Dieser Guide ist für alle Abenteurer, die auf eigene Faust losfahren und echte Freiheit erleben wollen – also dorthin fahren, wohin sie möchten, wann sie möchten. Dazu gehört das Schlafen im Auto und eine ordentliche Ausrüstung. Wir waren selbst drei Monate so unterwegs und haben unser Auto komplett zum Wohnmobil umgebaut. In den folgenden 5 Schritten zeigen wir euch, wie wir das gemacht haben.
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Wer ein begrenztes Budget hat, kann hier nachlesen, wie wir unser Auto für ein paar hundert Dollar in ein fahrendes Wohnzimmer – quasi ein günstiges DIY-Wohnmobil – verwandelt haben.
1) Das richtige Auto für den Umbau auswählen
Die Wahl hängt vom Budget, dem Verbrauch und dem geplanten Einsatzzweck ab. Da man das Auto meist nur für einige Monate braucht, lohnt sich kein Neuwagen – ältere Gebrauchtfahrzeuge sind hier die bessere Wahl. Unser Budget lag bei rund 2.700 € und wir wussten, dass wir mindestens 20.000 km durch die USA und Kanada fahren würden – und dabei im Auto (oder daneben):
8+ Stunden täglich fahren
Tagsüber wohnen und ausruhen
Schlafen
Kochen
Arbeiten
Persönliche Sachen verstauen
Frische gekühlte Lebensmittel lagern
Elektronik aufladen
Für diese Zwecke eignet sich ein Minivan am besten. Da wir unser Fahrzeug in Kanada gekauft haben, haben wir die Wahl auf drei zuverlässige Modelle eingegrenzt:
Dodge Grand Caravan
Toyota Sienna
Honda Odyssey
Letztendlich haben wir für unser Budget einen Dodge Grand Caravan 3.3L V6 Baujahr 2005 mit rund 248.000 km auf dem Tacho gekauft.
2) Designskizze erstellen und alle Maße festlegen
Wie man so schön sagt: zweimal messen, einmal sägen. Ein funktionales Design zu entwickeln ist der wichtigste Teil des ganzen Projekts – und der verdient sorgfältige Planung. Wie hoch soll das Bett sein? Wie hohe Kisten sollen darunter passen und wo bekommt man sie? Welche Kühlbox nehmen wir – elektrisch oder mit Eis? Und wenn mit Eis – auf welcher Seite ist die Steckdose? 😃
Sitze ausbauen
Als erstes haben wir die hintere Sitzreihe ausgebaut und die mittlere in den Boden versenkt. Im hinteren Teil des Autos haben wir die Kühlbox und die Küchenausrüstung inklusive Lebensmittel untergebracht – darunter befinden sich alle Stauräume.
Zwischen den Küchenbereich und die Vordersitze haben wir das Bett eingebaut – 160 cm lang und 110 cm breit. Das hat uns mehr als gereicht. 🙂 Die Sperrholzplatte als Bettfläche haben wir auf 60-cm-Beine gesetzt, damit wir darunter bequem all unser Zeug verstauen konnten.
Anfangs hatten wir eine elektrische Kühlbox – die erwies sich jedoch als völlig unbrauchbar. Nach zwei Wochen tauschten wir sie gegen eine einfache Kühlbox aus dem Supermarkt für rund 13 € aus, in die wir dann alle drei Tage Eis kauften.
Elektrische Verkabelung
Was ihr auf keinen Fall vergessen dürft: herausfinden, wo überall Steckdosen (Zigarettenanzünder) im Auto sind und wie viel Watt sie maximal vertragen. Vergesst auch gleich den Gedanken, eine zweite Autobatterie einzubauen und sie über die Steckdosen zu laden – die Lichtmaschine ist dafür nicht ausgelegt. Wenn ihr sie nicht gegen eine stärkere tauscht, werdet ihr sie entweder a) durchbrennen, wie uns das passiert ist, oder b) sie lädt einfach nichts richtig auf.
Kauft euch einen Inverter – einen Wandler von 12V auf 230V – und nutzt den zum Laden. Ladet immer nur ein großes Gerät auf einmal, niemals mehrere gleichzeitig. Bei Handys oder Tablets ist das egal. 🙂
Inverter – Wandler von 12V auf 230V
Wenn ihr plant, ein Verlängerungskabel in den hinteren Teil des Fahrzeugs zu verlegen, legt es dort, bevor ihr mit dem Bettbau anfangt. 😉
3) Material und Werkzeug kaufen
Wenn ihr euer Auto in Nordamerika umbaut, empfehlen wir wärmstens Walmart, Canadian Tire und Lowe’s als Hauptlieferanten für euer Projekt. Die haben wirklich alles, und das Material für das Bett inklusive Werkzeug kostet nicht mehr als 135–180 €.
Als Stauräume eignen sich sogenannte Milk Crates – Plastikkästen für Milchflaschen – am besten. Die bekommt man entweder gratis oder für einen Dollar pro Stück. Wir haben daraus Regale für die Küche gebaut und sie als Stauräume unter dem Bett genutzt.
Das Bett selbst besteht aus Sperrholz, die Beine aus gehobeltem Holz (ca. 4–5 € pro Meter). Auf die Sperrholzplatte haben wir zwei Lagen Eierschaum-Matte und eine Lage Memory-Schaum gelegt. Das war der teuerste Posten – die Matratze kostete rund 135 €.
Folgendes Werkzeug werdet ihr brauchen:
Eine Säge (idealerweise eine Kreissäge) – am besten beim Freund ausleihen oder in einem Verleih
Einen Akkuschrauber (mit einem Handschrauber dreht man sich den Arm aus)
Schrauberaufsätze – in Kanada und den USA gibt es andere Kopfformen als in Deutschland
Eine Wasserwaage
Einen Hammer
Einen Ratschenschlüssel zum Ausbauen der Sitze
Holzschrauben
Winkelverbinder (L-förmige Metallstücke mit Löchern), zur Stabilisierung der Bettbeine
4) Bett und Küchenbereich bauen
Wie wir unser Auto genau zusammengebaut haben, haben wir in diesem Video festgehalten:
5) Extras platzieren und notwendige Ausrüstung kaufen
Einige Dinge muss man einfach dabei haben – allein schon, um zu wissen, dass man auf alles vorbereitet ist. Neben dem Ersatzrad und dem Wagenheber, der Pflichtausrüstung jedes Fahrers, hatten wir Folgendes dabei:
Powerbank mit Starthilfekabeln (falls man über Nacht die Batterie leerschießt)
Lampe mit aufladbaren Batterien
Inverter 12V auf 230V
2× LED-Taschenlampe
Zwei Campingstühle
Motoröl zum Nachfüllen
Reparaturanleitung für das Auto (denn man findet immer einen Schrottplatz in der Nähe, wo man Ersatzteile bekommt)
Road Atlas – für den Fall, dass das Navi nicht weiterkommt, und zur groben Routenplanung
Und natürlich alles, was ihr zum Campen und Kochen braucht, falls ihr das plant:
Großer Zweiflammkocher
Kleiner Einflammkocher als Backup
Genug Gas zum Kochen
Geschirr, Besteck usw.
Vorhänge
Mit einer einfachen Schnur, einem beliebigen Stoff und Klettverschluss, den ihr auf den Stoff näht, könnt ihr Wunder wirken. Spannt die Schnur rund um das Auto, damit ihr beim Schlafen die hinteren und seitlichen Fenster abdecken könnt. Warum das so wichtig ist, merkt ihr spätestens, wenn ihr nachts auf einem Supermarkt-Parkplatz steht. 🙂
Mülleimer
Mittig zwischen die Vordersitze – und je kleiner, desto besser. Bananenschalen fangen schon nach zwei Stunden an unangenehm zu riechen.
Satellitenradio
Ein treuer Begleiter auf langen Strecken – besonders dann, wenn kein UKW-Sender zu empfangen ist. Und das war auf unserer dreimonatigen Reise durch die USA und Kanada fast die halbe Zeit der Fall!
Ein Snackkorb in Reichweite von Fahrer und Beifahrer
Nichts ist lästiger, als alle zwei Stunden anzuhalten, weil man etwas aus dem Kofferraum holen möchte. Und je länger die Fahrt, desto nerviger wird es. Legt euch vorher Nüsse, Kekse und alles, was ihr als Snack dabei habt, griffbereit hin. Wir hatten das in einem Korb und in den Seitenfächern der Türen.
TIPP: Wer eine längere Reise plant, sollte auch an eine gute Reiseversicherung denken. Besonders die eSIM für unterwegs kann praktisch sein, damit ihr im Notfall immer erreichbar seid und das Navi funktioniert – selbst in abgelegenen Gegenden.
So sieht das fertige Auto nach 2 Wochen im Einsatz aus
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.
Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).
Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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