Wenn die Rede vom Süden Frankreichs ist, denken die meisten Reisenden sofort an die Lavendelfelder der Provence oder die mondänen Strände der Côte d’Azur. Wer aber einen Ort sucht, an dem sich die dramatischen Gipfel der Pyrenäen direkt in die Wellen des Mittelmeers stürzen, muss ein gutes Stück weiterfahren. Bis zur spanischen Grenze erstreckt sich die faszinierende Côte Vermeille, übersetzt die „Zinnoberküste“. In diesem Guide stellen wir dir 11 Tipps vor, was du in Collioure in Frankreich und an der Côte Vermeille sehen und erleben kannst – und zeigen dir, warum die berühmtesten europäischen Maler diese rauere Region so geliebt haben.
Freu dich auf enge, kopfsteingepflasterte Gassen, bunte Hausfassaden und mächtige mittelalterliche Burgen, die direkt über dem Strand thronen. An jeder Ecke umweht dich die unverwechselbare katalanische Atmosphäre, die sich völlig vom Rest Frankreichs unterscheidet. Ich verrate dir außerdem, in welchen Monaten du am besten herkommst, damit du nicht bei lebendigem Leib gegrillt wirst, und wie du die Logistik clever löst – denn der Sommerverkehr kann hier ganz schön nerven. Entdecke dieses Juwel des französischen Südens, das sich bis heute sein authentisches Gesicht bewahrt hat.

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen
- Parken ist ein Albtraum: Im Juli und August kommst du mit dem Auto praktisch nicht nach Collioure rein – am besten nutzt du die lokalen Züge aus den Nachbarorten.
- Paradies für Kunstliebhaber: Das Städtchen ist die Wiege des Fauvismus, direkt in den Gassen kannst du einem Pfad mit Reproduktionen der Gemälde von Henri Matisse folgen.
- Katalanischer Stolz: Die allgegenwärtigen gelb-roten Flaggen und zweisprachigen Schilder erinnern dich ständig daran, dass Perpignan und Umgebung historisch zum Königreich Mallorca gehörten.
- Raue Natur: Vergiss die endlosen Sandstrände des Languedoc, hier erwarten dich Kiesbuchten und steile Klippen, ideal zum Wandern.
- Geschichte zum Greifen nah: Die Königsburg Château Royal steht direkt im Wasser und bietet den besten Panoramablick über die gesamte Küste.

Wann du nach Collioure und an die Côte Vermeille reisen solltest
Bei der Planung einer Reise in den äußersten Süden Frankreichs ist es absolut entscheidend, das lokale Klima nicht zu unterschätzen, denn die gesamte Region Okzitanien ist für ihre Temperaturextreme bekannt. Die Sommermonate sind oft erbarmungslos heiß, im Juli und August klettern die Temperaturen regelmäßig auf 35 bis 40 °C. Sich in der Mittagshitze draußen aufzuhalten wird unter diesen Bedingungen zur körperlichen Tortur, und das Bummeln über die aufgeheizten Festungsmauern ohne ein Fleckchen Schatten grenzt an Selbstkasteiung. In dieser Zeit besteht in der ganzen Region zudem ein reales Waldbrandrisiko, was den Zugang zu manchen Wanderwegen einschränken kann.
Wenn du die Möglichkeit hast, plane deinen Besuch lieber für die Frühlings- oder Herbstmonate, in denen Südfrankreich einfach bezaubernd ist. Von Mitte April bis Ende Juni ist es hier herrlich, die wilde Natur auf den Klippen blüht und die Temperaturen halten sich bei sehr angenehmen 20 bis 28 °C. Genauso fantastisch sind September und Oktober, wenn der größte Touristenansturm bereits abgeebbt ist, das Meer nach dem Sommer noch wunderbar warm ist und an den steilen Hängen über der Küste die traditionelle Weinlese läuft. Die langen Herbsttage laden geradezu zu ganztägigen Ausflügen und zur Erkundung historischer Sehenswürdigkeiten ohne Menschenmassen ein.
Die Hauptsaison im Sommer bringt zudem ein riesiges logistisches Problem mit sich: den Straßenverkehr. Nach Collioure führt im Grunde nur eine einzige Hauptstraße, die in den Ferien schon kilometerlang vor der Einfahrt in die Stadt verstopft ist. Wenn du trotzdem während der französischen Schulferien herkommen musst, wappne dich mit Geduld und rechne damit, dass du ohne wirklich frühes Aufstehen am Morgen gar nicht erst auf die überfüllten Park-and-Ride-Plätze kommst. Erwäge daher lieber alternative Verkehrsmittel.

Wo du in Collioure und Umgebung übernachtest
💡 Tipp für Unterkunft und Erlebnisse: Unterkünfte suchen wir am liebsten über Booking.com, wo es meist die besten Stornobedingungen gibt. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt es sich dann über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
Die Suche nach dem idealen Standort hängt vor allem von deinem Budget und deinem Verkehrsmittel ab, denn die Côte Vermeille bietet gleich mehrere völlig unterschiedliche Arten von Urlaubsorten. Direkt im historischen Zentrum von Collioure zu wohnen ist ungemein romantisch, aber stell dich auf Premium-Preise und das völlige Fehlen von Parkplätzen ein. Eine Unterkunft im Herzen des Städtchens suchen eher Paare, denen es nichts ausmacht, mit dem Zug anzureisen und die ruhigen Abendgassen zu genießen, nachdem die Tagesausflügler aus der Umgebung abgereist sind.
Wenn du mit dem Auto reist und etwas Praktischeres suchst, ist der benachbarte Ort Argelès-sur-Mer eine hervorragende Alternative, oder das etwas südlicher gelegene Port-Vendres. Argelès bietet eine große Auswahl an günstigeren Apartments, weitläufige Campingplätze und vor allem lange Strände. Von beiden Orten gelangst du dann völlig stressfrei mit dem lokalen TER-Zug in wenigen Minuten nach Collioure und löst damit ganz elegant sämtliche Probleme mit den sommerlichen Staus und überfüllten Parkplätzen. Der Bahnhof von Collioure liegt zudem nur einen Katzensprung vom historischen Zentrum entfernt.
Von den konkreten Hotels lohnt sich ein Blick auf das stilvolle Hôtel Madeloc im erweiterten Zentrum von Collioure, das einen beheizten Pool und einen so wertvollen privaten Parkplatz für seine Gäste bietet. Schöne Ausblicke auf die Bucht bietet das Hotel Les Mouettes, das auf dramatischen Klippen kurz außerhalb der Stadt Richtung Port-Vendres thront. Alle Reservierungen empfehle ich dringend mit großem Vorlauf über das beliebte Portal Booking.com zu erledigen, denn die besten Kapazitäten für die Sommersaison sind schon im Frühjahr weg und auf Last-Minute-Angebote kann man sich hier wirklich nicht verlassen.

11 Tipps, was du in Collioure und an der Côte Vermeille sehen und erleben kannst
Schauen wir uns nun im Detail das Spannendste an, was dieser raue und zugleich ungemein fotogene Winkel Frankreichs zu bieten hat. Du entdeckst hier einen perfekten Mix aus historischen Sehenswürdigkeiten, künstlerischem Erbe und herrlicher Natur, die zu langen Spaziergängen über steile Klippen und zur Erkundung versteckter Strände einlädt.

1. Der Hafen und der ikonische Glockenturm der Kirche
Das bekannteste Postkartenmotiv der gesamten Region ist zweifellos die Kirche Notre-Dame-des-Anges, deren Turm buchstäblich direkt aus den Meereswellen emporwächst. Dieses ungewöhnliche Bauwerk diente ursprünglich als Leuchtturm und Wachturm des hiesigen Hafens, bevor im 17. Jahrhundert das eigentliche Kirchenschiff angebaut wurde. Es ist ein absolutes architektonisches Unikat, das im scharfen Kontrast zu den modernen Betonresorts steht, die du weiter nördlich an der Küste des Languedoc findest.
Rund um den Hafen schaukeln die traditionellen, bunten katalanischen Boote, die sogenannten barques catalanes, die das unverwechselbare Flair des Ortes vervollständigen. Das Wasser in der Bucht ist unglaublich klar und durchsichtig, sodass du vom Ufer aus oft bis zum steinigen Grund sehen kannst. Ein Spaziergang über die alte Steinmole Richtung Chapelle Saint-Vincent bietet dir den besten Blick zurück auf die Stadt und die umliegenden terrassierten, mit Weinbergen übersäten Hügel.
💡 Tipp: Geh früh am Morgen zum Hafen, kurz nach Sonnenaufgang, wenn die lokalen Cafés erwachen. Das goldene Licht, das sich auf der Wasseroberfläche spiegelt, und die rosa Fassaden der Kirche erzeugen eine Atmosphäre, die einem buchstäblich den Atem raubt – und außerdem entgehst du den großen Touristenmassen mit ihren Kameras.

2. Die Königsburg Château Royal de Collioure
Direkt im Herzen der Bucht, nur ein paar Schritte vom Hauptstrand entfernt, erstreckt sich die massive mittelalterliche Festung Château Royal. Dieser beeindruckende Komplex war einst Sommerresidenz der mächtigen Könige von Mallorca, zu einer Zeit, als das gesamte Gebiet unter spanischem Einfluss stand und die Stadt eine wichtige strategische Rolle spielte. Ein Rundgang durch das weitläufige Areal führt dich in ein Gewirr aus Innenhöfen, dunklen unterirdischen Gängen und hohen Festungsmauern.
Der Eintritt liegt bei sympathischen rund 7 Euro (Stand 2026) und innerhalb der Mauern kannst du in aller Ruhe einen ganzen Nachmittag verbringen. Der größte Anziehungspunkt sind zweifellos die Panoramablicke von den höchsten Wachtürmen, von denen aus du das ganze Städtchen und das endlose blaue Meer wie auf dem Präsentierteller hast. Die Burg hat leider auch eine dunklere Geschichte, denn während des spanischen Bürgerkriegs im 20. Jahrhundert diente sie als Gefängnis für Flüchtlinge.
💡 Tipp: Im Inneren der Burg findest du nicht viel klassische zeitgenössische Ausstattung, die Innenräume sind eher militärisch nüchtern. Konzentriere dich daher vor allem auf die Architektur selbst und beobachte, wie die verschiedenen Bauphasen vom 13. Jahrhundert bis zu den genialen Eingriffen des berühmten Militäringenieurs Vauban ineinandergreifen.

3. Auf den Spuren von Matisse, Derain und dem Fauvismus
Im Jahr 1905 kamen zwei damals noch ziemlich unbekannte Maler in das verschlafene Fischerdorf Collioure: Henri Matisse und André Derain. Das unglaubliche Licht und die satten Farben hier verzauberten sie völlig und brachten sie dazu, mit wilden, unrealistischen Pinselstrichen zu experimentieren. Aus diesem Sommeraufenthalt entstand eine völlig neue Kunstrichtung namens Fauvismus, die die damaligen Kritiker schockierte und die Geschichte der modernen Kunst für immer veränderte.
Das örtliche Tourismusbüro hat ein absolut geniales Projekt namens Chemin du Fauvisme geschaffen, das immer wieder an dieses künstlerische Erbe erinnert. Es handelt sich um eine markierte Route direkt durch die engen Gassen der Stadt, an deren genauen Standorten Metallrahmen mit Reproduktionen der damaligen Werke aufgestellt sind. So kannst du mit eigenen Augen den realen Blick auf den Hafen mit dem vergleichen, wie ihn die berühmten Künstler vor über einem Jahrhundert auf die Leinwand gebracht haben.
💡 Tipp: Schau auch im kleinen Museum für moderne Kunst (Musée d’Art Moderne de Collioure) am Stadtrand vorbei. Auch wenn du hier nicht die Originale der allergrößten Meister findest, bietet die Galerie eine tolle Sammlung zeitgenössischer Künstler, die sich von der magischen Atmosphäre hier nachweislich inspirieren ließen.

4. Katalanische Atmosphäre im Viertel Mouré
Das historische Viertel Mouré ist ein faszinierendes Gewirr aus den engsten und steilsten Gassen, die du dir nur vorstellen kannst. Die Häuser sind in kräftigen Pastellfarben gestrichen und von jedem alten Balkon ergießen sich Kaskaden leuchtend rosa und violetter Bougainvilleen. Genau hier spürst du am besten, dass du dich im französischen Katalonien befindest, das Spanien viel näher steht als Paris.
Überall hängen rot-gelbe katalanische Flaggen, die Straßennamen sind konsequent zweisprachig und aus den offenen Fenstern kleiner Bistros klingt häufig Spanisch. Die Einheimischen sind unglaublich stolz auf ihre historischen Wurzeln, was sich im entspannten Alltag und im Angebot der kleinen Läden widerspiegelt. Beim Bummeln stößt du garantiert auf viele hervorragende Tapas-Bars, in denen du leckere vegetarische Patatas Bravas mit pikanter Sauce, gegrillte Aubergine oder ein Brett mit lokalen Käsesorten bekommst.
💡 Tipp: Verliere dich in diesen verwinkelten Gassen ganz ohne festes Ziel und ohne Karte in der Hand. In vielen versteckten Winkeln triffst du auf kleine Künstlerateliers und Werkstätten, in denen talentierte Schmuckdesigner und Maler direkt vor den Augen zufälliger Passanten arbeiten.

5. Die jahrhundertealte Tradition der Sardellenverarbeitung
Beim Bummeln durch die Stadt stößt du früher oder später auf die allgegenwärtigen Hinweise auf den lokalen kulinarischen Schatz: die Anchovis, also Sardellen. Collioure ist weltberühmt für seine traditionelle Art des Einsalzens und Filetierens, die hier seit dem tiefen Mittelalter von Generation zu Generation weitergegeben wird. Früher war der kleine Hafen voller Fischerboote, heute widmen sich dieser anspruchsvollen Verarbeitung nur noch zwei letzte Familienbetriebe.
Die örtlichen Familien Desclaux und Roque halten diese uralte Tradition am Leben und ihre Betriebe haben in Frankreich sogar den offiziellen Status eines lebendigen Kulturerbes. Die Verarbeitung erfolgt strikt von Hand und erfordert enorme Geduld, denn die Fischchen reifen viele Monate in Eichenfässern mit Salz. Für die Einheimischen ist das ein wesentlicher Teil ihrer historischen Identität und ihres Stolzes auf die maritime Vergangenheit.
💡 Tipp: Wenn dich die handwerkliche Seite interessiert, bietet die Firma Maison Roque kurze Führungen durch ihre historischen Werkstätten an. Du kannst direkt hinter die Kulissen schauen und verstehen, wie viel akribische Handarbeit und Zeit hinter jedem kleinen Glas dieses lokalen Produkts stecken.
6. Strände und versteckte Buchten an der Küste
Während der Großteil der Küste des Languedoc, etwa der Urlaubsort La Grande-Motte, endlose flache Sandstrände bietet, unterscheidet sich die Côte Vermeille deutlich davon. Hier findest du vor allem kleinere, malerische Buchten mit feinem Kies, umgeben von zerklüfteten Felsen. Direkt im Zentrum von Collioure liegen die Stadtstrände Boramar und Plage Saint-Vincent, die zwar einen tollen Blick auf die Burg bieten, im Sommer aber leider hoffnungslos überfüllt sind.
Wenn du eine etwas ruhigere und authentischere Umgebung suchst, mach dich auf zum südlichen Stadtrand zum Strand Plage de Port d’Avall. Das Wasser ist hier dank des steinigen Untergrunds kristallklar, was die ganze Gegend zu einem fantastischen Ort zum Schnorcheln macht. Vergiss aber auf keinen Fall, gute Badeschuhe einzupacken, denn das Gehen über die aufgeheizten und scharfkantigen Kiesel ist für empfindliche Füße kein gerade angenehmes Erlebnis.
💡 Tipp: Über das örtliche Tourismusbüro oder Online-Plattformen wie GetYourGuide lässt sich leicht der Verleih eines Meereskajaks oder Stand-up-Paddleboards organisieren. Es ist die unschlagbar beste Art, einsame Buchten und Höhlen zu erkunden, zu denen du vom Ufer aus zu Fuß gar nicht kommst.
7. Perpignan als Hauptstadt der Region
Wenn du schon Zeit an diesem äußersten Ende Frankreichs verbringst, wäre es ein riesiger Fehler, Perpignan auszulassen, das nur etwa eine halbe Stunde mit dem Auto oder Zug nördlich liegt. Diese pulsierende Stadt war im Mittelalter das kontinentale Zentrum des Königreichs Mallorca und wird bis heute vom beeindruckenden Palast der Könige von Mallorca (Palais des Rois de Majorque) beherrscht, umgeben von massiven Ziegelmauern und wunderschönen Gärten.
Perpignan ist unglaublich lebendig, bunt und multikulturell. Mittelpunkt der Altstadt ist das rote Backsteintor Le Castillet, in dem heute ein interessantes Museum katalanischer Traditionen untergebracht ist. Der berühmte exzentrische Maler Salvador Dalí erklärte den hiesigen Bahnhof einst allen Ernstes zum „Zentrum des Universums“, woran heute mehrere surrealistische Kunstinstallationen direkt in der Empfangshalle augenzwinkernd erinnern.
💡 Tipp: Für ein spätes Mittagessen oder einen Drink am Abend mach dich auf in die verwinkelten Gassen rund um den belebten Place de la République. Hier findest du jede Menge toller Tapas-Bars, die fantastische vegetarische Köstlichkeiten servieren – von knusprigen Kroketten über frittierte Padrón-Paprika bis hin zu vorzüglichen lokalen Oliven.
8. Banyuls-sur-Mer und die Weinberge, die ins Meer stürzen
Ein Stück südlich von Collioure, direkt Richtung spanischer Grenze, entdeckst du das beschauliche Städtchen Banyuls-sur-Mer. Die dramatische Landschaft hier wird von unglaublich steilen, terrassierten Weinbergen geprägt, die sich von den hohen Bergen bis zu den Klippen über dem Meer ziehen. Die Reben wachsen hier auf hartem Schieferboden und werden ständig vom heftigen, trockenen Nordwind gepeitscht, den die Einheimischen Tramontana nennen.
Dieser sehr raue Terroir bringt den berühmten süßen, aufgespriteten Wein Banyuls hervor, der nach einem ganz ähnlichen Verfahren wie der bekanntere portugiesische Portwein hergestellt wird. Der Besuch eines der historischen Weingüter ist ein absolutes Muss, die Flaschen reifen hier nämlich oft in großen Glasballons, die direkt der scharfen Sommersonne ausgesetzt sind. Der Preis für eine gute Flasche liegt in den lokalen Läden zwischen 15 und 25 Euro und ist ein tolles Souvenir.
💡 Tipp: Schlendere über die gepflegte Küstenpromenade und besuche das moderne Aquarium Biodiversarium. Es dient zugleich als wichtige meeresbiologische Forschungsstation und zeigt wunderbar das ungemein reiche Unterwasserleben dieser felsigen Küste.
9. Wandern auf dem Sentier du Littoral
Für Liebhaber von Bewegung und Natur ist der größte Anziehungspunkt der ganzen Region der atemberaubende Küstenwanderweg Sentier du Littoral. Diese Fernwanderroute verbindet den Ort Argelès-sur-Mer mit dem Grenzdorf Cerbère, wobei sie ständig die Klippen hinauf und hinab wellt, durch verlassene romantische Buchten führt und Ausblicke auf das endlose Meer bietet, die du garantiert nie vergisst.
Die Route ist definitiv nicht für einen nachmittäglichen Spaziergang in Flip-Flops geeignet, du brauchst wirklich festes Wanderschuhwerk und einen großen Vorrat an Trinkwasser, denn die Sonne brennt hier erbarmungslos auf die Felsen und Schatten gibt es kaum. Die ganze über dreißig Kilometer lange Strecke an einem Tag zu bewältigen ist eine ziemlich extreme sportliche Leistung, deshalb wählen die meisten Reisenden nur kürzere, etwa zweistündige Abschnitte – zum Beispiel das malerische Stück von Collioure ins benachbarte Port-Vendres.
💡 Tipp: Die absolut ideale Strategie ist, morgens zu Fuß von Collioure über die Klippen Richtung Süden loszugehen, in Ruhe in das gewählte Küstenstädtchen zu gelangen und nachmittags bequem mit dem lokalen TER-Zug zurückzufahren, dessen Strecke clever der gesamten Küste folgt.
10. Maritime Geschichte in Port-Vendres
Während Collioure sein romantisches und leicht herausgeputztes Künstlerleben führt, ist das benachbarte Port-Vendres eine völlig andere Welt. Es ist ein arbeitender Tiefwasserhafen mit raueren, typisch salzigen Atmosphäre, in den bis heute riesige Frachtschiffe und Flotten kleiner Fischerboote einlaufen. Der Tourismus spielt hier nur die zweite Geige, was diesem Ort einen sehr seltenen, authentischen Charakter verleiht.
Das historische Wahrzeichen des Städtchens ist der hohe Marmorobelisk auf dem Hauptplatz, der zu Ehren von König Ludwig XVI. errichtet wurde. Beim Spaziergang entlang der Industriedocks stößt du auf alte Schiffslagerhäuser, und wenn dich Militärgeschichte interessiert, kannst du zur nahen Festung Fort Béar wandern. Sie thront hoch über dem Hafen, bietet einen tollen Rundblick und dient bis heute teilweise französischen militärischen Zwecken.
💡 Tipp: Port-Vendres dient sehr oft als Hauptausgangspunkt für längere Ausflüge aufs offene Meer. Von hier lassen sich leicht ganztägige Katamaranfahrten entlang der nahen spanischen Costa Brava arrangieren, eine absolut tolle Alternative für Tage, an denen du keine Lust mehr aufs Wandern hast.

11. Sonnenuntergang an der Mühle Moulin de la Cortina
Knapp über der Stadt Collioure, inmitten alter und duftender Olivenhaine, steht die herrlich restaurierte steinerne Windmühle Moulin de la Cortina. Dieses fotogene Bauwerk stammt schon aus dem Mittelalter und bis vor Kurzem wurde darin noch vorzügliches Olivenöl gemahlen. Der Steinturm selbst ist zwar klein, aber das absolut Wichtigste, weswegen du hierherkommen musst, ist seine strategische Lage auf dem Hügel.
Von der Umgebung der Mühle eröffnet sich nämlich der absolut beste Panoramablick auf die ganze Stadt unter dir, die massive Burg Château Royal, den ikonischen Kirchturm und das endlose Blau des Mittelmeers. Der Aufstieg vom historischen Zentrum nach oben dauert etwa zwanzig Minuten über einen leicht ansteigenden Feldweg und ist für jeden durchschnittlich fitten Wanderer problemlos zu schaffen.
💡 Tipp: Plane deinen Weg zur Mühle erst für den späten Nachmittag oder frühen Abend. Von hier aus den langsamen Sonnenuntergang zu beobachten, wenn die alten Festungsmauern golden aufleuchten und der Himmel rosa wird, ist garantiert die schönste Art, dich von dieser magischen Region endgültig zu verabschieden.
Wohin von Collioure aus weiter
Wenn du in Südfrankreich mehr Zeit hast, bietet die riesige Region Okzitanien eine unerschöpfliche Fülle faszinierender Orte zum Erkunden. Von der Küste aus kannst du tiefer ins Landesinnere zur düsteren Katharergeschichte aufbrechen oder pulsierende Universitätsstädte voller jugendlicher Energie entdecken.
- Carcassonne: Nur knapp zwei Autostunden von der Küste entfernt stößt du auf die größte erhaltene mittelalterliche Festung Europas. Ein Spaziergang über die mächtigen Mauern mit zweiundfünfzig Türmen versetzt dich sofort in die Zeit der Ritterturniere. Der Eintritt in die innere Burg kostet rund 19 Euro, doch die Gassen der Altstadt selbst durchquerst du kostenlos. Ich empfehle, den Besuch zwischen 11 und 16 Uhr zu meiden, wenn die Festung aus allen Nähten platzt.
- Montpellier: Wenn du elegante Architektur, breite Boulevards und eine fantastische Café-Kultur suchst, fahr weiter nördlich entlang der Küste. Diese dynamische Stadt verbindet die historischen Gassen rund um den Place de la Comédie hervorragend mit dem modernen Städtebau des neoklassizistischen Viertels Antigone und wird dir garantiert Spaß machen.
Häufig gestellte Fragen
Dá se v Collioure dobře zaparkovat?
V hlavní letní sezóně (červenec a srpen) je parkování naprostá noční můra. Kapacity jsou extrémně omezené a město bývá ucpané auty. Ideální je nechat vůz v okolních obcích a dojet do centra lokálním vlakem, nebo využít velká záchytná parkoviště na okraji města, odkud v pravidelných intervalech jezdí kyvadlové autobusy.
Kolik dní potřebuji na návštěvu Côte Vermeille?
Na samotnou prohlídku městečka Collioure vám bude stačit jeden intenzivní den plný chození. Pokud ale chcete projít pobřežní stezky, navštívit okolní vinice v Banyuls a v klidu prozkoumat nedaleký Perpignan, doporučuji vyčlenit si na tuto krásnou oblast minimálně 4 až 5 dní.
Je to vhodná destinace pro rodiny s dětmi?
Ano i ne. Pro starší děti, které rády lezou po starých hradech a nevadí jim kamínkové pláže, je to skvělé dobrodružství. S kočárkem to ale bude velký boj, protože historická čtvrť Mouré je plná schodů a strmých, úzkých uliček, kde se místy stěží vyhnete protijdoucím.
Jak se sem nejlépe dostanu z České republiky?
Nejpohodlnější leteckou branou je letiště v Toulouse nebo v Montpellier, kam se z Prahy nebo Vídně dostanete s jedním přestupem, případně využijte přímé lety s nízkonákladovkami do okolí. Z letiště je pak ideální půjčit si auto pro průzkum vnitrozemí, nebo nasednout na rychlovlak TGV do Perpignanu a odtud pokračovat lokálním vlakem TER přímo do Collioure.
Jsou místní pláže písečné?
Ne, pobřeží Côte Vermeille je charakteristické svým drsným skalnatým profilem. Většina zátok a pláží v Collioure je pokryta hrubšími oblázky a kamínky, což na druhou stranu zaručuje krásně čistou vodu. Písečné pláže najdete až severněji, počínaje letoviskem Argelès-sur-Mer.
Je pobyt v tomto regionu drahý?
Collioure je považováno za prémiovou destinaci, takže ceny ubytování a služeb přímo v historickém centru jsou o dost vyšší než v okolních pracujících městech jako Port-Vendres. Stále je to ale znatelně levnější a celkově uvolněnější lokalita než luxusní letoviska na slavném Azurovém pobřeží.
Mluví se tu španělsky?
Úředním jazykem je samozřejmě francouzština, ale katalánské dědictví je tu extrémně silné. Místní obyvatelé rozumí španělsky velmi dobře díky bezprostřední blízkosti hranic, takže s angličtinou a případnými základy španělštiny tu v restauracích a obchodech naprosto bez problémů přežijete.
Je túra po pobřežní stezce náročná?
Pěší trasa Sentier du Littoral není technicky nijak složitá, ale vede neustále nahoru a dolů po útesech, což dá nohám docela zabrat. Největším nepřítelem je tu letní slunce a nulový stín, takže na túru vyrážejte výhradně brzy ráno nebo si ji naplánujte raději mimo hlavní letní sezónu.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
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Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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