Stell dir einen Ort vor, an dem steile Granitgipfel direkt in den tiefblauen Ozean abtauchen und sich auf schmalen Landstreifen Dutzende traditionelle rote Fischerhütten drängen. Reine und Hamnøy auf den Lofoten in Norwegen sind genau jenes perfekte Bild, das einem in den Sinn kommt, wenn man an den hohen Norden denkt.
Diese beiden benachbarten Fischerdörfer am südlichsten Zipfel des Archipels sind die unbestrittenen Stars der gesamten Region – hier findest du die fotogensten Kulissen der ganzen Lofoten. Auch wenn es sich um eine recht abgelegene Gegend handelt, solltest du dich darauf einstellen, dass dieser Winkel der Welt Reisende aus aller Welt anlockt, die hierherkommen, um die Mitternachtssonne und das Polarlicht zu erleben.
In diesem Guide schauen wir uns gemeinsam an, wie du den Besuch dieser ikonischen Orte bis ins kleinste Detail planst. Du erfährst, wo du ohne unnötige Strafzettel parkst, von welcher Brücke du die besten Fotos schießt und warum es clever ist, deine Unterkunft auf mehrere Etappen aufzuteilen.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Basis für deine Erkundung: Reine und Hamnøy liegen am südwestlichen Zipfel der Lofoten und sind der ideale Ausgangspunkt für die Erkundung des südlichen Teils der Inseln.
- Traditionelle Unterkunft: Eine Übernachtung in den roten Fischerhütten, den sogenannten Rorbu, ist ein absolutes Muss – buche sie aber am besten ein halbes Jahr im Voraus.
- Wetter wie eine Achterbahn: Die App yr.no wird dein bester Freund, denn auf den Lofoten können sich an einem einzigen Nachmittag drei Jahreszeiten abwechseln.
- Teures Parken: Die meisten Parkplätze im Zentrum von Reine sind kostenpflichtig, und in der Hauptsaison im Sommer verschwinden freie Flächen in unglaublichem Tempo.
- Paradies für Fotografen: In den Wintermonaten bietet Hamnøy einige der besten Bedingungen für die Beobachtung und das Fotografieren von Polarlichtern.
- Logistik auf der E10: Entfernungen werden hier nicht in Kilometern gemessen, sondern in Stunden hinter langsamen Wohnmobilen.

Wann du nach Reine und Hamnøy reisen solltest
Die Wahl der richtigen Jahreszeit beeinflusst ganz entscheidend, welches Erlebnis du aus dem Süden der Lofoten mitnimmst. Die Sommermonate von Juni bis August bringen das Phänomen der Mitternachtssonne, bei dem das Licht nie ganz verschwindet und du problemlos auch um Mitternacht zu einer Wanderung aufbrechen kannst. In dieser Zeit liegen die Durchschnittstemperaturen bei angenehmen 12 bis 15 °C, allerdings musst du damit rechnen, dass es sich um den absoluten Höhepunkt der Touristensaison handelt, in der die schmalen Straßen voller langsamer Wohnmobile sind.
Wenn du dich nach winterlicher Romantik sehnst und dein Hauptziel die Jagd nach Polarlichtern ist, plane deine Reise für den Zeitraum von Ende September bis März. Die winterlichen Lofoten sind rau, oft von starkem Wind und Schneestürmen gepeitscht, aber der Anblick verschneiter Gipfel über den roten Häuschen ist absolut atemberaubend. Bedenke nur, dass im Dezember und Januar die Polarnacht herrscht und das Tageslicht nur wenige Stunden anhält.
Ein perfekter Kompromiss sind die Frühlings- und Herbstmonate, die eine ruhigere Atmosphäre ohne die sommerlichen Menschenmassen bieten. Im Mai beginnt die Natur zu erwachen, im September dagegen färbt sich die Landschaft in wunderschöne Herbsttöne. Das norwegische Wetter ist aber das ganze Jahr über unberechenbar, und es können sich problemlos drei Jahreszeiten an einem einzigen Nachmittag abwechseln 😅. Richte dich daher immer nach der lokalen Vorhersage, die am allergenauesten der norwegische Wetterdienst yr.no anzeigt, und reserviere dir lieber eine ganze Woche für die Lofoten, um eine mögliche Regenfront in Ruhe abwarten zu können.
Die Anreise zum südlichsten Zipfel der Lofoten erfordert eine Menge Geduld, denn die Hauptstraße E10 ist oft schmal und kurvenreich. Von Deutschland aus fliegst du am besten mit einer Umsteigeverbindung (z. B. mit SAS oder Norwegian über Oslo) zum am häufigsten genutzten Flughafen Evenes (EVE) – von dort wartet eine rund 260 Kilometer lange Fahrt auf dich. Auf der Karte sieht das nicht besonders bedrohlich aus, doch reine Fahrtzeit kostet sie mindestens vier Stunden, und das ganz ohne Pausen. In Norwegen werden Entfernungen eben nicht in Kilometern gemessen, sondern in Stunden hinter Wohnmobilen – deshalb empfehle ich dir wärmstens, dich nicht zu hetzen und die gesamte Strecke logistisch aufzuteilen.

Wo du in Reine und Hamnøy übernachten kannst
💡 Tipp für Unterkünfte und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Direkt im Süden der Lofoten zu wohnen ist ein wahr gewordener Traum, erfordert aber strategische Planung und ein recht großzügiges Budget ☺️. Wenn du für eine ganze Woche herkommst, ist die beste Taktik die sogenannte Basislager-Strategie. Verbringe zum Beispiel drei Nächte im Süden in Reine oder Hamnøy und ziehe anschließend für vier weitere Nächte weiter nach Norden Richtung Henningsvær. So sparst du dir lange Stunden mühsamer Hin- und Rückfahrten auf der verstopften E10, denn allein die Strecke von Svolvær nach Reine dauert über zwei Stunden in eine Richtung.
Ein absoluter Klassiker ist die Übernachtung in einem Rorbu – das sind ursprüngliche Fischerhütten, die auf Pfählen direkt über dem Wasser stehen. Früher dienten sie Saisonfischern, heute sind es renovierte Apartments mit moderner Ausstattung. Die Preise für die schönsten Hütten klettern in der Sommerhauptsaison gewöhnlich auf rund 320 € pro Nacht, weshalb es absolut unerlässlich ist, deine Reservierung über Booking ruhig schon ein halbes Jahr im Voraus zu tätigen.
Direkt in Hamnøy findest du die wohl bekannteste Unterkunft der gesamten Lofoten: den Komplex Eliassen Rorbuer. Diese ikonischen roten Hütten zieren wohl jedes zweite Norwegen-Foto und bieten eine unglaublich authentische Atmosphäre mit Blick auf den dramatischen Fjord. Wenn du lieber im Herzen des größten Dorfes mit fußläufig erreichbaren Cafés wohnst, schau dir das luxuriösere Reine Rorbuer direkt im malerischen Hafen an.
💡 Tipp: Wer eine ruhigere und günstigere Alternative mitten auf den Inseln sucht, dem kann ich die Gegend rund um das Dorf Ballstad empfehlen. Es liegt genau auf halber Strecke der Lofoten, Unterkünfte wie das Kræmmervika Havn bekommst du hier für rund 170 € pro Nacht, und nach Reine ist es von hier aus nur etwa eine Stunde Fahrt. Direkt im Süden probiere dann das Sakrisøy Rorbuer aus, wo die Häuschen eine charakteristische gelbe Farbe haben und einen schönen Kontrast zum umgebenden blauen Wasser bilden.

6 Tipps, was man in Reine und Hamnøy sehen und unternehmen kann
Schauen wir uns nun im Detail an, was diese atemberaubende Gegend Bestes zu bieten hat. Du erfährst, wohin du für die schönsten Ausblicke aufbrechen solltest, wie du Ausflüge in die Umgebung organisierst und worauf du bei der Planung deines Tagesprogramms achten musst.

1. Hamnøy und der berühmte Blick von der Brücke
Wenn du von Norden auf der Hauptstraße E10 anreist, ist Hamnøy das allererste der Reihe ikonischer Dörfchen, das dich im Süden empfängt. Das Dorf selbst ist ziemlich winzig, verbirgt aber den meistfotografierten Ausblick ganz Norwegens, der sich direkt von der Brücke öffnet, die Hamnøy mit der benachbarten kleinen Insel verbindet. Genau von hier siehst du die berühmten roten Hütten Eliassen Rorbuer, die auf rauen Felsen direkt unter dem majestätischen Berg Festvågtind aufgereiht sind.
Das beste Licht zum Fotografieren herrscht hier am frühen Morgen, wenn die Fjordoberfläche oft spiegelglatt ist und sich die umliegenden Berge perfekt darin spiegeln. Während der Wintermonate verwandelt sich diese Brücke in den Hauptversammlungsort der Polarlichtjäger, die hier im eisigen Wind geduldig auf das grüne Schauspiel am Himmel warten. Wenn du im Winter herkommst, vergiss nicht wirklich warme Kleidung und ein besonders stabiles Stativ, denn die Windböen vom Ozean können sehr stark sein.
Das Parken an dieser berühmten Brücke ist stark eingeschränkt und es entstehen hier oft gefährliche Situationen. Ideal ist es daher, das Auto auf einem kleinen Rastplatz kurz vor der Brücke abzustellen und den Rest der Strecke zu Fuß über den markierten Seitenstreifen zu gehen. Achte stets auf deine größtmögliche Sicherheit und bewege dich nicht direkt auf der Fahrbahn, denn die E10 ist die einzige Verkehrsader des gesamten Archipels und es fahren hier auch sehr schwere Lastwagen durch.

2. Reine und Spaziergänge unter den Gipfeln
Reine fungiert als natürliches Zentrum der gesamten südlichen Region und wirkt im Gegensatz zu den umliegenden Siedlungen wie ein echtes, wenn auch sehr kleines Städtchen. Du findest hier alles Nötige – von der Tankstelle bis zum Supermarkt Coop, wo du bequem deine Lebensmittelvorräte auffüllen kannst. Rechne aber damit, dass die Lebensmittelpreise hier etwa doppelt so hoch sind wie in Deutschland 😅. Ein Bummel durch die Gassen des Dorfes ist ein Erlebnis für sich, denn aus jedem Blickwinkel öffnen sich fantastische Ausblicke auf die Granitwände, die ins Meer abfallen.
Das Herz des Dorfes ist der malerische Hafen, in dem kleine Fischerboote und Ausflugsschiffe schaukeln. Wenn du einen Moment der Ruhe bei einem ausgezeichneten Kaffee genießen möchtest, halte unbedingt in der örtlichen Bringen Kaffeebar, die für ihre perfekten Zimtschnecken und ihr gemütliches Interieur bekannt ist. Es ist ein absolut ideales Refugium, in das du dich flüchten kannst, wenn dich draußen ein typisch norwegischer Regenschauer überrascht.
Das Parken in Reine kann sich in der Sommersaison in einen echten Albtraum verwandeln. Die meisten freien Flächen im Zentrum sind streng reguliert, und die größte Chance, einen Platz zu finden, hast du auf dem zentralen Parkplatz Reine Outer Harbor, wo etwa 35 NOK (rund 3 €) pro Stunde fällig werden. Das Bezahlsystem funktioniert ganz einfach über die mobile App EasyPark, die du dir auf jeden Fall noch vor der Reise aufs Handy laden solltest.
💡 Tipp: Wenn du mit dem Auto etwa 15 Minuten weiter nach Süden fährst, erreichst du das Dörfchen Å, wo die E10 endgültig endet und wo du eine weitere großartige Bäckerei, die Bakeri Å, findest.

3. Sakrisøy und die gelben Häuschen
Bei der Fahrt zwischen Hamnøy und Reine stößt du garantiert auf die kleine Insel Sakrisøy, die sofort deine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Im Gegensatz zu allen umliegenden Dörfern, die schon seit Jahrhunderten strikt rot sind, leuchten die hiesigen Rorbu in hellem Gelb. Dieser auffällige Farbunterschied hat interessante historische Wurzeln und kommt bis heute vor allem Fotografen zugute, denen die leuchtend gelben Häuschen die Bildkomposition wunderbar beleben.
Die kleine Insel ist auch ein sehr bekannter gastronomischer Halt dank des beliebten Lokals Anita’s Sjømat. Dieses Geschäft und Bistro in einem bietet eine breite Palette lokaler Produkte. Eine typische Zutat der Lofoten ist der getrocknete Kabeljau namens Skrei, den du hier überall an riesigen Holzgestellen hängen siehst. Im Bistro bereitet man für Fleischliebhaber die berühmten Fischburger zu (einer kostet rund 200 NOK, etwa 17 €), die die Leute meist in kleinen Boxen mit nach draußen auf die Bänke mit perfektem Fjordblick nehmen. Vegetarier kommen hier leider nicht besonders auf ihre Kosten und sollten lieber das Café im benachbarten Reine besuchen.
Wenn dich die lokale Geschichte und Kultur interessieren, findest du auf Sakrisøy auch ein einzigartiges Spielzeug- und Antiquitätenmuseum, bekannt als Dagmar’s Museum of Dolls and Toys. Es ist eine absolut faszinierende und leicht nostalgische Sammlung von Hunderten Gegenständen aus dem letzten Jahrhundert, die einen sehr interessanten Einblick in den Alltag der einstigen Bewohner der Lofoten bietet. Dieses Museum eignet sich hervorragend als Alternativprogramm für einen regnerischen Nachmittag, an dem du gerade keine Lust auf eine Bergtour hast.

4. Aufstieg zum Reinebringen
Wenn es eine einzige Wanderung gibt, die du dir auf den Lofoten einfach nicht entgehen lassen darfst, dann ist es der Aufstieg zum Berg Reinebringen. Obwohl dieser ikonische Gipfel mit 448 Metern über dem Meeresspiegel recht bescheiden daherkommt, bietet er den konkurrenzlos ikonischsten Panoramablick auf den gesamten Archipel. Aus der Vogelperspektive hast du hier die Dörfer Reine, Sakrisøy und Hamnøy buchstäblich auf einen Blick – genau dieser Anblick ist es, wegen dem Menschen aus aller Welt hierherkommen.
Der Weg nach oben war früher sehr gefährlich und voller rutschigem Geröll, doch vor einigen Jahren haben erfahrene Sherpas aus Nepal hier eine imposante Steintreppe errichtet. Es erwarten dich fast zweitausend extrem steile Stufen, die deine Oberschenkel und Knie ordentlich fordern. Der Aufstieg dauert im Durchschnitt ein bis zwei Stunden reine Gehzeit, je nach deiner aktuellen körperlichen Verfassung, und du solltest ihn keinesfalls unterschätzen, besonders an heißen Sommertagen.
Bei der Planung des Aufstiegs solltest du bedenken, dass man direkt unter dem Berg nirgends vernünftig parken kann. Das Auto musst du auf den kostenpflichtigen Plätzen direkt im Zentrum von Reine abstellen und zum Anfang des Pfades beim Tunnel rund einen Kilometer zu Fuß über den Seitenstreifen der Hauptstraße gehen.
💡 Tipp: Detaillierte Informationen zum Schwierigkeitsgrad, zu den Parkmöglichkeiten und zu den Sicherheitsregeln für diesen steilen Aufstieg haben wir für dich in einem speziellen Artikel rein zum Reinebringen aufbereitet. Lies ihn unbedingt in Ruhe, bevor du dich auf die endlosen Treppen begibst.

5. Mit der Fähre zum Strand Bunes
Vom Hafen in Reine fährt regelmäßig eine kleine Schiffslinie namens Reinefjorden ab, die wie ein lokaler Wasserbus funktioniert und den Weg zu den abgelegeneren Winkeln eröffnet. Dein Ziel sollte die Haltestelle im verlassenen Dörfchen Vindstad sein, von wo aus eine unglaublich leichte und sehr angenehme Wanderung zu einem der schönsten Strände ganz Norwegens führt. Schon die rund 25-minütige Fahrt durch den tiefen, von steilen Felsen umgebenen Fjord ist ein absolut fantastisches Erlebnis.
Nach dem Anlegen in Vindstad erwartet dich ein leichter zwei Kilometer langer Spaziergang über einen befestigten Weg mit minimalen Höhenunterschieden von rund 80 Metern. Es ist eine so gemütliche Strecke, dass sie problemlos auch Familien mit Kindern in der Trage schaffen. Ganz am Ende des Weges öffnet sich vor dir plötzlich eine riesige Bucht mit schneeweißem Sand namens Bunes Beach, die von drei Seiten magisch von mächtigen Bergen eingeschlossen ist. Das Wasser ist hier zwar selbst mitten im heißen Sommer eiskalt, aber die Kulisse ist absolut atemberaubend und ideal für ein langes nachmittägliches Picknick.
In der Sommerhauptsaison solltest du die Tickets für diese kleine Fähre unbedingt rechtzeitig online reservieren, denn die Kapazität des Schiffs ist sehr begrenzt und vor Ort ist es oft schon hoffnungslos ausverkauft. Wenn dich noch weitere ähnlich atemberaubende Orte in der Umgebung interessieren, schau dir unsere Übersicht der schönsten Strände der Lofoten an.

6. Ausflug zum Kvalvika Beach und zu den Brücken bei Fredvang
Obwohl der berühmte Kvalvika Beach nicht direkt in Reine selbst liegt, ist es ein sehr beliebter Halbtagesausflug, der von hier aus absolut leicht erreichbar ist. Mit dem Auto sind es lediglich 15 Kilometer und rund 20 Minuten Fahrt. Schon die Anfahrt selbst ist ein großes Erlebnis, denn du fährst über die ikonischen geschwungenen Brücken im Dorf Fredvang, die die benachbarte Insel effektvoll mit dem Festland verbinden. Diese Brücken sehen aus der Ferne aus wie riesige Betonwellen und gehören zu Recht zu den meistfotografierten architektonischen Elementen der ganzen Region.
Vom Parkplatz kurz hinter Fredvang erwartet dich ein rund einstündiger, leicht steiler Aufstieg über einen Bergsattel, nach dem sich dir ein atemberaubender Blick auf die wilde Bucht Kvalvika öffnet. Der Strand wird malerisch von dunklen Felsen gesäumt und wurde weltweit unter anderem durch einen Dokumentarfilm über zwei mutige Surfer berühmt, die hier einen ganzen rauen Winter in einer selbstgebauten Hütte aus angeschwemmtem Treibholz verbracht haben.
Die Wanderung ist mittelschwer und problemlos für jeden durchschnittlich fitten Wanderer machbar. Nach Regen ist der Pfad allerdings oft sehr matschig und unangenehm rutschig. Vergiss daher nicht, gute wasserdichte Schuhe mit griffiger Sohle einzupacken, denn das Moorgebiet am Anfang der Strecke kann tückisch sein und trockenen Fußes kommt man nur sehr schwer hindurch.
💡 Tipp: Wenn du keine Lust auf eine Bergwanderung hast, fahre mit dem Auto noch etwa 2 Kilometer hinter die Brücken zum nahen Strand Yttersand, den du ganz ohne Anstrengung erreichst.
Wohin von Reine und Hamnøy aus weiter
Sobald du den südlichen Zipfel gründlich erkundet hast, empfehle ich dir, in gemächlichem Tempo Richtung Norden aufzubrechen. Auf dem Weg über die E10 stößt du auf unzählige wunderschöne Halts, seien es die Surferstrände beim Dorf Ramberg oder versteckte Fischersiedlungen wie Nusfjord, die aussehen, als sei in ihnen die Zeit vor hundert Jahren stehen geblieben.
Wenn du dir ein Gesamtbild davon machen möchtest, was der Archipel sonst noch zu bieten hat, wirf unbedingt einen Blick in unseren ausführlichen Artikel, der als großer Lofoten-Guide dient. Darin findest du komplette Reiserouten und Tipps für die nördlicheren Gebiete rund um die Städte Leknes und Svolvær.
Die Planung einer Basis für weitere Etappen kann eine logistische Nuss sein. Damit du dir stundenlanges Suchen und Vergleichen ersparst, haben wir für dich eine detaillierte Analyse vorbereitet, wo man auf den Lofoten wohnen sollte – inklusive Tipps zu konkreten Gebieten, die sich als Ausgangspunkt für den nördlichen Teil deiner Reise lohnen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet das Parken in Reine?
Die meisten Parkplätze im Zentrum von Reine und an den beliebten Aussichtspunkten sind gebührenpflichtig. Auf dem größten Auffangparkplatz Reine Outer Harbor zahlt ihr etwa 35 NOK pro Stunde. Zum Bezahlen empfehle ich euch unbedingt die App EasyPark, die in ganz Norwegen absoluter Standard ist und euch die lästige Suche nach Parkautomaten erspart.
Gibt es Supermärkte vor Ort?
Ja, direkt in Reine findest du einen recht gut sortierten Supermarkt Coop, wo du alle Grundnahrungsmittel kaufen kannst. Rechne aber damit, dass die Lebensmittelpreise hier etwa dreimal so hoch sind wie in Tschechien. Größere Supermärkte mit breiterem Angebot und besseren Preisen (zum Beispiel Rema 1000 oder Kiwi) findest du dann in der Stadt Leknes, die etwa eine Stunde Fahrt nach Norden entfernt ist.
Brauche ich in Norwegen Bargeld?
Definitiv nein. Norwegen ist heute praktisch eine bargeldlose Gesellschaft und du kannst deine Kreditkarte problemlos überall verwenden, von den kleinsten Cafés bis zur Bezahlung öffentlicher Toiletten oder Fährtickets. Du musst überhaupt kein Bargeld abheben, während deines gesamten Aufenthalts wirst du wahrscheinlich nicht einmal norwegische Geldscheine zu Gesicht bekommen.
Wann sind die Chancen am größten, Polarlichter zu sehen?
Die Saison der Polarlichter findet auf den Lofoten von Ende September bis Anfang April statt. Die absolut besten Bedingungen herrschen während klarer, frostiger Winternächte abseits der Lichtverschmutzung der Dörfer, zum Beispiel direkt auf der Brücke in Hamnøy. Zur Beobachtung der Sonnenaktivität empfehle ich, die Aurora-App auf dein Handy herunterzuladen, die dich rechtzeitig über herannahende Sonnenstürme informiert.
Kann ich in der Gegend mit einer Drohne fliegen?
Die Regeln für das Drohnenfliegen sind in ganz Norwegen ziemlich streng und müssen unbedingt eingehalten werden. In bebauten Gebieten, Nationalparks und über Menschenansammlungen ist das Fliegen ohne Sondergenehmigung strikt verboten. Außerdem sind in der Umgebung von Reine gelegentlich Rettungshubschrauber unterwegs. Überprüft daher immer sorgfältig die aktuelle Karte der Flugverbotszonen, bevor ihr abhebt.
Sind die Straßen im Winter sicher?
Norwegens Straßendienste funktionieren absolut hervorragend, aber im Winter werden die Straßen auf den Lofoten nicht bis auf blanken Asphalt geräumt. Stattdessen wird absichtlich eine Schicht aus festgefahrenem Schnee und Eis belassen. Alle Autos der örtlichen Verleihfirmen sind automatisch mit hochwertigen Winterreifen mit Metallspikes ausgestattet, sodass das Fahren überraschend stabil ist, aber trotzdem müsst ihr maximal vorsichtig fahren.
Kann man das Leitungswasser trinken?
Ja, das Leitungswasser ist in ganz Norwegen völlig unbedenklich, kristallklar und schmeckt viel besser als die meisten Flaschenwasser aus dem Supermarkt. Bringt auf jeden Fall eure eigene wiederverwendbare Flasche mit und füllt sie direkt in eurer Unterkunft oder an öffentlichen Trinkbrunnen auf. So spart ihr eine Menge Geld und unnötigen Plastikmüll.
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