Flugticket fürs Baby: Was ein Kleinkind kostet und wo du 2026 draufzahlst

Im Flugverkehr gibt es eine harte Grenze zwischen dem Flugticket fürs Baby und dem für ein älteres Kind. Während du bei klassischen Airlines für ein Kleinkind unter zwei Jahren, das auf deinem Schoß sitzt, nur einen Bruchteil des Preises zahlst, berechnen dir Billigflieger feste Gebühren – ganz egal, wie lang der Flug ist.

Bei Ryanair kostet dich ein One-Way-Ticket fürs Baby 25 Euro, bei Wizz Air rund 27 Euro. Eine große Falle ist der zweite Geburtstag, der in den Urlaub fällt, denn für den Anspruch auf den Ticket-Typ ist das Alter des Kindes am Tag des Rückflugs entscheidend.

Im Folgenden erkläre ich dir ausführlich, was die Tickets wirklich kosten und wo versteckte Gebühren lauern. Du erfährst außerdem, in welchen Fällen es sich für dich finanziell und praktisch lohnt, dem Baby einen eigenen Sitzplatz zu kaufen.

Artikelinhalt

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Klassische Airlines berechnen 10 % des Preises: Airlines wie Lufthansa, Qatar oder British Airways nehmen für ein Baby auf dem Schoß nur ein Zehntel des Erwachsenentarifs – auf Langstrecken eine riesige Ersparnis.
  • Billigflieger haben eine feste Gebühr: Ryanair berechnet stramme 25 Euro pro Strecke, bei Wizz Air zahlst du rund 27 Euro (oder den Preis des Erwachsenentickets, falls dieser gerade im Angebot günstiger ist).
  • Entscheidend ist das Alter am Flugtag: Wenn dein Kind seinen zweiten Geburtstag am Meer feiert, braucht es für den Rückflug unbedingt einen eigenen, vollwertigen Sitzplatz.
  • Ein Erwachsener kann nur ein Baby mitnehmen: Aus Sicherheitsgründen kannst du nicht mit zwei Kindern unter zwei Jahren auf dem Schoß eines Erwachsenen fliegen, weil du sie im Notfall nicht sichern könntest.
  • Reiserücktrittsversicherung sofort mit dem Ticket kaufen: Wenn dein Kind in der Nacht vor dem Abflug krank wird, brauchst du ein ärztliches Attest vom betreffenden Tag und eine No-Show-Bestätigung der Airline.
  • Neue Regeln ab 2027: Die Europäische Union hat endlich eine Verordnung beschlossen, nach der Airlines Kinder bis 14 Jahre kostenlos neben ihren Eltern setzen müssen.

10 Dinge, die du über Flugtickets für Kinder wissen musst

Um sich in den Preislisten der Airlines zurechtzufinden, braucht man eine gehörige Portion Geduld und einen Taschenrechner in der Hand. Schauen wir uns im Detail an, wie sich die Preise zusammensetzen, worauf du bei der Buchung achten musst und wo die größten finanziellen Fallen auf dich warten, die die Airlines für Eltern aufstellen.

1. Was ein Flugticket für ein Kind unter 2 Jahren wirklich kostet

Wenn du zum ersten Mal mit einem Baby fliegst, erwartest du wahrscheinlich, dass ein Kind ohne eigenen Sitzplatz und ohne Essen völlig kostenlos mitfliegt. Die Realität sieht aber völlig anders aus – je nachdem, ob du mit einer klassischen Airline oder mit einem Billigflieger fliegst, denn beide verwenden ein komplett unterschiedliches Rechenmodell. Netzwerk-Airlines wie Lufthansa, SWISS, Qatar Airways oder Turkish Airlines verfolgen einen sehr kundenfreundlichen Ansatz, bei dem ein Baby auf dem Schoß genau 10 % des Erwachsenentarifs kostet. Wenn also ein Erwachsenenticket nach New York 600 Euro kostet, fliegt das Baby für 60 Euro mit – das macht Langstreckenflüge mit kleinen Kindern finanziell sehr attraktiv.

Bei Billigfliegern gibt es dagegen keinen prozentualen Rabatt, und die Airlines berechnen eine harte Festgebühr pro geflogener Strecke. Ryanair nimmt feste 25 Euro pro Segment, sodass dich ein Hin- und Rückflugticket fürs Baby auf dem Schoß 50 Euro kostet – egal, was dein eigenes Ticket gekostet hat. So entsteht ganz normal die absurde Situation, dass du dir im Angebot ein Ticket für dich für 15 Euro ergatterst, aber fürs Kind auf deinem Schoß 25 Euro zahlst. Wizz Air hat diese Gebühr auf rund 27 Euro gesetzt, bietet aber einen kleinen Kniff: Die Gebühr fürs Baby sinkt auf das Niveau des Erwachsenentickets, wenn der Erwachsenentarif gerade günstiger ist.

💡 Tipp: Rechne bei Flügen innerhalb Europas immer vorab aus, ob es sich für dich nicht eher lohnt, mit einer klassischen Airline statt mit einem Billigflieger zu fliegen. Eine klassische Airline gibt dir zum Zehn-Prozent-Ticket nämlich oft auch ein kostenloses Aufgabegepäck fürs Baby dazu, während du beim Billigflieger die feste Gebühr nur für die Luft zahlst und jede Tasche teuer dazukaufen musst.

2. Der Preissprung bei Kindern über 2 Jahren

Mit dem zweiten Geburtstag ist der ganze Flugspaß vorbei, und dein Kind wird aus Sicht der Airlines fast zum erwachsenen Passagier. Ein zweijähriges Kind muss bereits auf seinem eigenen Sitzplatz sitzen, mit dem eigenen Gurt angeschnallt sein, und die Airlines lassen sich diesen Platz gut bezahlen. Bei Billigfliegern gibt es keinen Kindertarif, sodass du für ein Vorschul- oder Schulkind 100 % des Erwachsenentickets zahlst – und das Spiel verlagert sich rein auf die Optimierung des Gepäcks und das Jagen von Angeboten.

Bei traditionellen Netzwerk-Airlines gibt es sogenannte Child-Tarife, aber erwarte davon keine großen Wunder. Der Rabatt für Kinder von zwei bis zwölf Jahren liegt meist nur bei etwa 15 bis 25 % des Erwachsenentarifs, wobei du auf Flughafensteuern und Kerosinzuschläge keinerlei Rabatt bekommst. Wenn du also eine große und teure Fernreise planst, versuche sie noch vor dem zweiten Geburtstag deines Kindes umzusetzen, denn später kosten dich die Tickets mehrere Hundert Euro extra.

💡 Tipp: Ein Kind mit eigenem Sitzplatz hat automatisch dieselben Gepäckrechte wie ein erwachsener Passagier. Wenn du dir also ein klassisches Ticket mit Kabinentrolley kaufst, hat auch dein zweijähriger Zwerg Anspruch auf seinen eigenen Koffer in der Kabine, in den du Spielzeug, Windeln und Snacks für die ganze Familie packen kannst.

3. Was tun, wenn das Kind während der Reise 2 Jahre alt wird

Das ist ein absoluter Klassiker und eine finanzielle Falle, in die Familien mit Kleinkindern mit unglaublicher Regelmäßigkeit tappen. Die Airlines interessiert nämlich überhaupt nicht, wie alt das Kind ist, wenn du die Tickets am Computer im Wohnzimmer kaufst. Entscheidend ist ausschließlich das Alter des Kindes am Tag des Boardings des jeweiligen Flugzeugs. Wenn du in einen dreiwöchigen Urlaub fliegst und dein Kind beim Abflug ein Jahr und elf Monate alt ist, fliegt es hin als Baby zum Bruchteil des Preises auf dem Schoß.

Sobald du aber am Strand den zweiten Geburtstag feierst, wird aus dem Baby über Nacht ein standardmäßiger Kinderpassagier, und die Regeln sind unerbittlich. Ein Kind, das während der Reise zwei Jahre alt wird, braucht für alle Anschlussflüge einen eigenen Sitzplatz, und die meisten Airlines verlangen von dir, ein vollwertiges Kinderticket für die Rückstrecke zu bezahlen. Eine Ausnahme sind hier die großartigen British Airways, die dem Kind für den Rückflug einen eigenen Sitzplatz zuteilen, dir dafür aber weiterhin nur die ursprünglichen 10 % des Erwachsenentarifs berechnen.

💡 Tipp: Kläre diese Situation niemals erst am Flughafen vor dem Heimflug, denn das Personal könnte von dir den aktuellen und extrem teuren Walk-up-Tarif verlangen oder dich gar nicht an Bord lassen. Wenn du weißt, dass dein Kind während des Urlaubs Geburtstag hat, ruf die Kundenhotline der Airline noch vor dem Ticketkauf an und klärt gemeinsam die genaue Vorgehensweise bei der Buchung.

4. Wann sich ein eigener Sitzplatz fürs Baby lohnt

Auch wenn du ein Kind unter zwei Jahren hast und das volle Recht, es für ein paar Euro auf den Schoß zu nehmen, ergibt es manchmal enormen Sinn, ihm den vollen Preis für einen eigenen Sitzplatz zu zahlen. Erwäge das vor allem auf Langstreckenflügen, denn ein zwölf Kilo schweres Kleinkind zwölf Stunden auf dem Schoß zu halten ist ein Erlebnis, das an körperliche Folter für beide Beteiligten grenzt. Ein eigener Sitzplatz gibt dir den so dringend nötigen Platz, das Kind kann bequem spielen, schlafen, und du kannst wenigstens ein bisschen essen, ohne dass dir jemand gegen den Klapptisch tritt.

Die zweite Situation, in der du einem eigenen Sitzplatz nicht entkommst, ist das Reisen als alleinerziehender Elternteil mit zwei Kindern unter zwei Jahren. Die Luftfahrtvorschriften kennen eine harte Regel: Pro Erwachsenem darf nur ein Baby auf dem Schoß fliegen, denn im Notfall hast du nur zwei Hände, und über einem Sitzplatz gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Sauerstoffmasken. Dem zweiten Baby musst du also einen eigenen Sitzplatz kaufen und es in einem speziellen Autositz mit Zertifizierungslabel für den Flugbetrieb unterbringen.

💡 Tipp: Bei Wizz Air gibt es einen bewährten Trick, wie man online einen Sitzplatz fürs Baby kauft. Du kaufst ein normales Erwachsenenticket, schreibst ins Feld „Vorname“ das Wort INFANT und ins Feld „Nachname“ den Nachnamen des Kindes – so umgehst du die Baby-Gebühr und zahlst nur den Preis des Sitzplatzes. Bei anderen Airlines wie Smartwings wird ein freier Sitzplatz fürs Baby dagegen ausschließlich telefonisch gebucht.

5. Wie du ein Kind zu einer bestehenden Buchung hinzufügst

Das passiert häufiger, als du denkst. Die Oma kauft im Januar im riesigen Angebot Tickets für die ganze Familie für den August-Urlaub, vergisst aber völlig, deinen einjährigen Sohn ins System einzutragen. Oder du kaufst Tickets ein Jahr im Voraus und stellst ein paar Monate später fest, dass du schwanger bist und ans Meer um ein Familienmitglied schwerer fliegst. Wenn du ein Baby unter zwei Jahren hinzufügen musst, das auf dem Schoß fliegt, ist das bei den meisten Airlines ein relativ schmerzloser Prozess.

Ideal ist es, diese Situation direkt über die Kundenhotline der jeweiligen Airline zu klären, denn Online-Systeme sind für das nachträgliche Hinzufügen von Personen nicht immer ausgelegt. Manche Airlines wie easyJet erlauben dir zwar, ein Baby direkt online in der App hinzuzufügen, aber anderswo kommst du ohne einen Mitarbeiter am Telefon nicht aus. Du zahlst die feste Gebühr oder zehn Prozent des Tarifs, und das Kind steht auf der Passagierliste.

💡 Tipp: Ein riesiges Problem entsteht, wenn du zu einer bestehenden Erwachsenenbuchung ein Kind über zwei Jahren hinzufügen musst, das bereits einen eigenen Sitzplatz braucht. Das System erlaubt dir nämlich meist nicht, ein separates Ticket für einen minderjährigen Passagier ohne erwachsene Begleitung zu kaufen. In diesem Fall musst du immer den Support anrufen, damit der Mitarbeiter das neue Kinderticket manuell mit deiner ursprünglichen Erwachsenenbuchung verknüpft.

6. Vielfliegerprogramme und Familienfallen

Billigflieger sind wahre Meister der Verkaufspsychologie und lotsen dich beim Ticketkauf durch mehrere Bildschirme, auf denen rote Warnungen aufblinken. Viele Eltern klicken im Stress sogenannte Familienpakete in den Warenkorb, in dem Glauben, sie würden sparen – aber oft ist das Gegenteil der Fall. Ein typisches Beispiel ist Ryanair, bei dem sich der Familientarif meist überhaupt nicht lohnt und es viel günstiger ist, den allereinfachsten Basic-Tarif zu kaufen und anschließend manuell nur das Gepäck dazuzubuchen, das du wirklich unbedingt brauchst.

Bei Wizz Air ergibt es dagegen enormen Sinn, sich den Wizz Discount Club zu holen. Wenn du als Familie zu dritt oder zu viert fliegst, amortisiert sich die Mitgliedsgebühr sehr oft schon beim Kauf des ersten Hin- und Rückflugtickets, denn du bekommst Rabatt sowohl auf den Tarif selbst als auch auf das dazugebuchte Gepäck. Klick dir daher im Warenkorb immer beide Varianten probeweise durch und vergleiche den Endbetrag kurz vor der Zahlung.

💡 Tipp: Pass gut auf die Gebühren für Familiensitze auf. Seit Juni 2026 musste Ryanair nach Eingreifen der Regulierungsbehörden die Regeln ändern und die verpflichtende Gebühr für die Sitzplatzreservierung von Familien abschaffen. Wenn du heute die zufällige Zuweisung wählst, muss das System Kinder bis 12 Jahre kostenlos neben einen Erwachsenen setzen, sodass du viel Geld sparst. Du musst dich aber damit abfinden, dass du wahrscheinlich im hinteren Teil des Flugzeugs landest.

7. Wann du Tickets mit Kindern kaufst und wie du den Preis im Auge behältst

Wenn du für ein Wochenende mit dem Rucksack fliegst, ist es dir wahrscheinlich egal, ob du das Ticket über Suchmaschinen wie Skyscanner, Kiwi oder Trip.com kaufst. Sobald du aber mit kleinen Kindern reist, gilt eine absolut eiserne und unumstößliche Regel, die dir viele Nerven spart. Kaufe Tickets immer und ausschließlich direkt auf der offiziellen Website der jeweiligen Airline. Mit Kindern ändern sich die Pläne nämlich ständig, du musst ein Babybett bestellen, klärst die Maße des Kinderwagens oder eine plötzliche Krankheit und Stornierung.

Wenn du dein Ticket direkt von Lufthansa oder Ryanair hast, rufst du an, besprichst das Problem und löst es gegebenenfalls. Hast du aber ein Ticket von einem Vermittler, wirst du zur Geisel deren Kundenservice, der für jede Änderung saftige Bearbeitungsgebühren berechnet, und die Kommunikation mit der Airline läuft über ihn extrem zäh. Die gesparten paar Euro beim Vergleichsportal rächen sich beim ersten Kinder-Malheur tausendfach.

💡 Tipp: Dank der Europäischen Union stehen die Zeichen auf Besserung: Im Juli 2026 wurden neue Regeln für Fluggastrechte beschlossen. Ab Mitte 2027 müssen Airlines den Ticketpreis inklusive Handgepäck schon ganz am Anfang der Buchung anzeigen, sodass endlich der Stress mit den irreführenden Preisen entfällt, zu denen man am Ende teuer Koffer für die ganze Familie dazukaufen muss.

8. Ticketstornierung wegen Krankheit des Kindes

Das ist der Albtraum aller Eltern. Es ist neun Uhr abends, morgen um sechs geht dein Flieger ans Meer, und dein Kleinkind fängt an zu erbrechen oder bekommt Fieber Richtung vierzig Grad. Es ist völlig klar, dass du nirgendwohin fliegst, und du musst sofort handeln, um nicht mehrere Hundert Euro zu verlieren. Wenn du Tickets von Billigfliegern wie Ryanair oder Wizz Air hast, schaffst du die Online-Stornierung im System am Abend vor dem Abflug meist nicht mehr, und der Fall kippt in den Modus des sogenannten ungenutzten Flugs, also No-Show.

Damit du von der Versicherung dein Geld zurückbekommst, musst du dir zwei absolut entscheidende Dokumente beschaffen, ohne die du keine Chance hast. Gleich am Morgen des geplanten Abflugtags musst du den Kinderarzt kontaktieren und dir ein ärztliches Attest über die Reiseunfähigkeit ausstellen lassen, wobei das Datum auf dem Attest auf keinen Fall später als der Abflugtag sein darf. Das zweite Dokument ist die No-Show-Bestätigung, die du bei der Airline nachträglich und sehr aktiv über deren Webformular anfordern musst.

💡 Tipp: Bei Schnupfen und Erkältung entsteht im Flugzeug ein Problem durch den Druck in den Nasennebenhöhlen, der sich schlecht über die Eustachische Röhre ausgleichen lässt. Wenn dein Kind eine akute Mittelohrentzündung hat, kann der Arzt von der Reise ausdrücklich abraten, und du hast eine klare Diagnose für die Versicherung in der Hand. Bei einem normalen leichten Schnupfen empfehlen Eltern, vor Start und Sinkflug ein Nasenspray anzuwenden, bei Babys hilft Stillen genau in dem Moment, in dem das Flugzeug zu sinken beginnt.

9. Reiserücktrittsversicherung für Familien und was sie wirklich abdeckt

Menschen verwechseln ständig die klassische Reisekrankenversicherung mit der Reiserücktrittsversicherung. Während dich die blaue EHIC-Karte und die übliche Reisekrankenversicherung erst dann schützen, wenn du im Ausland bist und dein Kind dort eine Mandelentzündung bekommt, rettet die Reiserücktrittsversicherung dein Geld in dem Moment, in dem du noch zu Hause bist und wegen einer Krankheit gar nicht abfliegen kannst. Die zentrale Regel lautet: Du kannst die Reiserücktrittsversicherung nicht eine Woche vor dem Abflug kaufen, wenn das Kind schon hustet, sondern musst sie idealerweise gleich am Tag des Ticketkaufs abschließen oder bei Zahlung der ersten Anzahlung.

Bei der Auswahl der Reiserücktrittsversicherung schau nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Bedingungen bezüglich der sogenannten Begleitpersonen. Wenn ein fünfjähriges Kind krank wird, ist es logisch, dass ein Elternteil mit ihm zu Hause bleibt. Die Versicherung muss aber in den Bedingungen klar definiert haben, dass sie die Stornierung auch für ein gesundes Geschwisterkind und den zweiten Elternteil in derselben Buchung anerkennt, denn die fliegen wohl kaum allein ans Meer. Rechne außerdem damit, dass die Versicherungen meist nicht die vollen hundert Prozent des Betrags erstatten, sondern einen bestimmten Selbstbehalt haben, typischerweise um die zwanzig Prozent.

💡 Tipp: Pass auf, was mit einem beschädigten Kinderwagen passiert. Für einen zerstörten Kinderwagen haftet nach dem internationalen Montrealer Übereinkommen die Airline, nicht deine Reiseversicherung. Die Erstattungsgrenze liegt bei über zweitausend Dollar, aber den Schaden musst du innerhalb von 7 Tagen nach der Ankunft schriftlich melden, idealerweise in Form eines PIR-Protokolls direkt am Schalter am Flughafen. Wenn du das nicht sofort tust, bekommst du das Geld von der Airline nur schwer. Denk daran, dass du den Kinderwagen bei manchen Airlines wie Smartwings zwingend in einer Hülle verpackt haben musst, sonst wird nicht gehaftet.

10. Verspätung und das Recht des Babys auf Entschädigung (EU 261)

Wenn wir schon über Rechte und Geld reden, müssen wir ein Thema anschneiden, das unter Reisenden extrem brisant und voller Unklarheiten ist. Die EU-Verordnung 261/2004 garantiert dir eine finanzielle Entschädigung von 250 bis 600 Euro, wenn dein Flug mehr als drei Stunden Verspätung hat oder unerwartet annulliert wird. Aber gilt dieser saftige Entschädigungsanspruch auch für ein Baby, das auf deinem Schoß fliegt und keinen eigenen bezahlten Sitzplatz hat?

Das ist nachweislich ein umstrittenes Rechtsgebiet, und die Praxis der einzelnen Airlines unterscheidet sich dramatisch. Das entscheidende Kriterium ist in der Praxis oft die Frage, ob du für das Kind eine Zahlung geleistet hast. Wenn die Airline das Kind völlig kostenlos befördert, lehnt sie eine Entschädigung meist hart ab. Wenn du aber die 25 Euro bei Ryanair oder die zehn Prozent bei Lufthansa gezahlt hast, ist das Kind ein zahlender Passagier mit eigenem Ticket, und die Erfolgschancen steigen – auch wenn die Rechtsprechung in Europa noch nicht hundertprozentig einheitlich ist.

💡 Tipp: Lass dich von einer ersten Ablehnung nicht abschrecken. Wenn dein Flug eine riesige Verspätung hat, reiche den Entschädigungsantrag für das Baby auf dem Schoß auf jeden Fall ein, denn es kostet dich nur fünf Minuten am Computer. Rechne damit, dass die Airline das in der ersten Runde automatisch ablehnen kann, aber oft lenkt sie nach einem Widerspruch oder der Drohung, den Fall an die Aufsichtsbehörde weiterzugeben, am Ende ein und zahlt der Familie das Geld aus.

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Praktische Zusammenfassung und Richtpreise

Damit du dich in dieser riesigen Menge an Regeln nicht verlierst, habe ich zwei übersichtliche Tabellen mit konkreten Zahlen vorbereitet, die für dieses Jahr gelten. Denk daran, dass sich die Preise bei den Airlines dynamisch ändern können, also überprüfe sie lieber immer kurz vor dem Kauf – aber als Ausgangspunkt für dein Familienbudget funktionieren sie absolut zuverlässig.

Gebühren für ein Baby auf dem Schoß nach Airline:

AirlinePreis fürs Baby (0–2 Jahre) auf dem SchoßWas im Kinderticket enthalten ist
Lufthansa, Austrian, SWISS10 % des ErwachsenentarifsAufgabegepäck bis 23 kg, Kinderwagen, Autositz
Qatar, Turkish Airways10 % des ErwachsenentarifsEigenes Aufgabegepäck, Kinderwagen oder Babytragekorb
Ryanair25 € / 25 £ pro Strecke (fest)Nur Tasche 5 kg (45×35×20 cm), 2 Ausrüstungsteile (Kinderwagen)
Wizz Airca. 27 € pro Strecke (oder Erwachsenenpreis)Kleine Tasche bis 10 kg, Kinderwagen oder Autositz zum Aufgeben
SmartwingsReduzierter Tarif (je nach Flug)Kinderwagen und Autositz (Kinderwagen muss zwingend verpackt sein)

Wann sich ein eigener Sitzplatz für ein Kind unter 2 Jahren lohnt:

Reiseart und SituationWann auf dem Schoß (Infant)Wann eigenen Sitzplatz kaufen
Kurzstrecken in Europa (bis 3 Stunden)Ideale Wahl, du hältst das Kind, sparst viel Geld.Unnötiger Luxus, gib das Geld lieber für ein besseres Hotel aus.
Langstrecken in die Ferne (über 6 Stunden)Nur bei sehr kleinen Babys, die in die Babywanne passen.Empfohlen für Kleinkinder (1–2 Jahre), sonst drehst du durch.
Ein Erwachsener und zwei Kinder unter 2 JahrenNicht möglich, die Airline lässt dich nicht an Bord.Pflicht für das zweite Kind + zertifizierter Autositz.
Bedarf für einen großen Autositz an BordAutositz muss ins Frachtabteil.Pflicht, der Autositz wird auf dem gekauften Sitzplatz befestigt.

Wohin als Nächstes

Wenn dir die erste große Reise mit Kindern bevorsteht und du den Kopf voller Sorgen hast, schau dir weitere praktische Artikel an, die ich auf Basis unserer Erfahrungen und einer gründlichen Recherche der Flugregeln für dich geschrieben habe:

Häufig gestellte Fragen

Muss man für einen Kinderwagen im Flugzeug bezahlen?

Bei der überwiegenden Mehrheit der Fluggesellschaften, einschließlich Billigflieger wie Ryanair oder Eurowings, wird für die Beförderung eines zusammengeklappten Kinderwagens keine Gebühr erhoben. Standardmäßig hast du Anspruch auf kostenlose Kinderwagenbeförderung bis zum Gate, wo du ihn dem Personal für den Frachtraum übergibst. Überprüfe aber immer, ob die Fluggesellschaft eine Schutzhülle verlangt.

Kann ich einen Kindersitz mit ins Flugzeug nehmen?

Ja, du kannst einen Kindersitz mit an Bord nehmen, aber du musst für das Kind einen eigenen vollwertigen Sitzplatz kaufen, auf dem du ihn befestigst. Der Kindersitz muss außerdem ein spezielles Zertifizierungsetikett für die Verwendung im Luftverkehr haben. Wenn du keinen Sitzplatz kaufst, checkt die Fluggesellschaft den Kindersitz kostenlos in den Gepäckraum ein.

Was tun, wenn wir bei Ryanair ein Baby auf dem Schoß haben und das System uns getrennt platzieren will?

Seit Juni 2026 hat Ryanair die Pflichtgebühr für Familiensitze abgeschafft, sodass das System Kinder bis 12 Jahre kostenlos neben einem Elternteil platzieren muss. Beachte aber die wichtige Sicherheitsregel, dass ein erwachsener Passagier mit einem Baby auf dem Schoß immer am Fenster sitzen muss, da nur dort im Panel zwei Sauerstoffmasken zur Verfügung stehen.

Kann ich ein Baby zu einem Flugticket hinzufügen, das ich vor einem Monat gekauft habe?

Ja, das Hinzufügen eines Babys unter zwei Jahren zu einer bestehenden Reservierung ist ein gängiges Verfahren. Bei einigen Fluggesellschaften, wie easyJet, kannst du das direkt online erledigen, bei den meisten anderen Fluggesellschaften musst du die Kundenhotline anrufen und eine Festgebühr nachzahlen. Das Hinzufügen eines Kindes über zwei Jahre ist jedoch deutlich komplizierter und erfordert die Unterstützung eines Mitarbeiters.

Muss ich Flüssigkeiten für Kinder in 100-ml-Beutel packen?

Für Essen und Trinken für Babys und Kleinkinder (Milchnahrung, Snacks, Wasser für Fläschchen) gilt bei der Sicherheitskontrolle eine Ausnahme von der 100-ml-Grenze. Du kannst die für die Flugdauer benötigte Menge mitnehmen. Der Sicherheitsbeamte kann dich aber bitten, das Fläschchen zu öffnen, damit er den Inhalt mit einem speziellen Gerät testen kann.

Bekomme ich von einer Billigfluggesellschaft Geld zurück, wenn mein Kind krank wird?

Die Billigfluggesellschaft selbst erstattet dir bei einem nicht erstattungsfähigen Tarif kein Geld zurück, da Krankheit kein Verschulden des Beförderers ist. Daher ist es für Familien absolut entscheidend, eine Reiserücktrittsversicherung direkt beim Ticketkauf abzuschließen. Mit einem ärztlichen Attest und einer Bestätigung über das Nichtantreten des Fluges regelst du die Gelderstattung dann direkt mit deiner Versicherung, nicht mit der Fluggesellschaft.

Wann treten die neuen EU-Regeln für Familien in Flugzeugen in Kraft?

Die Europäische Union hat im Juli 2026 neue Regeln für Fluggastrechte verabschiedet, die nach einer Übergangszeit ab Mitte 2027 tatsächlich in Kraft treten sollen. Sie bringen unter anderem die Pflicht für Fluggesellschaften, Kinder bis 14 Jahre völlig kostenlos neben einer Begleitperson zu platzieren, sowie die Pflicht, klare Preise inklusive Handgepäck bereits zu Beginn des Kaufs anzuzeigen.

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