Paris Etikette: Wie man keinen schlechten Eindruck macht (Sprachführer, Regeln, was man NICHT tun sollte)

Paris Etikette – das ist etwas, das dir die Stadt sehr schnell beibringt. Wenn Paris früh morgens erwacht und aus den Bäckereien an jeder Ecke der Duft von frischer Butter in die kühle Luft steigt, hat man das Gefühl, mitten in einem perfekt inszenierten Film zu stehen. Menschen in langen Mänteln eilen zur Arbeit, an kleinen Tischen auf dem Gehsteig sitzen die ersten Gäste mit ihrem Espresso – und alles wirkt unglaublich ungezwungen.

Doch unter dieser romantischen Oberfläche schlägt ein überraschend striktes und komplexes System gesellschaftlicher Regeln. Das merkt man meist in dem Moment, wenn man begeistert ein Café betritt, auf Englisch einen Cappuccino bestellt und auf den eiskalten Blick des Kellners trifft, der einem unmissverständlich zu verstehen gibt: So läuft das hier nicht.

Paris öffnet seine Türen nämlich nicht allein deshalb, weil man eine gut gefüllte Kreditkarte hat. Es öffnet sie in dem Moment, in dem man die Spielregeln der Stadt akzeptiert.

Diese Stadt belohnt alle, die sich Mühe geben. Man muss kein perfektes Französisch sprechen, aber man muss wissen, wann man die Stimme senkt, wie man ein Baguette richtig bricht und warum man im Park einfach nicht auf den Rasen läuft. Sobald man ein paar grundlegende Gesten und Phrasen verinnerlicht hat, stellt man plötzlich fest, dass der gefürchtete Pariser Kellner lächelt und einem bereitwillig das Essen für die Kleinen aufwärmt.

Also kommt, ich zeige euch, was Lukáš und ich gelernt haben – manchmal auf etwas schmerzhafte Weise. 😅

Kleiner blonder Junge im weißen T-Shirt mit Autos hält einen Käse auf einer Pariser Straße
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Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Die goldene Bonjour-Regel: Ohne diesen Gruß startet man kein Gespräch, betritt man keinen Laden und keinen Aufzug. Es ist das absolute Fundament jeder Höflichkeit.
  • Der Kellner ist kein Garçon: Diese Anrede ist eine grobe Beleidigung aus dem 19. Jahrhundert. Das Personal spricht man ausschließlich mit Monsieur (mein Herr) oder Madame (gnädige Frau) an.
  • Trinkgeld ist inklusive: Jede Rechnung enthält bereits den Posten „service compris“. Kleingeld (1 bis 2 €) lässt man nur bei besonders gutem Service auf dem Tisch.
  • Das Baguette wird nicht geschnitten: Brot legt man im Restaurant direkt neben den Teller auf den Tisch und bricht es mit den Händen – niemals mit dem Messer.
  • Der Pariser Look: Keine Bauchtasche um die Hüfte, keine Trekkingschuhe und kein Funktionssport-Outfit. Einheimische setzen auf gedämpfte Farben (Schwarz, Beige, Navy) und Eleganz.
  • Essen in der Métro verboten: Während ein Bissen vom Baguette auf der Straße völlig akzeptabel ist, gilt das Essen eines Sandwichs in der U-Bahn als massives soziales Tabu.
  • Pelouse interdite: Bedeutet Betreten des Rasens verboten. Die Parkaufseher sind unerbittlich und pfeifen einen sofort heraus.
  • Was man überspringen kann: Nicht auf den Eiffelturm fahren (lieber Tour Montparnasse), Restaurants auf der Place du Tertre meiden und Menschen mit Petitionen ignorieren.
  • Neuigkeiten 2026: Die Kathedrale Notre-Dame ist nach der Renovierung wieder geöffnet, das Centre Pompidou hingegen für fünf Jahre geschlossen, und im Sommer kann man in der Seine schwimmen.
Vater hält seinen kleinen Sohn vor Notre-Dame mit der Seine im Hintergrund

Wann nach Paris reisen: Saisons und Kalender 2026

Die Wahl des richtigen Monats beeinflusst die Stimmung viel mehr, als man erwarten würde. Paris verändert sich mit jeder Jahreszeit – mal still und melancholisch, mal pulsierend bis in die frühen Morgenstunden. Das Jahr 2026 ist zudem voll mit besonderen Ereignissen, die den Reiseplan entweder fantastisch bereichern oder unangenehm durcheinanderbringen können.

Frühling und Herbst: Die sichere Wahl

Traditionelles Pariser Café Le Lutetia mit rotem Markisenzeichen und Terrassenstühlen

Wer die Wahl hat, sollte April, Mai, September oder Oktober einplanen. Die Frühlingsmonate bringen blühende Bäume und angenehme Temperaturen zum Verweilen in den Straßencafés. Der Mai ist meiner Meinung nach der fotogenischste Monat überhaupt.

Der Herbst hat seinen ganz eigenen Zauber – goldenes Licht und die Energie der la rentrée, wenn die Pariser aus dem Urlaub zurückkehren. Die Stadt bekommt frischen Schwung, neue Ausstellungen öffnen und Bistros präsentieren neue Menüs.

💡 Tipp: Wer im Frühling reist, sollte beachten, dass am 12. April 2026 der Paris Marathon stattfindet. Der Verkehr im Zentrum bricht zusammen und viele Straßen sind gesperrt. Mit einem Kinderwagen ist die Gegend rund um die Champs-Élysées an diesem Tag ein echter Adrenalintest.

Januar und Februar: Winter für Shopping und Ruhe

Frau mit roten Haaren und Schürze steht in einer Bäckerei zwischen Brotregalen

Der Jahresbeginn ist trüb und grau, hat aber einen riesigen Vorteil: kaum Touristen. Im Januar finden zudem die Soldes statt – staatlich regulierte Winterschlussverkäufe, bei denen die Preise in den Boutiquen auf einen Bruchteil des ursprünglichen Wertes fallen.

Um den Übergang von Februar zu März sollte man die Stadt jedoch meiden, denn dann findet die Paris Fashion Week statt. Schwarze Limousinen verstopfen die Straßen, Hotelpreise verdreifachen sich und in den besseren Restaurants bekommt man keinen Tisch mehr.

💡 Tipp: In den ersten zwei Januarwochen muss man in jeder Bäckerei unbedingt die Galette des Rois (Dreikönigskuchen) probieren. Im Blätterteig mit Mandelcreme steckt eine kleine Figur. Wer sie in seinem Stück findet, bekommt eine Papierkrone aufgesetzt.

Sommer 2026: Schwimmen in der Seine und die Augustflucht

Eine Hand hält ein goldenes Croissant vor einer Pariser Bäckerei mit Menschen im Hintergrund

Der Juni in Paris ist magisch. Ein absolutes Highlight ist die Nuit Blanche (Weiße Nacht) am 6. Juni 2026, wenn die ganze Stadt zur Galerie wird und die Straßen bis in den Morgen voller Leben sind. Am 21. Juni folgt die Fête de la Musique, wenn an jeder Ecke Bands kostenlos spielen.

Im Juli und August gibt es dann eine große Neuheit für 2026: Nach der historischen Reinigung des Flusses eröffnen offizielle Badestellen direkt in der Seine.

Der August? Als wir einmal mit Lukáš im August ankamen, hing an der Hälfte unserer Lieblingslokale ein Schild: fermeture annuelle (Jahresurlaub) – die Inhaber waren einfach ans Meer gefahren, fertig. Das hat uns eine Lektion erteilt. Die Stadt gehört dann nur noch den Touristen, und dazu kommt die drückende Hitze.

💡 Tipp: Am Wochenende des 19. und 20. September 2026 finden die Tage des europäischen Kulturerbes (Journées du Patrimoine) statt. Paläste, die sonst nicht zugänglich sind, öffnen ihre Türen. Achtung aber, wenn ihr einen Tagesausflug plant: Monets berühmter Garten in Giverny ist an diesen zwei Tagen ausnahmsweise und ausdrücklich GESCHLOSSEN.

Wo in Paris übernachten: Sicherheit, Ruhe und familienfreundliche Viertel

Bei unserer ersten Reise mit Lukáš und dem Baby im Kinderwagen buchten wir naiv ein Hotel nahe dem Eiffelturm – es waren die unruhigsten drei Nächte unseres Lebens. Heute wissen wir: Die Wahl des Arrondissements entscheidet darüber, welches Paris man überhaupt erlebt.

Direkt bei den berühmten Sehenswürdigkeiten zu wohnen klingt verlockend, aber wer die echte Atmosphäre spüren möchte, sollte darauf verzichten. Für uns zählen vor allem Sicherheit, Parks in der Nähe und breite Gehwege, auf denen man bequem mit dem Kinderwagen fahren kann, ohne zwischen Mülleimern zu slalomen.

6. Arrondissement (Saint-Germain-des-Prés): Der familiäre Traumkiez

Enge Pariser Straße mit klassischen Gebäuden und dem gotischen Turm von Notre-Dame im Hintergrund

Das ist unser absoluter Lieblingsort am linken Ufer. Es ist unglaublich ruhig, die Architektur ist wunderschön und man fühlt sich selbst um Mitternacht sicher. Das größte Plus ist der Park Jardin du Luxembourg, der für Kinder ein echtes Paradies ist. Hier findet man legendäre Cafés, alte Buchläden und exklusive Boutiquen. Preislich ist es zwar ein teureres Viertel, aber die Ruhe ist jeden Euro wert.

Jonáš war sofort begeistert von den kleinen Segelbooten, die man auf dem Brunnen fahren lassen kann, und wir schätzten den allgegenwärtigen Duft von frischem Kaffee. Außerdem ist man von hier aus überall schnell und kommt mit der Métro bequem auf beide Seiten des Flusses.

3. Arrondissement (Nördliches Marais): Lokal und trendig

Frau in gelber Jacke in einer historischen Pariser Passage mit Glasdach

Das historische Herz des rechten Ufers. Während der südliche Teil des Marais (4. Arrondissement) oft mit Touristen überfüllt ist, ist der nördliche Teil rund um die Rue de Bretagne eine Oase der Ruhe. Die Straßen sind flach, es gibt viele kleine Plätze, hervorragende Bäckereien und den berühmten überdachten Markt Enfants Rouges. Das Viertel ist sehr offen, sicher und voller unabhängiger Kunst.

Ich erinnere mich, wie wir hier einmal einen ganzen verregneten Nachmittag in einer versteckten Crêperie verbrachten und uns wie echte Einheimische fühlten. Die Straßen sind nicht so vollgestopft mit Autos, und in den lokalen Boutiquen findet man die schönsten kleinen Schätze.

15. Arrondissement (Vaugirard): Ruhige Wohngegend

Frau mit Kinderwagen geht unter dem Eiffelturm, bewölkter Himmel

Wer eine günstigere Unterkunft sucht, die trotzdem zentral liegt und absolute Sicherheit bietet, findet im 15. Arrondissement einen versteckten Schatz. Hier wohnen Familien mit Kindern, die Straßen sind breit und es gibt hervorragende lokale Märkte. Der Eiffelturm ist nicht weit, aber von Touristenmassen mit Kameras ist man hier weit entfernt.

Wir kommen vor allem wegen der Sonntagsmärkte gerne hierher, wo die einheimischen Omas einkaufen und die Verkäufer einem lächelnd ein Stück Käse zum Probieren anbieten. Es ist wie ein ruhiges Pariser Dorf mitten in der Großstadt.

Konkrete Hotels, die unsere strengen Kriterien erfüllen

Typische Pariser Straße mit Haussmann-Architektur, Geschäften und Fußgängern

Die Hotels hat Lucie ausgewählt: Die ersten beiden haben wir selbst mit Lukáš ausprobiert, das dritte wurde uns von unserer Freundin Petra begeistert empfohlen, die dort jedes Jahr übernachtet:

Hôtel des Grands Hommes (5. Arrondissement) Wunderschönes Hotel direkt gegenüber dem Panthéon, einen Steinwurf vom Jardin du Luxembourg entfernt. Die Zimmer haben klassischen französischen Charme mit Blumentapeten. Kinderbettchen sind auf Anfrage kostenlos, das Personal ist außerordentlich freundlich. Ein Doppelzimmer kostet etwa 220 € pro Nacht.

Hôtel Henriette (13. Arrondissement) Etwas abseits des Trubels liegt dieses Design-Boutiquehotel mit einem versteckten Innenhof, in dem man morgens in Ruhe Kaffee trinken kann. Ein unglaublich fotogener Ort. Familiensuiten sind verfügbar – in Paris keine Selbstverständlichkeit. Der Preis liegt bei rund 160 € pro Nacht.

citizenM Paris Gare de Lyon (12. Arrondissement) Wer modernen Stil und smarte Technologie bevorzugt, ist hier genau richtig. Die Zimmer sind zwar kompakt, aber die Betten sind riesig (von Wand zu Wand). Hervorragende Anbindung an die vollständig barrierefreie Métrolinie 14 – ideal für Kinderwagen. Eine Nacht kostet etwa 180 €.

Das richtige Verständnis lokaler Umgangsregeln beginnt meist schon beim ersten Kontakt an der Rezeption. Die Inhaber des Boutiquehotels Hôbou haben uns gezeigt, was echte französische Gastfreundschaft bedeutet – mit herzlichen Grüßen und persönlicher Aufmerksamkeit, die man bei großen Kettenhotels einfach nicht bekommt. Wer genau diese familiäre Atmosphäre sucht, sollte meine ausführliche Rezension lesen und sich dann die verfügbaren Zimmer ansehen.

Paris Etikette im Alltag: Regeln fürs tägliche Überleben

Die französische Gesellschaft funktioniert über Details. Man kann im neuesten Look aus der Pariser Modewoche gekleidet sein, aber wenn man einen grundlegenden Fehler in der Kommunikation macht, wird man von Einheimischen sofort in die Schublade der unhöflichen Ausländer gesteckt. Doch das muss keinen abschrecken – es reicht, ein paar Grundprinzipien zu verstehen.

Das Zauberwort Bonjour (und warum man ohne es nicht existiert)

Modern eingerichtetes Restaurant mit grauen Stühlen und gedecktem Tisch

Das ist der mit Abstand wichtigste Abschnitt dieses ganzen Ratgebers. In Frankreich funktioniert der Gruß Bonjour (Guten Tag) nicht nur als Höflichkeitsfloskel. Es ist der Schlüssel, mit dem man die Kommunikation aufschließt. Es ist die Bestätigung, dass man die Person vor sich als gleichwertigen Menschen betrachtet – nicht als eine Servicemaschine.

Man betritt eine Bäckerei? Bonjour ist Pflicht, auch wenn man noch in der Vitrine stöbert. Man tritt in eine kleine Boutique ein? Bonjour. Man kommt an der Supermarktkasse an? Bonjour.

Wer ein Café betritt und sofort seine Bestellung herausplatzt, wird vom Kellner höchstwahrscheinlich ignoriert oder bekommt eine sehr reservierte Antwort. Ab etwa 18 Uhr wechselt der Gruß zu Bonsoir (Guten Abend).

💡 Tipp: Wenn man ein Geschäft oder Restaurant verlässt, reicht es nicht, einfach zu gehen. Zu guten Manieren gehört es, Au revoir (Auf Wiedersehen) zu sagen und idealerweise ein Bonne journée (Schönen Tag) oder Bonne soirée (Schönen Abend) hinzuzufügen. Auch wenn man nichts gekauft hat!

Benehmen im Restaurant und bei Tisch

Gastronomie ist in Frankreich Religion und der Tisch ist ihr Altar. Das Timing ist absolut entscheidend. Das Mittagessen wird strikt zwischen 12:00 und 14:30 Uhr serviert. Kommt man um 15 Uhr, hat die Küche klassischer Bistros längst geschlossen und man landet zwangsläufig in touristischen Fallen mit dem Aushang Service Continu (Durchgehend geöffnet) an der Tür. Abendessen beginnen frühestens um 19:30 Uhr, Einheimische kommen eher erst nach 20 Uhr.

Im Restaurant setzt man sich niemals einfach selbst hin, ohne dazu aufgefordert zu werden. Man wartet am Eingang, stellt Blickkontakt mit dem Personal her und sagt „Bonjour, une table pour deux“ (Guten Tag, ein Tisch für zwei bitte).

Und nun das Wichtigste: Niemals den Kellner mit Garçon anrufen! (wörtlich: Junge!). Das ist ein Überbleibsel aus dem 19. Jahrhundert und gilt heute als grobe Beleidigung. Das Personal spricht man mit Monsieur (mein Herr) oder Madame (gnädige Frau) an.

Was das Brot betrifft: Das Baguette wird niemals mit dem Messer geschnitten. Es wird mit den Händen in kleine Stücke gebrochen. Es ist völlig normal, das Stück direkt auf den nackten Tisch neben den Teller zu legen. Und die Hände? Die gehören nicht wie bei uns unter den Tisch, sondern liegen mit den Handgelenken auf der Tischkante auf.

💡 Tipp: Trinkgeld ist in Frankreich immer im Preis des Essens enthalten – unter dem Posten „service compris“. Man muss also keine Prozente ausrechnen. Wer zufrieden war, kann 1 bis 2 € bar auf dem Tisch lassen. Trinkgeld wird immer in bar gegeben, nie über das Kartenterminal.

Der Pariser Look – was man anzieht

Eleganz in Paris bedeutet nicht, Luxusmarken mit riesigen Logos zu tragen. Es geht um Zurückhaltung und hochwertige Materialien. Einheimische lieben eine neutrale Farbpalette: Schwarz, Dunkelblau (Navy), Camel, Creme und Grau. Basis ist ein gut geschnittener Mantel, saubere Schuhe und ein einzelnes auffälliges Accessoire – etwa eine hochwertige Ledertasche oder ein Seidenschal.

Was einen sofort als Touristen verrät und Taschendiebe anlockt:

  • Bauchtasche klassisch um die Hüfte getragen (wenn überhaupt, dann quer über die Brust).
  • Sportliche Funktionskleidung, Trekkingschuhe und Hosen mit Reißverschlussbeinen. In die Stadt gehört das schlicht nicht.
  • Bermudas und kurze Hosen bei Männern (Pariser tragen auch bei warmem Wetter lange Hosen oder elegante Leinenshorts).
  • Auffällige Logos und Schriftzüge auf T-Shirts.

Die Frisur folgt dem Stil coiffé-décoiffé. Es sieht aus, als wäre eine Pariserin gerade aufgestanden und hätte sich nur kurz durch die Haare gefahren. In Wirklichkeit hat sie zwanzig Minuten vor dem Spiegel mit Texturspray verbracht. Ich hab’s auch versucht. Das Ergebnis war eher coiffé-catastrophe, aber zumindest hatte ich Spaß. ☺️

💡 Tipp: Sneaker sind in Paris heutzutage absolut akzeptabel. Einheimische lieben klassische weiße Modelle wie Veja, Adidas Stan Smith oder New Balance. Sie kombinieren sie aber mit einem eleganten Wollmantel oder einem Kleid – niemals mit einem Jogginganzug.

Fettnäpfchen im öffentlichen Raum

Pariser schätzen ihre Privatsphäre auch im öffentlichen Raum. Sie sind von Natur aus leiser und diskreter als etwa Amerikaner. Lautes Telefonieren in der Métro oder Überschreien von Tischnachbarn im Restaurant bringt sie schnell auf die Palme.

Die Métro hat zudem ein absolutes Tabu: Essen. Während man auf der Straße frisch aus der Bäckerei kommend ruhig ein Stück Baguette knabbern darf, erntet man mit einem ausgepackten Sandwich in der U-Bahn nur angewiderte Blicke. Wasser aus einer Flasche zu trinken ist natürlich in Ordnung.

In Parks muss man auf die Rasenflächen achten. Sieht man ein Schild Pelouse interdite (Betreten des Rasens verboten), sollte man das sehr ernst nehmen. Pariser Parks werden von Aufsehern in Uniform bewacht, die keinerlei Ausnahmen kennen und einen mit einem scharfen Pfeifton sofort vom Rasen vertreiben.

Picknicks sind nur an bestimmten Stellen erlaubt – typischerweise im Park Buttes-Chaumont oder auf den ausgewiesenen Wiesen im Jardin du Luxembourg.

💡 Tipp: Beim Durchgehen durch Türen – ob in einem Laden oder in der Métro – schaut man immer hinter sich und hält die Tür für die nachfolgende Person auf. Das ist ein automatischer Reflex. Tut man es nicht und lässt die Tür jemandem vor dem Gesicht zufallen, gilt das als große Unhöflichkeit.

Was man in Paris auf keinen Fall tun sollte (und worauf man achten muss)

Das Internet ist voll mit Listen dessen, was man unbedingt sehen muss. Aber kaum jemand sagt einem ehrlich, was man getrost überspringen kann. Denn manche Dinge sind schlicht teure Touristenfallen, die Energie und Geldbeutel leersaugen. Dazu kommen spezifische Betrugsmaschen, auf die man rund um die Hauptsehenswürdigkeiten trifft.

Touristenfallen, die man getrost meidet

Auffahrt auf den Eiffelturm Das klingt nach Ketzerei, aber: nicht hochfahren. Stundenlange Schlangen, Sicherheitskontrollen, das Ticket kostet 29,40 € und vor allem: Von oben sieht man den Eiffelturm selbst nicht – der ist aber das eigentliche Herzstück des Pariser Panoramas. Besser den Wolkenkratzer Tour Montparnasse besuchen. Der kostet 21 €, man fährt mit dem schnellsten Aufzug Europas und hat einen 360-Grad-Blick, bei dem der Eiffelturm direkt vor einem liegt.

Essen auf der Place du Tertre (Montmartre) Das malerische Platz voller Straßenmaler auf dem Montmartre-Hügel ist zwar schön anzusehen, aber hier zu essen ist ein großer Fehler. Die Restaurants setzen darauf, dass man nie wiederkommt – die Qualität ist unterdurchschnittlich, die Preise astronomisch. Höchstens einen Kaffee trinken, aber zum Essen lieber ein paar Straßen weiter, etwa in die Rue des Martyrs.

Shopping auf den Champs-Élysées Diese berühmte Avenue ist schon längst nicht mehr die romantische Flaniermeile aus Filmen. Sie ist voll mit internationalen Ketten, Fastfood und riesigen Touristenmassen. Wer echtes Pariser Shopping in kleinen Boutiquen erleben möchte, geht ins Viertel Le Marais (besonders die Rue des Francs-Bourgeois).

💡 Tipp: Das Centre Pompidou, das berühmte Museum für moderne Kunst mit den Rohren an der Fassade, braucht man sich für diese Reise gar nicht erst auf die Liste zu schreiben. Das Gebäude ist seit Ende 2025 für eine vollständige Renovierung für fünf Jahre komplett geschlossen und öffnet erst 2030 wieder.

Die häufigsten Trickbetrügereien 2026

Paris ist generell eine sichere Stadt, aber rund um die Sehenswürdigkeiten operieren sehr geschickte, organisierte Gruppen. Hier sind die drei häufigsten Maschen, die man kennen sollte:

Der goldene Ring Man geht am Seineufer entlang, plötzlich stoppt einen jemand, bückt sich zur Erde, „findet“ einen massiven goldenen Ring und fragt mit unschuldigem Gesicht, ob man ihn verloren habe – und bevor man ablehnen kann, wird einem der Ring aufgedrängt mit der Bitte um ein paar Euro für Essen. Der Ring ist natürlich aus billigem Messing. 😅 Einfach ignorieren und weitergehen.

Freundschaftsbänder unter dem Sacré-Cœur Auf den Stufen unterhalb der Basilika auf dem Montmartre stehen Männergruppen mit bunten Fäden. Nähert man sich, versuchen sie, das Handgelenk zu greifen und ein Bändchen daran zu knüpfen. Ehe man sich versieht, ist das Bändchen fest und sie fordern sehr aggressiv 10 € dafür. Hände in den Taschen lassen und bestimmt „Non, merci“ sagen.

Falsche Petitionen und Spendensammlungen Rund um den Eiffelturm und am Louvre-Eingang trifft man oft junge Frauen mit Klemmbrettern und Kugelschreiber. Sie geben vor, taubstumm zu sein, und bitten um eine Unterschrift für Tier- oder Kinderrechte. Hat man unterschrieben, werden Geldspenden eingefordert. Während man diskutiert, durchsucht ein Komplize die Taschen.

💡 Tipp: Vorsicht bei Tickets für die Kathedrale Notre-Dame. Nach ihrer Wiedereröffnung sind im Internet und auf der Straße Schwarzhändler aufgetaucht, die „Skip-the-Line“-Tickets anbieten. Der Eintritt in Notre-Dame ist aber für alle und immer KOSTENLOS. Keine Tickets kaufen!

lukas a lucka
Lukáš und Lucie empfehlen
Wo man in Paris übernachten kann
5 Unterkünfte — Hotels und weitere Übernachtungsmöglichkeiten
⭐ TOP WAHL 🏨 Hotel
Hôtel des Grands Hommes
Wunderschönes Hotel direkt gegenüber dem Panthéon im 5. Arrondissement, unweit des Jardin du Luxembourg. Die Zimmer haben klassischen französischen Charme mit Blumentapeten. Sie bieten kostenlose Babybetten auf Anfrage und das Personal ist unglaublich freundlich.
★★★★ ab 220 €/Nacht
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🏨 Hotel
Hôtel Henriette
Design-Boutique-Hotel im 13. Arrondissement mit verstecktem Innenhof, wo Sie morgens Ihren Kaffee trinken können. Es ist ein äußerst fotogener Ort mit Familienzimmern, was in Paris selten ist.
★★★★ ab 160 €/Nacht
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🏨 Hotel
citizenM Paris Gare de Lyon
Modernes Hotel im 12. Arrondissement mit intelligenter Technologie und kompakten Zimmern mit riesigen Betten von Wand zu Wand. Hervorragende Anbindung an die Metrolinie 14, die vollständig barrierefrei und ideal für Kinderwagen ist.
★★★★ ab 180 €/Nacht
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🏨 Hotel
Hôbou
Boutique-Hotel mit authentischem französischem Ansatz voller herzlicher Begrüßungen und persönlicher Aufmerksamkeit. Die Besitzer zeigten den Autoren authentische familiäre Fürsorge, die man bei großen Ketten nicht erlebt.
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Missverständnisse durch Sprachbarrieren

Englisch ist in Paris kein so großes Tabu mehr wie noch vor zwanzig Jahren, aber die Art, wie man es einsetzt, macht einen großen Unterschied. Niemals mit der direkten Frage „Do you speak English?“ auf jemanden zugehen.

Immer mit einem höflichen „Bonjour, excusez-moi de vous déranger…“ (Guten Tag, entschuldigen Sie bitte die Störung) beginnen und dann erst fragen, ob die Person Englisch spricht. Der Unterschied in der Hilfsbereitschaft ist enorm.

Ein weiterer kultureller Unterschied fällt im Theater oder in kleinen Lokalen mit Live-Musik auf. Franzosen klatschen nach einer Darbietung nicht mit den Händen über dem Kopf und brüllen keine Begeisterungsrufe. Sie applaudieren gedämpft, mit den Handflächen nahe am Körper. Wer wie auf einem Rockkonzert jubelt, erntet verwirrte Blicke.

💡 Tipp: Wer in einer kleinen Bäckerei oder auf dem Markt mit Karte zahlt und der Betrag liegt unter 5 €, sollte sich vorher kurz entschuldigen: „Désolé, je n’ai pas de monnaie“ (Entschuldigung, ich habe kein Kleingeld). Händler zahlen für kleine Beträge hohe Bankgebühren und schätzen Bargeld sehr.

Wo essen: Unsere Lieblingsplätze abseits der Touristenfallen

In Paris gutes Essen zu finden ist nicht schwer – aber ein Lokal zu finden, in dem man als Fremder und noch dazu mit Kind herzlich willkommen ist, das erfordert etwas mehr Recherche. Mit Lukáš haben wir schon viele Bistros ausprobiert, wo man uns eher still duldete als wirklich willkommen hieß.

Hier sind die Orte, zu denen wir immer wieder zurückkehren – in der Gewissheit, eine herzhafte Portion, ein freundliches Lächeln und vor allem das kulinarische Erlebnis zu bekommen, das man nie vergisst.

Bouillon Chartier: Zurück ins alte Paris

Dieser Ort ist eine Legende und ein Muss für jeden Paris-Besuch. Es ist ein riesiges Restaurant im Stil des 19. Jahrhunderts, in dem Kellner in schwarzen Westen die Bestellungen direkt auf das Papier-Tischdeckchen schreiben. Der Betrieb ist lebhaft, die Tische stehen so eng beieinander, dass man unweigerlich mit den Nachbarn ins Gespräch kommt – die Atmosphäre ist schlicht einzigartig.

Das Essen ist kein Michelin-Stern-Niveau, aber ehrliche französische Hausmannskost zu einem Bruchteil des Preises, den man anderswo zahlen würde. Es gibt hervorragende Schnecken, Zwiebelsuppe und für Jonáš werden immer unkompliziert einfache Nudeln zubereitet. Reservierungen werden nicht angenommen – am besten kurz vor der Öffnungszeit ankommen, sonst steht man in einer langen Schlange.

Miznon im Marais: Vegetarisches Streetfood-Paradies

Wenn wir genug von französischem Käse haben, zieht es uns immer ins Marais für etwas aus dem Nahen Osten. Miznon ist ein israelisches Bistro, das den besten Blumenkohl der Welt zubereitet. Ich weiß, das klingt unspektakulär – aber wer ihn einmal probiert hat, versteht es sofort.

Der Blumenkohl wird im Ganzen geröstet, ist außen knusprig, innen unglaublich weich, dazu gibt es eine perfekte Pita gefüllt mit gegrilltem Gemüse und Falafel. Das Ganze geht schnell, ist ungezwungen und mit dem Kinderwagen kommt man zwar kaum rein – aber man kann das Essen mitnehmen und sich auf eine Bank am nahe gelegenen Platz setzen.

L’As du Fallafel: Der Klassiker, der nie enttäuscht

Wir bleiben im gleichen Viertel, denn gleich um die Ecke liegt dieses berühmte Falafel-Fenster. Es mag wie ein Klischee klingen, aber der Falafel hier ist wirklich fantastisch und hält einen für einen halben Tag satt. Die Schlange ist lang, aber sie bewegt sich sehr schnell, weil das Personal wie ein gut geöltes Uhrwerk funktioniert.

Wir kaufen ihn immer zum Mitnehmen und essen ihn im Park, wo Jonáš Platz zum Herumtollen hat. Das ist die perfekte Lösung, wenn man keine Zeit für ein klassisches zweistündiges Mittagessen hat und schnell neue Energie braucht, bevor es mit dem nächsten Spaziergang weitergeht.

Praktischer Sprachführer (nicht nur) für Eltern

Die Vorstellung, vor der Reise fließend Französisch lernen zu müssen, ist Unsinn. Ein paar Ankerpunkte reichen völlig – sie zeigen den guten Willen. Ich habe eine Liste der Phrasen zusammengestellt, die wir selbst wirklich benutzen. Die Aussprache in eckigen Klammern ist so angepasst, dass sie ein deutschsprachiger Leser direkt ablesen kann.

Grundphrasen und das Rüstzeug der Höflichkeit

Grundvokabular wirkt wie ein Schutzschild. Wer es verwendet, zeigt Respekt gegenüber der lokalen Kultur. Der Unterschied zwischen Pardon und Désolé ist klein, aber wichtig. Pardon benutzt man, wenn man sich in einer Menge vorbeischiebt oder leicht gegen jemanden stößt. Désolé ist für eine echte Entschuldigung, wenn man etwas vermasselt hat oder einer Bitte nicht nachkommen kann.

  • Guten Tag: Bonjour [bon-schuur]
  • Guten Abend: Bonsoir [bon-suahr]
  • Auf Wiedersehen: Au revoir [o-rəvuahr]
  • Bitte: S’il vous plaît [sil-vu-plé]
  • Danke (sehr): Merci (beaucoup) [mär-si bo-ku]
  • Entschuldigung / Verzeihung: Pardon [par-doh]
  • Entschuldigen Sie (wenn man jemanden ansprechen möchte): Excusez-moi [äks-kü-zé-muah]
  • Es tut mir leid: Désolé(e) [dé-zo-lé]
  • Sprechen Sie Englisch?: Parlez-vous anglais? [par-lé-vu ang-lé]
  • Ich verstehe nicht: Je ne comprends pas [schə nə kom-pran pa]

💡 Tipp: Franzosen verschleifen Wörter gerne. „S’il vous plaît“ klingt in der Praxis nicht wie drei getrennte Wörter, sondern wie ein fließendes „silvuplé“. Einfach schnell und selbstbewusst aussprechen – das klingt gleich viel natürlicher.

Im Restaurant und im Café

Diese Phrasen können bares Geld sparen. Zum Beispiel beim Wasser: In jedem französischen Restaurant hat man gesetzlich das Recht auf kostenloses Leitungswasser. Man muss aber genau wissen, wie man darum bittet. Wer nur „de l’eau“ (Wasser) bestellt, bekommt teures Mineralwasser. Man muss das magische Stichwort sagen: „une carafe d’eau“.

Als Vegetarierin weiß ich, dass Frankreich traditionell ein Fleischland ist – auch wenn sich das schnell ändert (das legendäre Michelin-Restaurant Arpège ist 2026 vollständig vegan – ein echter Paradigmenwechsel). Trotzdem ist es hilfreich, die eigenen Ernährungswünsche klar benennen zu können.

  • Einen Tisch für zwei, bitte: Une table pour deux, s’il vous plaît [ün tabl pur dö, sil-vu-plé]
  • Leitungswasser (kostenlos): Une carafe d’eau [ün ka-raf do]
  • Die Speisekarte, bitte: Le menu, s’il vous plaît [lə mə-nü, sil-vu-plé]
  • Ich bin Vegetarier/in: Je suis végétarien(ne) [schə süi vé-sché-ta-ryen]
  • Einen Kaffee (kommt als kleiner Espresso): Un café [an ka-fé]
  • Kaffee mit Milch (größer): Un café crème / Un café au lait [an ka-fé krem / an ka-fé o lé]
  • Ein Glas Rotwein: Un verre de vin rouge [an vär də van rusch]
  • Die Rechnung, bitte: L’addition, s’il vous plaît [la-di-sjon, sil-vu-plé]

💡 Tipp: Wenn ihr fertig gegessen habt und dem Koch ein Kompliment machen möchtet, sagt dem Personal: „C’est délicieux“ [sé dé-li-sjö] (Es ist köstlich). Ihr werdet sehen, wie sie auftauen.

Spezialphrasen für Reisen mit Kleinkind

Wenn wir mit Jonáš unterwegs sind, stehen ganz andere logistische Herausforderungen im Vordergrund. Pariser Cafés sind winzig und mit einem Kinderwagen hineinzupassen ist oft eine echte Geduldsprobe. Diese Phrasen retten die Nerven, wenn das Kind weint und man schnell handeln muss.

  • Haben Sie einen Kinderhochstuhl?: Avez-vous une chaise haute? [a-vé-vu ün schéz ot]
  • Wo ist der Wickeltisch?: Où est la table à langer? [u é la tabl a lan-sché]
  • Können Sie das bitte nur aufwärmen?: Pouvez-vous juste réchauffer, s’il vous plaît? [pu-vé-vu schüst ré-scho-fé, sil-vu-plé]
  • Darf ich mit dem Kinderwagen rein?: Puis-je entrer avec la poussette? [pui-schə an-tré a-vek la pu-set]
  • Nicht scharf, bitte: Pas épicé, s’il vous plaît [pa é-pi-sé, sil-vu-plé]
  • Windeln: Des couches [dé kusch]
  • Babybrei / Fruchtpüree: Une compote / Une purée [ün kom-pot / ün pü-ré]

💡 Tipp: Die meisten alten Pariser Bistros haben keinen Wickeltisch (die Toiletten sind oft im Keller über eine enge Wendeltreppe erreichbar). Wenn dringend gewickelt werden muss, geht man in den nächsten großen Park oder in eine der modernen öffentlichen Toiletten auf der Straße (Sanisette) – kostenlos und geräumig.

Im Laden, in der Métro und in Notfällen

Dieser Abschnitt ist rein praktisch. Wer sich verläuft oder sich unwohl fühlt, sollte wissen, wohin man sich wenden kann. Apotheken (erkennbar am grünen Blinkkreuz) funktionieren in Frankreich hervorragend – die Apotheker können oft auch bei alltäglichen Beschwerden ohne Arzt helfen.

  • Wo ist die U-Bahn?: Où est le métro? [u é lə mé-tro]
  • Eine Fahrkarte: Un billet [an bi-jé]
  • Was kostet das?: Combien ça coûte? [kom-bjan sa kut]
  • Kann ich mit Karte zahlen?: Je peux payer par carte? [schə pö pé-jé par kart]
  • Ich schaue nur, danke: Je regarde juste, merci [schə rə-gard schüst, mär-si]
  • Apotheke: La pharmacie [la far-ma-si]
  • Hier tut es mir weh: J’ai mal ici [sché mal i-si]
  • Fieber: De la fièvre [də la fjévr]
  • Rufen Sie die Polizei: Appelez la police [a-plé la po-lis]

💡 Tipp: Wenn man in einem Bekleidungsgeschäft von der Verkäuferin gefragt wird, ob man Hilfe braucht, aber in Ruhe stöbern möchte, einfach lächeln und sagen: „Je regarde juste, merci.“ Man bekommt sofort seinen Freiraum.

Fotogene Orte: Wo man die besten Bilder macht

Ich erinnere mich noch genau, wie ich zum ersten Mal aus der Métro auf der Île de la Cité auftauchte und fast den Kinderwagen losgelassen hätte, weil ich mich umdrehte, um eine Laterne zu fotografieren. Paris ist einfach unfair schön – man kann buchstäblich jede Ecke fotografieren.

Wer aber Fotos ohne tausende Touristen im Hintergrund möchte, muss wissen, wohin man wann genau geht. Aus meiner Erfahrung als Fotojournalistin weiß ich: Licht und Timing sind alles.

Eiffelturm ohne Massen: Die geheimen Winkel

Die klassischen Fotos vom Trocadéro-Platz kennt jeder. Diesmal anders anpacken: Statt auf die Hauptesplanade gehen, lieber zur Passerelle Debilly. Das ist eine schmale Fußgängerbrücke, von der aus man den Eiffelturm aus einem perfekten Winkel sieht, darunter fließt die Seine – und Menschenmassen trifft man hier selten.

Eine weitere ikonische Location ist die Brücke Pont de Bir-Hakeim (erreichbar mit der Métrolinie 6). Die Brücke hat zwei Ebenen: oben donnern die grünen U-Bahn-Waggons, unten zieht sich eine Kolonnade aus Stahlsäulen, die einen perfekten Rahmen für ein Foto des Turms bildet – genau wie im Film Inception.

Wer eine romantische Pariser Straße sucht, an deren Ende die Turmspitze hervorlugt, sollte die Sackgasse Avenue de Camoëns im 16. Arrondissement aufsuchen. Sie mündet in eine kleine Treppe, umgeben von wunderschönen Häusern – und es herrscht absolute Stille.

💡 Tipp: Wer Langzeitbelichtungen auf der Pont Alexandre III mit Stativ aufnehmen möchte, kommt am besten kurz nach Sonnenuntergang, bevor es ganz dunkel wird (die sogenannte blaue Stunde). Die goldenen Skulpturen auf der Brücke leuchten dann wunderschön gegen den sich verdunkelnden Himmel.

Romantik auf dem Montmartre

Der hügelige Montmartre ist von oben bis unten fotogen. Aber Hauptplatz meiden und sich stattdessen in den Seitengassen verlieren.

Das berühmteste Motiv heute ist das rosafarbene Haus La Maison Rose an der Ecke Rue de l’Abreuvoir und Rue des Saules. Es war einmal ein Kabarett, heute ist es ein Restaurant – und dank der Serie Emily in Paris ist es hier oft voll. Am besten vor 9 Uhr morgens kommen.

Die Rue de l’Abreuvoir selbst trägt oft den Titel schönste Straße in Paris. Sie ist gesäumt von pastellfarbenen, efeubedeckten Häuschen, und an ihrem Ende erhebt sich die weiße Kuppel der Basilika Sacré-Cœur.

Für etwas ganz anderes empfiehlt sich die Villa Léandre – eine Sackgasse voller Häuschen im Art-déco-Stil mit kleinen Vorgärten. Man fühlt sich hier überhaupt nicht wie in einer pulsierenden Metropole, sondern eher auf dem englischen Land.

💡 Tipp: Wer mit Kinderwagen fotografiert, wird auf dem Montmartre mit seinen vielen Treppen vor Herausforderungen gestellt. Die Standseilbahn (Funiculaire de Montmartre) nutzen – sie gilt als normale Métrofahrt und spart enorm viel Kraft.

Versteckte Gässchen und architektonische Perlen

Eine der buntesten Straßen in Paris ist die Rue Crémieux im 12. Arrondissement – ein kopfsteinsgepflastertes Gässchen, gesäumt von niedrigen Häuschen in Pastellfarben (Rosa, Gelb, Blau), das mehr als alles andere an Notting Hill in London erinnert.

Auf der Île de la Cité darf man die Place Dauphine nicht verpassen. Dieser dreieckige Platz versteckt sich hinter dem Justizpalast. Bäume, Bänke, einheimische Pétanque-Spieler – und er ist ein perfekter Ort für ein Foto mit Kaffeebecher in der Hand. Besonders im Herbst hat es hier eine unglaubliche Atmosphäre.

Wer monumentale Symmetrie sucht, sollte in der Rue Soufflot im 5. Arrondissement stehen. Die breite Straße führt direkt auf das majestätische Säulenportal des Panthéon zu – bei Sonnenuntergang bekommt das Gebäude einen wunderschönen honigfarbenen Schimmer.

💡 Tipp: Die Anwohner der Rue Crémieux sind die ewigen Fotoshootings bereits gründlich leid und denken über eine Sperrung der Straße nach. Schnell fotografieren, leise sein, keinen Blitz benutzen und sich auf keinen Fall auf ihre Haustürschwellen setzen.

Die wiedereröffnete Notre-Dame und die Seine-Ufer

Nach dem verheerenden Brand und langen Jahren der Restaurierung zeigt sich die Kathedrale Notre-Dame endlich wieder in vollem Glanz. Ihre gereinigte und restaurierte Fassade strahlt jetzt so hell, wie es sich kaum jemand von uns vorstellen konnte. Die besten Fotos entstehen von den Brücken der Südseite – konkret von der Pont de l’Archevêché oder der Pont au Double.

Wunderbare Durchblicke auf die Kathedrale bieten sich auch aus den engen Gassen des Lateinischen Viertels (linkes Ufer), zum Beispiel von der Rue Galande, wo alte Häuser im Vordergrund stehen und die majestätischen Türme von Notre-Dame als Kulisse dienen.

💡 Tipp: Wer die besten Detailaufnahmen der Fassade von Notre-Dame möchte, kommt kurz nach Sonnenaufgang. Das Morgenlicht fällt direkt auf die Hauptfassade und hebt alle neu gereinigten Skulpturen und Wasserspeier wunderschön hervor.

Praktische Infos für einen reibungslosen Ablauf

Die Logistik in Paris mit Kinderwagen hat uns in den ersten zwei Tagen ganz schön gefordert – bis wir ein paar Dinge herausgefunden haben, die alles vereinfacht haben. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren enorm in Richtung Ökologie und Nachhaltigkeit entwickelt, was weniger Autos bedeutet, aber auch seine Besonderheiten beim Thema Transport mit sich bringt.

Nahverkehr und die Tücken der Métro

Das Pariser Métronetz ist dicht und schnell, aber leider absolut kinderwagenfeindlich. Die meisten Stationen haben weder Rolltreppen noch Aufzüge, nur endlose Treppenlabyrinthte und schwere Drehtüren. Die einzige vollständig barrierefreie Linie ist die moderne violette Linie 14. Wer mit Kleinkind reist, dem empfehle ich dringend, eine Ergotrage einzupacken.

Eine viel bessere Alternative sind die oberirdischen Busse. Sie sind geräumig, barrierefrei und obendrein eine Art Stadtrundfahrt.

Was Tickets betrifft: Papier-Streifenkarten gehören der Vergangenheit an. Am Schalter der RATP kauft man die Chipkarte Navigo Easy (kostet 2 €) und lädt ein Zehnerkarten-Paket (carnet) auf, das 17,30 € kostet. Alternativ kann man direkt mit dem Smartphone zahlen.

💡 Tipp: Für die beste Aussichtsfahrt zum Preis eines normalen Tickets einfach in den Bus Nummer 69 einsteigen. Er fährt am Eiffelturm, am Invalidendom und am Louvre vorbei, an der Stadthalle entlang bis zur Place de la Bastille. Ans Fenster setzen und genießen.

Reservierungen und Sicherheit

Im post-olympischen Paris des Jahres 2026 gilt eine Regel mehr als je zuvor: Ohne Reservierung kommt man nirgendwo rein. Für den Louvre muss man online ein Ticket für eine bestimmte Uhrzeit kaufen (Eintritt 22 €), sonst hat man keine Chance.

Dasselbe gilt für das beliebte Musée d’Orsay (16 €). Für die berühmten Pariser Katakomben muss man Tickets genau 7 Tage vor dem geplanten Besuch buchen, sonst sind sie hoffnungslos ausverkauft.

Was die Sicherheit betrifft: Paris ist eine normale Großstadt. Tagsüber gibt es nichts zu befürchten, aber nachts empfiehlt es sich, die Umgebung der nördlichen Bahnhöfe (Gare du Nord und Gare de l’Est im 10. Arrondissement) und die abgelegenen Gassen rund um Pigalle zu meiden. Tasche geschlossen und über die Schulter tragen, Handy nicht offen auf dem Café-Tisch liegen lassen – dann ist alles bestens.

💡 Tipp: Wer den Louvre besucht, sollte den Haupteingang bei der Glaspyramide meiden – dort sind die Schlangen riesig. Den geheimen Eingang Porte des Lions (Löwentor) von der Südseite her, nah am Fluss, nutzen, oder den unterirdischen Eingang aus dem Einkaufszentrum Carrousel du Louvre.

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Wer mehr Details über die Reiseplanung erfahren möchte, findet in unseren weiteren ausführlichen Reiseführern konkrete Karten und unsere Lieblingsrouten:

Häufig gestellte Fragen

Jaké je nejlepší oslovení pro číšníka v Paříži?

Jediným správným oslovením je Monsieur (Pane) pro muže a Madame (Paní) pro ženu. V žádném případě nepoužívejte slovo Garçon (Chlapče), které je považováno za velmi hrubé a ponižující. Pro získání pozornosti stačí navázat oční kontakt, lehce zvednout ruku a usmát se.

Musím v Paříži dávat spropitné?

Ne, není to povinnost. Podle francouzského zákona je obsluha (service compris) již započítána v celkové ceně, kterou vidíte na lístku. Pokud jste ale byli s péčí spokojeni, je běžné zanechat na stole drobnou hotovost (1 až 2 € za kávu či oběd, případně 5–10 % u dražší večeře).

Je voda v pařížských restauracích zdarma?

Ano, ale musíte o ni správně požádat. Pokud poprosíte o „une carafe d’eau“ (karafu vody), obsluha vám přinese kohoutkovou vodu, která je zdarma a je naprosto bezpečná a chutná. Pokud si objednáte jen „de l’eau“, přinesou vám zpoplatněnou balenou vodu.

Které měsíce je nejlepší do Paříže nejezdit?

Rozhodně se vyhněte srpnu. Mnoho rodinných bister a nezávislých obchodů má zavřeno (fermeture annuelle), protože Pařížané odjíždějí na dovolenou. Město je plné jen turistů a často v něm panují extrémní vedra. Problematický je také přelom února a března kvůli Fashion Weeku, kdy raketově rostou ceny hotelů.

Je možné se v Paříži pohybovat s kočárkem?

Na ulicích a v parcích je to bez problémů, ale v metru to bude velký boj. Pařížské metro je plné schodů a eskalátory často chybí. Jedinou plně bezbariérovou linkou je linka 14. Rodičům důrazně doporučujeme využívat spíše nadzemní autobusy, které jsou prostorné a mají plošiny.

Co znamená cedule Pelouse interdite v parcích?

Tento nápis znamená přísný zákaz vstupu na trávník. Ve Francii se trávníky v historických parcích (jako je Jardin du Luxembourg) považují za okrasné prvky, nikoliv za místo k odpočinku. Pokud na něj stoupnete, okamžitě vás vykáže hlídač s píšťalkou.

Jak se dostanu k Eiffelově věži bez davů lidí?

Místo klasického výhledu z Trocadéra zkuste vyrazit na most Pont de Bir-Hakeim, na pěší lávku Pasarela Debilly nebo do slepé uličky Avenue de Camoens. Klíčové je také načasování – pro prázdné fotky musíte dorazit ideálně těsně po východu slunce, než město ožije.

Je vstup do katedrály Notre-Dame po rekonstrukci zpoplatněn?

Ne, vstup do samotné katedrály Notre-Dame je po jejím znovuotevření v prosinci 2024 pro všechny návštěvníky zcela zdarma. Dejte si velký pozor na pouliční překupníky a pochybné weby, které se vám budou snažit prodat falešné „skip-the-line“ vstupenky. Zpoplatněn bývá pouze výstup na věže nebo vstup do krypty.

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