Karibik des Nordens. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und darüber dramatische Granitgipfel. Auf Fotos sieht es nach Badehose und Sommerfeeling aus, doch die raue arktische Realität holt dich auf den Lofoten in Norwegen ziemlich schnell zurück auf den Boden. Die Strände der Lofoten sind schlicht ein visuelles Meisterwerk, das du in einer guten Daunenjacke und mit einer Tasse heißem Tee in der Hand deutlich mehr genießt.
Das Wasser ist hier nämlich selbst mitten im Sommer eiskalt, und der unberechenbare Wind vom offenen Meer kann die gefühlte Temperatur noch einmal kräftig nach unten drücken. Trotzdem solltest du diese atemberaubenden Buchten auf keinen Fall verpassen, denn sie bieten einige der schönsten und meistfotografierten Kulissen ganz Skandinaviens. Die faszinierenden Kontraste der dunklen Berge, die direkt ins flache Meer abfallen, werden dich völlig in den Bann ziehen.
In diesem Guide findest du einen Überblick über die schönsten Orte, von beliebten Foto-Spots bis hin zu einsamen Buchten. Du erfährst außerdem praktische Infos zu Parkplätzen und Sicherheit, damit du deinen perfekten Reiseplan ganz ohne unnötigen Stress gestalten kannst. Halt deine Kameras und warme Kleidung bereit – das wird ein wirklich unvergessliches nordisches Erlebnis.

Zusammenfassung für alle, die nicht den ganzen Artikel lesen wollen
- Der bekannteste Klassiker: Haukland Beach gilt offiziell als schönster Strand Norwegens, in der Saison musst du aber mit großen Menschenmengen und kostenpflichtigem Parken rechnen.
- Für Sonnenanbeter: Uttakleiv ist nach Norden ausgerichtet und bietet ideale Bedingungen, um die magische Mitternachtssonne zu beobachten.
- Beste Erreichbarkeit: Rambergstranda liegt direkt an der Hauptstraße E10, du brauchst also keine anstrengende Wanderung.
- Paradies für Surfer: Skagsanden und Unstad locken mit beeindruckenden Wellen, wo du dir einen Winter-Neoprenanzug und ein Board ausleihen kannst.
- Abenteuer-Expedition: Zum einsamen Bunes Beach kommst du nur mit der lokalen Fähre ab Reine und einer anschließenden Wanderung.
- Baden nur für Abgehärtete: Die Wassertemperatur erreicht im Sommer etwa 8 bis 14 °C, Schwimmen bleibt also nur sehr mutigen Naturen vorbehalten.
- Vorsicht vor Strömungen: Das Meer kann tückisch sein, an offenen Stränden entstehen häufig starke Rückströmungen.

Wann auf die Lofoten reisen
Das Wetter im Norden Norwegens kennt keine Gnade und serviert dir mühelos strahlenden Sonnenschein, heftigen Regenguss und Sturm an einem einzigen Nachmittag. Die beliebteste Reisezeit bleiben Juli und August, wenn die Temperaturen auf angenehmere Werte steigen und du an den nach Norden ausgerichteten Stränden das faszinierende Phänomen der Mitternachtssonne erleben kannst. In diesen Monaten entkommst du allerdings weder den Menschenmengen noch dem täglichen Kampf um freie Parkplätze an den bekanntesten Buchten. Wenn du dir mehr Ruhe und ein authentischeres Erlebnis wünschst, reise lieber im Juni oder in der ersten Septemberhälfte, wenn die Farben der arktischen Natur intensiver und die Straßen merklich leerer sind.
Eine Grundregel für jeden gelungenen Nordtrip ist der ständige Blick auf die norwegische Wetter-App yr.no, die stundengenau funktioniert und zu deinem absolut wichtigsten Werkzeug für die Tagesplanung wird. Wenn die Vorhersage eine nahende Front oder Böen meldet, bleibst du besser in der Sicherheit deines Autos oder eines gemütlichen Cafés, denn die Wetterbedingungen an der Küste können sich buchstäblich von einer Minute auf die andere verschlechtern. Die Strände laufen dir nicht weg, und ihre majestätische Schönheit genießt du deutlich besser, wenn sich der Sturm gelegt hat und die Sonne zwischen den Wolken hervorlugt.
Vergiss außerdem nicht, dass die gefühlte Temperatur an der offenen Küste wegen des eisigen Windes vom Meer oft viel niedriger ist, als das Thermometer anzeigt. Während du beim Aufstieg auf einen steilen Hügel schnell ins Schwitzen kommst, beginnst du bei einem gemütlichen Spaziergang über den flachen Sand sehr schnell auszukühlen, weshalb dir hochwertige Funktionskleidung im Zwiebellook samt einer zuverlässigen winddichten Jacke gute Dienste leistet. Die Natur der Lofoten ist eben herrlich wild und ungezähmt, was eine große Portion Respekt und die Bereitschaft erfordert, deine Pläne flexibel an das anzupassen, was das arktische Klima gerade zulässt.

Wo du auf den Lofoten übernachten kannst
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten vergleichst und buchst du am besten über GetYourGuide.
Bei der Suche nach der idealen Unterkunft merkst du schnell, dass die Kapazitäten auf den Inseln ziemlich begrenzt sind und in der Hochsaison hoffnungslos lange im Voraus ausgebucht. Wenn du in den traditionellen roten Fischerhütten – den sogenannten Rorbuer – wohnen willst, solltest du deine Reservierung über Booking unbedingt mit großem Vorlauf vornehmen, um das echte, authentische Erlebnis mit Blick auf die schaukelnden Boote im ruhigen Fjord zu ergattern. Ein strategischer Ausgangspunkt zur Erkundung des westlichen Teils der Inseln ist das malerische Städtchen Reine oder das nahe gelegene Hamnøy, von wo aus du es nur einen Katzensprung zur Fähre Richtung der abgelegenen Buchten und zur beliebten E10 hast.
Schau dir zum Beispiel die ikonische Unterkunft Reine Rorbuer an, die wunderschön renovierte Hütten mit modernem Komfort und unverwechselbarer nordischer Atmosphäre bietet. Für die Erkundung des mittleren und östlichen Teils des Archipels eignet sich das malerische Fischerdorf Henningsvær hervorragend, das wegen seiner verwinkelten Wasserkanäle oft als „Venedig der Lofoten“ bezeichnet wird. Das dortige Henningsvær Bryggehotell bietet eine perfekte Basis direkt am Wasser, und in Gehweite findest du außerdem viele ausgezeichnete, gemütliche Cafés für verregnete Nachmittage.
Eine weitere ausgezeichnete Wahl in der zentralen Region ist der luxuriöse Komplex Hattvika Lodge im Dorf Ballstad, von wo aus du sehr leicht zu den schönsten Stränden gelangst und abends in vollkommener, ungestörter Stille entspannst. Egal, für welchen Ort du dich entscheidest – rechne damit, dass die Übernachtungspreise in ganz Norwegen deutlich höher sind, weshalb es sich wirklich lohnt, Sonderangebote sorgfältig zu verfolgen und mit der endgültigen Buchung nicht zu lange zu zögern.

8 Tipps, was du an den Stränden der Lofoten in Norwegen sehen und erleben solltest
Werfen wir einen genaueren Blick auf genau acht Buchten und Küstenwege, die in deinem Reiseplan nicht fehlen sollten. Jede von ihnen hat ihre ganz eigene Atmosphäre – von weiten Sandflächen direkt an der Hauptstraße bis hin zu dramatischen Orten, die hinter steilen Bergsätteln versteckt liegen.

1. Haukland Beach
Diese atemberaubende Bucht wurde offiziell zum allerschönsten Strand Norwegens gewählt, und beim ersten Anblick verstehst du sofort, warum sie diesen Titel mit Abstand verdient. Hier erwartet dich ein breiter Streifen unglaublich feinen weißen Sandes und ein flach abfallender Einstieg ins Wasser, während ringsum steile grüne Berge aufragen, die dem ganzen Ort die unverwechselbare Aura eines unberührten arktischen Paradieses verleihen. Aus logistischer Sicht ist der Strand allerdings ein absoluter Hit, was in der Praxis riesige Besuchermengen und Dutzende Wohnmobile während des gesamten kurzen Sommers bedeutet.
Im Juli und August solltest du dich besser darauf einstellen, dass das Parken zwischen 100 und 200 norwegische Kronen pro Tag (etwa 9 bis 18 €) kostet und der ausgewiesene Parkplatz gegen Mittag hoffnungslos überfüllt ist. Ich empfehle dir, entweder sehr früh am Morgen oder erst in den späteren Abendstunden anzureisen, wenn sich die Touristenmassen wieder in ihre Hotels zerstreuen.
Die Oberfläche des Strandes selbst ist absolut eben, sodass es sich hier wunderbar spazieren lässt und du endlos die türkisfarbenen Schattierungen des Ozeans bewundern kannst, die scharf mit den dunklen Felsen kontrastieren. Das Wasser bleibt selbst im Hochsommer eiskalt erfrischend, die Temperatur liegt nur bei etwa acht bis vierzehn Grad, weshalb sich tatsächlich nur die widerstandsfähigsten Naturen in speziellen Neoprenanzügen hineinwagen.
💡 Tipp: Wenn du dem größten Trubel entkommen und etwas Ruhe genießen willst, mach einen gemütlichen Spaziergang Richtung der seitlichen Klippen, wo du die schönsten Fotos ohne Dutzende störende Elemente im Hintergrund machen kannst.

2. Der Küstenweg zwischen Haukland und Uttakleiv
Statt zwischen den beiden berühmten Stränden durch einen engen, wenig spektakulären Straßentunnel zu fahren, kannst du den alten Küstenweg nutzen, der beide Buchten wunderschön miteinander verbindet. Es handelt sich um eine absolut ideale, breite und ebene Schotterstrecke, die sich sanft in die dramatische Klippe direkt über dem tosenden Ozean schneidet und Kulissen wie aus einer Reisedokumentation bietet. Die gesamte Panoramarunde ist etwa acht Kilometer lang (hin und zurück) und erfordert überhaupt keine besondere Kondition, weshalb sie auch für Familien mit Kindern oder für Tage, an denen du dich müde fühlst, perfekt geeignet ist.
Während dieses entspannten Spaziergangs genießt du fantastische Ausblicke auf das offene Meer in vollen Zügen und umgehst elegant das unangenehme Gedränge auf den kostenpflichtigen Hauptparkplätzen. Der Weg ist auf seiner gesamten Länge sehr sicher, wunderbar ruhig und stellt eine ausgezeichnete Alternative zu anspruchsvollen Bergtreks dar, die auf den Lofoten oft über rutschige und gefährliche Felsen führen. Du bewältigst ihn problemlos auch bei schlechterem Wetter, wenn ein Aufstieg auf die scharfen Berggipfel ein unnötiges und sehr unverantwortliches Risiko wäre.
💡 Tipp: Pack dir eine große Thermoskanne mit heißem Tee in den Rucksack und bereite einen einfachen Snack aus geschnittenem Gemüse oder Brot mit Käse vor. Entlang der Strecke entdeckst du zahllose flache Felsblöcke, die sich perfekt als natürliche Bank für ein unvergessliches Picknick mit Blick auf die Wellen eignen.

3. Uttakleiv Beach
Gleich um die Ecke vom beliebten Haukland liegt seine etwas wildere und rauere Nachbarin, die Besucher mit einer ganz anderen Art nordischer Schönheit anlockt. Statt reinem hellen Sand findest du hier überaus fotogene runde Kiesel, vermischt mit Gras und dunklen Felsen, an denen sich mit ohrenbetäubendem Getöse mächtige Ozeanwellen brechen. Der Parkplatz liegt äußerst praktisch direkt am Wasser, und der Ort ist ein besonders beliebtes Refugium für Reisende mit Campervans, die hier oft ganze Tage verbringen.
Eine riesige und etwas unerwartete Attraktion sind die frei weidenden Schafe, die mit völliger arktischer Gelassenheit zwischen den Touristen umherschlendern und der ganzen Bucht eine authentische Landatmosphäre verleihen. Die Bucht ist außerdem direkt nach Norden ausgerichtet, sodass du den allerbesten Platz zum Beobachten der Mitternachtssonne in der gesamten Umgebung vor dir hast. Wenn dir das Glück hold ist und der Sommerhimmel wolkenfrei bleibt, erwartet dich ein geradezu magisches Schauspiel voller satter Orange- und Rosatöne, die sich auf der Wasseroberfläche spiegeln.
💡 Tipp: Die Steine direkt am Ufer sind sehr oft mit rutschigem Seetang bedeckt und unglaublich glitschig, also pass bei jedem Schritt gut auf. Wenn du den besten Winkel für das perfekte Foto suchst, tritt sehr vorsichtig auf und halte stets sicheren Abstand zu den unerwartet großen Wellen.

4. Rambergstranda
Wenn du auf der Hauptverkehrsader E10 Richtung Süden ins malerische Städtchen Reine fährst, kannst du diese riesige und unübersehbare Bucht einfach nicht verpassen. Sie sieht aus wie ein unglaublich breiter Halbmond aus strahlend weißem Sand zwischen zerklüfteten Berggipfeln und bietet den allereinfachsten und komfortabelsten Zugang aller bekannten Lofoten-Strände. Du musst keine komplizierten Wanderungen im Voraus planen oder Karten studieren – du stellst einfach das Auto auf dem ausgewiesenen Platz ab und stehst eine Minute später barfuß im Sand.
Vom geräumigen Parkplatz, der nur wenige Meter von der Straße entfernt liegt, führt ein ikonischer roter Holzsteg zum Strand, der selbst ein äußerst beliebtes Fotomotiv ist. Es ist ein absolut idealer Stopp, um die Beine während einer längeren und ermüdenden Fahrt kurz zu vertreten, wo du eine angenehme kurze Pause einlegen und die frische salzige Meeresluft tief einatmen kannst. In einer halben Stunde bist du bequem durch, machst Dutzende schöne Aufnahmen und setzt in aller Ruhe deinen vollgepackten Reiseplan weiter nach Süden fort.
💡 Tipp: In unmittelbarer Nähe des Strandes gibt es einen gut sortierten Supermarkt, in dem du sehr leicht deine schwindenden Vorräte an Essen und Getränken für die nächsten Tage auffüllen kannst. Die norwegischen Preise sind zwar sprichwörtlich hoch, aber ein schneller Einkauf in Läden wie Rema 1000 oder Kiwi ist immer noch die mit Abstand günstigste Verpflegungsvariante auf den Inseln.

5. Skagsanden
Dieser faszinierende Strand beim kleinen Dorf Flakstad ist optisch absolut einzigartig, denn hier mischt sich ganz natürlich heller Quarzsand mit dunklem vulkanischem Staub. Bei der regelmäßigen Ebbe bilden diese beiden kontrastierenden Töne wunderschöne abstrakte Muster am Boden, in denen sich bei sonnigem Wetter zusätzlich die umliegenden schneebedeckten Berggipfel spiegeln. Es ist ein atemberaubender Ort, an dem du lange Stunden allein damit verbringen kannst, die sich ständig verändernde feuchte Oberfläche direkt unter deinen Füßen fasziniert zu beobachten.
Da es hier fast immer deutlich stärker weht als in geschützten Buchten, hat sich der Strand zu einem weithin bekannten Surf-Hotspot für Liebhaber von Extremsportarten entwickelt. Hier befindet sich nämlich das beliebte Lofoten Beach Camp, wo du dir problemlos einen dicken Winter-Neoprenanzug von fünf Millimetern Stärke ausleihen kannst, dazu spezielle wärmende Schuhe, Handschuhe und das Surfboard selbst. So kannst du am eigenen Leib das Surfen in den eisigen arktischen Wellen ausprobieren oder dich in eine Jacke kuscheln und vom sicheren Ufer aus die sportlichen Leistungen der anderen Wagemutigen bewundern.
💡 Tipp: Wenn du dich entschließt zu surfen, behalte stets die eindringliche Warnung vor sehr starken und tückischen Rückströmungen im Hinterkopf. Überschätze unter keinen Umständen deine körperlichen Kräfte und höre vor dem Wassergang aufmerksam auf alle Sicherheitshinweise der erfahrenen lokalen Instruktoren aus dem Camp.

6. Kvalvika Beach
Diesen magischen und geheimnisvollen Ort siehst du nicht einfach so aus dem bequemen Autofenster, denn er liegt völlig isoliert am nordwestlichen Rand der Insel Moskenesøya und ist von beiden Seiten von steilen Felswänden umgeben. Um seine wilde Schönheit mit eigenen Augen zu sehen, musst du einen ordentlichen Trek über einen windigen Bergsattel absolvieren, der dich in normalem Tempo etwa anderthalb Stunden in eine Richtung kostet. Der Weg führt über tückische rutschige Steine und tiefe Moore, weshalb hochwertige, hohe wasserdichte Wanderschuhe für diesen Ausflug eine absolute Notwendigkeit sind – ohne sie versuchst du es besser gar nicht erst.
Sobald du nach dem anstrengenden Aufstieg endlich den höchsten Punkt der Strecke überquerst, öffnet sich vor dir ein majestätischer Ausblick, den du bis ans Ende deines Lebens bestimmt nicht vergisst. Türkisfarbene arktische Wellen schlagen gegen den leuchtend goldenen Sand, während sich über dieser epischen Szene der ikonische und bedrohlich wirkende Berg Ryten erhebt. Viele fittere Wanderer verlängern die Grundstrecke um genau diesen anspruchsvollen Aufstieg auf den steilen Gipfel, von dem aus die gesamte Bucht aus einer absolut atemberaubenden und sehr fotogenen Vogelperspektive zu sehen ist.
💡 Tipp: Der für den Start dieses Treks reservierte Parkplatz ist sehr klein und in der Sommersaison extrem schnell mit ungeduldigen Touristen gefüllt. Beachte stets sorgfältig die lokale Verkehrsbeschilderung und lass dein Auto niemals gefährlich am Rand der schmalen Straße stehen, denn die örtliche Polizei verteilt hier ganz routinemäßig sehr hohe Bußgelder.

7. Bunes Beach
Der Besuch dieser gigantischen und abgelegenen Bucht erinnert eher an die Organisation einer kleinen Polarexpedition als an einen gewöhnlichen entspannten Nachmittag am sonnigen Strand. Das ganze Abenteuer beginnt nämlich schon im belebten Hafen von Reine, von wo aus du mit einer kleinen und oft vollen lokalen Personenfähre in die völlig abgelegene Siedlung Vindstad fahren musst. Die Aussichtsfahrt durch den tiefen, dunklen Fjord, umgeben von kilometerlangen senkrechten Wänden, ist allein schon ein absolut fantastisches Erlebnis, das für einen eigenen, sehr umfangreichen Reiseartikel reichen würde.
Nach dem vorsichtigen Aussteigen erwartet dich ein etwa vier Kilometer langer und sehr angenehmer Spaziergang über eine schmale Landenge auf die andere Seite der Insel. Mit einem winzigen Höhenunterschied von gerade einmal achtzig Metern ist es eine absolut entspannte und sichere Strecke, die auch weniger fitte Wanderer oder Familien mit kleineren Kindern ohne das geringste Problem schaffen. Der Strand selbst ist so unvorstellbar riesig, dass alle Menschen aus der Ferne nur wie kleine Ameisen wirken – selbst in der vollen Sommersaison findest du hier garantiert dein eigenes stilles Stück Privatsphäre.
💡 Tipp: Für das Gelingen dieses Ausflugs ist das sehr sorgfältige Studieren des aktuellen Fahrplans der lokalen Boote absolut entscheidend, der sich oft ändert. Finde im Voraus die genaue Abfahrtszeit der letzten Rückfähre heraus und sei mit wirklich großem Vorlauf am Holzsteg in Vindstad, sonst schläfst du unfreiwillig und in der Kälte draußen.

8. Storsandnes und weitere verborgene Schätze
Wenn dir nach ein paar Tagen der tägliche, ermüdende Kampf um jeden Meter Lebensraum an den bekanntesten Orten endgültig keinen Spaß mehr macht, fahr einfach ein Stück weiter zu den weniger beworbenen Buchten. Storsandnes zum Beispiel ist ein wunderbar ruhiger und dabei sehr leicht zugänglicher Kieselstrand, an dem du stressfrei direkt an der Straße parkst und garantiert keine Touristenmassen vorfindest. Hier kannst du in vollen Zügen die vollkommene Stille, die absolute Ruhe und die raue nordische Natur genau so genießen, wie du sie dir schon immer aus den besten Dokumentarfilmen vorgestellt hast.
Rechne aber damit, dass es an solchen versteckten und entlegenen Orten weder öffentliche Toiletten noch verlockende Stände mit überteuerter Verpflegung gibt, sodass du rein auf deine eigene Ausrüstung und sorgfältige Vorbereitung angewiesen bist. Umso mehr genießt du in völliger Abgeschiedenheit die authentische Atmosphäre und den großartigen Blick auf das aufgewühlte, eisige Meer, das hier mit ohrenbetäubendem Getöse gegen die scharfen Küstenklippen schlägt. Du musst dir nur einen sicheren Windschutz hinter einer größeren Düne suchen, dir heißen Tee einschenken und fasziniert die wilden Wellen beobachten.
💡 Tipp: Wenn du Lust auf eine lokale Spezialität bekommst, fahr zum Strand Hov auf der Insel Gimsøya, wo direkt am Wasser der Hof Hov Gård steht. In ihrem gemütlichen Holzrestaurant machen sie absolut konkurrenzlose hausgemachte Waffeln, und Liebhaber von Süßem sollten auch die berühmten Zimtschnecken im Café Unstad Arctic Surf nicht verpassen.
Wohin von den Lofoten aus weiter
Wenn du genug Zeit hast, um den Norden zu erkunden, bleib auf keinen Fall nur an der Küste. Lies unseren großen Lofoten-Guide, in dem du detaillierte Reisepläne für die gesamte Region und viele praktische Tipps zur Anreise findest. Liebhaber von Bergwanderungen sollten sich auf keinen Fall den Artikel über die besten Treks auf den Lofoten entgehen lassen, der dich zu den interessantesten Gipfeln ohne unnötiges Risiko führt.
Für alle, die das Adrenalin in den Wellen reizt, haben wir Erlebnisse und Tipps zum Surfen in Unstad zusammengestellt, wo du alles über Ausrüstung und Bedingungen erfährst. Und falls du noch über den Termin deiner Reise zögerst, schau dir die Zusammenfassung an, wann man auf die Lofoten reisen sollte, um unangenehme Überraschungen durch das unberechenbare arktische Wetter zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Wie ist die durchschnittliche Wassertemperatur an den Stränden?
In den Sommermonaten, also im Juli und August, bewegt sich die Ozeantemperatur an der Küste normalerweise nur zwischen kühlen acht und vierzehn Grad. Das Baden in klassischer Badebekleidung ist daher eine Angelegenheit rein für sehr trainierte Eisbader, sodass die meisten Menschen für einen längeren Aufenthalt im Wasser lieber einen sehr dicken und hochwertigen Winter-Neoprenanzug wählen.
Wo kann ich Essen für ein Strandpicknick kaufen?
An der überwiegenden Mehrheit der Lofoten-Strände finden Sie überhaupt keine Stände, Bistros oder Promenaden mit Restaurants. Alle notwendigen Vorräte müssen Sie daher im Voraus in größeren und gut sortierten Geschäften wie Kiwi oder Rema 1000 kaufen, die sich in den größeren Städten befinden. Ich empfehle Ihnen auf jeden Fall, immer auch eine hochwertige Thermoskanne mit einem heißen Getränk zum schnellen Aufwärmen in Ihren Rucksack zu packen.
Sind die Lofoten-Strände zum Schwimmen sicher?
Neben der extremen und allgegenwärtigen Kälte stellt auch der offene Ozean selbst ein enormes Risiko dar. Besonders an ungeschützten und windigen Orten wie Unstad oder dem beliebten Skagsanden können sehr oft starke und völlig unberechenbare Rückströmungen entstehen. Seien Sie daher immer äußerst vorsichtig, beachten Sie die Anweisungen auf den örtlichen Schildern und springen Sie lieber nicht in große und wilde Wellen.
Muss man auf den Lofoten für das Parken an den Stränden bezahlen?
Ja, an den allseits bekanntesten und meistbesuchten Orten wie dem wunderschönen Haukland oder dem benachbarten Uttakleiv ist ein relativ strenges und kontrolliertes System für kostenpflichtiges Parken eingeführt. Die Preise bewegen sich in der Hauptsommersaison meistens zwischen 10 und 20 Euro pro Tag und die Zahlung erfolgt ganz einfach entweder über die offizielle mobile App oder am klassischen Parkautomaten.
Wo kann ich am besten die Mitternachtssonne sehen?
Für die perfekte Beobachtung der magischen Mitternachtssonne benötigen Sie unbedingt einen Ort mit ungestörtem und offenem Blick direkt nach Norden. Von den von uns erwähnten Orten ist für diesen speziellen Zweck der Strand Uttakleiv absolut ideal und sehr beliebt, den Sie zudem ganz einfach mit dem Auto über eine ebene Straße erreichen können und somit im angenehmen Warmen im Inneren des Fahrzeugs auf den richtigen und einzigartigen Moment warten können.
Schaffe ich den Weg zum Bunes Beach ohne Führer?
Auf jeden Fall ja, die gesamte Wanderroute von der malerischen Siedlung Vindstad direkt zum riesigen Strand Bunes ist technisch und physisch sehr anspruchslos und der Gesamthöhenunterschied beträgt nur etwa knapp achtzig Meter. Ihre einzige große und absolut entscheidende Sorge sollte daher das sorgfältige Studium des aktuellen Fahrplans der lokalen Fähre von Reine sein, damit Sie am Abend sicher zurück in die Zivilisation gelangen können.
Was soll ich für einen Strandspaziergang anziehen?
Auf den Lofoten können Sie leichte Sommerkleider und Strandsandalen definitiv gleich vergessen. Die absolute Grundlage ist durchdachtes und hochwertiges Schichten der Kleidung, denn der eisige arktische Wind kann die gefühlte Temperatur sehr schnell und unerwartet bis zum Gefrierpunkt senken. Packen Sie daher immer eine zuverlässige wind- und wasserdichte Jacke, eine warme Mütze und hochwertiges festes Schuhwerk in Ihren Rucksack, das problemlos auch eventuellen Schlamm und ständig feuchten Sand bewältigt.
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