Griechisches Essen 2026: 20 Spezialitäten, die du probieren musst (und wie du nicht reinfällst)

Wenn man Griechenland sagt, denken die meisten von uns neben antiken Säulen und blau-weißen Kirchlein vor allem an eines: das Essen. Und das ist kein Zufall. Griechisches Essen zieht einfach an – allein die Suchbegriffe rund um die dortige Küche tippen Menschen monatlich fast fünf Millionen Mal in Suchmaschinen ein.

Das Geheimnis liegt dabei nicht in komplizierten Kochtechniken. Es beruht auf absoluter Frische der Zutaten, einer großzügigen Portion Olivenöl und vor allem auf der Art und Weise, wie in Griechenland gegessen wird. Essen ist hier nämlich nicht bloß Treibstoff, sondern ein gesellschaftliches Ereignis, ein Ritual und der perfekte Vorwand, um mit Familie oder Freunden auch mal drei Stunden am Stück am Tisch zu sitzen.

Und gleich eine gute Nachricht vorweg, vor allem für uns Vegetarier: Dank der riesigen Auswahl an Gemüse-Mezedes, Hülsenfrüchten und Käse gehört Griechenland zu den vegetarierfreundlichsten Küchen überhaupt. In diesem Guide zeige ich dir 20 griechische Spezialitäten, die du probieren musst, dazu, was und wann du essen solltest, was du trinken kannst und wie du den häufigsten Touristenfallen entgehst. Los geht’s. ☺️

Tisch voller griechischer Spezialitäten in einer Taverne, Souvlaki, Salate und Tzatziki
Foto: DocWoKav, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
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Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Die Basis von allem sind Mezedes, kleine Vorspeisenteller, die in die Tischmitte gestellt werden und von denen alle naschen. Bestelle nach und nach, nicht alles auf einmal.
  • Die heilige Dreifaltigkeit der Klassiker: griechischer Salat Horiatiki, Tzatziki und überbackene Moussaka. Dazu Pastitsio und gefüllte Gemista.
  • König der Straße sind Gyros und Souvlaki. Sie werden oft verwechselt, dabei gibt es einen Unterschied (erklären wir unten). Heute gibt es auch vegetarische Varianten.
  • Vegetarier kommen voll auf ihre Kosten: Fava, Gigantes, Dakos, gefüllte Gemista Orfana, gebratener Käse Saganaki und Dutzende Gemüsevorspeisen.
  • Der süße Abschluss: Baklava, Galaktoboureko, Loukoumades und griechischer Joghurt mit Honig und Nüssen.
  • Was trinken: tagsüber eisgekühlter Frappé oder Freddo Espresso, abends Ouzo, Tsipouro oder Assyrtiko-Wein.
  • Vorsicht vor Fallen: „Bread Scam“, Fisch nach Gewicht, Speisekarten ohne Preise und Restaurants mit Schlepper vor dem Eingang.

Tavernen-Kultur: Wie in Griechenland gegessen wird

Außensitzplätze einer griechischen Taverne mit gedeckten Tischen und Stühlen
Foto: Eden, Janine and Jim from New York City, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Die Grundzelle der griechischen Esskultur ist die Taverne. Gestärkte weiße Tischdecken und leise Musik solltest du aber nicht erwarten. Eine echte griechische Taverne ist laut, riecht nach Grill und Meer, und die Tische sind mit Papiertischdecken bedeckt, die mit Plastikklammern festgehalten werden, damit sie der Wind nicht wegweht.

Die Basis von allem sind die schon erwähnten Mezedes. Kleine Teller mit Vorspeisen und Häppchen landen in der Tischmitte, und alle naschen davon, dazu fließen Ouzo, Tsipouro oder lokaler Wein in Strömen. Griechen bestellen selten ein einziges Hauptgericht nur für sich, viel lieber füllen sie den Tisch mit einem Haufen kleinerer Portionen und teilen sich das Essen. Es ist eine Art zu speisen, in die du dich leicht verliebst, weil du so locker zehn Sachen auf einmal probieren kannst.

Auch das richtige Timing spielt eine Rolle. Zwischen drei und sechs Uhr nachmittags halten die Griechen Siesta, und viele traditionelle Küchen haben geschlossen oder kochen nur für Touristen. Das echte kulinarische Leben pulsiert hier erst nach neun Uhr abends, wenn du also um sieben kommst, sitzt du dort wahrscheinlich allein mit anderen Ausländern.

💡 Tipp: Gleich nach dem Hinsetzen bringt dir der Kellner in touristischen Gegenden (etwa in der Athener Plaka oder auf Mykonos) ungefragt Brot und abgefülltes Wasser. Das nennt sich „Bread Scam“ und taucht auf der Rechnung als Posten von 1 bis 3 Euro pro Person auf. Die Praxis ist legal, aber die Gebühr muss auf der Speisekarte stehen. Fehlt sie dort, hast du jedes Recht, dich zu wehren.

Die heilige Dreifaltigkeit (und ein paar mehr) der griechischen Klassiker

Portion überbackene griechische Moussaka mit Auberginenschichten und Käsekruste
Foto: JIP, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Bevor du dich ans Entdecken regionaler Spezialitäten machst, lohnt es sich, die absoluten Grundlagen zu beherrschen, auf denen die griechische Küche steht.

Horiatiki (griechischer Salat) ist die absolute Säule. Er besteht aus grob geschnittenen Tomaten, Gurken, roten Zwiebeln, Kalamata-Oliven und grüner Paprika, das Ganze mit hochwertigem Olivenöl übergossen und mit Oregano bestreut. In einem authentischen Horiatiki findest du niemals Blattsalat, und der Feta wird nicht gewürfelt, sondern thront obenauf als ein großes Stück. Es ist eines der besten Gerichte, die du bei Hitze genießen kannst.

Tzatziki kennst du wahrscheinlich auch von zu Hause. Dicker griechischer Joghurt, geriebene und ausgedrückte Gurke, jede Menge Knoblauch, Olivenöl und ein Spritzer Essig oder Zitrone. Der perfekte Dip zu Brot und Gemüse.

Moussaka ist das ikonische Schichtgericht aus Auberginenscheiben, Kartoffeln und Hackfleisch mit Tomatengrundlage und einer Prise Zimt, übergossen mit einer dicken Béchamelschicht und goldgelb überbacken. Traditionell wird sie mit Lamm oder Rind zubereitet, aber in vielen Tavernen findest du heute auch eine hervorragende vegetarische Version nur mit Gemüse. Das verwandte Pastitsio ist dann die griechische Antwort auf Lasagne, bei der statt Nudelplatten lange Röhrennudeln zum Einsatz kommen.

Und zu guter Letzt die Gemista, also große Tomaten oder Paprika, gefüllt mit Reis und Kräutern und im Ofen gebacken. Es gibt eine Variante mit und ohne Fleisch, die fleischlose heißt schön Orfana – „die Verwaiste“ – und genau die ist ein absoluter vegetarischer Klassiker.

Street Food: Gyros, Souvlaki und ihr Unterschied

Griechisches Gyros im Pita-Brot mit Fleisch, Gemüse und Zitrone
Foto: Sarah Stierch, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Griechenland hat eine riesige Street-Food-Tradition, und an ihrer Spitze stehen zwei Begriffe, die Reisende ständig verwechseln. Also klären wir das ein für alle Mal.

Souvlaki sind kleine Fleischstücke (meist Schwein oder Hähnchen), auf einen Spieß gesteckt und über Holzkohle gegrillt. Du kannst sie einfach so auf dem Teller mit Zitrone essen oder im Pita eingewickelt mit Tomaten, Zwiebeln, Pommes und Tzatziki. Gyros hingegen wird aus dünnen Fleischscheiben zubereitet, die auf einen riesigen vertikalen Spieß gestapelt werden, von dem es langsam gebraten und abgeschnitten wird. Ins Pita kommt es dann genauso. Kurz gesagt: Souvlaki ist der Spieß, Gyros ist der drehende Drehspieß.

Für die Einheimischen ist das ein nationales Fast Food, das nur ein paar Euro kostet. Als Vegetarier musst du nicht verzweifeln, viele Läden bieten heute Gyros aus Pilzen oder Halloumi an, und in jeder größeren Stadt stößt du auf Falafel im Pita, das genauso gut funktioniert.

Sobald du von der Küste in die Berge fährst, wartet eine andere Liga auf dich. Die dortigen Tavernen servieren Paidakia (gegrillte Lammkoteletts) und Kleftiko, also Lamm, langsam in Pergament gegart. Der Name Kleftiko stammt vom Wort für Räuber, die gestohlenes Fleisch einst in Erdgruben backten, damit der Rauch sie nicht verriet. Für Fleischliebhaber sind das berühmte lokale Spezialitäten.

Käsesorten, die du probieren musst

Saganaki, gebratener griechischer Käse goldgelb in der Pfanne angebraten
Foto: Tammy Green from Chicago, USA, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Die Griechen verzehren europaweit am meisten Käse pro Kopf, und das wundert uns überhaupt nicht. Den Löwenanteil daran hat verständlicherweise der Feta, ein salziger, krümeliger Käse aus Schaf- (und manchmal auch Ziegen-)milch mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Nach EU-Regeln darf so nur Käse verkauft werden, der im griechischen Festland und auf der Insel Lesbos hergestellt wird.

Feta ist aber bei Weitem nicht das einzige Milchwunder. Graviera ist ein Hartkäse mit süßlich-nussigem Geschmack, ideal zum Wein. Manouri ist ein cremiger und milder Molkenkäse, der in süße wie herzhafte Kuchen wandert.

Und dann gibt es noch unseren größten Favoriten, Saganaki. Das ist eigentlich keine Käsesorte, sondern eine Zubereitungsart. Eine Scheibe Hartkäse wird in Mehl gewendet und scharf in der Pfanne angebraten, sodass sie eine knusprige Kruste und einen schmelzenden Kern hat, und wird heiß serviert, reichlich mit Zitrone beträufelt. Als einfache vegetarische Vorspeise ist das ein Volltreffer.

Meeresfrüchte: mehr als nur Fisch auf dem Teller

Gegrillter Oktopus über Holzkohle, traditionelle griechische Meeresspezialität
Foto: Klearchos Kapoutsis from Santorini, Greece, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Der Oktopus, der wie Wäsche an einer Leine vor der Taverne trocknet, gehört zu den typischsten Bildern der griechischen Küste. Die Sonne entzieht ihm überschüssiges Wasser und intensiviert seinen Geschmack, bevor er auf den Grill wandert. Meeresfrüchte sind hier für Einheimische und Besucher ein riesiges Thema und gehören zu dem, was sich an der Küste viele Leute nicht entgehen lassen.

Zu den beliebtesten Meeresspezialitäten gehören Kalamarakia (frittierte Tintenfischringe mit Zitrone), gegrillte Sardinen Sardeles oder Garides Saganaki, also Garnelen in einer dicken Tomatensoße mit Feta und einem Schuss Ouzo geschmort. Von frischem Fisch lieben die Griechen Tsipoura (Goldbrasse) und Lavraki (Wolfsbarsch).

⚠️ Wenn du dich an Meeresfrüchte wagst, achte ganz besonders auf die Preise. Frischer Fang (auf der Karte oft als „catch of the day“ bezeichnet) wird nicht pro Portion verkauft, sondern nach Gewicht. Bevor du den Fisch bestellst, lass ihn dir zeigen, wiegen und gleich den Endpreis nennen. Sonst trifft dich beim Bezahlen vielleicht der Schlag.

Regionale Spezialitäten: Jede Insel schmeckt anders

Griechische Fava, cremiger Aufstrich aus gelben Erbsen mit Olivenöl und Zwiebeln
Foto: Waldviertler, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die griechische Küche ist alles andere als einheitlich. Jede Region pflegt eigene Traditionen, Zutaten und historische Einflüsse, sodass du, selbst wenn du ganz Griechenland durchquerst, jedes Mal ein bisschen anders isst. Hier ein kleiner Überblick.

RegionTypische SpezialitätenWarum probieren
KretaDakos (Zwieback mit Tomaten und Mizithra-Käse), Kalitsounia (Käse- oder Kräutertaschen), Tresterbrand RakiDie kretische Diät gilt als die gesündeste der Welt, das Essen ist hier erdig und voller lokaler Kräuter
Korfu und Ionische InselnSofrito (Kalb in Knoblauchsoße), Pastitsada (Fleisch mit Nudeln), Bourdeto (scharfer Fischeintopf)Die Inseln fielen nie unter osmanische Herrschaft, die Küche prägten Jahrhunderte venezianischen Einflusses
Thessaloniki und NordgriechenlandBougatsa (Filoteig mit Creme oder Käse), spezielles Gyros, kräftige GewürzeThessaloniki ist die kulinarische Hauptstadt Griechenlands mit Einflüssen von Flüchtlingen aus Kleinasien
SantoriniFava (Püree aus gelben Erbsen), Tomatokeftedes (Tomatenpuffer), Assyrtiko-WeinDer vulkanische Boden verleiht Tomaten und Reben einen unglaublich konzentrierten Geschmack
NaxosNaxos-Kartoffeln, Arseniko-Käse, Kitron-LikörDie fruchtbarste Insel der Kykladen, die mit ihren Kartoffeln und Käsesorten den Rest Griechenlands versorgt

Für uns Vegetarier sind in dieser Tabelle wahre Schätze versteckt. Der kretische Dakos, die Fava von Santorini und Tomatokeftedes gehören zum Besten, was die griechische Küche zu bieten hat, und Fleisch fehlt darin überhaupt nicht.

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Der süße Abschluss

Baklava, süßes Dessert aus Blätterteig mit Nüssen, durchtränkt von Sirup
Foto: Challiyan, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Griechische Desserts sind schwer, klebrig und brutal süß, fast immer spielen Honig, Nüsse und hauchdünner Filoteig die Hauptrolle. Und wir haben uns in sie verliebt.

Der absolute Klassiker ist Baklava, geschichteter Teig mit gehackten Walnüssen, durchzogen von süßem Sirup. Noch einen Schritt weiter geht Galaktoboureko, Filoteig gefüllt mit reichhaltiger Grießcreme, die nach dem Backen ebenfalls in Sirup ertränkt wird. Und Liebhaber von Frittiertem müssen Loukoumades probieren, kleine griechische Krapfen, goldgelb frittiert, mit heißem Honig übergossen und mit Zimt bestreut.

Du sehnst dich nach etwas Leichterem? Purer griechischer Joghurt mit Honig und Walnüssen funktioniert perfekt als Dessert, und in vielen Tavernen bringen sie ihn dir sogar gratis als Aufmerksamkeit des Hauses nach dem Essen.

Was trinken: von Frappé bis Retsina

Traditioneller griechischer Kaffee Ellinikos Kafes serviert in einer kupfernen Briki-Kanne
Foto: Antonio Fajardo i López, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Die Griechen sind ein Volk von Kaffeeliebhabern, ihre Kaffeekultur hat aber ihre Eigenheiten. Im Sommer triffst du auf zwei Nationalgetränke. Das erste ist der Frappé, Instantkaffee mit Wasser zu dichtem Schaum aufgeschlagen und auf Eis serviert, der in den fünfziger Jahren zufällig auf einer Messe in Thessaloniki entstand. Die modernere und heute beliebtere Variante ist der Freddo Espresso, also klassischer Espresso, scharf gekühlt und mit Eis aufgeschlagen.

Der traditionelle griechische Kaffee wird in einer kleinen Kanne direkt mit dem Satz und Zucker gekocht. Hier gilt eine wesentliche Regel: Rühre den Kaffee in der Tasse niemals um, sonst wirbelst du den Satz auf und hast den Mund voll Schlamm. ☺️

Abends kommt die Zeit für Alkohol. Ouzo ist ein Anisbrand, der grundsätzlich mit Eis oder kaltem Wasser getrunken wird, nach dessen Zugabe er effektvoll milchig wird. Die traditionellere und stärkere Alternative ist Tsipouro, auf Kreta Raki genannt. Der griechische Wein erlebt zudem einen riesigen Boom, also wirf die billige Plörre aus der Box über Bord und such nach knackigem weißem Assyrtiko aus Santorini oder vollmundigem roten Agiorgitiko vom Peloponnes. Ein besonderes Kapitel ist der Retsina, ein mit Kiefernharz aromatisierter Weißwein, den man entweder liebt oder hasst. Und Bier? Am häufigsten triffst du auf leichte Lager wie Mythos, Fix oder Alfa, die in der Sommerhitze im Grunde wie Wasser funktionieren.

Was kostet Essen in Griechenland

Traditioneller griechischer Bauernsalat Horiatiki mit Tomaten, Gurke, Oliven und Feta
Foto: Scudsvlad, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die gute Nachricht ist, dass man in Griechenland immer noch ziemlich günstig essen kann, wenn man die touristischsten Orte meidet. Die Preise unterscheiden sich natürlich je nach Insel, auf Mykonos oder Santorini zahlst du locker das Doppelte gegenüber dem Festland, aber als Orientierung passt das Folgende.

Gyros oder Souvlaki im Pita, also das klassische Street Food zum Mitnehmen, kostet etwa 3 bis 5 Euro und sättigt im Grunde wie ein vollwertiges Mittagessen. Ein eisgekühlter Frappé oder Freddo Espresso im Café kostet rund 3 bis 4 Euro, ein griechischer Salat oder ein Teller Mezedes in der Taverne etwa 6 bis 9 Euro.

Wenn du zu einem klassischen Abendessen in eine Familientaverne gehst, wo du mehrere Vorspeisen zum Teilen, ein Hauptgericht und eine Karaffe Hauswein bestellst, rechne mit etwa 15 bis 25 Euro pro Person. Für das Geld isst du allerdings königlich und gehst meist mit dem Gefühl, dass du dir zu viel gegönnt hast. Vegetarier sparen zudem, denn Gemüsevorspeisen und Hülsenfrüchte gehören zum Günstigsten auf der ganzen Karte.

Wie du nicht reinfällst: Überleben im Touristendschungel

In Griechenland isst man fantastisch, nur an den meistbesuchten Orten wie Athen, Mykonos oder Santorini tappst du leicht in Touristenfallen. Es reicht aber, dich an den gesunden Menschenverstand und ein paar einfache Regeln zu halten.

  • Ein Schlepper ist ein schlechtes Zeichen. Wenn vor dem Restaurant jemand mit Speisekarte steht und dich aggressiv hineinlockt, geh woanders hin. Eine gute Taverne braucht keinen Schlepper.
  • Speisekarte ohne Preise heißt: Reißaus nehmen. Sobald man dir eine Karte ohne Preise gibt oder behauptet, „die Preise sagen wir dir“, steh auf und geh. Das ist ein uralter Trick, der mit einer Rechnung von 200 Euro für zwei Portionen Kalamari endet.
  • Iss dort, wo Griechen essen. Such nach Läden, die in Seitengassen versteckt sind. Wenn am Tisch eine große griechische Familie sitzt und lautstark diskutiert, bist du am richtigen Ort.
  • Bestelle nach und nach. Lass dir nicht alles auf einmal bringen. Die Griechen nehmen Vorspeisen, essen sie, trinken Wein und bestellen erst dann den Rest nach. Die Kellner sind an dieses Tempo gewöhnt.

Kleines Gastro-Wörterbuch

Um in der Taverne einen guten Eindruck zu machen, reicht es, ein paar grundlegende Vokabeln zu kennen. Die Einheimischen schätzen das und behandeln dich gleich etwas herzlicher.

  • Kaliméra – Guten Morgen / Vormittag
  • Kalispéra – Guten Abend
  • Efcharistó – Danke
  • Parakaló – Bitte (oder auch „gern geschehen“)
  • To logariasmó, parakaló – Die Rechnung, bitte
  • Nero – Wasser
  • Krasi – Wein (lefko = weiß, kokkino = rot)
  • Yamas! – Zum Wohl!

Wo essen und wo übernachten

Die beste Faustregel für die Wahl der Taverne ist, weiter weg von den touristischen Hauptstraßen zu gehen und zu beobachten, wo sich die Einheimischen treffen. In Athen lohnt es sich, in Viertel wie Psyri oder Koukaki zu ziehen, auf den Inseln dann in die Bergdörfer im Landesinneren, wo das Essen oft besser und günstiger ist als am Strand.

💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Und wenn du die griechische Küche wirklich in die Tiefe kennenlernen willst, lohnt sich eine Gastro-Tour oder ein Kochkurs mit Einheimischen, die du auf GetYourGuide findest und vergleichst.

Unterkünfte in Athen bekommst du ab etwa 60 Euro pro Nacht, auf den Inseln klettern die Preise in der Saison höher. Wohin du auch reist, buche rechtzeitig, die besten Läden mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis verschwinden zuerst.

Wohin als Nächstes

Bevor du auf Verkostungstour gehst, wirf auch einen Blick auf unsere anderen Artikel über Griechenland:

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein typisches griechisches Gericht?

Zu den typischsten griechischen Gerichten gehören der griechische Salat Horiatiki, der Dip Tzatziki, die überbackene Moussaka, das Streetfood Gyros und Souvlaki sowie das gefüllte Gemüse Gemista. Dazu dürfen Olivenöl, Feta und Dutzende kleine Vorspeisen Mezedes nicht fehlen, die am Tisch geteilt werden. Als nationales Fast Food führt Gyros in der Pita.

Was man in Griechenland als Vegetarier essen kann?

Griechenland ist für Vegetarier eine der freundlichsten Küchen überhaupt. Ohne Bedenken könnt ihr griechischen Salat, Tzatziki, gebratenen Saganaki-Käse, gefüllte Gemistu Orfana, Santorin-Fava, kretischen Dakos, Gigantes-Bohnen oder gefüllte Weinblätter Dolmades genießen. Vom Streetfood bekommt ihr heutzutage auch Gyros aus Pilzen oder Halloumi und das allgegenwärtige Falafel in der Pita.

Was ist der Unterschied zwischen Gyros und Souvlaki?

Souvlaki sind kleine Fleischstücke, die auf einen Spieß gesteckt und über Kohle gegrillt werden, während Gyros aus dünnen Fleischscheiben zubereitet wird, die auf einem großen rotierenden vertikalen Spießbraten geschichtet werden, von wo aus sie nach und nach abgeschnitten werden. In die Pita mit Tzatziki, Tomaten und Pommes werden aber beide völlig gleich eingewickelt. Vereinfacht gesagt: Souvlaki ist ein Spieß, Gyros ist ein Drehspieß.

Was wird in Griechenland gefrühstückt?

Ein klassisches griechisches Frühstück ist leicht. Meistens besteht es aus frischem Gebäck, griechischem Joghurt mit Honig und Nüssen, saisonalem Obst und Kaffee. Beliebt ist auch Bougatsa, knuspriger Filoteig gefüllt mit süßer Creme oder Käse, der vor allem im Norden des Landes gegessen wird. Ein herzhaftes Frühstück mit Eiern und Speck ist eher die Ausnahme in Hotels für Touristen.

Was trinkt man in Griechenland?

Tagsüber dominieren die eisgekühlten Kaffees Frappé und Freddo Espresso, dazu der traditionelle griechische Kaffee, der in der Džezva zubereitet wird. Abends trinken die Griechen Anis-Ouzo oder den Schnaps Tsipouro (auf Kreta Raki), beides mit Eis und Wasser. Von den Weinen lohnt sich der weiße Assyrtiko aus Santorin, der rote Agiorgitiko oder die mit Harz aromatisierte Retsina. Das verbreitetste Bier ist Mythos.

Wie vermeidet man es, in Griechenland in einem Restaurant übers Ohr gehauen zu werden?

Meidet Lokale mit Schleppern vor dem Eingang und Speisekarten ohne Preisangaben. Fisch und Meeresfrüchte werden nach Gewicht verkauft, lasst euch den Fang also immer abwiegen und nennt vorher den Preis. Achtet auch auf den „Bread Scam“, also unbestelltes Brot und Wasser auf der Rechnung. Und vor allem: Esst dort, wo die einheimischen Griechen sitzen, nicht dort, wohin man euch von der Straße aus lockt.

Wie sagt man Danke auf Griechisch?

Danke sagt man auf Griechisch efcharistó. Ein paar weitere Wörter, mit denen ihr in der Taverne Freude bereitet, sind kaliméra (guten Morgen), kalispéra (guten Abend), parakaló (bitte) und yamas (zum Wohl). Die Griechen freuen sich, wenn ein Ausländer zumindest versucht, ihre Sprache zu sprechen, und revanchieren sich oft mit einer herzlicheren Art.

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