HCU Helpful Content Update – Was es für SEO und deine Website bedeutet

Google veröffentlicht jedes Jahr mehrere Algorithmus-Updates, die sich auf die Performance von Websites in der Suche auswirken. Manche Updates bewirken kaum etwas – andere hingegen schon. Das Helpful Content Update (HCU) ist eines der bedeutendsten Google SEO Updates der letzten Jahre und hat die SEO-Welt ordentlich aufgemischt.

Das HCU zeigt, wohin Google bei der Bewertung von Webseiten langfristig steuert. Es ist so grundlegend, dass ich mich entschieden habe, eine tiefere Analyse durchzuführen: Ich habe Dutzende Berichte internationaler SEO-Spezialisten durchgearbeitet, um herauszufinden, welche Faktoren und Praktiken Google jetzt am stärksten gewichtet – also worauf man sich bei der Website-Erstellung konzentrieren sollte. Da es sich um wirklich weitreichende Veränderungen handelt, habe ich diesen Artikel verfasst, den ich regelmäßig aktualisieren werde – mit allem, was wir über das HCU wissen.

Das HCU wurde von Google am 14. September 2023 angekündigt, der Rollout war am 28. September 2023 abgeschlossen. Die größten Auswirkungen zeigten sich erwartungsgemäß in internationalen SERPs, aber auch im deutschsprachigen Raum waren spürbare Veränderungen zu beobachten.

Wenn du dich also mit der Suchmaschinenoptimierung befasst und Websites zur Monetarisierung betreibst, findest du in diesem Artikel wertvolle Informationen. Los geht’s!

Was Google selbst über das HCU sagt

Diesen Abschnitt lehne ich frei an diese Quelle an, da sie eine hervorragende Zusammenfassung der Google Developer Docs bietet, die ich selbst nicht besser hätte formulieren können.

Google widmet dem HCU in seinen Developer-Dokumenten eine eigene, ausführliche Sektion. Auch wenn wir alle wissen, dass Googles Ratschläge manchmal irreführend sein können (man empfiehlt, etwas zu unterlassen, und dennoch funktioniert es prächtig 😅), solltest du unbedingt wissen, was der Erfinder des HCU dazu sagt. Also:

1) „Das HCU-System erzeugt ein einziges Signal für die gesamte Website.“ (Quelle)

Ein siteweites Signal ist ein Bewertungsfaktor (eine einzelne Zahl), mit dem Google eine gesamte Website auf einmal bewertet. Das Ranking jeder einzelnen URL ergibt sich dann aus der Kombination der Bewertung der URL selbst und der gesamten Website. Websites mit einem niedrigen HCU-Score können damit sogar bislang exzellent performende URLs untergraben.

2) „Das HCU-System belohnt Inhalte, bei denen Besucher das Gefühl haben, eine zufriedenstellende Erfahrung gemacht zu haben, während Inhalte, die die Erwartungen der Besucher nicht erfüllen, schlechter abschneiden werden.“ (Quelle)

Damit sagt Google, dass es noch stärker darauf achtet, ob der Besucher bei dir Antworten auf alle Fragen gefunden hat, die er zu diesem Zeitpunkt zu einem Thema hatte.

3) „Dieser Klassifizierungsprozess ist vollständig automatisiert und nutzt maschinelles Lernen.“ (Quelle)

Das ist ein SEHR wichtiges neues Element. Es bedeutet, dass Google einen KI-Klassifikator einsetzt, um Daten für das Helpful Content Update zu verarbeiten.

4) „Unser Klassifikator läuft kontinuierlich, was es ihm ermöglicht, neu gestartete und bestehende Websites zu überwachen.“ (Quelle)

Der KI-Klassifikator läuft ununterbrochen. Wenn deine Website durch das HCU negativ beeinträchtigt wurde, musst du nach den nötigen Anpassungen nicht auf ein neues Google-Update warten. Sobald Google den Score deiner Website neu berechnet und dieser höher ausfällt als bisher, solltest du sofort Veränderungen bei den Impressionen in der Suche bemerken.

5) „Die Bewertung von Websites durch dieses System kann mehrere Monate dauern.“ (Quelle)

Das lässt sich so interpretieren, dass Google für die Vergabe eines HCU-Scores wahrscheinlich sehr viele Daten benötigt – und bei kleineren Websites länger braucht. Andererseits könnte damit gemeint sein, dass das Problem eher bei großen Websites liegt, weil es eine Weile dauert, die gesamte Website erneut zu crawlen und einen Score zu vergeben.

Google hat eine umfangreiche Liste von Fragen bereitgestellt, die du dir beim Erstellen von Inhalten stellen solltest, um einzuschätzen, ob diese in Googles Augen nützlich sind.

Die wichtigsten Fragen im Überblick:

  • „Präsentiert deine Website Informationen so, dass man ihnen vertrauen möchte? Ist beispielsweise die Quelle klar, gibt es Belege für Fachkenntnisse, Hintergrundinformationen zum Autor oder zur Website, zum Beispiel durch Links zur Autorenseite oder zur Über-uns-Seite?“
  • „Wurde dieser Inhalt von einem Experten oder Enthusiasten verfasst oder überprüft, der nachweislich ein tiefes Wissen zum Thema besitzt?“
  • „Ist aus dem Inhalt klar ersichtlich, dass der Autor über eigene Erfahrungen mit dem beschriebenen Thema verfügt und es in der Tiefe kennt oder versteht (z. B. durch fachliches Wissen aus der tatsächlichen Nutzung eines Produkts oder einer Dienstleistung oder dem Besuch eines Ortes)?“
  • „Hast du eine bestehende oder beabsichtigte Zielgruppe für dein Unternehmen oder deine Website, die den Inhalt als nützlich empfinden würde, wenn sie direkt zu dir käme?“
  • „Hinterlässt dein Inhalt den Leser mit dem Gefühl, Google erneut bemühen zu müssen, um bessere Informationen aus anderen Quellen zu erhalten?“
  • „Enthält dein Inhalt Links zu weiteren Informationen über den Autor oder die Autoren und die Bereiche, über die sie schreiben?“

Wie du siehst, legt das HCU großen Wert auf die Expertise der Autoren und die Qualität der Inhalte – und stärkt damit die Bedeutung der E-E-A-T-Signale weiter.

Google möchte, dass wir uns Gedanken machen über:

  • wer unsere Inhalte schreibt,
  • für wen wir Inhalte erstellen,
  • warum wir Inhalte erstellen.

Du erstellst Inhalte nur für Suchmaschinen? FALSCH. ❌

Du nutzt Automatisierung in großem Umfang zur Inhaltserstellung? FALSCH. ❌

Du erstellst Inhalte, indem du zusammenfasst, was andere geschrieben haben, ohne wirklich etwas Neues beizutragen? FALSCH. ❌

Du hast dich entschieden, Inhalte zu einem Thema zu erstellen, nur weil es ein hohes Suchvolumen hat? FALSCH. ❌

Du veröffentlichst massenhaft neue Inhalte oder löschst alte, weil du glaubst, deine Seite wirke dadurch in Googles Augen „frischer“? FALSCH. ❌ (Das Entfernen wirklich nutzloser Inhalte soll aber helfen können.)

Wie Google den Helpful Content Score (HCS) berechnet

Das weiß natürlich niemand genau – aber auf Basis von Tests hat die weltweite SEO-Community grobe Schätzungen, wie Google an die Berechnung des HCS herangeht.

Der größte Unterschied liegt darin, dass der KI-Klassifikator den Inhalt einer Seite mittlerweile wirklich versteht. Allgemeine Annahmen über den KI-Klassifikator:

  • Der KI-Klassifikator liest den Text nicht vollständig, sondern wahrscheinlich nur die ersten 2.000 Wörter (basierend auf den Limits der verwendeten KI-Tools).
  • Der HCS bewertet primär Artikel und klassifiziert vermutlich keine Startseiten, Kategorieseiten oder Produktseiten.

Spekulation: Laut Eric Lancheres kann der HCS eine Website nur bestrafen, ihr aber keinen Boost geben – er nimmt also Werte zwischen 0 und 1 an. Wenn deine URL von den regulären Google-Algorithmen einen Score von 95 (auf einer Skala von 1–100) erhält und das gesamte HCS-Score deiner Website 0,75 beträgt, ergibt sich ein Gesamtscore von 95 × 0,75 = 71,25. Theoretisch können dich in den SERPs also Websites überholen, die eine etwas schwächere einzelne URL haben, aber einen höheren HCU-Score für die gesamte Website.

In der Praxis bedeutet das: Selbst wenn nur ein kleinerer Teil deiner Website minderwertig ist – oder so schlecht, dass der gesamten Website dadurch ein niedriger HCS-Score zugeteilt wird –, werden auch deine bislang hervorragend performenden Inhalte darunter leiden.

Andererseits kann ein hoher HCS-Score URLs helfen, die bislang nicht gut performt haben. Such dir etwas aus. 😊

Um mir Klarheit darüber zu verschaffen, welche konkreten Schritte ich jetzt unternehmen kann, um die Websites unserer eigenen Projekte und die unserer Kunden zu verbessern, habe ich die folgende Liste von Punkten zusammengestellt, die im Rahmen des HCS nun wichtiger sind als zuvor:

Tipps: Worauf du bei der HCS-Optimierung achten solltest

Autor und wichtige Informationen an den Anfang stellen

Wenn es stimmt, dass der KI-Klassifikator nur einen Teil des Inhalts liest, solltest du den Autorennamen und Links zu seiner Bio bereits in der Einleitung angeben – und nicht erst unterhalb des Textes.

Wenn möglich (etwa bei einem Geschäftsangebot), füge E-Mail-Adresse und Telefonnummer direkt in den Fließtext ein, damit potenzielle Kunden Kontakt aufnehmen können. Verlasse dich nicht allein auf ein Formular am Seitenende, sondern platziere diese Angaben innerhalb der ersten 2.000 Wörter.

In der Einleitung sollten auf jeden Fall stehen:

  • Name des Autors (verlinkt)
  • Veröffentlichungsdatum / Datum der letzten Aktualisierung
  • Name der Person, die den Inhalt geprüft hat (Experte)

Erstelle eine Autorenbox und binde sie in die Sidebar jedes Beitrags ein.

Ausführliche Autorenprofile und Erfahrungsnachweise pflegen

Jeder Artikel auf deiner Website sollte einen klar erkennbaren Autor haben. Pseudonyme und Sammelautorschaften reichen nicht aus. Der Autorenname sollte verlinkt sein, und auf der Autorenseite sollte der Autor ausführlich vorgestellt werden. Folgendes sollte nicht fehlen:

  • Vollständiger Name des Autors
  • Bezug des Autors zur Website und ihrem Thema
  • Woher der Autor seine Erfahrung hat und warum er als Experte für das Thema gilt
  • Links zu seriösen Seiten, auf denen der Autor ebenfalls zum gleichen Thema publiziert
  • Links zur persönlichen Website des Autors sowie ggf. zu seinen Social-Media-Profilen
  • Liste aller Artikel, die der Autor für die Website geschrieben hat
  • Kontaktmöglichkeit zum Autor

Belege die Expertise des Autors nicht mit Bildern, sondern mit einfachem Text. Ein Foto mit Werkzeug hebt dein Ranking in Googles Augen nicht an – aber dieser Satz schon: „Ich bin Tischler mit 20 Jahren Erfahrung. Ich bin in Berlin und Umgebung tätig, und zu meinen Kunden zählen unter anderem IKEA und Nolte Küchen.“

Reale Quellen zitieren

Bislang verstand Google Texte kaum inhaltlich und verließ sich vor allem auf interne und externe Links, um den semantischen Gehalt zu erfassen. Mit KI ist das anders. Wenn ich in einem Artikel über Nanotechnologie schreibe „wie der Bundesverband Nanotechnologie betont“ und einen relevanten Fakt darlege, ist das ein positiver Rankingfaktor.

Keine unnötig langen Texte schreiben

Die Technik, ein Thema bis zur völligen Erschöpfung auszuschreiben, könnte bald ausgedient haben. Einerseits liest Google den Text wahrscheinlich ohnehin nicht vollständig; andererseits wird eine URL, die auf die Beantwortung einer konkreten Suchanfrage optimiert ist, die Antwort gleich am Anfang liefern – während sie bei einem erschöpfend langen Artikel vielleicht erst im zehnten Abschnitt auftaucht.

Nach dem HCU-Update sank die durchschnittliche Länge von Artikeln, die gut in den SERPs abschneiden, um fast 4 %.

Beispiel: Wenn du für das Keyword „wie registriere ich mich bei Revolut“ ranken möchtest, würde ich nicht mehr damit beginnen, zu erklären, „was Revolut ist“ und „welche Vorteile Revolut bietet“, bevor irgendwo im Fließtext auch die eigentliche Registrierung beschrieben wird. Das ist nicht mehr hilfreich, weil der Nutzer die gesuchte Information auf deiner Website erst suchen muss. Besser ranken wird wahrscheinlich ein Artikel, der sich ausschließlich auf die Registrierung konzentriert – am besten knapp gehalten und mit ein paar Screenshots.

Originale Bilder verwenden

Nutze, wo immer möglich, eigene Bilder und Fotos. Wenn du im Reisebereich tätig bist, mach eigene Fotos – und zeige dich idealerweise selbst darauf. Google-KI kann Fotos aktuell mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit noch nicht „lesen“, aber das wird sich ändern. Allgemein wird erwartet, dass originale Fotos und „Beweise“ dafür, dass du wirklich an einem bestimmten Ort warst, zu einem Rankingfaktor werden – ein Autor auf dem Foto am beschriebenen Ort ist da ein ziemlich überzeugender Beweis.

Blog als Startseite = schlechte Idee

Wenn deine Startseite nur eine Artikelübersicht zeigt, lässt du eine große Chance ungenutzt. Die Startseite sollte dem Besucher klar vermitteln, was er auf der Website findet und wer dahintersteckt. Websites mit einer Blog-Startseite haben nach dem HCU im Durchschnitt schlechter abgeschnitten.

Deine Website sollte ein echtes Business verkörpern

Je klarer erkennbar ist, dass hinter deiner Website ein echtes Unternehmen steckt, desto besser. Websites, die rein für SEO erstellt wurden, haben nach dem HCU im Durchschnitt schlechter abgeschnitten. Websites mit einer klar erkennbaren Persona, einem Unternehmen oder einer Marke hingegen haben sich besser behauptet.

Überlege, ob du einen Shop integrieren kannst

Denk darüber nach, ob du auf deiner Website Mikroservices oder Produkte anbieten könntest. Wir zum Beispiel verkaufen Reisekarten.

Keine unveränderten Standard-Templates verwenden

Blogs mit Standard-Templates haben nach dem HCU schlechter abgeschnitten. Investiere in ein eigenes Design, oder passe dein bestehendes Template so an, dass es deinen Inhalten besser dient.

Keine aufdringliche Werbung übertreiben

Wenn Werbung deine Haupteinnahmequelle ist und das HCU dich stark getroffen hat, könnten die Anzeigen mitverantwortlich sein. Wenn der Hauptinhalt von Werbung umhüllt ist oder der Zugang dazu durch Werbung erschwert wird, gilt die Website eindeutig als nicht hilfreich.

Kommentare auf deiner Website zulassen

Deaktiviere Kommentare nicht. Im Gegenteil: Animiere deine Nutzer aktiv dazu, Kommentare zu hinterlassen. Websites mit einer hohen Anzahl an Kommentaren performen besser.

Websites mit mehreren Traffic-Quellen schneiden besser ab

Generell hat sich – schon seit Längerem – gezeigt, dass Google es honoriert, wenn eine Website Traffic aus verschiedenen Quellen zieht und sich nicht ausschließlich auf organischen Traffic verlässt (sogenannte „written for Google“-Websites).

Quellen und weiterführende Lektüre:

Tipps und Tricks für deinen Urlaub

Zahle nicht zu viel für Flugtickets

Suche Flüge auf Kayak. Es ist unsere Lieblingssuchmaschine, weil sie die Webseiten aller Fluggesellschaften durchsucht und immer die günstigste Verbindung findet.

Buche deine Unterkunft clever

Die besten Erfahrungen bei der Suche nach Unterkünften (von Alaska bis Marokko) haben wir mit Booking.com gemacht, wo Hotels, Apartments und ganze Häuser meist am günstigsten und in der größten Auswahl verfügbar sind.

Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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