Du kommst zu deinem Traumurlaub nach Italien, freust dich darauf, die schönsten Strände der Toskana zu erkunden, und gleich nach der Ankunft am Ufer erwartet dich ein kleiner Schock. Du siehst endlose Reihen ordentlich aufgestellter, kostenpflichtiger Liegen mit Sonnenschirmen und weißt plötzlich gar nicht, wo du dich eigentlich mit deiner eigenen Decke hinlegen darfst. Das italienische Strandsystem kann für Mitteleuropäer etwas verwirrend sein, aber glaub mir, es hat seine klaren Regeln.
Zum Glück bietet die Toskana nicht nur kostenpflichtige Clubs mit Rundumservice, sondern versteckt auch wunderschöne wilde Buchten, Pinienhaine und dramatische Klippen. Du musst nur wissen, wohin genau du fahren solltest, was du von der jeweiligen Region erwarten kannst und wie du die unscheinbaren örtlichen Schilder richtig deutest. Ich habe für dich einen ausführlichen Ratgeber vorbereitet, der dich durch das Beste der toskanischen Küste führt.
Die Regeln der italienischen Strände sind klarer, als sie aussehen, und wenn du erst einmal weißt, wo der feinste Sand für Kinder liegt und wo du ohne Reservierung schlicht keine Chance hast, bist du besser vorbereitet als die Hälfte der Touristen, die dort jedes Jahr blindlings hinfahren.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Kostenpflichtige vs. freie Strände: Strandclubs nehmen viel Platz ein, aber das italienische Gesetz garantiert, dass mindestens 50 % der Küste frei und kostenlos zugänglich bleiben müssen (achte auf Schilder mit „spiaggia libera“).
- Preise für Liegen: Im Norden in der Versilia zahlst du üblicherweise 20 bis 40 € pro Tag, im Süden in der Maremma rund 30 € pro Set. Extreme VIP-Zelte können aber sogar über 600 € kosten.
- Drei verschiedene Küsten: Die nördliche Versilia ist lebhaft und sandig, die Mitte bei Livorno bietet wilde Felsen und der Süden in der Maremma verbirgt unberührte Natur.
- Cala Violina nur mit Reservierung: An diesen berühmten Strand kommst du nur mit einer Online-Reservierung für 1 € (max. 700 Personen pro Tag), die du genau 72 Stunden im Voraus vornehmen musst.
- Badesaison: Das Wasser in der Toskana ist von Juni bis Oktober angenehm, das wärmste Meer (rund 25 °C) erwartet dich im August.
- Blaue Flaggen: Die Toskana hat dieses Jahr 20 Blaue Flaggen für Wasserqualität und Service verteidigt, die meisten findest du an der Küste der Provinz Livorno.
- Wichtigster Tipp: Meide den italienischen Feiertag Ferragosto (15. August), wenn die Strände und Parkplätze absolut hoffnungslos überfüllt sind.

Wie italienische Strände funktionieren: stabilimento balneare vs. spiaggia libera
Das italienische Strandsystem zu verstehen ist die absolute Grundlage, um deinen Urlaub in Ruhe zu genießen. Die Küste ist in zwei unterschiedliche Welten geteilt. Die erste ist das stabilimento balneare, also der kostenpflichtige Strandclub. Hier findest du ordentliche Reihen von Sonnenschirmen, Duschen, Umkleiden, Bars und Rettungsschwimmer – aber für all diesen Komfort musst du die Miete für ein Set zahlen.
Die zweite Welt ist die spiaggia libera, also der freie Strand. Hier kannst du dich mit deinem eigenen Handtuch und Sonnenschirm ganz nach Belieben hinlegen, ohne einen einzigen Euro zu zahlen. Das italienische Gesetz sagt klar, dass mindestens 50 % der Küste frei zugänglich bleiben müssen. Das Problem ist, dass diese Abschnitte oft an den Rand der Badeorte verdrängt sind oder sich in schmalen Streifen zwischen den großen Clubs zusammendrängen.
Wenn du sparen möchtest, ist deine Hauptaufgabe, nach unscheinbaren Schildern mit der Aufschrift „spiaggia libera“ zu suchen. Manchmal triffst du auch auf die Variante „spiaggia libera attrezzata“, was einen Kompromiss bedeutet. Der Zugang ist kostenlos, aber du hast die Möglichkeit, dir vor Ort freiwillig eine Liege zu mieten oder eine öffentliche Dusche zu nutzen.
Die Preise in den kostenpflichtigen Clubs unterscheiden sich je nach Lage und Saison. Der diesjährige Durchschnitt für einen Sonnenschirm und zwei Liegen in der ersten bis vierten Reihe kommt in der Hauptsaison im August auf rund 225 € pro Woche. Die luxuriöse nördliche Versilia verlangt problemlos 20 bis 40 € pro Tag. Die südliche Maremma ist dagegen etwas günstiger und einen Sonnenschirm bekommst du dort schon für rund 10 €. Eine ganz eigene Kategorie sind dann die VIP-Zelte in Forte dei Marmi, die sogar unglaubliche 600 bis 1 500 € für einen einzigen Tag kosten können.

Drei Küsten der Toskana: Wo baden je nach dem, was du suchst
Die toskanische Küste misst hunderte Kilometer und ist nicht überall gleich. Während du im Norden endlose Streifen feinen Sandes voller Hotels findest, fällt der mittlere Teil in Form dramatischer Klippen ins Meer ab. Die Wahl der richtigen Region ist entscheidend – Norden und Süden sind fast wie andere Planeten. Ich habe für dich eine übersichtliche Tabelle vorbereitet, damit du dich leicht orientieren kannst.
| Küstenregion | Charakter der Landschaft und Strände | Für wen sie ideal ist |
|---|---|---|
| Versilia (Norden) | Breiter feiner Sand, dichtes Netz an Strandclubs, Promenaden, flaches Wasser. | Für Familien mit Kindern und alle, die Rundumservice und Infrastruktur suchen. |
| Küste von Livorno | Felsen, Klippen, kaum Sand, sehr klares und tiefes Wasser. | Für jüngere Reisende, Schnorchel-Fans und Wasserspringer. |
| Costa degli Etruschi | Kombination aus Sand und dichten Pinienhainen, historische Sehenswürdigkeiten. | Für Naturliebhaber, die einen Kompromiss zwischen Service und Ruhe wollen. |
| Maremma (Süden) | Wilde Strände in Naturparks, Sanddünen, Treibholz. | Für Abenteurer, die keine Bars brauchen und absolute Ruhe suchen. |
| Elba und die Inseln | Romantische Buchten, Kiesel und Sand, karibisch gefärbtes Wasser. | Für anspruchsvollere Reisende mit Fokus auf Baden und Tauchen. |

Die 20 schönsten Strände der Toskana
Die Toskana hält dieses Jahr genau zwanzig Blaue Flaggen. Das ist eine Auszeichnung für Wasserqualität, gute Infrastruktur und einen ökologischen Umgang mit der Küste. Mit anderen Worten: Wo die Flagge weht, badest du mit gutem Gewissen. Schauen wir uns die schönsten Strände im Detail an, aufgeteilt nach den einzelnen Regionen von Norden nach Süden.

Versilia: Goldener Sand und endloser Service
Die Versilia ist das Symbol des klassischen italienischen Sommerurlaubs. Du findest hier kilometerweite breite Sandstrände mit sehr sanftem Einstieg ins Meer, was die Region zum absoluten Paradies für Familien mit kleinen Kindern macht. Du musst aber damit rechnen, dass es der teuerste und am stärksten organisierte Teil der Toskana ist.

1. Viareggio und seine Jugendstil-Promenade
Viareggio ist der Hauptbadeort der gesamten Versilia und seine Strände säumen wunderschöne historische Gebäude im Jugendstil. Der Sand ist hier unglaublich fein und das Meer am Ufer angenehm flach, sodass du auch mit den kleinsten Schwimmern bedenkenlos hierher kommen kannst. Die Strandclubs funktionieren hier wie eine perfekt geölte Maschine und überbieten sich mit ihrem Serviceangebot. Für die Miete eines Sonnenschirms und zweier Liegen zahlst du hier üblicherweise zwischen 20 und 40 Euro pro Tag, je nachdem, wie nah am Wasser du liegen möchtest.
Wenn du aber kein Geld für teuren Strandservice ausgeben möchtest, musst du einfach in den Süden der Stadt fahren. Genau dort befindet sich die riesige und sehr beliebte Spiaggia libera Viareggio. Reisende bewerten sie bei Google mit tollen 4,2 Sternen aus über dreizehnhundert Rezensionen, was für einen kostenlosen Stadtstrand ein riesiger Erfolg ist. Der örtliche freie Strand ist unglaublich geräumig und bietet auch in der höchsten August-Saison genug Platz für die Decke.
💡 TIPP: Sei darauf vorbereitet, dass das Parken in ganz Viareggio im Sommer ziemlich knifflig ist. Die städtischen Parkplätze füllen sich schnell und sind kostenpflichtig, deshalb lohnt es sich, am besten direkt nach dem Frühstück zum Wasser zu fahren, um dir den besten Platz zu sichern. Am Nachmittag kannst du deine Freizeit dann mit einem Spaziergang über die berühmte Strandpromenade voller ausgezeichneter Eisdielen und Cafés verbringen.

2. Forte dei Marmi für Luxusliebhaber
Das ist die absolut nobelste Adresse an der toskanischen Küste, wo sich regelmäßig die italienische High Society und bekannte Prominente erholen. Die Preise in den örtlichen Strandclubs erreichen astronomische Höhen, was diesen Ort eher zu einem exklusiven Erlebnis für Auserwählte macht. Luxuriöse VIP-Zelte für Familien können hier in der Hochsaison im Sommer unglaubliche 600 bis 1 500 Euro für einen einzigen Tag kosten. Für dieses Geld bekommst du aber perfekt gepflegte Strände, wo der Sand fast durch ein Sieb gesiebt wird, und Personal, das dir jeden Wunsch von den Augen abliest.
Auch wenn du hier nicht den ganzen Tag auf einer überteuerten Liege verbringst, ist das Städtchen definitiv einen Besuch wert, allein schon wegen seiner unnachahmlich eleganten Atmosphäre. Schaufenster von Luxusmarken säumen hier die wunderschön gepflegten Straßen, und ein Spaziergang ist auch für den ein Erlebnis, der nicht einkaufen möchte (und du planst das nicht, oder? 😄). Ich empfehle dir unbedingt, am frühen Abend über den ikonischen Pier von Forte dei Marmi zu spazieren, der auf Karten hervorragende Bewertungen hat und wo sich viele Menschen treffen.
Der Sonnenuntergang über dem Meer mit Blick auf die dramatischen Gipfel der Apuanischen Alpen im Rücken ist schlicht ein Anblick, den man nicht so schnell vergisst. Die Cafés rund um den Pier sind ein toller Halt für einen abendlichen Aperitivo, bei dem du in Ruhe die luxuriöse italienische Urlaubsatmosphäre aufsaugen kannst.
3. Lido di Camaiore für einen ruhigeren Familienurlaub
Wenn dich die Preisschilder in Forte dei Marmi etwas abschrecken, dir aber die endlos breiten Sandstrände des Nordens gefallen, ist Lido di Camaiore eine absolut hervorragende Wahl. Die Atmosphäre ist hier viel entspannter und familiärer, sodass du dich hier richtig wohlfühlst. Die Strandclubs haben hier deutlich vernünftigere Preise und das Wasser ist auf langen Metern ins Meer schön flach, was du vor allem beim Sandburgenbauen mit kleineren Kindern zu schätzen weißt.
Ein großer Bonus dieses Ortes ist die hervorragende Infrastruktur und die Verbindung mit der Umgebung. Entlang des gesamten Strandes führt nämlich ein perfekter Radweg, der sich an der ganzen Küste der Versilia entlangzieht. Das bedeutet, dass du leicht und sicher mit dem Fahrrad aus den umliegenden Städtchen im Landesinneren hierher kommst, ohne dich mit dem ewigen sommerlichen Problem des komplizierten und teuren Autoparkens herumschlagen zu müssen.
Du musst dir morgens nur ein Fahrrad leihen, das Handtuch in den Korb werfen und schon nach ein paar Minuten kannst du in die Wellen des toskanischen Meeres springen. Nach dem Baden kannst du dann über den modernen Pier Pontile Bellavista Vittoria spazieren, von dem aus du einen schönen Blick auf die gesamte Strandlinie und die majestätischen Berge in der Ferne hast.

4. Marina di Pietrasanta und die künstlerische Atmosphäre
Dieser Strand profitiert clever von seiner Nähe zum wunderschönen Städtchen Pietrasanta im Landesinneren, das voller Bildhauerwerkstätten, Boutiquen und kleiner unabhängiger Galerien ist. Der Strand ist hier extrem breit und offen, sodass er auch dann, wenn er in der Saison voller bunter Sonnenschirme ist, nie unangenehm beengt wirkt. Das Wasser ist hier sehr sauber und der Strandservice, von den Rettungsschwimmern bis zu den sauberen Duschen, funktioniert einwandfrei.
Ein großer Vorteil von Marina di Pietrasanta ist, dass du auch in dieser recht organisierten und teuren Region ausgewiesene Abschnitte freier Strände findest, die sauber und von den Einheimischen sehr gut gepflegt sind. Der örtliche öffentliche Strand hält bei Google zum Beispiel schöne vier Sterne von über tausend zufriedenen Besuchern.
Für mich ist das wohl der bestmögliche Kompromiss für alle, die die erstklassige Infrastruktur der Versilia nutzen und gute Restaurants zur Hand haben möchten, gleichzeitig aber etwas akzeptablere Preise als in den benachbarten Luxusorten suchen. Bis ins historische Zentrum von Pietrasanta sind es dann nur ein paar Minuten mit dem Auto, ein ideales Programm für den späten Nachmittag.

Küste von Livorno: Paradies für Springer und Taucher
Die Umgebung der Hafenstadt Livorno ist völlig anders als der Rest der Toskana. Sand findest du hier praktisch keinen, er wurde durch dramatische Felsklippen und tiefes, kristallklares Wasser ersetzt. Es ist eine absolut ideale Region zum Schnorcheln und für alle, die Sand überall in ihren Sachen stört.

5. Calafuria und seine Sandsteinklippen
Der mehrere Kilometer lange Felsabhang, der sich direkt südlich von Livorno erstreckt, sieht aus wie von einem anderen Planeten. Die Klippen sind hier von tausenden winzigen Höhlungen durchbohrt, geformt vom Meerwasser und dem ständigen Wind. Du findest hier kein einziges Sandkorn, man liegt hier einfach direkt auf den aufgeheizten flachen Steinen und Sandsteinterrassen. Wenn du es nicht ausstehen kannst, wenn dir Sand an der Sonnencreme klebt, wirst du diesen Ort absolut lieben.
Das Wasser ist hier dank des fehlenden Sandes unglaublich klar, tief und voller kleiner Fische, also vergiss auf keinen Fall, dir eine gute Taucherbrille in den Rucksack zu packen. Die örtliche Jugend kommt regelmäßig hierher, um Sprünge von den Klippen ins Wasser zu trainieren, und verbringt hier lange Sommernachmittage mit der Gitarre. Das Ergebnis ist genau die Energie, für die junge Italiener immer wieder hierher kommen.
💡 TIPP: Reisende raten, lieber außerhalb der Wochenenden zu kommen, denn die zum bequemen Liegen geeigneten flachen Steine sind nicht unendlich viele und füllen sich schnell. Das Auto parkt man hier zudem oft einfach entlang der Küstenstraße, was in der Hochsaison ein ziemlich stressiges Erlebnis sein kann.

6. Quercianella in der Umarmung der Pinien
Dieses kleine und äußerst ruhige Dorf liegt etwa 10 Kilometer südlich vom lebhaften Livorno und bietet eine völlig andere, viel langsamere Welt. Es rühmt sich seit 2007 ununterbrochen mit der Blauen Flagge, was klar für sich spricht und die höchstmögliche Qualität und Wasserreinheit in der weiten Umgebung garantiert. Die Strände bilden hier nicht klassischer Sand, sondern feine Kiesel und glatte Felsen, die ins strahlend türkise Meer eintauchen.
Während du badest, umgeben dich vom Festland aus wunderschön duftende Pinienwälder, die an heißen Sommertagen angenehmen Schatten spenden und die ganze Luft herrlich durchduften. Es ist ein wunderbarer und sehr romantischer Ort für Paare, die dem Lärm der großen Badeorte entfliehen wollen und denen ein etwas holpriger Einstieg ins Wasser über Steine nichts ausmacht.
Nimm dir aber unbedingt gute Wasserschuhe mit, denn die Felsen können morgens ziemlich rutschig sein und barfuß zu gehen könnte dir das Baden unnötig verderben. Die örtlichen Restaurants über dem Strand bieten dann tolle Ausblicke auf das abendliche Meer.

7. Castiglioncello wie aus einem italienischen Film
Dieser außergewöhnlich elegante Badeort, erbaut auf einer kleinen bewaldeten Halbinsel, hat eine sehr berühmte Vergangenheit. In den sechziger Jahren war er nämlich ein beliebter Zufluchtsort der Stars der italienischen Leinwand und hat sich bis heute in seinen Straßen seinen unverwechselbaren noblen Charme bewahrt. Hier erwarten dich malerische Felsbuchten mit kristallklarem Wasser und viel natürlichem Schatten von den umliegenden Pinien, die fast bis an das Ufer heranwachsen.
Auch dieser prestigeträchtige Ort hat dieses Jahr souverän die internationale Auszeichnung Blaue Flagge für die Sauberkeit der Umgebung verteidigt. Das Baden hat hier riesig viel Stil und Atmosphäre, du musst nur damit rechnen, dass die Strände hier eher klein sind und in der August-Saison von Touristen aus aller Welt gut belegt sind.
Wie in der ganzen Region rund um Livorno empfehle ich dir auch hier, dir Wasserschuhe einzupacken. Der Einstieg in die Wellen über Felsen und Kiesel ist zwar äußerst fotogen, kann aber für empfindliche Füße ohne Schuhe etwas anstrengend sein. Nach dem Baden solltest du unbedingt einen Spaziergang über die Küstenpromenade Pineta Marradi machen, die von den Kronen der Pinien geschützt ist.

8. Antignano und Boccale für ein lokales Erlebnis
Gleich hinter der südlichen Grenze der Hafenstadt Livorno liegt das ruhige Wohnviertel Antignano, das fließend in eine dramatische Bucht mit dem atemberaubenden Castello del Boccale übergeht. Es sind sehr kleine, fotogene Felsbuchten, wohin keine Massen ausländischer Touristen kommen, sondern überwiegend nur Einheimische zur schnellen Erfrischung nach der Arbeit. Dadurch erlebst du hier das echte Italien ohne jeglichen künstlichen Glanz.
Du findest hier praktisch keinen Touristenservice, erwarte keine gepflegten Duschen, Rettungsschwimmer oder Reihen kostenpflichtiger Liegen. Zur Belohnung erwartet dich aber eine absolut authentische toskanische Atmosphäre und atemberaubende Ausblicke, die genau wie auf teuer bezahlten Postkarten aussehen. Die Burg selbst ist zwar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, bildet aber eine perfekte Kulisse für deine Urlaubsfotos.
Zur Erkundung dieser Buchten fährst du am besten mit deinem eigenen Handtuch, einem guten Buch und einem kleinen Snack, suchst dir dein Stückchen flachen Felsen und saugst einfach die einzigartige Energie dieses rauen, aber schönen Stücks Küste auf.

Costa degli Etruschi: Wo Geschichte auf das Meer trifft
Die Etruskerküste erstreckt sich von Livorno bis hinunter nach Piombino. Sie bietet einen wunderbaren Mix aus Sandstränden, geschützten Pinienhainen und antiker Geschichte. Es ist die perfekte Wahl für alle, die einen Teil des Tages am Wasser und einen Teil beim Erkunden der Umgebung verbringen möchten.

9. Baratti mit glitzerndem schwarzem Sand
Die Bucht von Baratti ist einer der faszinierendsten und einzigartigsten Orte in ganz sonnigem Italien. Der Sand hat hier eine ungewöhnlich dunkle Farbe und glitzert in der direkten Sonne wunderschön. Verantwortlich ist der hohe Gehalt an Eisen und Schlackenresten, die die geschickten Etrusker hier schon in der Antike in großem Umfang in ihren Öfen verarbeiteten. Wenn du dich hier auf dein Handtuch legst, liegst du auf einem echten Stück faszinierender antiker Geschichte.
Gleich hinter dem Strand erstreckt sich der riesige archäologische Park Baratti und Populonia, sodass du das vormittägliche Baden leicht mit einer nachmittäglichen Besichtigung antiker Gräber und Ausgrabungen verbinden kannst. Der größte Teil der schön geschwungenen Bucht funktioniert als geräumiger freier Strand, den auf der einen Seite das ruhige Meer und auf der anderen Seite ein riesiger Pinienwald säumt.
Die Bäume spenden hier fantastischen natürlichen Schatten, weshalb die einheimischen Familien gerne hierher kommen, die unter den Zweigen lange Sommerpicknicks machen und sich vor der glühenden Nachmittagssonne ausruhen. Das Parken an der Bucht ist kostenpflichtig, deshalb empfehle ich, Kleingeld für die Automaten zur Hand zu haben.

10. San Vincenzo für die Familienidylle
Dieser äußerst beliebte Küstenort ist eine absolute sichere Wahl, wenn du mit kleineren Kindern reist und ohne jegliche Kompromisse perfekten Strandservice erwartest. Lange Kilometer feinen und sehr hellen Sandes sind verdient mit der Blauen Flagge für Sauberkeit ausgezeichnet, und der Einstieg ins Wasser ist hier schön sanft, sodass Kinder hier stundenlang sicher planschen können. Das Wasser ist an diesen flachen Stellen zudem schon vom Sommeranfang an angenehm warm.
Neben den traditionellen kostenpflichtigen Clubs voller bunter Sonnenschirme findest du hier auch eine große Naturüberraschung. Gleich südlich der Stadt liegt nämlich der weitläufige Naturpark Parco Naturale di Rimigliano, der lange Abschnitte freier Sandstrände bietet, umgeben von völlig unberührter Natur und geschützten Sanddünen.
Es ist ein toller Ort, wenn du in der Nähe der Stadt eine gute abendliche Pizza möchtest, tagsüber aber eher das wildere Baden mit deinem eigenen Sonnenschirm weit weg von den lauten Strandbars bevorzugst.
11. Marina di Cecina und seine schattigen Haine
Der größte Vorteil dieses gefragten Strandes ist der mächtige Pinienwald namens Riserva Naturale Tombolo di Cecina, der sich gleich hinter den Sanddünen über unglaubliche 15 Kilometer erstreckt. Wenn es am Strand gegen Mittag zu heiß wird, musst du nur ein paar Schritte machen und dich in den wohltuenden kühlen Schatten der duftenden Bäume flüchten. Im geschützten Wald findest du zudem viele gepflegte Wege, ideal für das morgendliche Joggen oder eine sichere Fahrradtour abseits der Straßen.
Der Strand selbst ist dieses Jahr ebenfalls stolzer Träger der prestigeträchtigen Blauen Flagge, was in der Provinz Livorno eine klare Qualitätsgarantie ist. Er besteht aus etwas gröberem Sand mit gelegentlicher Beimischung kleiner Steinchen, sodass er nach dem Baden nicht so sehr am Körper klebt.
Das Wasser ist hier dank der ausgezeichneten Meeresströmungen schön sauber und erfrischend. Der Ort ist sowohl bei einheimischen italienischen Familien als auch bei ausländischen Touristen sehr beliebt, die jedes Jahr gerne hierher zurückkehren für die perfekte Ruhe und den Duft der Nadeln.

12. Marina di Bibbona rund um die alte Festung
Dieser weitere aus der langen Reihe stolzer Träger der prestigeträchtigen Blauen Flagge zeichnet sich durch endlos breite Strände aus, die natürlich von Sanddünen und typischem mediterranen Gebüsch gesäumt sind. Ein markantes Wahrzeichen dieses Küstenstücks ist die historische Festung Forte di Macchia, die dem ganzen Ort einen besonderen historischen Zauber verleiht und als toller Orientierungspunkt dient, wenn du dich auf einen längeren Spaziergang entlang des Wassers begibst.
Du findest hier wirklich eine hervorragende Balance zwischen gut ausgestatteten Strandclubs und weitläufigen Abschnitten freier Naturstrände. So kannst du jeden Tag wählen, ob du lieber für eine bequeme Liege mit Bedienung an der Bar zahlst oder dir dein eigenes Equipment mitbringst und deine Decke etwas abseits der Leute in den Sand legst.
Dank der großzügigen Weitläufigkeit des gesamten Strandes gibt es hier auch in der höchsten August-Saison nicht das unangenehme Gefühl der Überfüllung wie an den schmalen Stränden der nördlichen Versilia. Das Wasser ist hier zudem wunderbar sauber und voller kleiner Fische.

Maremma: Der wilde Süden für Abenteurer
Die Region Maremma ganz im Süden der Toskana ist der am wenigsten urbanisierte Teil der Küste. Hier erwarten dich weitläufige Naturparks, Treibholz und Strände ohne jeglichen Beton. Wenn du die Natur liebst und es dir nichts ausmacht, dass du ein Stück zu Fuß zum Meer gehen musst, wirst du die Maremma lieben.

13. Cala Violina und ihr strenges Reservierungssystem
Das ist eine absolut entscheidende Information, die du vor der Fahrt in den Süden wissen musst. Die Cala Violina gilt allgemein als der überhaupt schönste Strand der ganzen Toskana, aber ohne vorherige Online-Reservierung kommst du schlichtweg gar nicht auf ihn. Zum Schutz der empfindlichen Natur funktioniert hier das sogenannte numero chiuso, was ein strenges Limit von maximal 700 Besuchern pro Tag bedeutet. Der Strand ist von 8:30 bis 18:30 Uhr geöffnet und die Wächter am Eingang sind absolut kompromisslos.
Die Reservierung musst du über die offizielle Website calaviolinascarlino.it für eine symbolische Gebühr von 1 Euro pro Person vornehmen. Der Haken ist aber, dass sich das Reservierungssystem genau 72 Stunden vor dem geplanten Tag deines Besuchs öffnet, also musst du ziemlich schnell am Computer sein, im Sommer sind die Plätze blitzschnell weg.
Kinder von 1 bis 12 Jahren zahlen zwar keinen Euro, müssen aber unbedingt eine Reservierung im System haben, damit sie ins Tageslimit passen (Kinder unter 1 Jahr brauchen keine Reservierung). Der Name des Strandes bezieht sich ansonsten auf den wunderbar feinen Quarzsand, der beim Gehen ein faszinierendes Geräusch macht, das an das Spiel einer Geige erinnert. Reisende geben diesem magischen Ort eine fantastische Bewertung von 4,6 aus über 7 tausend Rezensionen, sodass sich die kleine Mühe mit der Reservierung definitiv lohnt.

14. Marina di Alberese mit geregeltem Verkehr
Dieser wunderschöne und absolut wilde Strand liegt mitten im Herzen des Nationalparks Parco Regionale della Maremma, direkt unter den dramatischen Gipfeln des Gebirges Monti dell’Uccellina. In der Hochsaison im Sommer darfst du hier aber nicht mit dem eigenen Auto anreisen, die Einfahrt in das streng geschützte Gebiet wird sorgfältig geregelt. Dein Auto musst du auf dem großen Sammelparkplatz im Landesinneren stehen lassen und auf einem alternativen Weg zum Meer kommen, was den Besuch zu einem kleinen Abenteuer macht.
Du kannst den Park-Shuttle nutzen oder dir ein Fahrrad leihen und durch die duftenden Pinienwälder fahren. Und dann findest du dich plötzlich an einem Strand wieder, wo dich riesige Stämme von Treibholz begrüßen, als hätte sie hier jemand absichtlich arrangiert. Das Wintermeer und die angeschwollenen Flüsse bringen sie hierher, und die Besucher bauen aus diesen trockenen Stämmen fantastische improvisierte Hütten und Dächer gegen die glühende Sonne, was dem Strand eine absolut einzigartige, fast schiffbrüchige Atmosphäre verleiht, wie du sie sonst in Italien so schnell nicht siehst. Der Ort hält eine unglaubliche Bewertung von 4,7 Sternen von über 3 tausend Menschen.

15. Cala Civette als wilde Nachbarin
Falls es dir zufällig nicht gelingt, rechtzeitig die ersehnte Reservierung für die berühmte Cala Violina zu ergattern, verzweifle auf keinen Fall und gib nicht auf. Gleich in der Nachbarbucht befindet sich nämlich ihre Schwester Cala Civette, die laut den Einheimischen genauso wunderschön ist, aber zum Glück kein Reservierungssystem gilt. Reisende bewerten sie in Rezensionen mit tollen 4,6 Sternen und bezeichnen sie oft als das am besten versteckte Juwel der ganzen Maremma.
Du musst zwar hierher zu Fuß gehen über einen staubigen und etwas holprigeren Weg vom Parkplatz, aber zur Belohnung erwartet dich herrlich kristallklares Wasser und ein romantischer Blick auf den mittelalterlichen Wachturm Torre Civette, der sich auf einer Klippe direkt über dem Strand erhebt.
Du findest hier überhaupt keine Bars, Restaurants oder Toiletten, sodass du absolut das gesamte eigene Equipment, viel Trinkwasser und Essen für den ganzen Tag mitbringen musst. Ein Ausflug hierher ist einfach etwas für alle, die die rohe Natur ohne Glanz lieben und es ihnen nichts ausmacht, für einen Nachmittag auf den üblichen Touristenkomfort zu verzichten.

16. Cala Martina voller Geschichte
Die dritte im Bunde in der wunderschönen geschützten Bucht beim Städtchen Scarlino ist die Bucht Cala Martina. Im Gegensatz zu ihren beiden sandigen Nachbarinnen hat sie keinen feinen Sand, sondern ihre Oberfläche besteht überwiegend aus Kieseln und Steinen, sodass Wasserschuhe hier eine absolute Notwendigkeit sind, wenn du dir nicht unangenehm die Füße aufschürfen möchtest. Gerade dank der Steine ist das Wasser hier aber unglaublich sauber und ideal für ganztägiges Schnorcheln rund um die Felsen.
Es ist ein sehr ruhiger, fast isolierter Ort, der neben seiner Naturschönheit auch der berühmte italienische Einiger Giuseppe Garibaldi berühmt gemacht hat. Genau aus dieser versteckten Bucht floh er nämlich 1849 dramatisch vor seinen Verfolgern auf einem Fischerboot weiter in Sicherheit.
An dieses wichtige historische Ereignis erinnert bis heute ein großer Gedenkstein am Zugangsweg. Die Einheimischen kommen gerne hierher, um ein Buch zu lesen und die absolute Stille weit weg vom Touristentrubel zu genießen, denn der gewöhnliche Tourist möchte gewöhnlich nicht zu Fuß hierher laufen.

17. Feniglia und Hirschpfade in den Dünen
Feniglia ist eine faszinierende schmale Sandnehrung, fachlich Tombolo genannt, die das toskanische Festland auf natürliche Weise mit der beeindruckenden Felshalbinsel Monte Argentario verbindet. Dieses sechs Kilometer lange Naturreservat ist für jeglichen Autoverkehr völlig gesperrt, sodass du dich hier ausschließlich zu Fuß oder auf einem geliehenen Fahrrad bewegen kannst. Der Weg führt die ganze Zeit im wohltuenden Schatten des dichten, dunkelgrünen Pinienwaldes.
Der Strand ist über seine gesamte Länge äußerst breit, funktioniert zum überwiegenden Teil als kostenloser freier Strand und bietet einen endlosen Blick auf das offene Meer. Wenn du still durch den Wald hinter dem Strand spazierst, triffst du mit etwas Glück auf frei lebende Hirsche, die an die Anwesenheit von Menschen recht gewöhnt sind und sich gelegentlich bis an den Rand der Sanddünen verirren.
Wenn du zu den Menschen gehörst, die vom Strand immer volle Taschen mit Muscheln und Steinen mitnehmen, wird dich Feniglia für Jahre im Voraus versorgen. Wenn du etwas Komfort genießen möchtest, findest du an beiden Enden des Strandes kleinere Strandclubs mit der Möglichkeit, Liegen zu mieten.

18. Giannella als Paradies für Surfer
Giannella ist die zweite große Sandnehrung, die den nördlichen Zugang zur majestätischen Halbinsel Monte Argentario bildet. Im Gegensatz zu ihrer südlichen Nachbarin Feniglia ist sie etwas windiger und den Witterungseinflüssen stärker ausgesetzt, was sie zu einer äußerst beliebten und gefragten Destination für Windsurf- und Kitesurf-Fans macht. Wenn hier der richtige Wind aufkommt, füllt sich der Himmel über dem Meer sofort mit dutzenden bunten Drachen und Segeln.
Der Strand ist auf einer Seite von beliebten Campingplätzen und kleineren Badeorten gesäumt, sodass er im Gegensatz zur wilden Feniglia viel mehr Strandservice, Verleihstationen und angenehme Strandrestaurants bietet. So kannst du hier leicht direkt vom Wasser zu einem ausgezeichneten Mittagessen springen.
Es lohnt sich definitiv, am frühen Abend zu einem Spaziergang hierher zu kommen, denn dank ihrer strategischen westlichen Ausrichtung bietet Giannella einige der allerbesten und fotogensten Sonnenuntergänge an der gesamten südlichen Küste der Toskana. Zuzusehen, wie die Sonne langsam mit einem Glas Wein in der Hand hinter dem Horizont verschwindet, ist hier ein unvergessliches Erlebnis.

Die Inseln: Türkises Meer und Schnorcheln
Der Toskanische Archipel mit Elba an der Spitze verbirgt Wasser, das so klar ist, dass Handyfotos es einfach nicht einfangen können – und dennoch versuchen es jedes Jahr tausende Reisende vergeblich. Wenn du das absolut klarste Wasser der ganzen Region suchst, musst du eine Fähre nehmen.

19. Spiaggia di Sansone auf Elba
Dieser wunderbare Ort ist ohne jegliche Übertreibung das absolute visuelle Juwel der ganzen Insel Elba und vielleicht sogar der ganzen Toskana. Der Strand besteht aus strahlend weißen, perfekt geglätteten Kieseln, wodurch das Wasser am Ufer eine unglaubliche, hell türkise Farbe hat, wie du sie sonst nirgends auf dem toskanischen Festland siehst. Reisende aus der ganzen Welt überschütten ihn in Rezensionen mit purem Lob und er rühmt sich einer sagenhaften Bewertung von 4,7 Sternen von über 7 400 Menschen.
Zum Strand musst du vom Parkplatz einen recht steilen und schmalen Pfad von der Klippe hinabsteigen, aber der erste Blick von oben verschlägt dir zuverlässig den Atem und zwingt dich, die Kamera herauszuholen. Vergiss auf keinen Fall, deine komplette Schnorchelausrüstung mitzubringen, denn die Sicht unter der Wasseroberfläche ist hier absolut fantastisch und der schneeweiße Boden reflektiert die Sonnenstrahlen wunderschön.
Aufgrund ihrer enormen Beliebtheit und kleineren Fläche empfehle ich dir dringend, ganz früh am Morgen nach Sansone zu kommen, bevor sich die kleine Bucht völlig mit Menschen und Sonnenschirmen füllt.

20. Cavoli als Sandmagnet von Elba
Während die berühmte Sansone rein aus Kieseln besteht, bietet die Bucht Cavoli an der geschützten Südküste Elbas perfekt goldenen Quarzsand und ein sehr spezifisches, extrem warmes Mikroklima. Die Bucht ist nämlich von Norden perfekt durch massive Berge vor kühleren Winden geschützt, sodass sich hier die Wärme wie in einem Backofen hält und man hier bequem schon ab Anfang Mai bis in den späten Oktober baden kann.
Dank des feinen Sandes und des flachen Wassers ist es wohl der beliebteste Strand für Familien auf der ganzen Insel. Rechne aber damit, dass es hier im August wirklich extrem voll ist und ein freier Platz zum Ausbreiten des eigenen Handtuchs hier im Sand nur mit großen Schwierigkeiten zu finden ist.
Wenn du eine lebendige Atmosphäre magst, Strandbars mit Musik und dich Menschenmengen nicht stören, wirst du es hier lieben. Wenn du aber Ruhe und Stille suchst, hebe dir den Besuch von Cavoli lieber für die sonnigen Septembertage auf, wenn die meisten italienischen Familien wieder nach Hause fahren.

Wann zu den Stränden der Toskana fahren
Die Badesaison in der Toskana dauert relativ lange, hier kannst du bequem von Juni bis Oktober schwimmen. Das Meer erwärmt sich zu Sommerbeginn schnell und in Livorno sinkt die Wassertemperatur schon Ende Juni gewöhnlich nicht unter 20 °C. Das wärmste Wasser erwartet dich natürlich im August, wenn das Meer sehr angenehme 24 bis 25 °C erreicht. In den Wintermonaten kühlt das Meer dagegen ab und die Temperatur fällt auf 13 °C, sodass Baden im Dezember dann wirklich nur etwas für Hartgesottene ist.
Wenn du leerere Strände und clevere Preise erleben möchtest, ist der absolut ideale Monat für einen Besuch der September. Das Wasser hält nach dem heißen Sommer noch eine tolle Temperatur, aber die Preise für Liegen in den Strandclubs sinken schon langsam und der größte Wahnsinn rund um die endlose Parkplatzsuche verschwindet allmählich. Ein weiterer toller Trick der Einheimischen ist der Besuch außerhalb der Hauptsaison im späten Herbst oder früh im Frühling. Wenn die Strandclubs nämlich für den Winter offiziell ihren Betrieb schließen, müssen sie laut Gesetz all ihre kostenpflichtigen Liegen abbauen und die Areale bleiben so frei zugänglich. So kannst du über die teuersten Strände völlig kostenlos spazieren und das ruhige Rauschen des Meeres genießen.
Eine ganz grundlegende Warnung betrifft aber die Mitte August. Rund um den riesigen italienischen Feiertag Ferragosto (15. August) erleben die Strände den absoluten Höhepunkt des Andrangs. Die Staus auf den Küstenstraßen sind endlos und die beliebten Strandclubs melden Wochen im Voraus ausverkauft. Zu dieser Zeit nimmt sich nämlich praktisch ganz Italien Betriebsurlaub und zieht massenweise ans Meer. Wenn du es nur irgendwie kannst, meide diesen Termin für einen Strandurlaub definitiv weiträumig, du ersparst dir jede Menge unnötigen Stress.

Praktische Tipps, die sich zu kennen lohnen
Bevor du zum toskanischen Meer aufbrichst, geh ein paar lokale Besonderheiten durch, das erspart dir viele Nerven und Geld, das verspreche ich dir:
1. Parken ist das größte Problem: An den beliebten Stränden parkt man im Sommer weit weg und ziemlich teuer. Wenn du nicht eine halbe Stunde herumkreisen willst, musst du früh am Morgen zum Strand aufbrechen, idealerweise vor neun Uhr. 2. Nimm Wasserschuhe mit: Ein riesiger Teil der toskanischen Küste (vor allem bei Livorno und auf Elba) ist felsig oder kieselig. Ohne Wasserschuhe verdirbst du dir das Erlebnis unnötig. 3. Ein eigener Sonnenschirm zahlt sich schnell aus: Wenn du vorhast, die freien Strände zu entdecken, kauf dir gleich am ersten Tag im Supermarkt einen einfachen Sonnenschirm für ein paar Euro. Die Sommersonne ist hier gnadenlos und Schatten ist rar. 4. Behalte die Reservierung für Cala Violina im Auge: An diesen Strand blind anzureisen bedeutet, dass man dich an der Schranke umdreht. Reserviere deine Tickets genau 72 Stunden im Voraus, früher lässt dich das System nicht. 5. Rechne mit dem Shuttleverkehr: Am Strand Marina di Alberese parkst du dein Auto kilometerweit weg und zum Meer musst du mit dem Parkbus fahren. Nimm nicht mehr Sachen mit, als du in den Händen tragen kannst. 6. Der Wind entscheidet über die Wellen: Auf Elba und den Halbinseln gilt die goldene Regel. Wenn ein starker Wind aus Süden weht, fahre zu den nach Norden ausgerichteten Stränden und umgekehrt. Das Meer wird dort wie ein Spiegel sein. 7. Außerhalb der Saison sind die Clubs frei: Wenn die Strandclubs im Herbst schließen, bauen sie die Liegen ab und die Areale bleiben frei zugänglich. So kannst du über die besten Strände völlig kostenlos spazieren.

Was man am Strand essen sollte (und dabei sparen)
Ein klassisches Strandrestaurant kann den Geldbeutel ganz schön leeren, aber die Einheimischen wissen, wie man fantastisch und günstig isst. Ich empfehle dir absolut, den Livorneser Streetfood namens torta di ceci zu probieren, eine tolle machen sie zum Beispiel im Lokal Antica Torteria da Gagarin direkt in Livorno. Es ist ein dünner, knusprig gebackener Fladen aus Kichererbsenmehl, Wasser und Olivenöl. Er ist von Natur aus vegan und glutenfrei und schmeckt unglaublich gut, besonders wenn du ihn leicht mit schwarzem Pfeffer bestreust.
Die Einheimischen kaufen diesen Fladen oft in der Form namens „5 e 5″ (cinque e cinque). Das bedeutet, dass man dir den heißen Kichererbsenfladen in eine aufgeschnittene Semmel legt, oft mit Stücken marinierter Aubergine. Es ist sättigend, günstig und für den Strand absolut ideal. Auf den Speisekarten der Küstenrestaurants siehst du oft auch die lokale Spezialität Cacciucco, einen traditionellen und sehr dicken Fischeintopf mit Meeresfrüchten, serviert mit geröstetem Brot.

Wo am Meer übernachten
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die Wahl der Unterkunft hängt vor allem davon ab, welche Art von Urlaub du eigentlich bevorzugst. Die Toskana ist riesig und es lohnt sich, die Basis strategisch nah an den Stränden zu wählen, die dich laut Beschreibung am meisten locken. Im Norden zu wohnen und in den Süden zu pendeln würde dich in den sommerlichen Staus nämlich viele Nerven und im Auto verbrachte Zeit kosten.
Wenn du mit kleineren Kindern reist und vor allem Sand und Rundumservice möchtest: Suche unbedingt eine Unterkunft im Norden in der Region Versilia, idealerweise in Städten wie Viareggio oder Lido di Camaiore. Du findest hier eine große Menge klassischer Hotels mit Pools, die nur ein paar Schritte von der langen Strandpromenade entfernt liegen. Das ist unglaublich bequem, in der Umgebung gibt es jede Menge Restaurants und Eisdielen. Schau dir zum Beispiel das beliebte Grand Hotel Principe di Piemonte in Viareggio an, aber rechne damit, dass du für diesen Komfort und die luxuriöse Lage in der Saison einen Aufpreis zahlst.
Für die Romantik zu zweit und endloses Schnorcheln: Wähle die felsige Region südlich von Livorno, besonders die Städtchen Castiglioncello oder das ruhigere Quercianella. Die Unterkünfte bilden hier eher kleinere familiäre Pensionen und stilvolle Boutique-Hotels, wie zum Beispiel das Hotel Atlantico, die clever in den Pinienwäldern hoch über den Klippen versteckt sind. Es ist hier viel intimer, aber ohne Auto bewegt man sich hier schwerer, denn das Gelände ist recht hügelig.
Für absolute Ruhe und die Verbindung mit der Natur: Konzentriere dich auf die wildere Region Costa degli Etruschi oder gleich auf die südliche Maremma. Eine absolut ideale Wahl ist hier eine Unterkunft vom Typ Agriturismo, das sind wunderschön renovierte ländliche Anwesen und funktionierende Bauernhöfe. Du schläfst mitten in der unberührten Natur, trinkst lokalen Wein und kühlst dir in vielen Fällen die Füße im Pool direkt am Haus. Zum Meer musst du zwar mit dem Auto über leerere Landstraßen fahren, aber gewöhnlich dauert das nicht mehr als 10 bis 15 Minuten und die Ruhe am Abend ist es definitiv wert.
Und wenn du nicht lange auswählen möchtest, hier sind fünf konkrete Hotels am Meer, die langfristig gute Bewertungen haben:
- Versilia Lido | UNA Esperienze — direkt am Strand in der Versilia, eine gute Wahl für Familien, ★ 4,7 aus 1 886 Rezensionen.
- Grand Hotel Royal Viareggio — ein Klassiker an der Promenade von Viareggio, ★ 4,6 aus 818 Rezensionen.
- Hotel Plaza e de Russie — ein historisches Hotel im Zentrum von Viareggio mit Dachterrasse, ★ 4,3 aus 375 Rezensionen.
- Hotel Sabrina — eine ruhige Variante in der Maremma unweit des Meeres, ★ 4,6 aus 276 Rezensionen.
- Hotel Miramare — am Strand in Castiglione della Pescaia, ★ 4,5 aus 525 Rezensionen.
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Häufig gestellte Fragen
Das italienische Strandsystem kann anfangs etwas verwirrend sein. Um dir Zeit bei der Suche nach Informationen zu ersparen, habe ich für dich Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, die dir vor der Fahrt zum toskanischen Meer wahrscheinlich in den Sinn kommen.
Sind die Strände in der Toskana kostenpflichtig?
Ein Großteil der am besten zugänglichen Strände ist von kostenpflichtigen Strandbädern (Stabilimenti) belegt, aber das italienische Gesetz garantiert, dass mindestens 50 % der Küste frei und kostenlos zugänglich bleiben müssen. Sucht immer nach unauffälligen Schildern mit der Aufschrift „Spiaggia libera“, die euch zu den kostenlosen Abschnitten führen.
Wie viel kostet das Mieten von Liege und Sonnenschirm?
Die Preise variieren sehr stark je nach Lage. Im teuren Norden in der Versilia zahlt ihr normalerweise 20 bis 40 € pro Tag. Im Süden in der Maremma bekommt ihr ein Set aus zwei Liegen und einem Sonnenschirm schon für etwa 30 €. Der diesjährige Durchschnitt in der Hauptsaison liegt bei etwa 225 € für eine ganze Woche.
Welche Strände sind in der Toskana die schönsten?
Das hängt sehr von eurem persönlichen Geschmack ab, aber zur absoluten Spitzenklasse gehören die streng geschützte wilde Cala Violina, die historische Bucht von Baratti mit dunklem Sand, die dramatischen Klippen in Castiglioncello und der strahlend weiße Kieselstrand Sansone auf der Insel Elba.
Hat die Toskana überhaupt Sandstrände?
Ja, und zwar sehr weitläufige und schöne. Den allerbesten und feinsten Sand findet ihr im Norden in der Gegend um Versilia (rund um Viareggio) und im Süden in der Maremma. Der mittlere Küstenabschnitt um Livorno ist hingegen überwiegend felsig und voller Steine.
Kann man in der Toskana noch im Oktober baden?
Ja, das Meer hält die Wärme aus dem Sommer relativ lange und Anfang Oktober hat das Wasser noch angenehme 20 bis 21 °C. Es kommt eher auf das aktuelle Herbstwetter und den Wind an, aber sonnige Oktobertage sind zum Baden absolut fantastisch und vor allem völlig ohne Massen.
Brauche ich für toskanische Strände eine Reservierung?
Für die überwiegende Mehrheit der Strände überhaupt nicht, aber es gibt eine wichtige Ausnahme. Der berühmte Strand Cala Violina hat ein striktes Limit von 700 Personen pro Tag und erfordert eine Online-Reservierung (für 1 €) genau 72 Stunden im Voraus, sonst lassen euch die Wächter einfach nicht zum Wasser.
Wohin in die Toskana ans Meer mit Kindern?
Für Familien mit kleineren Kindern ist die nördliche Küste der Versilia oder die ruhigere Gegend um San Vincenzo ideal. Die Strände dort haben sehr feinen Sand, einen schön flachen Einstieg ins Wasser ohne große Wellen und eine komplette Infrastruktur inklusive Duschen und Rettungsdienst.
Welche toskanischen Strände haben die Blaue Flagge?
Im Jahr 2024 verteidigte die Toskana insgesamt 20 Orte mit der Blauen Flagge für Sauberkeit und Service. Die meisten davon findet ihr an der Küste der Provinz Livorno (z. B. Quercianella, Castiglioncello, Marina di Cecina) und neu wurde auch Monte Argentario mit dieser Auszeichnung geehrt.
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