Wer einen Roadtrip durch Südfrankreich plant und den echten mediterranen Traum erleben möchte, dem sei gleich zu Beginn eines gesagt: Das hier ist ein absolutes Paradies auf Erden, das euch völlig in seinen Bann zieht – aber gleichzeitig eine sorgfältige Planung verlangt, wenn ihr nicht die halbe Reise im Stau verbringen wollt. Die Sonne brennt hier mit unglaublicher Intensität, die Luft riecht nach Kiefernharz und Lavendel, während die Geräuschkulisse von einem unaufhörlichen Zirpen der Zikaden geprägt wird, das zu Provence nun mal untrennbar dazugehört.
Der häufigste Fehler bei der Planung einer Frankreich-Rundreise ist der Versuch, in einer kurzen Woche absolut alles sehen zu wollen. Frankreich ist ein riesiges Land, und wer Lavendelfelder mit dem Atlantik im Westen verbinden möchte, bekommt am Ende nur Stress hinter dem Steuer und ein leeres Portemonnaie durch teure Mautgebühren. Deshalb haben wir eine durchdachte und logistisch sinnvolle Route für euch zusammengestellt, die euch von der glamourösen Côte d’Azur über tiefe Schluchten bis zu malerischen Dörfern im Luberon führt.
In diesem Artikel findet ihr einen kompletten Reiseführer für euren Roadtrip durch Südfrankreich, der euch sicher durch die schönsten Orte der Region führt. Wir verraten euch, wie ihr den komplizierten Verkehr an der Riviera meistert, wann genau ihr für die blühenden Lavendelfelder fahren solltet und wo ihr am strategisch klügsten übernachtet, damit ihr die gesamte Reise entspannt und ohne unnötige Touristenmassen genießen könnt.

Zusammenfassung
- Gesamtstrecke: Ungefähr 600 bis 800 Kilometer, je nachdem wie viele Abstecher in kleine Dörfer ihr unternehmt.
- Ideale Reisezeit: Die besten Bedingungen herrschen im Mai, Juni und September – dann entgeht ihr der extremen Sommerhitze und den überfüllten Straßen.
- Verkehr an der Riviera: Rund um Nizza und Cannes am besten kein Auto benutzen – die Regionalzüge TER sind deutlich schneller und ersparen euch den Parkplatzstress.
- Blühender Lavendel: Wer primär wegen der violetten Felder fährt, muss die Reise auf Ende Juni oder die erste Julihälfte terminieren.
- Umweltzonen: In größere Städte wie Marseille benötigt ihr die Umweltplakette Crit’Air, ohne die ihr empfindliche Bußgelder riskiert.
- Vorab reservieren: Für die Bucht Sugiton im Nationalpark Calanques müsst ihr im Sommer vorab eine kostenlose Eintrittskarte mit QR-Code besorgen.
- Tipp für Feinschmecker: Mittagessen wird in Frankreich strikt zwischen 12 und 14 Uhr serviert – wer das verpasst, schaut in die Röhre.

Wann ist die beste Reisezeit
Die Wahl des richtigen Zeitraums ist für Südfrankreich absolut entscheidend – schlechtes Timing kann den Urlaub gründlich vermiesen. Die idealen Monate sind Mai, Juni und September, wenn die Temperaturen angenehm sind und das Meer schon herrlich warm ist. In diesen Monaten sind die Sehenswürdigkeiten weniger überlaufen und Unterkünfte sind deutlich günstiger als im Hochsommer.
Wenn es irgendwie möglich ist, meidet Juli und August: Der Süden Frankreichs erlebt dann einen extremen Touristenansturm. Die Temperaturen können locker 43 Grad Celsius erreichen, steinerne Städte strahlen noch um Mitternacht Hitze ab, und auf den Autobahnen bilden sich endlose Staus. Die Franzosen haben im August landesweite Ferien, sodass sich das ganze Land massenhaft ans Meer begibt. An den sogenannten schwarzen Wochenenden Ende Juli und Anfang August kollabiert der Verkehr auf den Hauptrouten regelrecht.
Ein ganz eigenes Kapitel ist die Lavendelblüte, derentwegen Fotografen aus aller Welt in die Provence pilgern. Wer das als Hauptziel hat, sollte in der letzten Juniwoche oder den ersten zwei Julwochen reisen – dann erlebt ihr den absoluten Höhepunkt der Blüte auf dem beliebten Plateau de Valensole. Wer erst im August reist, hat nur noch in dem höher gelegenen Sault eine Chance, wo der Lavendel aufgrund der Höhenlage etwas länger in voller Pracht steht.
Gebt aber gut auf die verschiedenen Lavendelfestivals Acht, die euch unangenehm überraschen können. Das berühmte Fest in Valensole findet immer am dritten Sonntag im Juli statt, was verlockend klingt – dabei handelt es sich aber oft eher um ein Erntfest. Es kann passieren, dass ihr bei bereits abgemähten Feldern ankommt, jede Menge Seifen und Öle kauft, aber das ersehnte Foto inmitten violetter Pracht nicht mehr machen könnt.

Praktische Infos: Auto, Verkehr und Budget
Das Autobahnnetz in Frankreich ist auf absolutem Spitzenniveau, aber seid euch bewusst: Hier zahlt man für den Komfort ordentlich drauf. Anders als in Deutschland oder Österreich gibt es keine Jahresvignette – stattdessen funktioniert ein System von Mautstationen, an denen ihr für die tatsächlich gefahrenen Abschnitte zahlt. Als Richtwert könnt ihr mit etwa 9,50 Euro pro 100 Kilometer rechnen, was sich bei längeren Etappen ganz schön summiert.
Besonders wichtig für 2026 sind die verschärften Umweltzonen (ZFE), die in den großen Städten gelten und auch für ausländische Fahrzeuge verpflichtend sind. In Marseille etwa gilt das Fahrverbot für ältere Fahrzeuge rund um die Uhr, und bei einem Verstoß droht ein Bußgeld von 68 Euro. Bestellt euch daher noch vor der Abreise online die Umweltplakette Crit’Air – sie kostet knapp über fünf Euro und spart euch eine Menge Ärger. Als Fahrer aus Deutschland solltet ihr außerdem daran denken, dass ihr die gewohnte Autobahnvignette hier nicht braucht, dafür aber das Mautsystem konsequent nutzen müsst.
Was das Budget für zwei Personen betrifft: Südfrankreich gehört definitiv nicht zu den günstigen Reisezielen, aber mit der richtigen Strategie lässt es sich gut managen. Ein normales Abendessen im Bistro kostet 20 bis 35 Euro pro Person. Wer sparen möchte, sollte mittags das sogenannte Menu du Jour nutzen – für 15 bis 25 Euro gibt es ein vollständiges Drei-Gänge-Menü. Ein einfacher Espresso an der Bar kostet rund zwei Euro, und Trinkgeld ist in Frankreich gesetzlich im Preis enthalten, sodass ihr nur nach eigenem Ermessen etwas drauflegt.

Reiseroute Tag für Tag
Diese Reiseroute wurde so konzipiert, dass sie die atemberaubende Küste mit dem zauberhaften Hinterland verbindet, wobei das Tempo auf entspanntes Entdecken ausgerichtet ist – und nicht auf hektisches Kilometerfressen. Die ersten Tage verbringt ihr ohne Auto und nutzt die hervorragenden Züge, bevor ihr euch auf einen freien Roadtrip durch die provenzalischen Landstraßen begebt.

Tag 1: Ankunft in Nizza und der Zauber der Altstadt
Die Reise beginnt am besten mit einem Direktflug nach Nizza – von deutschen Städten wie Frankfurt, München oder Berlin fliegen Eurowings, Lufthansa und weitere Airlines direkt ans Mittelmeer, oft schon ab 60–80 Euro pro Strecke bei frühzeitiger Buchung. Vom Flughafen kommt ihr mit der modernen Straßenbahn in wenigen Minuten ins Zentrum, sodass ihr euch sofort ins Treiben dieser pulsierenden Stadt stürzen könnt. Nizza ist kein gewöhnlicher Badeort, sondern eine selbstbewusste Metropole, die euch sofort mit ihrer entspannten Atmosphäre in ihren Bann zieht.
Das Herzstück ist die legendäre Promenade des Anglais, ein sieben Kilometer langer Boulevard entlang der berühmten Bucht der Engel, wo Jogger und Skater an euch vorbeigleiten. Die Strände sind zwar steinig, also sind Badeschuhe definitiv empfehlenswert, aber dafür ist das Wasser von geradezu kristalliner Klarheit. Am Nachmittag verliert euch in der Vieux Nice, der Altstadt voller enger Gassen, deren Häuserfassaden in allen Schattierungen von Ocker und Terrakotta leuchten.
💡 Tipp: Wenn der Hunger zuschlägt, geht zum Markt Cours Saleya und kauft euch eine frische Socca. Dieses auf Holz gebackene Fladenbrot aus Kichererbsenmehl, bestreut mit grobem Pfeffer, ist der perfekte vegetarische Street Food der Stadt.
Zum Sonnenuntergang lohnt sich der Aufstieg auf den Hügel Colline du Château – auch wenn dort schon längst keine Burg mehr steht, bietet er den ikonischsten Blick über die gesamte Bucht. Wer bei der Hitze keine Lust auf endlose Treppen hat, nimmt einfach den kostenlosen Aufzug, der in den Felsen gehauen ist. Kunstliebhaber sollten außerdem das Nationale Museum Marc Chagall mit seinem beeindruckenden Zyklus biblischer Gemälde nicht verpassen.

Tag 2: Mit dem Zug nach Monaco und zu den Zitronenbäumen in Menton
Am zweiten Tag lasst ihr das Auto stehen und verlasst euch auf die tadellos funktionierenden Regionalzüge TER, die mit erstaunlicher Regelmäßigkeit entlang der Küste verkehren. Die Fahrt von Nizza nach Monaco dauert gerade einmal zwanzig Minuten und kostet rund sechs Euro – das ist deutlich günstiger und stressfreier als der Versuch, in diesem winzigen Fürstentum einen Parkplatz zu finden. Monaco überwältigt mit seinem komprimierten Luxus, riesigen Jachten im Hafen und dem berühmten Casino in Monte-Carlo. Wer intensiv reisen möchte, sollte über eine vorteilhafte Regionalkarte Pass SudAzur nachdenken.
Nach der Monaco-Besichtigung steigt ihr wieder in den Zug und fahrt nach Èze – einem unglaublichen mittelalterlichen Adlerhorst, der auf einem steilen Felsen hoch über dem Meer thront. Ganz oben in diesem Steindorf wartet der wunderschöne Botanische Garten Jardin Exotique, voll mit riesigen Kakteen und Sukkulenten. Die Kombination aus stacheligen Gewächsen und dem endlos blauen Meer zu euren Füßen ist ein wirklich atemberaubendes Erlebnis, das ihr so schnell nicht vergessen werdet.
💡 Tipp: Vom Bahnhof Èze-sur-Mer könnt ihr auf dem sogenannten Nietzsche-Weg zu Fuß hinaufsteigen. Das empfiehlt sich aber nur, wenn ihr gut in Form seid und es kein sengend heißer Mittag ist – der Höhenunterschied von 400 Metern ist wirklich anspruchsvoll.
Den Nachmittag beendet ihr in Menton, der Stadt kurz vor der italienischen Grenze, die mit einem einzigartigen Mikroklima aufwartet und als wärmster Ort der gesamten Riviera gilt. Menton ist visuell überwältigend – pastellfarbene Fassaden, die pure Italien atmen, bilden einen herrlichen Kontrast zu den umliegenden Bergen. Gönnt euch einen Kaffee auf der Promenade und probiert unbedingt die lokalen Zitronentartelettes, denn gerade der Zitrusanbau hat diese Stadt weltweit bekannt gemacht.
Tag 3: Filmreif in Cannes und die Welthauptstadt der Parfums – Grasse

Am dritten Tag nehmt ihr wieder den Zug, diesmal aber in Richtung Westen nach Cannes, das als absolutes Synonym für Filmfestival und grenzenlosen Luxus steht. Die Hauptader bildet der breite Boulevard de la Croisette, gesäumt von Palmen und Luxushotels der Extraklasse, aus denen pure Exklusivität strahlt. Verpasst nicht den Spaziergang in die Altstadt Le Suquet auf dem Hügel, von dem aus ihr einen herrlichen Blick auf den Hafen und die nahe gelegenen Lérins-Inseln genießt.
Von Cannes geht es weiter ins benachbarte Antibes, das dank seiner gewaltigen Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert seinen stark historischen Charakter bewahrt hat. In das hiesige Château Grimaldi zog sich 1946 der berühmte Pablo Picasso zurück, um sein Atelier einzurichten. Heute beherbergt es sein Museum voller freudvoller, lichtdurchfluteter Werke, die direkt unter dem Einfluss der mediterranen Atmosphäre entstanden. Die Altstadt ist zudem voller charmanter Gassen, in denen ihr auf gemütliche Cafés stoßt und den ausgezeichneten Marché Provençal entdeckt.
💡 Tipp: Für Duftliebhaber ist ein Besuch im nahe gelegenen Grasse ein absolutes Muss – die Stadt gilt als unbestrittene Welthauptstadt der Parfümerie. Hier könnt ihr historische Manufakturen wie Fragonard oder Molinard besuchen, wo man euch kostenlos durch die Herstellung führt und einen Blick hinter die Kulissen dieses präzisen Handwerks gewährt.
Am Abend kehrt ihr nach Nizza zurück und gönnt euch ein ordentliches Abendessen – denn ab morgen wartet das Hinterland. Die lokalen Restaurants erwachen meist erst gegen acht Uhr abends zum Leben, und Vegetarier kommen hier auf ihre Kosten: großartige Pasta, käsige Pizza oder das provenzalische gefüllte Gemüse schmecken allesamt fantastisch.

Tag 4: Weiterfahrt in die Provence und smaragdgrüne Fjorde in den Calanques
Jetzt ist es an der Zeit, einen Mietwagen abzuholen und westwärts in Richtung Nationalpark Calanques aufzubrechen – einem Band aus weißen Kalksteinfelsen, die steil ins Meer abfallen. Diese Buchten erinnern an norwegische Fjorde, nur dass das Wasser die Farbe von blauem Curaçao hat und überall herrlich Kiefern duften. Eure Basis für diesen Tag ist das malerische Fischerstädtchen Cassis, gepflegt, sauber und voller toller Cafés.
Von Cassis aus könnt ihr zu Fuß zu den bekanntesten Buchten aufbrechen – die Route führt über Port-Miou und Port-Pin bis zum absoluten Juwel namens En-Vau. Der Weg dorthin dauert rund eineinviertel Stunden und ist ein anspruchsvoller Marsch über Felsen – also bitte keine Flipflops, sondern festes Schuhwerk mitbringen. Als Belohnung wartet ein überwältigender Blick auf die hoch aufragenden Felsen über einem schmalen Kieselstrand, wo das Wasser selbst im heißesten August eisig erfrischend ist, weil die Sonne nur kurz hineinscheint.
💡 Tipp: Wer die wunderschöne Bucht Sugiton in der Sommersaison 2026 besuchen möchte, muss vorab eine kostenlose Pflichtreservierung mit QR-Code beschaffen. Das System öffnet sich genau am 11. Juni und erlaubt pro Code maximal fünf Personen – also im Kalender vormerken!
Nachmittags könnt ihr euch im Hafen von Cassis ausruhen und den kleinen Booten beim Schaukeln zusehen. Bedenkt: Im Sommer sind die Parkplätze an den Einstiegspunkten des Parks schon vor neun Uhr morgens voll, und die Behörden können das gesamte Gebiet kurzfristig wegen Waldbrandgefahr sperren. Behaltet daher die offizielle Park-App im Auge.

Tag 5: Das raue Marseille und auf Cézannes Spuren in Aix
Der fünfte Tag bringt euch in zwei völlig unterschiedliche Städte – ihr beginnt in Marseille, einem riesigen mediterranen Schmelztiegel voller Energie, Geschichte und verschiedenster Kulturen. Herzstück ist der Alte Hafen (Vieux-Port), wo Fischer jeden Morgen ihren nächtlichen Fang verkaufen und von wo aus ihr ins älteste Viertel Le Panier aufbrechen könnt. Heute ist es voll mit Street Art, kleinen Galerien und Bistros, bewahrt dabei aber seinen etwas rauen, authentischen und ungemein anziehenden Charme.
Versäumt nicht den Aufstieg zur Basilika Notre-Dame de la Garde, die auf einem Kalksteinhügel 150 Meter über dem Meer thront und einen 360-Grad-Panoramablick auf Meer und die endlose Stadt zu euren Füßen bietet. Marseille ist für seine Küche berühmt – gönnt euch in einer der gemütlichen Gassen ruhigen Gewissens hervorragenden Falafel oder einen tollen Salat mit gegrilltem Ziegenkäse. Innenstadt und Sehenswürdigkeiten sind absolut sicher; ihr müsst nur auf Taschendiebe achten.
💡 Tipp: Wer mit dem Auto nach Marseille fährt, sollte unbedingt auf die verschärfte Umweltzone achten. Ohne gültige Crit’Air-Plakette droht ein Bußgeld von 68 Euro – viel klüger ist es, das Auto auf einem Park-and-Ride-Parkplatz am Stadtrand stehen zu lassen und bequem mit der Metro ins Zentrum zu fahren.
Am Nachmittag fahrt ihr nach Aix-en-Provence – die Verkörperung bürgerlicher Eleganz, die Stadt der tausend Brunnen und ockerfarbenen Fassaden. Das Leben dreht sich hier um den breiten Boulevard Cours Mirabeau, wo ihr unter Platanen auf einer Terrasse entspannt Kaffee trinkt. Aix ist die Heimatstadt des Malers Paul Cézanne, und Kunstliebhaber sollten auf keinen Fall sein Atelier des Lauves verpassen, das aussieht, als hätte der Meister es gerade erst verlassen, oder das Familiengut Jas de Bouffan.

Tag 6: Ockerfelsen, Steindörfer und Lavendelduft im Luberon
Heute erwartet euch genau die Provence, die ihr aus romantischen Filmen kennt – denn es geht ins Gebirge Luberon. Hier findet ihr die berühmten Dörfer, die an steilen Hügeln kleben und regelmäßig in den Listen der schönsten Orte Frankreichs auftauchen. Fangt mit Gordes an, wo euch bei der Ankunft eine Kaskade heller Steinhäuser entgegenfällt, die auf einem Felsen kleben – ein Anblick, bei dem man zwangsläufig anhält und fotografiert.
Nur wenige Kilometer weiter liegt Roussillon, ein Dörfchen, das aussieht, als wäre es direkt aus Colorado hierher versetzt worden. Es liegt nämlich auf einem riesigen Ockervorkommen, sodass alle Häuser in Tönen von Gelb bis Tiefrot leuchten. Kauft unbedingt eine Eintrittskarte für den Ockerweg Le Sentier des Ocres gleich hinter dem Dorf und spaziert durch die alten Steinbrüche – aber nehmt auf keinen Fall weiße Schuhe mit, denn der rote Staub setzt sich überall fest.
💡 Tipp: Fahrt zum nahe gelegenen Kloster Sénanque. Diese schlichte romanische Abtei, umgeben von einem perfekten Streifen violetten Lavendels, gehört zu den meistfotografierten Orten überhaupt – kommt daher früh morgens, bevor die Reisebusse eintreffen.
Wer endlose violette Felder des riesigen Lavandins sehen möchte, fährt auf das Plateau de Valensole, das um die Wende Juni/Juli am schönsten ist. Wer erst im August reist, hat seine beste Chance im höher gelegenen Sault, wo der echte Lavendel durch die Höhenlage etwas länger in leuchtenden Farben bleibt. Übernachtet abends in einem der kleineren Städtchen, gönnt euch eine herrliche Käseplatte und genießt die echte provenzalische Ruhe.

Tag 7: Adrenalin über dem Abgrund – die Verdon-Schlucht
Macht euch bereit für einen Tag, der den Adrenalinspiegel ein wenig in die Höhe treibt – denn heute geht es zur größten Schlucht ganz Europas. Der Gorges du Verdon ist ein gigantischer Einschnitt, in dem die Kalksteinfelsen bis zu siebenhundert Meter tief abfallen, an deren Grund sich ein Fluss mit unnatürlich smaragdgrünem Wasser windet. Das Eingangstor bildet der weitläufige Lac de Sainte-Croix, der durch die Flutung des Tals in den 1970er Jahren entstand und heute fantastische Bademöglichkeiten in herrlich sauberem, angenehm warmem Wasser bietet.
Die berühmtesten Fotos entstehen an der Pont de Galetas, wo der Fluss die enge Schlucht verlässt und wo ihr euch ein Kajak oder ein Tretboot für eine Fahrt ins Innere der Schlucht ausleihen könnt. Verbrennungsmotoren sind hier streng verboten, sodass ihr nur das Plätschern der Paddel hört. Rechnet allerdings damit, dass in der Hochsaison unglaublich viel los ist. Wer die Schlucht auch nur kurz für sich allein haben möchte, muss um acht Uhr morgens am Verleih sein – sonst geht ihr leer aus.
💡 Tipp: Wenn ihr genug vom Wasser habt, fahrt die berühmte Panoramastraße Route des Crêtes entlang, die dem Nordrand der Schlucht folgt. Haltet am Aussichtspunkt Point Sublime an, von dem aus ihr tief unter euch Gänsegeier beim Reiten auf Thermikwinden beobachten könnt – ein unvergessliches Erlebnis.
Das Fahren rund um die Schlucht erfordert starke Nerven, denn die Straße verläuft oft nur wenige Dezimeter vom Abgrund entfernt. Beachtet außerdem, dass ein Teil der Route des Crêtes Einbahnstraße ist und daher unbedingt im Uhrzeigersinn befahren werden muss. Übernachtet abends im malerischen Dörfchen Moustiers-Sainte-Marie, das buchstäblich in eine Felsenspalte eingekeilt ist und ausgezeichnete Restaurants für ein wohlverdientes Abendessen bietet.

Tag 8: Päpstliche Macht und römische Ingenieurskunst in Avignon
Der letzte Tag eures Roadtrips führt euch tief in die Geschichte: Erste Station ist das majestätische Avignon. Als der päpstliche Hof im 14. Jahrhundert von Rom hierher zog, entstand der Palais des Papes – das größte gotische Bauwerk der Welt, das eher wie eine gewaltige, uneinnehmbare Militärfestung wirkt. Der normale Eintritt kostet zwölf Euro, doch für fünfzehneinhalb Euro bekommt ihr ein Kombiticket, das euch auch auf die legendäre Avignon-Brücke führt.
Seit Mai 2026 gibt es im Palast großartige neue Führungsrouten mit dem smarten Tablet HistoPad, das im Eintrittspreis enthalten ist. Dank Augmented Reality verwandeln sich die kahlen Steinwände vor euren Augen zurück in ihre Gestalt aus dem 14. Jahrhundert – ihr seht reiche Fresken und flackernde Feuer in riesigen Kaminen. Ohne dieses Feature wäre der Rundgang durch den Palast nur ein Spaziergang durch leere Gänge, also ist dieses technologische Highlight absolut empfehlenswert.
💡 Tipp: Fahrt nachmittags rund dreißig Kilometer weiter zum beeindruckenden römischen Aquädukt Pont du Gard. Der Eintritt zum UNESCO-Weltkulturerbe selbst ist kostenlos, allerdings ist das Parken kostenpflichtig. In den Sommermonaten 2026 findet nach Einbruch der Dunkelheit eine spektakuläre Licht- und Tonshow statt, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
Dieses atemberaubende dreistöckige Aquädukt hat zweitausend Jahre lang Überschwemmungen und Kriege überdauert und beeindruckt noch heute durch seine ingenieurtechnische Perfektion. Ihr könnt in seiner Umgebung spazieren gehen, direkt unter seinen antiken Bögen im Fluss schwimmen und die unglaubliche Atmosphäre dieses Ortes aufsaugen – ein würdiger Abschluss für euren fantastischen Roadtrip durch Südfrankreich.
Wo übernachten entlang der Route
💡 Unterkunfts- und Aktivitätentipps: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo die Stornierungsbedingungen meist am besten sind. Tickets, Ausflüge und Aktivitäten lohnt sich über GetYourGuide zu vergleichen und zu buchen.
In der Hochsaison eine gute Unterkunft in Südfrankreich zu finden kann zur echten Herausforderung werden – die besten Häuser sind ratzfatz ausgebucht und die Preise schnellen in die Höhe. Deshalb empfehlen wir, alles mehrere Monate im Voraus zu reservieren. Am cleversten ist es, sich zwei bis drei strategische Stützpunkte auszusuchen und von dort aus entspannte Tagesausflüge zu unternehmen, statt jeden Tag kofferpackend weiterzuziehen.
Für die ersten Tage an der Côte d’Azur ist Nizza die unangefochtene Basis. Ihr braucht hier kein Auto und rund um den Hauptbahnhof und im Zentrum gibt es jede Menge preisgünstige Hotels. Eine tolle Wahl ist etwa das Hotel Oasis, das in einem ruhigen Wohnviertel liegt, einen schönen grünen Garten hat und zu Fuß direkt an den TER-Zügen liegt, mit denen ihr entspannt nach Monaco oder Cannes fahrt.
Wenn ihr ins provenzalische Hinterland wechselt, ist die Gegend rund um Aix-en-Provence der ideale Ausgangspunkt für den Luberon, die Lavendelfelder und die umliegenden Sehenswürdigkeiten. Hier könnt ihr euch ein gutes Stück provenzalische Romantik gönnen und im wunderschönen Boutique Hotel Cezanne unterkommen, das unglaublich stilvolle Zimmer, tadellose Service und herrliche Frühstücke bietet, mit denen ihr Energie für lange Sonnentage tankt.
Für die Erkundung der wilden Verdon-Schlucht empfiehlt sich eine Unterkunft so nah wie möglich an der Natur, weil die Anfahrt über kurvenreiche Bergstraßen aus der Ferne unverhältnismäßig lang dauert. Sehr praktisch ist ein Quartier direkt am smaragdgrünen Lac de Sainte-Croix, zum Beispiel im charmanten Hotel Le Moustier in Moustiers-Sainte-Marie. Von hier habt ihr die schönsten Ausblicke auf die Kalksteinfelsen und abends nur wenige Schritte zu den besten Restaurants für ein romantisches Dinner.
Wohin als Nächstes
Wer von Frankreich begeistert ist und überlegt, wohin die nächste Reise geht: Die Auswahl ist riesig, denn dieses Land hat unglaublich viele wunderschöne Ziele zu bieten.
- Ihr wollt mehr über Lavendelfelder und historische Städtchen erfahren? Lest unseren ausführlichen Reiseführer durch die Provence.
- Ihr möchtet euren Strandurlaub detaillierter planen und wissen, wo die schönsten Buchten liegen? Schaut in unseren Artikel über die Côte d’Azur.
- Ihr sucht Adrenalin und detaillierte Beschreibungen der besten Aussichtspunkte? Erfahrt alles, was ihr wissen müsst, bevor ihr in die Verdon-Schlucht aufbrecht.
- Und wer noch wildere Natur und die härtesten Trekkingtouren Europas sucht, findet Inspiration in unserem Artikel über den Roadtrip durch Korsika.
Häufig gestellte Fragen
Kdy je nejlepší doba pro návštěvu jižní Francie?
Nejlepší podmínky pro cestování jsou bezpochyby v květnu, červnu a září. Vyhnete se tak extrémním letním vedrům, která běžně přesahují 40 stupňů Celsia, a zároveň nebudete muset bojovat s obrovskými davy turistů na silnicích. Jarní a podzimní měsíce vám zaručí nejen příjemné teploty ideální pro objevování měst i přírody, ale také mnohem snesitelnější ceny za ubytování, které v srpnu šplhají do astronomických výšin.
Kdy přesně kvete v Provence levandule?
Hlavní sezóna trvá zhruba od poloviny června do konce července. Absolutní vrchol kvetení na populární plošině Valensole spadá na přelom června a července, kdy pole nabízejí tu nejintenzivnější fialovou barvu a nezaměnitelnou vůni. Pokud se do Francie dostanete až v srpnu, musíte zamířit do výše položeného Saultu, kde se barva díky chladnějšímu mikroklimatu drží až do poloviny srpna, kdy začíná tradiční sklizeň.
Potřebuji pro řízení ve Francii nějakou speciální výbavu?
Kromě běžné evropské výbavy si určitě včas zajistěte ekologickou plaketu Crit’Air, která stojí zhruba pět eur a vyřídíte ji jednoduše online. Je naprosto nezbytná pro vjezd do stále se rozšiřujících nízkoemisních zón velkých měst, jako je například Marseille. Bez platné nálepky vám hrozí poměrně přísná pokuta 68 eur, takže se rozhodně nevyplatí tento malý administrativní krok před cestou zanedbat.
Kolik stojí mýtné na francouzských dálnicích?
Francie nemá klasické dálniční známky, platí se totiž přímo u mýtných bran podle reálně ujetých kilometrů. Orientačně si připravte zhruba 9,50 eura na každých 100 kilometrů jízdy, což se u delších roadtripů dokáže poměrně znatelně prodražit. Platit můžete pohodlně platební kartou nebo hotovostí přímo na mýtnici, přičemž dálnice jsou díky tomuto systému ve špičkovém stavu a cestování po nich je velmi rychlé a bezpečné.
Kdy mají ve Francii otevřené restaurace?
Toto je obrovský chyták pro turisty a velmi častý zdroj zklamání. Obědy se ve Francii podávají striktně mezi 12:00 a 14:00, a pokud přijdete později, dostanete maximálně oříšky k pití. Kuchyně se následně přes celé odpoledne uzavřou a otevírají se na večeři obvykle až kolem půl osmé večer. Pokud tedy nechcete zůstat o hladu, musíte svůj denní harmonogram tomuto přísnému pravidlu naprosto podřídit.
Je potřeba v restauracích nechávat spropitné?
Ze zákona je poplatek za obsluhu, takzvaný service compris ve výši 15 %, už automaticky zahrnut v konečné ceně na vašem lístku. Další dýško tedy není vůbec povinné. Je však naprosto běžným a slušným zvykem nechat na stole jedno nebo dvě eura navíc, pokud jste byli se servisem opravdu spokojeni. Pamatujte jen, že spropitné většinou nelze přidat přes platební terminál, takže mějte po ruce drobné mince.
Potřebuji do národního parku Calanques rezervaci?
Ano, pokud se chystáte do nádherné zátoky Sugiton během letní sezóny 2026. Od poloviny června do poloviny září je vstup podmíněn bezplatnou online rezervací s QR kódem. Tento rezervační systém se otevírá přesně 11. června a propustí maximálně pět osob na jeden kód. Kvůli ochraně přírody před overtourismem tak úřady regulují počty návštěvníků, a proto s rezervací rozhodně neotálejte.
Lze se na Riviéře pohybovat bez auta?
Rozhodně ano a dokonce je to všemi místními silně doporučováno. Pobřežní města jako Nice, Monako, Cannes a Antibes propojují vynikající regionální vlaky TER, které jezdí spolehlivě několikrát do hodiny. Nejenže jsou jízdenky poměrně levné, ale především vám ušetří obrovské nervy s letními dopravními zácpami na úzkých pobřežních silnicích a s nekonečným, téměř nemožným hledáním volného parkovacího místa v luxusních letoviscích.
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