St. John’s, Newfoundland, Kanada: 12 Tipps, was man sehen und erleben kann

Wisst ihr, wie es sich anfühlt, auf einer Klippe zu stehen, unter euch der eisige Atlantik, und ihr habt das Gefühl, dass hinter dem Horizont wirklich nichts mehr kommt? Dass ihr am Ende der Welt steht — und es gleichzeitig unglaublich schön ist? Genau so ging es uns, als wir zum ersten Mal in St. John’s auf Newfoundland ankamen. Es war später Nachmittag, die Sonne kämpfte sich durch den typischen Nebel Neufundlands, und wir fuhren den Hügel hinunter zum Hafen. Und dann sahen wir sie — diese bunten Häuschen. Reihen von gelben, rosa, türkisen und orangefarbenen Fassaden, als hätte jemand eine riesige Packung Gummibärchen entlang der engen Gassen ausgeschüttet. In diesem Moment wusste ich, dass ich diese Stadt lieben würde. ☺️ Wer nach St. John’s Kanada Sehenswürdigkeiten sucht, wird hier garantiert fündig.

St. John’s ist die Hauptstadt der Provinz Newfoundland und Labrador und eine der ältesten Städte Nordamerikas. Sie ist rau, windig, oft in Nebel gehüllt — und absolut bezaubernd. Es ist ein Ort, an dem wilde Natur auf eine überraschend lebendige Kulturszene trifft, wo man im Juni 12.000 Jahre alte Eisberge aus Grönland von der Küste aus beobachten kann und im Juli Buckelwale zum Greifen nah sieht. Und abends? Abends geht es auf die George Street, die angeblich die höchste Bardichte pro Quadratmeter in ganz Nordamerika hat. Wie gesagt — Ende der Welt, aber definitiv nicht langweilig. 😁

Die Neufundländer (hier nennt man sie „Newfies“ und sie tragen den Namen mit Stolz) gehören zu den freundlichsten Menschen, die wir auf Reisen je getroffen haben. Jeder Zweite hält einen an, fragt, woher man kommt, und beginnt eine Geschichte über seinen Großvater zu erzählen, der Kabeljau gefischt hat. Und man steht da, versteht vielleicht die Hälfte, weil der neufundländische Akzent ein Kapitel für sich ist, aber irgendwie fühlt es sich einfach gut an. 😅

In diesem Artikel findet ihr 12 Tipps, was man in St. John’s sehen und erleben kann — vom Signal Hill mit dem legendären Cabot Tower über das farbenfroheste Viertel Jellybean Row bis hin zur Eisberg- und Walbeobachtung. Ich verrate euch, wann die beste Reisezeit ist, wo man übernachten und was man probieren sollte und wie viel das Ganze kostet. Wenn ihr über St. John’s auf Newfoundland nachdenkt und nach Sehenswürdigkeiten und Tipps sucht, seid ihr hier genau richtig.

Reisende mit Ausblick auf die dramatische Küste bei St. John's
Hafen von St. John's gesäumt von bunten Häusern

Artikelinhalt

Zusammenfassung

  • St. John’s ist die Hauptstadt Neufundlands, eine der ältesten und farbenfrohesten Städte Nordamerikas, gelegen am äußersten östlichen Rand des Kontinents.
  • Beste Reisezeit ist Juni–August — im Mai und Juni sieht man Eisberge, im Juli und August Wale und Papageientaucher.
  • Das Wetter ist unberechenbar — auch im Sommer solltet ihr mit Temperaturen um 15–22 °C, Wind und Nebel rechnen. Eine wasserdichte Jacke ist Pflichtausstattung.
  • Signal Hill und der Cabot Tower bieten den besten Blick über Stadt und Ozean, Cape Spear ist der östlichste Punkt ganz Nordamerikas.
  • Jellybean Row und das Viertel The Battery sind ein fotogenes Paradies — bunte Häuschen wie aus einem Märchen.
  • Iceberg Alley: Im Mai und Juni treiben riesige, 10.000–12.000 Jahre alte Eisberge entlang der Küste — direkt in Sichtweite der Stadt.
  • Wale und Papageientaucher: Bootsausflüge nach Witless Bay, wo die größte Papageientaucher-Kolonie Nordamerikas lebt und Dutzende Buckelwale zu sehen sind.
  • George Street hat angeblich die höchste Bardichte pro Quadratmeter in Nordamerika — und die Screech-In-Zeremonie mit dem Küssen eines Kabeljaus ist ein Erlebnis, das man nicht vergisst. 😁
  • Unbedingt probieren: Toutons (frittierter Teig mit Melasse), Cod Tongues (Kabeljau-Zungen) und Fish and Chips bei Ches’s oder Duke of Duckworth.
  • Die Stadt ist gut zu Fuß erkundbar, aber für Ausflüge in die Umgebung (Cape Spear, Witless Bay, Gros Morne NP) braucht ihr ein Auto.
  • Von Deutschland aus kommt ihr über Toronto oder Montreal hierher — rechnet mit einem ganzen Reisetag, aber es lohnt sich.
  • Budget für eine Woche zu zweit: ca. 1.800–2.700 € (ohne Flüge), je nach Unterkunftsstil und Anzahl der Ausflüge.

Wann nach St. John’s reisen und wie man hinkommt

St. John’s ist einer dieser Orte, wo das Timing wirklich entscheidend dafür ist, was man alles erlebt. Eisberge, Wale, Papageientaucher — jedes dieser Erlebnisse hat seine Saison, und wenn ihr den Jackpot knacken wollt, lohnt sich vorausschauende Planung. Und was die Anreise betrifft — ich mache euch nichts vor, Neufundland liegt nicht gerade um die Ecke. Aber glaubt mir, die Reise ist jede Umsteigestunde am Flughafen Toronto wert.

Beste Reisezeit für St. John’s

Juni bis August ist eindeutig die beste Zeit für einen Besuch. Die Tage sind lang (im Juni ist es bis 21:30 Uhr hell), die Temperaturen liegen bei 15–22 °C und die Stadt lebt mit Kulturveranstaltungen und Festivals.

Wenn euch Eisberge faszinieren, kommt am besten im Mai oder Juni. Genau dann treiben riesige Eisstücke aus Grönland, 10.000–12.000 Jahre alt, entlang der Küste Neufundlands. Das Ganze nennt sich Iceberg Alley (Eisberg-Allee) und ist eines der beeindruckendsten Naturphänomene, die man in Nordamerika erleben kann. Manche Jahre kommen Dutzende Eisberge, manchmal nur wenige — die Natur lässt sich eben nicht vorschreiben.

Wale und Papageientaucher haben ihre Hochsaison im Juli und August. Rund um Neufundland leben 22 Walarten, und es gibt hier eine der größten Buckelwal-Populationen der Welt. Wer es schafft, Anfang Juli zu kommen, kann mit etwas Glück Eisberge und Wale gleichzeitig erleben — das ist wirklich der absolute Jackpot.

⚠️ Hinweis zum Wetter: St. John’s ist berüchtigt für sein absolut unberechenbares Wetter. Die Einheimischen sagen: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte fünf Minuten.“ Nebel, Wind und Regenschauer sind auch im Sommer keine Seltenheit. Kleidet euch in Schichten und nehmt eine wasserdichte Jacke als Pflichtausstattung mit — dazu mehr im Abschnitt mit den praktischen Tipps.

Anreise nach St. John’s von Deutschland

Direktflüge von Deutschland nach Neufundland gibt es leider nicht, aber die Anreise ist weniger kompliziert als es klingt. Der Flughafen St. John’s (YYT) liegt nur 6 km vom Stadtzentrum entfernt und wird regelmäßig von Inlandsflügen bedient.

Die gängigste Route von Deutschland:

  1. Flug von Frankfurt, München oder Düsseldorf → Toronto oder Montreal (Direktflüge mit Lufthansa, Condor oder Air Canada, ca. 8–9 Stunden)
  2. Umsteigen und Weiterflug nach St. John’s (ca. 3–3,5 Stunden)

Insgesamt solltet ihr mit einem ganzen Reisetag rechnen, aber mit einem vernünftigen Umstieg in Toronto klappt das problemlos. Wenn ihr in Toronto einen längeren Layover habt, lohnt sich ein Abstecher zu den Niagarafällen — absolut sehenswert! Günstige Flüge findet ihr auf Kiwi.com — wir fliegen regelmäßig darüber und finden immer gute Verbindungen.

In der Sommersaison fliegt WestJet saisonale Strecken ab Dublin, London und Paris — wenn ihr Neufundland mit Europa kombiniert, kann das eine interessante Alternative sein.

💡 TIPP: Mietet euch nach der Landung unbedingt ein Auto. St. John’s selbst ist gut zu Fuß erkundbar, aber für Ausflüge in die Umgebung (Cape Spear, Witless Bay, Gros Morne) braucht ihr einen Wagen. Wir nutzen seit langem den Vergleichsrechner RentalCars, wo ihr die Preise aller Vermieter auf einen Blick vergleichen könnt. Mietwagenpreise auf Neufundland liegen im Sommer bei etwa 60–90 CAD / ca. 40–60 € pro Tag für einen Kompaktwagen.

Unterkunft in St. John’s + was es kostet

Unterkünfte in St. John’s sind etwas günstiger als in Toronto oder Vancouver, aber in der Sommersaison (Juni–August) steigen die Preise natürlich. Generell solltet ihr mit 150–250 CAD (ca. 100–170 €) pro Nacht für ein Doppelzimmer in einem Mittelklasse- bis gehobenen Hotel rechnen. Wir suchen unsere Unterkünfte regelmäßig über Booking.com — dort haben wir Punkte gesammelt und vergleichen gerne Bewertungen mit echten Gästefotos.

Am besten übernachtet ihr direkt im Stadtzentrum (Downtown), von wo aus ihr den Hafen, die George Street, Jellybean Row und die meisten Restaurants zu Fuß erreicht. Wer etwas mehr Ruhe sucht, findet in der Gegend um Quidi Vidi eine wunderschöne und trotzdem zentrumsnahe Alternative.

Hier sind drei Unterkünfte, die wir empfehlen:

  • Alt Hotel St. John’s — modern, klares Design mit Blick auf den Hafen. Tolle Lage nahe der Water Street. Preise ab ca. 180 CAD / 120 € pro Nacht. Wer minimalistischen skandinavischen Stil mag, ist hier richtig.
  • Hilton Garden Inn St. John’s — eine solide Wahl direkt im Zentrum, mit Pool und Fitnesscenter. Die Zimmer sind geräumig und das Frühstück ordentlich. Preise ab ca. 200 CAD / 135 € pro Nacht.
  • Murray Premises Hotel — für alle, die etwas mit Seele suchen. Boutique-Hotel in einem historischen Lagerhaus aus dem 19. Jahrhundert, direkt am Waterfront. Wunderschöne Details, perfekte Lage. Preise ab ca. 220 CAD / 150 € pro Nacht.

Ungefähres Budget für eine Woche zu zweit (ohne Flüge):

  • Unterkunft (7 Nächte): 1.260–1.540 CAD / ca. 850–1.050 €
  • Essen (2× täglich Restaurant): 700–1.050 CAD / ca. 470–710 €
  • Mietwagen + Benzin: 500–750 CAD / ca. 340–510 €
  • Ausflüge und Aktivitäten (Wale, Museen): 200–400 CAD / ca. 135–270 €
  • Gesamt: ca. 2.700–3.700 CAD / 1.800–2.500 € für zwei Personen pro Woche

Die Preise sind natürlich Richtwerte und hängen stark davon ab, ob ihr euch Fine Dining im Mallard Cottage gönnt oder Fish and Chips bei Ches’s holt (ganz ehrlich, beides ist großartig 😁).

St. John’s, Newfoundland: 12 Sehenswürdigkeiten und Tipps

Schauen wir uns endlich an, warum man eigentlich hierher reisen sollte. St. John’s ist eine Stadt, die einen an jeder Ecke überrascht — von dramatischen Klippen und historischen Leuchttürmen über bunte Gassen voller Kunst bis hin zu Craft-Brauereien und einer Barstraße, wo sich Samstagsabends Fischer und Hipster treffen. Hier sind 12 Orte und Erlebnisse, die ihr in St. John’s auf keinen Fall verpassen solltet.

1. Signal Hill und Cabot Tower — der beste Ausblick auf Stadt und Ozean

Steinerner Cabot Tower auf Signal Hill über St. John's

Wenn ihr in St. John’s nur eine einzige Sache unternehmt, dann soll es der Aufstieg auf den Signal Hill sein. Dieser Hügel, der sich über der Hafeneinfahrt (den sogenannten „The Narrows“) erhebt, ist das ikonische Wahrzeichen der Stadt, und der Blick von oben ist schlichtweg atemberaubend — auf der einen Seite die bunten Dächer der Stadt, auf der anderen der endlose Atlantik.

Auf dem Gipfel steht der Cabot Tower, ein steinerner Turm, der 1897 zum 400. Jahrestag der Ankunft von John Cabot auf Neufundland erbaut wurde. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum dieser Ort berühmt ist — genau von hier empfing Guglielmo Marconi im Jahr 1901 das erste transatlantische Funksignal. Wenn man dort steht und auf den endlosen Ozean blickt, wird einem so langsam klar, wie revolutionär das gewesen sein muss.

Vom Cabot Tower aus geht es auf den North Head Trail — einen kurzen, aber wunderschönen Weg (ca. 1,7 km), der entlang der Klippenkante mit Blick auf das offene Meer verläuft. Bei gutem Wetter könnt ihr von hier aus Wale entdecken, und wenn ihr im Mai oder Juni kommt, vielleicht sogar Eisberge. Wir haben hier gut zwei Stunden verbracht und sind mit einem vollen Handy voller Fotos und dem Gefühl gegangen, dass wir in ganz Kanada noch keinen besseren Ausblick hatten.

💡 TIPP: Geht entweder früh morgens auf den Signal Hill (weniger Touristen) oder zum Sonnenuntergang — die Farben sind unglaublich. Der Eintritt ist kostenlos, Parken am Cabot Tower ebenfalls. Bei Nebel hat es auch seinen Reiz, aber den Ausblick genießt ihr dann eben nicht — schaut vorher auf die Wettervorhersage.

2. Jellybean Row — bunte Häuschen wie aus dem Märchen

Kunterbuntes Reihenhaus-Ensemble Jellybean Row in St. John's

Jellybean Row. Allein der Name klingt wie aus einem Kinderbuch, und genauso sieht der Ort auch aus. Es sind Reihen viktorianischer Reihenhäuser im Zentrum von St. John’s, gestrichen in den fröhlichsten Farben, die man sich vorstellen kann — Fuchsia, Zitronengelb, Türkis, Lavendel, feuriges Orange.

Warum wurden die Häuser so bunt angestrichen? Es gibt mehrere Theorien. Eine besagt, dass Fischer ihre Häuser in leuchtenden Farben strichen, um sie vom Meer aus im Nebel wiederzuerkennen, wenn sie nach Hause kamen. Eine andere Theorie spricht davon, dass die Menschen nach dem großen Brand von 1892, der den Großteil der Stadt zerstörte, beim Wiederaufbau bunte Farben als Symbol für einen Neuanfang und Hoffnung wählten. Was auch immer stimmt — das Ergebnis ist absolut fotogen.

Die schönste Jellybean Row findet ihr in der Gower Street, Prescott Street und den umliegenden Gässchen. Es kostet keinen Eintritt, es ist keine abgegrenzte Attraktion — ihr schlendert einfach durch die Stadt und genießt die Farbpalette. Wir waren morgens dort, als die Straßen noch leer waren und das Licht wunderschön auf die Fassaden fiel. Ganz ehrlich, die Fotos von Jellybean Row sind wohl das Meistgeteilte, was ich je auf Instagram gepostet habe. ☺️

3. Cape Spear — am östlichsten Rand des Kontinents

Leuchtturm an der felsigen Küste bei St. John's

Cape Spear ist der Ort, an dem Nordamerika schlicht aufhört. Man steht auf einer Klippe und vor einem liegt nur noch der Ozean — das nächste Festland Richtung Osten ist Irland, rund 3.500 km entfernt. Es ist der östlichste Punkt ganz Nordamerikas, und das Gefühl, buchstäblich am Rand des Kontinents zu stehen, ist unbeschreiblich.

Auf dem Kap steht der älteste erhaltene Leuchtturm Neufundlands, erbaut im Jahr 1836. Er ist wunderschön restauriert und man kann das Innere besichtigen, wo man über das Leben der Leuchtturmwärter im 19. Jahrhundert erfährt. Daneben steht ein neuerer Leuchtturm von 1955, der noch immer in Betrieb ist. Neben den Leuchttürmen findet ihr auch Überreste von Befestigungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg — Betonbunker und Artilleriestellungen, die einst die Hafeneinfahrt von St. John’s bewachten.

Cape Spear liegt nur etwa 15 Autominuten vom Zentrum von St. John’s entfernt — Ausreden gelten also nicht. Im Mai und Juni könnt ihr von hier aus Eisberge beobachten, die entlang der Küste treiben, und im Sommer sieht man hier oft Wale. Wir waren an einem wunderschönen Nachmittag dort, und der Sonnenuntergang über den Klippen (beziehungsweise über der Stadt hinter uns, denn nach Osten gibt es nur Meer 😅) war magisch.

⚠️ Hinweis: Am Cape Spear bläst der Wind wirklich heftig, selbst wenn es in der Stadt relativ ruhig ist. Nehmt warme Kleidung und eine Windjacke mit, auch im Sommer.

4. The Rooms — Kultur, Geschichte und der beste Stadtblick (von drinnen)

Gebäude des Museums The Rooms in St. John's

Von außen sieht The Rooms aus wie ein futuristisches Gebäude auf dem Hügel über der Stadt, aber innen verbirgt sich ein wunderbares Museum, eine Galerie und ein Archiv, die die Geschichte Neufundlands so erzählen, wie es kein Reiseführer schafft.

Die Sammlungen decken alles ab — von der Kultur der Ureinwohner (Beothuk und Inuit) über die Fischereigeschichte bis hin zur zeitgenössischen Kunst Neufundlands. Uns hat besonders die Abteilung über Schiffswracks fasziniert (Neufundland hat Hunderte davon erlebt) und über den Kabeljaufang, der jahrhundertelang das Leben auf der Insel bestimmte. Wenn ihr Museen mögt, verbringt ihr hier leicht 2–3 Stunden.

Und dann ist da noch der Ausblick. Von den oberen Stockwerken des The Rooms bietet sich ein Panoramablick auf die gesamte Stadt, den Hafen und Signal Hill — und anders als auf dem Signal Hill seid ihr hier im Warmen und Trockenen, was auf Neufundland nicht zu verachten ist. 😉

Der Eintritt kostet ca. 10 CAD / ca. 7 €, mittwochabends ist der Eintritt frei. Montags geschlossen (außerhalb der Sommersaison).

5. George Street — wo es mehr Bars als Häuser gibt

Bunte Häuser in den Straßen von St. John's

George Street ist eine kurze Gasse im Zentrum von St. John’s, die angeblich die höchste Konzentration an Bars und Pubs pro Quadratmeter in ganz Nordamerika hat. Auf einer Straße von gerade mal 200 Metern Länge reihen sich über 30 Lokale aneinander — von Irish Pubs über Cocktailbars bis hin zu Rock-Clubs. Samstagabends ist hier die ganze Stadt unterwegs.

Aber der wahre Grund, warum George Street legendär ist, ist die Screech-In-Zeremonie. Das ist ein Ritual, bei dem „Nicht-Neufundländer“ (also alle Besucher) offiziell zu Ehren-Neufundländern werden. Wie das abläuft? Ihr trinkt einen Schluck Screech Rum (ein lokaler dunkler Rum mit wirklich kräftigem Geschmack), sagt einen Eid im neufundländischen Dialekt auf (von dem ihr vielleicht die Hälfte versteht) und dann… küsst ihr einen Kabeljau. Ja, einen echten Fisch. 😅 Ihr bekommt ein Zertifikat und die ganze Bar applaudiert.

Wir haben die Screech-In-Zeremonie im Christian’s Pub mitgemacht, und es war einer der lustigsten Abende der gesamten Reise. Lukáš tat so, als würde er jeden Tag Kabeljau küssen, und ich versuchte, nicht vor Lachen zu platzen. Wir empfehlen es zu 100 % — es ist absurd, witzig und absolut authentisch.

Wer lieber eine ruhigere Atmosphäre mag, dem empfehle ich Celtic Hearth oder The Ship Pub, wo Live-Musik gespielt wird und die Stimmung angenehm gemütlich ist.

6. Quidi Vidi Village und Brauerei — ein Fischerdorf mitten in der Stadt

Willkommensschild des Fischerdorfs Quidi Vidi

Quidi Vidi (ausgesprochen „Kiddy Widdy“ — und ja, wir brauchten eine Weile, um das herauszufinden 😅) ist ein malerisches Fischerdorf, das sich in eine Bucht schmiegt, nur wenige Minuten vom Zentrum von St. John’s entfernt. Es ist einer dieser Orte, an denen man das Gefühl hat, hundert Jahre in der Zeit zurückgereist zu sein — bunte Fischerhütten, die ruhige Wasseroberfläche der Bucht, Boote, die an den Anlegepfählen schaukeln.

Der Hauptanziehungspunkt ist die Quidi Vidi Brewery, eine lokale Craft-Brauerei, die ihr Bier mit neufundländischem Wasser und Eisberg-Eis braut (ja, wirklich aus einem Eisberg!). Ihr Iceberg Beer ist legendär und unbedingt einen Versuch wert. Die Brauerei bietet Führungen und Verkostungen an, und selbst wenn ihr keine Bierfans seid, lohnt sich allein die Atmosphäre des Taprooms mit Blick auf den Hafen.

Rund um die Bucht gibt es schöne Spazierwege, und hier findet ihr auch das Mallard Cottage — eines der besten Restaurants in ganz St. John’s (mehr dazu im Abschnitt über Essen). Quidi Vidi ist ideal für einen gemütlichen Vormittag oder Nachmittag, wenn ihr dem Trubel des Zentrums entkommen wollt — obwohl es in St. John’s ehrlich gesagt nie so überlaufen ist wie in Barcelona. ☺️

7. Eisbergbeobachtung (Iceberg Alley) — treibende Kolosse aus der Eiszeit

Dieses Erlebnis ist der Grund, warum viele Leute nach Neufundland kommen. Im Mai und Juni treiben entlang der Ostküste der Insel riesige Eisberge, die sich von den Gletschern Grönlands gelöst haben und mit dem Labradorstrom Richtung Süden wandern. Das Ganze nennt sich Iceberg Alley, und manche dieser Kolosse sind 10.000–12.000 Jahre alt. Stellt euch das mal vor — Eis, das sich gebildet hat, als unsere Vorfahren noch Mammuts gejagt haben.

Die Eisberge haben die unterschiedlichsten Formen und Größen — von kleineren Stücken („Bergy Bits“) bis hin zu gewaltigen Tafeleisberg-Formationen, groß wie ein Fußballfeld. Ihre Farbe wechselt von strahlendem Weiß über unglaubliches Türkis bis hin zu Saphirblau, je nachdem, wie das Sonnenlicht durch das komprimierte Eis dringt.

Von wo aus beobachten?

  • Cape Spear und Signal Hill — direkt von der Küste aus, kostenlos, mit Fernglas ein Genuss
  • Fort Amherst — auf der gegenüberliegenden Seite der Narrows vom Signal Hill
  • Bootsausflüge — wenn ihr den Eisbergen näher kommen wollt (und glaubt mir, das wollt ihr), gibt es Bootstouren, die euch bis auf wenige Dutzend Meter heranfahren. Es ist überwältigend. Rechnet mit ca. 60–80 CAD / 40–55 € pro Person.

💡 TIPP: Schaut regelmäßig auf die Webseite IcebergFinder.com — eine interaktive Karte, die zeigt, wo sich die Eisberge aktuell befinden. In manchen Jahren gibt es viele, in manchen wenige — das hängt von Strömungen und Temperatur ab. Wenn ihr primär wegen der Eisberge kommt, plant euren Reiseplan flexibel.

8. Walbeobachtung und Papageientaucher — Witless Bay ist ein absolutes Muss

Wenn ihr denkt, Walbeobachtung vom Boot aus sei „so ein typischer Touristenausflug“, wird euch Witless Bay eines Besseren belehren. Das ist eines der besten Wildtiererlebnisse, die wir je hatten.

Das Witless Bay Ecological Reserve liegt etwa 30 Autominuten südlich von St. John’s und ist Heimat der größten Papageientaucher-Kolonie (Puffins) in Nordamerika — mehr als 260.000 Brutpaare nisten auf den felsigen Inseln. Und daneben? Buckelwale. Dutzende Buckelwale, die im Sommer zum Fressen hierherkommen. Rund um Neufundland leben 22 Walarten, und die Gewässer beherbergen eine der größten Buckelwal-Populationen der Welt.

Wir sind mit O’Brien’s Whale and Bird Tours gefahren, dem bekanntesten Anbieter in der Region. Der zweistündige Ausflug kostet ca. 75 CAD / 50 € pro Person und ist eine Investition, die sich hundertfach auszahlt. Während unserer Fahrt haben wir drei Buckelwale gesehen, von denen einer komplett aus dem Wasser gesprungen ist (Breaching) — ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Und Papageientaucher? Tausende. Überall um uns herum. Sie fliegen, sitzen auf dem Wasser, tauchen nach Fischen. Sie sind so absurd niedlich, dass man sich vorkommt, als würde man einen Animationsfilm schauen.

Ein weiterer guter Anbieter ist Gatherall’s Puffin & Whale Watch. Die Hochsaison ist Juli–August, aber die ersten Wale erscheinen schon im Juni.

⚠️ Hinweis: Auf dem Boot ist es kalt, auch wenn es an Land warm ist. Nehmt warme Schichten mit, und wenn ihr zu Seekrankheit neigt, denkt an Tabletten — die Wellen können ziemlich wild sein.

9. North Head Trail und East Coast Trail — Paradies für Wanderfans

Dramatische Küstenklippen am East Coast Trail bei St. John's

St. John’s und seine Umgebung sind von Hunderten Kilometern wunderschöner Küstenwanderwege durchzogen, die zu den besten Wanderungen in ganz Kanada gehören. Dieser Teil Neufundlands ist rau, ursprünglich und unglaublich schön — Klippen, die steil ins Meer abfallen, Heideflächen voller Wildblumen und Ausblicke, bei denen euch die Luft wegbleibt.

Der North Head Trail (ca. 1,7 km) auf dem Signal Hill ist ideal zum Aufwärmen — ein kurzer, aber dramatischer Weg entlang der Klippenkante mit Blick auf den offenen Atlantik. Schafft jeder, und die Belohnung ist fantastisch.

Wer etwas Längeres und Wilderes sucht, für den ist der East Coast Trail genau das Richtige. Es handelt sich um ein Netz von Küstenwanderwegen, das sich über 336 km in 26 Abschnitten entlang der Ostküste Neufundlands erstreckt. Ihr müsst nicht den ganzen Trail gehen — wählt einfach einen Abschnitt und los geht’s. Beliebt sind:

  • Sugarloaf Path (10 km) — die dramatischsten Klippen, nahe St. John’s
  • Cobbler Path (17 km) — durch Moorlandschaften und Küstenwiesen
  • Cape Spear Path (16 km) — vom Cape Spear nach Maddox Cove, atemberaubend

Wir sind den Sugarloaf Path gewandert, und es war eine der schönsten Wanderungen in Nordamerika. Das Gelände ist stellenweise anspruchsvoll (nasse Felsen, steile Anstiege), aber die Ausblicke auf den Ozean und die Klippen sind schlicht unglaublich. Streckenweise waren wir auf dem Weg komplett allein — keine Massen, keine Schlangen, nur wir und der Atlantik.

💡 TIPP: Prüft den Zustand der Wege auf eastcoasttrail.com — manche Abschnitte werden nach dem Winter repariert. Und vergesst eure Wanderschuhe mit gutem Profil nicht — nasse neufundländische Felsen sind tückisch. Falls ihr noch keine ordentlichen Trekkingschuhe habt, schaut euch unseren Artikel an, wie man die richtigen Wanderschuhe findet.

10. The Battery — buntes Viertel in den Felsen

Historische Häuschen des Viertels The Battery in den Felsen von St. John's

The Battery ist einer der fotogensten Stadtteile von St. John’s und gleichzeitig einer jener Orte, die man leicht übersieht, wenn man nicht davon weiß. Dieses winzige Viertel duckt sich an die Felsen direkt an der Hafeneinfahrt, unterhalb des Signal Hill, und seine bunten Häuschen sehen aus, als wären sie an die Klippe geklebt. Manche von ihnen sind es buchstäblich.

Historisch lebten hier Fischer und ihre Familien — die Häuser wurden gebaut, wo gerade Platz war, ohne Rücksicht auf Logik, Gelände oder Zufahrtswege. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Gewirr aus schmalen Pfaden, steilen Treppen und Häuschen in allen möglichen Farben, die in unregelmäßigen Schichten übereinander kleben. Es ist wie Jellybean Row, nur wilder und authentischer.

Den besten Blick auf The Battery habt ihr vom Signal Hill oder vom gegenüberliegenden Hafenufer — von dort seht ihr das gesamte Viertel im Kontext, mit Klippen und Ozean im Hintergrund. Ein Spaziergang direkt durch das Viertel hat ebenfalls seinen Charme, aber seid auf steile Hügel und enge Gässchen gefasst. Und bitte respektiert, dass hier Menschen wohnen — fotografiert ihnen nicht in die Fenster. 😉

11. Bowring Park — 80 Hektar Ruhe mitten in der Stadt

Grüne Bäume im Bowring Park in St. John's
Foto: Sivaprasad.ucc / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Wenn ihr eine Pause von Klippen, Wind und Salzwasser braucht (auch das kommt vor), ist der Bowring Park euer Zufluchtsort. Dieser Park erstreckt sich über 80 Hektar und ist über 100 Jahre alt — und ehrlich gesagt hat es uns überrascht, wie wunderschön er ist und wie wenige Touristen wir dort getroffen haben.

Hier findet ihr herrliche Gärten, Wasserfälle, Teiche mit Enten, Brücken und kilometerlange Spazierwege. Es gibt sogar eine Nachbildung der berühmten Peter-Pan-Statue aus den Londoner Kensington Gardens — Kopien davon existieren weltweit nur an wenigen Orten, und St. John’s ist einer davon.

Der Bowring Park ist ideal für ein Picknick, einen Spaziergang mit Kaffee in der Hand oder einfach dafür, kurz innezuhalten und durchzuatmen. Wir haben hier einen angenehmen Nachmittag verbracht, und Lukáš behauptet, das Beste war die Bank am Bach, auf der er eingeschlafen ist. 😅 Eintritt frei, ganzjährig geöffnet.

12. Ausflug zum Gros Morne NP — UNESCO-Schatz im Westen der Insel

Fjord im Nationalpark Gros Morne auf Neufundland
Foto: Michel Rathwell from Cornwall, Canada / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons

Wenn ihr mehr als 3–4 Tage auf Neufundland habt, ist ein Ausflug zum Gros Morne National Park ein absolutes Muss. Dieser Nationalpark, der auf der UNESCO-Welterbeliste steht, liegt an der Westküste der Insel, etwa 5 Autostunden von St. John’s entfernt — und glaubt mir, die Fahrt lohnt sich.

Gros Morne ist ein Ort, an dem tektonische Platten buchstäblich an der Oberfläche freiliegen — hier findet ihr die Tablelands, ein flaches Hochplateau aus rotbraunem Peridotit, einem Gestein, das normalerweise tief unter der Erdkruste liegt. Es sieht aus wie die Marsoberfläche mitten im grünen Kanada. Ein geologisches Wunder und der Grund für den UNESCO-Status des Parks.

Neben den Tablelands gibt es hier Fjorde (Western Brook Pond — eigentlich ein Süßwasserfjord mit 700 m hohen Wänden), Wasserfälle, Berge und einige der schönsten Wanderwege Kanadas. Die Bootsfahrt auf dem Western Brook Pond war eines der besten Erlebnisse, die wir in Kanada hatten — und wir haben auch die Rocky Mountains gesehen.

💡 TIPP: Plant für Gros Morne idealerweise 2–3 Tage ein. Für einen Tagesausflug ab St. John’s ist es zu weit (10 Stunden Fahrt hin und zurück). Wenn ihr mit dem Auto über die Insel fahrt, baut Gros Morne als eigenständigen Stopp in eure Reiseroute ein. Falls ihr einen größeren Roadtrip durch Kanada plant, schaut euch unseren Artikel über den Roadtrip durch Westkanada an — es ist zwar eine andere Ecke des Landes, aber die Planungstipps sind überall nützlich.

Essen in St. John’s: Ein Guide für Genießer

Die neufundländische Küche ist ehrlich, bodenständig und überraschend lecker. Keine gekünstelten Portionen und übertriebene Präsentationen — hier bekommt ihr ordentliches Essen, das eine Geschichte hat und nach Ozean schmeckt. St. John’s hat aber auch eine überraschend anspruchsvolle Restaurantszene, die in jeder großen kanadischen Stadt bestehen könnte. Hier ein Überblick über das, was ihr unbedingt probieren müsst, und wo ihr es findet.

Toutons — frittierter Teig mit Melasse

Toutons sind ein typisch neufundländisches Frühstück und absolut suchterzeugend. Stellt euch Stücke aus Hefeteig vor, goldbraun in der Pfanne gebraten, serviert mit Melasse (dunkler Zuckersirup) oder Butter. Es ist einfach, gehaltvoll, süß und einfach großartig — besonders an Morgen, wenn ihr durchgefroren von der Frühwanderung auf den Signal Hill zurückkommt. Die besten Toutons hatten wir im Mallard Cottage.

Fish and Chips + Cod Tongues

Fish and Chips sind hier kein Fast Food — sie sind eine Institution. Frischer Kabeljau in knusprigem Teigmantel, hausgemachte Pommes und Coleslaw. Punkt. Die besten Fish and Chips in der Stadt findet ihr im Duke of Duckworth (gemütlicher Pub im Zentrum) oder bei Ches’s — einer legendären lokalen Kette, wo die Einheimischen hingehen. Die Portionen bei Ches’s sind riesig und spottbillig.

Und dann gibt es Cod Tongues — frittierte Kabeljau-Zungen. Klingt verrückt, sieht verdächtig aus, schmeckt aber hervorragend. Sie sind weich, zart, ein bisschen wie Pilze im Teigmantel. Wer keine Angst vor kulinarischen Experimenten hat, sollte das unbedingt probieren.

Jiggs Dinner — Sonntagsessen auf Neufundländisch

Jiggs Dinner ist ein traditionelles Sonntagsessen, das hier seit Generationen gekocht wird. In einem Topf werden gemeinsam gepökeltes Rindfleisch, Kohl, Steckrübe, Karotten, Kartoffeln und Erbsen gegart. Klingt einfach, aber die Geschmackskombination nach stundenlangem langsamem Kochen ist überraschend komplex und wärmend. Wenn ihr an einem Sonntag in St. John’s seid, fragt im Restaurant, ob sie Jiggs Dinner anbieten — das ist ein authentisch neufundländisches Erlebnis.

Wo essen — konkrete Restaurants

  • Mallard Cottage (Quidi Vidi) — wahrscheinlich das beste Restaurant der Stadt. Es residiert in einem der ältesten Holzhäuser Nordamerikas und serviert fantastische Gerichte aus regionalen Zutaten. Reserviert im Voraus, besonders im Sommer!
  • Merchant Tavern — elegant, aber ungezwungenes Bistro mit offener Küche. Hervorragende Steaks und Fisch.
  • Duke of Duckworth — klassischer Pub, beste Fish and Chips der Stadt, gemütliche Atmosphäre.
  • Ches’s Fish and Chips — legendäre lokale Kette, riesige Portionen für wenig Geld. Hier gehen die Einheimischen hin, und das ist immer ein gutes Zeichen.
  • Celtic Hearth — irischer Pub mit Live-Musik und solidem Essen. Toller Ort für einen Abend mit gutem Bier und Atmosphäre.

Rechnet mit Preisen um 15–25 CAD / ca. 10–17 € für ein Hauptgericht in einem normalen Restaurant und 35–55 CAD / ca. 24–37 € im Mallard Cottage oder Merchant Tavern. St. John’s ist definitiv keine teure Stadt zum Essen, vor allem im Vergleich mit Toronto oder Vancouver.

Praktische Tipps und Reisehinweise

Zum Schluss ein paar praktische Informationen, die euch bei der Reiseplanung helfen werden. St. John’s ist eine touristenfreundliche, sichere und relativ kompakte Stadt — aber ein paar Dinge solltet ihr vorher wissen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden (vor allem beim Wetter 😅).

Was einpacken

Das ist wohl der wichtigste Tipp dieses gesamten Artikels: Kleidet euch in Schichten und nehmt eine wasserdichte Jacke mit. Das Wetter in St. John’s ist legendär unberechenbar — morgens kann die Sonne scheinen, mittags kommt Nebel, nachmittags Regen und abends ist es wieder schön. Und Wind weht hier praktisch ständig.

  • Wasserdichte Jacke mit Kapuze — absolute Pflicht, auch im Sommer
  • Fleecejacke oder warmer Pullover — auch im Juli kann es an den Klippen um die 12 °C sein
  • Wanderschuhe — wenn ihr den East Coast Trail oder andere Wanderungen plant, sind nasse Felsen tückisch. Schaut euch unseren Überblick zu den besten Wanderschuhen an.
  • Mütze und leichter Schal — am Cape Spear und Signal Hill werdet ihr sie zu schätzen wissen
  • Sonnenbrille und Sonnencreme — wenn die Sonne scheint, dann richtig

Falls ihr unsicher seid, was ihr mitnehmen sollt, schaut euch unseren ausführlichen Ratgeber an, wie man nur mit Handgepäck reist. Auch für Neufundland machbar!

Währung und Preise

Bezahlt wird in Kanadischen Dollar (CAD). Der aktuelle Kurs liegt bei etwa 1 CAD = ca. 0,67 €. Kartenzahlung funktioniert überall — wir brauchten während des gesamten Aufenthalts nur einmal Bargeld, und zwar auf einem Bauernmarkt.

Achtung beim Trinkgeld (Tip) — in Kanada ist es üblich, in Restaurants 15–20 % zu geben. Es ist nicht verpflichtend, aber erwartet, und das Servicepersonal ist darauf angewiesen. Beim Kartenzahlen bietet euch das Terminal automatisch prozentuale Trinkgeldoptionen an.

Insgesamt ist St. John’s preislich angenehmer als Toronto, Vancouver oder Banff. Essen, Unterkünfte und Aktivitäten sind hier 10–20 % günstiger als in diesen Städten.

Sicherheit

St. John’s ist eine sehr sichere Stadt. Die Kriminalitätsrate ist niedrig, die Menschen sind freundlich, und selbst spätabends auf der George Street haben wir uns vollkommen wohl gefühlt. Natürlich solltet ihr den gesunden Menschenverstand walten lassen wie überall, aber besondere Bedenken braucht ihr nicht zu haben.

Die größte „Gefahr“ ist das Wetter — wenn ihr wandern geht, schaut auf die Wettervorhersage, tragt die richtige Ausrüstung und haltet euch auf den Klippen vom Rand fern. Nasse neufundländische Felsen sind rutschig, und der Wind kann euch überraschen.

Fortbewegung in der Stadt

Das Zentrum von St. John’s ist gut zu Fuß erkundbar — vom Hafen zum Signal Hill, von Jellybean Row zur George Street, alles ist zu Fuß machbar. Die Stadt ist hügelig (stellt euch auf steile Gässchen ein), aber kompakt.

Für Ausflüge außerhalb der Stadt (Cape Spear, Witless Bay, Gros Morne) braucht ihr ein Auto. Der ÖPNV (Metrobus) existiert, aber die Verbindungen sind spärlich und decken die touristischen Ziele in der Umgebung nicht ab. Einen Mietwagen bekommt ihr problemlos am Flughafen. Wie oben erwähnt, nutzen wir seit langem den Vergleichsrechner RentalCars.com, wo ihr die Angebote aller Vermieter auf einen Blick vergleichen könnt.

Internet und eSIM

Mobilfunkempfang im Zentrum von St. John’s ist problemlos, aber an abgelegeneren Orten (East Coast Trail, Fahrt nach Gros Morne) kann das Signal schwach oder gar nicht vorhanden sein. Wenn ihr keine lokale SIM-Karte besorgen wollt, empfehlen wir eine eSIM — Reise-eSIM-Karten lassen sich in wenigen Minuten aktivieren und funktionieren hervorragend. Unsere Erfahrungen mit eSIM-Karten haben wir in einem eigenen Artikel über Holafly eSIM zusammengefasst.

Nützliche Links — was ihr noch braucht

  • ✈️ Flüge: Günstige Flüge findet ihr auf Kiwi.com — unser Lieblingsportal, auf dem es auch kreative Umsteigeverbindungen gibt.
  • 🚗 Mietwagen: Wir nutzen regelmäßig den Vergleichsrechner RentalCars.com, wo ihr die Preise aller lokalen Vermieter vergleichen könnt.
  • 🏨 Unterkünfte: Hotels und Apartments suchen wir über Booking.com — wir sammeln gerne Genius-Punkte und lesen Bewertungen von echten Gästen.
  • 🛡️ Reiseversicherung: Vergesst vor der Kanadareise auf keinen Fall die Krankenversicherung — medizinische Versorgung in Kanada ist für Ausländer teuer. Unsere Tipps zur Reiseversicherung findet ihr in einem eigenen Artikel.
  • 📱 eSIM: Reise-eSIM-Karte für Kanada — lest unsere Holafly-Bewertung.
  • 🎒 Packen: Wie man nur mit Handgepäck reist — klappt auch für Neufundland!
  • 🥾 Schuhe: Wie man die richtigen Wanderschuhe findet — auf den nassen neufundländischen Felsen werdet ihr jeden Euro zu schätzen wissen.

Häufig gestellte Fragen zu St. John’s, Newfoundland (FAQ)

Wie viele Tage braucht man für St. John’s?

Für die Stadt St. John’s selbst und die nähere Umgebung (Signal Hill, Cape Spear, Quidi Vidi, Witless Bay) reichen 3–4 Tage. Wenn ihr noch einen Ausflug zum Gros Morne National Park (5 Stunden Fahrt) einplant, solltet ihr mindestens 6–7 Tage für ganz Neufundland einrechnen. Wir haben 4 Tage in St. John’s verbracht und nicht alles geschafft — einen weiteren Tag für Wanderungen auf dem East Coast Trail hätten wir gerne noch draufgelegt.

Wann ist die beste Reisezeit für St. John’s?

Die beste Reisezeit ist Juni bis August. Im Mai und Juni könnt ihr Eisberge sehen (Iceberg Alley), im Juli und August Wale und Papageientaucher. Das Wetter ist auch im Sommer unberechenbar — Temperaturen um 15–22 °C, häufiger Nebel und Wind. Der Winter (November–März) ist rau und die meisten touristischen Aktivitäten sind eingestellt, daher empfehlen wir ihn nicht.

Wie kommt man von Deutschland nach St. John’s?

Direktflüge von Deutschland gibt es nicht. Die gängigste Route führt über Toronto oder Montreal — der Flug von Frankfurt oder München nach Toronto dauert ca. 9 Stunden, dann umsteigen und weiter nach St. John’s in ca. 3 Stunden. Insgesamt solltet ihr mit einem ganzen Reisetag rechnen. In der Sommersaison gibt es auch saisonale WestJet-Flüge ab Dublin, London und Paris. Flüge empfehlen wir über Kiwi.com zu suchen.

Ist St. John’s eine sichere Stadt?

Ja, St. John’s ist eine sehr sichere Stadt mit niedriger Kriminalitätsrate. Die Einheimischen sind freundlich und hilfsbereit. Das größte Risiko stellt das unberechenbare Wetter dar, besonders beim Wandern an den Klippen — haltet euch an markierte Wege, tragt geeignete Kleidung und checkt die Wettervorhersage.

Wo kann man Eisberge in St. John’s sehen?

Eisberge treiben hauptsächlich im Mai und Juni entlang der Küste Neufundlands (die sogenannte Iceberg Alley). Von St. John’s aus könnt ihr sie vom Cape Spear, Signal Hill oder Fort Amherst beobachten. Für ein näheres Erlebnis empfehlen wir Bootsausflüge, die euch bis auf wenige Dutzend Meter an die Eisberge heranfahren. Die aktuelle Position der Eisberge könnt ihr auf IcebergFinder.com verfolgen.

Wie viel kostet ein Urlaub in St. John’s?

Ungefähres Budget für eine Woche zu zweit (ohne Flüge): Unterkunft ca. 850–1.050 €, Essen ca. 470–710 €, Mietwagen und Benzin ca. 340–510 €, Aktivitäten ca. 135–270 €. Gesamt ca. 1.800–2.500 € für zwei Personen. St. John’s ist preislich angenehmer als Toronto oder Vancouver. Flüge ab Deutschland liegen bei etwa 500–900 € pro Person (Hin- und Rückflug, mit Umsteigen).

Lohnt sich ein Ausflug von St. John’s nach Gros Morne?

Auf jeden Fall, wenn ihr die Zeit habt. Der Gros Morne National Park (UNESCO) ist einer der schönsten Orte Kanadas — Fjorde, geologische Wunder und fantastische Wanderwege. Er liegt allerdings 5 Autostunden von St. John’s entfernt, daher ist ein Tagesausflug nicht empfehlenswert. Ideal plant ihr 2–3 Tage direkt in Gros Morne ein. Wenn ihr nur 3–4 Tage auf Neufundland habt, bleibt in St. John’s und Umgebung — auch hier gibt es mehr als genug zu entdecken.

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Zahle nicht zu viel für Flugtickets

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Vergiss die Reiseversicherung nicht

Eine gute Reiseversicherung schützt dich vor Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Flugstornierungen. Wir haben bereits einige Krankenhausbesuche im Ausland hinter uns, daher wissen wir, wie wichtig es ist, eine solide Versicherung abgeschlossen zu haben.

Wo wir uns versichern: SafetyWing (am besten für alle) und TrueTraveller (für extra lange Reisen).

Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.

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