Tromsø in Norwegen: 8 Tipps für das Tor zur Arktis

Stell dir einen Ort vor, an dem schneebedeckte Berggipfel direkt aus tiefblauen Fjorden emporragen und über dir im Winter unglaubliche grüne Lichter tanzen. Genau das ist Tromsø in Norwegen, eine faszinierende Stadt hoch oberhalb des Polarkreises, die dich mit ihrer rauen arktischen Schönheit restlos in ihren Bann zieht.

Nicht umsonst trägt Tromsø Spitznamen wie Paris des Nordens oder Tor zur Arktis. Hier findest du nämlich die perfekte Balance zwischen wilder norwegischer Natur und einer überraschend lebendigen Stadt voller gemütlicher Cafés, moderner Architektur und faszinierender Museen.

In diesem Reiseführer schauen wir uns gemeinsam 8 Tipps an, was man sehen und erleben sollte in diesem magischen Winkel der Welt. Du erfährst, wann der beste Zeitpunkt für die Jagd nach den Polarlichtern ist, wo du am strategisch günstigsten übernachtest und wie du deine Reise so planst, dass du das absolute Maximum aus deinem Arktis-Abenteuer herausholst.

Polarlichter über Tromsø in Norwegen
Foto: Ddgfoto / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Bestes Erlebnis: Die Fahrt mit der Seilbahn Fjellheisen auf den Berg Storsteinen, von wo du den schönsten Blick über die ganze Stadt und die umliegenden Fjorde hast.
  • Polarlichter: Die Hauptsaison läuft von Ende September bis Ende März – für maximale Chancen empfehle ich, mit einheimischen Guides raus aus dem beleuchteten Zentrum zu fahren.
  • Winteraktivitäten: Vergiss nicht, rechtzeitig eine Walsafari oder eine Hundeschlittenfahrt zu buchen – in der Saison sind diese Aktivitäten schnell ausverkauft.
  • Sommer-Highlight: Von Ende Mai bis Ende Juli geht die Sonne hier überhaupt nicht unter, sodass du die faszinierende Mitternachtssonne erleben und mitten in der Nacht wandern kannst.
  • Anreise: Nach Tromsø kommst du am besten per Flugzeug über Oslo, der Flughafen (TOS) liegt nur einen Katzensprung vom Stadtzentrum entfernt.
  • Verbindung mit weiteren Orten: Tromsø ist der ideale Ausgangspunkt für weitere Reisen, besonders beliebt ist die Kombination mit einem Besuch der atemberaubenden Lofoten.
Wann nach Tromsø in Norwegen reisen
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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Wann sollte man nach Tromsø reisen

Das hängt vor allem davon ab, was genau du in Nordnorwegen erleben möchtest, denn Winter und Sommer bieten hier zwei völlig unterschiedliche Welten. Wenn die Polarlichter dein Hauptziel sind, plane deine Reise zwischen Ende September und Ende März. Die größten Chancen auf einen klaren Himmel hat man paradoxerweise im Herbst und im frühen Frühling, während Dezember und Januar oft bewölkter sind – dafür aber das wahre verschneite Märchen mit massenhaft Pulverschnee bieten.

Während der Wintermonate kannst du die sogenannte Polarnacht erleben, die ungefähr vom 27. November bis zum 15. Januar dauert und in der die Sonne überhaupt nicht über den Horizont steigt. Erwarte aber keine vollständige Dunkelheit über 24 Stunden, denn rund um die Mittagszeit hüllt sich die Landschaft für ein paar Stunden in ein wunderschönes blaues und violettes Zwielicht, das eine unglaublich magische Atmosphäre zum Fotografieren und für Spaziergänge durch die ruhige Stadt schafft. Die Wintermonate eignen sich außerdem ideal für einen Besuch der traditionellen Saunen, von denen die bekannteste die schwimmende Sauna Pust direkt im Hafen ist, wo du dich mit einem Sprung in den eiskalten Fjord abkühlen kannst.

Die Sommermonate locken dagegen mit dem Phänomen der Mitternachtssonne, die hier ungefähr vom 20. Mai bis zum 22. Juli herrscht. In dieser Zeit ist es rund um die Uhr hell, was dir unendlich viel Zeit gibt, die umliegenden Berge und Fjorde zu erkunden, ohne befürchten zu müssen, dass dich irgendwo in der Natur die Dunkelheit überrascht. Die Wanderwege sind in vollem Betrieb und du kannst problemlos um Mitternacht zu einer atemberaubenden Tour aufbrechen – ein Erlebnis, das deinen Biorhythmus völlig durcheinanderbringt, sich aber definitiv lohnt.

Das Wetter in Tromsø in Norwegen ist dank des Golfstroms überraschend mild dafür, dass du dich fast 350 Kilometer oberhalb des Polarkreises befindest. Im Winter liegen die Temperaturen meist zwischen minus fünf und null Grad, während du im Sommer angenehme zehn bis fünfzehn Grad Celsius erwarten kannst – auch wenn der scharfe Wind vom Meer die gefühlte Temperatur etwas senken kann. Es ist also immer besser, eine warme Schicht mehr einzupacken und an eine gute wasserdichte Jacke zu denken, selbst wenn du mitten im Juli aufbrichst.

Wo übernachten in Tromsø in Norwegen
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo man in Tromsø übernachtet

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.

Die beste und praktischste Wahl ist, direkt im Stadtzentrum zu übernachten (Stadtteil Sentrum), denn von dort hast du es nicht weit zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten und Restaurants – außerdem starten von hier die meisten organisierten Ausflüge zu den Polarlichtern oder zur Walbeobachtung. Würdest du weiter außerhalb wohnen, müsstest du dich unnötig auf die lokalen Busse verlassen, die in den Nachtstunden seltener fahren, und hohe Beträge für Taxis bezahlen.

Eines der beliebtesten und schönsten Hotels ist das Clarion Hotel The Edge, das direkt an der Uferpromenade steht und moderne Zimmer mit absolut fantastischen Frühstücksbuffets voller frischem Gebäck und lokaler Käsesorten bietet. Von der Dachbar hast du außerdem einen perfekten Blick auf den Hafen und die ikonische Eismeerkathedrale am gegenüberliegenden Ufer, wobei eine Nacht für zwei hier je nach Saison etwa 180 bis 240 € kostet. Es ist die ideale Basis für alle, die sich nach einem ganzen Tag in der Kälte etwas nordischen Luxus gönnen wollen.

Wenn du eine etwas günstigere Variante für dein Budget suchst, ist das Smarthotel Tromsø eine großartige Wahl. Die Zimmer sind zwar kleiner und sehr minimalistisch, aber das Hotel ist unglaublich sauber, stilvoll und liegt nur wenige Schritte von der Haupteinkaufsstraße Storgata entfernt, sodass du jede Menge Zeit bei den täglichen Wegen durch die Stadt sparst. Eine Nacht bekommst du hier meist für etwa 100 bis 140 €, was für norwegische Verhältnisse ein sehr fairer Preis ist.

Eine weitere ausgezeichnete Alternative mit atemberaubenden Aussichten ist das Scandic Ishavshotel, das buchstäblich wie ein großes Kreuzfahrtschiff in die Gewässer des Fjords ragt. Unterkünfte in Norwegen empfehle ich generell mehrere Monate im Voraus über Booking.com zu reservieren, denn in der winterlichen Hauptsaison sind die besten Hotels sehr schnell ausverkauft und die Last-Minute-Preise schießen raketenhaft in die Höhe. Wer eine ruhigere Umgebung bevorzugt, kann eine Unterkunft im Stadtteil Tromsdalen jenseits der Brücke ausprobieren – von dort ist es zwar weiter ins Zentrum, dafür aber nur ein kurzer Weg zur Seilbahn Fjellheisen.

8 Tipps, was man in Tromsø in Norwegen sehen und erleben sollte
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

8 Tipps, was man in Tromsø in Norwegen sehen und erleben sollte

Schauen wir uns gemeinsam die größten Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten an, die du bei einem Besuch dieser arktischen Stadt mit ihren rund siebzigtausend Einwohnern auf keinen Fall verpassen solltest. Ich verrate dir, wohin du für die schönsten Ausblicke fährst und wie du dein Winterabenteuer planst, an das du dich dein ganzes Leben lang erinnern wirst.

Seilbahn Fjellheisen in Tromsø
Foto: Leonora (Ellie) Enking from East Preston, United Kingdom / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

1. Seilbahn Fjellheisen und der Berg Storsteinen

Wenn du in Tromsø nur eine einzige Sache machen solltest, dann fahr unbedingt auf den Berg Storsteinen, der sich majestätisch über der Stadt erhebt. Nach oben bringt dich in nur vier Minuten die ikonische Seilbahn Fjellheisen, deren Talstation sich im Festlandteil der Stadt im Stadtteil Tromsdalen befindet. Dorthin kommst du leicht zu Fuß über die Hauptbrücke (der Weg vom Zentrum dauert etwa 40 Minuten) oder du nimmst den lokalen Bus Nummer 26, der ein Stück vom Eingang entfernt hält.

Von der oberen Aussichtsterrasse auf 421 Metern über dem Meer eröffnet sich dir der ikonischste Blick über ganz Tromsø. Du siehst die Insel mit dem Stadtzentrum, umgeben von den dunklen Wassern des Fjords und eingerahmt von schneebedeckten Berggipfeln in der Ferne – ein Anblick, an dem man sich einfach nie satt sieht. Die Seilbahn fährt meist alle halbe Stunde und ist in der winterlichen Hauptsaison bis Mitternacht in Betrieb, sodass du vom Gipfel aus die Polarlichter ungestört und weit weg vom grellen Stadtlicht beobachten kannst.

Ein Rückfahrticket kostet je nach Saison etwa 400 bis 450 NOK (rund 35 bis 40 €) und die Tickets lassen sich bequem vorab online oder direkt an der Kasse kaufen. Oben kannst du dich im gemütlichen Panoramarestaurant Fjellstua aufwärmen, wo es ausgezeichneten Kaffee und frische Waffeln mit heißen Waldfrüchten gibt – was du nach langem Fotografieren im eisigen Wind garantiert zu schätzen weißt.

💡 Tipp: Wenn du gut in Form bist und Tromsø im Sommer oder Herbst besuchst, kannst du auch zu Fuß hinaufsteigen. Dorthin führt der sogenannte Sherpatrappa, ein sehr beliebter Wanderweg aus über zwölfhundert Steinstufen, die hier vor Jahren geschickte Sherpas aus Nepal von Hand gebaut haben – und auf dem Weg nach oben öffnen sich nach und nach immer schönere Ausblicke.

Eismeerkathedrale (Ishavskatedralen) in Tromsø
Foto: Godot13 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

2. Eismeerkathedrale (Ishavskatedralen)

Gleich hinter der gewaltigen Brücke Tromsøbrua, die die Insel sicher mit dem Festland verbindet, erhebt sich das berühmteste Bauwerk der ganzen Region und wohl die meistfotografierte Kirche Nordnorwegens. Die Eismeerkathedrale erinnert mit ihrer unverwechselbaren Form an einen Eisberg oder ein traditionelles samisches Zelt und ist von vielen Aussichtspunkten in der ganzen Stadt wunderbar zu sehen.

Dieses beeindruckende modernistische Bauwerk aus dem Jahr 1965, entworfen vom bekannten norwegischen Architekten Jan Inge Hovig, besteht aus elf mit glänzendem Aluminium überzogenen Betonpaneelen. Die Kathedrale ist von außen wunderschön, aber es lohnt sich definitiv, sich Zeit zu nehmen und auch das Innere anzuschauen. Der Eintritt für Erwachsene liegt bei etwa 80 NOK (rund 7 €) und das Innere überrascht dich auf den ersten Blick mit seiner eleganten nordischen Luftigkeit und dem gewaltigen Glasmosaik des Künstlers Victor Sparre.

Das Mosaik an der Ostseite der Kathedrale gehört zu den größten Europas, und wenn an sonnigen Tagen Licht hindurchscheint, erstrahlt es buchstäblich in allen Farben des Regenbogens und symbolisiert die Wiederkehr Christi. Die Kathedrale besticht zudem durch eine fantastische Akustik, weshalb hier sehr häufig Musikaufführungen stattfinden und Chöre aus aller Welt hierherkommen, um ihre Platten aufzunehmen.

💡 Tipp: Während der Wintermonate und in der Zeit der Mitternachtssonne finden hier regelmäßig die berühmten Mitternachtskonzerte statt. Das Erlebnis, in diesem magischen Bauwerk zu sitzen, begleitet von traditionellen norwegischen Volksliedern und den Klängen der majestätischen Orgel, ist absolut unvergesslich – ich empfehle, die Tickets weit im Voraus online auf der offiziellen Website der Kathedrale zu reservieren.

Polarlichter-Jagd über Tromsø in Norwegen
Foto: Flickr user: Gunnar Hildonen https://www.flickr.com/people/ / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

3. Polarlichter-Jagd (Aurora borealis)

Tromsø liegt direkt im Zentrum des sogenannten Polarlichtovals, was es zu einem der besten Orte der Welt macht, um die Polarlichter über Tromsø in Norwegen zu beobachten. Die Grundregel für eine erfolgreiche Jagd ist, so weit wie möglich weg vom Lichtsmog der Stadt zu kommen, denn nur in völliger Dunkelheit kommen die Farben am Himmel voll zur Geltung und du bekommst die besten Fotos voller leuchtendem Grün.

Auch wenn du die grünen Tänze bei wirklich starker Sonnenaktivität (dem sogenannten KP-Index) sogar direkt über dem beleuchteten Hafen sehen kannst, hast du die größten Chancen mit einem organisierten Ausflug. Erfahrene Guides verfolgen die Wetterentwicklung aufmerksam und zögern nicht, mit dir hunderte Kilometer zu fahren – etwa tief ins Landesinnere oder bis an die finnische Grenze – nur um ein Stück klaren, wolkenfreien Himmel zu finden. So ein nächtlicher Ausflug dauert locker sieben bis acht Stunden und die Preise liegen üblicherweise zwischen 1.200 und 2.000 NOK (rund 105 bis 175 €) pro Person.

Diese nächtlichen Polarexpeditionen kannst du ganz einfach zum Beispiel über die Plattform GetYourGuide buchen, wo du Dutzende hervorragend bewertete Anbieter findest. Oft fährst du in einem kleinen, gemütlichen Minibus, die Guides leihen dir warme Arktis-Overalls und Stative zum Fotografieren und entzünden während des Wartens auf den magischen Himmel in der verschneiten Landschaft ein Feuer, rösten Marshmallows und kochen herrlich heiße Schokolade.

💡 Tipp: Willst du mehr darüber wissen, wie man sich richtig auf die Beobachtung vorbereitet? Lies unseren ausführlichen Artikel Island, Finnland und Norwegen: Polarlichter, in dem du viele praktische Tipps und Handy-Apps findest, die dir bei der Jagd garantiert helfen. Vergiss vor allem nicht, Ersatzbatterien für deine Kamera einzupacken – in der arktischen Kälte entladen sie sich unglaublich schnell.

Walsafari bei Tromsø
Foto: Godot13 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

4. Walsafari in den winterlichen Fjorden

Von November bis Ende Januar verwandeln sich die nordnorwegischen Fjorde in einen riesigen Unterwasser-Festsaal für Orcas und Buckelwale. Diese großartigen Meeressäuger ziehen jedes Jahr riesigen Heringsschwärmen hinterher hierher, was eine absolut einzigartige Gelegenheit bietet, sie in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben – umgeben von majestätischen, schneebedeckten Berggipfeln und kristallklarem Wasser.

Die meisten Ausflüge starten heutzutage nicht direkt vom Hafen in Tromsø, denn die Wale haben sich in den letzten Jahren auf der Suche nach Nahrung weiter nach Norden verlagert. Boote oder Busse fahren daher meist zur nahegelegenen Insel Skjervøy oder zur Region Kvaløya, was bedeutet, dass ein Tagesausflug acht bis zwölf Stunden dauern kann, wobei allein die Fahrt zu den Walen mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Der Preis liegt etwa zwischen 1.500 und 1.800 NOK (rund 130 bis 160 €), aber dieses atemberaubende Erlebnis ist jeden ausgegebenen Cent wert.

Bei der Auswahl empfehle ich dir definitiv, zu einem Anbieter zu greifen, der moderne Hybrid- oder vollelektrische Katamarane betreibt. Diese fortschrittlichen Boote können kurz vor dem Schwarm auf leisen Betrieb umschalten und sich den Walen völlig geräuschlos nähern, ohne die Tiere durch Motorenlärm und unangenehme Abgase zu stören – das ist viel schonender für die heimische Natur und du genießt ungestörte Ruhe.

💡 Tipp: Auf dem oberen Deck des Bootes ist es wegen des eisigen arktischen Windes vom offenen Meer wirklich extrem kalt. Auch wenn dir die Crew oft dicke, gefütterte Overalls leiht, unterschätze dein eigenes Schichtensystem nicht – besonders gute Wollsocken und winddichte Fäustlinge sind für diesen ganztägigen Ausflug ein absolutes Muss. Wenn du unter Seekrankheit leidest, nimm vorbeugend schon vor dem Auslaufen Tabletten.

Hundeschlittenfahrt
Foto: Antonio Miralles Andorra / Pexels
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5. Hundeschlittenfahrt (Husky)

Eine weitere unverzichtbare Winteraktivität im arktischen Norwegen ist die traditionelle Hundeschlittenfahrt, die dich sofort in das raue, aber wunderschöne Leben im Norden hineinzieht. In den umliegenden verschneiten Tälern findest du gleich mehrere etablierte Husky-Farmen, wo dich jubelnd Dutzende begeisterter Alaskan Huskys empfangen, die buchstäblich vor Vorfreude zittern, endlich in die eisige Landschaft hinauszustürmen und dir ihre Kraft zu zeigen.

Die Ausflüge, die inklusive Transfer vom Stadtzentrum meist etwa vier bis fünf Stunden dauern, sind häufig so organisiert, dass du nach einer gründlichen Sicherheitseinweisung den Schlitten ganz selbst lenken kannst. Ihr fahrt zu zweit, wobei eine Person bequem in Decken eingewickelt sitzt und die andere hinten als Musher steht, der in den Kurven das Gleichgewicht halten und regelmäßig bremsen muss. Auf halber Strecke wechselt ihr natürlich. Das Erlebnis, durch die stille verschneite Landschaft zu gleiten, die umliegenden Wälder zu beobachten und nur das Hecheln der Hunde und das Knirschen des Schnees zu hören, ist ungemein beruhigend und befreiend.

Teil des Ausflugs ist meist auch ein heißes Getränk und ein traditionelles Mittagessen, das in einem sogenannten Lavvu (einem traditionellen samischen Zelt mit Feuerstelle in der Mitte) serviert wird. Auch wenn hier üblicherweise Rentiergulasch serviert wird, sind die Farmen sehr modern und bereiten dir problemlos vorab eine tolle vegetarische Variante in Form einer wärmenden Wurzelgemüsesuppe mit frischem hausgemachtem Brot zu.

💡 Tipp: Achte sehr genau auf die Auswahl des Anbieters und informiere dich vorab über Rezensionen dazu, wie mit den Tieren umgegangen wird. Die meisten großen Farmen rund um Tromsø legen zum Glück Wert auf erstklassige Lebensbedingungen ihrer Hunde und legen extremen Wert auf deren wohlverdiente Ruhe, regelmäßige tierärztliche Versorgung und genug Liebe von den Pflegern.

Polaria und arktische Natur
Foto: Bjoertvedt / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

6. Polaria und die arktische Natur

Nur ein paar Minuten angenehmen Fußweg vom Stadtzentrum entfernt findest du ein faszinierendes Gebäude, das mit seiner einzigartigen architektonischen Form an fallende Eisschollen erinnert, die eine nach der anderen dramatisch an Land gerutscht sind. Es handelt sich um das arktische Erlebniszentrum Polaria, das ein absolut idealer Ort ist, um das fragile Ökosystem des hohen Nordens und das Leben tief unter der Meeresoberfläche zu verstehen.

Der Eintritt für Erwachsene kostet etwa 250 NOK (rund 22 €) und die Hauptattraktion des modernen Komplexes sind die geräumigen verglasten Becken, in denen zufrieden Bartrobben und Seehunde leben. Hier kannst du jeden Tag ihre kommentierte Fütterung und ihr Training beobachten, das sehr spielerisch abläuft, die Intelligenz dieser Tiere auf natürliche Weise anregt und gleichzeitig alle Besucher über ihren Schutz in der freien Natur und die Gefahren der Meeresverschmutzung aufklärt.

Teil des Zentrums ist auch ein modernes Panoramakino mit fünf Leinwänden, in dem regelmäßig ein wunderschöner Dokumentarfilm über die raue Natur Spitzbergens und die Entstehung der magischen Polarlichter gezeigt wird. Die Bildungsausstellung konzentriert sich dann intensiv auf das Schmelzen der Gletscher und den globalen Klimawandel, was dir zweifellos einen breiteren Kontext dazu gibt, wie bedroht die arktische Natur heutzutage tatsächlich ist und warum man sie schützen muss.

💡 Tipp: Direkt neben dem Polaria befindet sich eine riesige verglaste Halle, die das historische Schiff MS Polstjerna aus dem Jahr 1949 beherbergt. Dieses hervorragend erhaltene Schiff diente jahrzehntelang dem Robbenfang in arktischen Gewässern, und heute kannst du sicher durch sein enges Inneres gehen, einen Blick unter Deck werfen und dir hautnah das unglaublich harte Leben der damaligen mutigen Seefahrer vorstellen.

Stadtrundgang und arktische Gastronomie
Foto: L.M. Johannes / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

7. Stadtrundgang und arktische Gastronomie

Das historische Zentrum von Tromsø selbst ist ziemlich kompakt, und seine Schönheit erkundest du am besten zu Fuß an einem entspannten Nachmittag. Die Hauptader ist die lebhafte Fußgängerzone Storgata, die von wunderschönen alten Holzhäusern im nordischen Stil und unzähligen Läden mit Souvenirs, lokalem Design und vor allem hochwertiger Wollkleidung gesäumt wird, die dich unter den hiesigen Bedingungen zuverlässig wärmt und jahrelang hält.

Bei deinem Spaziergang solltest du unbedingt an der nördlichsten protestantischen Kathedrale der Welt haltmachen, der Tromsø Domkirke, die komplett aus Holz gebaut ist, aus dem Jahr 1861 stammt und von einem angenehmen Stadtpark umgeben ist. Ein Halt lohnt sich auch am ikonischen Kiosk Raketten, der kleinsten Bar in Tromsø und möglicherweise in ganz Norwegen, die wie eine kleine Holzrakete aussieht und in der es großartige heiße Getränke gibt.

Was die arktische Gastronomie angeht, siehst du in traditionellen Restaurants sehr häufig lokale Spezialitäten wie Rentierfleisch oder den berühmten arktischen Skrei-Kabeljau. Wenn du aber fleischlose Kost bevorzugst, musst du dir überhaupt keine Sorgen machen, denn Tromsø ist eine sehr progressive und moderne Stadt. Die meisten der besseren Lokale und auch der erwähnte Kiosk Raketten bieten vollwertige pflanzliche Alternativen, einschließlich hervorragender vegetarischer Hotdogs.

💡 Tipp: Steuere eine der beliebten lokalen Bäckereien für eine traditionelle Zimtschnecke (Kanelbolle) an, die kilometerweit duftet, oder wärme dich mit einer herzhaften cremigen Suppe oder einer ausgezeichneten vegetarischen Pizza mit frischem Käse im Lokal Casa Inferno. Dieses gefeierte italienische Restaurant hat neben großartigem Essen auch ein absolut fantastisches Steampunk-Interieur voller industrieller Details.

Mitternachtssonne in Tromsø
Foto: stein egil liland / Pexels

8. Mitternachtssonne und Sommerwanderungen

Wenn du Tromsø zwischen Ende Mai und Juli besuchst, erlebst du diese pulsierende Stadt in einem völlig anderen Licht – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das vollständige Fehlen nächtlicher Dunkelheit verleiht der ganzen Nordregion eine riesige Dosis positiver Energie, und die Einheimischen versuchen nach dem langen dunklen Winter, aus jedem sonnigen Tag das absolute Maximum herauszuholen, sodass Cafés, Parks und die Uferpromenade auch spät abends aus allen Nähten platzen und das Leben hier auf Hochtouren läuft.

Diese einzigartige Zeit ist absolut ideal, um ein Auto zu mieten und Wanderungen mit der Entdeckung der wilden nordischen Natur zu verbinden. Du kannst dich zum Beispiel zur nahegelegenen bergigen Insel Kvaløya aufmachen, die voller wunderschöner und bestens markierter Wanderwege ist. Probier etwa die beliebte und einfache Tour auf den Brosmetinden, die ungefähr zwei Stunden dauert und die wirklich jeder schafft. Die Wege führen dich oft zu abgelegenen Stränden mit überraschend weißem Sand, von denen du die schönsten auf der nahegelegenen Insel Sommarøy (etwa eine Stunde Fahrt vom Zentrum) findest, wo du dich eher wie in der Karibik als oberhalb des Polarkreises fühlst.

Dank des Phänomens der Mitternachtssonne musst du dich außerdem überhaupt an keinen strengen Zeitplan halten. Du kannst ganz entspannt erst dann zu einer anspruchsvolleren Bergtour aufbrechen, wenn es zehn Uhr abends schlägt, und die völlige Stille und das wunderschön goldene Licht genießen, das die ganze Landschaft fotogen überzieht und ihr eine unglaubliche Tiefe verleiht.

💡 Tipp: Die Sommermonate eignen sich auch absolut ideal zum Ausleihen eines Meereskajaks oder Paddleboards. Auf der ruhigen Oberfläche des dunklen Fjords um zwei Uhr morgens bei vollem Tageslicht zu paddeln gehört zu den magischsten Erlebnissen, die du aus dem sommerlichen Nordnorwegen mitnehmen kannst, und sehr oft triffst du dabei auch auf neugierige Robben, die zu dir herschwimmen, um die Lage zu checken.

Wohin weiter von Tromsø
Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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Wohin weiter von Tromsø

Tromsø ist der perfekte Ausgangspunkt, um weitere Schönheiten Nordnorwegens zu entdecken. Eine sehr häufige und beliebte Variante ist es, den Besuch von Tromsø mit einer Reise zum wunderschönen Archipel der Lofoten zu verbinden, die weiter südlich liegen.

Du kannst dorthin entweder mit dem Auto fahren – das ist zwar eine ziemlich lange, aber unglaublich landschaftlich reizvolle Strecke – oder mit einem Inlandsflug etwa in die Kleinstadt Bodø fliegen. Das Reisen durch diese Region bringt dir unser großer Lofoten-Reiseführer im Detail näher.

Wenn dich die Seefahrt reizt, kannst du auf eines der legendären Schiffe des Küstenexpresses Hurtigruten oder Havila aufspringen. Diese Schiffe passieren täglich Tromsø, und du kannst ein Ticket nur für einen Teil der Strecke kaufen – was übrigens eine großartige Möglichkeit ist, die Polarlichter auf den Lofoten direkt vom offenen Meer aus zu beobachten.

Häufig gestellte Fragen
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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage sollte ich für Tromsø einplanen?

Für den Besuch der Stadt selbst und die wichtigsten arktischen Ausflüge empfehle ich drei bis vier volle Tage. So habt ihr ausreichend Zeitpuffer für den Fall, dass der Walausflug oder die abendliche Jagd nach Nordlichtern durch schlechtes Wetter durchkreuzt wird, was im hohen Norden ziemlich häufig vorkommt und Pläne oft spontan auf den nächsten Tag verschoben werden müssen.

Wie groß ist die Kälte dort im Winter wirklich?

Dank des starken Einflusses des warmen Golfstroms ist Tromsø überraschend viel wärmer, als man von einer Stadt, die weit nördlich des Polarkreises liegt, erwarten würde. Meist bewegen sich die Wintertemperaturen zwischen minus fünf und plus fünf Grad Celsius, aber die gefühlte Temperatur kann durch starken eisigen Wind vom Meer deutlich verschlechtert werden, sodass hochwertige Kleidung auf jeden Fall absolut notwendig ist.

Wie sollte ich mich für Tromsø anziehen?

Absolut grundlegend für das Überleben in der Arktis ist die Regel des ehrlichen Zwiebelprinzips. Beginnt mit hochwertiger Thermounterwäsche aus Merinowolle, die Schweiß ableitet und wärmt, fügt eine wärmende Mittelschicht hinzu, wie ein dickes Fleece oder einen traditionellen Wollpullover, und schließt alles mit einer hochwertigen wasserdichten und vor allem winddichten Jacke und Hose ab. Vergesst nicht eine warme Mütze, einen Halswärmer und ordentliche Handschuhe.

Kann man das Polarlicht direkt in der Stadt sehen?

Ja, wenn die Sonnenaktivität wirklich sehr stark ist und der Himmel völlig wolkenlos ist, könnt ihr auch ein schwächeres grünes Leuchten direkt über dem Zentrum oder von den Hotelfenstern aus sehen. Für das echte, atemberaubende Erlebnis voller tanzender Farben ist es aber immer besser, weit raus aus der Stadt zu fahren, wo euch keine Straßenbeleuchtung stört und der Himmel perfekt dunkel ist.

Wie komme ich nach Tromsø?

Der einfachste und mit Abstand schnellste Weg aus Tschechien ist die Flugverbindung. Die meisten regulären Flüge aus Europa haben einen Zwischenstopp in der norwegischen Hauptstadt Oslo, von wo aus der Anschlussflug nach Tromsø etwa weitere zwei Stunden dauert. Der Flughafen selbst liegt unglaublich nah, nur zehn Minuten Fahrt mit dem Bus oder Taxi vom Stadtzentrum entfernt.

Ist ein Aufenthalt in Nordnorwegen teuer?

Ja, Norwegen gehört generell und langfristig zu den teuersten Ländern in ganz Europa und Tromsø ist als beliebtes Reiseziel absolut keine Ausnahme. Stellt euch darauf ein, dass ihr ziemlich hohe Beträge nicht nur für Unterkunft und Essen in Restaurants zahlen werdet, sondern vor allem für organisierte Ausflüge und Aktivitäten, die zweifellos den größten Teil des Budgets verschlingen.

Was ist die Polarnacht und ist es während dieser Zeit vollkommen dunkel?

Die Polarnacht dauert in Tromsø ungefähr von Ende November bis Mitte Januar und das bedeutet in der Praxis, dass die Sonne überhaupt nicht über den Horizont steigt. Es handelt sich aber nicht um eine gespenstische pechschwarze Finsternis den ganzen Tag über, denn um die Mittagszeit erlebt man einige Stunden wunderschönes blaues und violettes Dämmerlicht, das seinen unverwechselbaren romantischen Zauber hat und zum Fotografieren absolut ideal ist.

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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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