Polarlichter in Alberta: Wo und wann du sie sehen kannst

Als Lukáš und ich im Winter 2016/2017 im kanadischen Banff und Lake Louise gearbeitet haben, sind uns die Polarlichter in Alberta leider durch die Finger geglitten — das Sonnenminimum war gnadenlos, und unser erstes Nordlicht haben wir erst viel später auf Island zu Gesicht bekommen. Die Einheimischen in Alberta haben uns aber so viele Geschichten von Nächten erzählt, in denen sich der Himmel in grüne Schlieren hüllt, dass klar ist: Diese Provinz ist für Polarlichter-Jäger eine Destination auf Augenhöhe mit Skandinavien oder dem Yukon. Und in den Jahren 2024 bis 2026 trefft ihr genau das Sonnenmaximum — der Himmel leuchtet jetzt deutlich häufiger auf. Auf das Gefühl, nachts vor die Tür zu treten und zu sehen, wie grüne Lichtbänder über den Himmel wogen, kann man sich einfach nicht vorbereiten. Es ist pure Magie. ☺️

Wenn ihr davon träumt, diesen himmlischen Tanz mit eigenen Augen zu erleben, haben wir eine fantastische Nachricht für euch. Wir befinden uns gerade im sogenannten Sonnenmaximum, was bedeutet, dass die Sonne in den Jahren 2024 bis 2026 so aktiv ist wie seit elf Jahren nicht mehr. Die Polarlichter in Alberta bieten damit ein deutlich häufigeres und intensiveres Spektakel, als ihr vielleicht erwartet hättet. Und das Beste: Ihr müsst nicht bis in den abgelegenen Yukon reisen — die schönsten Nationalparks Kanadas reichen vollkommen aus.

Also — wo genau stellt man nachts das Stativ auf, damit sich die erfrorenen Finger auch wirklich lohnen? Und wie fotografiert man das Ganze, wenn man kein Profi-Fotograf ist? Genau darum geht es hier. Wir schauen uns Kosten, die richtige Kleidung und die besten Orte an — damit ihr am Ende wirklich mit offenem Mund dasteht.

Artikelinhalt

Zusammenfassung

Auch wenn ihr euch das gerade vielleicht noch nicht ganz vorstellen könnt — glaubt uns, jede durchwachte Nacht lohnt sich. Ihr müsst nur gut planen und euch mit einer Prise Geduld wappnen, denn die Natur macht am Ende sowieso, was sie will.

  • Sonnenmaximum (2024 bis 2026): Wir befinden uns im Höhepunkt des Sonnenzyklus — die stärkste Aktivität seit 11 Jahren. Nordlichter sind häufiger, intensiver und reichen weiter nach Süden. Alberta ist jetzt wirklich die ideale Wahl, auch ohne die weite Reise in den Yukon.
  • Wann reisen: Die besten Chancen habt ihr von Oktober bis März, wenn die Nächte am längsten und der Himmel am dunkelsten sind. Bei starken Sonnenstürmen sind Polarlichter aber auch im Herbst oder Frühling möglich.
  • Beste Orte: Nationalpark Jasper (zweitgrößtes Dark Sky Preserve der Welt), Nationalpark Banff und Elk Island bei Edmonton.
  • Was ihr braucht: Ladet euch die Apps Aurora Forecast 3D oder My Aurora Forecast herunter, zieht so viele warme Schichten an wie möglich (am besten mit Handwärmern) und vergesst das Stativ nicht — ohne das kommt keine brauchbare Aufnahme zustande.
  • Erwartungen: Das menschliche Auge sieht Polarlichter anders als der Kamerasensor. Manchmal wirkt das Nordlicht nur wie eine graue Wolke — auf dem Display der Kamera leuchtet es aber satt grün.

Wenn euch konkrete Tipps und unsere Geheimspots interessieren, lest den Artikel unbedingt bis zum Ende — es lohnt sich.

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Was sind Polarlichter und warum ist jetzt der perfekte Zeitpunkt (Sonnenmaximum)

Bevor wir uns in die frostige kanadische Dunkelheit aufmachen, klären wir kurz, was wir dort am Himmel eigentlich suchen — und warum gerade jetzt ein absolut außergewöhnlicher Moment für Reisende ist.

Was ist Aurora Borealis?

Klingt kompliziert, ist aber eigentlich simpel: Die Sonne niest, die Erde leuchtet auf. 😁 Technisch gesehen ist ein Polarlicht — auf Englisch Aurora Borealis — ein Lichtphänomen, das entsteht, wenn vom der Sonne ausgestoßene Teilchen (der sogenannte Sonnenwind) auf das Magnetfeld der Erde treffen.

Diese Teilchen werden vom Magnetfeld zu den Polen geleitet, wo sie mit den Gasen unserer Atmosphäre reagieren. Das Ergebnis sind jene wunderschönen grünen, rosa oder violetten Lichtbänder, die wie von Geisterhand über den Himmel tanzen. Dieser Anblick ist so überwältigend, dass wir nach all den Jahren immer noch mit offenem Mund stehen.

Warum ist der Zeitraum 2024 bis 2026 so besonders?

Vielleicht habt ihr schon vom Begriff „Sonnenmaximum“ gehört. Die Sonnenaktivität verläuft in Zyklen von elf Jahren, und wir befinden uns gerade am absoluten Höhepunkt dieses Zyklus. Die Sonne produziert in dieser Phase deutlich mehr Eruptionen und Sonnenflecken, was stärkere Sonnenwinde bedeutet, die auf die Erde treffen.

Dadurch sind Polarlichter viel intensiver, treten häufiger auf und reichen vor allem viel weiter nach Süden. Während ihr normalerweise in den hohen Norden Kanadas müsstet, bietet euch Alberta in diesen Jahren eine Show, nach der ihr noch stundenlang draußen stehen und staunen werdet — auch wenn die Finger längst aufgehört haben zu funktionieren.

Was ist der KP-Index?

Wer erfolgreich auf Polarlichtjagd gehen will, muss sich einen einzigen Wert merken: den KP-Index. Das ist eine Skala von 0 bis 9, die die geomagnetische Aktivität misst. Für Alberta gilt: Ab einem KP-Index von etwa 3 oder 4 könnt ihr ein schwächeres Nordlicht am nördlichen Horizont sehen.

Klettert der KP-Index auf 5, 6 oder höher, habt ihr einen starken Sonnensturm vor euch. Dann spielt der gesamte Himmel direkt über eurem Kopf in allen Farben, und das Nordlicht ist auch mit bloßem Auge klar zu erkennen. Wir checken dann nervös alle paar Minuten das Handy — sobald der Wert über vier steigt, geht das Thermoskanpacken los.

Wann ist die beste Zeit für Polarlichter in Alberta?

Bei der Polarlichtjagd kommt es nicht nur darauf an, am richtigen Ort zu sein — ihr braucht auch das richtige Timing, einen klaren Himmel und vor allem Geduld.

Die größten Erfolgschancen habt ihr in den Wintermonaten, grob von Ende Oktober bis Ende März. Der Grund ist denkbar einfach: Die Nächte sind in Kanada zu dieser Zeit extrem lang, sodass ihr ein deutlich längeres Zeitfenster zum Beobachten habt. Unsere erste Sichtung hatten wir Ende November, und im Dezember zeigte sich das Nordlicht recht regelmäßig. Dazu bringt der Winterfrost oft einen wunderbar klaren und trockenen Himmel ohne Wolken.

Ihr müsst allerdings damit rechnen, dass die Nachttemperaturen in Alberta locker auf -20 oder sogar -30 Grad Celsius fallen. Wer keine Freude an extremer Kälte hat, kann im Herbst oder frühen Frühling sein Glück versuchen. Während des Sonnenmaximums sind die geomagnetischen Stürme so stark, dass Einheimische und Fotografen beeindruckende Nordlicht-Aufnahmen bereits im September machen — wenn man am Seeufer noch ohne Erfrierungsgefahr zelten kann. Eine wichtige Regel gilt jedoch immer: Meidet Vollmondnächte, denn das Mondlicht kann selbst ein starkes Nordlicht am Himmel regelrecht auslöschen.

Diese Apps braucht ihr für die Polarlichtjagd

Wer glaubt, man fährt einfach in die Berge, setzt sich auf eine Bank und wartet auf die grüne Show, der wird schnell und unnötig frieren. Für eine erfolgreiche Polarlichtjagd braucht ihr die richtigen Apps auf dem Handy.

Das absolute Basiswerkzeug ist My Aurora Forecast & Alerts — übersichtliche Oberfläche, zeigt euch den aktuellen KP-Index und die Sichtbarkeitswahrscheinlichkeit für euren Standort, und — das ist der eigentliche Grund, warum wir sie wirklich empfehlen — schickt euch eine Push-Benachrichtigung, sobald die Aktivität plötzlich steigt. Eine weitere ausgezeichnete App ist Aurora Forecast 3D, die den Auroralen Oval als 3D-Visualisierung über der Erdkugel darstellt — so seht ihr genau, ob sich das grüne Band gerade über Alberta bewegt. Für alle, die die Rohdaten direkt von Meteorologen im Blick behalten wollen, gibt es außerdem die Website und App der amerikanischen Behörde NOAA (Space Weather Prediction Center), wo aktuelle Geschwindigkeit und Dichte des Sonnenwinds angezeigt werden.

8 beste Orte in Alberta für Polarlichter — Stativ raus und los

Alberta ist für Polarlichter-Jäger ein riesiger Spielplatz. Hier sind die konkreten Locations, wo euch kein Lichtverschmutzungs-Smog stört und wo ihr die schönsten Fotos mit Seesspiegelungen oder schneebedeckten Berggipfeln im Hintergrund mit nach Hause nehmt.

1. Nationalpark Jasper und sein dunkler Himmel

Jasper Nationalpark – Dark Sky Preserve
Foto: Stephanie Macleod / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Der Nationalpark Jasper ist für die Beobachtung des Nachthimmels absolute Spitzenklasse, denn er wurde zum zweitgrößten Dark Sky Preserve der Welt ernannt. Das bedeutet strenge Vorschriften für künstliche Beleuchtung — schon kurz hinter dem Städtchen Jasper findet ihr vollständige Dunkelheit. Im Winter herrscht hier eine unglaubliche Stille, die gelegentlich nur das ferne Heulen von Wölfen durchbricht.

Wenn ihr hierher fahrt, empfehlen wir, vorher unseren ausführlichen Reiseführer zum Nationalpark Jasper zu lesen — dort findet ihr viele Tipps, was ihr tagsüber unternehmen könnt, bevor es dunkel wird. Nachts dann einfach ein Stück aus dem Ort herausfahren und einen Anblick genießen, den ihr so kaum woanders auf der Welt findet.

2. Maligne Lake und die ikonische Spirit Island

Maligne Lake in Jasper
Foto: dennisflarsen / CC0 / Wikimedia Commons

Wenn ihr schon in Jasper seid, macht unbedingt einen Abstecher zum Maligne Lake. Die Fahrt dorthin dauert vom Städtchen etwa 45 Minuten — nachts solltet ihr wegen der Wildtiere auf der Straße besonders langsam fahren. Wir sind dort einmal einem riesigen Elch begegnet, der keinerlei Anstalten machte, die Fahrbahn freizugeben, und neugierig in unsere Scheinwerfer starrte.

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Polarlichter fotografieren: Ausrüstung und Kameraeinstellungen

Falls ihr denkt, ihr kommt an den Ort, zückt euer iPhone, drückt einmal ab und habt ein Foto wie aus dem National Geographic — da müssen wir euch ein bisschen enttäuschen. Moderne Smartphones haben zwar beeindruckende Nachtmodi und schaffen manchmal einen grünen Schimmer ganz ordentlich einzufangen, aber für wirklich scharfe und ausdrucksstarke Bilder reicht das meistens nicht. Wer echte Aufnahmen möchte, braucht eine DSLR oder spiegellose Systemkamera — und vor allem ein Stativ. Ohne Stativ gibt es keine Chance, denn wir reden von Langzeitbelichtungen.

Wie stellt ihr die Kamera richtig ein?

  • Objektiv: Nehmt das weitwinkligste, das ihr habt (idealerweise 14 mm bis 24 mm), um möglichst viel Himmel und eine interessante Landschaft im Vordergrund einzufangen.
  • Blende: Öffnet die Blende so weit wie möglich, damit der Sensor möglichst viel Licht bekommt. Werte wie f/2.8, f/2.0 oder f/1.4 sind ideal.
  • ISO: Das hängt von eurem Kameramodell ab, aber scheut euch nicht vor Werten zwischen 1600 und 6400.
  • Verschlusszeit: Stellt eine Belichtungszeit zwischen 5 und 25 Sekunden ein. Wenn das Polarlicht schnell über den Himmel tanzt, wählt eine kürzere Zeit (ca. 5 bis 10 Sekunden), damit sich die Bänder nicht zu einem grünen Brei verwischen.
  • Schärfe: Autofokus ausschalten und am Objektiv manuell auf Unendlich fokussieren (oft kurz vor dem Unendlichzeichen). Testet das tagsüber oder an einem hellen Stern auf dem Display, ob das Bild wirklich scharf ist.

💡 Praxis-Tipp: Bei Temperaturen um -20 °C leert sich der Kameraakku vor euren Augen. Zwei volle Akkus, die im Sommer eine Woche halten würden, sind im Winter in einer Stunde leer. Legt den Ersatzakku daher in die Innentasche der Jacke, so nah wie möglich am Körper, damit er warm bleibt.

Was anziehen und einpacken: So übersteht ihr den kanadischen Winter

Mitten in der Nacht an einem zugefrorenen See in den Rocky Mountains zu stehen und eine Stunde auf den ersten grünen Lichtblitz zu warten, ist ein echter Willenstest. Entscheidend ist nicht nur das, was ihr in der Kamera habt, sondern vor allem das, was ihr anhabt. Bei unseren ersten Nachtausflügen haben wir uns ordentlich verschätzt und dabei recht lautstark mit den Zähnen geklappert. 😅

Schichtet so viel Kleidung wie möglich. Mindestens fünf Schichten auf dem Oberkörper sind keineswegs übertrieben. Die Basis bildet hochwertiges Merino-Funktionsunterwäsche, dann ein wärmendes Fleece-Pullover, eine gesteppte Daunenjacke und ganz außen eine winddichte Hartschale. Auch den Beinen solltet ihr dieselbe Aufmerksamkeit schenken: Unter wärmegedämmte Hosen haben wir uns regelmäßig noch eine Skihose gezogen. Bei den Schuhen lohnt sich besondere Sorgfalt — gute Winterstiefel und Wollsocken sind Pflicht.

Im Rucksack sollten auf keinen Fall diese drei Dinge fehlen:

  • Hand-Wärmer (Einweg-Handwärmer): Die kleinen Päckchen, die nach dem Öffnen mehrere Stunden wärmen. Steckt sie in die Handschuhe, denn beim Einstellen der Kamera habt ihr die Finger im Freien — und die frieren sofort.
  • Stirnlampe mit Rotlicht: Wenn ihr mit normalem weißem Licht leuchtet, ruiniert ihr eure eigene Nachtsichtigkeit und ärgert wahrscheinlich alle anderen Fotografen in der Nähe. Rotes Licht ist augenschonend.
  • Heißer Tee in der Thermoskanne und ein Snack: Nichts ist schöner, als sich in der frostigen Stille einen heißen Tee einzuschenken. Und habt immer euer Auto in der Nähe, damit ihr euch zwischendurch aufwärmen könnt!

Erwartung vs. Realität: Wie sehen Polarlichter wirklich aus?

Wer zum ersten Mal Polarlichter jagt, ist anfangs oft ein wenig überrascht. Die Fotos, die ihr im Internet seht (auch in diesem Artikel), wurden mit langen Belichtungszeiten aufgenommen. Das bedeutet: Der Sensor der Kamera sammelt über mehrere Sekunden Licht — das menschliche Auge funktioniert so nicht.

Wenn der KP-Index niedrig ist (zum Beispiel um 3 oder 4), könnt ihr in den Himmel schauen und nur eine seltsame, reglose graue Wolke sehen, die dort eigentlich nichts verloren hat. In diesem Moment haltet ihr die Kamera drauf — und auf dem Display erscheint ein leuchtendes grünes Band. Es ist ein bisschen wie Zauberei, die sich nur für das Objektiv abspielt.

Wenn ihr aber Glück habt und einen starken Sonnensturm mit KP-Index 6 oder höher erwischt (was gerade in den Jahren 2024 bis 2026 sehr realistisch ist), verschwindet dieser Unterschied vollständig. Das Polarlicht tanzt über den gesamten Himmel, ihr seht mit bloßem Auge deutliche Grüntöne und oft auch Violett — und ihr seid so fasziniert, dass ihr Kälte und Kamera gleichermaßen vergesst.

Praktische Tipps für eure Kanada-Reise

Die Polarlichtjagd in Alberta wird wahrscheinlich nicht euer einziges Ziel sein — deshalb haben wir ein paar praktische Tipps, wie ihr den gesamten Urlaub am besten organisiert.

Günstige Flüge nach Kanada finden

Flüge suchen wir auf Kiwi — das Tool funktioniert seit Jahren zuverlässig und kombiniert Verbindungen von verschiedenen Airlines, sodass wir damit auch nach Calgary schon richtig gute Preise gefunden haben. Von Deutschland aus fliegen etwa Lufthansa, Condor oder Air Canada direkt nach Calgary oder Edmonton, oft mit Umstieg in Frankfurt, München oder einem Drehkreuz in Nordamerika. Achtet im Winter unbedingt auf aufgegebenes Gepäck — die fünf Kleidungsschichten passen definitiv nicht ins Handgepäck. 😅

Wir empfehlen, den Kauf nicht auf den letzten Drücker zu verschieben. Wer die Reise ein halbes Jahr im Voraus plant, spart oft genug, um sich ein besseres Hotel mit Whirlpool zu gönnen. Und glaubt uns — im kanadischen Winter werdet ihr das zu schätzen wissen.

Mietwagen für Winterbedingungen

Ohne Auto kommt ihr bei der Polarlichtjagd nicht weit — öffentliche Verkehrsmittel fahren nachts schlicht nicht zu den Seen. Wir nutzen regelmäßig den Vergleich auf DiscoverCars.com, wo ihr das passende Auto für eure Anforderungen und euer Budget übersichtlich auswählen könnt.

Bei der Fahrzeugübernahme im Winter besteht immer darauf, dass ihr Winterreifen (oft am Schneeflocken-Symbol erkennbar) bekommt, und fragt am besten auch nach Schneeketten. Kontrolliert außerdem, ob ein Eiskratzer im Kofferraum liegt — den werdet ihr jeden Morgen brauchen.

Reiseversicherung nicht vergessen

Das Gesundheitssystem in Kanada ist für Ausländer extrem kostspielig, und nachts auf einem vereisten See zu stehen birgt immer ein Ausrutschen-Risiko. Für kürzere Reisen setzen wir auf bewährte Anbieter wie ADAC Reiseversicherung oder HanseMerkur, für längere Trips verlassen wir uns auf True Traveller oder SafetyWing, mit denen wir rund um den Globus hervorragende Erfahrungen gemacht haben.

Es lohnt sich wirklich nicht, bei der Versicherung zu sparen. Wenn ihr wisst, dass ihr für jeden Zwischenfall abgesichert seid, jagt man nächtliche Aufnahmen mit viel mehr Gelassenheit.

Mehr über Kanada lesen

Wenn ihr euch nach Alberta aufmacht, werden euch unsere ausführlichen Reiseführer zu diesen wunderbaren Orten sicher nützlich sein — Orte, an denen wir ein Stück unseres Herzens gelassen haben:

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wenn ihr eine Reise nach Kanada plant und noch viele Fragen zu den Polarlichtern habt, seid ihr damit nicht allein. Das sind die Fragen, die uns mit Abstand am häufigsten gestellt werden.

Wo kann man heute Nordlichter sehen?

Nordlichter lassen sich nicht Monate im Voraus vorhersagen – eine genaue Prognose funktioniert etwa 2 bis 3 Tage im Voraus. Um die heutige Aktivität zu ermitteln, empfiehlt es sich, die App My Aurora Forecast herunterzuladen oder die Website der amerikanischen Behörde NOAA (Space Weather Prediction Center) zu besuchen, wo ihr eine 3-Tages-Vorhersage sowie eine kurzfristige 30-Minuten-Prognose des Polarlichtovals findet.

Wann und wo sieht man Nordlichter am besten?

Die ideale Zeit ist der Winter von Ende Oktober bis März, wenn die Nächte am längsten und der Himmel am dunkelsten ist. Zur Beobachtung braucht ihr einen Ort mit minimaler Lichtverschmutzung. In Kanada eignen sich Dark-Sky-Reservate hervorragend, wie der Jasper-Nationalpark oder Elk Island, oder auch abgelegene Bergseen im Banff-Nationalpark (z. B. Minnewanka oder Vermilion Lakes).

Wann gibt es 2026 Nordlichter?

Das Jahr 2026 fällt noch in das sogenannte solare Maximum – eine Periode, in der die Sonnenaktivität auf dem höchsten Stand der letzten 11 Jahre ist. Polarlichter werden daher deutlich häufiger auftreten und auch in südlicheren Breiten das ganze Jahr über sichtbar sein. Dennoch braucht ihr auch 2026 für die beste Beobachtung die langen und dunklen Nächte der Wintermonate (Oktober bis März).

Wo kann man in Schweden Nordlichter sehen? (Und ist das besser als Kanada?)

In Schweden ist der Abisko-Nationalpark in Schwedisch-Lappland nördlich des Polarkreises der beste Ort, da es dort das sogenannte Blue Hole gibt (sehr häufig klarer Himmel). Sowohl Schweden als auch Kanada sind großartige Reiseziele. Kanada hat allerdings einen riesigen Vorteil – tagsüber wandert ihr zu Gletscherseen und nachts fotografiert ihr Nordlichter, ohne dabei skandinavische Preise für Unterkünfte nördlich des Polarkreises zahlen zu müssen. 😉

Kann man Nordlichter mit dem Handy fotografieren?

Ja, moderne Smartphones (wie die neuesten iPhones oder Samsung-Geräte) können bei starken Nordlichtern die grüne Farbe am Himmel mit dem Nachtmodus einfangen. Die Ergebnisse sind allerdings oft körnig und die Fotos nicht besonders scharf. Für wirklich schöne Aufnahmen empfehlen wir eine digitale Spiegelreflexkamera, ein stabiles Stativ und eine Belichtungszeit von mehreren Sekunden.

Sehe ich Nordlichter mit bloßem Auge farbig?

Das hängt von der Stärke des geomagnetischen Sturms ab (KP-Index). Bei schwächeren Werten (KP 3 oder 4) können Nordlichter mit bloßem Auge nur wie sich bewegende weißliche oder graue Wolken aussehen, während die Kamera dank langer Belichtung Grün einfängt. Ist das Polarlicht jedoch stark (KP 6 und höher), seht ihr problemlos sattes Grün, und bei wirklich extremen Stürmen sogar Rot oder Violett mit eigenen Augen.

Ist es sicher, sich nachts in kanadischen Nationalparks zu bewegen?

Man muss die Regeln beachten. Im Winter (von November bis April) halten die meisten Bären Winterruhe, sodass das Risiko einer Begegnung minimal ist – allerdings können Wölfe oder Pumas aktiv sein. Die größte Gefahr sind extreme Kälte (Risiko von eingefrorenen Autos oder Erfrierungen) und Zusammenstöße mit Wildtieren (Elch, Wapiti) auf dunklen Straßen. Fahrt sehr langsam und sorgt immer dafür, dass ihr euch irgendwo sicher aufwärmen könnt.

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