Auf die Frage „Wann nach Lappland reisen?“ gibt es keine eindeutige Antwort. Es hängt vor allem davon ab, was du nach Hause mitnehmen möchtest. Polarlichter und den Weihnachtsmann? Echten arktischen Winter? Oder grüne Hügel und eine Sonne, die um Mitternacht nicht untergeht? Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Zauber und ihre Nachteile – und entsprechend unterscheiden sich auch die Preise und die Zahl der Touristen. Wer das Wetter in Lappland richtig einplant, holt aus seiner Reise das Beste heraus. ☺️
In diesem Guide gehen wir das Wetter in Lappland Monat für Monat durch – von Temperaturen und Schnee über die Tageslänge und die Chance auf Polarlichter bis hin zu Preisen und Andrang. Ich verrate dir, welcher Monat sich am besten für Polarlichter, Skifahren und die Mitternachtssonne eignet und was du in welcher Jahreszeit anziehen solltest.
Wenn du noch Ideen sammelst, was du dort eigentlich unternehmen kannst, schau auch in meinen großen Guide was man in Lappland sehen sollte und in den Artikel über die Polarlichter.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Für Weihnachtsstimmung und den Weihnachtsmann: Dezember, aber rechne mit den höchsten Preisen und den kürzesten Tagen.
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Januar – nach dem Weihnachtsansturm fallen die Preise und Schnee ist garantiert.
- Der beste Kompromiss überhaupt: Februar und März, wenn es schon genug Licht gibt, der Himmel klarer ist, am meisten Schnee liegt und die Chance auf Polarlichter gut ist.
- Für die Mitternachtssonne und Wanderungen: Juni und Juli, günstig und ohne Menschenmassen, aber ohne Schnee und ohne Polarlichter (und mit Mücken).
- Für die Herbstfarben der „Ruska“ und erste Polarlichter: September, ruhig, keine Mücken und zurückkehrende Aurora.
Die zwei Gesichter Lapplands: Winter und Sommer
Bevor wir uns die einzelnen Monate ansehen, solltest du wissen, dass Lappland zwei völlig unterschiedliche Gesichter hat. Die meisten Menschen kommen wegen des Winters: Schnee, Polarlichter, Huskys, Rentiere und die Weihnachtsstimmung im Santa Claus Village. Die Wintersaison dauert grob von Dezember bis April – und genau dafür ist Lappland berühmt geworden.
Der Sommer ist eine ganz andere Geschichte. Die Landschaft wird grün, die Sonne geht um Mitternacht nicht unter und statt Schnee geht man wandern oder fährt Kanu. Es ist deutlich günstiger und es gibt keine Menschenmassen – nur Polarlichter siehst du wegen des Dauerlichts nicht. Schauen wir uns jetzt die einzelnen Monate an.
Lappland Monat für Monat
Die Temperaturen beziehen sich auf Rovaniemi am Polarkreis, im hohen Norden (Saariselkä, Inari) ist es kälter und dunkler. Hier ist, was du in den einzelnen Jahreszeiten erwarten kannst.

Dezember: Weihnachtsmärchen und Polarnacht
Der Dezember ist die weihnachtlichste und zugleich teuerste Zeit. Die Temperaturen liegen etwa zwischen 0 und −15 °C, ausnahmsweise sinken sie tiefer. Um die Wintersonnenwende beginnt die Polarnacht, in der die Sonne in Rovaniemi praktisch nicht aufgeht und du nur drei bis vier Stunden bläuliche Dämmerung hast.
Das Santa Claus Village erstrahlt in vollem Glanz, ist aber rappelvoll und die Unterkunftspreise schießen in die Höhe, vor allem rund um Weihnachten. Anfang Dezember liegt zudem oft noch nicht genug Schnee. 💡 Tipp: Wenn du Weihnachtsstimmung ohne verrückte Preise willst, überlege dir den Anfang Dezember statt der Feiertage.
Januar: am kältesten, aber bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
Der Januar ist zusammen mit dem Februar der kälteste Monat, üblich sind −10 bis −25 °C, ausnahmsweise auch unter −30 °C. Er ist außerdem sehr dunkel, hat aber einen großen Vorteil: Nach dem Weihnachtsansturm fallen die Preise und Schnee ist absolut sicher. Wenn du den echten arktischen Winter mit allem Drum und Dran erleben und dabei sparen willst, ist der Januar ideal.
Der trockene arktische Frost lässt sich übrigens besser ertragen, als du erwarten würdest – das überrascht viele Reisende angenehm. Man muss sich nur richtig anziehen, dazu kommen wir noch.
Februar und März: der beste Kompromiss

Das ist meiner Meinung nach die beste Zeit für einen Lappland Urlaub. Im Februar und vor allem im März wird es schnell heller, der Himmel ist klarer (und damit die Chance auf Polarlichter besser), es liegt am meisten Schnee (im März locker über 70 cm) und der Frost ist milder als im Januar.
Der März bringt außerdem lange Sonnentage und es beginnt das beliebte Frühlingsskifahren in Skigebieten wie Levi oder Ylläs. So hast du die ideale Kombination: Wintererlebnisse, genug Tageslicht für Ausflüge und gute Chancen auf Polarlichter. Für die meisten ist das die ausgewogenste Wahl.
April: Frühlingssonne und Ende der Wintersaison
Im April liegt noch genug Schnee, aber es ist deutlich wärmer und sonniger. Es ist eine super Zeit zum Frühlingsskifahren und für Schneemobiltouren unter angenehmeren Bedingungen. Gleichzeitig endet aber die Saison der Polarlichter und der Glasiglus (die meist nur bis Ende April geöffnet sind), wenn du also hauptsächlich wegen der Aurora kommst, solltest du nicht zu lange zögern.
Sommer (Juni bis August): Mitternachtssonne und Wanderungen

Der Sommer in Lappland ist eine ganz andere Welt. Die Temperaturen sind mild (oft um die 15 bis 20 °C) und ihren Höhepunkt erreicht die Mitternachtssonne, wenn die Sonne gar nicht untergeht und es nie ganz dunkel wird. Du kannst auf Wanderung gehen oder selbst um Mitternacht bei vollem Tageslicht eine Kanutour machen.
Es ist deutlich günstiger, weniger Touristen und eine grüne Landschaft statt Schnee. Zwei Nachteile: Polarlichter siehst du wegen des Dauerlichts nicht und vor allem im Juni und Juli wüten hier die Mücken, vergiss also das Mückenspray nicht.
Herbst und „Ruska“ (September bis Oktober): Farben und die Rückkehr der Polarlichter

Mein heimlicher Favorit ist der September und die sogenannte Ruska – ein kurzes Zeitfenster, in dem sich Wälder und Tundra feurig orange und rot färben. Die Mücken sind weg, die Temperaturen sind frisch und am dunkler werdenden Himmel kehren die ersten Polarlichter zurück. Für Fotografen und Wanderfreunde ist das eine der schönsten Jahreszeiten überhaupt.
Es ist die ideale Zeit, wenn du Wandern mit der Chance auf Aurora verbinden und sowohl den Menschenmassen als auch den hohen Preisen der Winterhochsaison entgehen willst. Rechne nur damit, dass das Wetter schon wechselhaft sein kann.
Polarnacht und Mitternachtssonne: zwei lappländische Extreme
Da Lappland jenseits des Polarkreises liegt, erlebst du hier zwei Phänomene, die du sonst nirgends siehst. Beide lohnen sich einzuplanen, wenn sie dich reizen.

Die Polarnacht, finnisch kaamos, beginnt um die Wintersonnenwende. In Rovaniemi geht die Sonne in dieser Zeit kaum auf und du hast nur ein paar Stunden bläuliche Dämmerung, im Norden Lapplands bleibt die Sonne sogar mehrere Wochen am Stück unter dem Horizont. Es ist aber keine völlige Dunkelheit, eher ein zauberhaftes blaues und violettes Licht, das Fotografen lieben.
Das Gegenteil ist die Mitternachtssonne, wenn die Sonne etwa von Anfang Juni bis Anfang Juli überhaupt nicht untergeht. Die weißen Nächte sind ein surreales Erlebnis, aber Achtung: Wer bei Licht schlecht schläft, sollte eine gute Schlafmaske einpacken, denn auch um zwei Uhr nachts ist es draußen taghell.
Was du je nach Jahreszeit anziehen solltest
Egal ob du im Winter oder im Sommer fährst – auf die Kleidung kommt es in Lappland an. Im Winter geht es um Wärme, im Sommer vor allem um Schutz vor Mücken und wechselhaftem Wetter.

Für den Winter gilt das Zwiebelprinzip: hochwertige Thermounterwäsche, Fleece oder Wolle und eine wasserdichte, isolierte Außenschicht. Vergiss eine warme Mütze über den Ohren, Fäustlinge und feste Winterstiefel mit dicken Socken nicht. Gute Nachricht: Für Safaris (Huskys, Rentiere, Schneemobile) bekommst du den warmen Arktis-Overall und die Stiefel meist vor Ort geliehen, du musst also nicht die komplette Polarausrüstung in den Koffer stopfen.
Für den Sommer nimm Schichten mit, eine leichte Regenjacke, feste Wanderschuhe und vor allem Mückenspray, denn die Mücken können dir im Juni und Juli ganz schön zusetzen.
Wo man in Lappland übernachtet
Egal in welcher Jahreszeit du reist – die attraktivsten Unterkünfte sind Monate im Voraus ausgebucht, zögere mit der Buchung also nicht. In Rovaniemi ist das Santa’s Hotel Santa Claus eine zuverlässige Wahl, für das besondere Erlebnis geht es ins erlebnisorientierte Arctic SnowHotel & Glass Igloos mit Eisbar oder ins legendäre Kakslauttanen Arctic Resort bei Saariselkä mit Glasiglus. Mehr Tipps zu konkreten Hotels findest du in meinem Guide was man in Rovaniemi sehen sollte.
Wohin weiter: Tipps für weitere Reisen in den Norden
Wenn dich Lappland reizt, hier sind ein paar Tipps zum Weiterlesen:
- Lappland: 20 Tipps, was man sehen und erleben sollte (großer Guide zur ganzen Region)
- Polarlichter in Lappland: wann, wo und wie man sie sieht
- Rovaniemi: 15 Tipps, was man sehen und unternehmen kann
Häufig gestellte Fragen: Wann nach Lappland reisen
Wann ist die beste Zeit, um nach Lappland zu reisen?
Kommt darauf an, was ihr erleben möchtet. Für Weihnachtsstimmung fahrt im Dezember (am teuersten und am dunkelsten), für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Januar und für den besten Kompromiss aus Licht, Schnee und Chancen auf Polarlichter im Februar und März. Der Sommer lockt mit Mitternachtssonne und Trekkingtouren, der September mit Herbstfarben und ersten Polarlichtern.
Welcher Monat ist der beste für Polarlichter in Lappland?
Polarlichter kann man von Ende August bis Anfang April sehen. Statistisch am aktivsten sind sie um die Tagundnachtgleiche herum, also im September und März, wenn es auch häufiger klar ist. Der Schlüssel ist jedoch ein dunkler und klarer Himmel, nicht ein bestimmter Monat.
Wie ist der Winter in Lappland und wie kalt ist es dort?
Die Wintersaison dauert etwa von Dezember bis April. In Rovaniemi liegen die Temperaturen üblicherweise zwischen −10 und −25 °C, im Januar und Februar ausnahmsweise auch unter −30 °C. Der trockene arktische Frost lässt sich jedoch besser ertragen als ein feuchter Winter – man muss sich nur im Zwiebellook anziehen.
Ist es in Lappland im Dezember den ganzen Tag dunkel?
Beinahe. Um die Wintersonnenwende herum beginnt die Polarnacht (Kaamos), wenn in Rovaniemi die Sonne praktisch nicht aufgeht und man nur 3 bis 4 Stunden bläuliches Dämmerlicht hat. Im Norden Lapplands bleibt die Sonne sogar mehrere Wochen unter dem Horizont. Es ist nicht völlige Dunkelheit, eher ein zauberhaftes blaues Licht.
Wann gibt es in Lappland die Mitternachtssonne?
Mitternachtssonne, bei der die Sonne überhaupt nicht untergeht, erlebt ihr in Rovaniemi etwa von Anfang Juni bis Anfang Juli. Im Norden Lapplands dauert sie noch länger. Das ist die ideale Zeit für Trekkingtouren und Kanufahrten, rechnet nur mit Mücken und nehmt eine Schlafmaske mit.
Lohnt sich eine Reise nach Lappland im Sommer?
Wenn Sie nicht primär wegen des Schnees und der Polarlichter anreisen, auf jeden Fall. Der Sommer bietet Mitternachtssonne, Trekkingtouren, Kanu und grüne Landschaft, ist deutlich günstiger und ohne Menschenmassen. Nachteile sind die Mücken im Juni und Juli und die Tatsache, dass Sie wegen des Lichts keine Polarlichter sehen werden.
Wird es in Lappland sicher Schnee geben?
Sicherer Schnee ist ungefähr von Januar bis April, wenn die Schneedecke am höchsten ist (im März sogar über 70 cm). Anfang Dezember muss nicht unbedingt genug Schnee liegen, wenn ihr also ein garantiert weißes Lappland erleben möchtet, fahrt besser im Januar bis März.
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