Was man in Ägypten sehen muss: 17 schönste Orte und Sehenswürdigkeiten

Ägypten ist wohl eines der faszinierendsten Länder überhaupt. Stell dir vor, dass du an einem einzigen Tag tausende Jahre alte Bauwerke erkunden und nachmittags schon fröhlich zwischen bunten Korallen schnorcheln kannst. Die meisten Reisenden zieht es vor allem in die Resorts ans Meer, aber glaub mir: Es wäre eine riesige Verschwendung, den ganzen Urlaub nur am Pool zu verbringen.

Ägypten ist nämlich buchstäblich ein gigantisches Freilichtmuseum, das man einfach am eigenen Leib erleben muss. Wenn du eine Nilkreuzfahrt planst, eine große Rundreise machst oder einfach nur ein paar Ausflüge von deinem Ferienort aus unternehmen willst, ist es sicher hilfreich zu wissen, was wirklich deine Zeit und Energie wert ist.

Gieß dir ein Glas Wein ein und lass uns gemeinsam meinen Reiseführer mit 17 Tipps, was man in Ägypten sehen muss – von den ikonischen Pyramiden über die Tempel von Luxor bis zur abgelegenen Oase Siwa – durchgehen. Wir schauen uns die schönsten Sehenswürdigkeiten und Orte an, nennen aktuelle Preise, verraten dir, wie du die allgegenwärtigen Schlepper austrickst, und natürlich gibt es auch Tipps für fantastisches lokales Essen.

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • Die Pyramiden von Gizeh und die Große Sphinx sind das einzige erhaltene Weltwunder der Antike und für jeden Besucher quasi ein absolutes Muss.
  • Das neue Große Ägyptische Museum (GEM) bei den Pyramiden wurde im Herbst 2025 vollständig eröffnet und beherbergt den kompletten Schatz des Tutanchamun.
  • Die Stadt Luxor funktioniert wie das größte Freilichtmuseum und du findest hier Karnak, den Luxor-Tempel und das berühmte Tal der Könige.
  • Der Tempel Abu Simbel mit den kolossalen Statuen von Ramses II. im Süden nahe der sudanesischen Grenze ist wahrscheinlich das monumentalste Bauwerk des Landes.
  • Eine klassische Nilkreuzfahrt verbindet bequem die Sehenswürdigkeiten in Edfu, Kom Ombo und Assuan zu einem großen und herrlich sorglosen Erlebnis.
  • Das Rote Meer und der Nationalpark Ras Mohammed gehören zu den absolut besten Tauch- und Schnorchelgebieten unseres Planeten.
  • Die geheimnisvolle Weiße Wüste und die Oase Siwa zeigen dir ein ganz anderes, herrlich stilles und wildes Ägypten fernab der Touristenmassen.
  • Bei den großen Sehenswürdigkeiten bezahlt man heute fast ausschließlich mit Karte, aber für Bakschisch und in der Natur brauchst du unbedingt Bargeld.

Wann nach Ägypten reisen

Wenn du einen Urlaub planst, der sich vor allem auf Sehenswürdigkeiten konzentriert, musst du die Jahreszeit sehr sorgfältig wählen, denn das Klima im Land unterscheidet sich grundlegend, je nachdem, ob du gerade im Norden am Mittelmeer, in Kairo oder tief im Süden in Luxor und Assuan bist.

Die absolut beste Zeit für den Besuch der Sehenswürdigkeiten ist etwa von Oktober bis April, wenn in Kairo und im Süden sehr angenehme Temperaturen um 20 bis 25 Grad Celsius herrschen, sodass du in Ruhe die weitläufigen Tempelanlagen durchwandern kannst, ohne vor unerträglicher Hitze zusammenzubrechen.

Die Wintermonate von Dezember bis Februar sind die Hauptsaison für Rundreisen, was bedeutet, dass an den Pyramiden und im Tal der Könige am meisten Menschen unterwegs sind und die Übernachtungspreise ihren Höhepunkt erreichen. Außerdem sind die Abende und Nächte überraschend kühl, in der Wüste fallen die Temperaturen sogar unter 10 Grad – eine warme Jacke und ein Pullover sind also absolut unverzichtbar.

Den Sommermonaten von Juni bis August solltest du dagegen lieber einen großen Bogen machen, wenn du intensives Reisen planst, denn während es am Meer dank Wind und Baden problemlos auszuhalten ist, klettern die Temperaturen in Luxor und Assuan regelmäßig über 45 Grad im Schatten.

Im Sommer wird der Besuch des Tals der Könige zu einer regelrechten Prüfung der körperlichen Belastbarkeit, bei der die Felsen die Hitze speichern und in den Gräbern kaum Luft zum Atmen ist. Wenn du also unbedingt im Sommer reisen musst, ist es absolut entscheidend, gleich nach Sonnenaufgang zu den Sehenswürdigkeiten aufzubrechen und über Mittag in einem klimatisierten Hotel zu entspannen 😅.

Wo übernachten beim Entdecken von Ägypten

Bei der Planung einer großen Rundreise macht es wohl am meisten Sinn, die Unterkunft zwischen Kairo und der Region Luxor aufzuteilen, denn von diesen beiden strategischen Punkten aus erreichst du am besten die meisten der wichtigsten antiken Sehenswürdigkeiten.

In Kairo musst du dich entscheiden, ob du im belebten Zentrum nahe dem alten Museum und den Basaren wohnen willst oder lieber im ruhigeren Gizeh mit Blick auf die Pyramiden, was für die meisten Reisenden die angenehmere Wahl ist, da du so dem schlimmsten Stadtsmog entgehst und direkt vom Fenster aus auf ein Weltwunder blickst.

Luxor bietet Unterkünfte an beiden Nilufern, wobei das östliche belebter ist, voller Restaurants, und hier befinden sich der Luxor-Tempel und Karnak, während das Westufer viel ruhiger und ländlicher ist und du von dort näher am Tal der Könige bist.

Wenn du dir ein wirklich unvergessliches Erlebnis und erstklassigen Service gönnen willst, habe ich für dich drei konkrete Hotels mit fantastischen Bewertungen ausgewählt, die deine Reise auf eine ganz andere Ebene heben. Unterkünfte buchen wir übrigens immer klassisch über Booking, wo du die Stornobedingungen leicht im Blick behältst.

  • Marriott Mena House (Kairo, Gizeh): Das Marriott Mena House ist eine absolute Legende unter den Hotels, liegt direkt am Tor zum Pyramidenkomplex und bietet von seinen herrlichen Gärten und vom Pool aus einen ikonischen Blick direkt auf die Cheops-Pyramide. Glaub mir, ein Frühstück mit diesem Panorama ist ein Erlebnis fürs ganze Leben.
  • Steigenberger Nile Palace (Luxor): Das Steigenberger Nile Palace liegt am Ostufer direkt am Nil und bietet enormen Komfort, einen schönen Innenhof mit beheizten Pools und Spitzenservice, den nach einem anstrengenden Tag in staubigen Tempeln wohl wirklich jeder zu schätzen weiß.
  • Sofitel Winter Palace (Luxor): Das Sofitel Winter Palace ist ein echtes Juwel für Geschichtsliebhaber, denn dieser luxuriöse Palast aus dem 19. Jahrhundert mit riesigem tropischem Garten atmet die Atmosphäre vergangener Zeiten – und genau hier schrieb Agatha Christie ihren Roman „Tod auf dem Nil“.

17 Tipps, was man in Ägypten sehen und tun sollte

Lass uns gemeinsam das Beste anschauen, was dieses faszinierende Land zu bieten hat. Ich habe unsere Liste für dich in vier geografische Hauptregionen unterteilt, damit du deine Reise leichter planen und dich besser auf der Karte orientieren kannst.

Wir beginnen im Norden im pulsierenden Kairo und bei den ikonischen Pyramiden von Gizeh, ziehen dann weiter nach Süden nach Luxor, das buchstäblich vollgestopft mit antiken Tempeln ist. Anschließend fahren wir weiter den Nil hinunter bis zur sudanesischen Grenze und zum Schluss zeigen wir dir, dass Ägypten auch unglaubliche Naturschönheiten und abgelegene Wüstenoasen verbirgt.

Kairo und Gizeh: Pyramiden, Sphinx und große Museen

Fast jede große Reise zu den Sehenswürdigkeiten beginnt genau hier, in der Umgebung des unglaublich lauten, staubigen und 20 Millionen Einwohner zählenden Kairo, wo sich an einem Ort die tiefste Antike mit islamischem und koptischem Erbe trifft und das modernste Museum der Welt steht.

1. Pyramiden von Gizeh und die Große Sphinx

Die Pyramiden von Gizeh sind das einzige erhaltene Weltwunder der Antike und der Hauptgrund, weshalb es seit jeher Reisende vom ganzen Planeten hierherzieht. Die drei monumentalen Bauwerke, angeführt von der riesigen Cheops-Pyramide, stehen am Rand der Wüste direkt über der Stadt. Erst wenn du direkt unter ihnen stehst, begreifst du den unglaublichen Maßstab und die Genialität der antiken Baumeister.

Zusammen mit den Pyramiden bewacht die geheimnisvolle Große Sphinx das gesamte Areal – eine Statue mit Löwenkörper und Menschengesicht. Der Grundeintritt ins Areal, der auch den Weg zur Sphinx einschließt, kostet heute rund 700 ägyptische Pfund (etwa 13 €). Wenn du ins Innere der Cheops-Pyramide möchtest, zahlst du extra rund 1.500 Pfund (etwa 28 €) zusätzlich.

Ehrlich gesagt gibt es im Inneren der Pyramide aber überhaupt keine Malereien oder Schätze – es erwarten dich nur steile, stickige und leere Gänge, die zu einer leeren Grabkammer führen. Für Menschen mit Klaustrophobie ist das definitiv nichts und das Geld ist es wohl nicht wirklich wert. Wenn du eine ruhigere Alternative mit weniger Touristen suchst, fahr lieber zu den nahegelegenen Pyramiden von Sakkara und Dahschur.

💡 Tipp: Die einheimischen Schlepper werden dir erzählen, dass du für den Aussichtspunkt auf alle drei Pyramiden unbedingt mit dem Kamel fahren musst – aber das stimmt nicht, denn man kann dorthin ganz bequem in etwa einer Stunde zu Fuß gehen und spart sich so jede Menge Nerven beim Feilschen.

2. Großes Ägyptisches Museum (GEM)

Gleich unweit der Pyramiden ist die größte Touristenattraktion des heutigen Ägypten entstanden, denn das Große Ägyptische Museum (Grand Egyptian Museum) wurde nach vielen Jahren der Verzögerung im Herbst 2025 vollständig eröffnet und ist schlichtweg ein architektonisches Meisterwerk sowie das größte archäologische Museum der Welt, das einer einzigen Zivilisation gewidmet ist.

Der absolut strahlendste Star der gesamten Ausstellung ist der komplette Schatz aus dem Grab des Tutanchamun, wo erstmals in der Geschichte über fünftausend Objekte zusammen ausgestellt sind, darunter seine berühmte goldene Totenmaske. Dafür zahlt ein ausländischer Besucher rund 1.450 Pfund (etwa 30 US-Dollar bzw. 27 €), und die Besichtigung der Tutanchamun-Sammlung ist im Preis bereits enthalten.

Plane für den Besuch mindestens drei Stunden reine Zeit ein, denn der Komplex ist wirklich gigantisch, und mit einem Guide kannst du hier locker auch vier bis fünf Stunden verbringen. Schon allein die prachtvolle Eingangstreppe mit den Pharaonenstatuen und dem verglasten Blick direkt auf die Pyramiden raubt dir garantiert den Atem.

💡 Tipp: Für 2026 gilt die absolut entscheidende Regel, dass man Tickets nicht vor Ort an der Kasse kaufen kann, sondern sie ausschließlich online im Voraus über die offizielle Website visit-gem.com für einen konkreten Zeitslot besorgen muss.

3. Ägyptisches Museum am Tahrir-Platz

Das berühmte alte Ägyptische Museum am Tahrir-Platz, das schon seit 1902 besteht, hat nach der Eröffnung des neuen GEM keineswegs geschlossen. Und obwohl die Touristenmassen und die Hauptattraktionen wie Tutanchamun und die königlichen Mumien hierher umgezogen sind, ist das eigentlich ein riesiger Vorteil für Geschichtsliebhaber.

Das Gebäude am Tahrir-Platz hat sich unglaublich entlastet und man kann endlich aufatmen, während hier weiterhin tausende wunderschöne Statuen, massive Sarkophage und seltene Papyri bleiben, die anderswo auf der Welt die Hauptstars der Ausstellungen wären – und das alles mit der unverwechselbaren Atmosphäre der alten Schule, massiven Holzvitrinen und einem leicht nostalgischen, verstaubten Hauch aus den Tagen der ersten Entdecker.

Der Eintritt ist hier heute außerdem deutlich günstiger als im neuen Museum bei den Pyramiden und kostet rund 550 Pfund (etwa 10 €). Wenn du authentische Museumsatmosphäre ohne schreiende Massen und moderne Bildschirme liebst, plane für den Tahrir-Platz unbedingt mindestens zwei Stunden ein.

💡 Tipp: Im ersten Stock findest du eine faszinierende Sammlung von Tiermumien, von kleinen Katzen und Vögeln bis hin zu riesigen mumifizierten Krokodilen – ein Teil der Ausstellung, den viele Besucher im Labyrinth der Gänge leider verpassen.

4. Islamisches Kairo: Khan el-Khalili, Zitadelle und Moschee

Das Herz des historischen Kairo ist der legendäre Markt Khan el-Khalili, ein unglaubliches Labyrinth enger Gassen aus dem 14. Jahrhundert, der herrlich nach Gewürzen, Parfüm und süßem Rauch von Wasserpfeifen duftet. Du wirst hier zwar dem enormen Druck der Verkäufer ausgesetzt sein und Feilschen ist hier praktisch Nationalsport, aber die Atmosphäre ist absolut fesselnd und unverwechselbar.

Ein Stück oberhalb der Stadt thront die Zitadelle Saladins, eine mächtige mittelalterliche Festung, die jahrhundertelang als Sitz der Herrscher diente und von deren Mauern aus sich einer der besten Panoramablicke auf das gesamte islamische Kairo öffnet. Im Inneren des Areals steht die wunderschöne Alabaster-Moschee von Muhammad Ali mit ihren charakteristischen osmanischen Kuppeln und schlanken Minaretten.

Der Eintritt in die Zitadelle inklusive Moscheebesichtigung kostet rund 550 Pfund (etwa 10 €), während das Bummeln über den Basar selbstverständlich kostenlos ist. Und vergiss nicht, dich nach dem Einkaufen in ein legendäres Café wie das El Fishawy auf einen starken Minztee zu setzen ☺️.

💡 Tipp: In der Moschee müssen Männer und Frauen verpflichtend Schultern und Knie bedeckt halten, Frauen müssen zusätzlich ihr Haar mit einem Tuch verhüllen. Auch wenn man am Eingang Überwürfe leihen kann, ist es immer besser, eigene passende Kleidung dabeizuhaben.

5. Koptisches (altes) Kairo

Oft übersehen, aber absolut zauberhaft ist das koptische Kairo, ein ruhiges christliches Viertel, das direkt auf den Grundmauern der alten römischen Festung Babylon entstanden ist. Es ist ein unglaublich stiller und friedlicher Gegenpol zum allgegenwärtigen Chaos und Lärm der umliegenden Metropole.

Hier findest du die absolut ältesten Kirchen des ganzen Landes, wobei die bekannteste die sogenannte Hängende Kirche ist, die buchstäblich über dem alten Wassertor der römischen Festung schwebt und deren Holzdecke in Form einer umgekehrten Arche Noah gebaut wurde. Ein Stück weiter in den engen Gassen steht die Sergiuskirche, in der der Legende nach die Heilige Familie auf ihrer Flucht vor König Herodes verweilte.

Der Eintritt in diese historischen christlichen Stätten ist meist völlig kostenlos, nur am Eingang freut man sich über einen kleinen freiwilligen Beitrag zur Instandhaltung. Und da das ganze Viertel recht klein ist, durchläufst du es leicht zu Fuß an einem angenehmen Vormittag.

💡 Tipp: Direkt am Eingang des Viertels befindet sich die U-Bahn-Station Mar Girgis, was das koptische Kairo wohl zu einem der am leichtesten erreichbaren historischen Orte macht, wenn du auf eigene Faust durch die Stadt reist.

Luxor: das größte Freilichtmuseum

Wenn man vom antiken Ägypten in voller Pracht spricht, denkt jeder Kenner sofort an Luxor, wo sich am Ort des einstigen Theben an beiden Nilufern eine solche Konzentration an antiken Tempeln und Gräbern erstreckt, dass kein anderer Ort der Welt damit konkurrieren kann.

6. Karnak

Karnak ist nicht einfach irgendein Tempel – es ist der allergrößte religiöse Tempelkomplex, der je im antiken Ägypten erbaut wurde, und verschiedene Pharaonen bauten und erweiterten ihn über unglaubliche zweitausend Jahre hinweg. Jeder Herrscher wollte hier seine Spuren hinterlassen, und so findest du hier eine faszinierende Mischung aus Obelisken, Heiligtümern und massiven Höfen.

Das absolute Herzstück des Komplexes und der Ort, der dir den Atem raubt, ist die Große Säulenhalle, in der 134 gigantische Steinsäulen stehen, von denen die höchsten über zwanzig Meter messen. Wenn du durch diesen steinernen Wald spazierst, kommst du dir buchstäblich wie eine Ameise vor und grübelst vergeblich darüber, wie man das vor tausenden Jahren überhaupt bauen konnte.

Der Eintritt ins Areal kostet rund 600 ägyptische Pfund (etwa 11 €) und für eine ordentliche Besichtigung brauchst du mindestens zwei bis drei Stunden Zeit. Außerdem ist das Areal größtenteils schattenlos, sodass die Sonne hier ziemlich gnadenlos sein kann.

💡 Tipp: Nach Karnak musst du gleich früh am Morgen zur Öffnungszeit aufbrechen oder erst spät am Nachmittag, denn gegen zehn Uhr fahren hier Dutzende Busse aus den Ferienorten an und mittags herrscht hier unerträgliche Hitze und enormes Gedränge.

7. Luxor-Tempel

Direkt im Stadtzentrum, buchstäblich nur ein paar Schritte von den belebten Straßen und Nilufern entfernt, steht der wunderschöne Luxor-Tempel, den mit dem nahen Karnak einst eine fast drei Kilometer lange Allee der Sphingen verband – und nach der Restaurierung heute wieder verbindet –, die man romantisch entlanggehen kann. Den Tempel bauten vor allem zwei berühmte Herrscher, Amenhotep III. und Ramses II.

Es sind die kolossalen Statuen von Ramses II. und sein riesiger Granitobelisk, die den monumentalen Eingangspylon bewachen. Eine Besonderheit dieses Tempels ist, dass sich in ihm die Geschichte über Jahrhunderte hinweg vermischt, denn direkt zwischen den antiken Säulen siehst du die eingebaute, funktionierende Abu-Haggag-Moschee und hinten sogar Reste römischer Fresken.

Der Grundeintritt bewegt sich um die 500 Pfund (etwa 9 €), und da der Tempel direkt in der Stadt liegt, brauchst du keinen Transfer und erreichst ihn von den meisten Hotels am Ostufer mit einem angenehmen Spaziergang zu Fuß.

💡 Tipp: Während Karnak am besten am Morgen zu besuchen ist, solltest du dir den Luxor-Tempel unbedingt für den Abend aufheben, denn nach Einbruch der Dunkelheit wird der gesamte Komplex herrlich in warmes Licht getaucht, gewinnt eine unglaublich magische Atmosphäre und außerdem herrschen hier viel angenehmere Temperaturen.

8. Tal der Könige

Am Westufer des Nils, versteckt hinter hohen Felsen in einer vollkommen ausgedörrten Landschaft, liegt das geheimnisvolle Tal der Könige – eine riesige Begräbnisstätte der Pharaonen aus der Zeit des Neuen Reiches, die mehr als sechzig tief in den Felsmassiv gehauene Gräber verbirgt, um sie vor Grabräubern zu schützen.

Das Grundticket, das rund 750 Pfund (etwa 14 €) kostet, berechtigt dich zum Eintritt in drei Gräber, die du dir selbst aus den aktuell geöffneten aussuchst. Die geöffneten Gräber wechseln und rotieren regelmäßig, damit sich die kostbaren Malereien von der Feuchtigkeit erholen können, die die Besucher hineinatmen. Was dich im Inneren aber absolut umhaut, sind die unglaublich farbenfroh bemalten Wände und Decken, deren Farben nach tausenden Jahren noch immer leuchten.

Für die berühmtesten Gräber muss man spezielle Extra-Tickets kaufen, und das berühmte, aber kleine Grab des Tutanchamun kostet weitere rund 700 Pfund. Wenn du aber wirklich etwas Atemberaubendes sehen willst, zahl extra für das Grab von Sethos I., denn das Ticket kostet zwar über zweitausend Pfund, ist aber der absolute Höhepunkt der ägyptischen Kunst. Eine ausgezeichnete Wahl im Rahmen des Grundtickets ist hingegen das Grab von Ramses V. oder VI.

💡 Tipp: Pass gut auf die Wächter im Inneren der Gräber auf, die dir gerne bereitwillig anbieten, dir „beim Foto zu helfen“ oder dich hinter die Absperrung zu führen, und anschließend sehr aggressiv ein üppiges Bakschisch verlangen – auch an Orten, wo das Fotografieren offiziell verboten ist.

9. Tempel der Königin Hatschepsut

Der Terrassentempel der Königin Hatschepsut ist architektonisch wohl das eleganteste Bauwerk des ganzen alten Ägypten, wo drei riesige, durch lange Rampen verbundene Säulenterrassen direkt zu den dramatischen gelben Felsen aufsteigen, in die das Bauwerk teilweise gehauen ist.

Es ist ein Denkmal, das der einzigen mächtigen Frau-Pharaonin gewidmet ist, die Ägypten je erfolgreich in einer Männerrolle regierte. Nach ihrem Tod versuchte ihr Nachfolger Thutmosis III., ihren Namen aus der Geschichte zu tilgen und ließ ihre Statuen und eingemeißelten Namen abschlagen, was an vielen Stellen im Tempel bis heute deutlich erkennbar ist.

Der Eintritt kostet rund 440 Pfund (etwa 8 €), wobei der Komplex weitläufig und schon aus der Ferne sehr fotogen ist, wenn du dich ihm näherst. Daher wird seine Besichtigung meist zu einem großen halbtägigen Rundgang am Westufer zusammen mit dem Tal der Könige verbunden.

💡 Tipp: Auf den weitläufigen Terrassen des Tempels gibt es absolut keinen Schatten und die gelben Kalksteinfelsen wirken zudem wie ein Spiegel, der die Hitze reflektiert. Brich also so früh wie möglich am Morgen auf und vergiss nicht eine große Wasserflasche und eine Kopfbedeckung.

10. Memnonkolosse

Auf dem Weg vom Nil in Richtung der Gräber am Westufer passierst du garantiert zwei riesige, achtzehn Meter hohe sitzende Statuen des Pharao Amenhotep III., die als Memnonkolosse bekannt sind und das Letzte sind, was von seinem einst gigantischen Totentempel übrig blieb, den Überschwemmungen wegspülten.

An sie knüpft sich eine sehr interessante antike Legende: Nach einem Erdbeben begann die gerissene nördliche Statue im Morgengrauen einen seltsamen pfeifenden Laut von sich zu geben, als würde sie singen – und sie sang so lange, bis ein römischer Kaiser sie Jahrhunderte später reparieren ließ.

Der Halt bei den Kolossen ist völlig kostenlos, da die Statuen frei zugänglich direkt an der Hauptstraße stehen, und auch wenn es nur ein sehr schneller, aber absolut ikonischer Fotostopp ist, lässt ihn auf dem Rundgang am Westufer garantiert kein Fahrer oder Guide aus.

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Den Nil hinunter nach Süden: Edfu, Kom Ombo und Assuan

Die mit Abstand bequemste Art, den Süden Ägyptens zu erkunden, ist eine klassische Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan, bei der dich deine Kabine an Bord langsam und komfortabel von Tempel zu Tempel bringt, du nicht ständig die Koffer packen musst und die schönste antike Landschaft direkt vor deinen Augen vorbeizieht.

11. Tempel in Edfu und Kom Ombo

Die grundlegenden und beliebtesten Stopps jeder ordentlichen Nilkreuzfahrt sind zwei faszinierende Tempel zwischen Luxor und Assuan. Der Tempel in Edfu, dem Falkengott Horus geweiht, ist der am besten erhaltene Tempel in ganz Ägypten. Seine massiven Wände und sein Dach blieben intakt, sodass er im Inneren im Halbdunkel so wirkt, als wäre er erst kürzlich fertiggestellt worden.

Kom Ombo ist hingegen ein architektonisches Unikat, denn es ist ein symmetrischer Doppeltempel direkt am Nilufer, der gleichzeitig zwei Göttern geweiht war: dem Falkengott Horus und dem Krokodilgott Sobek. Direkt neben dem Tempel findest du außerdem ein kleineres, aber sehr interessantes Museum voller wunderbar erhaltener mumifizierter Krokodile.

Der Eintritt bewegt sich bei diesen Sehenswürdigkeiten gleichermaßen um die 450 bis 550 Pfund (8 bis 10 €) pro Tempel, und zum Tempel in Edfu fährt man vom Anleger der Kreuzfahrtschiffe traditionell mit einer Pferdekutsche, was für viele ein Erlebnis für sich ist.

💡 Tipp: Wenn du in Edfu ohne vorausbezahlten Guide in eine Pferdekutsche steigst, handle den Preis sehr hart aus und bestätige ihn im Voraus, idealerweise auch mit der Währung, denn die Kutscher versuchen am Ende der Fahrt gerne Tricks mit angeblichen Missverständnissen und verlangen mehr Geld.

12. Assuan: Philae-Tempel und der Assuan-Staudamm

Assuan ist die südlichste Großstadt Ägyptens und hat eine ganz andere, viel ruhigere Atmosphäre als Kairo oder Luxor. Der Nil schlängelt sich hier zwischen riesigen Granitfelsen hindurch und auf seiner Oberfläche kreuzen ständig traditionelle weiße Segelboote namens Felukken, sodass es wirklich das Herz der nubischen Kultur ist.

Das absolute Juwel von Assuan ist der wunderschöne Philae-Tempel, der Göttin Isis geweiht, den während des Baus des ersten Staudamms das Wasser zu verschlingen begann. Daher wurde er in einem riesigen Projekt unter der Schirmherrschaft der UNESCO Stein für Stein abgebaut und sicher auf die höher gelegene Insel Agilkia versetzt. Du musst also mit einem Motorboot zu ihm fahren, was dem ganzen Erlebnis eine großartige Romantik verleiht.

Der Eintritt nach Philae kostet rund 550 Pfund (10 €), aber die Bezahlung für das Boot zur Insel wird ausgehandelt und separat direkt an die Bootsführer entrichtet. Einen Besuch wert sind außerdem der nahegelegene umstrittene Assuan-Hochdamm und zur Abwechslung auch die bunten nubischen Dörfer am Westufer.

💡 Tipp: Für eine Fahrt bei Sonnenuntergang solltest du in Assuan unbedingt ein traditionelles Segelboot, eine Feluke, mieten, denn es ist ein stilles, unglaublich beruhigendes Erlebnis ohne knatternde Motoren, bei dem nur du, der Wind und die untergehende Sonne über dem antiken Fluss da sind.

13. Abu Simbel

Ganz im Süden nahe der sudanesischen Grenze liegt wahrscheinlich die monumentalste Sehenswürdigkeit des ganzen Landes: Abu Simbel besteht aus zwei massiven Felsentempeln des Pharao Ramses II., deren Fassade vier zwanzig Meter hohe, atemberaubende sitzende Statuen des Herrschers selbst bewachen, und der kleinere Tempel ist seiner geliebten Gemahlin Nefertari gewidmet.

Auch diese Tempel rettete die UNESCO vor dem Versinken in den Fluten des neu entstandenen Nassersees, als sie in den sechziger Jahren in riesige Blöcke zersägt und Dutzende Meter höher auf einen künstlichen Hügel versetzt wurden. Die Vollkommenheit der antiken Baumeister beweist auch, dass zweimal im Jahr die Sonnenstrahlen genau Dutzende Meter tief ins Innere des Tempels dringen und die Götterstatuen im hinteren Heiligtum beleuchten.

Der Grundeintritt bewegt sich um die 750 bis 820 Pfund (etwa 14 bis 15 €) und der Besuch dieses Ortes erfordert einen beachtlichen Zeitaufwand, aber er lohnt sich definitiv, denn ein solches Zeugnis absoluter Pharaonenmacht siehst du sonst nirgends.

💡 Tipp: Von Assuan aus kommst du entweder mit dem Auto oder per Flugzeug hierher. Die Autofahrt im Konvoi dauert mühsame knapp vier Stunden in eine Richtung durch die dunkle Wüste mit Weckruf um 4 Uhr morgens und kostet ca. 40–60 €. Die Flugvariante dauert nur 45 Minuten, aber du zahlst bis zu 230 € extra und Flüge werden gelegentlich wegen Sandstürmen gestrichen. Vor Ort selbst verbringst du dann bei beiden Varianten nur rund zwei Stunden 😉.

Natur und Wüste: Rotes Meer, Sinai und Oasen

Ägypten ist bei Weitem nicht nur ausgedörrter Stein, Staub und antike Tempel, denn unter der Oberfläche des Roten Meeres verbirgt sich eine der farbenprächtigsten Unterwasserwelten unseres Planeten und tief in der Wüste herrschen umgekehrt Stille und Millionen von Sternen, wie man sie in Mitteleuropa schlichtweg nie zu sehen bekommt.

14. Rotes Meer und der Nationalpark Ras Mohammed

Das Rote Meer gehört eindeutig zu den besten Gebieten zum Schnorcheln und Gerätetauchen der ganzen Welt, und für Reisende aus Deutschland ist es zudem die am leichtesten erreichbare Weltklasse unter den Meeren, wo reiche Korallenriffe oft buchstäblich nur ein paar Meter von deinem Hotelstrand entfernt beginnen.

Selbst ein absoluter Anfänger mit einfacher Maske und Schnorchel sieht hier gleich am Ufer unglaublich bunte Fische, Rochen und gelegentlich auch Meeresschildkröten, und die allerschönsten und am besten erhaltenen Riffe mit riesigen Steilwänden schützt der Nationalpark Ras Mohammed nahe Sharm el-Sheikh.

Für Besucher, die an der afrikanischen Küste wohnen, sind die Ferienorte Hurghada oder das südlichere und ruhigere Marsa Alam wiederum hervorragende Ausgangspunkte für Bootsausflüge zu Korallen und Delfinen, wobei die beste Zeit zum Tauchen mit angenehmer Wassertemperatur von Oktober bis Ende April ist.

💡 Tipp: Die Eintrittsgebühren für die Naturschutzgebiete im Süden des Sinai und rund um die Ferienorte sind zuletzt gestiegen, nimm für diese Bootsausflüge und Parkeintritte also lieber Bargeld mit, denn die Kartenterminals auf den Booten und in den Häfen funktionieren sehr oft überhaupt nicht.

15. Katharinenkloster und der Berg Mose

In den rauen Bergen der Sinai-Halbinsel, genau unter dem Gipfel des Berges, wo Mose der biblischen Überlieferung nach die Zehn Gebote empfangen haben soll, steht das unscheinbare, aber enorm bedeutende Katharinenkloster – eines der ältesten ununterbrochen betriebenen christlichen Klöster der Welt, das mit seinen Mauern eher an eine Festung erinnert.

Das Kloster bewahrt eine absolut unschätzbare historische Bibliothek alter Manuskripte und wunderschöner byzantinischer Ikonen, und nach lokaler Überlieferung wächst in seinem Hof außerdem bis heute ein direkter Nachfahre des berühmten brennenden Dornbuschs. Für viele Reisende ist aber der allergrößte Erlebnis der anspruchsvolle nächtliche Aufstieg auf den Berg Mose selbst und das Beobachten des magischen Sonnenaufgangs von seinem Gipfel. Zum Aufstieg bricht man üblicherweise tief in der Nacht auf und du kannst entweder den längeren und etwas sanfteren Kamelpfad wählen oder die kürzeren, aber extrem steilen und körperlich sehr anspruchsvollen Stufen der Buße, wobei dich der Blick auf endlose zerklüftete, rot gefärbte Berge belohnt.

💡 Tipp: Selbst mitten im heißen Sommer ist es nachts auf dem Gipfel des Berges Mose wirklich sehr und durchdringend kalt, vergiss also nicht, eine warme Jacke, eine Mütze und eine gute Taschen- oder Stirnlampe für den Nachtmarsch einzupacken. Die Zugänglichkeit des Klosters im Jahr 2026 prüfe lieber im Voraus, denn das Areal wird gelegentlich renoviert und hat unregelmäßige Schließtage.

16. Weiße Wüste

Mehrere Stunden Jeep-Fahrt westlich von Kairo erstreckt sich die Weiße Wüste, eine Landschaft, in der du dich buchstäblich wie auf einem anderen Planeten fühlst. Starker Wind und Sand haben hier aus den riesigen weißen Kalkfelsen absolut bizarre und traumhafte Formen modelliert, sodass du steinerne Pilze, hohe Türme, Tiere und abstrakte Skulpturen siehst.

Diese schneeweißen Gebilde sind genau im Morgengrauen und in der Dämmerung am schönsten, wenn die Sonne sie in unglaubliche Rosa- und Orangetöne taucht. Auf dem Weg in die Weiße Wüste fährt man außerdem üblicherweise durch die kontrastierende Schwarze Wüste, deren gelber Sand zur Abwechslung dicht mit dunklen vulkanischen Steinen übersät ist, die an Kohle erinnern.

Zu diesen Orten gelangt man ausschließlich im Rahmen organisierter Expeditionen in 4×4-Geländewagen, die in der Oase Baharija starten, und das vielleicht größte Erlebnis ist das abendliche Beisammensein am Feuer und das Übernachten im Schlafsack unter den Sternen direkt zwischen diesen Kreidegebilden, wo absolute, fast klingende Stille herrscht.

💡 Tipp: Nachts ist es in der Wüste auch in den Frühlingsmonaten überraschend kalt, und auch wenn dir die Veranstalter Decken stellen, ist eigene warme Kleidung absolut notwendig. Die geeignetste Zeit für diesen Ausflug ist von Oktober bis April, denn im Sommer werden die Ausflüge wegen der extremen Tageshitze oft gar nicht angeboten.

17. Oase Siwa

Von allen ägyptischen Oasen ist Siwa wohl die abgelegenste und kulturell eigenständigste, denn sie liegt sehr tief in der Westlichen Wüste, nahe der Grenze zu Libyen, und ihre Bewohner haben sogar ihre eigene Berbersprache und einzigartige Traditionen, die sich vom Rest des Landes deutlich unterscheiden.

Hier erwarten dich endlose grüne Palmenhaine, die fotogenen Ruinen der alten Lehmfestung Schali, sprudelnde Quellen wie das berühmte Kleopatra-Bad, und du kannst auch die Reste des Orakels des Amun-Tempels erkunden, zu dem einst sogar Alexander der Große um Rat reiste. Die heutige Hauptattraktion sind aber die türkisfarbenen Salzseen, in denen die Salzkonzentration so hoch ist, dass du in ihnen genauso an der Oberfläche schwebst wie im Toten Meer.

Der Weg hierher ist allerdings wirklich sehr lang und beschwerlich, denn von Kairo oder über den Ferienort Marsa Matruh fährst du viele Stunden im Nachtbus, sodass du Siwa als echten mehrtägigen Ausflug betrachten musst – es ist definitiv kein schneller Nachmittagsstopp.

💡 Tipp: Die Belohnung für die langwierige Anreise ist ein authentisches und langsames Ägypten ganz abseits der Haupttouristenrouten, und die Sonnenuntergänge über den Dattelpalmen und Salzseen gehören zu den allerschönsten Erinnerungen, die du von hier mitnehmen kannst.

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Praktische Tipps für den Besuch der Sehenswürdigkeiten

Die ägyptischen Sehenswürdigkeiten sind zwar wunderschön, aber die Fortbewegung zwischen ihnen erfordert ein wenig Geduld und Vorbereitung. Daher ist es sicher hilfreich, ein paar Dinge im Voraus zu wissen, damit du die Besichtigung in Ruhe genießen kannst und dir die Laune nicht durch unnötige Betrügereien verdorben wird.

  • Schlepper und Betrug: Die häufigste Beschwerde von Touristen sind aufdringliche Verkäufer und Schlepper, besonders bei den Pyramiden und in Kairo, wo der klassische Trick das Angebot eines „kostenlosen“ Kamels ist – aber nach dem Aufsteigen merkst du schnell, dass du fürs Absteigen kräftig zahlen musst. Ignoriere Leute mit gefälschten Ausweisen, die dir unter dem Vorwand einer Kontrolle dein Ticket abnehmen und dann Geld für die Rückgabe verlangen. Und wenn dir jemand ein „Gratisgeschenk“ in die Hand drückt, nimm es nicht an, denn er wird sofort Bezahlung fordern. Die beste Verteidigung ist ein festes und entschlossenes „La schukran“ (nein, danke), die Hand aufs Herz und ein zügiges Weitergehen ohne Augenkontakt.
  • Allgegenwärtiges Bakschisch: Trinkgeld bzw. Bakschisch ist im Land ein absolut fester Bestandteil des Lebens, man verlangt es also für die Benutzung der Toilette, für Toilettenpapier, für „Hilfe“ beim Fotografieren an einer Sehenswürdigkeit oder einfach nur dafür, dass dir jemand die Richtung zeigt. Hab immer Kleingeld in ägyptischen Pfund in der Tasche (idealerweise Scheine im Wert von 5 bis 20 EGP, also etwa 0,10 bis 0,40 €), und gib lieber keine ausländischen Münzen, denn die wechselt dir bei der Bank niemand.
  • Kartenzahlung vs. Bargeld (2026): Die Situation ändert sich schnell, und bei den großen offiziellen Sehenswürdigkeiten wie dem GEM, den Pyramiden oder Karnak zahlst du heute die Tickets fast ausschließlich mit Karte, Bargeld nehmen die Kassen oft gar nicht an. Umgekehrt brauchst du auf den Märkten, für Taxis, Bakschisch und in den Naturschutzgebieten unbedingt Bargeld – du musst also einfach beides dabeihaben.
  • Guide vs. auf eigene Faust: Kairo und die komplexen Tempelanlagen lohnt es sich mit einem guten lokalen Guide oder im Rahmen einer Tour zu besuchen, denn er liefert dir nicht nur den historischen Kontext, sondern funktioniert vor allem als perfekter Schutzschild gegen Schlepper und kümmert sich um die Logistik im verrückten Verkehr. Wenn du allein gehst, stell dich aufs ständige Feilschen um wirklich alles ein.
  • Pharaonenfluch und Wasser: Magen-Darm-Beschwerden sind eine reale Gefahr, trink also absolut nie Leitungswasser, bitte auch nicht beim Zähneputzen. Meide Eis in Getränken aus unbekannten Quellen und pass auf frische Salate auf, die mit Leitungswasser gewaschen worden sein könnten. Trink immer nur Wasser aus original verschlossenen Flaschen und hab sicherheitshalber lokale Medikamente (Antinal) dabei, die bei diesen Beschwerden viel besser wirken als die europäischen 😅.
  • Kleidung in Moscheen: Beim Besuch islamischer Sehenswürdigkeiten in Kairo müssen Männer Hosen über die Knie und bedeckte Schultern tragen. Für Frauen gelten lange Hosen oder Röcke, bedeckte Schultern und ein Tuch über dem Haar. In den touristischen Tempeln im Süden ist der Dresscode zwar lockerer, aber aus Respekt vor den Einheimischen ist es wohl immer besser, nicht in Badekleidung und zu freizügig herumzulaufen.

Wo essen

Die arabische Küche ist hervorragend, und die gute Nachricht ist, dass Ägypten Vegetariern absolut unglaublich entgegenkommt, denn die Grundlage des Speiseplans normaler Menschen sind Hülsenfrüchte, frisches Gemüse und Gewürze.

Eine absolute Pflicht, die du dir irgendwo auf der Straße oder in lokalen Imbissen gönnen musst, ist das Nationalgericht namens Koshary (oder Kushari). Es ist eine wilde und überraschend sättigende Mischung aus Reis, Linsen, Nudeln, Kichererbsen und knusprigen frittierten Zwiebeln, das Ganze übergossen mit einer ordentlichen, leicht pikanten Tomatensauce und Knoblauchessig. Es sieht zwar wie ein Mischmasch aus, schmeckt aber himmlisch und eine Schüssel kostet dich nur ein paar Cent bis zu rund einem Euro.

Eine weitere großartige Wahl ist der traditionelle ägyptische Falafel namens Ta’meya, der im Gegensatz zum nahöstlichen Falafel aus Kichererbsen aus zerkleinerten Saubohnen und vielen frischen Kräutern gemacht wird, durch die er nach dem Reinbeißen eine leuchtend grüne Farbe hat und herrlich saftig ist.

Zum Frühstück gönn dir dann Ful medames, einen langsam gegarten und duftend gewürzten Brei aus Saubohnen, serviert mit warmem Pitabrot. Selbstverständlich gibt es auch die allgegenwärtigen Schüsseln mit cremigem Hummus und Auberginen-Baba-Ganoush, die als hervorragendes leichtes Mittagessen während der heißen Tage in Luxor dienen.

Die Einheimischen grillen zwar gerne Lamm und bereiten an der Küste frischen Fisch zu, aber glaub mir, mit den oben genannten Hülsenfruchtspezialitäten wirst du Fleisch keine Sekunde lang vermissen. Sicherheitshalber erinnere ich noch einmal daran, dass du in günstigeren Lokalen auf frisches Gemüse und eisgekühlte Getränke aufpassen solltest, damit dich keine unangenehmen Magenprobleme erwischen.

Wohin weiter von Ägypten

Wenn dir die Vorstellung gefallen hat, Geschichte mit Erholung zu verbinden, und du überlegst, wo genau du dein Haupt betten und wie du das Ganze planen sollst, lies unbedingt meinen umfassenden Artikel Wohin in den Urlaub nach Ägypten: 20 Tipps. Dort findest du einen Führer zu den besten Ferienorten und er hilft dir, dich zu orientieren und zu entscheiden, ob für dich der Norden oder der Süden besser ist.

Falls dich perfekte Bedingungen zum Schnorcheln mit der Familie und ein breites Angebot an Ausflügen in die Geschichte locken, schau dir meinen Führer Hurghada: 13 Tipps an. Für Liebhaber ruhigerer Strände, Meeresschildkröten und unberührter Korallen habe ich wiederum den Artikel Marsa Alam: 13 Tipps verfasst.

Vor dem endgültigen Flugkauf solltest du auf jeden Fall nachlesen, wann nach Ägypten reisen / Wetter, damit du nicht in der schlimmsten Augusthitze im Tal der Könige landest. Vergiss auch nicht, rechtzeitig das nötige Visum für Ägypten zu erledigen, und beim Kofferpacken ist dir unsere praktische Liste Was man in den Ägypten-Urlaub mitnehmen sollte garantiert eine Hilfe.

💡 Tipp: Eine Rundreise oder einen bequemen Strandaufenthalt mit Ausflügen buchst du mit Abstand am günstigsten über unseren Reisevergleich für Ägypten. Unsere KI vergleicht dort jeden Tag die Angebote verschiedener Reiseveranstalter für genau dieselben Hotels und Termine und zeigt dir, wo es gerade am günstigsten ist. Und wenn du zu den Abenteurern gehörst und lieber auf eigene Faust reist, vergleiche die Flugpreise, die wir für dich alle 20 Minuten aktualisieren.

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Häufig gestellte Fragen

Was muss man in Ägypten unbedingt gesehen haben?

Absolute Pflicht für jeden sind natürlich die ikonischen Pyramiden von Gizeh mit der Großen Sphinx, das neue Große Ägyptische Museum bei Kairo und das Städtchen Luxor mit Karnak und dem Tal der Könige. Wenn ihr etwas mehr Zeit und Budget habt, fügt noch das monumentale Abu Simbel und eine traditionelle Nilkreuzfahrt hinzu.

Wie viele Tage braucht man für die ägyptischen Sehenswürdigkeiten?

Na samotné hlasité Káhiro und die Umgebung von Gizeh solltet ihr euch etwa zwei bis drei Tage Zeit nehmen, für Luxor mit beiden Ufern weitere zwei volle Tage. Für eine komplette und entspannte Erkundung des gesamten Südens inklusive Assuan und Abu Simbel bietet sich dann eine Nilkreuzfahrt an, die üblicherweise drei bis vier Nächte dauert.

Kann man ägyptische Sehenswürdigkeiten auch von einem Strandresort aus sehen?

Ja, das geht. Von Hurghada und Marsa Alam aus werden täglich lange fakultative Ausflüge nach Luxor oder auf Safari organisiert, nur die Busfahrt zu den Pyramiden von den Ferienorten aus ist extrem lang und anstrengend (locker 7 Stunden in eine Richtung), weshalb es viel bequemer ist, die etwas teurere Flugvariante direkt nach Kairo zu wählen.

Ist das Große Ägyptische Museum (GEM) schon vollständig geöffnet?

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Ja, das Große Ägyptische Museum (GEM) bei den Pyramiden wurde im Herbst 2025 vollständig eröffnet. Jetzt ist auch der größte Publikumsmagnet zu sehen, nämlich der vollständige Schatz des Pharaos Tutanchamun, aber Tickets können nicht vor Ort gekauft werden und müssen im Voraus online reserviert werden.
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Ist es an den Sehenswürdigkeiten für Touristen sicher?

Die Sicherheitslage in den touristischen Gebieten ist sehr gut und wird von der Touristenpolizei streng überwacht, sodass ihr euch vor Gewaltverbrechen wirklich nicht fürchten müsst. Das Hauptproblem, mit dem ihr tatsächlich zu kämpfen haben werdet, sind aufdringliche Schlepper, Verkäufer von Ramsch und ständige Bitten um Bakschisch, was eher eure Geduld als eure Sicherheit auf die Probe stellt.

Kann man bei den großen Sehenswürdigkeiten mit Karte zahlen oder eher bar?

V 2026 werden bei allen Hauptsehenswürdigkeiten (Pyramiden, Museen, Karnak) die Eintrittskarten bereits fast ausschließlich mit Karte bezahlt, und Bargeld wird an der Kasse oft direkt abgelehnt. Bargeld in kleineren ägyptischen Pfund solltet ihr euch aber unbedingt für Märkte, Taxis, Bakschisch und Eintrittsgelder in Naturparks aufheben.

Wie ist das mit der Kleidung für Moscheen in Kairo?

Die Regeln sind hier ziemlich streng, daher müssen Männer Hosen tragen, die die Knie bedecken, und ein T-Shirt, das die Schultern verhüllt. Frauen müssen einen langen Rock oder lange Hosen tragen, komplett bedeckte Schultern und Dekolleté haben und außerdem ihre Haare zwingend mit einem Tuch verhüllen. Am Eingang können zwar Leihgewänder ausgeliehen werden, aber es ist hundertmal besser, vorbereitet zu kommen.

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