug anreist, ist der Weg ins Zentrum unglaublich einfach und schnell. Der Flughafen liegt nur vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und vom Terminal bringt dich die Straßenbahn oder der Bus zuverlässig in die historischen Gassen. Die Fahrkarten kaufst du ganz einfach, indem du deine normale Bankkarte direkt am Terminal im Fahrzeug durchziehst.
Viele Besucher wählen aber einen viel romantischeren Weg über das Meer. Nach Tallinn fahren nämlich regelmäßig Fähren von Helsinki, was eine großartige Möglichkeit ist, zwei nordische Metropolen in einem Ausflug zu verbinden. Vom Hafenterminal erreichst du den Rand der Altstadt in einem gemütlichen Spaziergang von nur fünfzehn Minuten.

Was du auf dem Weihnachtsmarkt probieren solltest
Die Gastronomie auf den estnischen Märkten wärmt dich in der klirrender Kälte garantiert auf und bietet viele lokale Spezialitäten. Die Basis jedes Spaziergangs ist hõõgvein (oder glögi), also estnischer Glühwein. Die Verkäufer träufeln dir sehr gerne eine großzügige Portion des berühmten Kräuterlikörs Vana Tallinn hinein. Für einen wärmenden Becher zahlst du etwa fünf bis sieben Euro.
Wenn du nach etwas Leckerem zum Essen suchst, wird dich der traditionelle geflochtene Kringel begeistern. Das ist ein reichhaltiger süßer Kranz, der nach Zimt, Kardamom oder Schokolade duftet. Als Vegetarier schätzen wir immer auch die großen heißen Bratkartoffeln, die mit verschiedenen Soßen serviert werden, die Lebkuchen piparkook, den geschmorten Kohl hapukapsas oder die hervorragenden estnischen handwerklichen Käsesorten. In den Supermärkten solltest du nicht vergessen, die fantastischen Quarksnacks kohuke in Schokoladenglasur zu kaufen.
An den Ständen werden auch deftige Fleischspezialitäten verkauft, die untrennbar zum nordischen Winter gehören. Zu sehen ist die traditionelle verivorst, eine Blutwurst ähnlich unserer deutschen Blutwurst, die die Einheimischen mit heißen Getränken hinunterspülen. Außerdem triffst du auf die estnische Sülze namens sült, die für die Einheimischen, die Fleisch essen, eine absolute Grundlage der Festtagstafel ist.

Wo du in Tallinn essen kannst
Wenn du dich den ganzen Tag durch die frostige Stadt bewegst, überkommt dich früher oder später der Hunger, den ein Becher Glühwein auf dem Markt einfach nicht stillt. Schauen wir uns Tipps für Restaurants und Cafés an, wo du dich in Tallinn aufwärmen und hervorragend essen kannst.
Die Stadt hat eine überraschend vielfältige Gastro-Szene, die nordische Zutaten mit alten russischen und deutschen Einflüssen kombiniert. Im Zentrum findest du unzählige gemütliche Lokale, aber wegen der Weihnachtssaison rate ich dir dringend, für den Abend zu reservieren. Sonst kann es leicht passieren, dass du mit leerem Magen vor einem vollen Restaurant stehst. 😅

Mittelalterliches Festmahl im Olde Hansa
Direkt in der Nähe des Rathausplatzes befindet sich das legendäre Restaurant Olde Hansa, das dich sofort mehrere Jahrhunderte zurückversetzt. Drinnen wird nur mit Kerzen beleuchtet, das Personal trägt historische Kostüme und es spielt live mittelalterliche Musik. Das Erlebnis ist absolut fesselnd.
Die Küche setzt auf historische Rezepte, weshalb auf den Tellern viel Wild erscheint, das die Gäste sich gerade wegen der historischen Show gönnen. Aber auch als Vegetarier findest du problemlos etwas aus gebratenem Wurzelgemüse, Käse und Hülsenfruchtgerichten. Dazu wird Honigbier in massiven Tonkrügen serviert. Es ist zwar eine eher touristische Angelegenheit, aber die Atmosphäre ist so einzigartig, dass sich die höhere Ausgabe lohnt.

Moderne Klassik im Rataskaevu 16
Wenn du hervorragendes Essen zu einem vernünftigen Preis suchst und Wert auf exzellenten Service legst, steuere das Lokal Rataskaevu 16 an. Es liegt in der gleichnamigen Straße und hält sich dauerhaft an der Spitze der Rankings der besten Tallinner Restaurants. Ich empfehle dir, ihr hervorragendes Kürbisbrot zu probieren, das sie als kleine Aufmerksamkeit des Hauses servieren.
Die Küche basiert auf lokalen Zutaten. Du findest hier ausgezeichnete estnische Käsesorten und saisonales Gemüse, natürlich kommen auch diejenigen auf ihre Kosten, die Fisch aus der Ostsee und klassische Fleischgerichte essen. Angesichts der enormen Beliebtheit des Lokals ist eine Tischreservierung mehrere Tage im Voraus absolut notwendig, sonst bekommst du hier einfach keinen freien Platz.

Gemütliches Café Maiasmokk
Für einen Nachmittagskaffee und etwas Süßes geh unbedingt ins Café Maiasmokk. Es ist seit 1864 ununterbrochen in Betrieb, was es zum ältesten Café der ganzen Stadt macht. Sein wunderschönes historisches Interieur mit bemalten Decken und Vitrinen voller Süßigkeiten bezaubert dich auf den ersten Blick.
Gönn dir ihre hervorragende Schokoladentorte oder wärme dich einfach mit einer Tasse echter heißer Schokolade auf. Gleich daneben findest du auch eine kleine Ausstellung über die Marzipanherstellung, sodass du neben den Kalorien auch ein paar historische Besonderheiten mitnimmst.

Was du dir nach Hause mitbringen kannst
Der Adventsmarkt dreht sich nicht nur ums Essen, sondern vor allem um fantastisches lokales Handwerk mit enormer Tradition. In den Holzbuden dominieren eindeutig warme Strickpullover und Handschuhe mit typisch nordischen Mustern. Echte Schafwolle rettet dich selbst in der brutalsten Kälte und hochwertige Handarbeit kostet hier etwa dreißig bis achtzig Euro.
Ein weiterer großer Hit ist wunderschön verarbeitetes Wacholderholz, aus dem Topfuntersetzer, Kochlöffel oder kleine Dekorationen hergestellt werden. Dieses Holz hat einen charakteristischen intensiven Duft, der deine ganze Küche durchzieht und unglaublich lange hält. Du wirst hier auch auf wunderschöne handgedrehte Keramik stoßen.
Das süße Souvenir Nummer eins ist zweifellos das Tallinner Marzipan. Lokale Legenden besagen, dass es direkt in der örtlichen Apotheke als zuverlässiges Heilmittel gegen gebrochene Herzen erfunden wurde. Marzipanfiguren bekommst du hier in den unterschiedlichsten Formen und Farben, sodass sie als perfektes kleines Geschenk für die Familie zu Hause dienen.

10 Tipps, wie du den Advent in Tallinn in vollen Zügen genießt
Sobald du anfängst, dich durch die gepflasterten Gassen zu kämpfen und den Duft gebrannter Mandeln aufzusaugen, verlierst du leicht jedes Zeitgefühl. Der Advent in der estnischen Hauptstadt bietet so viele schöne Momente, dass es zumindest einen kleinen Plan braucht. Die Tage sind hier wirklich sehr kurz und die Kälte vom Meer kann schnell unter die Nägel kriechen.
Ich habe für dich zehn konkrete Tipps zusammengestellt, mit denen du die festliche Stadt in vollen Zügen und ohne unnötiges Herumtrödeln genießen kannst. Mach dich auf, verborgene Ecken zu entdecken und dir die besten Erinnerungen an den nordischen Winter zu sichern.

1. Besuche den Markt an einem Wochentag-Vormittag
Der größte Fehler vieler Reisender ist der Versuch, den Marktbesuch in einen Samstagabend zu quetschen. Während der Adventswochenenden platzt der Platz aus allen Nähten, weil sich hier Touristenmassen sowie Einheimische aus dem weiten Umland versammeln. Wenn du die romantische Atmosphäre genießen möchtest, plane deinen Hauptbesuch an anderen Tagen.
Die ideale Zeit für ruhiges Fotografieren und Einkaufen ist ein Wochentag zwischen zehn und zwölf Uhr. Die Verkäufer haben volle Theken, an den Glühweinbuden bilden sich keine Schlangen und du kannst dir in Ruhe jedes Detail der Produkte ansehen.
💡 Tipp: Entfliehe den Menschenmassen in die Seitengassen der Altstadt, sobald sich der Platz am Nachmittag mit Leuten füllt. Für ein heißes Getränk kehrst du erst kurz vor Ladenschluss zurück.

2. Sichere dir die besten Ausblicke von den Stadtmauern
Die Oberstadt auf dem Domberg Toompea bietet die absolut schönsten Ausblicke auf verschneite Dächer und rauchende Schornsteine. Steuere den berühmten Aussichtspunkt Kohtuotsa an, von dem aus du das gesamte historische Zentrum bis zu den modernen Wolkenkratzern und dem Meer überblicken kannst. Genau hier findest du die bekannte Mauer, die du wahrscheinlich von Fotos in sozialen Medien kennst.
Der zweite Stopp sollte der Aussichtspunkt Patkuli am Rand der Klippe sein, von wo aus du die majestätischen Stadtmauern mit ihren Wachtürmen sehen kannst. Zieh dich aber wirklich richtig warm an, denn hier weht ein ziemlich tückischer Wind vom Meer.
💡 Tipp: Wenn du eine gute Kondition hast, erklimme die hunderte Stufen zum Turm der St.-Olai-Kirche (Oleviste), von wo aus du die ganze festliche Stadt wie auf dem Präsentierteller hast.

3. Wärme dich in der ältesten Apotheke Europas auf
Direkt in der Ecke des Rathausplatzes befindet sich ein unscheinbares, aber absolut faszinierendes Juwel. Es handelt sich um die historische Apotheke Raeapteek, die seit 1422 ununterbrochen in Betrieb ist und damit zu den ältesten Institutionen ihrer Art weltweit zählt. Der Eintritt in ihren historischen Teil ist für alle Besucher völlig kostenlos.
Neben gewöhnlichen Medikamenten findest du hier eine Museumsausstellung mit kuriosen mittelalterlichen Tränken, getrockneten Kräutern und historischen Instrumenten. Du kannst dir hier gewürzten Klarettwein oder traditionelles Marzipan kaufen, das zuverlässig die Stimmung jedes durchgefrorenen Reisenden hebt.
💡 Tipp: Die Apotheke ist ein perfekter Zufluchtsort, wenn du für einen Moment vor der Kälte vom Platz fliehen musst, ohne in einem teuren Restaurant etwas konsumieren zu müssen.

4. Schnapp dir Schlittschuhe und ab aufs Eis
Ein Stück vom Hauptgeschehen entfernt öffnet sich in der historischen Straße Harju neben der St.-Nikolaus-Kirche jeden Winter eine schöne Freilufteisbahn. Eislaufen mit Blick auf mittelalterliche Türme und historische Fassaden gehört zu den absolut romantischsten Erlebnissen, die du aus der Stadt mitnehmen kannst.
Vor Ort gibt es einen gut ausgestatteten Schlittschuhverleih, sodass du definitiv keine eigene Ausrüstung mitbringen musst. Dieses Erlebnis unterhält zuverlässig auch kleinere Kinder, für die lustige Plastikstützen in Form von Tieren zum leichteren Halten des Gleichgewichts auf dem Eis zur Verfügung stehen.
💡 Tipp: Plane das Eislaufen für den frühen Abend, wenn sich über der Eisbahn hunderte kleine Lichter einschalten und aus den umliegenden Cafés frischer Zimt duftet.

5. Versteck dich in der Wärme weltklasse Museen
Wenn das Thermometer tief unter null fällt und es schon früh am Nachmittag dunkel wird, kommt die ideale Zeit für Kultur. Die Stadt rühmt sich des phänomenalen Seeflugzeug-Hafenmuseums Lennusadam, das in riesigen Betonhangars für Wasserflugzeuge untergebracht ist. Du kannst hier sogar das Innenleben eines echten U-Boots aus den dreißiger Jahren erkunden.
Eine zweite großartige Wahl ist das moderne Kunstmuseum KUMU im wunderschönen Park Kadriorg. Das Gebäude selbst, das in die Kalksteinklippe geschnitten ist, ist ein architektonisches Juwel und drinnen in der Wärme kannst du problemlos einen ganzen Nachmittag mit dem Betrachten estnischer Kunst verbringen.
💡 Tipp: Wenn du mit der Familie reist, lass auf keinen Fall das interaktive Zentrum PROTO Invention Factory im Viertel Noblessner aus, wo du dich hervorragend in virtueller Realität unterhalten kannst.

6. Erkunde die Markthalle und Hipster-Viertel
Die Altstadt ist zwar märchenhaft, aber das echte moderne Leben pulsiert direkt hinter dem Bahnhof. Steuere die renovierte Markthalle Balti Jaama Turg an, wo sich im Erdgeschoss eine fantastische Zone voller vielfältigem Street Food befindet. Genau hier kannst du ein schnelles und preiswertes Mittagessen schön in der Wärme bekommen.
Gleich neben der Markthalle beginnt das kreative Viertel Telliskivi, das in ehemaligen Fabrikhallen entstanden ist. Du findest hier die besten Cafés mit Spezialitätenkaffee, jede Menge legale Street Art und originelle Boutiquen lokaler Designer.
💡 Tipp: In Telliskivi empfehle ich einen Besuch der Galerie Fotografiska, die bis spät in die Nacht geöffnet hat und von deren Dachrestaurant sich ein herrlicher Blick auf die abendliche Stadt bietet.

7. Belohne dich mit Sauna und Sprung ins Meer
Die Esten lieben das Saunieren mit enormer Leidenschaft und es wäre eine große Schande, dieses Ritual während eines winterlichen Besuchs nicht zu erleben. Direkt an der Küste im modernen Viertel Noblessner befindet sich der beliebte Komplex Iglupark, wo eine ganze Reihe von Holzsaunen in Form niedlicher Iglus steht.
Du kannst dir hier Eintritt in eine gemeinsame Sauna kaufen, wo du dich richtig aufwärmst, und anschließend springst du über die Leiter direkt in die eisigen Wellen des Finnischen Meerbusens. Es ist ein absolut brutales, aber enorm erfrischendes Neustart des Blutkreislaufs, nach dem du dich wie neugeboren fühlst.
💡 Tipp: Den Eintritt in die öffentliche Sauna empfehle ich online mit ausreichendem Vorlauf zu reservieren, da die Kapazität begrenzt ist und es an Wochenenden hoffnungslos ausverkauft ist.

8. Nutze das magische Licht für perfekte Fotos
Kurze Tage mögen nach einem Nachteil klingen, aber für Fotografieliebhaber stellt das winterliche Tallinn ein echtes Geschenk des Himmels dar. Dank der niedrigen Sonnenposition am Himmel bekommst du perfektes weiches Licht den ganzen Tag über, sodass du dich nicht nur auf Morgen- oder Abendfotografie hetzen musst wie im Sommer.
Die Kombination dieses Lichts, der historischen Stadtmauern und der Schneedecke schafft außergewöhnlich fotogene Szenen. Vergiss nicht, Ersatzbatterien für Kamera und Handy in die Taschen zu stecken, denn bei eisiger Witterung entlädt sich jegliche Elektronik wesentlich schneller als normal.
💡 Tipp: Die besten Aufnahmen machst du in den engen Gassen rund um die Straßen Pikk und Lai, wo sich die langen Schatten wunderschön an den farbigen Fassaden alter Häuser brechen.

9. Gehe durch die abendlich beleuchteten Gassen
Sobald die Sonne untergeht, was im Dezember schon früh am Nachmittag geschieht, bekommt die estnische Hauptstadt ein völlig neues geheimnisvolles Gesicht. Steuere die zauberhafte Katharinenpassage (Katariina käik) an, eine halb versteckte Gasse gesäumt von mittelalterlichen Grabsteinen und alten Gewölben.
Abends gehen überall alte Laternen an und das ganze Viertel taucht ein in wundervolle nordische Melancholie. Die Touristen von den Kreuzfahrtschiffen sind längst abgereist und du hast die ältesten Teile der Stadt oft ganz für dich allein.
💡 Tipp: Beende den Spaziergang am massiven Geschützturm Kiek in de Kök, dessen Umgebung im Winter sehr eindrucksvoll beleuchtet ist.

10. Verbinde den Advent mit einem Ausflug nach Finnland
Wenn du schon so weit in den Norden reist, wäre es eine riesige Schande, nicht noch ein weiteres Land zu sehen. Vom Tallinner Hafen fahren jeden Tag riesige und komfortable Fähren ins benachbarte Helsinki. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden und ein Ticket für Fußgänger kostet dich im Angebot sehr wenig.
Du kannst dir so einen perfekten Tagesausflug machen, über die finnischen Märkte am Senatsplatz schlendern, dich in der modernen Bibliothek Oodi aufwärmen und abends zurück in die estnische Hauptstadt fahren. So bekommst du den Besuch zweier schöner nordischer Städte zum Preis eines Urlaubs.
💡 Tipp: Fährtickets kaufst du immer mit Vorlauf über das Internet, du sparst dadurch dutzende Euro gegenüber dem Kauf in letzter Minute direkt am Hafenterminal.

Wo du in Tallinn während der Adventszeit übernachten kannst
💡 Tipp: Wir suchen Unterkünfte am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornierungsbedingungen gibt. Tickets und Ausflüge lohnt es sich, über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die Wahl des richtigen Viertels ist für einen Winteraufenthalt absolut entscheidend. Buche deine Unterkunft ruhig ganze Monate im Voraus, denn die Nachfrage nach Adventswochenenden ist riesig. Die gute Nachricht ist, dass eine Übernachtung hier immer noch etwas erschwinglicher ausfällt als im benachbarten Helsinki. Wähle Hotels direkt in der Altstadt oder in unmittelbarer Nähe, damit du bei frostigem Wetter nicht weit fahren musst.
Hier sind fünf konkrete Tipps für tolle Unterkünfte:
- Nunne Boutique Hotel: Gemütliches Boutique-Hotel direkt im historischen Zentrum. Eine bessere Lage für Adventsspaziergänge wirst du kaum finden.
- The Burman Hotel: Großartige Fünf-Sterne-Wahl für alle, die nach einem Tag auf dem frostigen Platz in ein richtig komfortables Zimmer ohne Kompromisse kommen wollen.
- Hyatt Place: Modernes Hotel unweit des Hafens, was du sehr schätzen wirst, wenn du absolute Sicherheit bei der Servicequalität haben möchtest.
- Fat Margaret’s: Sauberes und zuverlässiges Hostel unweit der Stadtmauern, das sich als ideale Basis für Reisende mit kleinerem Budget eignet.
- Hotel Telegraaf: Ikonisches historisches Gebäude mit eigenem luxuriösen Wellnesscenter, wo du dich nach einem ganzen Tag draußen in der Kälte wunderbar aufwärmen kannst.
Rechne damit, dass die Zimmerpreise im Dezember ihr Jahresmaximum erreichen. Die Stadt wird nämlich in dieser Zeit komplett von Zehntausenden Finnen und Briten überschwemmt, die für verlängerte Wochenenden herfliegen. Mit einer rechtzeitigen Buchung findest du aber problemlos einen schönen Platz zu vernünftigen Preisen.

Was du sonst noch im winterlichen Estland erleben kannst
Wenn du dich entscheidest, die Grenzen der Hauptstadt zu verlassen, erwartet dich raue und wunderschöne nordische Natur. Die Esten nehmen das Saunieren unglaublich ernst. Falls du im Februar hier bist, fahr ins bezaubernde Winterhauptstadt Otepää zum Sauna-Marathon, bei dem Menschenmassen bei frostiger Witterung zwischen verschiedenen Saunen hin- und herlaufen. Du findest hier auch großartige Langlaufloipen.
Ein riesiges Unikum sind die berühmten Eisstraßen, die im Winter das Festland mit den Inseln verbinden. Die allerlängste zwischen den Häfen Rohuküla und Heltermaa misst unglaubliche 26,5 Kilometer. Diese einzigartigen Straßen auf dem zugefrorenen Meer öffnen sich aber nur bei ausreichend dickem Eis, sodass sie in milden Wintern überhaupt nicht funktionieren.
Mit viel Glück kann sich hier ein großer Reisetraum erfüllen: die Beobachtung von Polarlichtern. Estland liegt zwar nicht so weit im Norden wie das finnische Lappland, aber in klaren Winternächten außerhalb der Lichtverschmutzung der Stadt besteht diese Chance durchaus.

Was der Advent in Tallinn kostet
Estland gehört heute definitiv nicht mehr zu den günstigen Destinationen, also bereite dich lieber auf ein Budget entsprechend dem üblichen europäischen Standard vor. Hin- und Rückflugtickets mit Umstieg bekommst du ab etwa 150 bis 250 Euro. Alternativ kannst du die günstigere Fähre von Helsinki nutzen, die im Angebot rund 20 Euro pro Strecke kostet.
Für eine Nacht im Doppelzimmer eines besseren Hotels während der Adventswochenenden zahlst du üblicherweise 105 bis 185 Euro. Essen auf den Märkten liegt meist bei 6 bis 10 Euro pro Portion und warme Getränke kosten dich einen ähnlichen Betrag. Ein orientierendes Tagesbudget für einen komfortableren Aufenthalt mit Abendessen in Restaurants liegt somit bei 105 bis 145 Euro pro Person.
Estnische Weihnachtsbräuche und -traditionen
Die nordischen Weihnachten unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von unseren und in ihnen vermischen sich Christentum mit uralten heidnischen Ritualen. Das Wort selbst, Jõulud (Weihnachten), stammt vom altnordischen Ausdruck für die Wintersonnenwende und die hiesigen Feiertage haben bis heute einen sehr naturverbundenen Charakter.
Die größte Attraktion für Kinder ist zweifellos Jõuluvana, der Weihnachtsgroßvater. Der kommt persönlich und verteilt Geschenke nicht einfach umsonst. Jedes Kind muss ihm ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen, sonst darf es sein ersehntes Päckchen einfach nicht auspacken. Die Esten nehmen diese Tradition wirklich ernst und die ganze Familie übt wochenlang vorher die Verse.
Eine interessante Besonderheit ist auch die traditionelle Sauna am Heiligabend. Sie wird schon ab dem frühen Morgen angeheizt und die komplette Reinigung von Körper und Seele muss noch bei Tageslicht abgeschlossen sein. Erst nach ordentlichem Aufwärmen und anschließender Abkühlung setzen sich die Einheimischen an die festliche Tafel.
Essen, Kerzen und Weihnachtsfrieden
Auf dem Heiligabend-Tisch darf eine riesige Menge an Essen nicht fehlen. Nach altem Aberglauben soll man an Heiligabend sieben- bis neunmal essen, denn wer sieben Gänge schafft, erhält im neuen Jahr die Kraft von sieben Männern. Die Speisereste werden dann oft über Nacht auf dem Tisch gelassen als Bewirtung für die Geister der Ahnen, die zur Sonnenwende nach Hause zurückkehren. Wir wärmen uns auf den Märkten gerne mit herrlichem Glühwein Glögi auf und nehmen dazu traditionelle Bratkartoffeln mit hausgemachtem Käse oder köstliche Lebkuchen Piparkook. An den Ständen werden üblicherweise auch klassische Fleischspezialitäten wie Verivorst (Blutwurst mit Preiselbeeren-Marmelade) oder Sült (Sülze) verkauft, die zu den hiesigen Feiern untrennbar dazugehören.
Ein starkes visuelles Erlebnis ist der Gang an den örtlichen Friedhöfen vorbei. Am Heiligabend zünden die Esten Tausende von Kerzen auf den Gräbern ihrer Verwandten an. In der Sowjetzeit wurde aus diesem Brauch ein stiller landesweiter Ausdruck des Widerstands gegen den aufgezwungenen Atheismus, und bis heute hat diese Tradition enorme Kraft.
Wenn du direkt an Heiligabend in Tallinn bist, lass dir auf keinen Fall die Verkündung des sogenannten Weihnachtsfriedens (Jõulurahu) entgehen. Der Bürgermeister liest ihn feierlich vom Balkon des mittelalterlichen Rathauses direkt über dem Marktplatz ab. Die Stadt beansprucht zudem den Titel des Ortes, an dem der allererste öffentliche Weihnachtsbaum Europas stand. Der tallinner Tradition zufolge stellten ihn Mitglieder der Bruderschaft der Schwarzhäupter bereits im Jahr 1441 hier auf.
Weiterlesen
- Estonsko: 25 tipů, co vidět a zažít
- Kdy jet do Estonska a jaké je tam počasí
- Nejlepší vánoční trhy v Evropě: 20 tipů na dokonalý advent
Häufig gestellte Fragen
Wann genau beginnen und enden die Weihnachtsmärkte in Tallinn?
Das Rathaus hat den offiziellen Termin für die kommende Saison noch nicht veröffentlicht, aber traditionell öffnen sich die Tore Ende November und die festliche Atmosphäre dauert bis Ende Dezember oder Anfang Januar. Sobald die Daten bestätigt sind, findest du sie auf der offiziellen Website christmasmarket.ee.
Was muss ich auf dem Markt unbedingt probieren?
Ich empfehle dir auf jeden Fall, die traditionellen Lebkuchen piparkook zu probieren und dich mit dem süßen Glühwein glögi aufzuwärmen. Bei den fleischlosen Gerichten solltest du dir die hervorragenden Ofenkartoffeln mit hausgemachtem Käse oder das ausgezeichnete estnische Schmorkraut hapukapsas nicht entgehen lassen. An den Ständen wird auch die lokale Fleischspezialität verivorst (Blutwurst mit Preiselbeerkonfitüre) verkauft.
Ist es im Dezember an der Ostsee wirklich sehr kalt?
Rechne mit Durchschnittstemperaturen um den Gefrierpunkt, aber aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit vom Meer und des eisigen Windes wirkt die Kälte viel intensiver. Entscheidend ist hochwertige Kleidung im Zwiebellook, eine wirklich warme Mütze und wasserdichte Schuhe mit fester Sohle.
Wie viele Tage sollte ich für die Erkundung einplanen?
Für den Weihnachtsmarkt selbst und einen gemütlichen Spaziergang durch die märchenhafte Altstadt reichen dir zwei volle Tage völlig aus. Wenn du aber auch die fantastischen lokalen Museen besuchen oder einen Fährausflug ins benachbarte Finnland machen möchtest, plane für die Reise mindestens ein verlängertes Wochenende ein.
Wie komme ich ins Zentrum und wo kann ich parken?
Vom Flughafen bringt dich die bequeme Straßenbahn Nummer 4 in etwa zwanzig Minuten ins Zentrum. Wenn du mit dem Auto anreist, ist das Parken direkt am historischen Kern extrem teuer. Es lohnt sich, die Park+Ride-Parkplätze am Stadtrand zu nutzen oder ein Hotel zu suchen, das eigene Parkplätze im Übernachtungspreis anbietet.
Ist der Tallinner Advent auch für kleinere Kinder geeignet?
Absolut! Der ganze Platz wirkt sehr märchenhaft und Kinder werden sicher vom riesigen beleuchteten Baum begeistert sein. Ein großer Hit ist auch die städtische Eislaufbahn mit Plastikstützen in Tierform oder der Besuch des interaktiven Museums Lennusadam mit dem riesigen U-Boot.
Wer bringt in Estland die Weihnachtsgeschenke?
Die Geschenke bringt Jõuluvana, der Weihnachtsgroßvater, der die Kinder persönlich direkt am Heiligen Abend besucht. Die Tradition schreibt vor, dass jeder Beschenkte ihm vor dem Auspacken des Geschenks ein kurzes Gedicht vortragen oder ein Lied singen muss.
Was ist die Tradition des örtlichen Weihnachtsbaums?
Laut Tallinner Tradition haben Mitglieder der Bruderschaft der Schwarzhäupter auf dem Rathausplatz bereits im Jahr 1441 den ersten öffentlich ausgestellten Baum aufgestellt. Um den Titel des ersten Weihnachtsbaums Europas streitet sich die Stadt aber bis heute freundschaftlich mit der benachbarten lettischen Stadt Riga.
Sind die Stände auch direkt am Heiligen Abend geöffnet?
Ja, das Weihnachtsdorf funktioniert auch während der Weihnachtsfeiertage selbst, was die Stadt zu einem großartigen Ort für eine ruhige Auszeit von zu Hause macht. Tallinn ist an diesen Tagen sehr still und die klassische Vorweihnachtshektik wird durch eine unerwartet ruhige Atmosphäre ersetzt.
Kann man an den Ständen normalerweise mit Karte zahlen?
Estland ist eines der am stärksten digitalisierten Länder der Welt, sodass du mit der Kartenzahlung oder dem Handy auch bei kleineren Verkäufern auf dem Markt keinerlei Probleme haben wirst. Bargeld in Euro brauchst du wirklich nur minimal, zum Beispiel für kleines Trinkgeld.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.
Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (einfaches Monatsabo) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Finde die besten Erlebnisse
Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!





