Urlaub in Tunesien: 22 Tipps, was du sehen musst und wo ans Meer 2026

TL;DRTunesien ist die günstigste Möglichkeit, an ein wirklich warmes Meer zu kommen: Flugzeit unter drei Stunden und All-inclusive oft billiger als Halbpension in Kroatien. Djerba hat das wärmste Meer (im August 29,6 °C, im Oktober noch 26,5 °C) und im Sommer regnet es an nur 0,1 Tagen im Monat. Neben den Stränden verstecken sich hier aber Karthago, das blau-weiße Sidi Bou Said, die Mosaiken im Bardo und das Amphitheater in El Djem, eine der besterhaltenen römischen Arenen der Welt. Zum Greifen nah sind auch die Sahara und die Filmkulissen aus Star Wars. ⚠️ Der Dinar ist eine geschlossene Währung, du kannst ihn weder vorab kaufen noch ausführen, und Vegetarier müssen lernen, „ohne Thunfisch“ zu sagen.

Tunesien ist für Reisende aus Deutschland wohl die günstigste Möglichkeit, an ein wirklich warmes Meer zu kommen, und dazu bist du in unter drei Stunden da. Während du für einen ähnlichen Preis eine Woche in einem bescheidenen Apartment in Kroatien bekommst, warten hier gleich volle Buffets im Rahmen von All-inclusive. Viele Leute verlassen leider nie die Tore ihres Hotelresorts – und das ist ewig schade, denn dieses nordafrikanische Land bietet weit mehr als bloße Liegen am Pool.

Wenn dich gerade der Urlaub in Tunesien reizt, gib dich auf keinen Fall nur mit Drinks unter dem Sonnenschirm zufrieden und mach dich auf, um die großartige lokale Kultur zu entdecken. Reisende fragen sehr oft, was man in Tunesien sehen sollte, und die Antwort ist eine bunte Mischung aus antiken Ruinen, quirligen Märkten und faszinierender Wüstenlandschaft. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so wirkt: Dieses Reiseziel bietet ein tolles Abenteuer auch für alle, die sonst eher individuell auf eigene Faust unterwegs sind.

In diesem Artikel findest du gleich 22 Tipps für konkrete Orte, von Küstenorten bis zu den Sanddünen der Sahara, zu denen sich ein Ausflug definitiv lohnt. Ich habe für dich außerdem detaillierte Wettertabellen Monat für Monat vorbereitet, die auf echten Zehnjahresdaten beruhen, Tipps zum Verkehr mit den Sammel-Kleinbussen Louage oder den gelben Taxis mit Taxameter und Empfehlungen zur Unterkunft. Es fehlt auch nicht der ehrliche Teil darüber, worauf du in diesem muslimischen Land achten solltest, wie es sich mit dem Bezahlen im lokalen Dinar verhält und dass du – obwohl Arabisch Amtssprache ist – mit Französisch fast überall gut zurechtkommst.

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Die Insel Djerba hat das wärmste Meer des ganzen Landes: Im August erreicht das Wasser unglaubliche 29,6 °C und selbst im Oktober hält es sich bei sehr angenehmen 26,5 °C.
  • Im Juli und August klettern die Temperaturen im Süden über 33 °C und es regnet statistisch nur an 0,1 Tagen im Monat – um ständige Sonne musst du dir also wirklich keine Sorgen machen.
  • Die angenehmsten Monate zum Erkunden und für Ausflüge ins Landesinnere sind eindeutig April, Mai, September und Oktober, wenn du die brütende Hitze elegant umgehst.
  • Das historische Karthago, das blau-weiße Städtchen Sidi Bou Said und die alte Medina in Tunis stehen auf der UNESCO-Liste und du fährst sie einfach mit einer einzigen Vorortbahn ab.
  • Das monumentale Amphitheater in El Djem zählt zu den besterhaltenen römischen Arenen der Welt und begeistert laut Bewertungen verlässlich sogar die, die mit antiken Denkmälern sonst wenig anfangen können.
  • Die endlose Sahara ist buchstäblich zum Greifen nah, und von Djerba aus werden ganz normal großartige zweitägige Jeep-Touren direkt zwischen die Dünen angeboten.
  • Der Dinar ist eine geschlossene Währung, du kannst ihn weder legal vorab bei uns kaufen noch aus dem Land ausführen – wechsle dein Geld also grundsätzlich erst nach der Ankunft am Flughafen.
  • Auch wenn die nordafrikanische Küche sehr fleischlastig ist, essen Vegetarier in Tunesien sehr gut – du musst nur lernen, überall zu betonen, dass du dein Essen strikt ohne Thunfisch möchtest.

Warum nach Tunesien reisen (und für wen es nicht passt)

Vielleicht zögerst du noch, ob genau dieser Teil Nordafrikas die richtige Wahl für deine diesjährigen freien Tage ist. Schauen wir uns im Detail an, worin dieses Reiseziel absolut glänzt und wem ich im Gegenteil empfehle, sich lieber nach anderen Ecken der Welt umzusehen. ☺️

6 Gründe, warum sich die Reise nach Tunesien lohnt

Preis-Leistungs-Verhältnis: Es ist eines der günstigsten All-inclusive-Reiseziele, wo du für dein Geld einen sehr großzügigen Service bekommst. Oft kostet dich der Aufenthalt in einem schönen Hotel mit Verpflegung von morgens bis abends weniger als die bloße Anmietung eines Apartments irgendwo in Südeuropa, zu der du dann noch umständlich Essen und Flüge dazukaufen müsstest.

Sehr warmes Meer und lange Saison: Baden kannst du hier bequem von Juni bis Ende Oktober, wobei die Wassertemperatur im Süden eher an ein Thermalbad erinnert. Wenn du empfindlich gegen Kälte bist und dir im Mittelmeer sonst die Zähne klappern, wirst du hier höchstwahrscheinlich absolut begeistert sein.

Drei verschiedene Tunesien in einem: Während eines einzigen Urlaubs kannst du typische Entspannung an der Küste erleben, dich in den Gassen einer uralten Medina voller bunter Teppiche und Keramik verlieren und gleich darauf in die Stille der endlosen Wüste aufbrechen. Kaum ein Land bietet auf so kleiner Fläche derart riesige und wunderschöne Kontraste.

Antike Denkmäler ohne Menschenmassen: Reisende loben sehr oft, dass du die hiesigen wunderbar erhaltenen römischen Ruinen relativ in Ruhe besichtigst, ohne dich mit Hunderten anderer Touristen zu drängen. Die Atmosphäre an Orten wie El Djem hat angeblich gerade wegen der geringeren Besucherzahl einen enormen Zauber.

Nähe und leichte Erreichbarkeit: Direkte Charterflüge aus Deutschland bringen dich in unter drei Stunden Flugzeit zu den Flughäfen Enfidha, Djerba oder Monastir – eine absolut ideale Wahl auch für Familien mit kleineren Kindern. Es erwarten dich keine langwierigen Umstiege oder ermüdende Zeitverschiebungen, du steigst einfach ein und liegst kurz darauf in der Sonne.

Sahara und Filmkulissen aus Star Wars: Im Süden des Landes entdeckst du faszinierende Salzseen und verlassene Wüstenkulissen, die angeblich absolut fantastisch aussehen und Filmfans aus aller Welt anziehen. Der Ausflug in die Dünen ist für viele der heimliche Höhepunkt des ganzen Aufenthalts, an den sie danach mit Liebe zurückdenken.

Für wen Tunesien nicht passt

Auch wenn dieses Land einen enormen Zauber hat, will ich dich nicht anlügen: Es ist definitiv kein Reiseziel für jeden. Wenn du dich in einem der folgenden Punkte wiederfindest, solltest du vielleicht lieber Flüge nach Spanien oder Griechenland ins Auge fassen, damit du vor Ort nicht unnötig genervt bist.

  • Wer das Bedrängen in den Medinas und das Feilschen nicht ausstehen kann, denn die Händler können wirklich unglaublich hartnäckig und lautstark sein.
  • Wer außerhalb der Resorts automatisch europäischen Servicestandard erwartet, penibel saubere Straßen und allgemeine gesellschaftliche Ordnung.
  • Wer große Hitze schlecht verträgt, denn im Sommer klettern die Temperaturen in der Sonne locker über 33 °C und die Luft flimmert regelrecht.
  • Wer im Urlaub überall frei Alkohol trinken möchte, denn es ist ein muslimisches Land und Bier oder Wein bekommst du vor allem in Hotels oder speziellen Touristenlokalen.
  • Wer sich absolut nicht mit geschlossener Währung und Bargeld herumschlagen will, denn mit Karte zahlst du nur in besseren Restaurants oder Supermärkten in großen Städten – überall sonst regiert schlicht der Dinar.

Wann nach Tunesien reisen: Wetter Monat für Monat

Die Wahl des richtigen Termins ist absolut entscheidend, denn obwohl es Afrika ist, ändern sich die Temperaturen hier im Jahresverlauf ziemlich deutlich. Um dir die Entscheidung zu erleichtern, habe ich für dich eine detaillierte Wetterübersicht auf Basis echter Zehnjahresmittel aus den Jahren 2015 bis 2024 vorbereitet, die auf der sehr präzisen meteorologischen Reanalyse ERA5 beruhen.

Was die Meerestemperatur betrifft, stammt sie aus einem detaillierten Meeresmodell der Jahre 2019 bis 2024, also erwarte keine geschönten Schätzungen aus Reisekatalogen, sondern nackte Daten. Schauen wir zuerst auf den sonnigen Süden des Landes rund um die beliebte Insel Djerba, wo es statistisch am wärmsten an der ganzen Küste ist. 😅

MonatTagsNachtsMeerRegentageSonne/Tag
Januar17 °C10 °C15 °C2,08,8 h
Februar18 °C11 °C15 °C3,79,6 h
März21 °C13 °C17 °C2,310,6 h
April23 °C15 °C19 °C2,611,2 h
Mai27 °C18 °C22 °C2,112,0 h
Juni31 °C22 °C25 °C0,012,9 h
Juli34 °C24 °C29 °C0,013,0 h
August34 °C25 °C30 °C0,812,6 h
September31 °C24 °C28 °C2,911,2 h
Oktober28 °C20 °C26 °C3,19,8 h
November22 °C16 °C22 °C4,09,3 h
Dezember18 °C12 °C17 °C4,08,7 h
Durchschnittstemperaturen auf Djerba Monat für Monat. Luft und Niederschlag sind Zehnjahresmittel 2015–2024 aus der Reanalyse ERA5, die Meerestemperatur stammt aus einem Meeresmodell 2019–2024.

Der Norden ist kühler und regnerischer als der Süden

Während der Süden mit frühem Badebeginn lockt, haben die nördlichen Urlaubsorte wie Hammamet oder die Region um die Hauptstadt Tunis ein etwas kühleres und niederschlagsreicheres Klima. Aus den Daten sieht man schön, dass es in Hammamet im Dezember und Januar an rund 8 bis 9 Tagen im Monat regnet, während es auf dem südlichen Djerba im selben Winterzeitraum nur etwa 3 bis 4 Regentage sind.

Im Norden erwärmt sich das Meer außerdem etwas langsamer, sodass das Wasser im Mai bei Tunis und Hammamet meist frische 20 bis 21 °C hat, was angeblich eher Abhärtungsfans schätzen. Die wirklich komfortable Badesaison startet hier erst im Laufe des Juni richtig durch und hält bis Ende Oktober, wenn Luft- und Wassertemperaturen absolut ideal sind, um ganze Tage am Strand zu verbringen.

MonatTagsNachtsMeerRegentageSonne/Tag
Januar16 °C9 °C17 °C5,08,4 h
Februar17 °C9 °C15 °C6,19,3 h
März18 °C11 °C16 °C8,410,1 h
April21 °C13 °C17 °C5,311,0 h
Mai25 °C16 °C20 °C5,312,0 h
Juni29 °C20 °C24 °C1,912,8 h
Juli33 °C23 °C27 °C0,313,1 h
August33 °C23 °C28 °C2,412,6 h
September29 °C22 °C27 °C5,310,8 h
Oktober25 °C18 °C25 °C7,69,5 h
November21 °C14 °C22 °C6,78,8 h
Dezember18 °C11 °C18 °C6,68,2 h
Hammamet im Norden ist kühler und regnerischer als Djerba. Mittel 2015–2024 (ERA5), Meerestemperatur 2019–2024.

Die besten Monate je nach Urlaubstyp

  • Baden und Strandurlaub: Die ideale Wahl ist der Zeitraum von Juni bis Oktober, wenn das Meer auf Djerba von tollen 25 °C bis zu 29,6 °C im August reicht und du gar nicht mehr rauswillst.
  • Sightseeing und Sahara: Wenn du Ausflüge ins Landesinnere planst, komm von März bis Mai oder im Oktober und November hierher, wenn du den schwülen Sommertagen in Ruhe entgehst.
  • Günstigste Termine: Von November bis März bekommst du Hotels für einen Bruchteil des Preises, aber sei dir bewusst, dass es zum Baden im Meer draußen definitiv nicht reicht.
  • Was du lieber meiden solltest: Juli und August sind für lange Ausflüge ins Landesinnere und in die Wüste absolut ungeeignet, da dort brütende Hitze herrscht, die dich nur unnötig auslaugen würde.

Ramadan: was das für Touristen bedeutet

Bei der Terminwahl solltest du wissen, dass im Land regelmäßig der heilige Monat Ramadan begangen wird, dessen Termin sich jedes Jahr um rund 11 Tage nach vorne verschiebt. Die großen Strandresorts berührt das in der Praxis kaum und sie funktionieren völlig normal, aber außerhalb haben lokale Restaurants tagsüber geschlossen und das gesamte Tempo auf den Straßen ist merklich langsamer. Die Einheimischen respektieren zwar Ausländer, aber es gehört zum guten Ton, in der Öffentlichkeit nicht zu essen, trinken oder rauchen und mit der Erfrischung bis in die Privatsphäre des Hotels oder bis nach Sonnenuntergang zu warten.

Was man in Tunesien sehen sollte: 22 Tipps von Karthago bis zur Sahara

Wenn du eine Reise nach Nordafrika planst, wird dich Tunesien garantiert mit seiner enormen Vielfalt überraschen, die von antiken Denkmälern rund um die Hauptstadt über den grünen Norden und quirlige Urlaubsorte bis zu den endlosen Sanddünen im Süden reicht. Aus Deutschland kommst du sehr leicht hierher, denn direkte Charterflüge von Berlin, München oder Frankfurt zu den Flughäfen Enfidha, Djerba oder Monastir dauern rund zweieinviertel bis drei Stunden. Erfahrene Reisende empfehlen dringend, nach der Ankunft in Tunis die Schlepper im Terminal zu meiden, die überteuerte Fahrten anbieten, und lieber zum offiziellen Standplatz der gelben Taxis vor dem Gebäude zu gehen, wo du immer auf dem vorherigen Einschalten des Taxameters bestehst.

Die meisten Touristen fliegen leider ausschließlich für klassische All-inclusive-Aufenthalte hierher und kommen die ganze Woche kaum aus der Bequemlichkeit des Hotelresorts, was meiner Meinung nach ewig schade ist. Die interessantesten historischen Schätze, authentische arabische Märkte und fotogene Städtchen liegen nämlich oft nur einen Katzensprung hinter dem Zaun deines Hotels, es wäre also geradezu eine Sünde, sie nicht zu erkunden. Schauen wir uns gemeinsam das Beste an, was dieses sonnendurchflutete Land bietet, damit du aus dem Urlaub viel mehr mitnimmst als nur die Bräune von der Hotelliege.

1. Medina in Tunis: das Labyrinth auf der UNESCO-Liste

Das historische Zentrum der Hauptstadt bildet die besterhaltene Medina ganz Nordafrikas, deren schmale, verwinkelte Gassen dich sofort um mehrere Jahrhunderte zurückversetzen. Herzstück dieses pulsierenden Ortes ist die imposante Große Moschee Zaytuna, um die sich traditionelle Souks – also Märkte – erstrecken, aufgeteilt nach einzelnen Handwerken, wo sich der Duft von Gewürzen mit dem Klopfen der Kupferschmiede mischt. Reiseführer sind sich einig, dass ein Spaziergang durch dieses Labyrinth ein absolutes Muss für jeden ist, der echte arabische Atmosphäre aufsaugen möchte.

In die Medina brichst du am besten gleich am Vormittag auf, wenn die Gassen ruhiger sind und die Händler ihre Ware erst auslegen. Dich werden garantiert diverse selbsternannte Guides ansprechen, die dir den Weg zum besten Aussichtspunkt auf den Dächern zeigen wollen – darauf reagiere mit einer höflichen, aber klaren und unnachgiebigen Absage, wenn du ihnen kein saftiges Trinkgeld zahlen willst 😅. Da du dich in einem muslimischen Land befindest, denk daran, für den Stadtspaziergang Kleidung anzuziehen, die Schultern und Knie bedeckt.

2. Karthago: aus dem Reich, das mit Rom rivalisierte

Nur einen Katzensprung vom modernen Zentrum von Tunis liegen die Ruinen des sagenumwobenen Karthago, das in der Antike das Mittelmeer beherrschte und die berühmten Punischen Kriege gegen das Römische Reich führte. Heute ist es ein weitläufiger, in die UNESCO-Liste eingetragener archäologischer Park, wo zu den bedeutendsten Punkten der Hügel Byrsa, die majestätischen Überreste der Antoninus-Thermen entlang der Küste und die antiken punischen Häfen gehören. Reisende loben sehr, wie sich hier phönizische, römische und byzantinische Geschichtsschichten vor der Kulisse des funkelnd blauen Meeres durchdringen.

Die Anreise zu diesem historischen Ort ist absolut problemlos, denn Karthago liegt direkt an der Strecke der Vorortbahn TGM, die Tunis mit der Küste verbindet. Für die leichtere Orientierung an den Kassen und Denkmälern hilft dir Französisch, das in Tunesien neben dem amtlichen Arabisch sehr verbreitet ist, während du mit Englisch außerhalb der großen Touristenresorts gelegentlich an Grenzen stößt. Das weitläufige Gelände erfordert viel Gehen in der prallen Sonne, bequemes Schuhwerk und ausreichend Wasser sind also absolut notwendig.

3. Sidi Bou Said: das blau-weiße Städtchen über dem Meer

Auf einer Klippe über dem Golf von Tunis thront das malerische Städtchen Sidi Bou Said, das auf Fotos wegen seiner strahlend weißen Fassaden und der charakteristischen leuchtend blauen Türen mit schmiedeeisernen Gittern oft an die griechischen Inseln erinnert. Dieser Ort zieht seit Langem Künstler, Schriftsteller und Romantiker aus aller Welt an, die hierherkommen, um im legendären Café des Nattes zu sitzen und den Blick auf die ankernden Yachten zu genießen. Angeblich ist es einer der meistfotografierten Orte ganz Afrikas, was bei diesen malerischen, blumengesäumten Gassen kaum verwundert ☺️.

Wenn du dir Nerven sparen willst, komm entweder sehr früh am Morgen oder erst am späten Nachmittag hierher, denn über Mittag platzt dieses kleine Städtchen unter dem Ansturm der Ausflügler regelrecht aus allen Nähten. Von Tunis kommst du bequem mit dem TGM-Zug oder einem gelben Taxi hierher – bei Letzterem pass nur auf, dass der Fahrer schon zu Fahrtbeginn das Taxameter einschaltet. Die Preise in den örtlichen Cafés liegen deutlich höher als im Rest des Landes, aber für die Atmosphäre bei einem Minztee mit Pinienkernen ist es laut vielen die Sache wert.

4. Bardo: Mosaiken, wie du sie nirgends sonst siehst

Das Nationalmuseum Bardo residiert in einem prächtigen Komplex des ehemaligen Palastes des tunesischen Bey und verbirgt einen Schatz von unschätzbarem Wert. Du findest hier nämlich eine der größten und besterhaltenen Sammlungen römischer Mosaike der Welt, die ursprünglich die Böden reicher Villen in ganz Nordafrika schmückten und heute wie gigantische Gemälde an den Wänden hängen. Die Museumsräume kombinieren andalusische Architektur mit bemalten Holzdecken, was eine absolut einzigartige Kulisse für die tausende Jahre alten antiken Statuen und Artefakte schafft.

Den Eintritt ins Museum und den Souvenirkauf in der Umgebung musst du in der Landeswährung begleichen, dem tunesischen Dinar (TND), der sich in tausend Millim unterteilt. Denk daran, dass der Dinar eine streng geschlossene Währung ist, was bedeutet, dass du das Geld nicht von zu Hause mitbringen darfst, sondern Euro oder Dollar erst nach der Ankunft in Tunesien wechseln musst. Vor dem Abflug musst du dann alle übrigen Dinar ausgeben oder am Flughafen zurücktauschen, wofür die Wechsler den ursprünglichen Umtauschbeleg von dir verlangen.

5. Hammamet: Kasbah, Medina und die besten Strände des Nordens

Hammamet gehört zu den ältesten und beliebtesten Urlaubsorten des Landes, wohin Touristen wegen der breiten Strände mit feinem, hellem Sand und dem sanften Einstieg ins Meer kommen. Neben der modernen Hotelzone findest du hier eine wunderschöne alte Medina und die majestätische Festung Kasbah, die direkt am Meeresufer steht und zauberhafte Blicke über die ganze Küste bietet. Innerhalb der erhaltenen Mauern verbergen sich stille Wohngassen voller weißer Häuschen und blühender Gärten, wo man sich hervorragend vor der Mittagshitze verstecken kann.

Wenn du überlegst, wohin in den Urlaub im September, sind gerade die Nordküste Tunesiens und Hammamet zu dieser Zeit eine absolut ideale Wahl, denn das Meer ist aufgewärmt und die Sommermassen verschwinden langsam. In besseren Hotels, größeren Restaurants und modernen Supermärkten in Hammamet zahlst du problemlos mit Karte, aber auf den Märkten in der Medina und in kleineren Läden regiert ausschließlich Bargeld. Trag immer genug Kleingeld und Scheine kleinerer Nennwerte bei dir, denn Händler haben oft nicht heraus.

6. Nabeul: Keramik und Gewürze

Die Stadt Nabeul, nur einen Katzensprung von Hammamet entfernt, gilt als Hauptstadt der tunesischen Keramik, die hier eine mehrere Jahrhunderte lange Tradition hat. Die örtlichen Werkstätten produzieren wunderschön verzierte Schalen, Teller und Kacheln mit typischen andalusischen und osmanischen Motiven, bei deren Herstellung du den geschickten Handwerkern oft direkt über die Schulter schauen kannst. Die Stadt lebt vor allem während des großen Freitagsmarktes auf, wenn Händler aus der weiten Umgebung zusammenkommen und die Straßen von Bergen frischer Gewürze, Kräuter und Zitrusblüten durchduftet werden.

Für die Fahrt zwischen Hammamet und Nabeul empfehle ich dir wärmstens, das Verkehrsmittel namens Louage auszuprobieren – das sind die typischen achtsitzigen Sammel-Kleinbusse mit bunten Streifen. Diese Kleinbusse haben einen festgelegten Preis und eine feste Route und funktionieren nach einem sehr einfachen Prinzip, denn sie fahren genau in dem Moment vom Standplatz ab, wenn alle acht Plätze belegt sind. Es ist eine unglaublich billige, schnelle und authentische Art, sich sicher zwischen tunesischen Städten gemeinsam mit den Einheimischen zu bewegen.

7. Cap Bon und die Thermalquellen von Korbous

Die Halbinsel Cap Bon ragt ins Mittelmeer in Richtung des italienischen Siziliens hinaus, und die Einheimischen nennen sie liebevoll den grünen Garten Tunesiens. Diese fruchtbare Region ist übersät mit Zitrushainen, Weinbergen und verschlafenen Fischerdörfern, die scharf mit dem trockenen Süden des Landes kontrastieren. Die größte Attraktion der ganzen Halbinsel sind die heilenden Thermalquellen im Städtchen Korbous, wo heißes Mineralwasser direkt aus den Felsen in die kühlen Meereswellen sprudelt und so ein absolut großartiges Naturbad schafft.

Um die abgelegenen Buchten und Aussichtspunkte auf der Halbinsel Cap Bon zu erkunden, mietest du dir am besten ein eigenes Auto, denn der öffentliche Verkehr fährt hier nur sehr sporadisch. Wenn du dich fürs Fahren entscheidest, lass erhöhte Vorsicht walten, denn der tunesische Verkehr kann sehr chaotisch sein und Vorschriften werden hier eher als unverbindliche Empfehlungen aufgefasst. Kümmere dich vor der Reise unbedingt um eine gute Reiseversicherung, damit du die Gewissheit hast, dass bei unerwarteten gesundheitlichen Komplikationen oder kleinen Unfällen auf der Straße gut für dich gesorgt ist.

8. Bizerte und der Norden

Die nördlichste Stadt ganz Afrikas bietet Besuchern eine völlig andere Atmosphäre als die klassischen Urlaubsorte an der Ostküste und wird von Touristen oft zu Unrecht übersehen. Bizerte rühmt sich eines wunderschönen alten Hafens, gesäumt von Cafés, über dem sich die massiven Mauern der Festung und die engen Gassen des alten andalusischen Viertels erheben. Die hiesigen Strände entlang der Nordküste sind viel wilder, oft von Pinienwäldern gesäumt, und vor allem findest du hier selbst mitten im Sommer Plätze, an denen du ganz allein liegst.

Weil hierher keine Massen ausländischer Touristen strömen, hat sich Bizerte seinen sehr authentischen Charakter bewahrt, was auch kleine sprachliche Tücken mit sich bringt. Mit Englisch kommst du hier laut Erfahrungen von Reisenden nicht weit, es ist also der ideale Moment, die Grundlagen des Französischen aufzufrischen oder dich auf Übersetzer-App und Gestik zu verlassen. In den örtlichen Lokalen am alten Hafen kannst du einen vorzüglichen Kaffee genießen und den Fischern zusehen, wie sie ihre Netze genau so entwirren, wie sie es schon seit Jahrhunderten tun.

9. Sousse: Medina, Ribat und quirliger Urlaubsort

Sousse gehört zu den lebendigsten Städten Tunesiens und schafft es meisterhaft, den Trubel eines modernen Ferienorts mit tiefer Geschichte zu verbinden. Sein Herz ist die weitläufige, in die UNESCO-Liste eingetragene Medina, über die ein imposantes befestigtes Kloster namens Ribat Wache hält, dessen hoher Wachturm einen fantastischen Blick über Stadt und Hafen bietet. Liebhaber der Geschichte und eines leichten Gruselns im Nacken sollten laut Reiseführern auch die ausgedehnten frühchristlichen Katakomben nicht auslassen, die sich über mehrere Kilometer unter der Stadt erstrecken.

Beim Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Medina von Sousse stößt du auf Hunderte von Läden mit Keramik, Lederwaren und getriebenen Lampen, wo von dir das Feilschen um den Preis erwartet wird. Denk immer daran, dass Tunesien ein traditionelles muslimisches Land ist – auch wenn du in einer Touristenstadt bist, geh nicht in Strandkleidung oder mit tiefen Ausschnitten in die Medina und zu den Denkmälern. Das Respektieren der lokalen Kleidungssitten sichert dir eine viel herzlichere Behandlung durch die Händler und du entgehst unerwünschten Blicken.

10. Monastir: Mausoleum und Festung aus Filmen

Das benachbarte Monastir ist etwas ruhiger als das quirlige Sousse, und seine Dominante ist zweifellos der riesige steinerne Ribat, der als schönstes militärisches Bauwerk islamischer Architektur in Nordafrika gilt. Diese uralten Mauern erkennst du vielleicht auch von der Kinoleinwand, denn hier wurde die legendäre Komödie „Das Leben des Brian“ sowie der historische Monumentalfilm „Jesus von Nazareth“ gedreht. Gleich neben der Festung steht das prachtvolle Mausoleum von Habib Bourguiba, dem ersten tunesischen Präsidenten, mit blendend goldener Kuppel und hohen Minaretten.

In diese Region kommst du sehr leicht, denn direkt in Monastir oder im nahen Enfidha landen die meisten Urlaubsflüge aus Mitteleuropa. Wenn du die Reise auf eigene Faust und nicht über ein Reisebüro planst, wirf einen Blick auf die Tipps, wie du günstige Flüge findest, denn außerhalb der Sommerhauptsaison gibt es einzelne Flüge zu sehr günstigen Preisen. Monastir selbst hat ein recht kompaktes Zentrum, das du problemlos an einem angenehmen Nachmittag zu Fuß durchgehst.

11. El Djem: das römische Amphitheater, das den Atem raubt

Beim Anblick des Kolosseums im Städtchen El Djem glaubst du kaum, dass du nicht in Rom selbst stehst, denn es ist eine der größten und besterhaltenen römischen Arenen der ganzen Welt. Dieses monumentale, in die UNESCO-Liste eingetragene Bauwerk fasste in seiner Zeit über dreißigtausend Zuschauer, die hierherkamen, um blutige Gladiatorenkämpfe und Kämpfe mit wilden Tieren zu sehen. Die Farbe der Sandsteinblöcke ändert sich zudem großartig, je nachdem, wie gerade die Sonnenstrahlen auf sie fallen.

Gegenüber seinem berühmteren italienischen Bruder hat El Djem den enormen Vorteil, dass du hier nicht stundenlang in Schlangen stehst und den ganzen Komplex viel freier erkundest. Besucher loben sehr, dass man bis in die obersten Ränge der Zuschauertribüne hinaufsteigen kann für einen perfekten Blick, und umgekehrt in die verwinkelten Untergeschosse hinabsteigen, wo in dunklen Verliesen die Gladiatoren auf ihr Schicksal warteten. Die Arena liegt an der Haupteisenbahnstrecke, du kommst also leicht mit dem Zug aus Sousse oder Tunis hierher.

12. Kairouan: die heiligste Stadt Tunesiens

Kairouan ist die viertheiligste Stadt des Islam gleich nach Mekka, Medina und Jerusalem, und ihre spirituelle Atmosphäre spürst du auf Schritt und Tritt. Die Dominante der ganzen Stadt ist die überwältigende Große Moschee mit mächtigem Minarett und riesigem Innenhof, die als architektonisches Vorbild für alle weiteren Moscheen Nordafrikas dient. Sehenswert sind auch die antiken Aghlabiden-Becken, die einst die ganze Stadt mit Wasser versorgten, sowie unzählige Handwerkswerkstätten, denn Kairouan ist berühmt für die Herstellung der hochwertigsten geknüpften Teppiche.

Beim Besuch dieser stark religiösen Stadt musst du die Kleidungsregeln sehr streng beachten, denn der Zutritt zu den heiligen Arealen ist für unangemessen gekleidete Touristen völlig untersagt. Denk auch daran, dass Nichtmuslime die Gebetsräume nicht direkt betreten dürfen, aber ihre wunderschön verzierten Innenräume mit Dutzenden Säulen durch die geöffneten Türen vom Innenhof aus betrachten und fotografieren können. Der Spaziergang durch die örtliche Medina ist dagegen voller Leben und du triffst hier garantiert auf Händler, die dich gerne in ihre Werkstatt auf einen Tee einladen.

13. Djerba: die Insel mit dem wärmsten Meer

Die Insel Djerba im äußersten Süden des Landes ist ein absolutes Paradies für Bade- und Sonnenliebhaber, denn die Einheimischen behaupten stolz, hier unglaubliche 320 Sonnentage im Jahr zu haben. Die schönsten langen Strände mit hellem Sand ziehen sich überwiegend an der Nordostküste entlang und bieten einen sehr flachen, sanften Einstieg ins Wasser, den vor allem Familien mit kleineren Kindern schätzen. Das Meerwasser ist hier dank der südlichen Lage um einige Grad wärmer als in den Urlaubsorten im Norden, die Badesaison dauert hier also deutlich länger.

Die Anreise auf die Insel ist für Touristen maximal bequem, denn internationale Flüge landen direkt am örtlichen Flughafen Djerba-Zarzis und die Transfers zu den Hotels dauern nur ein paar Dutzend Minuten. Die Insel ist mit dem Festland durch einen römischen Damm verbunden, sodass sich von hier aus problemlos Ausflüge in die Wüste auf dem Festland unternehmen lassen, ob mit dem Mietwagen oder mit einer organisierten Tour. Djerba hat insgesamt eine viel entspanntere Inselatmosphäre und die Zeit vergeht hier merklich langsamer als im Rest Tunesiens.

14. Houmt Souk: die Hauptstadt von Djerba

Verwaltungszentrum der ganzen Insel ist das bezaubernde Städtchen Houmt Souk, dessen Name übersetzt wörtlich „Marktplatz“ bedeutet, was seinen Charakter absolut treffend beschreibt. Im Zentrum findest du ein Geflecht von Gassen voller traditioneller Souks mit bunten Stoffen, Keramik und Schmuck, während an der Küste die massive Verteidigungsfestung Borj El Kebir aus dem fünfzehnten Jahrhundert emporragt. Nur einen Katzensprung von der Festung entfernt liegt der malerische Fischerhafen, wo jeden Tag früh am Morgen lebhafte Auktionen frisch gefangener Fische und Kraken abgehalten werden.

Auf der Insel und nach Houmt Souk kommst du am besten mit den allgegenwärtigen gelben Taxis, die außerordentlich billig sind und praktisch ununterbrochen fahren. Es gilt aber wieder die wichtige Regel, dass du vor dem Einsteigen prüfen musst, ob der Fahrer bereit ist, das Taxameter einzuschalten, sonst kann er am Ende der Fahrt einen unsinnig hohen Touristenaufschlag von dir verlangen. Die Stadt selbst ist voller gemütlicher Cafés im Schatten von Bougainvilleen, wo du dich nach dem Einkaufen bei einem starken arabischen Kaffee ausruhen kannst.

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15. Djerbahood in Erriadh: Street Art mitten im Dorf

Das traditionelle Dörfchen Erriadh im Landesinneren von Djerba durchlief vor einigen Jahren eine unglaubliche Verwandlung, als über hundertfünfzig Künstler aus aller Welt im Rahmen eines einzigartigen Kunstprojekts hierherkamen. Sie bemalten die alten weißen Fassaden, Mauern und Türen mit Hunderten wunderschöner Murals und Street-Art-Werke und schufen so eine offene Galerie, die heute als Djerbahood bekannt ist. Dieser Ort wurde schnell zu einem der fotogensten Stopps auf der Insel, wo sich uralte Architektur ganz natürlich mit moderner Kunst durchdringt.

Der Spaziergang durch die Gassen erinnert an eine Schatzsuche, denn die wunderschönen Bilder verstecken sich oft in versteckten Durchgängen oder auf bröckelnden Mäuerchen, es lohnt sich also, hier ruhig mehrere Stunden zu verbringen. Da es sich um ein Wohndorf handelt, empfehlen Reisende, sich leise zu verhalten und die Privatsphäre der Bewohner voll zu respektieren, denen die Touristen buchstäblich in die Fenster schauen. Nimm auf jeden Fall genug Bargeld mit, denn in den kleinen örtlichen Cafés und Souvenirläden werden keine Karten akzeptiert.

16. Die Synagoge El Ghriba

Djerba ist Heimat einer der ältesten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden der ganzen arabischen Welt, deren Zentrum die wunderschöne Synagoge El Ghriba unweit des Dorfes Erriadh ist. Das Innere dieses heiligen Baus ist reich verziert mit blauen Kacheln, geschnitztem Holz und silbernen Ornamenten, was in Kombination mit den Lichtstrahlen eine sehr mystische Atmosphäre schafft. Der Legende nach birgt die Synagoge in ihren Fundamenten einen Stein aus dem zerstörten Salomonischen Tempel in Jerusalem, und jedes Jahr kommen hier Pilger aus aller Welt zusammen.

Angesichts der historischen Bedeutung und der Sicherheitslage musst du beim Betreten des Areals mit gründlichen Sicherheitskontrollen rechnen, die an die am Flughafen erinnern. Im Inneren der Synagoge gelten strenge Kleidungsregeln, Männer wie Frauen müssen sich unbedingt den Kopf bedecken und lange Hosen oder einen Rock tragen. Falls du kein passendes Tuch dabeihast, leiht dir das Personal am Eingang bereitwillig die nötigen Kopfbedeckungen, damit du dieses architektonische Juwel ohne Probleme besichtigen kannst.

17. Guellala und die Töpfertradition

An der Südküste der Insel liegt das ruhige Dorf Guellala, das seit der Antike für seine ausgezeichnete Töpferproduktion berühmt ist. Die örtlichen Handwerker fördern hochwertigen Ton aus nahegelegenen unterirdischen Lagerstätten und drehen daraus in Dutzenden kleiner Werkstätten auf traditionellen Töpferscheiben Amphoren, Schalen und Krüge, die sie dann in riesigen Tonöfen brennen. Neben den Werkstätten selbst, in die dich die Töpfer gerne zu einer Vorführung ihrer Arbeit einladen, findest du hier auch ein interessantes Museum, das den Traditionen, Hochzeiten und der Folklore von Djerba gewidmet ist.

Wenn du dir aus Guellala zerbrechliche Keramiksouvenirs mitnehmen willst, lass sie dir von den Händlern sorgfältig in mehrere Lagen Zeitungspapier einpacken, damit sie die Flugreise überstehen. Beim Kauf von Handwerksprodukten erinnere ich wieder daran, dass du tunesische Dinar nicht legal aus dem Land ausführen darfst, wechsle also nur so viel Bargeld, wie du wirklich für Geschenke und Erfrischungen ausgeben willst. Das Feilschen um den Preis ist hier eine absolute Selbstverständlichkeit, läuft aber eher freundschaftlich bei einem Gläschen süßen Minztees ab.

18. Flamingo Island und die Lagune

Die Halbinsel Ras Rmel, die die Einheimischen nicht anders als Flamingo-Insel nennen, ist ein wunderschönes Stück unberührter Natur im Norden von Djerba, wohin du mit dem Ausflugsboot vom Hafen Houmt Souk gelangst. Du findest hier eine weitläufige flache Lagune mit kristallklarem Wasser, die in den Winter- und Frühlingsmonaten ein beliebter Zwischenstopp riesiger Schwärme rosa Flamingos auf ihrer Zugroute ist. Im Sommer fliegen die Vögel zwar weg, aber der Ort verwandelt sich in ein perfektes Ziel zum Schwimmen und Faulenzen an Stränden mit feinem Sand ohne große Hotelkomplexe.

Ausflüge zur Lagune verkaufen Dutzende Agenturen und die Kapitäne der Piratenschiffe direkt im Hafen, wobei der Preis meist die Fahrt, das Baden und ein einfaches Mittagessen am Strand umfasst. Die Preise dieser Ausflüge sind nicht fest, trau dich also ruhig, mit den Schleppern bei den Booten bessere Konditionen auszuhandeln, besonders wenn du in einer größeren Gruppe reist. Vergiss nicht, Sonnencreme mit hohem Faktor und einen Hut einzupacken, denn auf den langen Sandnehrungen der Lagune hast du dich vor der grellen Sonne praktisch nirgends zu verstecken.

19. Douz: das Tor zur Sahara

Das Städtchen Douz liegt am äußersten Rand der Zivilisation und hat sich zu Recht den Beinamen Tor zur Sahara verdient, denn gleich hinter seinen Toren beginnen die endlosen Dünen des Großen Östlichen Ergs. Touristen kommen hierher für echtes Wüstenabenteuer, das Kamelritte bei Sonnenuntergang, Fahrten in Dünen-Buggys und vor allem eine magische Übernachtung in einem traditionellen Berbercamp unter dem Sternenhimmel umfasst. Jeden Dezember findet hier zudem das berühmte internationale Sahara-Festival statt, bei dem Beduinen ihre Reitkunst vorführen.

Bei der Planung des Wüstenausflugs unterschätze das Packen nicht, denn obwohl die Temperaturen tagsüber in schwindelerregende Höhen klettern, fällt die Temperatur in den Sanddünen nach Sonnenuntergang drastisch und die Nächte werden sehr kalt. Nach Douz kommst du aus den Küstenorten mit dem Bus oder den Sammel-Kleinbussen Louage, aber die meisten Reisenden bevorzugen organisierte zweitägige Ausflüge, die die gesamte Logistik und Unterkunft in der Wüste für dich lösen.

20. Tozeur, Chebika und die Bergoasen

Die Region um die Stadt Tozeur ist eine faszinierende Welt, wo aus der ausgedörrten steinigen Wüste plötzlich riesige grüne Palmenhaine emporwachsen, gespeist von unterirdischen Quellen. Die größten Juwelen dieser Region sind die nahen Bergoasen Chebika, Tamerza und Mides, die im Schatten tiefer Schluchten kauern und wo unter anderem berühmte Szenen aus dem Film „Der englische Patient“ gedreht wurden. In diesen dramatischen Schluchten mit kleinen Wasserfällen und Teichen fühlst du dich, als wärst du auf einem völlig anderen Planeten gelandet, was laut Reisenden zu den größten Erlebnissen ganz Tunesiens gehört.

Die Sammel-Kleinbusse Louage bringen dich nur in die Hauptstädte wie Tozeur, aber direkt zu den Bergoasen fährt kein regelmäßiger öffentlicher Verkehr. Um diese abgelegenen Schluchten zu erkunden, musst du einen Geländewagen mit einem einheimischen Fahrer mieten, der die Schotterwege auswendig kennt und dich auch durch anspruchsvollere Geländeabschnitte sicher führt. Aus Tozeur fahren die Jeeps jeden Tag früh am Morgen, was der ideale Zeitpunkt für eine Wanderung in den Oasen ist, bevor sich die Sonne in die aufgeheizten Felswände stemmt.

21. Filmkulissen aus Star Wars: Matmata und Ong Jemel

Die tunesische Wüste ist buchstäblich ein heiliger Ort für alle Fans der Weltraumsaga Star Wars, denn Regisseur George Lucas wählte die hiesige außerirdische Landschaft als Heimatplaneten Tatooine. Im Berberdorf Matmata kannst du einzigartige, in die Erde gegrabene unterirdische Behausungen besuchen, von denen eine als ikonisches Zuhause von Luke Skywalker diente. Unweit der Stadt Nefta mitten in den Dünen im Gebiet Ong Jemel stehen bis heute die kompletten Sandkulissen der Stadt Mos Espa, die die Filmleute nach den Dreharbeiten einfach ihrem Schicksal überließen.

Wenn du bei den Filmkulissen mitten in der Wüste ankommst, rechne damit, dass sich um sie herum ständig eine Gruppe örtlicher Souvenirverkäufer und Besitzer von Wüstenfüchsen oder Falken bewegt. Diese Leute legen dir die Tiere ungefragt auf die Schultern und verlangen dann sehr aggressiv Geld für das Fotografieren, sei also gleich von Anfang an entschieden ablehnend, wenn du auf so ein Erlebnis keinen Wert legst. Der Zutritt zu den Kulissen ist ansonsten völlig kostenlos, und am schönsten sehen sie im weichen Nachmittagslicht aus, wenn die langen Schatten ihre Formen nachzeichnen.

22. Chott el Djerid: der riesige Salzsee

Zwischen den Wüstenstädten Douz und Tozeur erstreckt sich der Chott el Djerid, die größte Salzpfanne der Sahara, die im Sommer zu einer endlosen weißen Kruste austrocknet, die in der Sonne glitzert. Eine asphaltierte Straße führt direkt quer durch diesen riesigen See und die Fahrt darauf ist ein absolut surreales Erlebnis, denn hier tritt durch die enorme Hitze sehr oft eine optische Täuschung namens Fata Morgana auf, bei der die Salzfläche scheinbar wogt und sich in eine Wasseroberfläche verwandelt. Im Winter wird die Senke dagegen teilweise mit Wasser überflutet und nimmt unglaubliche Rosa- und Violetttöne an.

Entlang der Straße, die den See durchschneidet, findest du mehrere Rastplätze mit kleinen Ständen, wo du Wüstenrosen kaufen und das kristalline Salz sicher aus der Nähe fotografieren kannst. Versuch aber unter keinen Umständen, mit deinem Mietwagen von der befestigten Asphaltstraße auf die eigentliche Salzfläche hinunterzufahren, auch wenn sie perfekt hart wirkt. Die Salzkruste ist nämlich sehr tückisch, an vielen Stellen verbirgt sich darunter tiefer Schlamm, und ein festgefahrenes Auto würdest du mitten in der Einöde nur mit enormen Schwierigkeiten und Kosten wieder herausbekommen.

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Wo in Tunesien übernachten: welche Region zu wem passt

Tunesien wird vor allem als beliebtes All-inclusive-Reiseziel verkauft, aber die Wahl der richtigen Lage ist absolut entscheidend dafür, wie sehr du den ganzen Aufenthalt am Ende genießt. Während manche Reisende eher perfekten Service und das wärmste Meer zum Baden suchen, bevorzugen andere die leichte Erreichbarkeit historischer Denkmäler und quirliger alter Märkte.

Die Lage entscheidet schlicht darüber, ob du eher einen ruhigen Strandurlaub hast oder Tage voller Entdeckung römischer Ruinen und Erkundung enger Gassen. Schauen wir uns gemeinsam die beliebtesten Regionen an, damit du genau den Urlaubsort auswählen kannst, der dir am meisten zusagt.

💡 Tipp: Neben Pauschalreisen lohnt es sich, auch das aktuelle Unterkunftsangebot in Tunesien auf eigene Faust zu vergleichen. Bei All-inclusive-Resorts lohnt es sich sehr, Bewertungen der letzten Monate zu lesen, denn die Qualität einzelner Hotels schwankt mehr als in Europa.

Überblick der Regionen

  • Djerba lockt mit dem allerwärmsten Meer und der längsten Badesaison des Landes. Reisende loben hier das ruhigere Tempo und die endlosen Strände, aber du musst damit rechnen, dass du von hier aus am weitesten von den großen historischen Denkmälern im Norden weg bist.
  • Hammamet und Yasmine Hammamet sind die ideale Wahl für alle, die der Hauptstadt Tunis und dem berühmten Karthago am nächsten sein wollen. Du findest hier sehr moderne Resorts, die laut Bewertungen außerordentlich gut und bestens für den Urlaub mit Kindern ausgestattet sind.
  • Sousse und Port El Kantaoui bilden einen sehr lebendigen Urlaubsort mit schöner Marina und vielen Möglichkeiten für Abendunterhaltung. Diese Region liegt zudem angenehm nah am überwältigenden Amphitheater in El Djem und an der historischen Stadt Monastir.
  • Monastir und Skanes schätzt du vor allem dann, wenn du den Flughafen buchstäblich in Reichweite haben und lange Transfers vermeiden willst. Die Atmosphäre ist hier merklich ruhiger als im benachbarten Sousse, was einer entspannten Erholung entgegenkommt.
  • Mahdia rühmt sich der wohl allerschönsten Sandstrände der ganzen mittleren Küste. Es ist insgesamt ein ruhiges und weniger touristisches Reiseziel, wohin man für klares Wasser und absolute Entspannung fährt.

Konkrete Unterkunftstipps

  • Radisson Blu Palace Resort & Thalasso Djerba liegt auf der Insel Djerba, und Reisende empfehlen es wegen seines gerühmten Thalasso-Centers und des wunderschönen ruhigen Strandes, an dem du dich hervorragend erholst.
  • Iberostar Selection Royal El Mansour findest du in Mahdia, und es ist ein hervorragend bewertetes Adults-only-Hotel, das direkt am gerühmten langen Sandstrand liegt.
  • Hotel Bel Azur Thalasso & Bungalows im beliebten Urlaubsort Hammamet funktioniert als riesiges Familienresort direkt am Meer, wo sich laut Gästeerfahrungen Kinder wie Erwachsene amüsieren.
  • Movenpick Resort & Marine Spa Sousse steht direkt am Sandstrand in Sousse, und ein großer Vorteil ist, dass du es von hier aus sehr nah zur historischen Medina hast.
  • Concorde Green Park Palace liegt in Port El Kantaoui und bietet ein bezauberndes weitläufiges Areal mit vielen Pools, die angeblich auch anspruchsvollsten Urlaubern zusagen.
  • Hotel Dar Said ist ein zauberhaftes kleines Boutiquehotel direkt im malerischen blau-weißen Städtchen Sidi Bou Said, was vor allem Liebhaber authentischer und romantischer Atmosphäre schätzen.

Was man in Tunesien isst: praktischer Leitfaden für Vegetarier

Die lokale Gastronomie ist stark von der französischen und arabischen Küche geprägt, wobei die Köche mit Vorliebe zu allem die scharfe Paste Harissa geben. Auch wenn die hiesige Küche für Lamm-Couscous und würzige Merguez-Würstchen berühmt ist, kommen laut Erfahrungen von Reisenden auch Liebhaber rein fleischloser Gerichte auf ihre Kosten.

Wenn du kein Fleisch isst, wird dich sicher freuen, dass die Basis vieler traditioneller Rezepte frisches Gemüse, Hülsenfrüchte und eine riesige Menge vorzüglichen Olivenöls ist. Pass nur enorm auf, dass die Einheimischen mit Vorliebe Ei und Thunfisch in fast alles geben (auch in Gemüsesalate und gewöhnliche Pizza), ohne dass es im Namen erwähnt wird. Aus diesem Grund lohnt es sich wirklich, die französischen Phrasen „sans thon“ (ohne Thunfisch) und „sans œuf“ (ohne Ei) zu lernen und dich beim Bestellen lieber immer zu vergewissern.

  • Couscous mit Gemüse gilt als absolutes Nationalgericht und in den meisten traditionellen Restaurants gibt es ganz normal auch eine rein vegetarische Version voller Kürbis, Kichererbsen und Karotten.
  • Brik ist eine absolut köstliche, knusprige dreieckige Teigtasche aus frittiertem Teig, die klassisch mit Thunfisch und Ei gefüllt wird, verlange dir daher beim Personal lieber die Variante ohne Thunfisch.
  • Lablabi ist eine dicke Kichererbsensuppe mit Stücken älteren Brotes, die von Natur aus vegetarisch ist und dich verlässlich für einen halben Tag sättigt 😅.
  • Kafteji besteht aus gebratenem und gehacktem Gemüse (typisch Kürbis, Paprika und Kartoffeln) und bildet einen vorzüglichen vegetarischen Hauptgang oder eine reichhaltige Beilage.
  • Salade mechouia ist eine fantastische Mischung aus gegrillter Paprika und Tomaten, großzügig mit Olivenöl übergossen, zu der oft frisches Baguette gereicht wird.
  • Omek houria überrascht dich als feiner Karottensalat mit einer ordentlichen Portion scharfer Harissa, der sich hervorragend gegen den kleinen Hunger eignet.
  • Harissa ist weniger ein eigenständiges Gericht als vielmehr die legendäre scharfe Paste aus Chili und Knoblauch, die buchstäblich zu allem gereicht wird und auf jedem Tisch steht.
  • Minztee mit Pinienkernen und Datteln bilden den allertypischsten Abschluss jeder guten Mahlzeit, und die Einheimischen wissen dieses süße Ritual gebührend zu genießen.

Verkehr in Tunesien: Taxi, Louage und Mietwagen

Wenn du dich entscheidest, die Tore des Hotelresorts zu verlassen und die Umgebung zu erkunden, hast du gleich mehrere recht zuverlässige Verkehrsmöglichkeiten zur Auswahl. Ob du dich für lokale Taxis, Züge oder Sammel-Kleinbusse entscheidest – das Reisen im Land ist laut Bewertungen recht billig, auch wenn es manchmal etwas Geduld und Feilschen erfordert.

Taxis und wie du das Überzahlen vermeidest

Stadttaxis erkennst du auf den ersten Blick an ihrer leuchtend gelben Farbe, und es ist absolut notwendig, schon vor der Fahrt auf dem Einschalten des Taxameters zu bestehen. Es passiert nämlich oft, besonders am Flughafen in Tunis, dass dich einheimische Schlepper gleich im Terminal ansprechen und dir eine überteuerte Fahrt anbieten. Es ist immer besser, diese Angebote mit einem Lächeln zu ignorieren, direkt zum offiziellen Standplatz draußen vor der Halle zu gehen und keinesfalls gleich ins erste am Ausgang geparkte Auto zu steigen.

Louage: Sammel-Kleinbusse zwischen den Städten

Für Fahrten zwischen den Städten nutzen Reisende sehr gerne die sogenannten Louage, das sind achtsitzige Sammel-Kleinbusse mit fester Route und festem Preis. Sie funktionieren nach einem sehr einfachen Prinzip, denn sie fahren von ihrem eigenen Standplatz schlicht erst dann ab, wenn sie ganz voll sind. Für längere Strecken entlang der Küste, besonders wenn du zu den Denkmälern willst, leistet der Zug, der die Städte Tunis, Sousse und Sfax verbindet, hervorragende Dienste, während du dich in der Umgebung der Hauptstadt leicht mit der Vorortbahn TGM fortbewegst, die clever Tunis, Karthago und Sidi Bou Said verbindet.

Mietwagen oder mit dem Ausflug fahren

Wenn du den südlichen Teil des Landes und die Oasen im eigenen Tempo erkunden willst, ergibt ein Mietwagen definitiv Sinn, aber du musst damit rechnen, dass der lokale Fahrstil merklich forscher und chaotischer ist als bei uns in Deutschland. Was Ausflüge in die eigentliche Sahara betrifft, werden diese üblicherweise organisiert mit einem erfahrenen Fahrer gemacht, wag dich also lieber gar nicht auf eigene Faust in die Sanddünen, um nicht unnötig in Schwierigkeiten zu geraten.

Was kostet ein Urlaub in Tunesien

Es wird dich sicher freuen, dass dieses nordafrikanische Land seit Langem zu den absolut günstigsten Reisezielen mit wirklich warmem Meer gehört, die du aus Europa besuchen kannst. Sehr oft kommt es sogar vor, dass dich ein hiesiger einwöchiger Aufenthalt in einem Hotel mit All-inclusive-Programm weniger kostet, als wenn du dir nur die Halbpension im beliebten Kroatien leisten würdest. Unten findest du ein Richtbudget für zwei Personen für einen einwöchigen Aufenthalt, das sich natürlich stark je nach Haupt- oder Nebensaison ändert.

  • Pauschalreise mit All-inclusive kostet dich für zwei Personen für eine Woche rund 820 € bis 1.400 €, je nach Hotelniveau und Monat.
  • Unterkunft auf eigene Faust gibt es für ein Paar im Bereich von 290 € bis 620 € für sieben Nächte, wenn du rechtzeitig suchst.
  • Essen außerhalb des Hotels ist sehr erschwinglich, und beim Essen in lokalen Restaurants rechne mit einem Betrag von 120 € bis 250 € pro Woche.
  • Verkehr mit lokalen Taxis und Sammel-Kleinbussen Louage kostet dich pro Woche knapp 40 € bis 120 €, je nachdem, wie viel du herumreist.
  • Ausflüge in die Wüste oder zu den Denkmälern mit Guide können dein Budget um rund 80 € bis 250 € für zwei Personen erhöhen.

Geld und der Dinar

Die Landeswährung ist der tunesische Dinar (TND), der sich weiter in 1.000 Millim unterteilt. Es ist äußerst wichtig zu wissen, dass der Dinar eine streng geschlossene Währung ist, was bedeutet, dass du ihn nirgends legal vorab außerhalb des Landes kaufen kannst und auch nicht in mehr als rein symbolischer Menge ausführen darfst. Wechsle Geld daher erst nach der Ankunft am Flughafen oder im Hotel und vergiss nicht, alle Umtauschbelege aufzubewahren. Vor dem Abflug musst du den Rest ausgeben oder in der Bank zurücktauschen, wofür du genau diese Papierbelege brauchst. Was das Zahlen mit Karte betrifft, funktioniert diese problemlos in Hotelresorts, in besseren Restaurants und in großen Supermärkten in den Städten, aber überall sonst regiert schlicht das Bargeld.

💡 TIPP: Lies unseren ausführlichen Ratgeber, wie du günstige Flüge findest, falls du eine Reise auf eigene Faust erwägst und sparen willst.

Worauf du in Tunesien achten solltest

Obwohl dieses Land für Touristen überwiegend sehr freundlich ist, gibt es ein paar Dinge, auf die du dich besser vorab mental einstellen solltest. Wenn du weißt, was dich erwartet, vermeidest du unnötigen Stress und genießt deinen Urlaub in absoluter Gelassenheit.

  • Bedrängen und Feilschen in den Medinas kann ermüdend sein, aber behalte im Kopf, dass ein höfliches und klar ausgesprochenes Nein nicht immer am besten funktioniert.
  • falsche „Guides“ versuchen dich oft bei den Denkmälern anzusprechen mit dem Versprechen, dich herumzuführen, verlangen aber am Ende viel Geld.
  • Taxis ohne Taxameter sind eine klassische Touristenfalle, bestehe daher immer auf dessen Einschalten schon vor Fahrtbeginn.
  • geschlossene Währung und Bargeld können unerfahrene Reisende überraschen, rechne also damit, dass du Dinar nicht ausführen darfst und außerhalb des Hotels Scheine brauchst.
  • Kleidung in Moscheen und Medinas sollte die lokale Kultur respektieren, bedeckte Schultern und Knie sind also definitiv angebracht.
  • Trinkwasser nur abgefüllt ist eine Regel, die du ausnahmslos einhalten solltest, um unangenehmen Magenbeschwerden vorzubeugen.
  • starke Sonne und Hitze bei Wüstenausflügen können tückisch sein, trag daher immer eine Kopfbedeckung und trink riesige Mengen Flüssigkeit.
  • aktuelle Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts solltest du vor jeder Reise prüfen, denn von den Grenzgebieten zu Libyen und Algerien wird seit Langem abgeraten. Lies die Reisehinweise des Auswärtigen Amts.

Tunesien mit Kindern

Familien mit kleineren Kindern lieben dieses Land, und das ist kein Wunder, denn die örtlichen Hoteliers sind auf kleine Gäste meist absolut hervorragend eingestellt. Die hiesigen Resorts bieten jede Menge Unterhaltung und Komfort, sodass sich die Eltern wirklich erholen können, während für die Kleinsten sicher gesorgt ist.

  • der flache Einstieg ins Meer im Nordosten von Djerba ist für Familien mit kleinen Kindern absolut ideal, denn das Wasser ist dort warm und sicher.
  • All-inclusive-Resorts mit Aquaparks findest du entlang der ganzen Küste, und für Kinder sind sie eine unerschöpfliche Quelle von Ferienspaß.
  • Kamele und Ponys an den Stränden laden zum Reiten ein, aber es ist fair zu erwähnen, dass am Wohl dieser Tiere oft zu zweifeln ist, es ist also gut, das vorher abzuwägen.
  • kurze Flüge aus Deutschland dauern rund drei Stunden, was auch die Kinder locker schaffen, die das Fliegen gerade nicht lieben.
  • die Tatsache, dass man sich in den Resorts auf Deutsch und Englisch verständigt, erleichtert das Klären jeglicher Anliegen rund um Kinderverpflegung oder Animationsprogramme enorm.

Wohin als Nächstes: weitere Tipps für günstigen Urlaub am Meer

Wenn du dich noch nicht ganz entschieden hast, wohin du dieses Jahr ans Meer fährst, kannst du dich in unseren weiteren Artikeln inspirieren lassen. Ich habe für dich jede Menge nützlicher Ratgeber und Tipps vorbereitet, die dir helfen, den allerbesten Urlaub zu planen.

Häufig gestellte Fragen

Zum Abschluss habe ich für dich übersichtlich die Antworten auf die allerhäufigsten Fragen zusammengestellt, die Reisende zu diesem beliebten nordafrikanischen Reiseziel üblicherweise haben. Ich hoffe, dass dir diese praktischen Infos bei der finalen Planung deiner Traumreise helfen.

Wann ist die beste Reisezeit für Tunesien?

Mai, Juni, September und Oktober gelten allgemein als die allerbesten Monate, um in dieses zauberhafte nordafrikanische Land für einen entspannten Urlaub aufzubrechen. In dieser Zeit vermeiden Sie zuverlässig die größte Sommerhitze, genießen aber gleichzeitig ein herrlich warmes Meer und sehr angenehme Abende, ideal für Spaziergänge. Sollten Sie eine Reise mitten im Sommer im August in Erwägung ziehen, müssen Sie sich psychisch und physisch auf wirklich extreme Hitze vorbereiten. Beispielsweise hat das Meer auf der beliebten Insel Djerba in diesem Monat beachtliche 29,6 °C, aber tagsüber klettern die Temperaturen im Schatten üblicherweise auf 33,7 °C, was für viele Menschen schon anstrengend sein kann.

Ist Tunesien sicher?

Touristengebiete und große Hotelresorts gelten als sehr sicher und Reisende bewegen sich dort in der Regel ohne jegliche Probleme. Die Hauptunannehmlichkeiten, auf die Sie als Touristen stoßen können, sind meist nur das übermäßige Aufdrängen von Straßenverkäufern auf den Märkten und gelegentliche Versuche, Sie bei Dienstleistungen oder Souvenirs zu übervorteilen. Erhöhte Vorsicht ist jedoch geboten, falls Sie planen, auf eigene Faust in abgelegenere Regionen zu reisen. Grenzgebiete zu Libyen und Algerien werden aufgrund erhöhter Sicherheitsrisiken generell nicht für Besuche empfohlen. Vor jeder Reise ist es daher immer am vernünftigsten, die aktuellen Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sorgfältig zu verfolgen.

Welche Währung sollte man nach Tunesien mitnehmen?

Es macht definitiv keinen Sinn, Geld noch vor dem Abflug aus Deutschland zu besorgen, denn der tunesische Dinar ist eine streng geschlossene Währung, die nicht ausgeführt werden darf und die Sie bei uns auch nicht legal kaufen können. Die beste Strategie ist, Euro oder US-Dollar mitzunehmen und diese nach und nach erst vor Ort am Flughafen, im Hotel oder in offiziellen Wechselstuben zu tauschen. Was das Bezahlen mit Karte betrifft, wird diese zuverlässig in den meisten großen Hotels und besseren Restaurants in den Städten funktionieren. Überall sonst, besonders auf traditionellen Märkten, in Medinas oder beim Bezahlen kleinerer Dienstleistungen, kommen Sie ohne lokales Bargeld definitiv nicht aus.

Kann man in Tunesien im Oktober baden?

Ja, die Herbstmonate sind für einen Aufenthalt am Meer absolut ideal und Reisende loben gerade diesen Zeitraum sehr oft. Die Temperaturen sind zu dieser Zeit schon etwas erträglicher als im heißen August, aber das Wasser bleibt nach dem ganzen Sommer noch herrlich warm und lädt geradezu zum ausgiebigen Baden ein. Wenn Sie beispielsweise auf die sonnige Insel Djerba fahren, können Sie laut Statistik damit rechnen, dass das Meer im Oktober durchschnittlich angenehme 26,5 °C hat und die Lufttemperaturen tagsüber bei sehr angenehmen 28,4 °C liegen. Ein Herbsturlaub in diesem nordafrikanischen Land ist somit die perfekte Wahl für alle, die sich den Sommer verlängern möchten.

Können sich Vegetarier in Tunesien satt essen?

Die lokale Gastronomie ist glücklicherweise recht großzügig zu Liebhabern fleischloser Kost, sodass Sie hier definitiv gut und satt werden. Traditionelle Köche arbeiten mit großen Mengen frischem Gemüse und Hülsenfrüchten, wodurch Sie Gemüse-Couscous, Kichererbsensuppe Lablabi, die gebratene Mischung Kafteji oder ausgezeichnete Salate genießen können. Sie müssen jedoch sehr darauf achten, dass Thunfisch und gekochte Eier hier gewohnheitsmäßig fast überall hinzugefügt werden, auch in Gerichten, wo Sie sie normalerweise nicht erwarten würden. Bestellen Sie daher immer kompromisslos ein Gericht „sans thon“ (ohne Thunfisch) und „sans œuf“ (ohne Ei).

Wie kommt man zur Sahara?

Ausflüge zu den Sanddünen gehören zu den absolut beliebtesten Erlebnissen, aber es wird definitiv nicht empfohlen, ohne Erfahrung auf eigene Faust in die Wüste aufzubrechen. Die meisten Reisenden wählen einen bequemen organisierten Zweitagesausflug, den Sie direkt beim Reiseleiter oder in lokalen Agenturen buchen können. Diese Ausflüge werden üblicherweise von beliebten Ferienorten wie der Insel Djerba oder der Stadt Sousse aus organisiert und beinhalten eine Fahrt im Geländewagen sowie eine Übernachtung in der Wüste. Alternativ können Sie in die Wüstenstädtchen Douz und Tozeur fahren, die als Haupttore zur Sahara dienen, und sich einen geprüften lokalen Führer mit Fahrzeug direkt vor Ort nehmen.

Brauche ich ein Visum für Tunesien?

Die gute Nachricht ist, dass für einen gewöhnlichen touristischen Aufenthalt derzeit kein Visum für deutsche Staatsbürger erforderlich ist. Sie benötigen lediglich einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate über die geplante Rückkehr in die Heimat hinaus gültig sein muss. Bei der Einreise ins Land füllen Sie einfach eine simple Einreisekarte aus, die Sie der Passkontrolle übergeben. Es ist jedoch äußerst wichtig zu bedenken, dass sich administrative Bedingungen mit der Zeit sehr schnell ändern können. Überprüfen Sie daher vor jedem Kauf von Flugtickets oder Pauschalreisen sicherheitshalber immer die aktuellsten Informationen direkt auf den offiziellen Webseiten des Auswärtigen Amtes.

Muss ich mich in Tunesien verhüllen?

Obwohl Sie sich in einem muslimischen Land befinden, sind die Bekleidungsregeln für Touristen hier sehr locker und überraschend tolerant. Auf dem Hotelgelände, am Pool und am Strand gilt völlig normale Strandkleidung, wie Sie sie aus Europa gewohnt sind. Die Situation ändert sich jedoch, sobald Sie einen Ausflug in die alten Medinas unternehmen und besonders wenn Sie planen, die Umgebung von Moscheen oder anderen religiösen Stätten zu besuchen. In solchen Fällen gehört es sich aus Respekt vor der lokalen Kultur eindeutig, Schultern und Knie bedeckt zu haben. Es reicht, einen längeren Rock oder leichte Hosen zu tragen und sich ein leichtes Tuch über die Schultern zu legen, womit Sie sich zudem elegant vor der starken Sonne schützen.

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