Wenn du die Berge liebst und eine Reise nach Italien planst, dann muss ich dich gleich warnen: Wer einmal in den Dolomiten in Italien wandern war, will nirgendwo anders mehr hin. Diese Bergwelt ist einfach ein Paradies auf Erden – und der Lago di Sorapis gehört zu den Orten, die du unbedingt mit eigenen Augen gesehen haben musst. Wir fahren mit Lukáš seit Jahren hierher, haben gefühlt jeden Winkel rund um Cortina erkundet, und dieser See ist eine unserer absoluten Lieblingsdestinationen. Wenn du nach stundenlangem Aufstieg und dem Überwinden von Felsvorsprüngen das erste Mal aus dem Wald trittst und das unglaublich satte, milchig-türkisfarbene Wasser unter dem majestätischen Sorapis-Massiv erblickst, vergisst du sofort, wie sehr die Beine brennen.
Aber bevor wir ins Detail gehen, möchte ich dir gleich etwas Wichtiges sagen: Nimm deinen Hund lieber nicht mit. Manche tun es zwar trotzdem, aber diese Route ist wirklich nicht geeignet dafür. Ich erkläre dir nicht nur, wo du parken und wann du aufbrechen solltest, sondern auch, warum du bei diesem Ausflug mit kleinen Kindern oder vierbeinigen Begleitern sehr vorsichtig sein solltest.

Zusammenfassung
Du packst gerade den Rucksack und hast keine Zeit, den ganzen Artikel zu lesen? Hier sind die wichtigsten Fakten auf einen Blick – das Minimum, ohne das du nicht losfahren solltest.
- Ausgangspunkt: Vom Gebirgspass Passo Tre Croci, kurz außerhalb von Cortina d’Ampezzo.
- Schwierigkeit und Länge: Der Trek (Route Nr. 215/401) ist insgesamt ca. 8 km Hin- und Rückweg mit etwa 220 Höhenmetern Aufstieg – plane rund 3 bis 4 Stunden reine Gehzeit ein.
- Größte Herausforderung: Unterwegs erwarten dich mit Stahlseilen gesicherte Abschnitte und vor allem Metallroste, die direkt in die Felswand über einem tiefen Abgrund eingelassen sind.
- Beste Reisezeit: Ende September bis Anfang Oktober – bestes Licht, weniger Andrang. Im Sommer unbedingt sehr früh aufbrechen.
- Parken: Rund um den Passo Tre Croci ist das Parken in der Saison ein echtes Problem; private Parkplätze verlangen bis zu 50 € pro Tag. Deutlich entspannter: mit dem Bus aus Cortina anreisen.
- Nicht geeignet für: Kinderwagen, kleine Kinder, Welpen und größere, ungeschickte Hunde. Baden im See ist streng verboten.
Was ist der Lago di Sorapis und warum hat er diese unglaubliche Farbe
Bevor wir uns auf die eigentliche Route machen, lass uns kurz darüber reden, warum alle hierher kommen. Die Dolomiten in Italien verbergen den Lago di Sorapis wie einen absoluten Juwel – und wenn du dir Fotos ansiehst, fragst du dich vielleicht, ob die Farbe nicht in Photoshop nachbearbeitet wurde. Ich versichere dir: nein. Der See liegt auf 1.925 Metern Höhe und hat einen ganz eigenen, milchig-türkisfarbenen Farbton, den du in der ganzen Umgebung kein zweites Mal findest.

Die Farbe entsteht durch feinen Kalkstaub – sogenanntes Gletschermehl –, das der schmelzende Gletscher vom Massiv oberhalb des Sees mit sich bringt. Weil diese winzigen Mineralpartikel im Wasser schwebend bleiben, entsteht dieser zauberhaft getrübte Türkis-Effekt, der dich erst eine Minute staunen lässt, bevor du überhaupt ans Fotografieren denkst. Genau deshalb ist der Sorapis eines der meistfotografierten Motive in ganz Norditalien – und ehrlich gesagt wundert mich das kein bisschen. Den Blick auf dieses Farbenspektakel, überragt vom zerklüfteten Felsfinger namens Dito di Dio (Finger Gottes), vergisst du so schnell nicht.
Wann du aufbrechen solltest und wie das Wetter am Lago di Sorapis ist
Die richtige Planung ist in den Dolomiten absolut entscheidend – der Winter ist lang, und der Sommer dafür umso überfüllter. Die Route zum See ist in der Regel von Juni bis Ende Oktober begehbar, wobei es immer auf die aktuelle Schneelage ankommt.

Wir fahren am liebsten im Herbst in die Dolomiten, also im September oder Anfang Oktober. Die Temperaturen sind zwar schon kühler und morgens kann es durchaus frostig sein, aber dafür ist die Luft kristallklar, der Himmel wolkenlos und die umliegenden Lärchen färben sich goldgelb. Außerdem umgehst du die schlimmsten Menschenmassen des Sommers. Der August steht in Italien ganz im Zeichen der Sommerferien – auf den engen Felssteigen zum See entstehen dann regelrechte Staus, was über einem tiefen Abgrund wirklich kein Vergnügen ist. Wenn du aktuelle Bedingungen prüfen möchtest, empfehle ich, vor dem Ausflug die Lago di Sorapis Webcam zu checken – so siehst du, ob oben Nebel oder Wolken hängen.
Wo du in der Nähe übernachtest und was es kostet
Wenn du den Trek wirklich früh morgens starten willst – was in der Saison ein Muss ist –, ist die richtige Unterkunft die halbe Miete. Du kannst zwar auch in der Stadt wohnen und täglich anreisen, aber wir haben ein echtes Geheimtipp-Hotel entdeckt, das uns jede Menge Parkstress und frühes Wecken erspart hat.

Unsere absolute Lieblingsunterkunft für diesen Ausflug ist das B&B Hotel Passo Tre Croci Cortina. Es liegt direkt am Startpunkt der Route – morgens aufstehen, frühstücken, losgehen. Dazu kommen moderne Zimmer mit atemberaubendem Ausblick aus dem Fenster, und das Hotel ist hundefreundlich. Letzteres ist für uns mit Kája und Baby ein absolutes Muss. Die Preise pro Nacht für zwei Personen liegen je nach Saison bei etwa 120 bis 180 €, was für die teuren Verhältnisse in Cortina ein wirklich gutes Angebot ist.
Eine weitere Option ist, direkt im Zentrum von Cortina d’Ampezzo zu übernachten, das wir als unsere Hauptbasis nutzen. Von dort erreichst du den Passo Tre Croci in etwa 15 Minuten mit dem Auto oder mit dem lokalen Bus. Cortina bietet hunderte Möglichkeiten – von luxuriösen Wellness-Hotels bis hin zu gemütlichen Bergapartments. Verfügbarkeiten und Preise vergleichst du am einfachsten auf Booking.com.
Wie du zum Startpunkt kommst und wo du parken kannst
Die Anreise zum Startpunkt des Treks ist in den letzten Jahren zu einer echten logistischen Herausforderung geworden, weil die Beliebtheit des Sees explodiert ist und die Infrastruktur einfach nicht mitgehalten hat. Den Startpunkt findest du am Gebirgspass Passo Tre Croci an der Straße SR48, die Cortina d’Ampezzo mit dem Lago di Misurina verbindet.

Wer mit dem Auto anreist, sollte gewarnt sein: Es ist ein echtes Parkplatz-Chaos. Noch vor wenigen Jahren konnte man kostenlos am Straßenrand parken, aber das ist längst Geschichte. Die Autos blockierten den Verkehr, und die Polizei begann, konsequent Strafzettel zu verteilen. Heute gibt es private Parkplätze, die locker 50 € pro Tag verlangen – was schlicht absurd ist. Wenn du diese Mondpreise vermeiden und in der Hochsaison anreisen möchtest, empfehle ich dringend, das Auto beim Hotel stehen zu lassen und den Bus zu nehmen. Von Cortina, Misurina und vom Lago di Misurina fahren in den Sommermonaten regelmäßige Linien, die dich direkt am Passo Tre Croci absetzen. Das spart jede Menge Nerven.
Lago di Sorapis: 10 Tipps, was du unterwegs und am See sehen und erleben kannst
Kommen wir endlich zum eigentlichen Ausflug. Der Weg zum See ist kein bloßer Transfer von A nach B, sondern ein vollwertiges Erlebnis – du wirst staunen, manchmal leicht erschaudern und dich am Ende einfach großartig fühlen. Hier sind unsere 10 liebsten Punkte und Tipps auf der Route.
1. Die klassische Route vom Passo Tre Croci
Die meisten Wanderer starten auf Route Nr. 215 (die sich stellenweise mit Weg 401 überschneidet) – das ist der bekannteste und direkteste Weg zum Lago di Sorapis. Zunächst führt er angenehm und flach durch einen duftenden Lärchenwald, wo man sich fast wie in einem Stadtpark fühlt. Bald aber steigt das Gelände an, und aus dem Waldpfad wird ein steiniger Steig, der sich die Bergflanke entlangwindet. Insgesamt legst du in eine Richtung etwa 4 Kilometer zurück und überwindest gut 200 Höhenmeter. Kein extremer Aufstieg, aber du wirst definitiv ins Schwitzen kommen.

Lukáš sagt immer, die erste Hälfte sei nur das Aufwärmen. Der Wald riecht nach Harz, und du denkst noch, das wird ein entspannter Spaziergang – bis du zum ersten steileren Anstieg über Steine und Baumwurzeln kommst.
2. Metallroste und Seile über dem Abgrund
Das ist der Moment, der die gemütlichen Spaziergänger von den erfahreneren Bergwanderern trennt. Etwa in der Mitte der Route knickt der Pfad direkt in eine steile Felswand ab. Um den Weg überhaupt passierbar zu machen, sind hier Metallroste und Leitern in den Fels eingelassen, die mit Stahlseilen gesichert sind – an denen du dich halten kannst und solltest.
Durch die Gitterroste siehst du den tiefen Abgrund unter dir, was für Menschen mit Höhenangst wirklich nichts Angenehmes ist. Wenn du unter extremer Höhenangst leidest, überlege gut, ob dieser Trek das Richtige für dich ist. Wir haben hier schon mehrere Menschen erlebt, die auf halber Strecke vor Angst eingefroren sind und sich mühsam zurückarbeiten mussten.
3. Pause im Rifugio Vandelli
Kurz bevor du den See erreichst, stößt du auf die Berghütte Rifugio Vandelli. Diese Steinhütte mit roten Fensterläden thront auf einem kleinen bewaldeten Hügel und bietet müden Beinen eine willkommene Auszeit. Meistens gönnen wir uns hier einen kurzen Kaffeestopp oder ein gezapftes Bier, bevor wir die letzten Meter zum Wasser hinabsteigen. In der Saison ist es hier recht voll, aber die Atmosphäre ist wunderbar entspannt, und der Ausblick ins Tal Richtung Tre Cime von der Terrasse aus ist es allemal wert.

Lukáš kann hier dem ein oder anderen Stück Kuchen nie widerstehen, während ich einfach den Blick genieße und Kräfte für den letzten Abschnitt sammle. Im Hochsommer dauert der Service manchmal etwas länger, aber mit dieser Aussicht stört dich das Warten wirklich nicht.
4. Das Foto vom hölzernen Steg
Wenn du endlich am See ankommst, verstehst du sofort, warum sich die ganze Mühe gelohnt hat. Der Lago di Sorapis ist in der Realität noch schöner als auf Fotos. Der beliebteste Spot für das ikonische Erinnerungsfoto ist das steinige Ufer am Seeanfang, aus dem ein paar Holzpfähle und Steine ragen. Von dort hast du den besten Blick auf den Berg Dito di Dio, der sich in der Wasseroberfläche spiegelt. Im Sommer musst du dich allerdings auf eine kleine Schlange gefasst machen, bis du den besten Winkel erwischst.
Bei unserem ersten Besuch haben wir das auf die harte Tour gelernt – wir warteten fast eine halbe Stunde auf dieses Traumbild. Heute suchen wir uns einfach einen anderen Stein etwas weiter weg und fotografieren aus einem Winkel, der zwar weniger berühmt, dafür umso authentischer ist.
5. Den See umrunden für mehr Ruhe
Die meisten Leute kommen an, machen ihr Foto am Eingang, essen ihre Brotzeit und gehen wieder. Wenn du aber ein Stückchen dieser Schönheit für dich allein haben möchtest, folge dem schmalen Pfad, der das Ufer entlangführt, und umrunde den See komplett. Am gegenüberliegenden Ufer ist es deutlich ruhiger. Dort findest du große Felsbrocken zum Sitzen und bekommst eine ganz andere Perspektive auf die Wasserfarbe, die sich je nach Sonnenstand verändert.


Hier setzen wir uns meistens mit unserem Lieblingstoast hin, schrauben die Thermoskanne auf und atmen einfach die kühle Bergluft. Das blaue Wasser von dieser Seite wirkt noch magischer, und die Stille wird nur vom gelegentlichen Pfeifen der Murmeltiere unterbrochen.
6. Das Phänomen der Enrosadira beobachten
Wenn du den Ausflug so planen kannst, dass du beim Sonnenuntergang noch am See oder auf dem Rückweg bist, wirst du Zeuge eines magischen Schauspiels namens Enrosadira. So nennt man den Moment, wenn die tief stehende Sonne den hellen Dolomitenkalk anleuchtet und die Felsen in sattes Rosa bis feuriges Orange taucht. Ein absolut atemberaubender Anblick. Vergiss in diesem Fall aber auf keinen Fall die Stirnlampe – der Rückweg über die Metallroste im Dunkeln wäre schlicht lebensgefährlich.
7. Weiterwandern zur Forcella Marcuoira
Wenn dir der klassische Lago di Sorapis Hike zu kurz ist und du noch Energie und Erfahrung mitbringst, kannst du ab der Hütte Vandelli weitergehen. Die Route zur Forcella Marcuoira ist allerdings anspruchsvolle Hochgebirgswanderung mit großem Höhenunterschied und steilen Aufstiegen über Geröll. Die Belohnung sind Ausblicke, die dir den Atem verschlagen: Cortina sieht von oben aus wie ein Modellbahnstädtchen, und das gesamte Sorapis-Massiv liegt auf einmal vor dir – ganz ohne Selfie-Sticks im Bild.
8. Alternativer Aufstieg vom Rifugio Tondi di Faloria
Es gibt noch einen weiteren Weg zum See, der den überfüllten Passo Tre Croci umgeht. Du kannst mit der Seilbahn von Cortina auf den Berg Faloria fahren und von dort zu Fuß zum Rifugio Tondi und weiter über die Berggrate hinunter zum Lago di Sorapis. Diese Route ist deutlich länger, körperlich anspruchsvoller und führt durch schwieriges Gelände mit steilen Abstiegen. Ich empfehle sie nur sehr erfahrenen Wanderern mit sicherem Schritt und keinerlei Scheu vor exponierten Stellen. Die Aussichten sind dafür grandios.
Wir haben diese Variante bisher nur aus der Ferne betrachtet und werden uns ehrlich gesagt so bald nicht daran wagen. Aber wenn du ein erfahrener Bergwanderer bist und echte Herausforderungen mit wenig Menschen drumherum liebst, lohnt es sich, das genauer zu recherchieren.
9. Morgennebel und Tipps für das beste Licht
Wenn man sagt, früh loszugehen sei wichtig, dann meint man das wirklich ernst. Nicht nur wegen der Parkplätze und der Menschenmassen auf den Metallrosten, sondern vor allem wegen der Atmosphäre. Gegen sieben Uhr morgens wabern oft zarte Nebelschleier über dem Seespiegel, die langsam an den Felswänden emporklettern. Die Sonne beleuchtet zu dieser Zeit gerade erst die umliegenden Gipfel, und das Wasser hat seinen tiefsten Türkiston. Die goldene Stunde ist hier zwar kurz, weil die Sonne bald hinter den hohen Bergen verschwindet, aber dieser Moment bleibt dir für immer im Gedächtnis.
Das frühe Aufstehen schmerzt, besonders wenn es draußen noch kalt ist und man am liebsten unter der Decke bleiben würde. Sobald du aber die ersten Strahlen siehst, die den Morgennebel durchschneiden, ist jede Müdigkeit wie weggeblasen.
10. Winterausflug mit Schneeschuhen
Obwohl die Route offiziell nur für Sommer- und Herbstmonate empfohlen wird, wagen sich erfahrene Bergsteiger auch im Winter auf Schneeschuhen hierher. Das ist jedoch wirklich eine Sache für Extrembergsteiger. Die Felsroste und gesicherten Abschnitte können unter tiefem Schnee oder Eis vergraben sein, und sowohl Absturz- als auch Lawinengefahr sind real. Der See selbst ist dann komplett zugefroren und unter Schnee begraben – das berühmte blaue Wasser siehst du gar nicht. Ich erwähne das nur als Kuriosum für alle, die die Wintereinsamkeit lieben, aber dem normalen Wanderer rate ich von einem Winterbesuch dringend ab.
Wenn ich manchmal die Fotos auf Instagram sehe, wie jemand auf schneebedeckten Felssimsen balanciert, bekomme ich ehrlich gesagt Herzklopfen vor Angst. Die Berge verzeihen im Winter keine Fehler – also so verlockend es auch klingen mag, komm lieber im Sommer und lass den Winter der Natur.
Lago di Sorapis mit Hunden und Kindern: Warum das keine gute Idee ist
Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen, weil wir es selbst erlebt haben. Der Ausflug zum Lago di Sorapis ist kein Spaziergang im Park, und für Familien mit kleinen Kindern oder Hundebesitzer kann er zur echten Herausforderung werden. Wir haben inzwischen den kleinen Jonáš, und mit ihm fahren wir in absehbarer Zeit definitiv nicht hin. Das Gelände ist mit kleinem Kind im Tragerucksack gefährlich, und an einen Kinderwagen ist überhaupt nicht zu denken. Wenn du ältere Kinder ab etwa 10 Jahren dabei hast, die gebirgserfahren sind und Respekt vor Höhen haben, schaffen sie die Route – aber auch dann musst du sie an den exponierten Stellen die ganze Zeit im Blick behalten.

💡 Tipp: In fast allen Seilbahnen und Bussen wird ein Maulkorb für Hunde verlangt (den bekommst du praktisch überall zu kaufen, auch direkt an den Talstationen). Uns hat das ehrlich gesagt ziemlich genervt – sie wollten ihn sogar, wenn wir die Gondel völlig allein hatten. Wenn mehrere Seilbahnen hintereinander auf dem Programm standen, haben wir Kája und Baby lieber auf dem Campingplatz erholen lassen.

Und nun zu den Hunden. Unsere Kája ist damals mitgekommen – und ich muss zugeben, das war eine ziemlich schlechte Idee. Kája ist zwar ein Herzchen, aber ein etwas tolpatschiges. Die engen Waldwege meisterte sie noch begeistert, aber als wir die Metallroste über dem Abgrund erreichten, war Schluss. Hundepfoten rutschen durch die Eisengitter-Lücken, die Hunde bekommen Panik – und das kann ich ihnen wirklich nicht verdenken. Kája stellte sich quer und rührte sich keinen Schritt mehr.
Lukáš musste sie schließlich auf den Arm nehmen und die gesamte exponierte Passage tragen. Stell dir vor, du trägst einen 20 Kilo schweren, verängstigten Hund auf einem schmalen, nassen Felsvorsprung über einem tiefen Abgrund, während du dich mit der anderen Hand krampfhaft am Stahlseil festhältst. Das willst du wirklich nicht erleben. Wenn du also einen größeren, unbeholfenen Hund hast – oder im Gegenteil einen kleinen Yorkshire Terrier oder Malteser wie unsere Baby –, lass ihn für diesen Ausflug lieber sicher im Hotelzimmer. Von Welpen brauche ich erst gar nicht zu reden. Es ist Stress für dich, für den Hund und für alle anderen, die du auf dem engen Pfad blockierst.
Was du für den Trek zum türkisfarbenen See einpacken solltest
In den Bergen ändert sich das Wetter unglaublich schnell – selbst wenn unten in Cortina die Sonne scheint und Shorts-Wetter herrscht, kann es oben am See eisig winden. Das solltest du keinesfalls unterschätzen.
Das A und O sind gute Trekkingschuhe, denn auf der Route begegnen wir immer wieder Wanderern in Turnschuhen mit glatter Sohle – und das macht uns wirklich Sorgen. Die Felsen hier sind oft nass und rutschig, und auf den Eisenleitern kann eine mangelhafte Sohle böse Überraschungen bringen. Pack unbedingt eine zusätzliche Wärmeschicht ein – ein Fleece-Pullover oder eine leichte Daunenjacke –, sowie eine wasserfeste Regenjacke. Am See verschwindet die Sonne schnell hinter den hohen Bergen, und es wird schlagartig kühl.
Viele fragen, ob Klettersteig-Ausrüstung nötig ist. Für die klassische Route Nr. 215 braucht man kein Klettersteigset – die Seile dienen nur zur Handunterstützung. Wir empfehlen aber, einen leichten Kletterhelm mitzunehmen. Die Route führt direkt unter senkrechten Felswänden entlang, und durch Touristen oder Tiere losgelöste Steinchen von oben sind keine Seltenheit. Vergiss außerdem ausreichend Wasser und einen Snack nicht – der Aufstieg kostet echte Energie.
Wo du essen kannst: Was du im Rifugio Vandelli probieren solltest
Wenn du die schwierigsten Passagen gemeistert hast und am See ankommst, wirst du mit Sicherheit Hunger haben. Das Rifugio Vandelli ist zwar klein, kocht aber hervorragende traditionelle Bergkost, die dich schnell wieder auf die Beine bringt. Geöffnet ist die Hütte in der Regel von Mitte Juni bis Ende September.
Wenn du die italienische Bergküche liebst, probiere unbedingt ihre Canederli. Das sind große Tiroler Knödel, die hier in einer Spinat- und einer Käsevariante angeboten werden – entweder in der Brühe oder mit geschmolzener Butter übergossen. Ich bestelle sie nach den Metallrosten immer in der Brühe, weil ich danach vor allem Wärme und Ruhe brauche. 😊 Ein weiterer Klassiker ist ein herzhafter Polenta-Teller mit Gulasch oder Pilzen und lokalem Käse. Wer keinen langen Mittagstisch möchte und lieber fotografiert, kann sich an der Hütte auch ausgezeichnete Panini mit Caprese (Mozzarella, Tomate, Basilikum) kaufen und sie draußen auf der Bank mit Aussicht genießen. Die Preise sind hier natürlich höher als im Tal, weil alle Vorräte per Hubschrauber oder Seilbahn heraufgebracht werden müssen – aber für die Atmosphäre lohnt sich das allemal.
Praktische Informationen und Nationalpark-Regeln
Bevor du die Wanderschuhe schnürst und losfährst, möchte ich noch ein paar wichtige praktische Hinweise loswerden. Der See und seine Umgebung gehören zum Schutzgebiet des Nationalparks Dolomiti d’Ampezzo, wo recht strenge Regeln gelten, deren Missachtung teuer werden kann.
Der häufigste Fehler, den Touristen machen, ist das Fliegen mit der Drohne. Auf Instagram siehst du zwar Dutzende Luftaufnahmen des Sees, aber lass dich nicht täuschen: Im gesamten Nationalpark gilt ein striktes Drohnenflugverbot, weil das die heimische Tierwelt und andere Besucher stört. Die Parkwächter patrouillieren hier regelmäßig, und wer erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von bis zu 3.000 €. Das ist für ein einziges hübsches Foto wirklich nicht lohnenswert.
Eine weitere häufige Frage lautet: „Kann man im Lago di Sorapis schwimmen?“ Die Antwort ist ein klares Nein – Baden ist verboten (das gilt auch für das bloße Plantschen mit den Füßen). Sonnencreme und Bakterien würden dem einzigartigen Ökosystem des Sees dauerhaft schaden.
Weitere Ziele in den Dolomiten
Der Sorapis ist wunderschön, aber er ist bei weitem nicht das einzige beeindruckende Ziel in dieser Region. Wenn du Zeit hast und das Beste sehen möchtest, was die italienischen Berge zu bieten haben, findest du bei uns jede Menge weitere Reiseberichte:
- Lies unbedingt unseren ausführlichen Artikel mit 5 Wanderrouten für jeden in den Italienischen Dolomiten.
- Wenn du etwas Entspannteres suchst, solltest du dir den deutlich leichter zugänglichen und mit dem Auto erreichbaren Lago di Braies nicht entgehen lassen. In der Saison ist es dort zwar sehr voll, aber die Kulisse ist einfach atemberaubend.
- Von Cortina ist es auch nicht weit zu den ikonischen drei Zinnen der Dolomiten. Unser Artikel über die Tre Cime di Lavaredo zeigt dir, wie du die schönste Rundtour planst.
- Und wenn du noch nicht weißt, womit du deinen Aufenthalt füllen sollst, schau in unsere komplette Liste mit Aktivitäten in den Dolomiten.
Reisetipps zum Abschluss
- Günstige Flüge findest du auf Kiwi. Das ist unser Lieblingsportal – wobei in Norditalien oft die Anreise mit dem eigenen Auto aus Deutschland die praktischste Lösung ist.
- Mietwagen: Wir nutzen regelmäßig den Vergleich auf DiscoverCars. Lukáš und ich haben damit weltweit gute Erfahrungen gemacht, wenn wir nicht mit dem eigenen Auto unterwegs sind.
- Unterkunft buchen: Booking.com ist unsere erste Anlaufstelle für Hotels. In den Dolomiten empfehle ich, bis zu einem halben Jahr im Voraus zu buchen.
- Reiseversicherung nicht vergessen: Für Bergtouren setzen wir am häufigsten auf eine Reiseversicherung mit speziellem Sportpaket für Hochgebirgswandern – prüfe Angebote deiner Hausbank oder spezialisierten Anbieter wie der ADAC Reiseversicherung.
- Internet und eSIM: Wenn du viel unterwegs bist oder durch verschiedene Länder reist, schau dir eine eSIM von Holafly an.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Als wir zum ersten Mal über den Lago di Sorapis geschrieben haben, kamen auf Instagram jede Menge Fragen von euch. Klar – für so einen Ausflug willst du gut vorbereitet sein, besonders wenn er manchmal klingt wie ein Eintrag aus einem Klettertagebuch. Deshalb habe ich die häufigsten Fragen an einem Ort zusammengestellt.
Ich hoffe, diese Antworten helfen dir bei der Planung und ersparen dir ein paar Nerven. Wenn dir noch etwas auf der Seele brennt, meld dich einfach bei uns!
Wie kommt man zum Lago di Sorapis?
Die gängigste Route startet am Passo Tre Croci. Von dort folgt man dem Wanderweg Nummer 215, der einen nach etwa zwei Stunden Gehzeit direkt zum See führt. Zum Pass gelangt man entweder mit dem Auto oder mit dem Bus von Cortina d’Ampezzo aus.
Kann man im Lago di Sorapis baden?
Nein, das Baden ist im gesamten See streng verboten, und das gilt auch für das bloße Füßeabkühlen. Der Grund dafür ist der Schutz des sehr empfindlichen Ökosystems und der speziellen Mineralzusammensetzung des Wassers, die durch menschliche Einwirkung dauerhaft gestört werden könnte.
Wie lange dauert die Wanderung zum See?
Die gesamte Wanderung nimmt etwa 3 bis 4 Stunden reine Gehzeit in Anspruch. Der Weg in eine Richtung dauert je nach körperlicher Fitness und eventuellen Warteschlangen an den Metallrosten etwa 1,5 bis 2 Stunden. Die Strecke misst insgesamt 8 Kilometer hin und zurück.
Ist die Route für Hunde geeignet?
Aus unserer persönlichen Erfahrung raten wir von dieser Wanderung mit Hunden definitiv ab. Auf der Strecke gibt es exponierte Metallroste über tiefen Abgründen, durch die Hundepfoten durchrutschen können. Kleine und mittelgroße Hunde kann man zwar tragen, aber das ist gefährlich und stressig. Größere Rassen oder ängstliche Hunde lässt man besser zu Hause.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Das schönste Erlebnis habt ihr im September und Anfang Oktober, wenn die Touristenmassen nachlassen und sich die Berge wunderschön verfärben. Wenn ihr euch für Juli oder August entscheidet, müsst ihr früh am Morgen starten (idealerweise vor 7:00 Uhr), um den Menschenmassen zu entgehen und das beste Morgenlicht zum Fotografieren zu erwischen.
Darf man am See mit einer Drohne fliegen?
Nein. Der Lago di Sorapis liegt im Gebiet des Nationalparks Dolomiti d’Ampezzo, wo ein generelles Drohnenverbot gilt. Bußgelder bei Verstößen gegen diese Regel können bis zu 3000 EUR betragen, daher raten wir definitiv davon ab, das zu riskieren.
Ist die Wanderung schwierig und schaffen sie auch Anfänger?
Körperlich ist die Route nicht besonders anspruchsvoll, der Höhenunterschied beträgt etwas über 200 Meter. Die Herausforderung liegt vor allem im Kopf, da man schmale Felsabschnitte mit Metallrosten über Abgründen passiert. Wenn ihr nicht unter Höhenangst leidet und festes Schuhwerk habt, schafft ihr die Wanderung als durchschnittlich fitter Wanderer problemlos. Für Menschen mit großer Höhenangst ist die Route nicht geeignet.
Tipps und Tricks für deinen Urlaub
Zahle nicht zu viel für Flugtickets
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Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.
Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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