Maut in Norwegen: So funktioniert AutoPASS und was du 2026 zahlst

Die Maut in Norwegen funktioniert anders als irgendwo sonst in Europa: Du fährst durch keine einzige Schranke, kaufst keine Vignette – und zahlst trotzdem für die Straßen. Das skandinavische Mautsystem ist nämlich vollautomatisch. Du fährst einfach flüssig unter den Kameras hindurch, genießt die atemberaubenden Ausblicke auf die Fjorde, und die Rechnung kommt dir ganz gemütlich per Post bis zu zwei Monate nach dem Urlaub nach Deutschland ins Haus. Wenn du einen Roadtrip durch dieses Land planst, wird dich ein Detail überraschen: keine Barrieren, kein Kassenhäuschen – und dennoch zahlst du für die Straßen. Die Frage ist nur, ob es sich lohnt, sich vorher irgendwo zu registrieren.

Norwegen ist zwar ein Paradies für Naturliebhaber, doch auf den Straßen gelten sehr strenge Regeln, deren Missachtung den Urlaub ordentlich verteuern kann. Deshalb habe ich für dich einen kompletten und sehr praktischen Ratgeber zur norwegischen Maut und den Verkehrsregeln für das Jahr 2026 vorbereitet, damit du unnötige Bußgelder vermeidest, weißt, wie es mit den Rabatten für Elektroautos aussieht, und eine klare Vorstellung davon hast, mit welchem Budget du rechnen musst.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Keine Vignetten und keine Kassenhäuschen: In Norwegen zahlst du eine punktuelle Maut für die Durchfahrt durch bestimmte Abschnitte, Tunnel oder bei der Einfahrt in große Städte, wobei alles von Kameras über der Straße erfasst wird.
  • Die Rechnung kommt von selbst: Wenn du gar nichts tust, fotografieren die Kameras dein deutsches Kennzeichen, und das schwedische Unternehmen Epass24 schickt dir eine Papierrechnung nach Hause – zu der aber eine Gebühr für die Halterermittlung im Register hinzukommt (bis zu 10 EUR).
  • Die Vorab-Registrierung ist die Basis: Registriere auf der Website von Epass24 kostenlos dein Kennzeichen und deine Zahlungskarte. So vermeidest du die Ermittlungsgebühren, und die Rechnungen kommen bequem per E-Mail.
  • Der AutoPASS-Chip spart 20 %: Die physische Box hinter der Windschutzscheibe gibt einen pauschalen Rabatt auf alle Durchfahrten, aber für ein normales Benzinauto im zweiwöchigen Urlaub lohnt sich das wegen des komplizierteren Papierkrams und der Kaution meist nicht.
  • Wohnmobile über 3,5 Tonnen müssen den Chip haben: Schwerere Wohnmobile fallen in den Lkw-Tarif, der doppelt bis dreifach so hoch ist. Haben sie aber einen gültigen AutoPASS-Chip und im Fahrzeugschein die Kategorie M1, zahlen sie den günstigen Pkw-Tarif.
  • Elektroautos fahren nicht mehr gratis: Im Jahr 2026 zahlen emissionsfreie Autos etwa 30 bis 70 % des normalen Tarifs, allerdings bekommst du bei vielen Mautprojekten (zum Beispiel im tiefsten Tunnel Ryfast) diesen Rabatt nur mit einem gültigen Chip.
  • Die Geschwindigkeit wird wirklich überwacht: Die Bußgelder sind drakonisch und die Radartoleranz minimal. Für 130 km/h auf einem 110er-Abschnitt zahlst du 2026 zum Beispiel ein Bußgeld von über 900 EUR (10.100 NOK).

10 Dinge, die du über das Fahren und die Maut in Norwegen wissen musst

Ausländische Reisende sind auf norwegischen Straßen oft verwirrt, weil sie nirgends Preistafeln oder Zahlstellen sehen. Schauen wir uns die zehn wichtigsten Regeln an, wie dieses skandinavische System funktioniert und worauf du achten solltest.

1. Keine Vignetten und Mautstationen ohne Schranken

In Norwegen findest du überhaupt keine Vignette, auch nicht in elektronischer Form, wie wir sie etwa aus Österreich oder der Schweiz kennen. Stattdessen funktioniert ein System der sogenannten punktuellen Maut, bei dem du nur für die Durchfahrt durch eine konkrete Mautstation zahlst. Diese Stationen heißen auf Norwegisch bomstasjoner, und die Gebühr, die dort fällig wird, nennt sich bompenger.

Das gesamte System ist absolut automatisch, und seit dem Sommer 2020, als das letzte Kassenhäuschen am Atlanterhavstunnelen endgültig geschlossen wurde, gibt es im Land keine einzige Stelle mehr mit Personal. Das bedeutet, dass du bei der Durchfahrt durch eine Station weder anhältst noch abbremst – du fährst einfach flüssig unter dem Portal mit den Kameras hindurch. Das System erfasst dich zuverlässig entweder mit einem elektronischen Chip hinter der Windschutzscheibe oder durch einfaches Fotografieren des Kennzeichens.

Gebührenpflichtig sind typischerweise die Stadtringe rund um große Zentren wie Oslo, Bergen oder Trondheim, außerdem neu gebaute Autobahnabschnitte, lange Unterwassertunnel und einige bedeutende Brücken. Interessant ist, dass die Gebühr in der Regel abgeschafft wird, sobald sich das jeweilige Infrastrukturprojekt aus der eingenommenen Maut bezahlt hat. Die berühmte Atlantikstraße, der Tunnel bei Kristiansund oder die Maut Ryaforbindelsen bei Tromsø sind daher heute schon völlig kostenlos zu befahren. Wenn du den Roadtrip mit dem Motorrad machst, hast du einen riesigen Vorteil, denn einspurige Fahrzeuge zahlen in Norwegen überhaupt keine Maut.

💡 Tipp: Eine Karte aller aktuellen Mautstationen findest du auf der offiziellen Website autopass.no, aber in der Praxis musst du sie gar nicht studieren, denn den Mautabschnitten kannst du in Norwegen mit Ausnahme der großen Städte praktisch nicht ausweichen.

2. Was mit einem deutschen Auto passiert und wie Epass24 funktioniert

Wenn du dich ins Auto setzt, nach Norwegen aufbrichst und vorher gar nichts erledigst, verstößt du damit gegen kein Gesetz. Die Kameras an den Mautstationen fotografieren einfach dein deutsches Kennzeichen, und der Systembetreiber gibt diese Daten an das Unternehmen Epass24 weiter, das der offizielle Abrechnungspartner für ausländische Fahrzeuge ist.

Diese schwedische Firma ermittelt den Fahrzeughalter in internationalen Datenbanken und schickt dir eine Papierrechnung per klassischer Post an die Adresse, die in deinen Fahrzeugpapieren steht. Die Rechnung kommt typischerweise ein bis drei Monate nach deiner Rückkehr an. Der Nachteil dieses passiven Ansatzes ist, dass zur eigentlichen Maut eine sehr unangenehme Gebühr für die Halterermittlung im Register hinzukommt, die sich in der Größenordnung bis zu zehn Euro pro ausgestellter Rechnung bewegt.

Deshalb empfehle ich dir auf jeden Fall die Variante der Vorab-Registrierung, die sehr einfach ist und nur ein paar Minuten dauert. Auf der Website epass24.com erstellst du kostenlos ein Konto, gibst dein Kennzeichen und deine E-Mail-Adresse ein und verknüpfst dein Profil mit einer Zahlungskarte. Dadurch vermeidest du komplett die Ermittlungsgebühren, die Rechnungen kommen übersichtlich per E-Mail, und der Betrag wird automatisch abgebucht. Hast du außerdem ein Elektroauto oder einen Hybrid, kannst du hier die Emissionsdaten des Fahrzeugs hinterlegen, was absolut entscheidend für den richtigen Ökotarif ist. So musst du keine Angst haben, dass der Papierbrief bei der Post verloren geht und dir eine riesige Strafe droht.

💡 Tipp: Achte bei der Registrierung auf Epass24 ganz besonders auf Tippfehler im Kennzeichen oder auf ein falsch gewähltes Zulassungsland. Wenn das System das Auto nicht zuordnet, kommt die Rechnung trotzdem per Post – inklusive Aufschlag.

3. AutoPASS-Chip: Für wen er sinnvoll ist und wie du ihn bekommst

Neben dem Fotografieren der Kennzeichen gibt es in Norwegen noch eine zweite Systemebene, und das ist der AutoPASS-Chip, auf Norwegisch üblicherweise bombrikke genannt. Es handelt sich um eine kleine elektronische Box, die du hinter die Windschutzscheibe klebst und die von den Mautstationen aus der Ferne gelesen wird. Wenn du einen gültigen Vertrag mit einem der Chip-Anbieter hast, bekommst du automatisch zwanzig Prozent Rabatt auf jede Durchfahrt durch eine Mautstation.

Das klingt großartig, aber für den normalen Touristen mit einem Benzinauto, der für zwei Wochen in den Norden fährt, lohnt sich der Chip oft nicht. Du musst nämlich eine rückzahlbare Kaution von etwa 200 NOK hinterlegen, und die physische Lieferung des Chips per Post nach Deutschland dauert zwei bis vier Wochen. Ein normaler Roadtrip entlang der Fjorde erzeugt eine Maut in der Größenordnung von rund tausend norwegischen Kronen, sodass dir der Rabatt etwa vierhundert Kronen zurückbringt – was vielen Leuten den Papierkram schlicht nicht wert ist.

Der Chip lohnt sich dagegen eindeutig für drei Gruppen von Reisenden. Erstens für Besitzer von Elektroautos, denn bei vielen Tunneln bekommst du ohne Chip keinen Ökorabatt. Zweitens für Fahrer von Wohnmobilen über dreieinhalb Tonnen, für die der Chip die Rettung vor astronomischen Gebühren ist. Und drittens für Leute, die immer wieder oder für längere Zeit nach Skandinavien fahren. Der norwegische Chip lässt sich nämlich sehr leicht auch mit der Bezahlung auf den großen dänischen und schwedischen Brücken verknüpfen, wie etwa der berühmten Øresund-Brücke.

💡 Tipp: Wenn du dich für einen Chip entscheidest, ist der aktuell am besten bewertete Anbieter ohne monatliche Gebühren im Jahr 2026 das Unternehmen SkyttelPASS, über das du die Box bequem online bestellst.

4. Mietwagen in Norwegen und die Weiterberechnung der Maut

Wenn du nach Oslo oder Bergen fliegst und dir das Auto erst vor Ort mietest, ändern sich die Spielregeln ein wenig. Für ein norwegisches Kennzeichen aus der Mietwagenfirma kannst du keinen eigenen Vertrag bei Epass24 anlegen, denn das Auto ist längst im System registriert. Die meisten Mietwagen haben direkt einen lokalen AutoPASS-Chip aufgeklebt, der brav alle deine Durchfahrten während des Urlaubs erfasst.

Die Maut wird in diesem Fall direkt der Mietwagenfirma berechnet, die sie dir anschließend weiterberechnet und nachträglich von deiner Kreditkarte abbucht. Erschrick also nicht, wenn dir ruhig einen Monat nach Rückgabe der Schlüssel eine Abbuchung von ein paar Dutzend Euro von der Karte kommt. Sehr oft schlagen die Mietwagenfirmen zur eigentlichen Maut noch eine kleine Bearbeitungsgebühr für die Rechnungsverarbeitung auf, die sich im Bereich von einigen Dutzend norwegischen Kronen pro Miettag bewegt. Große Wohnmobilvermieter berechnen zum Beispiel manchmal ein pauschales Mautpaket im Voraus.

Versuche auf keinen Fall, die Gebühren irgendwo bar an den Tankstellen zu bezahlen oder nach irgendwelchen Terminals zu suchen – bei einem Mietwagen lässt sich das System einfach nicht umgehen. Kontrolliere vor der Übernahme des Fahrzeugs nur in den Bedingungen aufmerksam, wie hoch die Bearbeitungsgebühr für die Mautverarbeitung bei der jeweiligen Firma ausfällt, damit du nach der Rückkehr nach Hause nicht überrascht wirst.

💡 Tipp: Heb dir nach der Rückkehr deinen Reiseplan noch mindestens zwei Monate auf. Wenn dir die Mietwagenfirma dann die Mautgebühr abbucht, kannst du anhand der Tagesübersicht überprüfen, dass sie dir wirklich nur deine Durchfahrten berechnet haben und nicht die Fahrten eines anderen Kunden.

5. Wohnmobile über 3,5 Tonnen müssen aufpassen

Das ist der absolut wichtigste Punkt für alle Wohnmobilisten und Besitzer großer Kastenwagen. Das norwegische Mautsystem teilt Fahrzeuge nämlich strikt in zwei Tarifgruppen ein, wobei Gruppe eins bis dreieinhalb Tonnen die normalen Preise zahlt. Dagegen zahlt Gruppe zwei, die für schwerere Fahrzeuge bestimmt ist, etwa das Doppelte bis Dreifache.

Zum Beispiel kostet die Durchfahrt durch den Unterwassertunnel Ryfast ein normales Auto 119 NOK, aber ein Fahrzeug über der festgelegten Grenze zahlt schon unglaubliche 357 NOK für eine einzige Fahrt. Wenn du ein großes Wohnmobil hast, das über dreieinhalb Tonnen wiegt, drohen dir diese astronomischen Gebühren bei jeder Durchfahrt an einer Kamera. Es gibt aber eine sehr wichtige Ausnahme. Ein schweres Wohnmobil, das im Fahrzeugschein die Kategorie M1 hat, fällt in die günstige Gruppe der Pkw.

Das hat allerdings einen großen Haken, denn diesen Vorteil bekommst du NUR unter der Voraussetzung, dass du einen gültigen Vertrag und einen aufgeklebten AutoPASS-Chip hast. Ohne die Box hinter der Scheibe bewertet das System dein Kennzeichen nach dem Gewicht und berechnet dir alles zu den erdrückenden Lkw-Preisen. Für schwerere Wohnmobile ist die Beschaffung des Chips also eine absolute Notwendigkeit, die dir in einem einzigen Urlaub riesige Summen sparen kann. Für Fahrzeuge über dreieinhalb Tonnen im rein gewerblichen Betrieb ist der Chip zudem gesetzlich vorgeschrieben, und für sein Fehlen droht vor Ort ein sehr saftiges Bußgeld von 8.000 NOK.

💡 Tipp: Vergiss nicht, beim Antrag für den AutoPASS-Chip für ein schweres Wohnmobil sorgfältig einen Scan des Fahrzeugscheins hochzuladen. Die norwegische Seite muss klar sehen, dass es sich wirklich um ein Wohnmobil der Kategorie M1 handelt, damit sie dir den richtigen, günstigeren Tarif einstellt.

6. Elektroautos fahren nicht mehr gratis (Tarife 2026)

Lange Jahre galt Norwegen als das gelobte Land für Elektroautos, wo man keine Maut zahlte und das Parken fast gratis war. Diese schöne Ära ist aber endgültig vorbei, und im Jahr 2026 ist das System deutlich strenger eingestellt. Die grundlegende landesweite Regel besagt, dass emissionsfreie Autos höchstens siebzig Prozent des Tarifs eines normalen Benzinfahrzeugs zahlen.

Die tatsächliche Höhe des Rabatts unterscheidet sich dann je nach konkreter Region und Projekt. Im Mautring rund um Oslo zahlt ein Elektroauto etwa die Hälfte des normalen Preises, in Trondheim beträgt der Rabatt dreißig Prozent, und in Bergen kam es dieses Frühjahr zu einer ziemlich deutlichen sprunghaften Verteuerung der Ökotarife. Der entscheidende Haken liegt allerdings darin, dass du bei einer ganzen Reihe von Mautstationen den Rabatt für ein Elektroauto nur mit einem gültigen AutoPASS-Chip bekommst.

Das gilt besonders bei den umfangreichen Projekten des Unternehmens Ferde im Südwesten des Landes. Wenn du mit einem Elektroauto mit deutschem Kennzeichen ankommst und keinen Chip dabei hast, zahlst du für die Durchfahrt durch den erwähnten Tunnel Ryfast volle 119 NOK, während es mit Chip nur 66,64 NOK wären. Wenn du also mit dem Elektroauto in den Norden fährst, besorge dir auf jeden Fall einen Chip mit ausreichendem Vorlauf, damit du nicht unnötig draufzahlst.

💡 Tipp: Das Ladenetz in Norwegen ist absolut konkurrenzlos, und Schnellladesäulen findest du selbst an sehr abgelegenen Fjorden. Die Preise für das Schnellladen bewegen sich 2026 bei rund fünf bis acht norwegischen Kronen pro Kilowattstunde, sodass die Fahrt mit Strom finanziell ähnlich ausfällt wie klassisches Benzin. Die Hauptersparnis liegt gerade in der niedrigeren Maut und den vergünstigten Fähren.

7. Tempolimits und drakonische Bußgelder

Während wir in Mitteleuropa an ein Autobahntempo von 130 und Radarfallen mit ein bisschen Toleranz gewöhnt sind, musst du in Norwegen deutlich langsamer fahren – im wahrsten Sinne des Wortes. Das allgemeine Tempolimit liegt bei fünfzig innerorts und achtzig außerorts. Auf besseren Straßen triffst du am häufigsten auf neunzig, und das absolute landesweite Maximum sind 110 km/h, was aber nur auf einigen wenigen ausgewählten Autobahnabschnitten rund um Oslo gilt.

Norwegische Radarfallen haben eine Toleranz von gerade einmal drei Kilometern pro Stunde, und die Bußgelder wurden ab Februar 2026 erneut in astronomische Höhen angehoben. Wenn du auf dem erwähnten 110er-Abschnitt 130 km/h fährst, halte dich für ein Bußgeld von über 900 EUR bereit, was genau 10.100 NOK entspricht. Bei einer Überschreitung um zwanzig Kilometer pro Stunde auf einer normalen Straße zahlst du 7.450 NOK, und bei höheren Geschwindigkeiten verlierst du vor Ort direkt den Führerschein.

Neben den klassischen fest installierten Radarfallen, die immer vorher gekennzeichnet sind, pass ganz besonders auf die sogenannte Abschnittskontrolle auf. Die Kameras fotografieren dich am Anfang und am Ende des Abschnitts und berechnen zuverlässig deine Durchschnittsgeschwindigkeit. Dieses System ist massiv im Einsatz, vor allem in langen Unterwassertunneln, wo es zum Gasgeben verleitet, und jedes Jahr kommen Dutzende neuer gemessener Abschnitte hinzu.

💡 Tipp: Stell deinen Tempomat genau auf das vorgeschriebene Limit ein und versuch nicht, mit der vermeintlichen Masse mitzuschwimmen. Norwegische Bußgelder werden auch nach Deutschland aktiv vollstreckt, und die Polizei kann von dir verlangen, einen saftigen Betrag direkt vor Ort mit Karte zu bezahlen.

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8. Null Toleranz bei Alkohol und Lichtpflicht

Ein Bier zum Mittagessen und dann ans Steuer? In Norwegen funktioniert das einfach nicht, und die drohenden Bußgelder überzeugen dich schneller als jeder Vortrag. Die gesetzliche Grenze für Alkohol im Blut liegt bei gerade einmal 0,2 Promille, was in der Praxis absolute Null-Toleranz bedeutet. Die Sanktionen für Fahren unter Einfluss gehören zu den härtesten in ganz Europa, und die lokalen Gerichte kennen wirklich kein Pardon.

Bei einem gemessenen Wert über einem halben Promille ist das Standardbußgeld auf die Höhe des Anderthalbfachen deines monatlichen Bruttogehalts festgesetzt, zu dem automatisch ein Fahrverbot hinzukommt und bei höheren Werten sogar eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Die Einheimischen nehmen das ungemein ernst, und Fahren schon nach einem einzigen Glas Wein ist hier gesellschaftlich völlig inakzeptabel.

Eine weitere wesentliche Besonderheit ist die Pflicht, den ganzen Tag mit Abblendlicht zu fahren, und zwar auch am hellen Mittag mitten im Polartag, wenn die Sonne im Norden gar nicht untergeht. In der Pflichtausstattung musst du ein Warndreieck und eine Warnweste haben, die immer in Reichweite des Fahrers liegt. Wenn du außerhalb der Sommerhauptsaison in die Berge aufbrichst, denk daran, dass Winterreifen für Pkw zwar nicht formell nach dem Kalender vorgeschrieben sind, aber es gilt eine strenge Pflicht zur angemessenen Bodenhaftung. Unter skandinavischen Bedingungen bedeutet das eine Profiltiefe von mindestens drei Millimetern.

💡 Tipp: In den Bergregionen triffst du sehr oft auf Schilder, die vor Wild warnen. Nimm sie absolut ernst – ein Zusammenstoß mit einem riesigen Elch oder einer Rentierherde, die auf der Straße umherzieht, ist im Norden ein sehr reales und gefährliches Risiko.

9. Fähren als Teil des AutoPASS-Systems

Beim Reisen entlang der wunderschönen Westküste voller tiefer Fjorde kommst du an den inländischen Fähren nicht vorbei, die als natürlicher Teil des norwegischen Straßennetzes funktionieren. Genau wie auf den Straßen herrscht auch hier ein vollautomatisches System namens AutoPASS-ferje. Bei der Auffahrt an Bord fotografieren die Kameras wieder dein Kennzeichen oder lesen den Chip, und du kaufst nirgends vorher ein Papierticket.

Der Fährpreis richtet sich ausschließlich nach der Länge deines Fahrzeugs und steigt sehr sprunghaft. Während ein Pkw oder ein kleinerer Lieferwagen bis sechs Meter den Grundtarif zahlt, zahlst du für ein acht Meter langes Wohnmobil ruhig auch mehr als das Doppelte. Wenn du einen AutoPASS-Chip eingerichtet hast, bekommst du auf den Fähren automatisch zehn Prozent Rabatt.

Wenn dir aber viele Überfahrten bevorstehen, kannst du dir ein spezielles Prepaid-Konto einrichten. Für Fahrzeuge bis acht Meter überweist du eine Kaution von 2.200 NOK und fährst anschließend auf allen inländischen Fähren mit einem riesigen Rabatt von fünfzig Prozent. Bei Elektroautos addiert sich dieser Rabatt sogar zum Ökotarif, sodass dich die Fahrten übers Wasser auf ein absolutes Minimum kommen. Das nicht verbrauchte Guthaben schicken sie dir nach dem Urlaub ohne die geringsten Probleme aufs Konto zurück.

💡 Tipp: Personen und Fußgänger fahren auf diesen kurzen Fjordfähren in Norwegen völlig kostenlos. Bezahlt wird ausschließlich für den Platz, den das Kraftfahrzeug selbst an Bord einnimmt.

10. Die häufigsten Fehler von Touristen, die Geld kosten

In Reiseforen wiederholen sich ständig dieselben Geschichten von Leuten, die die Unkenntnis der skandinavischen Regeln teuer bezahlt haben. Der häufigste und teuerste Fehler ist das Ignorieren der Rechnung vom Unternehmen Epass24. Der Brief kommt ruhig erst nach einem Vierteljahr nach Deutschland, sieht aus wie merkwürdiger Spam aus Schweden, und so werfen ihn die Leute einfach weg. Es folgt eine scharfe Mahnung mit einer nicht unerheblichen Gebühr, und anschließend wird die Schuld an ein internationales Inkassobüro übergeben, das aus dem ursprünglichen Betrag von 800 NOK schnell Tausende machen kann.

Ein großer Stolperstein ist auch die Stoßzeiten-Maut in großen Städten. Die Ringe rund um Oslo, Bergen oder Trondheim haben unterschiedliche Tarife für den normalen Verkehr und für den morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr. Wenn du dienstags um acht Uhr morgens ins Zentrum von Bergen fährst, zahlst du den maximal möglichen Tarif. Planst du die Fahrt aber clever auf das Wochenende oder kommst außerhalb der Stoßzeiten, sparst du deutlich.

Fahrer vergessen außerdem oft die sogenannte Zeitregel, auf Norwegisch timesregelen. Das bedeutet, dass du, wenn du mehrere Mautstationen im selben Stadtring innerhalb einer einzigen Stunde durchfährst, nur für eine Durchfahrt zahlst. Du brauchst also überhaupt nicht in Panik zu geraten, wenn dich bei der Parkplatzsuche in Oslo drei verschiedene Kameras kurz nacheinander fotografieren.

💡 Tipp: Ein interessanter Insider-Fakt für Sommerurlauber lautet, dass im riesigen Ring rund um die Hauptstadt Oslo an Wochenenden, an Feiertagen und zusätzlich den ganzen Monat Juli über keine Stoßzeiten-Tarife gelten, wenn die Norweger ihre großen Ferien haben.

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Wo du unterwegs übernachten kannst

Wenn du einen langen Roadtrip machst und dich nach anstrengenden Stunden am Steuer nur strategisch an den Hauptrouten ausschlafen musst, wirst du eine Unterkunft mit garantiertem und sicherem Parkplatz auf jeden Fall zu schätzen wissen. Einen Platz fürs Auto in den Zentren norwegischer Städte zu suchen, ist nämlich oft ein Albtraum, der zudem nicht wenig Geld kostet. Deshalb habe ich Tipps von günstigeren Varianten bis zu komfortablen Hotels ausgewählt, immer mit einfachem Parkplatz und schneller Auffahrt zurück auf die Hauptroute. Norwegische Hotelfrühstücke sind übrigens eine Sache für sich: Erwarte warme Speisen, Fisch und Käse, nicht nur ein Brötchen mit Marmelade.

  • Thon Hotel Oslo Airport: Eine super Wahl, wenn du spät abends ankommst, dir das Auto am Flughafen Gardermoen mietest und erst morgens frisch in den Norden aufbrechen möchtest. Sie haben einen riesigen Parkplatz direkt am Hotel, und ihre reichhaltigen Frühstücke sind absolut legendär. Die Zimmer sind auch bei später Ankunft ruhig, und die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt, sodass eine Ankunft um zwei Uhr nachts niemanden überrascht.
  • Citybox Bergen Danmarksplass: Ein modernes und sehr erschwingliches Hotel einen kurzen Weg vom Zentrum Bergens entfernt, ideal für Reisende mit begrenztem Budget. Ein riesiger Vorteil ist das große Parkhaus direkt neben dem Gebäude und der vollständig kontaktlose Check-in per Terminal, sodass du auch spät in der Nacht ankommen kannst, ohne Stress, dass die Rezeption schließt.
  • Quality Hotel Panorama (Trondheim): Höherer Standard an der südlichen Einfahrt nach Trondheim direkt an der wichtigen Autobahn E6. Es ist ein absolut idealer Ort für einen schnellen Transit, denn du musst überhaupt nicht durchs Stadtzentrum irren und unnötige Maut für die Einfahrten in die inneren Ringe zahlen. Das Hotel bietet geräumige Familienzimmer, und aus den oberen Etagen hast du einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung.

Praktische Zusammenfassung und Richtpreise der Maut 2026

Für eine bessere Vorstellung davon, wie viel dich die norwegischen Straßen kosten werden, führe ich konkrete Beispiele für Maut-Tarife an, die für das Jahr 2026 gelten. Die Wechselkurse bewegen sich natürlich ein wenig, aber zur Orientierung rechne damit, dass 1 NOK etwa 0,09 EUR entspricht.

Stadt / AbschnittNormales Auto (Stoßzeit)Elektroauto (Stoßzeit)
:—:—:—
Oslo (innerer Ring)47 NOK (~4,20 €)26 NOK (~2,30 €)
Oslo (außerhalb der Stoßzeit)38 NOK (~3,40 €)21 NOK (~1,90 €)
Bergen (Stoßzeit)64 NOK (~5,70 €)44 NOK (~3,90 €)
Trondheim (Stoßzeit an der E6)44 NOK (~3,90 €)30 NOK (~2,70 €)
Tunnel Ryfast (ohne Chip)119 NOK (~10,50 €)119 NOK (~10,50 €)
Tunnel Ryfast (mit Chip)95,20 NOK (~8,40 €)66,64 NOK (~5,90 €)

Modellrechnung für einen typischen Roadtrip: Wenn du eine klassische 10- bis 14-tägige Rundreise auf der Strecke Oslo – Bergen – Trondheim und zurück nach Oslo machst, fährst du durch Dutzende Stationen und in mehrere Stadtringe hinein. Ausländische Reisende mit einem normalen Benzinauto ohne Chip geben auf dieser Strecke für die Maut realistisch zwischen 700 und 1.500 NOK (ca. 60 bis 130 €) aus. Es ist also kein Betrag, der dein Budget ruinieren würde – vorausgesetzt, du mietest dir kein großes, schweres Wohnmobil und vergisst nicht, dir AutoPASS zu besorgen.

Vor der Abfahrt kannst du dir deine genaue Route in norwegischen Online-Rechnern (zum Beispiel bompengeappen.no oder auf den Websites lokaler Betreiber) berechnen, die dir den genauen Preis anzeigen inklusive aller aktuellen Projekte und Tunnel.

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Häufig gestellte Fragen

Muss ich in Norwegen eine Vignette kaufen?

Nein, Norwegen verwendet kein System mit zeitbasierten Vignetten in Form von Aufklebern oder elektronischen Vignetten. Für Autobahnen, Straßen, Tunnel und Brücken zahlt man ausschließlich in Form einer streckenbasierten Maut beim Durchfahren unter einer konkreten Mautkamera. Das System berechnet automatisch nur die Gebühr für den Abschnitt, den man tatsächlich befahren hat, nirgends muss man anhalten.

Wie bezahle ich die Maut mit einem deutschen Auto?

Am einfachsten ist es, noch vor der Abreise das Kennzeichen und die Kreditkarte auf der offiziellen Website Epass24 zu registrieren. Das System schickt dann automatisch die Abrechnung direkt per E-Mail und bucht das Geld von der Karte ab. Wer das nicht macht, bekommt eine Papierrechnung nach Hause geschickt, auf die allerdings eine Gebühr für die Halterermittlung aufgeschlagen wird.

Was passiert, wenn ich die norwegische Rechnung ignoriere?

Das würde ich auf keinen Fall empfehlen, denn die Norweger treiben ihre Forderungen aktiv auch im Ausland ein. Nach der unbezahlten Rechnung folgt eine Mahnung mit spürbarer Gebühr und anschließend wird die Schuld umgehend an internationale Inkassobüros übergeben, die sie in ganz Europa eintreiben. Aus einem ganz normalen Betrag von etwa 35 € kann so sehr schnell ein wirklich unangenehmes und teures Problem werden.

Wie viel kostet die Maut in Oslo?

Die Preise im Jahr 2026 hängen davon ab, zu welcher Tageszeit man in die Stadt fährt. Ein normales Benzinauto zahlt bei der Einfahrt in den inneren Ring zur Hauptverkehrszeit 47 NOK, außerhalb der Hauptverkehrszeit 38 NOK. Eine tolle Nachricht für Sommertouristen ist, dass an Wochenenden, Feiertagen und im gesamten Juli keine Hauptverkehrszeit-Zuschläge berechnet werden.

Zahlen Elektroautos in Norwegen Maut?

Ja, die schöne Zeit der kostenlosen Durchfahrten ist in Norwegen endgültig vorbei. Elektroautos zahlen im Jahr 2026 typischerweise dreißig bis siebzig Prozent des normalen Benzintarifs. Bei vielen Mautstationen bekommt man diesen Ökorabatt allerdings nur dann, wenn man einen gültigen AutoPASS-Chip im Fahrzeug registriert hat.

Wie hoch sind die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen in Norwegen?

Die Sätze sind enorm und die Toleranz der Radargeräte beträgt nur drei Stundenkilometer. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von zwanzig Stundenkilometern auf der Autobahn zahlt man im Jahr 2026 ein Bußgeld von 7 450 NOK, das sind über 650 €. Bei einer Überschreitung von sechsunddreißig Stundenkilometern auf einer Schnellstraße sind es schon 16 700 NOK und ab dieser Grenze wird der Führerschein sofort vor Ort eingezogen. Es lohnt sich also definitiv, sich genau an die Vorschriften zu halten.

Brauche ich einen AutoPASS-Chip für einen Pkw?

Für einen normalen zweiwöchigen Roadtrip mit einem Benzin- oder Dieselauto lohnt sich die aufwändige Beantragung eines Chips, die Zahlung einer Kaution und das Warten auf die Postzustellung eher nicht, die kostenlose Registrierung auf dem Portal Epass24 reicht vollkommen aus. Der Chip ist jedoch zwingend erforderlich für Wohnmobile über dreieinhalb Tonnen, die sonst astronomische Lkw-Tarife zahlen würden, und wird auch für Elektroautos dringend empfohlen, um die Ökorabatte an den einzelnen Mautstationen zu erhalten.

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