Australien Roadtrip: Visa, ideale Routen, Kosten

Der rote Kontinent „Down Under“ sollte mindestens einmal im Leben von jedem Reisenden besucht werden. Mit Kängurus spielen, faule Koalas beobachten, am Great Barrier Reef tauchen oder den Sonnenaufgang am magischen Uluru erleben – das sind Erlebnisse, die sich unter die Haut brennen. Und obwohl Australien den Ruf eines teuren Landes hat, kann man auch hier günstig reisen. Der ideale Weg, das Land kennenzulernen, ist ein Australien Roadtrip, bei dem ihr durch Übernachten in der Wildnis und Kochen im Freien eure Reisekosten auf ein Minimum senkt. Schauen wir uns den idealen Australien Roadtrip an und alles, was ihr wissen solltet.

In diesem Australien-Reiseführer erfahrt ihr alles über:

  • Flüge und Versicherung
  • Reisevisa
  • Die Wahl der idealen Route
  • Mietwagen
  • Camping in Australien
  • Preise in Australien

Australien Roadtrip planen

Flüge und Versicherung

Wenn ihr von Europa nach Australien fliegt, wird das Flugticket einer eurer größten Ausgaben sein. Natürlich kann man mit etwas Glück Hin- und Rückflugtickets im Angebot schon ab etwa 600 € ergattern, rechnet aber eher damit, das Doppelte auszugeben.

Eine großartige Möglichkeit, auf den roten Kontinent zu gelangen, ist zum Beispiel über Neuseeland zu fliegen oder Australien während einer Reise durch Südostasien zu besuchen. Von diesen Orten fliegen zahlreiche Billigairlines zum kleinsten Kontinent und bieten günstige Preise an.

Selbstverständlich solltet ihr vor dem Abflug eine Reiseversicherung abschließen. Welche Versicherungen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, könnt ihr hier nachlesen.

Visa sind für Australien Pflicht

Vor der Reise dürft ihr nicht vergessen, ein Visum zu beantragen. Wenn euer australisches Abenteuer nicht länger als 90 Tage dauert, sind die kostenlosen elektronischen Visa eVisitor 651 die beste Wahl. Die meisten Abenteurer greifen zu dieser Einreiseerlaubnis. Antragstellern werden die Visa in der Regel innerhalb weniger Stunden oder Tage per E-Mail zugestellt. Die Gültigkeit des eVisitor-Visums beträgt ein Jahr, und ihr könnt damit mehrfach auf den roten Kontinent einreisen. Deutsche und österreichische Staatsbürger können das eVisitor-Visum ebenfalls problemlos online beantragen.

Wann am besten zum Australien Roadtrip aufbrechen

Es gibt keine universelle Regel, wann man auf den roten Kontinent reisen sollte. Eure Entscheidung hängt nämlich davon ab, welche Regionen ihr in Australien besuchen möchtet. Obwohl sich die meisten von uns das Land als heiße, ausgedörrte Wüste vorstellen, ist die Wahrheit, dass auf dem Territorium Australiens insgesamt 6 verschiedene Klimazonen zu finden sind.

Roadtrip durch Australien

Viele Reisende wählen für den Besuch Australiens den europäischen Winter, also die Zeit von Dezember bis Februar. Zu dieser Jahreszeit trefft ihr unterwegs auf Scharen von Backpackern, die sich schönes Wetter und höhere Temperaturen erhoffen. Die Ost- und Südküste des Kontinents ist zu dieser Zeit eine eindeutig gute Wahl, besonders wenn ihr Surfen oder Schnorcheln möchtet. Im Outback ist das Reisen im Sommer jedoch ziemlich unangenehm, und unterwegs können euch gesperrte Wanderwege begegnen, die unverantwortliche Touristen vom Wandern bei zu hohen Temperaturen abhalten sollen.

Die Australier selbst wählen den europäischen Sommer zum Erkunden des roten Zentrums. Die Zeit von Juni bis September bietet angenehme Temperaturen und nicht von Touristen überfüllte Campingplätze. Wenn ihr euch entscheidet, Australien zu dieser Zeit zu bereisen, vergesst nicht, dass es im Süden des Kontinents Winter ist. Damit meine ich Temperaturen, die auch unter null fallen können. Wir waren darauf nicht vorbereitet, und an manche durchfrorene Nächte werden wir bis ans Lebensende zurückdenken.

Australien Roadtrip Route: Ideale Strecken

Im Internet stoßt ihr auf mehrere beliebte Routen, die sich durch maximale Erlebnisse und möglichst wenig Zeit im Auto auszeichnen. Wahrscheinlich am beliebtesten ist die Ostküsten-Route (Australien Ostküste Roadtrip), die von Sydney oder Brisbane nach Norden bis Cairns führt. Die Hauptattraktion auf dieser Strecke ist das Great Barrier Reef. Wenn ihr den Ozean, Surfen und Tauchen liebt, ist diese Reise genau die richtige für euch.

Etwas weniger befahren ist die Route durch die Mitte, deren goldenes – oder eher rotes – Highlight das Uluru ist. Ihr startet in Adelaide und endet in Darwin. Diese Strecke ist für Abenteurer bestimmt, die das Australien erleben wollen, das sie aus Geographiebüchern kennen. Der Nachteil sind Hunderte von im Auto abgesessenen Kilometern, an denen man den ganzen Tag nichts Interessantes sieht.

Uluru Australien

Die dritte, südliche Route führt von Perth nach Melbourne. Auf dieser Strecke fahrt ihr nicht nur eine der schönsten Straßen der Welt, die berühmte Great Ocean Road, sondern könnt unterwegs auch einen Stopp im unberührten Tasmanien einlegen. Wer einen Australien Westküste Roadtrip plant, findet auf der Strecke Perth–Melbourne ebenfalls atemberaubende Landschaften.

Die genannten Routen solltet ihr nur als Empfehlung betrachten – letztendlich könnt ihr Australien so durchfahren, wie es euch gefällt. Ihr müsst aber gut durchrechnen, wie viele Tage ihr für einen solchen maßgeschneiderten Roadtrip braucht. Wir haben uns nach langem Überlegen für die Route Sydney – Melbourne – Adelaide – Alice Springs – Darwin entschieden. Unsere Hauptanforderungen waren das rote Zentrum, und auch Sydney wollten wir uns nicht entgehen lassen. Innerhalb eines Monats haben wir knapp 9.000 Kilometer zurückgelegt, und ich kann euch diese Route auf jeden Fall empfehlen. Ein Roadtrip Australien 4 Wochen ist damit perfekt machbar.

Aber auch diese Strecke muss nicht eure Obergrenze sein. Flüge nach Australien sind teuer, also scheut euch nicht, auch eine dreimonatige Expedition zu starten, bei der ihr den roten Kontinent kreuz und quer durchquert. Ich kenne sogar solche Verrückten, die in Australien buchstäblich alles gesehen und mehr als 20.000 Kilometer zurückgelegt haben. Ein Roadtrip Australien 3 Wochen ist ebenfalls möglich, erfordert aber eine straffere Routenplanung.

Wenn stundenlanges Autofahren nichts für euch ist, könnt ihr euren Roadtrip auch mit Inlandsflügen kombinieren. In Australien operieren viele Billigairlines wie Jetstar oder Bonza, die euch fast zum Spottpreis dorthin bringen, wo ihr hinmüsst. Ein Auto könnt ihr in jeder größeren Stadt mieten, sodass ihr nur noch planen müsst, wie ihr es mit der Campingausrüstung macht.

Mietwagen

Ein weiterer großer Posten in eurem Budget wird der Mietwagen sein. Die Preise variieren, wobei die größte Rolle die Art des Fahrzeugs spielt. Am günstigsten sind natürlich kleine Autos, etwas teurer klassische Limousinen, am teuersten kommen Campervans, Transporter und Wohnmobile. Wir haben uns für einen günstigen Ford Falcon Kombi entschieden, in dem wir zu viert mit allem Gepäck bequem Platz fanden.

Australien Mietwagen

Je nach gewählter Route solltet ihr auch den Antrieb des Autos auswählen. Wenn ihr auf unbefestigten Straßen fahren wollt, empfehlen wir einen Allradantrieb. Andererseits, wenn euch so schnell nichts umhaut, lassen sich auch mit Zweiradantrieb ordentliche Strecken offroad zurücklegen.

Ein nicht geringerer Posten als die Miete ist die Fahrzeugversicherung. Es liegt an euch, ob ihr euer vorübergehendes Zuhause versichern wollt oder nicht. Ihr könnt entweder die oft ungünstige Versicherung direkt bei der Vermietung wählen oder ein gutes Angebot bei einem externen Versicherer finden. Achtung: Auch wenn ihr das Auto versichert, gilt der Schutz meistens nicht bei Fahrten auf unbefestigten Straßen. Wir haben uns nur für eine Windschutzscheibenversicherung entschieden, die uns 70 AUD (ca. 42 €) gekostet hat. Es hat sich gelohnt – die Frontscheibe ging uns wegen der von vorbeifahrenden Roadtrains aufgewirbelten Steinchen gleich mehrfach kaputt.

Australien Roadtrain

Die Vermietungen berechnen euch eine zusätzliche Gebühr, wenn ihr das Auto in einer anderen Stadt zurückgebt als dort, wo ihr es abgeholt habt. Es handelt sich um die sogenannte One-Way-Gebühr, die sich im Bereich von Hunderten australischen Dollar bewegt. In unserem Fall – wir haben das Auto in Sydney abgeholt und in Darwin zurückgegeben – waren es 200 AUD (ca. 120 €).

Unser „Schiff“, wie wir unser Auto liebevoll nannten, hat uns für einen Monat inklusive Windschutzscheibenversicherung und One-Way-Gebühr rund 1.700 AUD (ca. 1.020 €) gekostet. Gemietet hatten wir es bei der Firma Travellers Autobarn, die ich mit gutem Gewissen empfehlen kann. Für diejenigen von euch, die ein größeres Abenteuer in Australien suchen, kann es sich lohnen, ein Auto direkt zu kaufen. Allerdings müsst ihr mit dem Risiko einer Panne rechnen und genügend Zeit am Zielort für den Verkauf einplanen. Am besten vergleicht ihr die Mietwagenpreise vorab über RentalCars.com.

Vermeidet das Fahren in der Dämmerung und bei Nacht. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ihr auf der Straße ein Känguru oder ein anderes Tier anfahrt.

Vergesst vor dem Abflug nicht, euch einen internationalen Führerschein zu besorgen, ohne den ihr in Australien nicht ans Steuer solltet. In Deutschland könnt ihr diesen bei der zuständigen Führerscheinstelle beantragen – die Kosten liegen bei etwa 15–20 €.

Australien Landschaft

Camping in Australien

Wild Camping, also „wo man sein Zelt oder Auto aufstellt, dort schläft man ein“, ist in Australien verboten. Um saftige Bußgelder zu vermeiden, haltet euch an die örtlichen Regeln und schlaft nur an erlaubten Plätzen. Die einfachste und zugleich teuerste Variante des Campings ist die Übernachtung auf kostenpflichtigen Campingplätzen. Auf dem kleinsten Kontinent findet ihr glücklicherweise unzählige kostenlose Campingplätze. Beim Finden helfen euch Apps, die diese Plätze kartieren.

Besorgt euch für die Reise eine lokale SIM-Karte mit Internet – oder noch bequemer eine eSIM über Holafly oder Yesim. Rechnet aber damit, dass ihr im Outback nicht so einfach auf Empfang stoßt.

Die bekanntesten davon sind Camper Mate und Wiki Camps, deren Download wir schon vor der Reise empfehlen. Neben Übernachtungsplätzen findet ihr in den Apps auch Duschen, Waschsalons, Tankstellen oder WLAN-Hotspots. Wichtig ist zu wissen, ob euer Auto die Kennzeichnung „self-contained“ hat. Wenn ja, wird eure Auswahl an Campingplätzen deutlich größer. Aber keine Sorge, auch ohne eingebaute Toilette und Spüle im Auto findet ihr unzählige Orte, an denen ihr in Australien legal übernachten könnt. Bei kostenlosen Campingplätzen erwartet aber keinen Luxus – oft ist die einzige „Ausstattung“ ein Plumpsklo.

Camping in Australien

Die Campingausrüstung werdet ihr wohl kaum um die halbe Welt schleppen, ich empfehle, nur das Nötigste mitzunehmen. Wenn ihr auf dem roten Kontinent einen Campervan mieten wollt, ist die meiste Ausrüstung im Mietpreis enthalten. Den Rest bekommt ihr zu vernünftigen Preisen zum Beispiel bei der Handelskette Kmart. Unsere Gruppe hatte nur einen guten Schlafsack, eine Isomatte, eine Stirnlampe und einen Wasserfilter dabei. Weitere Ausrüstung passt ihr an die Regionen an, in die ihr reist. Im Outback dürft ihr ausreichend Kanister mit Trinkwasser nicht vergessen, Sonnencreme und eine Kopfbedeckung sind ein Muss, und je nach Region und Reisezeit vielleicht auch sehr warme Kleidung.

Preise in Australien

Obwohl Australien den Ruf eines teuren Landes hat, sind die Preise nicht so verrückt, wie es heißt. Zur Zeit meines Besuchs habe ich leider kein genaues Budget geführt, aber ohne Flüge belief sich mein Gesamtaufwand am Ende auf umgerechnet etwa 1.500 €. Ich habe einen Monat auf dem roten Kontinent verbracht, mir zusammen mit 3 weiteren Freunden ein Auto gemietet, hauptsächlich auf kostenlosen Campingplätzen geschlafen und mein Essen selbst zubereitet. Kurz gesagt: ein Low-Budget-Urlaub mit allem Drum und Dran.

Lebensmittel kauft man am günstigsten im Supermarkt. Wir haben hauptsächlich von Nudeln, Reis, Bohnen, Würstchen, Toastbrot mit Erdnussbutter und Hummus gelebt. Zum Kochen nutzten wir sowohl unsere Campingkocher als auch ein gutes altes Lagerfeuer oder die öffentlichen Grills, von denen es im ganzen Land jede Menge gibt. Wenn wir uns etwas gönnen wollten, kauften wir im Supermarkt ein Grillhähnchen, gingen Burger oder Fish and Chips essen. Einen großen Teil des Budgets machten auch Bier und Wein aus, die wir uns unterwegs praktisch täglich geleistet haben.

Der Benzin- oder Dieselpreis hängt stark von der Region ab, in der ihr tanken wollt.

Der günstigste Benzinpreis lag bei etwa 1,3 AUD pro Liter (ca. 0,78 €), mitten im Outback kann der Preis aber auch über 2 AUD (ca. 1,20 €) pro Liter steigen.

Wenn ihr in Australien einen Urlaub mit allem Drum und Dran genießen und für Attraktionen wie Surfen, Tauchen oder einen Wildlife-Park bezahlen wollt, müsst ihr tiefer in die Tasche greifen. Nationalparks sind in der Regel kostenlos zugänglich, eine Ausnahme bildet das Gebiet Uluru – Kata Tjuta. Lasst euch von kostenpflichtigen Attraktionen aber nicht vom Besuch des Kontinents abschrecken. Auch hier könnt ihr ein perfektes Urlaubsprogramm mit minimalem Geldaufwand zusammenstellen.

Bücher, die wir für die Planung eines Australien Roadtrips empfehlen

Tipps und Tricks für das Reisen in Australien

Was einpacken

Schaut euch unseren Packleitfaden für Reisen an, der euch bei der Vorbereitung hilft. Wählt den richtigen Reiserucksack, entdeckt praktische Reise-Gadgets und vergesst nichts Wichtiges zu Hause.

Wo Flüge finden

Günstige Flüge suchen wir auf Kiwi – unser Lieblingsportal. Lest auch unbedingt unseren Leitfaden für günstige Flüge.

Mietwagen

Wir nutzen regelmäßig den Vergleichsrechner RentalCars.com, der uns bei der Auswahl des Mietwagenanbieters hilft.

Unterkunft buchen

Booking.com ist unsere liebste Hotelsuchmaschine. Hotels vergleichen wir immer mit dem Angebot lokaler Wohnungen und Zimmer auf Airbnb (Rabatt sichern). Lest auch, wie wir günstige Unterkünfte finden.

Versicherung nicht vergessen

Eine Reiseversicherung ist ein absolutes Muss. Für kürzere Reisen wählen wir AXA (50 % Rabatt) und für längere Reisen den britischen Versicherer True Traveller. Schaut euch unseren Vergleich aller Versicherungen an und wählt die, die am besten zu euch passt.

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

Finde die besten Erlebnisse

Get Your Guide ist ein riesiger Online-Marktplatz, auf dem du geführte Spaziergänge, Ausflüge, Skip-the-Line-Tickets, Touren und vieles mehr buchen kannst. Dort finden wir immer etwas besonders Spaßiges!

Verwandte Artikel

ANTWORT SCHREIBEN

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Sie sind hier:

ReisenAustralienAustralien Roadtrip: Visa, ideale Routen, Kosten

Aktuelle Blogbeiträge