Als ich im Sommer 2012 mit einer Reisegruppe hier war, erinnere ich mich an eine Stadt unter einer dichten Smogdecke: Staub lag in der Luft, und in der Sommerhitze glänzten die Menschen vor Schweiß. Heute, 2026, zeigt sich Peking China ganz anders: Die durchschnittliche PM2,5-Konzentration ist um ganze 70 % gesunken, und starker Smog ist inzwischen eher die Ausnahme. Auch das Reisen hat sich verändert. Früher ging man einfach zu einer Sehenswürdigkeit, heute muss man fast alles vorab online mit der Passnummer reservieren. Ohne den Originalpass kommst du nicht einmal auf den Platz des Himmlischen Friedens.
Von Deutschland aus erreichst du Peking per Flug, etwa ab Berlin, München oder Frankfurt; prüfe vor der Buchung die aktuellen Verbindungen. Für deutsche Staatsangehörige gelten andere Einreiseregeln als für Reisende aus Tschechien: Prüfe vor der Abreise unbedingt die aktuell geltende Visumspflicht und die Bedingungen für die visumfreie Einreise bei der chinesischen Auslandsvertretung. Falls du ein Visum benötigst, beantrage es rechtzeitig und lass die Formalitäten nicht bis kurz vor dem Abflug liegen.
Eine weitere Möglichkeit ist der visumfreie Transit für bis zu 240 Stunden. Dabei gibt es allerdings einen entscheidenden Haken: Du brauchst ein Weiterflugticket in ein Drittland. Ein gewöhnlicher Hin- und Rückflug von Deutschland nach Peking reicht dafür nicht aus. Seit Ende November 2025 gibt es außerdem eine Online-Einreisekarte, die du vorab kostenlos ausfüllen kannst, um am Flughafen Zeit zu sparen.

Zusammenfassung
- Dein Reisepass ist deine Eintrittskarte. Für wichtige Sehenswürdigkeiten wie die Verbotene Stadt, den Tian’anmen-Platz oder den Badaling-Abschnitt der Chinesischen Mauer brauchst du eine Vorabreservierung mit deiner Passnummer.
- Beste Reisezeit: Das angenehmste Wetter erwartet dich von Mitte September bis Ende Oktober oder im Frühling, im April und Mai.
- Feiertage meiden: Während der Golden Week (1. bis 7. Oktober 2026) und zum chinesischen Neujahrsfest sind die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten überfüllt.
- Bezahlen: Richte Alipay oder WeChat Pay ein. In der U-Bahn kannst du inzwischen auch mit einer gewöhnlichen kontaktlosen Visa- oder Mastercard bezahlen.
- Internet: Google, WhatsApp und Instagram sind gesperrt. Eine Reise-eSIM mit Roaming ist eine zuverlässige Lösung.
- Transfer vom Flughafen: Der Airport Express bringt dich vom Flughafen Capital für 25 CNY (rund 3 €) ins Zentrum.
Der komplette Reiseführer: Asien — Reiseführer und Highlights
Wann ist die beste Reisezeit für Peking?
Die beste Zeit für einen Besuch der chinesischen Hauptstadt ist von Mitte September bis Ende Oktober. Dann ist es trocken, und die Temperaturen liegen bei angenehmen 20 bis 27 °C. Auch April und Mai sind eine gute Wahl, wobei es im März und April kräftig windig werden kann. Wenn du Hitze nicht gut verträgst, solltest du den Juli unbedingt meiden: Die Temperaturen steigen dann auf über 32 °C, und mehr als die Hälfte des jährlichen Niederschlags fällt in dieser Zeit.
Ein großer Fehler wäre es, die Reise während chinesischer Feiertage zu planen, denn dann sind enorm viele Einheimische unterwegs. Während der Golden Week vom 1. bis 7. Oktober 2026 sind die Verbotene Stadt und die Chinesische Mauer oft restlos ausgebucht, und die Züge sind überfüllt. Ebenso problematisch sind die Feiertage zum Tag der Arbeit Anfang Mai und das chinesische Neujahrsfest am 6. Februar 2027.
Achte bei deiner Routenplanung auch auf die Wochentage, damit du nicht vor verschlossenen Türen stehst. Montags sind die Verbotene Stadt, das Nationalmuseum, das Mao-Mausoleum und die Hauptgebäude des Himmelstempels geschlossen. Eine Ausnahme bilden meist Montage, die auf einen gesetzlichen Feiertag fallen; dann öffnen die Sehenswürdigkeiten in der Regel.
Wo übernachten in Peking?
Die richtige Lage ist entscheidend: Peking ist riesig, und die Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten können dich unangenehm überraschen. Am besten suchst du nach Hotels an einer U-Bahn-Station innerhalb des zweiten Stadtrings. So sparst du bei den täglichen Fahrten unglaublich viel Zeit. Seit Mai 2024 dürfen Hotels ausländische Gäste zwar nicht mehr ablehnen, in der Praxis sind internationale Hotelketten aber weiterhin die sicherste Wahl. Rechne außerdem damit, dass du beim Check-in eine Kaution von 300 bis 1.000 CNY hinterlegen musst, die du bei der Abreise zurückbekommst.
Wenn du zum ersten Mal nach Peking reist, ist die Gegend um Wangfujing ein hervorragender Ausgangspunkt. Von dort sind es weniger als zwei Kilometer bis zur Verbotenen Stadt. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet das Park Plaza Beijing Wangfujing direkt neben einer Station der U-Bahn-Linie 5. Gäste schätzen die ruhigere Seitenstraße und das Personal. Wenn du echten Luxus suchst, ist das legendäre The Peninsula Beijing eine Option: Dort wohnst du ausschließlich in geräumigen Suiten. Für traditionelles Flair empfiehlt sich das Boutiquehotel Lezai Hotel in einem historischen Hutong nahe Nanluoguxiang. Dort erwarten dich Frühstück und kostenloser Nachmittagstee.
Wer mit einem Flug um 5:20 Uhr morgens ankommt, fragt sich oft, wo sich direkt nach der Landung ein paar Stunden Schlaf nachholen lassen. Eine praktische Möglichkeit ist das Hilton Beijing Capital Airport. Es bietet einen Shuttle zu Terminal 3, sodass du dich ausruhen kannst, bevor du die Stadt erkundest. Weitere konkrete Hoteltipps und einen ausführlichen Überblick über die Stadtviertel findest du in unserem eigenen Artikel Wo übernachten in Peking?.
💡 Auf dieser Karte kannst du vergleichen, welche Unterkünfte gerade verfügbar sind – und siehst sofort, wie stark sich die Preise schon ein paar Häuserblocks weiter unterscheiden.
Peking China: 22 Sehenswürdigkeiten und Tipps für 2026

1. Tian’anmen-Platz und Mao-Mausoleum
Als ich 2012 hier war, lag Smog über dem Platz, die Menschen glänzten vor Schweiß, und ich starrte ungläubig auf die riesige, chaotische Schlange chinesischer Mao-Verehrer vor dem Mausoleum mit seiner sozialistischen Skulptur. Genau hier rief mir damals zum ersten Mal jemand „Can I take photo with you?“ zu und wollte ein Foto mit mir machen – danach passierte das jeden Tag. Heute ist der Zugang zum Platz viel besser organisiert: Eine Reservierung ist ein bis sieben Tage im Voraus Pflicht, entweder über WeChat oder die Website am Computer.
Wenn du den einbalsamierten Leichnam von Mao Zedong sehen möchtest, beachte, dass das Mausoleum von Dienstag bis Sonntag nur vormittags zwischen 8:00 und 12:00 Uhr geöffnet ist. Taschen, Rucksäcke, Kameras und Getränke dürfen nicht hinein; du musst alles an einer kostenpflichtigen Gepäckaufbewahrung abgeben. Damals erzählte mir die Reiseleiterin eine Geschichte über ein angeblich verschobenes Todesdatum. Tatsächlich starb Mao am 9. September 1976, zehn Minuten nach Mitternacht.
Der Platz selbst ist gewaltig. Am einfachsten erreichst du ihn mit der U-Bahn-Linie 1 über die Stationen Tian’anmen East oder Tian’anmen West. Ein besonderes Erlebnis ist das tägliche Hissen der Flagge bei Sonnenaufgang. Dafür musst du dich allerdings separat anmelden; viele Menschen versammeln sich schon zwei Stunden vorher.
💡 Tipp: Reserviere den Zugang zum Platz für denselben Morgen wie deinen Besuch der Verbotenen Stadt. Vom Platz aus betrittst du die Anlage im Süden durch das Wumen-Tor – beides lässt sich also gut verbinden.

2. Verbotene Stadt (Palastmuseum)
2012 herrschte hier ein unglaubliches Gedränge. Ich hatte das Gefühl, als stünden all die Millionen Besucher zusammen mit unserer Gruppe im selben Hof, und nahm eher Geschichten als die Erinnerung an eine entspannte Besichtigung mit. Heute ist es etwas anders: Die tägliche Besucherzahl ist streng auf 40.000 Menschen begrenzt, und vor Ort werden offiziell keine Tickets mehr verkauft. Ausländische Besucher reservieren mit ihrer Passnummer auf bookingticket.dpm.org.cn. Die Tickets werden sieben Tage im Voraus freigeschaltet und sind für Wochenenden oft blitzschnell vergriffen. Der Eintritt kostet in der Hauptsaison von April bis Oktober 60 CNY (rund 7 €), im Winter 40 CNY. Denk daran: Montags ist immer geschlossen. Du betrittst die Anlage ausschließlich von Süden durch das Mittagstor (Wumen) und verlässt sie durch das nördliche Shenwumen-Tor oder den östlichen Ausgang.
Der beeindruckende Komplex wurde im 15. Jahrhundert unter der Ming-Dynastie erbaut; bis ins frühe 20. Jahrhundert lebten hier die Kaiser. Übrigens war „Der letzte Kaiser“ von 1987 der erste westliche Film, der hier gedreht werden durfte. Während früher unbegrenzt Besucher durch die Anlage strömten, zählte das Museum 2024 insgesamt 17,6 Millionen Gäste. Am 10. Oktober 2025 feierte es sein hundertjähriges Bestehen.
💡 Tipp: Verlass die Anlage nach deinem Rundgang durch das Nordtor und geh hinüber zum Jingshan-Park. Vom Pavillon auf dem Hügel blickst du über die Dächer der gesamten Anlage, durch die du gerade gelaufen bist.

3. Jingshan-Park und Blick auf die Verbotene Stadt
Direkt gegenüber dem Nordtor der Verbotenen Stadt liegt der Jingshan-Park, der zur UNESCO-geschützten Zentralachse gehört. Anders als bei den meisten großen Sehenswürdigkeiten kannst du die Eintrittskarte für 2 CNY problemlos vor Ort kaufen; alternativ ist sie vorab über WeChat erhältlich.
In der Hauptsaison ist der Park von 6:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Du kannst also morgens spazieren gehen oder am frühen Abend entspannen. Die Hauptattraktion ist der Wanchun-Pavillon ganz oben auf dem Hügel. Eine Reihe von Treppen führt hinauf, doch der Blick über die Stadt lohnt die Mühe allemal.
💡 Tipp: Komm eine Stunde vor Sonnenuntergang, wenn das Licht auf die goldenen Dächer der Verbotenen Stadt unter dir fällt.

4. Himmelstempel und das morgendliche Leben im Park
Zum Himmelstempel bringt dich die U-Bahn-Linie 5 bis zur Station Tiantan Dongmen direkt am Osttor. Der Park öffnet bereits um 6:00 Uhr; du brauchst keine komplizierte Reservierung und bekommst die Eintrittskarte vor Ort für etwa 15 CNY. Kostenpflichtige Bauwerke wie die Halle des Erntegebets öffnen erst um 8:00 Uhr. Die Kombikarte kostet 34 CNY (etwa 5 €). Denk daran, dass diese historischen Gebäude montags geschlossen sind.
Das Herzstück der Anlage ist die Halle des Erntegebets, ein beeindruckender, 38 Meter hoher Holzbau, der 1420 errichtet wurde und zum UNESCO-Welterbe gehört. Im Inneren steckt jede Menge Symbolik: Die vier inneren Säulen stehen für die Jahreszeiten, die zwölf mittleren für die Monate und die zwölf äußeren für die traditionellen Doppelstunden des Tages.
Als ich 2012 hier war, schaute ich staunend zu, wie die Einheimischen mit Begeisterung Paartänze, Aerobic und Chorgesang veranstalteten. Die Atmosphäre am Morgen ist heute noch genauso mitreißend: Ab 6:00 Uhr üben die Menschen Tai-Chi, spielen Karten oder schreiben mit riesigen Pinseln und Wasser wunderschöne Kalligrafie direkt auf das Pflaster.
💡 Tipp: Komm zwischen 7:00 und 7:30 Uhr durch das Osttor und spaziere zuerst durch den Langen Korridor. Für die Bauwerke bleibt nach der Öffnung um 8:00 Uhr noch genug Zeit.

5. Chinesische Mauer (Mutianyu oder Badaling?)
Für den restaurierten und weniger überlaufenen Abschnitt Mutianyu zahlst du 40 CNY Eintritt; die Gondelbahn kostet für Hin- und Rückfahrt ungefähr 120 CNY. Vom Zentrum aus kommst du bequem mit dem offiziellen Touristenbus für 80 CNY hin und zurück dorthin. Er fährt an den Stationen Qianmen und Dongzhimen ab. Versuche aber keinesfalls, den nicht freigegebenen Abschnitt Jiankou zu begehen: Der Aufstieg ist dort streng verboten.
Eine weitere sehr beliebte Möglichkeit ist Badaling. Den Abschnitt erreichst du bequem mit dem Hochgeschwindigkeitszug vom Bahnhof Beijing North, allerdings ist er mit einer Kapazität von 65.000 Menschen pro Tag auch der am stärksten besuchte. Vorsicht bei veralteten Angaben in vielen Reiseberichten: Der frühere Zug S2 fährt seit dem 25. Oktober 2025 nicht mehr ab Huangtudian, und für den Eintritt musst du vorab mit deinem Reisepass reservieren.
Als ich 2012 zum ersten Mal auf die Mauer stieg, überraschten mich die sehr unregelmäßigen und hohen Stufen, die ich gleich beim ersten Aufstieg unfreiwillig kennenlernen durfte. Damals schlängelte sich die Mauer in einem Staubschleier in die Ferne. Außerdem verfolgte mich eine Gruppe von Fotografen, vor denen ich mich schließlich in einem Wachturm verstecken musste.
💡 Tipp: Nimm nach Mutianyu gleich den ersten Touristenbus um sieben Uhr. So bist du vor den meisten Reisegruppen auf der Mauer.

6. Ming-Gräber und Seelenweg
Diese weitläufige Grabanlage liegt im Bezirk Changping, rund 50 Kilometer vom Zentrum entfernt. Ein Ausflug hierher wird gewöhnlich mit einem Besuch der Chinesischen Mauer verbunden. Für den Seelenweg zahlst du 20 CNY, der Eintritt zum Dingling-Grab kostet in der Hauptsaison 40 CNY und zum Changling-Grab 30 CNY.
Die riesige Anlage bietet ganz unterschiedliche Erlebnisse: Nur im Dingling-Grab steigst du in einen unterirdischen Palast hinab, zu dem etwa acht Stockwerke steiler Treppen führen. Das Changling-Grab ist dagegen die größte oberirdische Anlage des Komplexes. Dort kannst du prachtvolle traditionelle Architektur bewundern.
Als ich 2012 hier entlangging, fand ich den mystischen Seelenweg mit seinen einander gegenüberstehenden steinernen Tieren und Soldaten viel stimmungsvoller als die Gräber selbst. Dort herrschte damals ein gewaltiges Gedränge, und eine aufdringliche Schalverkäuferin zupfte an meinem Ärmel und rief „Ten yuan! Three!“ Daran erinnere ich mich bis heute.
💡 Tipp: Geh den Seelenweg zu Fuß von Norden bis ganz ans südliche Ende. Die Statuen stehen paarweise und kommen morgens ohne Busgruppen besonders gut zur Geltung.

7. Sommerpalast
Zu dieser riesigen Erholungsanlage kommst du zuverlässig mit der U-Bahn-Linie 4 bis Beigongmen oder Xiyuan. In der Sommersaison sind die Eingangstore von 6:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Die reguläre Eintrittskarte kostet 30 CNY (etwa 4 €), während du für 60 CNY eine Kombikarte inklusive der kostenpflichtigen Pavillons bekommst.
Der gesamte Komplex erstreckt sich über beeindruckende drei Quadratkilometer. Drei Viertel der Fläche nimmt der künstliche Kunming-See ein, auf dem du eine Bootsfahrt machen kannst. Der Sommerpalast gehört seit 1998 zum UNESCO-Welterbe. Die klassische Besichtigungsroute führt vom Osttor durch den bemalten Langen Korridor bis zum Marmorboot.
In den Sommermonaten kann es hier sehr voll werden. Plane deshalb mindestens einen halben Tag ein, damit du nicht von einem Ort zum nächsten hetzen musst. Der von Pavillons gesäumte See bietet eine der schönsten Kulissen der ganzen Stadt. Es lohnt sich, einfach eine Weile dort zu sitzen und das Treiben zu beobachten.
💡 Tipp: Geh die Route andersherum: Starte am Nordtor, laufe über die Suzhou-Straße zum See und beende deinen Rundgang am Langen Korridor, wo sich um die Mittagszeit die meisten Menschen aufhalten.

8. Lamatempel Yonghegong
Zum bekanntesten tibetischen Tempel der Stadt bringen dich die U-Bahn-Linien 2 und 5 bis zur Station Yonghegong. Von dort ist es nur ein kurzer Weg bis zum Eingang. Der Eintritt kostet 25 CNY, und du kannst deinen Besuch zwischen 9:00 und 16:30 Uhr planen, wenn die Anlage für die Öffentlichkeit geöffnet ist.
Als ich 2012 mit einer Reisegruppe hier war, stand der Lamatempel auf unserem Programm. Noch heute ist er bei Gläubigen äußerst beliebt. Am Eingang bekommen sie traditionell kostenlose Räucherstäbchen.
Die größte Attraktion der Anlage ist die gewaltige Maitreya-Statue aus Sandelholz, die sich ganze 18 Meter über den Boden erhebt. Weitere acht Meter dieser einzigartigen Statue reichen tief in das unterirdische Fundament des Gebäudes hinein.
💡 Tipp: Auf der anderen Straßenseite liegt der Konfuziustempel, gleich daneben die Wudaoying-Gasse mit hervorragenden vegetarischen Lokalen.

9. Konfuziustempel, Wudaoying und vegetarisches Peking
Direkt gegenüber von Yonghegong entdeckst du den Konfuziustempel und die alte kaiserliche Akademie Guozijian, wo es deutlich ruhiger zugeht. Gleich daneben liegt die moderne Wudaoying-Gasse voller Cafés und Boutiquen. Hier findest du das vegane Restaurant Veggie Table mit westlichen Gerichten und englischer Speisekarte sowie das rein vegane Chabozhai.
Der Höhepunkt ist allerdings King’s Joy, ein Restaurant mit Michelin-Sternen: Es war das erste vegetarische Restaurant der Welt mit drei Michelin-Sternen. Die Menüs beginnen dort allerdings bei 999 CNY pro Person. Günstiger ist das hervorragende vegetarische Buffet Vege Tiger für 78 CNY im Zhengyang Market unweit des Qianmen-Platzes. Weitere Möglichkeiten sind die Restaurants Gongdelin und Tianchu Miaoxiang.
Wenn du vegetarisch isst, solltest du dir unbedingt den nützlichen Satz „wǒ chī sù“ (ich esse kein Fleisch) merken. Achte trotzdem auf versteckte Zutaten: Pekingente und die fleischhaltigen Zhajiangmian-Nudeln gehören zwar zu den lokalen Klassikern, doch selbst in Gemüsegerichten stecken oft Hühnerbrühe, Schweineschmalz oder Garnelen, die sich in Teigtaschen verbergen.
💡 Tipp: King’s Joy ist etwas für einen besonderen Jahrestag. Für ein normales Mittagessen reicht das Buffet Vege Tiger bei Qianmen oder Veggie Table in Wudaoying.

10. Beihai-Park
Nur einen Katzensprung vom geschäftigen Zentrum entfernt liegt dieser riesige kaiserliche Park. Du erreichst ihn mit der U-Bahn-Linie 6 bis Beihai North. Im Sommer sind die Tore von 6:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt kostet günstige 10 CNY; mit dem Aufstieg zur Weißen Dagoba auf der Insel Qionghua zahlst du 20 CNY.
Als ich hier 2012 die Menschen beobachtete, fiel mir auf, dass Touristen sich gern als Prinzessinnen und Kaiser verkleideten, um Fotos am Seeufer zu machen. Heute gehören Verleihe für traditionelle Hanfu-Kostüme rund um die Verbotene Stadt und den Jingshan-Park ganz selbstverständlich zum Straßenbild.
Ein großer Teil des Parks besteht aus einer weitläufigen Wasserfläche, auf der du mit einem gemieteten Boot fahren kannst. Dazu kommen wunderschöne alte Bäume und viele stille Ecken, in denen du dich vor der Sommersonne verstecken kannst.
💡 Tipp: Der Beihai-Park liegt direkt neben dem Jingshan-Park. Du kannst dir beide Parks an einem Nachmittag ansehen.

11. Shichahai, Houhai und Hutongs per Rikscha
Rund um die Seen Houhai und Qianhai kannst du wunderbar spazieren gehen. Abends wird die Gegend allerdings ziemlich laut: Neonlichter, Bars und Livemusik bestimmen dann das Bild. Tagsüber lohnt sich ein Besuch im Palast des Prinzen Gong; der Eintritt kostet 40 CNY. Dafür musst du dir vorab über eine lokale App eine Reservierung sichern.
Die alten, engen Gassen, die Hutongs genannt werden, kannst du auch bei einer Fahrt erkunden. Nimm aber ausschließlich offizielle Rikschas an den ausgewiesenen Haltestellen und achte auf Fahrer in Uniform. Eine halbstündige Runde kostet ungefähr 120 CNY. Die häufigste Touristenfalle sind selbstständige Rikscha-Fahrer, die nach der Fahrt behaupten, der vereinbarte Preis habe pro Person gegolten und nicht für das ganze Fahrzeug.
Am Abend meidest du am besten die belebteste Promenade, wo dich Werber überteuerter Bars und Karaoke-Clubs ansprechen. In den Wintermonaten geht es dagegen ruhiger zu: Der zugefrorene See verwandelt sich in eine riesige Eisbahn unter freiem Himmel, die bei einheimischen Familien beliebt ist.
💡 Tipp: Steig nur an einem offiziellen Rikscha-Stand bei einem Fahrer mit Uniform und Kennnummer ein. Lass dir den Preis auf deinem Handy schriftlich bestätigen.

12. Nanluoguxiang, Trommelturm und Glockenturm
Nanluoguxiang ist der bekannteste restaurierte Hutong. Die Gasse ist zwar ausgesprochen malerisch, platzt aber jeden Tag vor Touristen aus allen Nähten. Hier reihen sich Souvenirläden und Essensstände aneinander. Ruhe und gewöhnliches Alltagsleben findest du erst, wenn du in Seitengassen wie Mao’er oder Fuxiang abbiegst.
Ein Stück weiter nördlich erreichst du den eindrucksvollen Trommelturm und Glockenturm. Sie markieren das nördliche Ende der inzwischen geschützten Zentralachse. Zu beiden Sehenswürdigkeiten kommst du bequem mit den U-Bahn-Linien 2 und 8 bis Gulou Dajie; von der Station sind es nur wenige Gehminuten.
In dieser Gegend kannst du dich wunderbar ohne festes Ziel treiben lassen. Gegen Abend wird es allerdings so voll, dass du stellenweise kaum noch vorankommst. Die in alten Innenhöfen versteckten Cafés sind dagegen perfekt, um eine Pause vom Großstadtlärm einzulegen.
💡 Tipp: Lauf einmal durch Nanluoguxiang und bieg danach in die Seitengassen ab. Erst dort siehst du den ganz normalen Alltag im Hutong.

13. Qianmen und Dashilan
Am südlichen Ende des berühmten Platzes erhebt sich das mächtige historische Zhengyangmen-Tor aus dem Jahr 1419. Es beherbergt ein Museum und bildet einen weiteren wichtigen Punkt der Zentralachse. Direkt dahinter beginnt die restaurierte Fußgängerzone Qianmen Dajie, durch die eine charmante historische Straßenbahn fährt. Entlang der Straße findest du moderne ebenso wie traditionelle Geschäfte.
Von der Hauptpromenade gelangst du in die historische Einkaufsstraße Dashilan. Hier gibt es bis heute die berühmte, jahrhundertealte Apotheke Tongrentang und traditionelle Teehäuser. Als wir 2012 mit einer Reisegruppe eine Seidenfabrik besuchten, zeigte man uns, wie sich aus einem einzigen kleinen Kokon bis zu ein Kilometer hauchdünner Faden abwickeln lässt. Seide wird in Dashilan noch immer verkauft.
Falls du bei deinem Spaziergang hungrig wirst: Im nahe gelegenen Einkaufszentrum Zhengyang Market findest du das zuverlässige vegetarische Buffet Vege Tiger und das berühmte Teehaus Lao She. Nach Einbruch der Dunkelheit ist die Atmosphäre im ganzen Viertel besonders schön, wenn Hunderte rote Laternen leuchten.
💡 Tipp: Abends erwacht Qianmen im Licht der Laternen zum Leben und bietet einen schönen Tagesabschluss nach Tian’anmen. Die U-Bahn-Linie 2 hält direkt am Tor.

14. Chinesisches Nationalmuseum
Dieses gewaltige Gebäude steht direkt an der Ostseite des Tian’anmen-Platzes und beherbergt Sammlungen aus der gesamten chinesischen Geschichte. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos. Hinein kommst du allerdings nur mit einer Reservierung, die du bis zu sieben Tage im Voraus über die offizielle englischsprachige Website en.chnmuseum.cn vornehmen kannst.
Neue Tickets werden täglich um Punkt 17:00 Uhr freigeschaltet. Dabei musst du einen von drei Zeitblöcken wählen, die die Besucher auf den Morgen, die Mittagszeit und den Nachmittag verteilen. Denk daran, dass das Museum montags geschlossen ist. Am Nordeingang musst du außerdem deinen Originalreisepass vorzeigen, auf dessen Nummer die Reservierung ausgestellt ist.
Das Museum ist so weitläufig, dass du es bei einem einzigen Besuch praktisch unmöglich vollständig erkunden kannst. Von antiken Bronzegefäßen bis zu moderner Kunst ist alles dabei. Such dir deshalb vorher gezielt die Ausstellungen aus, die dich interessieren, damit du nicht unnötig herumirrst.
💡 Tipp: Reserviere den Zeitblock am Morgen und entscheide schon vorher, welche Ausstellungen du sehen möchtest. Das ganze Museum schaffst du nicht an einem Tag.

15. Zu Fuß entlang der Zentralachse von Peking (UNESCO 2024)
Dieses historische Stadtplanungskonzept wurde am 27. Juli 2024 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Achse verläuft von Norden nach Süden durch die Stadt, ist 7,8 Kilometer lang und umfasst 15 wesentliche Bestandteile. Zusammen bilden sie das Rückgrat der historischen Stadt.
Zu ihren bekanntesten Stationen gehören der Trommelturm und der Glockenturm, der Jingshan-Park, das Tian’anmen-Tor und der berühmte Himmelstempel. Die Achse beginnt im Norden und endet am mächtigen südlichen Yongdingmen-Tor. Unterwegs kommst du auch an kleineren Sehenswürdigkeiten wie dem Altar der Erde und des Getreides oder der Wanning-Brücke vorbei.
Die Route ist ideal, wenn du lange Stadtspaziergänge liebst und sehen möchtest, wie die historische Stadt räumlich zusammenhängt. Auf dem Weg erlebst du starke Kontraste zwischen überfüllten Plätzen und stillen kleinen Parks im Schatten alter Mauern.
💡 Tipp: Wenn du einen ganzen Tag Zeit und gute Schuhe hast, kannst du die Achse vom Yongdingmen-Tor im Süden bis zum Trommelturm ablaufen. Die kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten kannst du unterwegs auslassen und an einem anderen Tag besuchen.

16. Wangfujing und was vom Nachtmarkt übrig blieb
Die moderne Fußgängerzone Wangfujing ist eine riesige Einkaufsstraße voller Luxusmarken, die du bequem mit der U-Bahn-Linie 1 erreichst. Der legendäre Donghuamen-Nachtmarkt wurde hier am 24. Juni 2016 aus hygienischen Gründen endgültig geschlossen. Die einst berühmte Snack Street setzt nach ihrem Umbau eher auf traditionelle Souvenirs.
Als ich 2012 hier entlangging, hing über dem Nachtmarkt ein merkwürdiger Geruch. An den Ständen boten Händler Skorpione, Käfer und Schlangen auf Spießen an – mir wurde schon beim Anblick ganz anders. Authentisches Streetfood findest du heute eher in der Gui Jie oder im historischen Viertel Xianyukou unweit von Qianmen.
Auch für Vegetarier gibt es beim Streetfood gute Möglichkeiten. Probier zum Beispiel den traditionellen Pfannkuchen Jianbing (sag aber unbedingt dazu, dass du ihn ohne Würstchen möchtest) oder das rein vegane kandierte Obst Tanghulu. Sei auf dieser Einkaufsstraße trotzdem besonders wachsam: Hier kommen der sogenannte Teehaus-Betrug und Maschen mit angeblichen Kunststudenten besonders häufig vor.
💡 Tipp: Wenn dich auf der Wangfujing jemand in perfektem Englisch anspricht und zum Tee oder zu einer Ausstellung einlädt, geh nicht mit. Genau hier ist diese Betrugsmasche besonders verbreitet.

17. Olympiapark: Vogelnest und Wasserwürfel
Der weitläufige Komplex, der für die Sommerspiele 2008 errichtet wurde, ist täglich von 6:00 bis 21:30 Uhr geöffnet. In seinem Zentrum steht das berühmte Nationalstadion, das Vogelnest: Eine Besichtigung kostet etwa 50 CNY. Gleich daneben befindet sich der unverwechselbare Wasserwürfel, der für die Olympischen Winterspiele 2022 auf geniale Weise zum Eiswürfel umgebaut wurde und Curling-Wettkämpfe beherbergte.
Am einfachsten erreichst du das Gelände mit der U-Bahn-Linie 8, die dich direkt an der riesigen Promenade zwischen den beiden Stadien absetzt. Heute dienen die futuristischen Gebäude unter anderem als Wasserpark oder sind Schauplatz großer winterlicher Eisfestivals, die Tausende Familien anziehen.
Der Park ist riesig – stell dich also auf längere Wege über harten Beton ein. Die schönste Atmosphäre erwartet dich am frühen Abend, wenn beide Bauwerke eindrucksvoll beleuchtet werden und ihre architektonischen Spitznamen erst richtig zur Geltung kommen.
💡 Tipp: Komm bei Einbruch der Dämmerung. Stadion und Wasserwürfel leuchten dann auf, und erst jetzt verstehst du, warum das Stadion Vogelnest heißt.

18. 798 Art Zone
Dieses einzigartige Kunstviertel entstand auf dem Gelände ehemaliger staatlicher Fabriken mit ungewöhnlicher ostdeutscher Bauhaus-Architektur aus den 1950er-Jahren. Heute ist es ein riesiges Labyrinth moderner Galerien, darunter die renommierte UCCA. An jeder Ecke entdeckst du riesige Skulpturen und Street-Art.
Das gesamte Außengelände ist kostenlos zugänglich; für manche größeren Ausstellungen und Galerien musst du allerdings Eintritt bezahlen. Die alten Fabrikhallen mit ihren charakteristischen Sägezahndächern verleihen den ausgestellten Werken eine raue, industrielle Atmosphäre.
Plane deinen Besuch sorgfältig, denn montags sind viele Galerien geschlossen und das Viertel wirkt etwas verschlafen. Zwischen all der Kunst findest du außerdem Dutzende stilvolle Cafés und Bistros. So wird der Besuch zur perfekten nachmittäglichen Auszeit von Pekings historischen Sehenswürdigkeiten.
💡 Tipp: Komm dienstags bis sonntags am Nachmittag. Die Cafés zwischen den Galerien eignen sich bestens für eine Pause.

19. Peking-Oper und Akrobatik
Eine traditionelle chinesische Oper zu erleben, ist unglaublich spannend, auch wenn ihre durchdringenden Töne nicht jedermanns Sache sind. Eine gute Wahl für internationale Gäste ist das Liyuan-Theater im Hotel Qianmen Jianguo. Dort finden von Mittwoch bis Samstag um 19:30 Uhr Aufführungen statt. Tickets kosten 280 bis 580 CNY; die Vorstellung dauert nur etwa 60 Minuten und hat englische Untertitel.
Wenn du Bewegung und Nervenkitzel vorziehst, solltest du dir die beeindruckende Akrobatikshow im Chaoyang-Theater ansehen. Sie findet gewöhnlich um 16:00 und 17:30 Uhr statt; der Eintritt liegt bei etwa 45 USD. Die einstündige Aufführung eignet sich auch für Kinder, und du musst dafür kein einziges Wort verstehen.
Eine weitere tolle Alternative, die Reisende in Foren häufig loben, ist das Red Theatre mit seiner energiegeladenen Kung-Fu-Show. Für welche Vorstellung du dich auch entscheidest: So lässt du einen anstrengenden Tag voller Besichtigungen wunderbar ausklingen.
💡 Tipp: Wenn du bei der Oper drei Stunden schrille Gesänge befürchtest, fang mit der Akrobatik im Chaoyang-Theater an. Bei der einstündigen Vorstellung kommt garantiert keine Langeweile auf.

20. Alter Sommerpalast (Yuanmingyuan)
Nicht weit vom berühmteren Sommerpalast entfernt liegt der Alte Sommerpalast. Du erreichst ihn mit der U-Bahn-Linie 4 bis zur Station Yuanmingyuan. Die Tore des riesigen Parks sind von 7:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt kostet 10 CNY, doch kauf dir am besten gleich das Kombiticket für 25 CNY.
Damit gelangst du auch in den interessantesten Teil der Anlage: zu den monumentalen Ruinen der europäischen Paläste von Xiyanglou. Diese prachtvollen, von Jesuiten entworfenen Gebäude wurden leider 1860 während des Zweiten Opiumkriegs niedergebrannt. Heute sind nur noch eindrucksvolle Marmortrümmer übrig.
Wenn du zwischen den Ruinen umhergehst, die einen starken Kontrast zur traditionellen chinesischen Architektur bilden, wird die Geschichte hier greifbar. Bäche und Brücken durchziehen das Gelände, und es ist ruhiger als an den großen Sehenswürdigkeiten im Zentrum.
💡 Tipp: Verbinde den Besuch mit dem Sommerpalast. Beide liegen nahe beieinander an derselben U-Bahn-Linie.

21. Pandas im Zoo von Peking
Der Zoo wurde bereits 1906 gegründet und ist vom Zentrum aus bequem mit der U-Bahn-Linie 4 bis zur Station Beijing Zoo zu erreichen. Die größte Attraktion ist eindeutig das brandneue Pandahaus, das am 16. Juli 2026 eröffnet wurde und gleich zehn der seltenen Bären beherbergt.
Für den Zoo gibt es ein Kombiticket für 19 CNY (etwa 2,50 €), in dem die Gebühr von 5 CNY für das Pandahaus bereits enthalten ist. Die moderne Anlage ist während der Sommersaison von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Pandas haben dort deutlich bessere Bedingungen, während der übrige Zoo wegen seiner älteren und kleineren Gehege für andere Tiere häufig kritisiert wird.
Pandas ziehen viele einheimische Besucher an. Stell dich deshalb vor den Scheiben der Gehege auf großes Gedränge ein.
💡 Tipp: Die Pandas wechseln zwischen den Gehegen. Je nachdem, wann du kommst, kannst du also andere Tiere sehen. Das Pandahaus öffnet schon um 8:00 Uhr.

22. Ausflüge nach Tianjin, Chengde und mit dem Nachtzug nach Xi’an
Wenn du mehr Zeit hast, fahr mit dem Hochgeschwindigkeitszug in die Hafenstadt Tianjin: Vom Bahnhof Beijing South dauert die Fahrt 21 Minuten. Ein weiteres schönes Ziel ist das etwa eine Fahrstunde entfernte Chengde. Dort steht die prachtvolle, zum UNESCO-Welterbe gehörende Bergresidenz; in der Saison kostet der Eintritt 120 CNY.
Wer die berühmte Terrakotta-Armee sehen möchte, reist am besten nach Xi’an. Tagsüber fahren Hochgeschwindigkeitszüge, die etwa 4 Stunden und 10 Minuten brauchen. In Xi’an befindet sich einer der bedeutendsten archäologischen Funde des Jahres 1974: mehr als 8.000 tönerne Terrakotta-Krieger.
Als ich im Sommer 2012 mit dem Schlafwagen nach Xi’an fuhr, erlebte ich am Bahnhof Beijing West ein riesiges Chaos. An diesem Tag traf Peking der schwerste Sturm seit 60 Jahren, und am Flughafen wurden mehr als 500 Flüge gestrichen. Drinnen wie draußen drängten sich Tausende verschwitzte Menschen, und in der Halle war die Luft unerträglich stickig. Erst als wir endlich unser klimatisiertes Abteil mit Stockbetten erreichten, konnten wir aufatmen.
💡 Tipp: Sei für den Nachtzug mindestens eine Stunde vorher am Bahnhof. Sowohl am Eingang als auch am Bahnsteig gibt es Pass- und Gepäckkontrollen.
Weitere Ausflüge ab Peking
Wenn du länger bleibst, mach unbedingt einen Ausflug zu den Duftenden Bergen (Xiangshan). Ende Oktober färben sich die Blätter dort in herrlichen Rottönen, und der Eintritt kostet nur 10 CNY. Steh am Wochenende früh auf und feilsche auf dem Panjiayuan-Markt, wo ab Sonnenaufgang zahlreiche Reproduktionen und Antiquitäten angeboten werden. Familien mit Kindern werden dagegen vom riesigen Universal Beijing Resort begeistert sein. Je nach Besuchsdatum kostet der Eintritt zwischen 363 und 533 CNY.
Wenn du traditionelle Architektur liebst, lass dir das historische Städtchen Gubei samt abendlichem Besuch der beleuchteten Mauer bei Simatai nicht entgehen. Auch die ruhigen taoistischen Tempel Baiyunguan und Dongyue mitten in der Stadt lohnen sich. Führt dich deine Reise weiter nach Süden, lies auch unseren Reiseführer Shanghai, China: Tipps für Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten. Der Hochgeschwindigkeitszug bringt dich von Peking in nur 4 Stunden und 18 Minuten dorthin.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für Peking ein Visum?
Ja, als Deutscher brauchst du ein klassisches Visum vom Typ L, das du im Visumzentrum beantragen kannst. Die Konsulargebühr beträgt etwa 45 € (ca. 1 100 Kč) und die Bearbeitung dauert ungefähr 4 Arbeitstage. Eine Ausnahme besteht, wenn du den 240-stündigen visumfreien Transit mit einem Weiterflug in ein Drittland nutzt. Während die Slowakei visumfreien Einreise hat, gilt dieser Vorteil für Deutschland derzeit nicht.
Wie viele Tage für Peking?
Plane mindestens 4 Tage ein. Einen Tag widmest du dem Tian’anmen-Platz, der Verbotenen Stadt und dem Jingshan-Park, den zweiten Tag lässt du für den Himmelstempel und die historische Straße Qianmen. Der dritte Tag wird für den Ausflug zur Großen Chinesischen Mauer zusammen mit den Ming-Gräbern draufgehen und den vierten genießt du den Sommerpalast oder die Hutong-Gassen und den Yonghegong-Tempel. Wenn du auch einen Ausflug nach Xi’an planst, füge weitere 2 Tage hinzu.
Wie reserviere ich die Verbotene Stadt?
Die Reservierung musst du im Voraus auf der offiziellen Website bookingticket.dpm.org.cn vornehmen, und zwar ausschließlich mit deiner Passnummer. Die Tickets werden genau 7 Tage im Voraus freigeschaltet und sind für Wochenenden unglaublich schnell ausverkauft. Vor Ort werden offiziell überhaupt keine Eintrittskarten verkauft. Der Einlass erfolgt nur durch das südliche Wumen-Tor nach Vorlage des Originalpasses, der Preis in der Saison beträgt 60 CNY und montags ist das Museum geschlossen.
Welcher Abschnitt der Großen Mauer ist der beste?
Für die meisten Reisenden ist der Abschnitt Mutianyu am besten, weil es dort weniger Menschen gibt, du sowohl Seilbahn als auch Rodelbahn nutzen kannst und du bequem mit dem offiziellen Touristenbus für 80 CNY hinkommst. Der Abschnitt Badaling ist zwar am nächsten und es fährt ein Schnellzug vom Bahnhof Beijing North dorthin, aber er ist mit Abstand der belebteste von allen. Den gefährlichen und komplett geschlossenen Abschnitt Jiankou solltest du auf jeden Fall meiden.
Wie bezahlt man in Peking?
Bargeld müssen Geschäfte zwar seit Februar 2026 akzeptieren, aber die Grundlage sind die Apps Alipay oder WeChat Pay mit verknüpfter Kreditkarte (bei Zahlungen über 200 CNY wird eine Gebühr von 3 % fällig). Direkt in der Metro kannst du neuerdings auch mit einer gewöhnlichen kontaktlosen Visa- oder Mastercard einfach am Drehkreuz bezahlen.
Funktionieren Google und WhatsApp in China?
Nein, Google, WhatsApp und viele andere westliche Netzwerke sind streng blockiert und die Nutzung von VPN ohne offizielle Genehmigung ist im Land rechtswidrig. In der Praxis funktionieren aber problemlos Reise-eSIM-Karten mit Roaming, die diese Blockaden umgehen können. Anstelle von Google Maps lade dir auf jeden Fall die lokale App Amap mit englischer Benutzeroberfläche herunter und zum Bestellen von Fahrten dient die App Didi.
Ist Peking für Vegetarier geeignet?
Ja, du wirst hier auf jeden Fall satt. Du findest hier Spitzenlokale wie das Michelin-Restaurant King’s Joy, günstigeres vegetarisches Büfett Vege Tiger bei Qianmen für 78 CNY oder die Restaurants Gongdelin, Tianchu Miaoxiang und Veggie Table. Lerne aber die Phrase „wǒ chī sù“ und achte extrem auf versteckte Hühnerbrühe, Schweineschmalz und Garnelen, die sich in Gemüseteigtaschen verstecken.
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