Ich fange mal ganz ehrlich an. Lukáš und ich haben die katalanische Metropole zwar Anfang März noch zu zweit besucht, aber da wir heute mit unserem kleinen Sohn reisen, weiß ich ganz genau, wie entscheidend ein gut geplanter Tagesablauf ist. Barcelona mit Kindern bedeutet nämlich, dass du nicht einfach durch die Straßen bummeln und hoffen kannst, dass du mit dem Kinderwagen irgendwo durchpasst oder um sieben Uhr abends etwas zu essen bekommst.
Damals wohnten wir im tollen Hotel Gaudí, nur einen Katzensprung vom Palau Güell entfernt, von wo aus wir einen herrlichen Blick von der Dachterrasse hatten, und wir durchquerten die ganze Stadt vor allem zu Fuß. Wir schlenderten über den berühmten Markt La Boqueria, saßen am Strand Barceloneta und ließen weder die majestätische Kathedrale noch den Arc de Triomf aus.
Heute würde ich aber vieles ganz anders angehen, denn Barcelona mit Kindern erfordert eine etwas andere Strategie, damit du nicht völlig erschöpft auf endlosen Treppen landest. Ich habe für dich eine ausführliche Praxis-Anleitung vorbereitet, in der du erfährst, wie du mit den späten spanischen Abendessen zurechtkommst, wohin du für Unterhaltung aufbrechen kannst und woran sich bei einem Familienausflug sparen lässt.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Kauf dir das Ticket T-familiar: Die geteilte Karte für vier Personen kostet 11,50 € und ist die beste Wahl für die Familie.
- Kinder unter 11 Jahren zahlen keinen Eintritt in die Sagrada Família: Die Tickets musst du aber online für eine bestimmte Uhrzeit lange im Voraus reservieren.
- Die Spanier essen erst um 21:00 Uhr zu Abend: Mit kleinen Kindern löst du das mit einem späten Mittagessen und einem leichten Abendessen auf einem Platz, wo sie spielen können.
- Meide den Strand Barceloneta: Dort ist es laut und es wimmelt von Taschendieben – fahr lieber mit der Metro zum familienfreundlicheren Strand Bogatell.
- Die Metro ist hervorragend zugänglich: Die meisten Stationen haben geräumige Aufzüge und spezielle breite Drehkreuze für Kinderwagen.
- CosmoCaixa ist die beste Rettung vor Regen: Kinder unter 16 Jahren haben in dieses interaktive Museum völlig kostenlosen Eintritt.

Wann du nach Barcelona reisen solltest
Wenn du einen Familienurlaub planst, meide unbedingt den August, wenn die Stadt aus allen Nähten platzt und die Temperaturen regelmäßig über dreißig Grad steigen. Mit dem Kinderwagen bei dieser Schwüle durch aufgeheizte Straßen zu ziehen, macht wirklich keinen Spaß, und die Kinder werden nur quengelig. Die Sonne kann auf den breiten Boulevards gnadenlos sein, und außerdem schließen in dieser Zeit viele kleinere lokale Betriebe, weil die Besitzer selbst vor der Hitze aufs Land flüchten. Die beste Zeit für einen Besuch ist von Mitte September bis Ende Oktober, denn dann werden die Menschenmassen etwas dünner und die Sonne brennt nicht mehr so stark.
Wenn du auch baden möchtest, denk daran, dass sich das Meer sehr langsam erwärmt. Viele Touristen kommen voller Erwartungen im Juni, aber das Wasser hat dann kaum zwanzig Grad, was für kleine Kinder meist überhaupt nicht angenehm ist. Im September und Anfang Oktober ist das Mittelmeer dagegen schön aufgeheizt auf angenehme dreiundzwanzig Grad, und am Strand musst du auch nicht mehr um jeden Zentimeter Sand mit den Touristenmassen kämpfen.
Die Frühlingsmonate wie April und Mai sind wiederum ideal, um Sehenswürdigkeiten zu erkunden, zum Baden ist es für kleinere Kinder aber sicher noch nichts. In dieser Zeit genießt du leerere Parks und angenehme Temperaturen um die zwanzig Grad, was für Spaziergänge durch die Stadt absolut perfekt ist. Wir waren Anfang März hier und für längere Spaziergänge war das ausgesprochen angenehm. Die Stadt hält im Grunde keine traditionelle Nachmittagssiesta, du kannst also den ganzen Tag unterwegs sein, musst dich nur dem verschobenen Essensrhythmus anpassen.

Wo du in Barcelona mit Kindern übernachten solltest
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unsere Unterkunft suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Eintrittskarten, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu kaufen.
Mit kleinen Kindern ist es entscheidend, das richtige Viertel zu wählen, denn das beliebte Gotische Viertel (Barri Gòtic) ist mit dem Kinderwagen eher eine Strafe. Die engen Gassen sind zwar romantisch, aber überall gibt es Treppen, es fehlen Aufzüge, und sich durch die Touristenmassen zu drängeln, verliert schnell seinen Reiz. Eine viel bessere Wahl ist das Viertel Eixample mit breiten Gehwegen und einer hervorragenden Anbindung an barrierefreie Metrostationen. Wenn du viel Zeit am Meer verbringen möchtest, überleg dir das Viertel Poblenou, das ruhiger ist, schöne Parks bietet und von wo aus du mit der Metro in fünfzehn Minuten im Zentrum bist.
Wir wohnten im Hotel Gaudí, das in strategischer Lage direkt am Palau Güell liegt. Lukáš und ich waren absolut begeistert, denn es hat eine wunderschöne Dachterrasse mit Blick über die Stadt, aber für Familien mit Kinderwagen würde ich Hotels in etwas ruhigeren Straßen empfehlen. Eine tolle Familienvariante ist das Catalonia Eixample 1864, wo du geräumige Zimmer und obendrein einen Pool findest, den die Kinder nach einem langen Lauftag garantiert zu schätzen wissen. Wenn du originelle Unterkünfte magst, probier das Hotel Praktik Bakery, das schon von der Rezeption an nach frischem Gebäck duftet und im flachen Teil der Stadt liegt.
Denk bei der Planung deiner Unterkunft daran, dass die Touristensteuer ab April 2026 deutlich gestiegen ist, was das Familienbudget durchaus spürt. Für eine Nacht in einer Touristenwohnung zahlst du 9,50 € pro Person, während der Betrag bei einem Fünf-Sterne-Hotel bis auf 12 € geklettert ist. Die Stadt hebt zudem nach und nach die Lizenzen für Ferienwohnungen auf, sodass die Preise klassischer Hotels naturgemäß steigen. Ein riesiger Vorteil für Familien ist aber, dass Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren diese nicht unerhebliche Steuer überhaupt nicht zahlen, was deine Gesamtkosten angenehm senkt.

12 Tipps, was du in Barcelona mit Kindern sehen und erleben kannst
Werfen wir einen Blick auf konkrete Tipps, wie du diese fantastische Stadt mit der Familie genießen kannst. Ich verrate dir, wie du beim Eintritt sparst, welche Attraktionen du lieber meiden solltest und wo du die besten Orte zum Ausruhen mit Kindern findest.

1. Sagrada Família und die begrenzte Geduld
Das ist ein absolutes Muss, aber mit Kindern musst du schlau planen, denn Warteschlangen und Menschenmassen sind hier ganz normal. Das Basisticket kostet 26 € (etwa 650 CZK), aber ein riesiger Vorteil ist, dass Kinder unter 11 Jahren völlig kostenlos hereinkommen. Die Tickets musst du ausschließlich online über die offizielle Website kaufen, denn physische Kassen vor Ort funktionieren gar nicht mehr.
Ich empfehle, gleich den ersten Morgentermin um 9:00 Uhr zu reservieren, wenn die Kinder noch jede Menge Energie haben und es drinnen nicht so stickig ist. Lukáš und ich haben die Basilika von allen Seiten von außen und innen erkundet, und es war ein absolut atemberaubendes Erlebnis. Das farbige Licht, das durch die riesigen Buntglasfenster fällt, verzaubert garantiert auch kleinere Besucher, die sich wie in einem Märchenwald fühlen.
Im Jahr 2026 wurde außerdem feierlich der Jesus-Christus-Turm fertiggestellt, sodass die Basilika endlich eine Höhe von 172,5 Metern erreichte und zur höchsten Kirche der Welt wurde. Schon von der Straße aus ein überwältigender Anblick. Mit kleinen Kindern empfehle ich allerdings nicht, den Aufstieg auf die Türme dazuzukaufen, denn der Raum oben ist beengt und die Fahrt mit dem Aufzug samt zappeligem Kleinkind stresst dich nur unnötig.
💡 Tipp: Die Besichtigung des Innenraums dauert etwa eine Stunde, was genau die Zeit ist, die kleine Kinder ohne Geschrei durchhalten. Danach ist es viel besser, in den nahegelegenen Park zum Spielplatz aufzubrechen.

2. Park Güell und die Tücken mit dem Kinderwagen
Der berühmte Park des Architekten Gaudí ist wunderschön, kann für Eltern mit Kinderwagen aber eine ziemlich harte Nuss sein. Oft wird behauptet, dass der Großteil des Parks kostenlos ist, doch die Realität sieht so aus, dass die kostenpflichtige Monumentalzone 12 Hektar einnimmt, während der frei zugängliche Naturteil nur 8 Hektar hat. Das Ticket für den mosaikreichen Hauptteil kostet dich 18 €.
Wenn du einen Kinderwagen dabei hast, mach dich darauf gefasst, dass es in der kostenpflichtigen Zone jede Menge Treppen und steile Hänge gibt. Ich erinnere mich, wie Lukáš und ich auf der berühmten langen Mosaikbank saßen und den Blick über die Stadt genossen. Genau zu dieser Bank kommst du mit dem Kinderwagen relativ gut, aber bei den anderen Häuschen und dem ikonischen Drachenbrunnen braucht es dann etwas Körperkraft und Improvisation, denn das Gelände ist sehr uneben.
Die Tickets solltest du wieder online mit ausreichendem Vorlauf kaufen, vor Ort hast du nämlich keine Chance und ohne Ticket schickt man dich zurück. Wenn du Kinder hast, die schon ein bisschen selbst laufen, lass sie unbedingt in den kostenlosen Teilen des Parks herumtoben, wo es viel Grün und angenehmen Schatten zum Ausruhen nach dem Mittagessen gibt.

3. Tibidabo als Retro-Spaß mit Aussicht
Tibidabo ist der älteste noch in Betrieb befindliche Freizeitpark Europas und bietet eine absolut zauberhafte Retro-Atmosphäre hoch über der Stadt auf einem Hügel in 512 Metern Höhe. Wir hatten ursprünglich vor, auch diesen Hügel zu erklimmen, aber wegen wirklich schlechtem Wetter und bedecktem Himmel gaben Lukáš und ich das damals letztlich auf.
Für Familien mit Kindern ist das aber ein riesiger Anziehungspunkt, denn Kinder unter 90 Zentimetern kommen kostenlos herein und die unter 120 Zentimetern zahlen nur 14 € (etwa 350 CZK). Ein Erwachsenenticket kostet rund 35 bis 39 €, was zwar nicht gerade wenig ist, aber das Erlebnis mit historischen Karussells und dem Spiegellabyrinth über einem riesigen Abgrund ist es Einheimischen wie Touristen definitiv wert.
Schon die Fahrt nach oben ist ein unglaubliches Abenteuer. Du fährst mit der Zuglinie L7 zur Avinguda Tibidabo, steigst dann in einen Bus oder die historische blaue Straßenbahn um und zum Schluss bringt dich die steile Standseilbahn Funicular del Tibidabo hinauf. Erwarte keine wilden Adrenalin-Achterbahnen, es ist eher ein sehr nostalgischer und ruhiger Spaß für die ganze Familie.

4. Das Aquarium L’Aquàrium und der Unterwassertunnel
Falls es in Barcelona regnen sollte oder du im Gegenteil einen Unterschlupf vor der aggressiven Augustsonne suchst, ist das einer der besten Ersatzpläne. Das L’Aquàrium liegt direkt im alten Hafen Port Vell, nur einen Katzensprung vom Zentrum entfernt, und ist ein riesiger Hit für Kinder aller Altersgruppen.
Der Eintritt ist etwas höher, denn Erwachsene zahlen 26 € und Kinder von fünf bis zehn Jahren 19 € (etwa 475 CZK). Für kleinere Reisende im Alter von drei bis vier Jahren kostet das Ticket 11 €. Drinnen erwartet dich aber ein toller achtzig Meter langer Glastunnel, in dem Haie und Rochen direkt über deinem Kopf schwimmen, was die Kinder regelrecht in Verzückung versetzt.
Das Areal ist perfekt an Kinderwagen angepasst, du musst dir mit Kindern also überhaupt keine Sorgen um Barrieren oder Treppen machen. Plan für den gesamten Besuch mindestens zwei Stunden ein, denn neben den großen Becken findest du hier auch interaktive Zonen, wo die Kinder viele Dinge selbst anfassen und erforschen können.

5. CosmoCaixa für neugierige Kinder
Dieses faszinierende Wissenschaftsmuseum ist ein absoluter Geheimtipp und möglicherweise die beste Attraktion im Preis-Leistungs-Verhältnis in ganz Barcelona. Der Eintritt für Erwachsene kostet lediglich 8 € (200 CZK) und Kinder unter 16 Jahren kommen völlig kostenlos herein, was für das Familienbudget schlicht eine unglaubliche Erleichterung ist.
Drinnen findest du ein buchstäbliches Stück rekonstruierten amazonischen Regenwald samt riesiger Bäume, lebender Fische und simuliertem tropischem Regen. Die Kinder können hier allerlei Knöpfe drücken, an Hebeln ziehen und physikalische Experimente ausprobieren, was sie problemlos einen ganzen Nachmittag beschäftigt.
Du kommst ziemlich einfach mit dem Vorortzug zur Station Avinguda Tibidabo hierher, und der ganze riesige Raum ist komplett barrierefrei und kinderwagenfreundlich. Wenn du einen Ort suchst, an dem die Familie der Sommerhitze entkommt und die Kinder ganz nebenbei etwas lernen, wird dich CosmoCaixa garantiert nicht enttäuschen.

6. Park de la Ciutadella und die Mammutstatue
Diesen riesigen grünen Park findest du nur einen Katzensprung vom beliebten Viertel El Born entfernt, und er ist der ideale Ort, an dem du die Kinder ohne Angst vor dem Verkehr frei herumlaufen lassen kannst. Der Eintritt in das gesamte Areal ist völlig kostenlos und du findest hier viele breite, ebene Wege, die zum Manövrieren mit Kinderwagen wie gemacht sind.
Der größte Anziehungspunkt für kleine Besucher ist die riesige steinerne Mammutstatue in Lebensgröße, an deren Rüssel sich die Kinder ungemein gern hängen. Du kannst hier auch für ein paar Euro Ruderboote ausleihen und auf dem kleinen zentralen See eine Runde drehen, was eine sehr angenehme Abwechslung für das Nachmittagsprogramm der ganzen Familie ist.
Im Park befinden sich zwei schöne und sichere Spielplätze, wo du kurz für eine Brotzeit anhalten und dich ausruhen kannst. An Wochenenden geht es hier lebhaft zu: Straßenmusiker spielen, Leute lassen riesige Seifenblasen steigen und es herrscht eine herrlich entspannte Atmosphäre, die du garantiert lieben wirst.

7. Strände, an denen du dich wirklich erholst
Die meisten Leute steuern vom Zentrum aus automatisch den bekanntesten Strand Barceloneta an. Lukáš und ich saßen dort zwar eine Weile und sogen die lebhafte Atmosphäre auf, aber mit Kindern würde ich dir empfehlen, lieber ganz woanders hinzugehen, denn an der Barceloneta herrscht ständiger Lärm, es gibt illegale Getränkeverkäufer und jede Menge geschickter Taschendiebe.
Eine viel bessere Wahl ist der Familienstrand Nova Icària oder der sehr beliebte Bogatell. Vom Zentrum sind sie nur ein paar Metrostationen weiter entfernt, aber du findest hier ruhigeres Wasser, saubereren Sand und vor allem viel mehr Platz, um die Decke auszubreiten. Wenn du echte Ruhe suchst, steig in den Vorortzug und steig nach zwanzig Minuten im Städtchen Ocata aus, wo dich kilometerlanger, herrlich sauberer Sand erwartet.
Pass aber gut auf die strengen lokalen Regeln auf. Sich in der Stadt nur in Badekleidung oder oben ohne zu bewegen, ist verboten, und sobald du den Strandsand verlässt, droht dir von der Polizei ein Bußgeld von bis zu 300 Euro. Verstau deine Badekleidung für einen Spaziergang durch die Stadt also lieber immer im Rucksack.

8. Seilbahnen als Erlebnis für sich
Kinder lieben nun einmal alle möglichen Verkehrsmittel, und Barcelona bietet gleich mehrere an einem Ort. Wenn du auf den Hügel Montjuïc willst, ist der unterhaltsamste Weg nach oben die Fahrt mit der Standseilbahn und anschließend der Aussichts-Gondelbahn. Pass aber darauf auf, welches System du gerade nutzt, damit du nicht unnötig draufzahlst.
Die Standseilbahn (Funicular de Montjuïc) fährt direkt von der unterirdischen Metrostation Paral·lel ab und es gilt das normale Nahverkehrsticket, sodass dich die Fahrt bis zur Hälfte des Hügels nichts extra kostet. Oben kannst du dann in die Gondelbahn Telefèric de Montjuïc umsteigen, die dich für 19 € (etwa 475 CZK) für ein Rückfahrticket bis zur historischen Burg hinaufbringt.
Eine weitere sehr ikonische Möglichkeit ist die rote Hafenseilbahn Transbordador Aeri, die den Strand direkt mit dem Hügel verbindet. Die Fahrt in der historischen Kabine siebzig Meter über dem Meer ist ein riesiges Erlebnis, aber rechne damit, dass die normalen städtischen Tickets hier überhaupt nicht gelten und du den Fahrpreis separat bezahlen musst.

9. Essen, Abendessen und die spanische Zeitverschiebung
Das ist genau die Sache, die Eltern aus Deutschland in Barcelona am häufigsten aus der Bahn wirft. Die Spanier essen nämlich zwischen 13:30 und 15:30 Uhr zu Mittag und erst nach 21:00 Uhr zu Abend. Wenn du mit deinem Kind um sieben Uhr abends ins Restaurant kommst, sitzt du dort ganz allein und die Küche ist womöglich noch gar nicht in Betrieb.
Die beste Lösung ist, den Kindern den ganzen Rhythmus zu verschieben und die günstigen Mittagsmenüs zu nutzen (menú del día), die etwa 13 bis 18 € (325–450 CZK) kosten. Gegen fünf Uhr nachmittags gönnst du dir eine größere Zwischenmahlzeit, und abends reicht es dann, für leichte Tapas auf einen lebhaften Platz zu ziehen, wo du herrliche patatas bravas, Käse oder Oliven essen kannst, während die Kinder herumtoben.
Pass auch gut darauf auf, dass es in normalen kleinen Restaurants praktisch keine Wickeltische gibt. Wenn du dein Kleinkind dringend wickeln musst, retten dich meist das große Kaufhaus El Corte Inglés, riesige Fastfood-Filialen oder große Museen, wo die Ausstattung für Familien auf hervorragendem Niveau ist. Das lokale Leitungswasser ist zwar trinkbar, aber sehr hart und riecht nach Chlor, also kauf für die Kinder lieber abgefülltes Wasser.

10. Metro, Kinderwagen und Familientickets
Sich in Barcelona mit dem Kinderwagen fortzubewegen, ist überraschend bequem, denn mehr als 90 % aller Metrostationen haben geräumige, funktionierende Aufzüge. Du musst den Kinderwagen nirgends umständlich zusammenklappen, und die Drehkreuze haben immer ein spezielles breites Tor für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kindern bereit.
Entscheidend ist, sich zu Beginn des Aufenthalts das richtige Ticket zu kaufen. Für die Familie ist das sogenannte T-familiar für 11,50 € absolut am vorteilhaftesten (rund 290 CZK), das insgesamt 8 Fahrten enthält und von bis zu vier Reisenden gleichzeitig geteilt werden kann. Das beliebte Ticket T-casual für 13 € ist nämlich neuerdings strikt nicht übertragbar und darf nur von einer einzigen Person genutzt werden.
Denk auch daran, dass Kinder unter 4 Jahren im öffentlichen Nahverkehr völlig kostenlos fahren. Pass nur bei der Fahrt vom Flughafen auf, denn auf der speziellen Flughafen-Metrolinie L9 Sud gelten die klassischen Tickets nicht und du musst ein separates Ticket für 5,90 € kaufen.

11. Budget und Touristensteuer für die ganze Familie
Barcelona ist wirklich nicht die günstigste Stadt, und der Eintritt zu den wichtigsten architektonischen Sehenswürdigkeiten kann das Familienbudget ordentlich durchlüften. Eine vierköpfige Familie zahlt allein für die Basiseintritte beachtliche Summen, denn Sagrada Família und Park Güell kosten einen Erwachsenen zusammen 44 €.
Zum Glück kannst du bei tollen Attraktionen mit sehr günstigem Eintritt sparen, etwa beim fantastischen Labyrinth d’Horta (Laberint d’Horta). Ein Erwachsener zahlt hier nur etwas über 2 € und Kinder unter 14 Jahren rund 1,40 €, wobei das Umherirren im riesigen grünen Irrgarten sie stundenlang beschäftigt. Am Mittwoch und Sonntag ist der Eintritt hier sogar für alle völlig kostenlos.
Wie ich schon in der Einleitung erwähnt habe, ist die Touristensteuer ab 2026 wieder recht unangenehm gestiegen, du musst also bei der Zahlung für die Unterkunft im Voraus damit rechnen. Ausflügler von großen Kreuzfahrtschiffen, die weniger als zwölf Stunden in der Stadt verbringen, zahlen neuerdings sogar 30 € pro Tag, womit die Stadt geschickt die größten Ansturmwellen von Tagestouristen zu regulieren versucht.

12. PortAventura als Rettung für Teenager
Wenn du mit älteren Kindern reist, denen Gaudís atemberaubende Architektur nicht mehr viel sagt, musst du ihnen einen ordentlichen Köder bieten. Der riesige Freizeitpark PortAventura ist genau das, was die Laune der ganzen Familie garantiert hebt und für ein perfektes Erlebnis sorgt.
Er liegt zwar etwas weiter von der Stadt entfernt, aber mit dem bequemen Zug aus Barcelona bist du in knapp anderthalb Stunden dort. Der Tageseintritt für Erwachsene kostet rund 50 € (1.250 CZK) und für Kinder von vier bis zehn Jahren sind es 43 €. Für eine vierköpfige Familie bedeutet das zwar eine einmalige Ausgabe von rund 186 €, aber die riesigen Achterbahnen und Adrenalinattraktionen sind das Geld schlicht wert.
💡 Tipp: Für Teenager funktioniert die Wechselkurs-Taktik hervorragend. Für jede zwei Stunden, die sie bei den Sehenswürdigkeiten verbringen, versprich ihnen zwei Stunden im Skatepark am Strand Mar Bella. Und falls sie sich einen E-Scooter ausleihen wollen, weis sie gleich darauf hin, dass Leih-Scooter in der Stadt neuerdings verboten sind und für das Fahren auf dem Gehweg ein wahnsinniges Bußgeld von 500 Euro droht.

Wohin von Barcelona aus weiter
Zu Barcelona haben wir auch diese ausführlichen Reiseführer:
Wenn du mehr Zeit für Spanien hast und weitere schöne Orte erkunden möchtest, habe ich für dich jede Menge weiterer Materialien vorbereitet. Von Barcelona aus lassen sich viele Ausflüge unternehmen, ob ans Meer oder in die Berge.
- Für einen kompletten Überblick über alle Sehenswürdigkeiten schau in Was du in Barcelona sehen musst: 25+ Tipps.
- Wenn dich Details zum berühmtesten Bauwerk interessieren, haben wir den Artikel Sagrada Família: Tickets, Preise und Besuchstipps geschrieben.
- Für entspannte Sommertage kommt dir der Ratgeber Strände in Barcelona: Barceloneta und wohin die Einheimischen gehen gelegen.
- Wenn du die Stadt wie auf der Handfläche haben möchtest, erkunde die Besten Ausblicke auf Barcelona.
- Für die detaillierte Kostenplanung lies unbedingt Preise in Barcelona: Budget und Touristensteuer.
- Und wenn du überlegst, wann genau du aufbrechen sollst, hilft dir Wetter in Barcelona: Temperaturen nach Monaten und wann du reisen solltest.

Häufig gestellte Fragen
Komme ich in Barcelona mit dem Kinderwagen in der Metro zurecht?
Ja, die Metro ist sehr kinderwagenfreundlich. Etwa 90 % aller Stationen verfügen über funktionierende Aufzüge und bei den Drehkreuzen gibt es immer ein breiteres Tor für die einfache Durchfahrt. Ihr müsst den Kinderwagen überhaupt nicht zusammenklappen, achtet nur im historischen Zentrum ein wenig darauf, dass die Gassen über den Stationen manchmal recht eng und überfüllt sein können.
Zahlen Kinder Eintritt für die Sagrada Família?
Ein riesiger Vorteil ist, dass Kinder bis 11 Jahre völlig kostenlosen Eintritt in die Basilika haben. Ihr müsst ihnen aber dennoch unbedingt bei der Online-Reservierung der Erwachsenentickets ein Ticket „anklicken“, damit sie ihren eigenen Barcode für den Durchgang an den Drehkreuzen erhalten. Ohne vorherige Online-Reservierung kommt ihr leider nicht hinein, da es keine physischen Kassen gibt.
Ist Leitungswasser in Barcelona trinkbar?
Das Leitungswasser ist völlig gesundheitlich unbedenklich und ihr könnt es trinken, aber es ist ziemlich hart und riecht oft wirklich stark nach Chlor. Die meisten Touristen und Einheimischen kaufen lieber Flaschenwasser, weil das Leitungswasser geschmacklich einfach kein großes Erlebnis ist, besonders wenn ihr damit Babynahrung anrühren wollt.
Haben Restaurants Kindermenüs und Wickeltische?
Spezielle Kindermenüs sind hier nicht so verbreitet wie bei uns, aber die Spanier lieben Kinder absolut und passen euch gerne eine Portion Tapas an, sei es ein Stück Tortilla oder Patatas Bravas. Was Wickeltische betrifft, werdet ihr in kleinen Bars und Familienrestaurants vergeblich suchen – eure Rettung sind meist nur die großen Fast-Food-Ketten oder das geräumige Kaufhaus El Corte Inglés.
Wann ist die beste Zeit zum Schwimmen mit Kindern im Sommer?
Wenn ihr mit Kindern bequem im Meer baden wollt, ist der September ideal. Das Meer ist nach dem heißen Sommer schön auf angenehme 23 Grad aufgewärmt, die Luft ist nicht mehr so brennend heiß und die Haupttouristensaison an den Stadtstränden klingt langsam, aber sicher ab.
Wie funktioniert die Touristensteuer für Familien?
Die Stadt erhebt seit April 2026 eine ziemlich hohe Touristensteuer, die in Ferienwohnungen 9,50 € pro Person und Nacht beträgt und in Luxushotels sogar 12 €. Familien wird es aber sicher freuen, dass alle Kinder und Teenager bis 16 Jahre von dieser unangenehmen Steuer vollständig befreit sind, was euch bei einem einwöchigen Aufenthalt eine Menge Geld spart.
Was kann man in Barcelona bei Regen unternehmen?
Die beste Rettung für Familien ist das faszinierende Wissenschaftsmuseum CosmoCaixa oder das riesige Aquarium L’Aquàrium. Beide Attraktionen sind sicher unter einem Dach untergebracht und während das Museum unglaublich günstig ist und Kinder bis 16 Jahre kostenlos hineinkommen, begeistert das Aquarium die Kleinsten zuverlässig mit seinem riesigen Unterwassertunnel voller Haie und Rochen.
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