Stell dir einen Ort vor, an dem der älteste Regenwald der Erde direkt zu den türkisfarbenen Wassern des Great Barrier Reef hinabfließt. Cairns in Australien liegt im tropischen Norden von Queensland – dem einzigen Ort der Welt, an dem zwei UNESCO-Naturerbestätten aufeinandertreffen. Von der Hafenstadt Cairns erreichst du beide unglaublichen Naturwunder in weniger als neunzig Minuten, was sie zum perfekten Ausgangspunkt für deine Entdeckungstour macht.
Reisende loben diesen Ort nicht nur wegen der atemberaubenden Natur, sondern auch wegen dieser unglaublich entspannten Atmosphäre, die hier auf Schritt und Tritt herrscht. Die Einheimischen leben im gemächlicheren tropischen Tempo, hetzen nirgends unnötig hin, und du wirst dich diesem Rhythmus wohl sehr schnell und gerne anschließen ☺️. Glaub mir: Sobald du einmal die feuchte, nach Mango und Meersalz duftende Luft eingeatmet hast, willst du gar nicht mehr nach Hause zurück.
Wir haben für dich 18 Tipps zusammengestellt, was du in Cairns und Umgebung auf keinen Fall verpassen solltest – vom sicheren Baden ohne Krokodile bis hin zum perfekten Picknickplatz mitten im Regenwald. Gemeinsam schauen wir uns an, wo du gefahrlos schwimmen kannst, ich empfehle dir die besten Unterkünfte und verrate dir, wann eigentlich die beste Reisezeit für die glühend heißen Tropen ist.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Wie viele Tage einplanen: Für eine sinnvolle Erkundung der Region brauchst du mindestens 4 bis 5 Tage, für ein entspannteres Tempo empfehle ich eine Woche.
- Wo übernachten: Cairns ist am günstigsten und ideal für Ausflüge, Palm Cove bietet Ruhe am Strand und Port Douglas luxuriöse Resorts mit familiärer Atmosphäre.
- Wo sicher baden: Geh nur an Stränden mit Schutznetzen ins Meer, ansonsten nutze die öffentliche künstliche Lagune oder die Süßwasserbecken.
- Wann losfahren: Das beste Wetter herrscht von Mai bis Oktober während der sogenannten Dry Season, wenn die Luftfeuchtigkeit niedriger ist und weniger Gefahr durch Quallen besteht.
- Wichtigster Tipp für Besucher: Der Daintree-Regenwald verdient mehr als nur einen Tagesausflug – übernachte am besten mindestens eine Nacht in der Gegend um Cape Tribulation.
- Wie du dich fortbewegst: Für die Wasserfälle im Atherton Tablelands brauchst du unbedingt ein Auto, während du das Riff und den Regenwald auch mit organisierten Ausflügen erreichst.
Wann in die Tropen reisen
Das tropische Queensland hat im Grunde nur zwei Jahreszeiten, die ganz entscheidend beeinflussen, wie dein Urlaub aussehen wird. Am beliebtesten ist die sogenannte Dry Season, also die Trockenzeit von Mai bis Oktober, wenn die meisten Besucher hierherkommen. In diesen Monaten herrschen sehr angenehme Temperaturen, die drückende Luftfeuchtigkeit sinkt deutlich und das Meer ist viel ruhiger für Bootsausflüge zum Barrier Reef. Ein weiterer riesiger Vorteil: In dieser Zeit ist das Risiko gefährlicher Quallen nicht so hoch.
Auf der anderen Seite gibt es die Wet Season, also die Regenzeit von Dezember bis April, die enorme Niederschlagsmengen und sehr hohe Luftfeuchtigkeit bringt. Auch wenn das abschreckend klingen mag, hat auch dieser Teil des Jahres laut vielen Reisenden seinen unbestreitbaren Reiz. Gerade in dieser Zeit bekommt der Regenwald nämlich eine völlig neue Energie, alles ist unglaublich grün und die Wasserfälle zeigen sich in voller Pracht. Zum Beispiel donnern die berühmten Barron Falls in diesen Monaten gewaltig unter den Wassermassen, während in der Trockenzeit nur ein bescheidenes Rinnsal übrig bleibt.
Du musst aber damit rechnen, dass von November bis Mai die sogenannte Stinger-Saison herrscht, in der im Meer gefährliche Quallen auftauchen. Baden ist in dieser Zeit ausschließlich an Stränden mit speziellen Schutznetzen möglich. Während der Regenzeit besteht außerdem ein gewisses Risiko für Zyklone, wobei direkte Küstentreffer eher selten sind. Wenn dir gelegentliche tropische Regengüsse nichts ausmachen und du die Natur in ihrer üppigsten Form sehen möchtest, wird dich die Wet Season sicher nicht enttäuschen.
Wo wohnen: Cairns, Palm Cove oder Port Douglas?
Die Wahl des richtigen Standorts ist für einen Aufenthalt im tropischen Norden absolut entscheidend, und meist wirst du dich zwischen drei Hauptorten entscheiden. Die Stadt Cairns selbst ist unangefochten die günstigste Variante und funktioniert als perfekter Knotenpunkt für die meisten organisierten Ausflüge. Hier findest du ein tolles Nachtleben, viele Restaurants und Märkte, dafür fehlt der Stadt aber ein klassischer Naturstrand. Eine Unterkunft in Cairns ist ideal, wenn du jeden Tag auf Ausflüge gehst und ins Hotel eigentlich nur zum Schlafen kommst.
Wenn du dir eine romantischere Atmosphäre wünschst, ist Palm Cove genau der Ort, an dem du länger bleiben willst, als du geplant hast. Dieses kleinere Seebad liegt etwa eine halbe Stunde nördlich von Cairns und bietet einen wunderschönen palmengesäumten Strand, ausgezeichnete Cafés und ein viel entspannteres Tempo. Es ist ein toller Kompromiss, denn du bist immer noch nah an der Stadt, genießt aber einen echten Strandurlaub. Viele Reisende empfehlen sogar einen sogenannten Split Stay, bei dem du ein paar Nächte im lebhafteren Cairns verbringst und den Rest des Urlaubs in Palm Cove oder weiter nördlich entspannst.
Am weitesten im Norden liegt schließlich Port Douglas, ein teureres und luxuriöseres Seebad, das bei Familien mit Kindern beliebt ist. Von diesem Städtchen ist es am nächsten zum Daintree-Regenwald, und es bietet die schönsten Strandresorts. Was konkrete Hotels angeht, kannst du dir in Cairns das ausgezeichnet bewertete Hostel YHA Cairns Central ansehen oder das komfortable DoubleTree by Hilton Cairns, oder das luxuriösere Shangri-La The Marina. In Port Douglas wählen Reisende gerne das wunderschöne Öko-Resort Thala Beach Nature Reserve oder das beliebte Pullman Port Douglas Sea Temple, die du ganz einfach über Booking.com buchen kannst.
Wo essen
Wenn du nach einem ganzen Tag Regenwald-Erkundung oder Schnorcheln hungrig wirst, bietet Cairns zum Glück eine tolle Gastro-Szene. Die meisten Restaurants konzentrieren sich rund um die Esplanade und den Hafen. Für den besten Kaffee empfehle ich dir das bekannte Café Blackbird Laneway oder Bang & Grind, wo man dir einen absolut luxuriösen Flat White zubereitet.
Für ein richtiges Abendessen geh unbedingt ans Wasser. Tolle Meeresfrüchte und Sonnenuntergangsblick findest du im Lokal Salt House oder im etwas entspannteren Restaurant Dundee’s at the Cairns Aquarium. Wenn du lieber etwas Schnelleres und Authentischeres möchtest, findest du auf den abendlichen Night Markets ausgezeichnete asiatische Nudeln und frische Frühlingsrollen für ein paar Dollar.
Wo man in den Tropen wirklich baden kann
Baden im tropischen Queensland ist wohl das Thema, das bei Besuchern die meisten Fragen und Bedenken auslöst 😅. Im Meer leben nämlich entlang der gesamten Küste Salzwasserkrokodile und von November bis Mai auch gefährliche Quallen. Regel Nummer eins lautet klar: Geh nur an Stränden ins Meer, die mit Stinger-Schutznetzen ausgestattet sind. Diese Netze findest du zum Beispiel an den Stränden von Palm Cove, Trinity Beach, Yorkeys Knob oder Kewarra Beach. Denk daran, dass der beliebte Ellis Beach außerhalb des markierten Schutznetzes definitiv nicht sicher ist – riskiere dort also nichts.
Völlig sicher und sorgenfrei kannst du in künstlichen Becken baden, von denen die riesige Esplanade Lagoon direkt im Zentrum von Cairns das bekannteste ist. Der Eintritt in diese Lagune ist völlig kostenlos, das Wasser gefiltert und Rettungsschwimmer wachen darüber. Aber Vorsicht: Im Sommer 2026 wurde die Lagune umfassend saniert und war vorübergehend geschlossen. Prüfe daher vor der Reise lieber ihren aktuellen Zustand auf der offiziellen Website der Stadt. Falls sie außer Betrieb sein sollte, hat die Stadt kürzlich den Bau eines brandneuen Aussichtsrads angekündigt, das dir zumindest schöne Ausblicke auf die Küste bietet, während du dich woanders abkühlst.
Eine tolle und vor allem absolut sichere Alternative zum Meer sind die Süßwasserbecken tief im Regenwald. Hier leben keine Krokodile und das Wasser ist herrlich erfrischend. Nur einen Katzensprung von der Stadt entfernt findest du die beliebten Crystal Cascades, etwas weiter die Josephine Falls, wo man nur im unteren Becken baden darf. Sehr beliebt sind auch die Babinda Boulders, aber hier musst du extrem vorsichtig sein und ausschließlich im markierten Becken baden. Der nahe Abschnitt namens Devil’s Pool ist nämlich streng verboten und hat wegen der tückischen Unterströmungen bereits Dutzende Menschenleben gefordert. Ein schönes, risikofreies Bad bieten auch die vulkanischen Kraterseen im nahen Atherton Tablelands.
Auto oder geführte Ausflüge?
Wie du dich im Norden Queenslands fortbewegst, hängt vor allem davon ab, wie unabhängig und flexibel du sein möchtest. Wenn du die Wasserfälle im Atherton Tablelands erkunden willst, brauchst du unbedingt ein Auto. Diese Region liegt hoch in den Bergen, die einzelnen Stopps sind Dutzende Kilometer voneinander entfernt und öffentliche Verkehrsmittel fahren dort praktisch gar nicht. Ein kleiner Mietwagen gibt dir enorme Freiheit, an Kraterseen oder Farmen ganz nach deinem eigenen Ermessen anzuhalten.
Viele fragen sich, welches Auto man für die Fahrt in den Daintree-Regenwald und zum Cape Tribulation braucht. Bis zum Cape Tribulation selbst führt eine gut ausgebaute Asphaltstraße, sodass ein normales Auto mit Zweiradantrieb (2WD) völlig ausreicht. Du musst aber damit rechnen, dass auf dem Abschnitt der Alexandra Range mindestens bis 2027 umfangreiche Straßenarbeiten nach dem verheerenden Zyklon Jasper laufen, was lokale Verzögerungen verursacht. Erst hinter dem Cape Tribulation beginnt der berühmte unbefestigte Bloomfield Track, wohin du ohne einen richtigen Geländewagen mit 4×4-Antrieb definitiv nicht mehr gelangst.
Wenn du dir das Fahren nicht zutraust oder dich nicht mit einem Mietwagen herumschlagen willst, bietet die Region eine unglaubliche Menge an hervorragend organisierten Ausflügen mit lokalen Guides. Ins Dörfchen Kuranda gelangst du völlig problemlos mit dem historischen Zug und der Seilbahn, zum Great Barrier Reef bringt dich natürlich ein Boot und in den Daintree-Regenwald fahren jeden Tag Dutzende bequemer Busse. Für alle, die nur ein paar Tage in den Norden reisen, sind organisierte Touren oft die stressfreieste und bequemste Variante, um das Wichtigste zu sehen.
18 Tipps, was du in Cairns und Umgebung sehen und erleben solltest
Die Ausdehnung des tropischen Nordens kann bei der Planung auf den ersten Blick etwas einschüchtern, aber sobald du dich zurechtfindest, wirst du feststellen, dass sich all diese wunderschönen Attraktionen wunderbar kombinieren lassen. Vom Schnorcheln am Korallenriff über Streifzüge im uralten Regenwald bis hin zu Besuchen von Kaffeeplantagen in den Bergen – hier gibt es unzählige Möglichkeiten.
Für einen besseren Überblick haben wir eine Liste von Orten zusammengestellt, die auf deinem Reiseplan definitiv nicht fehlen sollten. Du kannst sie genau danach zusammenstellen, ob du lieber am Strand entspannst mit einem tollen Cocktail in der Hand, oder ob dich eher das Kennenlernen der indigenen Kultur reizt.

1. Cairns Esplanade und Lagune
Die Cairns Esplanade ist eindeutig das pulsierende Herz der ganzen Stadt, wo sich schon früh am Morgen Einheimische und Touristen zu entspannten Spaziergängen treffen. Hier findest du kilometerlange gepflegte Wege, angenehm beschattet von hohen Bäumen, kostenlose öffentliche Grills und unzählige Bänke mit Blick aufs Meer. Es ist genau der Ort, zu dem du nach einem langen Flug als Erstes gehst. Ehe du dich versiehst, sitzt du auf einer Bank mit Blick aufs Meer und dein Gehirn hört endlich auf, über Abflugzeiten nachzudenken.
Der Hauptmagnet dieser weitläufigen Promenade ist die riesige öffentliche Lagune mit gefiltertem Meerwasser. Dieses Becken bietet sicheres Baden ohne die Gefahr von Krokodilen und Quallen, und der Eintritt ist obendrein kostenlos. Wie ich aber bereits erwähnt habe, wurde die Lagune im Sommer 2026 umfassend saniert und war vorübergehend geschlossen. Prüfe daher vor der Reise lieber ihren aktuellen Zustand auf der Website der Stadt, damit du vor Ort nicht unnötig enttäuscht bist.
Beim Spaziergang über diese wunderschöne Promenade fällt dir sicher der Neuzugang auf: das riesige Aussichtsrad, das 2026 angekündigt wurde. Aus seinen verglasten Kabinen hast du einen fantastischen Blick nicht nur auf die Stadt selbst, sondern auch auf die bewaldeten Hügel im Hintergrund und die Boote, die Richtung Great Barrier Reef auslaufen. Rund um die Promenade findest du außerdem eine riesige Auswahl an hervorragenden Cafés, in denen du dir einen erstklassigen Flat White gönnen kannst.

2. Nachtmärkte und tropische Früchte
Sobald in Cairns die Sonne untergeht, erwacht die ganze Stadt mit einer völlig neuen, faszinierenden Energie. Deine Schritte sollten dich unbedingt zu den beliebten Night Markets führen, die jeden Abend direkt im Stadtzentrum öffnen und eine absolut großartige Mischung aus asiatischer und australischer Kultur bieten. Diese überdachten Märkte platzen aus allen Nähten vor Ständen mit lokalen Souvenirs, handgefertigtem Schmuck und Kleidung, die du anderswo nicht so leicht bekommst.
Neben dem Einkaufen sind die Nachtmärkte für ihr tolles Essen und die riesige Auswahl an frischen Leckereien bekannt. Probiere unbedingt die lokale Mango. Was hier verkauft wird, hat mit der Supermarkt-Mango bei uns zu Hause wenig gemeinsam. Die saftigen Mangos, süßen Papayas oder exotischen Litschis schmecken so unglaublich gut, dass du dich noch lange daran erinnern wirst. Wenn du die asiatische Küche magst, findest du hier jede Menge Stände mit ausgezeichneten vegetarischen Nudeln und frischen Frühlingsrollen.
Wenn du die Atmosphäre eines klassischen Tagesmarktes erleben möchtest, geh am Wochenende zu den bekannten Rusty’s Markets. Es ist ein riesiger Markt mit tropischem Obst und Gemüse, wo praktisch alle Einheimischen einkaufen gehen. Halt an einem Stand mit frisch gepresstem Zuckerrohrsaft an oder kauf dir für ein paar Dollar eine riesige Staude lokaler Bananen für die Nachmittagsausflüge.

3. Mit dem Zug nach Kuranda und mit der Seilbahn zurück
Eines der ikonischsten Erlebnisse der ganzen Region ist die Fahrt in das Bergdorf Kuranda, das tief versteckt im Regenwald oberhalb der Stadt liegt. Reisende sind sich einig, dass die Fahrt mit dem historischen Zug Kuranda Scenic Railway ein absolutes Muss ist. Dieser altehrwürdige Zug klettert langsam die steilen Hänge des Gebirges hinauf, fährt durch dunkle Tunnel und bietet atemberaubende Ausblicke auf die tiefe Barron Gorge. Ein Ticket kostet dich rund 58 AUD (etwa 35 €).
Die Rückfahrt hinunter ins Tal solltest du unbedingt über die moderne Seilbahn Skyrail Rainforest Cableway planen. Diese einzigartige Seilbahn bringt dich dicht über die Baumwipfel des Regenwaldes – ein Anblick, den du sonst nirgends auf der Welt bekommst. Während der Fahrt kannst du an zwei Zwischenstationen aussteigen, über hölzerne Stege durch den Regenwald spazieren und etwas über die einzigartige lokale Natur erfahren. Ein Ticket für die Seilbahn kostet 74 AUD (rund 45 €).
💡 Tipp: Die allerbeste Variante ist der Kauf eines Kombitickets für beide Attraktionen, das dich rund 145,50 AUD (etwa 90 €) kostet. Morgens fährst du mit dem romantischen Zug aus der Stadt, genießt das Dörfchen und kehrst am Nachmittag mit der Aussichts-Seilbahn zurück. Das nimmt zwar einen großen Teil des Tages in Anspruch, aber es lohnt sich jeden einzelnen Euro.

4. Kuranda: Schmetterlinge, Koalas und Vögel
Das Dörfchen Kuranda selbst war einst ein Zentrum der Hippie-Bewegung und hat sich bis heute eine ziemlich eigenwillige und entspannte Atmosphäre bewahrt. Du findest hier zwei verschiedene Märkte voller lokaler Produkte, allerdings sind sich die meisten Reisenden einig, dass 2 bis 3 Stunden für die Besichtigung des Dorfes selbst völlig ausreichen. Erwarte keine Wildnis – es ist heute ein ziemlich touristischer Ort voller Souvenirstände, Cafés und kleiner Galerien mit indigener Kunst.
Was du in Kuranda aber auf keinen Fall verpassen solltest, sind die lokalen Auffangstationen und Tierparks. Einen Besuch wert ist definitiv das Australian Butterfly Sanctuary (nach eigener Angabe die größte Schmetterlingsvoliere der gesamten Südhalbkugel). Hier flattern unglaubliche 1.200 farbenprächtige Schmetterlinge und der Eintritt kostet einen Erwachsenen 25 AUD (etwa 15 €). Glaub mir: Wenn sich ein riesiger blauer Ulysses-Schmetterling auf dich setzt, ist das ein wirklich magisches Erlebnis.
Wenn du Tiere magst, kannst du auch die Kuranda Koala Gardens besuchen, wo du für einen Eintritt von 24 AUD (etwa 15 €) viele australische endemische Arten siehst. Direkt daneben liegt Birdworld mit sechzig Arten exotischer Vögel, die du direkt aus der Hand füttern kannst. Wenn du mehrere dieser Tierattraktionen auf einmal besuchen willst, lohnt sich ein Kombiticket für alle drei Parks, das ab 35,50 AUD (rund 22 €) beginnt.

5. Die Barron Falls
Wenn du schon in der Gegend von Kuranda bist, darfst du den Aussichtspunkt auf die majestätischen Barron Falls nicht verpassen. Diese imposanten Wasserfälle stürzen in eine unglaublich tiefe und bewaldete Schlucht, und der Anblick ist wirklich atemberaubend. Die Aussichtsplattformen sind völlig kostenlos zugänglich, sowohl vom Nationalpark aus als auch direkt von den Stationen der Skyrail-Seilbahn und des historischen Zuges. So kannst du sie aus mehreren völlig unterschiedlichen und beeindruckenden Blickwinkeln fotografieren.
Ich muss aber völlig ehrlich zu dir sein, was du vor Ort genau sehen wirst. Während die Barron Falls in der Regenzeit gewaltig unter den enormen Wassermassen donnern, bleibt für den Rest des Jahres nur ein recht bescheidenes Rinnsal übrig. Das Wasser wird in der Trockenzeit nämlich in ein lokales Wasserkraftwerk umgeleitet. Wenn du also im September oder Oktober kommst, erwarte nicht die beeindruckenden Wassermassen, die du oft auf professionellen Werbefotos siehst.
Trotzdem lohnt sich der Stopp an den Barron Falls eindeutig. Schon allein die Geologie der tiefen Schlucht, die sich in den ältesten Regenwald der Welt schneidet, ist faszinierend. Rund um die Aussichtspunkte fliegen außerdem oft riesige, farbenprächtige exotische Vögel, und von Infotafeln erfährst du viel Wissenswertes über die Geschichte des Baus der lokalen Eisenbahn, die zu ihrer Zeit zu den technischen Wundern zählte.

6. Ausflug zum Great Barrier Reef
In Cairns zu sein und nicht zum Great Barrier Reef zu fahren, wäre eine riesige Reisesünde. Dieses unglaubliche Naturphänomen ist sogar aus dem Weltall sichtbar, und Reisende bezeichnen das Schnorcheln hier immer wieder als eines der stärksten Erlebnisse ganz Australiens. Aus dem lokalen Hafen laufen jeden Tag Dutzende verschiedener Boote aus, die dich entweder zu den näher gelegenen Inseln bringen oder gleich zum sogenannten Outer Reef, wo die Korallen in bestem Zustand sind.
Die Wahl des richtigen Bootes und Ortes kann ziemlich kniffelig sein, denn die Möglichkeiten sind wirklich zahlreich und die Preise variieren stark. Wenn dich konkrete Ausflugspreise, die Unterschiede zwischen den Inseln und dem Outer Reef sowie ausführliche Tipps interessieren, wie du genau die richtige Tour für dich auswählst, wirf einen Blick auf unseren separaten Artikel Great Barrier Reef: Ausflüge, Preise und wie du es erlebst, wo wir das alles im Detail besprochen haben.
Ich möchte nur noch ergänzen: Wenn du unter Seekrankheit leidest, nimm vor der Fahrt unbedingt ein paar Medikamente, denn das Meer kann manchmal ganz schön wild sein. Am Riff siehst du riesige Meeresschildkröten, Riffhaie und mit etwas Glück triffst du auch den freundlichen Riesen-Lippfisch, der hier den Spitznamen Wally trägt. Das Erlebnis der Unterwasserwelt ist hier einfach unvergesslich.

7. Crystal Cascades
Wenn du das salzige Meerwasser satthast und dich nach einer richtigen Erfrischung sehnst, fahr zu den beliebten Crystal Cascades. Diese wunderschönen Süßwasserbecken liegen nur 15 bis 20 Autominuten vom Zentrum von Cairns entfernt und bieten absolut sicheres Baden ohne Krokodile. Die Einheimischen lieben diesen Ort und am Wochenende kommen hierher ganze Familien zum Picknicken und Grillen.
Vom großen Parkplatz führt entlang der Kaskaden ein sehr bequemer und befestigter Weg direkt durch den üppigen Regenwald. Unterwegs kommst du an mehreren verschiedenen natürlichen Becken und kleineren Wasserfällen vorbei, in denen du dich beliebig abkühlen kannst. Das von den Bergen herabfließende Wasser ist selbst mitten im tropischen Sommer herrlich kalt und erfrischend, sodass es dich nach einem anstrengenden Tag in der heißen Stadt garantiert zum Leben erweckt.
💡 Tipp: Der Zugang zu den Becken ist völlig kostenlos und am Parkplatz findest du bestens gepflegte öffentliche Grills. Ich empfehle dir, im Supermarkt vorab frischen Käse, Gemüse und Gebäck einzukaufen, im kristallklaren Wasser zu baden und dann ein tolles Nachmittagspicknick direkt mitten im Regenwald zu machen – genau so, wie es die Einheimischen mit Vorliebe tun.

8. Babinda Boulders
Etwa 60 Kilometer südlich von Cairns liegt ein weiterer faszinierender Ort namens Babinda Boulders. Es handelt sich um einen wunderschönen Flussabschnitt, der sich seinen Weg durch riesige, glatt geschliffene Granitfelsen bahnt. Einer alten indigenen Legende zufolge entstanden diese riesigen Steine aus den Tränen des verzweifelten Mädchens Oolana, das hier seinen Geliebten verlor. Der ganze Ort wirkt unglaublich mystisch, und der Regenwald rund um den Fluss ist voller riesiger Farne und uralter Bäume.
Baden ist hier erlaubt, aber du musst extrem vorsichtig sein und ausschließlich im markierten Hauptbecken gleich am Anfang des Weges baden. Das Wasser ist hier ruhig, glasklar und vor allem völlig sicher vor Krokodilen. Du kannst zwischen den kleineren Felsen schwimmen und den Blick auf den dichten Regenwald genießen, der sich hoch über deinem Kopf wie ein grünes Gewölbe auftürmt.
⚠️ Dringende Warnung: Rund 700 Meter flussabwärts befindet sich ein Abschnitt namens Devil’s Pool, wo ein striktes Badeverbot gilt. Lass dich nicht von der ruhigen Wasseroberfläche verlocken – unter der Oberfläche verbergen sich extrem tückische Strömungen, die dich unter die Felsen ziehen. Dieser unheilvolle Abschnitt hat bereits Dutzende Menschenleben gefordert, also schau ihn dir nur aus der Sicherheit der erhöhten Aussichtsplattform an und klettere auf keinen Fall hinter die Absperrung.

9. Josephine Falls und die natürliche Rutsche
Etwas weiter südlich, rund 75 Kilometer von Cairns entfernt, entdeckst du einen der unterhaltsamsten Wasserfälle in ganz Queensland. Die Josephine Falls sind berühmt für ihre großartige natürliche Rutsche aus glattem Granit, über die du sicher direkt in das erfrischende Becken darunter rutschen kannst. Das macht nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen riesigen Spaß, und du verbringst hier leicht mehrere Stunden.
Auch hier gelten aber sehr strenge Sicherheitsregeln. Baden darfst du nur im unteren Becken, während der Zugang zu den oberen Kaskaden wegen der starken Strömungen verboten ist. Die lokalen Behörden warnen vor sogenannten Sturzfluten, bei denen der Wasserstand innerhalb weniger Minuten unerwartet ansteigen kann – wegen starker Regenfälle hoch in den Bergen, selbst wenn bei dir gerade die Sonne scheint. Gelegentlich sind die Wasserfälle wegen dieser Bedingungen vorübergehend gesperrt.
Vom Parkplatz führt ein gemütlicher Spaziergang durch den Regenwald zu den Wasserfällen (etwa 700 Meter, den schaffst du problemlos auch in Flip-Flops), also vergiss vor allem nicht, genug Wasser und Insektenspray einzupacken. Und wenn du fotografierst, leistet hier ein Polarisationsfilter gute Arbeit: Der Kontrast aus weißem Schaum, dunklen Steinen und grünen Bäumen ist hier wirklich dankbar.

10. Wasserfall-Rundweg im Atherton Tablelands
Die Region Atherton Tablelands liegt hoch in den Bergen über der Küste und bietet eine völlig andere Welt als die glühend heißen Strände. Der größte Anziehungspunkt dieser Gegend ist der berühmte Waterfall Circuit, ein rund 17 Kilometer langer Rundweg, der dich zu den schönsten Wasserfällen der Region führt. Für diesen Ausflug brauchst du unbedingt einen Mietwagen, aber glaub mir, diese Investition lohnt sich zu hundert Prozent.
Das Glanzstück des gesamten Rundwegs ist zweifellos der Millaa Millaa Wasserfall, der aus einer Höhe von 18,3 Metern herabstürzt und zu den meistfotografierten Orten in ganz Australien gehört. Baden direkt unter dem Wasserfall ist erlaubt, und es ist ein wirklich fantastisches Erlebnis, unter dem herabfallenden Wasserschleier zu schwimmen. Der Zugang zu diesem und den anderen Wasserfällen auf dem Rundweg ist völlig kostenlos, was ihn zu einem tollen Ganztagesausflug für Menschen mit begrenzterem Budget macht.
Neben Millaa Millaa solltest du auch die nahen Zillie Falls und Ellinjaa Falls nicht auslassen, die zwar nicht so berühmt fürs Baden sind, aber eine absolut großartige wilde Natur bieten. Die Luftfeuchtigkeit ist im Tablelands etwas angenehmer als unten an der Küste, sodass man hier viel besser atmet und Spaziergänge im Regenwald deutlich erträglicher sind.

11. Kraterseen, Schnabeltiere und der Curtain Fig Tree
Das Hochplateau Atherton Tablelands verbirgt neben den Wasserfällen weitere großartige Naturphänomene, die mit uralter vulkanischer Aktivität zusammenhängen. An den vulkanischen Kraterseen Lake Eacham und Lake Barrine solltest du unbedingt anhalten. Da in diese tiefen Seen keine Zuflüsse aus den umliegenden Flüssen führen, leben in ihnen überhaupt keine Krokodile, und du kannst dir so ein absolut sicheres und großartiges Bad im glasklaren Süßwasser gönnen, umgeben von dichtem Regenwald.
Am Lake Barrine empfehle ich einen Besuch des historischen Lake Barrine Teahouse, das täglich von 9 bis 15 Uhr geöffnet hat. Hier kannst du einen ausgezeichneten Tee mit hausgemachtem Gebäck genießen und gleich ein Ticket für eine Aussichtsfahrt über den See kaufen. Ganz in der Nähe solltest du auch den beeindruckenden Curtain Fig Tree nicht verpassen. Es handelt sich um einen riesigen, uralten Feigenbaum, dessen Wurzeln aus einer Höhe von mehreren Dutzend Metern zu Boden fallen und einen unglaublichen hölzernen Vorhang bilden. Der Zugang zu ihm über einen Holzsteg ist kostenlos und barrierefrei.
Wenn du eines der seltsamsten Tiere der Erde in freier Wildbahn sehen möchtest, fahr ins Städtchen Yungaburra zur Aussichtsplattform am Peterson Creek, wo du wilde Schnabeltiere beobachten kannst. Diese Aussicht ist frei und kostenlos zugänglich, und generell wird empfohlen, entweder früh in der Morgendämmerung oder kurz vor der Abenddämmerung hierherzukommen, wenn diese scheuen Tierchen am aktivsten sind. Es ist ein Glücksspiel, aber wenn es klappt, ist es ein unvergesslicher Moment.

12. Paronella Park: ein spanisches Schloss im Regenwald
Rund anderthalb Stunden Fahrt südlich von Cairns findest du ein spanisches Schloss mitten im tropischen Regenwald (und nein, du liest nicht falsch). Der Paronella Park ist ein unglaubliches spanisches Projekt, mitten im tropischen Regenwald direkt neben einem tosenden Wasserfall errichtet. Dieses Traumprojekt begann der katalanische Einwanderer José Paronella in den 1930er Jahren als riesigen öffentlichen Vergnügungspark, der ein Kino, einen luxuriösen Tanzsaal und sogar das erste private Wasserkraftwerk Queenslands umfasste.
Der ganze Park wurde später leider durch Brände und Überschwemmungen verwüstet, aber seit 1993 läuft seine behutsame Restaurierung, und heute ist es ein absolut magischer Ort für einen Besuch. Der Grundeintritt für einen Erwachsenen kostet 62 AUD (etwa 38 €), und ein riesiger Vorteil ist, dass in diesem Preis auch die großartige Nachtführung enthalten ist. Dabei ist das ganze Schloss samt Wasserfall mit Strom aus dem originalen historischen Generator beleuchtet, was eine absolut gänsehauterregende Atmosphäre schafft.
Das Gelände ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet und bietet für Familien mit Kindern einen ermäßigten Eintritt für 182 AUD (etwa 110 €), der bis zum Frühjahr 2027 gilt. Ein Spaziergang zwischen moosbewachsenen Säulen und zerfallenden Treppen inmitten üppigen Grüns ist unglaublich romantisch. Es ist ein Stück wunderschöner europäischer Geschichte, verloren mitten in der australischen Wildnis – es wäre eine Sünde, das auszulassen.

13. Palm Cove und die nördlichen Strände
Etwa 25 Kilometer nördlich von Cairns liegt das großartige Seebad Palm Cove, das genau die idyllische Strandatmosphäre bietet, die du im Stadtzentrum nicht findest. Das renommierte Magazin Condé Nast Traveler kürte den Strand von Palm Cove sogar zum besten Strand der Welt für das Jahr 2024, was schon für sich spricht. Du findest hier die wunderschöne Promenade Williams Esplanade, beschattet von hohen Palmen und gesäumt von vielen ausgezeichneten Boutiquen und Cafés.
Palm Cove ist absolut ideal für Paare und alle, die Resort-Ruhe ohne Rucksacktourist:innen-Massen suchen. Ein riesiger Vorteil dieses Strandes ist, dass er von November bis Mai mit Stinger-Schutznetzen ausgestattet ist, sodass du hier relativ sicher im Meer baden kannst. Das Meer ist hier außerdem meist sehr ruhig und lädt geradezu zum Entspannen mit einem Buch in der Hand ein.
Wenn du ein Auto hast, fahr unbedingt auch die anderen nördlichen Strände ab, wie Trinity Beach oder Kewarra Beach. Diese Orte sind etwas weniger bekannt als Palm Cove, bieten aber eine sehr ähnliche Atmosphäre mit viel mehr Ruhe. Unterwegs kommst du auch am beliebten Ellis Beach vorbei, der schön anzusehen ist und wo du einen netten Campingplatz mit Grill findest – aber denk daran, dass Baden außerhalb des markierten Netzes hier definitiv nicht sicher ist.

14. Port Douglas: Four Mile Beach und die Sonntagsmärkte
Wenn du noch weiter nach Norden fährst, erreichst du das schöne Seebad Port Douglas, das als Haupttor zum Daintree-Regenwald dient. Das größte Juwel des Städtchens ist der berühmte Four Mile Beach, ein riesiger, endlos langer Strand, gesäumt von Kokospalmen. An seinem nördlichen Ende erhebt sich der Hügel Flagstaff Hill, auf den ein rund 1,5 Kilometer langer Aussichtsweg führt. Von seinem Gipfel eröffnet sich dir ein atemberaubender 180-Grad-Blick auf die ganze Bucht und die nahen Low Isles.
Wenn du wählen kannst, wann du nach Port Douglas fährst, plane deinen Besuch eindeutig auf einen Sonntag, wenn hier im Anzac Park die bekannten Sunday Markets stattfinden. Diese Märkte finden jeden Sonntag von 8 Uhr morgens bis 13:30 Uhr statt, und du findest dort über 150 Stände mit lokalen Produkten. Lokale Künstler verkaufen hier wunderschöne handgefertigte Souvenirs, Schmuck, Kleidung, und natürlich kaufst du auch jede Menge frische Leckereien von lokalen Bauern.
Port Douglas ist im Vergleich zu Cairns viel gemütlicher, exklusiver und teurer, aber die Atmosphäre ist es einfach wert. Die Stadt hat keine hohen Gebäude – laut einer lokalen Verordnung darf nämlich kein Haus höher sein als die höchste Palme der Stadt ☺️. Du findest hier viele luxuriöse Restaurants, Boutiquen und auch den Hafen, aus dem die besten Katamarane zum Great Barrier Reef auslaufen.

15. Frühstück mit Vögeln im Wildlife Habitat
Für alle Tierliebhaber und Familien mit Kindern ist ein Besuch des Wildlife-Habitat-Parks in Port Douglas ein absolutes Muss. Es ist kein klassischer Zoo, sondern eher ein riesiger interaktiver Park, aufgeteilt in mehrere Ökosysteme, durch die du frei spazierst. Der Grundeintritt kostet 50 AUD (etwa 30 €) für einen Erwachsenen, und ein riesiger Vorteil ist, dass dieses Ticket ganze fünf Tage gültig ist, sodass du während deines Urlaubs jederzeit zurückkommen kannst.
Das laut Reisenden beste Erlebnis, das du dir hier gönnen kannst, ist das sogenannte Breakfast with the Birds & Koalas. Gegen Aufpreis genießt du hier ein üppiges Morgenmahl direkt in der offenen Voliere, in der Dutzende farbenprächtiger exotischer Vögel frei um dich herumfliegen. Dieses besondere Morgenerlebnis kostet dich rund 90 AUD (etwa 55 €), und du solltest es unbedingt rechtzeitig reservieren, denn es ist oft ausverkauft.
Während des Spaziergangs durch den Park siehst du riesige Krokodile, niedliche Koalas, seltene Baumkängurus, und du kannst frei herumlaufende Riesenkängurus aus der Hand füttern. Der ganze Park legt enormen Wert auf Bildung und den Schutz bedrohter Arten, sodass du von den lokalen Pflegern viele faszinierende Informationen darüber erfährst, wie diese einzigartigen Tiere unter den rauen australischen Bedingungen überleben.

16. Mossman Gorge
Gleich hinter Port Douglas beginnt die magische Welt des Daintree-Regenwaldes, und der erste Stopp, dem du hier begegnest, ist die wunderschöne Schlucht Mossman Gorge. Diese Gegend ist die Heimat des indigenen Stammes Kuku Yalanji, und durch sie fließt ein Fluss, der sich seinen Weg durch riesige Granitfelsen bahnt, umgeben von undurchdringlichem Grün. Es ist wahrscheinlich der sanfteste und sicherste Einstieg in den wilden Regenwald, auch ideal für Familien mit kleineren Kindern, denn du findest hier bestens angelegte Holzstege.
In die Schlucht selbst bringt dich vom modernen Besucherzentrum ein ökologischer Shuttlebus, um den Autoverkehr im Regenwald zu minimieren. Reisende empfehlen dringend, für den speziellen Dreamtime Walk mit einem lokalen indigenen Guide draufzuzahlen, der ab rund 105 AUD (etwa 65 €) beginnt. Während dieses Spaziergangs macht dich der Guide mit traditionellen Überlebenstechniken im Regenwald vertraut, zeigt dir Heilpflanzen, und zum Abschluss genießt du eine traditionelle Rauchzeremonie.
Das Wasser im Mossman River ist unglaublich sauber, erfrischend, und in bestimmten markierten Abschnitten ist Baden erlaubt. Richte dich aber immer nach den aktuellen Anweisungen im Besucherzentrum, denn nach starken Regenfällen können die Strömungen im Fluss gefährlich stark sein. Nimm dir hier unbedingt bequeme Schuhe und starkes Insektenspray mit, denn die lokalen Mücken können manchmal ganz schön lästig sein.

17. Der Daintree River: Krokodile und das Discovery Centre
Die Weiterfahrt nach Norden bringt dich zum Daintree River selbst, der vor allem für seine riesige Population wildlebender Salzwasserkrokodile bekannt ist. Die absolut beste Möglichkeit, diese prähistorischen Wesen aus sicherer Entfernung mit eigenen Augen zu sehen, ist eine organisierte Bootsfahrt auf dem Fluss. Das Unternehmen Solar Whisper bietet ökologische Fahrten auf solarbetriebenen Booten ab rund 30 AUD (etwa 18 €) pro Stunde, und die Kapitäne haben ein so geschultes Auge, dass sie dir die Krokodile an den Ufern garantiert finden.
Gleich hinter dem Fluss solltest du unbedingt im Daintree Discovery Centre anhalten. Es ist ein toller Einstieg in die Welt des Regenwaldes, und für die 41 AUD bekommst du wirklich viel geboten. Für einen Eintritt von 41 AUD (etwa 25 €) erhältst du hier einen Audioguide und kannst über Hängestege hoch in den Baumkronen spazieren. Der größte Anziehungspunkt ist der massive Aussichtsturm Canopy Tower, auf dessen Spitze 112 Stufen führen und von dem aus du den Regenwald aus einer völlig anderen Vogelperspektive siehst. Für Kinder gibt es hier einen tollen interaktiven Weg mit Dinosaurier-Modellen.
💡 Tipp: Bevor du mit der Fähre über den Fluss weiter nach Norden übersetzt, vergiss nicht, dein Auto vollzutanken und die nötigen Vorräte an Essen und Trinken einzukaufen. Hinter dem Daintree River sind die Einkaufsmöglichkeiten schon sehr begrenzt, die Preise steigen steil an und der Handyempfang wird ziemlich unzuverlässig – heruntergeladene Offline-Karten werden dir also definitiv nützlich sein.

18. Cape Tribulation: wo der Regenwald auf das Riff trifft
Der letzte und zugleich abenteuerlichste Stopp auf unserer Route ist das berühmte Cape Tribulation. Es ist genau der Ort, an dem sich die Regenwaldriesen bis zum Sand hinabbeugen und auf die Wasser des Great Barrier Reef treffen. Der Hauptstrand dieser Gegend ist der wunderschöne Myall Beach, den du über Regenwaldpfade erreichst. Baden im Meer ist hier aber leider absolut tabu – wegen Krokodilen und Quallen. Spaziere lieber nur über den Sand und such nach bunten Muscheln.
Wenn du schon hier bist, geh unbedingt über den hölzernen Dubuji Boardwalk, der dich durch dunkle Mangrovenwälder führt. Halt während des Spaziergangs die Augen offen, denn hier leben die bedrohten Helmkasuare, riesige Vögel, die an Dinosaurier erinnern. Und vergiss nicht, in der Daintree Ice Cream Company anzuhalten, wo du für ein paar Dollar einen Becher mit vier Sorten ausgezeichneten Eises bekommst, das direkt aus tropischen Früchten ihres eigenen Obstgartens hergestellt wird.
Die meisten Touristen schaffen den Besuch von Cape Tribulation an einem Tag und rasen am Abend zurück nach Cairns. Laut den Einheimischen ist das aber ein großer Fehler, und ideal ist es, mindestens eine Nacht hier zu bleiben. Am Abend fahren nämlich die meisten Busse ab, der Regenwald wird unglaublich still, und du kannst den Blick auf den perfekt sternenklaren Himmel ohne jegliche Lichtverschmutzung genießen. Hinter dem Kap beginnt dann der raue Bloomfield Track, wohin du aber nur noch mit einem Auto mit 4×4-Antrieb weiterfahren darfst.

Für Mutige: Adrenalin in den Tropen
Der Norden Queenslands dreht sich nicht nur um ruhige Spaziergänge im Regenwald, sondern gilt auch als inoffizielle Adrenalin-Hauptstadt ganz Australiens. Wenn du keine Angst kennst, geh auf ein wildes Rafting auf dem Tully River. Erfahrene Instruktoren des Unternehmens Raging Thunder führen dich hier durch Stromschnellen der Schwierigkeitsstufe 3 bis 4. Ein Ganztagesausflug kostet dich rund ab 240 AUD (etwa 145 €). Für Familien und Anfänger ist der ruhigere Barron River nahe Cairns die bessere Wahl, wo ein Halbtagesausflug ab 165 AUD (etwa 100 €) beginnt.
Wenn du Höhen bevorzugst, ist eine Heißluftballonfahrt über dem Mareeba-Plateau bei Sonnenaufgang ein völlig einzigartiges Erlebnis. Ein dreißigminütiger Flug kostet 450 AUD (etwa 275 €, oder 495 AUD inklusive Morgen-Transfer vom Hotel), und der Blick auf die erwachende australische Wildnis mit hüpfenden Kängurus unter dir ist einfach unbezahlbar.
Für echte Verrückte bietet die Stadt dann den beliebten Skypark Cairns, versteckt im Regenwald. Hier findest du den weltweit ersten Turm, der eigens für Bungee-Jumping gebaut wurde, und ein Sprung in die Tiefe kostet dich rund 189 AUD (etwa 115 €). Und falls dir selbst das nicht reicht, kannst du am nahen Mission Beach einen Tandem-Fallschirmsprung mit Landung direkt am Strand ab 385 AUD (etwa 235 €) ausprobieren, wobei der Transfer vom Zentrum von Cairns im Preis inbegriffen ist.
Wohin als Nächstes
Wenn du eine größere Reise durch Australien planst und überlegst, wohin es als Nächstes gehen soll, haben wir für dich weitere ausführliche Reiseführer vorbereitet. Hier sind Artikel, die dir bei der Planung deines nächsten Abenteuers auf der anderen Seite der Welt nützlich sein könnten:
- Urlaub in Australien: 30 schönste Orte + praktische Tipps
- Roadtrip durch Australien: Visa, Routen, Preise
- Sydney, Australien: 31 Tipps, was du sehen und erleben solltest
- Brisbane, Australien: 20 Tipps, was du sehen und erleben solltest
Häufig gestellte Fragen
Wo sollte man in der Region übernachten: Cairns, Palm Cove oder Port Douglas?
Cairns ist am günstigsten und lebhaftesten, ideal als Ausgangspunkt für tägliche Ausflüge und Bootsfahrten, hat aber keinen natürlichen Strand. Palm Cove bietet eine romantische Atmosphäre an einem wunderschönen Strand, während Port Douglas ein luxuriöseres Resort mit gehobenen Anlagen ist, das dem Daintree-Regenwald am nächsten liegt. Viele entscheiden sich dafür, ihren Aufenthalt auf zwei Orte aufzuteilen.
Wie viele Tage sollte man für Cairns und Umgebung einplanen?
Das absolute Minimum für den Besuch des Riffs, des Regenwaldes und Kurandas sind 4 bis 5 Tage in recht zügigem Tempo. Wenn ihr aber auch die Wasserfälle der Atherton Tablelands erkunden und etwas Entspannung am Strand genießen wollt, empfehle ich euch, eine ganze Woche für die Region einzuplanen.
Brauche ich einen Mietwagen für die Reise?
Nach Kuranda oder zum Great Barrier Reef kommt ihr problemlos mit organisierten Touren. Wenn ihr aber die Wasserfälle auf den Atherton Tablelands entdecken wollt, ist ein Auto absolut notwendig, da es dort keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Für den Daintree-Regenwald ist ein Auto von Vorteil für mehr Flexibilität.
Wo kann man sicher ohne Krokodile schwimmen?
Sicher schwimmen könnt ihr in der öffentlichen Lagune auf der Esplanade in Cairns (überprüft aber ihren aktuellen Zustand) oder im Meer an Stränden mit Schutznetzen gegen Quallen. Völlig sicher sind auch Süßwassertümpel im Regenwald, wie die Crystal Cascades oder ausgewiesene Stellen bei den Babinda Boulders.
Wann ist die beste Reisezeit und was ist die wet season?
Das beste Wetter herrscht von Mai bis Oktober während der sogenannten dry season, wenn es weniger Niederschläge und geringere Luftfeuchtigkeit gibt. Die wet season (Dezember bis April) bringt große Hitze, Schwüle und ergiebige Regenfälle, aber der Regenwald ist in dieser Zeit am grünsten und die Wasserfälle auf ihrem absoluten Höhepunkt.
Ist das Dorf Kuranda eine Touristenfalle?
Die Fahrt mit dem historischen Zug und der Panorama-Seilbahn lohnt sich auf jeden Fall und bietet unglaubliche Ausblicke. Das Dorf Kuranda selbst ist heute schon ziemlich stark auf Touristen ausgerichtet, sodass die meisten Reisenden dort nur 2 bis 3 Stunden verbringen, sich die Märkte oder die Tierparks ansehen und dann wieder zurückfahren.
Kann man den Daintree-Regenwald an einem Tag schaffen?
Technisch ist es möglich und viele organisierte Ausflüge machen es so, aber es ist ziemlich gehetzt. Die ideale Variante ist, mit einem Mietwagen in die Gegend von Cape Tribulation zu fahren, den Regenwald in Ruhe zu erkunden und mindestens eine Nacht dort zu übernachten.
Wie ist das wirklich mit den Krokodilen?
Salzwasserkrokodile leben entlang der gesamten Küste und in Flussmündungen. Wenn ihr Warnschilder respektiert, nachts nicht schwimmt, trübe Gewässer in Flussnähe meidet und nur in ausgewiesenen Netzbereichen ins Meer geht, ist das Risiko einer Begegnung absolut minimal. Die Einheimischen leben problemlos mit dieser Regel.
Was kann man in Cairns mit Kindern unternehmen?
Kinder werden von einer Bootsfahrt auf dem Daintree River begeistert sein, wo sie von der Sicherheit des Bootes aus wilde Krokodile sehen können. Großartig ist auch der interaktive Pfad im Daintree Discovery Centre, das Füttern von Papageien im Wildlife Habitat oder sicheres Baden in der künstlichen Lagune und ein leichter Spaziergang durch den Regenwald in der Mossman Gorge.
Wie weit ist das Great Barrier Reef von Cairns entfernt?
Schnelle Katamarane bringen euch vom Hafen in Cairns oder Port Douglas zu den äußeren Rändern des Riffs in etwa 90 Minuten. Kürzere Ausflüge zu näheren Inseln wie Green Island oder Fitzroy Island dauern per Boot ungefähr 45 Minuten.
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