Als Lukáš und ich am achten Tag unseres großen Roadtrips Ende September in den Norden von Island kamen, war das eine unglaubliche Erleichterung. Der Golden Circle im Süden ist zwar wunderschön, aber ehrlich gesagt bilden sich dort an den bekanntesten Orten manchmal regelrechte Schlangen fürs Foto und man hat das Gefühl, eher in einer Fußgängerzone als in der Wildnis zu stehen.
Sobald du aber die gedachte Grenze überschreitest und dich aufmachst, Nordisland zu erkunden, beginnt die Landschaft viel langsamer zu atmen, die Straßen leeren sich wie durch ein Wunder und die Natur zeigt dir endlich ihr rohes, ungezähmtes Gesicht.
Der Norden der Insel verbirgt ein gigantisches vulkanisches Labor, die mächtigsten Wasserfälle Europas und malerische Buchten, in denen eine beruhigende Stille herrscht. In diesem Artikel findest du 12 Tipps, was du sehen und erleben kannst auf der Route, die unter dem englischen Namen Diamond Circle (Diamantenkreis) bekannt geworden ist – und du erfährst, warum du diese Region in Island auf keinen Fall verpassen solltest.
Ich verrate dir, wie du deinen Reiseplan zusammenstellst, wo du clever übernachtest und wie viel dich der ganze Spaß kostet – inklusive aller Änderungen und Neuerungen für das Jahr 2026.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Der Norden der Insel ist viel ruhiger als der Süden, und für die Fahrt entlang des Diamond Circle (rund 250 Kilometer) brauchst du idealerweise zwei volle Tage.
- Die beste Basis für Ausflüge ist das Städtchen Akureyri, von dem aus du bequem zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten gelangst und tolle Cafés sowie die günstigsten Supermärkte findest.
- 2026 musst du auf die neue Kilometersteuer bei Mietwagen achten und auf die komplette Renovierung der berühmten Thermalbäder am See Mývatn.
- Zum mächtigsten Wasserfall Dettifoss führt von Westen eine schöne Asphaltstraße (Straße 862), für die ein normales Auto völlig ausreicht, während die Ostseite eine wilde Schotterpiste ist, die eher für Geländewagen geeignet ist.
- Lukáš und ich haben gar nicht gezeltet, weil es im Herbst schon ziemlich kalt wird, sondern haben gemütliche Pensionen und Apartments mit Gemeinschaftsküche genutzt, in denen wir uns unsere eigenen vegetarischen Gerichte gekocht haben.
Wann hinfahren und wie kommst du hin
Die Planung einer Reise in den Norden der Insel erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit als ein gewöhnlicher Ausflug an die Südküste, denn das Wetter kann hier viel tückischer sein und die Entfernungen sind beträchtlich. Von Reykjavík nach Akureyri sind es auf der Hauptstraße Ring Road rund 380 Kilometer, was du im Sommer in etwa fünf Stunden reiner Fahrzeit schaffst – auch wenn du in der Realität wegen der Fotos alle zwanzig Minuten anhalten wirst.
Wer sich vom Steuer erholen will, kann auch die lokalen Buslinien Strætó nutzen, aber die Fahrt dauert damit gut acht bis zehn Stunden. Das Ticket kostet recht happige 13 200 ISK (etwa 90 €), sodass es sich zu zweit finanziell überhaupt nicht lohnt.
Lukáš und ich haben seit Langem gute Erfahrungen mit DiscoverCars gemacht, über das wir uns weltweit unsere Autos mieten – und auf Island gilt das doppelt.
Wenn du im Sommer herkommst und vorhast, dich an die asphaltierten Hauptstrecken inklusive der Straße zur Westseite des Dettifoss zu halten, kommst du problemlos mit einem normalen Auto mit Zweiradantrieb aus. Wir sind den Norden allerdings Anfang Oktober gefahren, als bereits Nachtfrost und Schnee drohten – deshalb hatten wir einen Allradwagen gemietet und eine Versicherung gegen Steinschlag (Gravel Protection), die auf Island absolut notwendig ist, denn selbst auf der Ringstraße triffst du manchmal auf Schotterabschnitte und die Reparatur der Windschutzscheibe kostet ein Vermögen.
Außerdem hat die isländische Regierung 2026 die klassische Treibstoffsteuer abgeschafft – das Benzin wurde dadurch zwar auf rund 305 ISK pro Liter (etwa 2,10 €) billiger, aber neu fällt eine Kilometersteuer an, die für normale Pkw bis dreieinhalb Tonnen 6,95 ISK pro gefahrenem Kilometer (rund 0,05 €) beträgt.
Manche Vermieter rechnen das am Ende laut Tacho ab, andere lösen es über eine Pauschale von rund 1 390 bis 1 550 ISK pro Tag, also kalkuliere das auf jeden Fall in dein Reisebudget ein.
Die schönste Reisezeit ist von Ende Mai bis September, wenn du den großen Schneestürmen entgehst und die langen Sommertage voller Mitternachtssonne genießt – wobei du dafür unbedingt eine blickdichte Schlafmaske in den Koffer packen solltest, sonst schläfst du kaum.
Wir haben den Herbsttermin vor allem wegen der Polarlichter geliebt, denn der Norden bietet viel mehr klare, wolkenfreie Nächte als der regnerische Süden. Auch wenn das Sonnenmaximum letztes Jahr stattfand, ist die Sonnenaktivität 2026 noch immer extrem stark und weit über dem Durchschnitt. Du musst nur die App des Icelandic Met Office verfolgen und nach einem KP-Wert von 2 oder höher Ausschau halten.
Ich empfehle außerdem dringend, die Website Safetravel.is stets griffbereit zu haben, auf der du aktuelle Warnungen vor starkem Wind oder eventuelle Straßensperrungen findest – das hat uns übrigens vor einem ordentlichen Schlamassel bewahrt. Und nicht zuletzt: Vergewissere dich vor der Reise, dass du die physische PIN deiner Bankkarte kennst, denn an vielen Selbstbedienungstankstellen rettet dich das Bezahlen per Handy leider nicht.
Wo übernachten und wie viel kostet Nordisland
Übernachtungen auf Island können den Geldbeutel ordentlich strapazieren, aber wenn du weißt, wo du suchen und wie du deine Reise organisieren musst, muss das nicht in den finanziellen Ruin führen. Ein mittleres Budget für ein Paar für eine Woche bewegt sich bei rund 3 600 bis 3 800 € inklusive Flügen und Auto, wobei der größte Posten gleich nach der Anreise das Dach über dem Kopf ist. Wir haben unsere Reise so geplant, dass wir unter festem Dach im Warmen geschlafen haben, denn die Herbstnächte können wirklich eisig werden und Zelten reizte uns nicht besonders.
Wir haben bewusst kleinere familiäre Pensionen, Hostels oder Apartments mit Zugang zu einer Gemeinschaftsküche ausgewählt, was aus unserer Sicht die beste Wahl zum Geldsparen war. Booking.com ist unsere liebste Suchmaschine für Unterkünfte, und wir haben immer versucht, Orte zu finden, an denen wir pro Nacht für zwei Personen rund 20 000 bis 25 000 ISK (etwa 135 bis 170 €) bezahlen.
Der ideale strategische Ausgangspunkt zur Erkundung des Nordens ist definitiv Akureyri, wo du die meisten Möglichkeiten und Geschäfte zum Auffüllen der Vorräte findest. Wenn du dir direkt in der Stadt etwas Luxus gönnen willst, schau dir die Hotels Kea oder Berjaya an, in denen die Preise pro Nacht ab 88 Dollar aufwärts liegen. Für Rucksackreisende ist das lebhafte Hostel Akureyri Backpackers eine super Wahl, wo du leicht andere Reisende triffst und Inspiration für Ausflüge sammelst.
Alternativ kannst du auch eine Unterkunft direkt in der Gegend rund um den See Mývatn versuchen, wo es etwas teurer ist, dafür aber atemberaubende Ausblicke direkt vor der Tür hast. Fantastisch sind etwa das Hotel Laxá oder der beliebte Farmstay Vogafjós, von dem sich übrigens zauberhafte morgendliche Ausblicke auf die über dem See aufgehende Sonne eröffnen – du musst nur lange im Voraus reservieren.
Wenn du dagegen eine morgendliche Walbeobachtung planst, ergibt es enorm viel Sinn, die Nacht gleich in Húsavík zu verbringen, wo das sehr beliebte Fosshotel oder das gemütliche familiäre Cape Hotel liegen, von denen aus es nur ein paar Minuten angenehmer Fußweg zum Hafen ist.
💡 Konkrete Übernachtungstipps (Preise und Verfügbarkeit prüfst du über Booking, reserviere rechtzeitig – in der Saison und rund um die Sonnenfinsternis 2026 sind die Zimmer Monate im Voraus weg):
- Hótel Kea (Akureyri)
- Berjaya Akureyri Hotel (Akureyri)
- Hótel Laxá (Mývatn)
- Vogafjós Farm Resort (Mývatn)
- Fosshótel Húsavík (Húsavík)
Akureyri und Umgebung: 3 Tipps, was du in der Metropole des Nordens sehen solltest
Wenn du nach mehreren Tagen in der Wildnis zum Fjord Eyjafjörður hinabfährst und vor dir die Lichter von Akureyri (gesprochen a-ku-rej-ri) auftauchen, hast du das Gefühl, in einer gigantischen Großstadt angekommen zu sein – obwohl hier nicht einmal dreißigtausend Menschen leben. Das Städtchen ist bezaubernd, die roten Ampeln haben hier die Form kleiner Herzchen und du findest eine hervorragende Infrastruktur zum Auftanken neuer Energie, sodass es zweifellos die Hauptstadt des gesamten Nordens ist.
1. Das Zentrum von Akureyri und der wunderbare botanische Garten
Das Zentrum selbst durchläufst du in etwa zwanzig Minuten, aber es lohnt sich definitiv, an der ikonischen Kirche Akureyrarkirkja Halt zu machen, zu der eine schier endlose Treppe führt und von der sich ein schöner Blick über die Stadt eröffnet.

Steuere danach den örtlichen botanischen Garten (Lystigarðurinn) an, was fünfzig Kilometer südlich des Polarkreises wie ein völliger Unsinn klingt, aber dank eines speziellen Mikroklimas wachsen hier tatsächlich Tausende Pflanzenarten aus aller Welt. Der Eintritt in das gesamte Areal ist komplett kostenlos und im Sommer ist es eine perfekte Oase der Ruhe – wir haben ihn allerdings eher im Herbst bewundert, als die Bäume in allen erdenklichen Farben leuchteten und das fallende Laub eine ungemein romantische Atmosphäre schuf.
Bevor du weiter nach Osten fährst, mach hier unbedingt einen großen Einkauf im örtlichen Supermarkt Bónus, den du zuverlässig am riesigen gelben Logo mit dem schielenden rosa Schweinchen erkennst. Sie haben hier die mit Abstand besten Preise der ganzen Insel, und wir haben uns hier einen Berg Zutaten für unser abendliches Kochen gekauft, um nicht Hunderte Euro in Restaurants entlang der Strecke ausgeben zu müssen, wo die Auswahl für uns Vegetarier manchmal doch etwas eingeschränkt ist.
Ich empfehle außerdem, den Tank vollzumachen, denn die Tankstellen in der Wildnis weiter auf der Route sind meist teurer und manchmal zicken dort die Bezahlterminals. Kauf aber niemals abgefülltes Wasser – das isländische Leitungswasser ist hervorragend, voller Mineralien und überall kostenlos verfügbar.
2. Baden im Waldthermalbad Forest Lagoon
Wenn du eine ruhige Alternative zur überteuerten Blue Lagoon im Süden suchst, die zudem wegen der unberechenbaren vulkanischen Aktivität oft geschlossen oder evakuiert ist, dann ist die Forest Lagoon (Skógarböð) ein Stück außerhalb von Akureyri meiner Meinung nach aktuell das absolut beste Baderlebnis der Insel. Dieses neue Premium-Thermalbad ist clever in einen stillen Birkenhain mit Blick direkt auf den tiefen Fjord eingebettet und bietet ein unglaubliches Erlebnis ohne riesige Menschenmassen kreischender Touristen.

Der Eintritt für einen Erwachsenen kostet rund 5 990 ISK (etwa 41 €) und das Wasser aus natürlichen Thermalquellen hat perfekte 38 bis 40 Grad, was nach einem ganzen Tag des Frierens draußen einfach eine Wonne ist. Pass nur gewaltig auf die unerbittliche isländische Schwimmbad-Etikette auf, von der viele Ausländer keine Ahnung haben.
Vor dem Betreten des Wassers musst du dich komplett nackt und mit Seife duschen, und die Badekleidung ziehst du erst sauber gewaschen an, denn das hiesige Wasser wird viel weniger gechlort und Sauberkeit ist hier heilig. Wenn du versuchst, in Badekleidung in die Dusche zu schlüpfen, erntest du sehr scharfe Blicke und der örtliche Bademeister schickt dich höchstwahrscheinlich sehr schnell zurück in die Umkleide. Ich empfehle, die Tickets für die Forest Lagoon rechtzeitig im Voraus zu reservieren, oft ist es hier ausgebucht.
3. Märchenhafter Sonnenuntergang am Goðafoss
Rund fünfunddreißig Minuten zügige Autofahrt Richtung Osten von Akureyri auf der Hauptstraße Nummer 1 triffst du auf einen der schönsten Wasserfälle der gesamten Route, der die Form eines perfekten breiten Hufeisens hat und als sinnbildliches Eingangstor zum Diamond Circle fungiert. Der Goðafoss, der Wasserfall der Götter, stürzt zwar nur zwölf Meter in die Tiefe, aber die riesige Masse türkisfarbenen Gletscherwassers aus dem Fluss Skjálfandafljót, die sich an den scharfen Basaltfelsen bricht, bietet ein absolut hypnotisches Schauspiel.

Mit ihm ist ein Schlüsselmoment der isländischen Geschichte aus dem Jahr 1000 verbunden, als der einflussreiche hiesige Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði nach langem Nachdenken beschloss, dass Island offiziell das Christentum annehmen würde, um einen drohenden blutigen Bürgerkrieg zu verhindern. Als Zeichen dieses radikalen Schritts warf er seine geschnitzten Holzfiguren der alten nordischen Götter direkt in die schäumenden Fluten – und genau daher stammt der erhabene Name des Wasserfalls.
Wir kamen am Ende unseres neunten Tages genau in dem Moment an, als die Sonne hinter dem Horizont versank und sich der ganze Himmel in unwirkliche Schattierungen von kräftigem Violett und Orange färbte. Es war zwar schon furchtbar kalt und ich musste eine Wollmütze und Winterhandschuhe tragen, aber dort nur mit einer Handvoll anderer Mutiger zu stehen und diesem donnernden Naturelement zu lauschen, zählt zweifellos zu den schönsten romantischen Erlebnissen ganz Islands.
Der Stopp dauert etwa eine Stunde, das Parken kostet rund 750 bis 1 000 ISK und vom Auto bist du an beiden Aussichtspunkten an den gegenüberliegenden Ufern in nur wenigen Minuten bequemen Fußwegs.
4. Skifahren und städtische Schwimmbäder zum Aufwärmen
Falls du zufällig in den Wintermonaten reist und aktive Erholung liebst, verbirgt Akureyri ein riesiges Geheimnis: das fantastische Skigebiet Hlíðarfjall, das direkt über der Stadt liegt. Es ist das konkurrenzlos beste Skigebiet der ganzen Insel mit perfekt präparierten Pisten und einem Blick auf den Ozean, der dir bei der Abfahrt den Atem raubt.

Egal, ob du vom Skifahren oder von einem ganztägigen Trek zurückkehrst – lass auf keinen Fall den Besuch des klassischen Stadtbads in Akureyri aus, in das vor allem die Einheimischen nach der Arbeit zum Entspannen gehen. Für nur 1 200 ISK (etwa 8 €) bekommst du Zugang zu mehreren Außen-Hot-Pots mit verschiedenen Temperaturen, großen Schwimmbahnen und Dampfsaunen – eine herrlich günstige und absolut authentische Alternative zu den teuren Touristenbädern.
Genau in diesen heißen Becken spielt sich auf Island das gesamte gesellschaftliche Leben ab und du besprichst hier mit den Einheimischen wirklich alles – von der Politik bis zum Wetter.
💡 Tipp: Eintrittskarten und organisierte Ausflüge (auf Island und in der Umgebung) lohnt es sich vorab online bei GetYourGuide zu buchen, in der Saison füllen sie sich schnell.
Die Wunder des Sees Mývatn: 5 Orte wie von einem anderen Planeten
Sobald du dich mit dem Auto dem See Mývatn näherst, beginnt sich die umliegende Landschaft in eine seltsame Gestalt zu verwandeln, die wie von einem völlig anderen Planeten voller erstarrter Lava und dampfender Krater wirkt. Das ganze Gebiet ist nämlich das geologische und vulkanische Herz des Nordens. Rechne aber mit einer kleinen und ungemein lästigen Unannehmlichkeit, denn der Name Mývatn bedeutet übersetzt „Mückensee“.

In den Sommermonaten, besonders bei völliger Windstille, schwärmen an seinen flachen Ufern buchstäblich schwarze Wolken winziger Insekten. Diese Biester stechen dich zum Glück zwar überhaupt nicht, aber sie krabbeln dir unerbittlich und beharrlich in Augen, Nase und Ohren. Wenn du also im Juli oder August reist, pack unbedingt ein schützendes Kopfnetz in den Rucksack, das erspart dir viele Nerven. Wir hatten im Herbst zum Glück kein Problem mehr mit den Mücken und konnten in aller Ruhe all diese bizarren Naturphänomene genießen.
5. Hverir und der blubbernde Schlamm auf dem Mars
Dieses faszinierende geothermale Feld riechst du zuverlässig viel früher, als du es über den Hügel überhaupt zu Gesicht bekommst, denn der intensive Schwefelwasserstoff-Geruch nach faulen Eiern haut dir sofort beim Öffnen der Autotür auf dem Parkplatz in die Nase. Hverir, auch Námafjall genannt, ist eine ständig dampfende und aggressiv zischende Ebene voller blubbernder Schlammvulkane, rauchender Fumarolen und unwirklich gefärbter Erdkruste, die in allen Schattierungen von Gelb, Orange und Grau spielt.

Lukáš und ich sind hier etwa anderthalb Stunden umhergewandert, und ich habe die ganze Zeit fasziniert wiederholt, dass ich mir genau so einen einsamen Spaziergang über den Mars vorstelle, denn die umliegenden Hügel haben überhaupt keine Vegetation. Es gibt hier aber eine absolut grundlegende Regel, die du unbedingt einhalten musst: ausschließlich auf den markierten Holzstegen und abgegrenzten Wegen zu bleiben.
Die Erdkruste ist hier tückisch und unsichtbar dünn, der allgegenwärtige graue Schlamm darunter hat eine Temperatur von über hundert Grad, und der kleinste Schritt daneben könnte für dich wirklich sehr ernste Verbrennungen bedeuten, also sei äußerst vorsichtig.
6. Dimmuborgir, die Dunklen Burgen
Nur ein kurzes Stück Fahrt vom See selbst triffst du auf ein weitläufiges Feld riesiger schwarzer Lavasäulen und geheimnisvoller Höhlen, die sich wie die Ruinen einer uralten gotischen Stadt zum Himmel erheben. Diese Formationen entstanden vor Tausenden Jahren in dem Moment, als sich ein ausgedehnter Lavasee nach einer Eruption schnell abkühlte und seine obere Kruste mit gewaltigem Getöse zusammenbrach.

Durch das Labyrinth versteinerter schwarzer Lava führen heute bequeme markierte Wege, die du je nach Länge und Schwierigkeit auswählen kannst, wobei dieses gewaltige Areal komplett kostenlos zugänglich ist.
Fans der Serie Game of Thrones erkennen diesen Ort wahrscheinlich sofort, denn hier wurden im Winter die berühmten Szenen des eisigen Lagers der Wildlinge jenseits der Mauer gedreht. Die Gesamtatmosphäre ist hier herrlich mystisch, und alte lokale Legenden besagen außerdem, dass genau in diesen dunklen Türmen und Tunneln die gefürchteten isländischen Weihnachtskobolde namens Jólasveinar wohnen.
Diese kriechen angeblich jedes Jahr im Dezember aus ihren Höhlen und treiben den Menschen in den Dörfern allerlei boshafte Streiche – vom Wurststehlen bis zum Türenknallen.
7. Die romantische Höhle Grjótagjá
Beim Vorbeifahren am See mach einen kleinen Abstecher zu einer unscheinbaren Erdspalte, in die du sehr vorsichtig über rutschige Felsbrocken hinabsteigen musst, um dich in der kleinen, intimen Lavahöhle Grjótagjá voller glasklaren türkisfarbenen Wassers wiederzufinden. Grjótagjá diente den Einheimischen früher als geheimer und ungemein beliebter Ort zum Baden in wilder Natur.

Nach einer Reihe wilder Vulkanausbrüche des nahen Vulkans Krafla in den siebziger und achtziger Jahren erhitzten sich die unterirdischen Quellen allerdings so stark, dass man es heute darin nicht aushält und jegliches Baden unter Androhung einer Geldstrafe streng verboten ist.
Dieser Ort erlangte abermals durch Game of Thrones enorme weltweite Berühmtheit, denn genau hier brach Jon Snow seinen Schwur der Nachtwache mit der Wildling-Frau Ygritte – und so wechseln sich hier heute leider die Touristenscharen für ein schnelles Instagram-Foto ab. Halte hier aber unbedingt für zehn Minuten an, klettere vorsichtig hinab, sauge diese feuchte, heiße Atmosphäre ein und versuche, ganz leicht die spiegelglatte Wasseroberfläche zu berühren – dann merkst du selbst, dass das Wasser wirklich eine Temperatur hat, in der du dir bequem deinen Nachmittagstee kochen könntest.
8. Earth Lagoon: Die große Neuerung für 2026
Nach einem langen, ermüdenden Tag in Vulkanstaub, Wind und ständigem Schwefelgeruch bekommst du sicher Lust, in heißes Thermalwasser einzutauchen und deine überanstrengten Muskeln zu entspannen – aber am Mývatn musst du aktuell besonders auf den Baukalender achten. Das ursprüngliche und bei Reisenden sehr beliebte blaue Thermalbad Mývatn Nature Baths (isländisch Jarðböðin) hat am 1. Januar 2026 komplett geschlossen wegen umfangreicher Abriss- und Umbauarbeiten, sodass es in der ersten Jahreshälfte leider komplett außer Betrieb ist.

Laut offiziellen Informationen soll dieser ikonische Komplex hoffentlich im Frühjahr oder zu Sommerbeginn unter dem neuen Namen Earth Lagoon wiedereröffnen – mit einem riesigen neuen Gebäude, einem um fünfunddreißig Prozent größeren Becken und Kapazität für fast sechshundert Personen. Der Basiseintritt, das sogenannte Earth Essential, soll bei 7 900 ISK (rund 54 €) beginnen, während die Premium-Variante Signature 9 900 ISK kostet.
Wenn du in der Zeit herkommst, in der noch die Bauarbeiten laufen und das Areal geschlossen ist, verzweifle überhaupt nicht und fahr entweder zurück zur luxuriösen Forest Lagoon bei Akureyri oder weiter nach Norden zum herrlichen Meeresthermalbad GeoSea in Húsavík.
9. Die Pseudokrater Skútustaðagígar
Am Südufer des Sees Mývatn darfst du auf keinen Fall die wundersamen grünen Hügel verpassen, die wie perfekte Miniaturen riesiger Vulkane aussehen und direkt im Wasser sowie an Land verstreut sind. Es handelt sich um die sogenannten Pseudokrater Skútustaðagígar und ist eines der vielen kostenlosen geologischen Wunder dieser fantastischen Gegend. Das Überraschende an ihnen ist, dass aus ihnen niemals in der Geschichte auch nur ein Tropfen Lava sprudelte.


Sie entstanden nämlich so, dass sich ein glühender Strom fließender Lava über sumpfiges, wassergefülltes Gelände ergoss, das Wasser sich unter der undurchlässigen Kruste sofort in eine riesige Menge Dampf verwandelte und die darauffolgenden massiven Explosionen die Erde in die Form perfekter Krater schleuderten.
Heute sind diese Hügel mit weichem Gras bewachsen, um sie herum führen schöne Aussichtspfade und sie sind außerdem ein fantastischer Ort zur Beobachtung Dutzender Arten seltener nordischer Vögel, die am See Mývatn regelmäßig nisten.
Dettifoss, Ásbyrgi und Húsavík: 6 Erlebnisse voller wilder Natur
Wenn du dich vom vulkanischen Höllenschlund auf der Route weiter Richtung des verlassenen Nordostens aufmachst, betrittst du das Königreich des ungebändigten Wassers und gewaltiger Felsklippen, über das der reißende, eisgraue Fluss Jökulsá á Fjöllum herrscht. Genau an diesem mächtigen Fluss liegen die schönsten Wasserfälle, und sein Lauf mündet bis ins eisige Grönlandmeer, aus dem jedes Frühjahr riesige Wale auf der Suche nach Nahrung in die geschützten Buchten kommen.


10. Dettifoss und seine zermalmende Kraft
Stell dich darauf ein, dass dies ein wirklich unfassbares Getöse ist, auf das dich kein Foto vorbereiten kann. Der Dettifoss ist offiziell der mächtigste Wasserfall ganz Europas und seine rohe Kraft ist erschreckend und absolut faszinierend zugleich.

Er misst über vierundvierzig Meter in der Höhe, beachtliche hundert Meter in der Breite, und jede einzelne Sekunde fließen durch ihn durchschnittlich unglaubliche 193 Kubikmeter graues Wasser, gesättigt mit grobem Gletschersand – sodass du, wenn du nahe der Kante auf dem Aussichtspunkt stehst, physisch spürst, wie unter deinen Füßen buchstäblich die ganze Erde vibriert. Regisseur Ridley Scott wusste sehr genau, was er tat, als er sich genau diesen rohen Ort für die dramatische Anfangsszene seines düsteren Sci-Fi-Films Prometheus aussuchte.
Zum Wasserfall führen von Süden zwei Wege, und die Wahl des richtigen ist ein ewiges Dilemma aller Reisenden. Lukáš und ich wählten den westlichen über die Straße 862, weil sie wunderbar neu asphaltiert, bequem befahrbar für absolut jedes normale Auto ist und dich auf eine riesige Aussichtsplattform führt.
Auf das gegenüberliegende Ostufer über die Straße 864 sind wir bewusst nicht gefahren, da es eine raue, staubige Schotterpiste ist, die ausschließlich im Sommer von Juni bis September geöffnet und eher für hohe Geländewagen geeignet ist. Sie rüttelt dir bei der Fahrt zwar zuverlässig die Seele aus dem Leib und überzieht das Auto mit einer dicken Staubschicht, belohnt dich aber dafür, indem sie dich bis an den rutschigen Rand des Abgrunds ohne jegliches Schutzgeländer lässt – ein Erlebnis nur für die Mutigsten.
11. Der kleinere, aber wunderschöne Selfoss
Nur ein wirklich kleines Stück gegen die starke Strömung desselben reißenden Flusses liegt vom Dettifoss ein weiterer wunderbarer und ungemein fotogener Wasserfall namens Selfoss, zu dem ein sehr gut markierter steiniger Pfad führt und den du zu Fuß vom Parkplatz in etwa fünfzehn Minuten bequemen Gehens erreichst. Er ist zwar bei Weitem nicht so hoch und brutal stark wie sein berühmterer Nachbar, aber das Wasser stürzt hier elegant über eine ungemein breite Kaskade aus vielen kleinen Basaltsäulen, was eine fantastische Wasserwand wie aus einem Märchen bildet.

Wir mussten diesen vielversprechenden Spaziergang zum Selfoss leider schweren Herzens auslassen, denn uns erwischte schon am Hauptaussichtspunkt des Dettifoss das überhaupt schauderhafteste isländische Wetter – es wehte ein horizontaler Orkan vermischt mit Eisregen und wir froren nach nur zwanzig Minuten vergeblichen Kampfes mit den Elementen bis auf die Knochen durch.
Wenn du aber auch nur etwas erträglichere Bedingungen hast und dir keine sofortige Unterkühlung droht, mach dich unbedingt auf den Weg, denn die überwältigende Mehrheit der bequemen Leute gibt sich nur mit dem Hauptwasserfall zufrieden, sodass du am Selfoss viel mehr ersehnte Ruhe für perfekte Fotos hast.
12. Das verborgene Juwel Aldeyjarfoss
Wenn du ein Mietauto mit Allradantrieb hast und keine Angst hast, von den asphaltierten Hauptstrecken abzubiegen, mach dich auf die Suche nach einem der erstaunlichsten verborgenen Juwelen des gesamten Nordens, dem Wasserfall Aldeyjarfoss. Du erreichst ihn über die raue Schotterstraße F26, was bedeutet, dass du hier mit einem normalen Mietwagen unter Androhung einer riesigen Geldstrafe nicht hineinfahren darfst, und die Fahrt erfordert etwas mehr Zeit und Mut.

Die Belohnung für diese holprige Fahrt ist aber der Anblick eines massiven Stroms weißen Gletscherwassers, der sich dramatisch hinab in ein tiefes Becken stürzt, das von absolut perfekten sechseckigen Basaltsäulen umgeben ist. Diese dunklen geometrischen Formationen sehen aus, als hätte sie jemand von Hand gemeißelt und wie Orgelpfeifen zusammengesetzt, und sie bilden einen absolut überwältigenden Kontrast zum tobenden, schäumenden Wasser – wenn du also das richtige Auto hast, markiere diesen Ort unbedingt auf der Karte.
13. Der magische Canyon Ásbyrgi
Wenn sich die Straße hinter den Wasserfällen langsam um die Nordküste windet und in den weitläufigen Nationalpark Vatnajökull absinkt, öffnet sich plötzlich vor dir ein riesiger grüner Canyon in Form eines perfekten Hufeisens, der den klangvollen Namen Ásbyrgi trägt. Die Wände aus senkrechtem grauem Basalt stürzen hier aus unglaublicher hundert Meter Höhe herab und schützen sehr untypisch im Inneren einen stillen Birkenhain, was auf dem ewig windumtosten und kahlen Island eine absolute visuelle Seltenheit ist.

Rationale Geologen werden dir zwar überzeugend erzählen, dass diese Formation durch gewaltige katastrophale Fluten aus einem geschmolzenen Gletscher vor Tausenden Jahren ausgehöhlt wurde, aber die Anhänger der alten nordischen Mythologie, denen ich mich an solchen Orten immer gern anschließe, glauben an eine viel romantischere Version. Demnach ist Ásbyrgi nämlich der riesige Hufabdruck des sagenhaften achtbeinigen Pferdes Sleipnir, auf dem einst der höchste Gott Odin höchstpersönlich durch die Himmel ritt.
Halt hier an, mach einen leichten Trek über den Boden des Canyons zum kleinen türkisfarbenen See Botnstjörn oder erklimme den mittleren Felsen Eyjan und genieße diese kathedralenartige Stille, die hier wie ein perfekter Balsam für die Seele wirkt.
14. Das Städtchen Húsavík und die Wal-Safari
Húsavík ist ein wunderschönes Hafenstädtchen mit typischen bunten nordischen Häuschen, einer schönen schneeweißen Holzkirche aus dem Jahr 1907 und schneebedeckten Berggipfeln, die ihm eine monumentale Kulisse verleihen. Vor allem aber wurde es als unbestreitbare Wal-Hauptstadt ganz Europas berühmt, denn in der weitläufigen Bucht Skjálfandi herrschen ideale Bedingungen mit einer riesigen Menge an Meeresplankton.

Die Erfolgsquote bei der Beobachtung dieser riesigen Säugetiere liegt hier zwischen beachtlichen 97 und 99 Prozent. Wenn du schon mal da bist, kannst du dir vor der Fahrt auch das hervorragende Walmuseum mit riesigen Skeletten ansehen, wo der Eintritt 1 600 ISK kostet.
Lukáš und ich haben das berühmte Whale Watching diesmal zwar ausgelassen, weil wir Wale schon früher auf anderen Reisen bewundert haben und lieber mit Kaffee in der Hand durch die verlassenen Hafengassen schlenderten – aber wenn das dein Lebenstraum ist, mach dich unbedingt mit der Gesellschaft North Sailing oder Gentle Giants auf. Die Ausflüge auf traditionellen Eichensegelschiffen dauern rund drei Stunden und kosten für einen Erwachsenen etwa 12 990 ISK (rund 88 €, Kinder zahlen 6 990 ISK).
Die Chance, majestätische Buckelwale, Zwergwale oder verspielt springende Delfine zu sehen, ist hier in den Sommermonaten praktisch hundertprozentig. Wer nach Adrenalin lechzt, kann die superschnellen Schlauchboote RIB wählen, die viel näher an die Wale und Papageientaucher herankommen, dafür zahlst du aber bis zu 21 990 ISK drauf. Im Juni und Juli ist hier manchmal sogar der Blauwal selbst zu sehen, was ein Erlebnis fürs ganze Leben ist.
15. Das beheizte Meeresthermalbad GeoSea
Wenn dir gerade nach der Rückkehr vom eiskalten Boot voller eisigem Ozeanwind die Zähne klappern, oder du einfach den schönsten Ort zur Entspannung nach einem Tag voller anstrengender Wanderungen über die Klippen suchst, liegt gleich über dem Hafen in Húsavík das architektonisch perfekte geothermale Thermalbad GeoSea. Diese dunkelgrauen Becken mit ihrem fantastischen Infinity-Rand sind direkt mit heißem geothermalem Meerwasser gefüllt, das reich an Mineralien ist – was auf der Insel ein absolutes Naturunikat ist, und das salzige Wasser trägt den müden Körper herrlich.

Aus dem heißen Becken, das konstante und ideale achtunddreißig Grad hat, blickst du direkt auf die schneebedeckten nordischen Berge am anderen Ufer des dunklen Fjords, knapp unterhalb des Polarkreises. Mit etwas Glück kannst du sogar aus der Ferne die aufspritzenden Fontänen ausatmender Wale beobachten – direkt aus dem heißen Wasser mit einem beschlagenen Bier oder Drink in der Hand.
Der Eintritt für einen Erwachsenen kostet sehr angenehme 7 490 ISK (etwa 51 €) und genauere Informationen zu den Öffnungszeiten prüfst du lieber immer direkt auf der offiziellen Website von GeoSea, die sich noch vor der Anreise zu checken lohnt.
💡 Tipp: Eintrittskarten und organisierte Ausflüge (auf Island und in der Umgebung) lohnt es sich vorab online bei GetYourGuide zu buchen, in der Saison füllen sie sich schnell.
Wo du im Norden Islands essen kannst
Die meisten Leute werden dich vor der Reise mit der Behauptung erschrecken, dass du im Norden außerhalb von Reykjavík rein gar nichts Zivilisiertes zu essen mehr findest und über einer Dose Bohnen verhungerst – aber die Wahrheit ist, dass besonders die Stadt Akureyri eine kulinarische Szene auf unerwartet hohem Niveau hat.
Ich konzentriere mich in unseren persönlichen Tipps bewusst nicht auf die größten obskuren lokalen Fleischspezialitäten wie den berüchtigten fermentierten Hai oder gekochte Schafsköpfe, denn Lukáš und ich sind Vegetarier und ehrlich gesagt wird uns bei der Vorstellung solcher Gerichte nicht besonders wohl – also haben wir immer mit Freude nach Lokalen mit ehrlichem Gemüse- oder fleischlosem Angebot gesucht.
Am allerliebsten mochten wir hier das hervorragende moderne Lokal Café Berlin in Akureyri, wohin wir dir einen wirklich üppigen späten Brunch mit perfektem Spezialitätenkaffee, tollem frischem Avocado-Toast und vielen Eiern empfehlen, für den du hier recht erträgliche 2 500 bis 3 500 ISK lässt.
Wenn du abends nach einem Tag voller Frieren Lust auf etwas Wärmeres und Traditionelleres hast, kehr im wunderschönen historischen Gebäude des Restaurants Bautinn aus dem Jahr 1902 ein, wo sie überraschend akzeptable Preise haben und wir hier eine absolut perfekte vegetarische Cremesuppe mit frischem Brot gegessen haben. Wenn du eher ein schnelles und günstigeres Mittagessen in lebhafterer Atmosphäre suchst, ist auch das Restaurant im Hostel Akureyri Backpackers oder das nahe moderne Bistro Taste eine super Wahl.
Sei dagegen besonders vorsichtig mit dem überall gepriesenen und luxuriösen Lokal Rub23, das dir bestimmt jeder gedruckte Reiseführer empfiehlt. Es konzentriert sich nämlich fast ausschließlich auf lokalen Fisch und teure Meeresfrüchte, sodass dir hier ein vollwertiges fleischloses Gericht in der Küche nur nach wirklich großem und langwierigem Überreden zubereitet würde.
Für eingefleischte Fleischesser, die deutlich sparen wollen, gibt es aber einen legendären Rettungsanker, und das sind die allgegenwärtigen Tankstellen N1, an denen der klassische isländische Hot Dog (Pylsa) mit knusprigen Zwiebeln und Senf für volkstümliche 820 ISK serviert wird, was viele Reisende eine ganze Woche am Leben hält.
Sobald du von Akureyri weiter in die Wildnis fährst, schrumpfen deine Möglichkeiten natürlich stark. Im Hafenort Húsavík findest du zwar zum Glück ein sehr feines japanisches Bistro namens Hlöðufell mit gutem heißem Ramen und ehrlichen Tofu-Varianten (Hauptgerichte kosten hier rund 2 800 bis 4 000 ISK), aber wir haben die ganze Verpflegung rein pragmatisch gelöst.
Fast jeden einzelnen Abend nach der Rückkehr von den Ausflügen haben wir uns unsere eigenen üppigen Käse-Nudeln und schnelle Gemüsegerichte in den Gemeinschaftsküchen unserer Unterkünfte gekocht, was uns nicht nur viel Geld gespart hat, sondern auch viele Sorgen bei der Suche nach einem geöffneten Restaurant mitten in der undurchdringlichen Dunkelheit der nordisländischen Landschaft.
Vergleich: Diamond Circle vs. Golden Circle
Viele verwirrte Reisende schreiben uns oft mit der Frage, ob sie auf ihrer ersten Reise lieber Zeit für den berühmten und gut erreichbaren Golden Circle nahe Reykjavík opfern oder sich auf die viel längere, teurere und anspruchsvollere Reise zum Diamond Circle machen sollen. Die ehrliche Antwort lautet: Wenn du nach Island nur für ein verlängertes Wochenende fliegst, bleib definitiv im Süden. Den Golden Circle schaffst du von der Hauptstadt aus locker an einem einzigen Tag, und du siehst die größten Geysire und den historischen Nationalpark Þingvellir – auch wenn du dich hier leider unweigerlich durch riesige Menschenmassen mit großen Kameras drängen musst und die Parkplätze aus allen Nähten platzen.
Wenn du aber für diese zauberhafte Insel mindestens sieben volle Tage hast, ist der Norden ein unvergleichlich authentischeres und intensiveres Erlebnis. Während der Süden allzu leicht zugänglich und voller Reisebusse direkt vom Flughafen ist, muss man sich den Norden ein wenig verdienen – durch langes ganztägiges Fahren über menschenleere Ebenen. Belohnt wirst du dafür aber mit viel wilderen Wasserfällen, allen voran dem Dettifoss, aktiven gefährlichen Schlammvulkanen am Mývatn, einer absolut realen und garantierten Chance, Buckelwale zu sehen und diesem herrlichen, freien Gefühl, mitten in der wunderschönen Wildnis ohne Empfang wirklich nur du und die ungebändigte nordische Natur zu sein.
Wohin als Nächstes
Wenn dich der Diamond Circle im Norden Islands genauso in seinen Bann gezogen hat wie uns, oder du gerade erst abends den ganzen Reiseplan deiner Traumreise über die Insel aus Feuer und Eis zusammenstellst, schau dir unbedingt auch unsere anderen Artikel an. Wir haben darin einen Berg praktischer Tipps aus unserem eigenen dreiwöchigen Roadtrip im Van und im Auto geteilt:
- Unser kompletter Island Roadtrip hilft dir, einen durchdachten Reiseplan Tag für Tag ohne unnötiges Hin- und Herfahren zusammenzustellen.
- Wenn du nicht weißt, womit du außerhalb der Sommersaison rechnen musst, habe ich einen sehr ausführlichen Artikel zum Thema Wie ist Island im Oktober und was kostet es geschrieben.
- Liebhaber heißen Wassers und Thermalquellen sollten auf keinen Fall unsere große und sorgfältig zusammengestellte Liste verpassen, in der du die 16 besten heißen Quellen auf Island findest.
- Und wenn du dich nach der grünen Pracht sehnst, die am Nachthimmel tanzt, schau dir unsere Tipps im Artikel Island, Finnland und Norwegen: Wie und wo du Polarlichter erwischst an.
Häufig gestellte Fragen
1. Was ist der Diamond Circle und wie viel Zeit brauche ich dafür?
Es handelt sich um eine atemberaubende Touristenroute im äußersten Norden Islands mit einer Länge von etwa 250 Kilometern, die die Hauptsehenswürdigkeiten wie den Wasserfall Goðafoss, den unruhigen Vulkansee Mývatn, den gewaltigen tosenden Wasserfall Dettifoss, die sagenhafte Schlucht Ásbyrgi und das bezaubernde Walfangstädtchen Húsavík zu einem logischen Ganzen verbindet. Man könnte zwar die gesamte Strecke an einem extrem anstrengenden Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang durchrasen, aber ideal ist es, für die gesamte Rundfahrt zwei bis drei Tage einzuplanen, um entspannt und stressfrei zu reisen.
2. Zu welcher Seite des Wasserfalls Dettifoss sollte man am besten fahren?
Wenn Sie von der Autovermietung einen klassischen normalen Pkw haben, fahren Sie ohne zu zögern auf die Westseite über die neu asphaltierte Straße 862, die Sie zu einem schönen, sicheren Aussichtspunkt führt und die Stoßdämpfer schont. Die Ostseite, erreichbar über die Straße 864, ist wirklich eine raue, staubige und tückische Schotterstraße, die eher für hohe Autos mit Allradantrieb geeignet ist, zudem ist sie in den Wintermonaten wegen Schnee unpassierbar und ausschließlich nur in der Hauptsommersaison geöffnet.
3. Wo kann man am Mývatn im Jahr 2026 baden?
Die berühmten und sehr beliebten blauen Bäder Mývatn Nature Baths (Jarðböðin) wurden leider am ersten Januar 2026 komplett geschlossen wegen umfangreicher Umbauarbeiten und werden erst im Frühling oder eher im Sommer in voller Pracht unter dem neuen erhabenen Namen Earth Lagoon wiedereröffnet. Bis es soweit ist, müsst ihr für eure Entspannung auf großartige und nahe gelegene Alternativen ausweichen, nämlich die versteckten Waldbäder Forest Lagoon bei Akureyri (Eintritt 5 990 ISK) oder die exklusiven Meeresthermen GeoSea, die auf Klippen in Húsavík errichtet wurden (7 490 ISK).
Wie viel kostet ein Walbeobachtungsausflug in Húsavík und wie hoch ist die Chance, welche zu sehen?
Die weitläufige Bucht bei Húsavík gehört zu den absolut besten Orten in ganz Europa, sodass die Chance, hier Wale aus nächster Nähe zu sehen, während der langen Sommersaison zwischen fantastischen 97 und 99 Prozent liegt. Die klassische, ruhige Fahrt mit der bekannten lokalen Gesellschaft North Sailing dauert etwa drei Stunden, oft wird dabei heiße Schokolade zum Aufwärmen serviert und kostet pro Erwachsenem 12.990 ISK. Für ein schnelleres Boot zahlt man sogar über 21.000 ISK.
5. Was sind die berühmten Kriebelmücken am Mývatn und wie kann man sich schützen?
Der isländische Name des Sees bedeutet wörtlich übersetzt „Mückensee“ und im Sommer, besonders wenn auf der Insel absolute Windstille herrscht, bilden sich an seinen Ufern buchstäblich schwarze Wolken kleiner Insekten. Der Vorteil ist zwar, dass diese winzigen Plagegeister glücklicherweise überhaupt nicht stechen und keine Krankheiten übertragen, aber sie fliegen einem unglaublich nervig in großen Mengen in die Augen und Ohren, sodass ihr unbedingt ein leichtes Moskitonetz für den Kopf einpacken solltet – das erspart euch eine Menge Flüche.
6. Ist die Stadt Akureyri wirklich ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung des Nordens?
Absolut die beste, die Sie sich überhaupt wünschen können. Mit knapp dreißigtausend Einwohnern ist es das größte pulsierende Zentrum des gesamten Nordens, Sie finden hier jede Menge Geschäfte mit den günstigsten Lebensmitteln (der legendäre Bónus), viele gute Restaurants mit vegetarischen Optionen, die ausgezeichneten Thermalbäder Forest Lagoon und zum ersten Wasserfall Goðafoss, der das Eingangstor zum Diamantkreis ist, fahren Sie bequem in fünfunddreißig Minuten über Asphalt.
Sollte ich für meine erste Reise eher den Diamond Circle oder den Golden Circle wählen?
Dieses riesige Dilemma hängt ganz von euren zeitlichen Möglichkeiten und eurem Naturell ab. Der Golden Circle im Süden liegt näher am Flughafen in Keflavík, ihr schafft ihn bequem an einem Tag, aber stellt euch auf ziemlich große Menschenmassen und ständig volle Parkplätze ein. Der Diamond Circle ist dagegen viel wilder, menschenleerer und bietet eine absolut einzigartige Kombination aus rauer Vulkanaktivität und Walen, aber die Anreise dorthin kostet euch einfach ein paar Tage längere Fahrt extra. ***
Wo man die besten Flugtickets findet
Mit Lukáš nutzen wir für all unsere Reisen und suchen günstige Flugtickets auf Kiwi, es ist unser absolut beliebtestes Portal für die Planung komplizierterer Flüge durch Europa.
Auto mieten in Island
Ohne ein zuverlässiges Auto kommt man im Norden der Insel definitiv nicht aus, besonders wenn man außerhalb der Hauptsaison im Sommer unterwegs ist, wenn Schnee und Glatteis drohen. Lukáš und ich haben seit langem gute Erfahrungen mit DiscoverCars gemacht, das wir überall auf der Welt nutzen und das euch hilft, das beste Angebot bei verschiedenen Autovermietungen zu finden.
Unterkunft reservieren
Booking.com ist unsere liebste Suchmaschine für Hotels und Unterkünfte, wo wir für das teure Island fast immer lieber kleinere Gästehäuser und Apartments mit Gemeinschaftsküche auswählen, in denen wir uns abends selbst etwas kochen können.
Vergesst nicht die gute Versicherung
Ärztliche Versorgung auf der Insel sowie jeglicher Hubschraubertransport aus der Wildnis ist eine extrem teure Angelegenheit, daher reisen wir in diese Gegenden niemals ohne eine gute Versicherung. Für kürzere Reisen wählen wir AXA (mit 50 % Rabatt) und für längere Weltreisen schwören wir auf die bewährte Versicherung True Traveller. —
Nezapomeňte na dobré pojištění
Lékařská péče na ostrově i jakýkoliv převoz vrtulníkem z pustiny je extrémně drahá záležitost, proto do těchto končin nikdy nevyjíždíme bez kvalitní pojistky. Na kratší cesty volíme AXA (s 50 % slevou) a na delší cesty po světě nedáme dopustit na ověřenou pojišťovnu True Traveller. —
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Buche deine Unterkunft clever
Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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