Wenn man den Katmai National Park erwähnt, denken die meisten sofort an jene ikonischen Bilder aus Naturfilmen: Du stehst auf einer erhöhten Holzplattform, unter dir donnert eiskaltes Wasser, und nur wenige Meter entfernt steht ein gewaltiger Bär im schäumenden Fluss – und schnappt sich mit einem eleganten Sprung einen vorbeifliegenden Lachs. Genau dieses faszinierende Spektakel spielt sich in Katmai Alaska ab, und Tausende von Reisenden aus aller Welt träumen davon, es mit eigenen Augen zu sehen.
Der Nationalpark Katmai ist eine kompromisslose Wildnis im äußersten Südwesten Alaskas. Es führt keine Straße dorthin, und das riesige Gebiet gehört ausschließlich der Natur – beherrscht von Braunbären. Rund 2.200 von ihnen leben hier, und aus der ganzen Umgebung strömen sie an einen einzigen Ort, um eine lebenswichtige Proteinquelle zu nutzen: die wandernden Rotlachse. Die Reise in dieses Paradies erfordert ein höheres Budget, Geduld bei der Planung und die Bereitschaft, in einem kleinen Wasserflugzeug zu fliegen. Es ist jedoch eines der intensivsten Tiererlebnisse, das die USA zu bieten haben.
Dieser Reiseführer soll euch die komplexe Logistik erleichtern, bevor ihr überhaupt aufbrecht. Hier findet ihr alles – vom Kauf der Flugtickets über die Unterkunftslotterie bis hin zum richtigen Verhalten, wenn euch auf einem schmalen Pfad ein riesiger Grizzly entgegenkommt.

Zusammenfassung
- Beste Reisezeit: Der Juli ist der absolute Höhepunkt der Saison – dann ist der Hauptlachszug in vollem Gange und an der Brooks Falls-Plattform drängen sich oft dreißig Bären gleichzeitig. Der August ist dagegen ruhig (die Bären ziehen in die Tundra zu Beeren), und im September kehren sie zurück zur Flussmündung, um die sterbenden Lachse nach dem Laichen zu fressen.
- Anreise: In den Park führt absolut keine Straße. Ihr fliegt von Anchorage nach King Salmon (ca. eine Stunde Flug) und nehmt dann ein kleines Wasserflugzeug (ca. 20 Minuten) direkt auf den Naknek Lake zu Brooks Camp.
- Tagesausflüge: Wenn ihr keine Unterkunft im Park bekommt, lassen sich vollorganisierte Tagestouren direkt von Homer oder Anchorage buchen. Rechnet jedoch mit rund 1.200 bis 1.600 USD pro Person.
- Übernachten: Direkt an den Wasserfällen gibt es nur die Brooks Lodge (einfache Hütten für 1.200–1.600 USD pro Nacht, Plätze werden in einer Lotterie eineinhalb Jahre im Voraus vergeben) oder einen kleinen Campingplatz, der von einem elektrischen Zaun geschützt wird (ca. 18 USD pro Nacht, Plätze sind im Januar meist innerhalb von Minuten weg).
- Fat Bear Week: Ein witziges, kultiges Online-Turnier um den dicksten Bären des Parks, das jeden Herbst stattfindet und bei dem Millionen von Fans weltweit abstimmen.
Anreise und Timing: Katmai National Park Alaska
Die Reise hierher erfordert deutlich mehr Planung als ein normaler Roadtrip. Ein Mietwagen nützt euch hier gar nichts, denn es führt keine Straße in den Park. Alles dreht sich um Kompromisse zwischen Kosten und Zeit – und die Transportverbindungen im hohen Norden haben ihre eigenen Eigenheiten.
Die Logistikkette beginnt in der Regel am internationalen Flughafen Anchorage. Von dort aus müsst ihr einen Linienflug (oft mit Alaska Airlines) in die abgelegene Ortschaft King Salmon nehmen. Das Ticket kostet mehrere hundert Dollar, der Flug dauert etwa eine Stunde. King Salmon fungiert als belebtes Eingangstor, von dem aus ihr ins kleine Wasserflugzeug umsteigt.
Eine bekannte Gesellschaft für diesen Überflug ist Katmai Air. Der zwanzigminütige Flug ist selbst schon ein Erlebnis – die Landung erfolgt direkt auf der Wasseroberfläche des Naknek Lake beim Besucherzentrum Brooks Camp. Das Wetter im Norden ist jedoch nicht immer flugfreundlich, weshalb als Notfallalternative bei Nebel ein langsameres Wassertaxi von King Salmon aus verfügbar ist.
Das Timing ist entscheidend. Der Bärenkalender richtet sich ausschließlich nach dem Lachszug. Der absolute Höhepunkt für Fotografen ist der Juli, wenn der Hauptzug flussaufwärts läuft und sich auf der Plattform an den Brooks Falls regelmäßig dreißig Bären gleichzeitig tummeln. Der August ist dagegen schwach für die Beobachtung am Fluss, da die Bären in die Tundra zu Waldfrüchten abwandern. Im September gibt es einen zweiten Saisonhöhepunkt, wenn die Tiere zurückkehren, um die sterbenden Lachse an der Flussmündung zu fressen.
Unterkünfte in der Umgebung und was das Ganze kostet
Die Nachfrage übersteigt die Kapazitäten des Parks bei weitem, daher empfiehlt es sich, die Unterkunft bis zu zwei Jahre im Voraus zu planen. Die meisten Besucher wohnen deshalb in Anchorage oder Homer und buchen über lokale Anbieter einen kompletten Tagesausflug per Wasserflugzeug (üblicherweise rund 1.500 USD pro Person).
🏨 Empfohlene Hotels in King Salmon, Alaska
- Luxury: Brooks Lodge Katmai
- Mid: Grosvenor Lodge
- Budget: Katmai Wilderness Lodge
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Wer die Unterkunft außerhalb des Nationalparks auf eigene Faust organisieren und von dort Tagesausflüge unternehmen möchte, wählt am besten Homer oder Anchorage als Basis. Dort gibt es bessere Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten und eine größere Auswahl an Restaurants.
Wer direkt im Park übernachten möchte, hat im Wesentlichen drei verschiedene Optionen. Jede erfordert entweder ein hohes Budget oder eine gehörige Portion Glück bei der Online-Lotterie.
Brooks Lodge: Die berühmte Bettenlotterie
Das hier ist das einzige feste Dach direkt an den Brooks Falls. Der Konzessionär betreibt 16 rustikale Hütten mit Etagenbetten. Der Preis liegt zwischen 1.200 und 1.600 USD pro Hütte und Nacht (bis zu 4 Personen). Um die Hütten wird in einer streng beobachteten Lotterie gespielt, für die sich Interessenten im Dezember für eine Saison anmelden, die erst eineinhalb Jahre später stattfindet.
Die Zimmer sind zwar klein und schlicht, aber die Möglichkeit, früh morgens aufzuwachen und dem Rauschen des fallenden Wassers zu lauschen, ist unbezahlbar. Vor allem, wenn man weiß, dass die Tagesausflügler erst in drei Stunden eintreffen und man den Park für sich allein hat.
Brooks Camp Campground: Camping hinter dem Elektrozaun
Wer Nervenkitzel liebt und ein begrenztes Budget hat, kann im Park im eigenen Zelt übernachten. Der Campingplatz liegt mitten im Territorium der Grizzlys und ist deshalb von einem stark geladenen Elektrozaun umgeben. Eine Übernachtung kostet 18 USD pro Person in der Hochsaison. Die Kapazität ist auf 60 Personen begrenzt, und die Plätze werden im Januar auf Recreation.gov freigeschaltet. Für Juli sind sie meist innerhalb von Minuten vergriffen.
Der Campingplatz bietet ausgewiesene Stellplätze und robuste Stahlboxen zur sicheren Aufbewahrung sämtlicher Lebensmittel. Den Elektrozaun kontrollieren die Ranger täglich. Die Vorstellung, dass ein Bär um das Zelt schnüffelt, schreckt viele Besucher letztlich doch ab – und sie entscheiden sich lieber für einen sicheren Tagesausflug.
Luxuriöse Fly-in Lodges abseits der Massen
Wenn die Lotterie nicht klappt, gibt es in der Bristol Bay mehrere Premium-Lodges. Ein Beispiel ist die Grosvenor Lodge mit einer Kapazität von nur 6 Gästen. Die Preise für diese exklusiven All-inclusive-Erlebnisse (3 bis 4 Tage) beginnen bei 4.000 USD und können bis zu 12.000 USD pro Person betragen.
Daneben gibt es kleinere familiengeführte Betriebe, bei denen euch Guides mit dem Motorboot zum Fluss fahren. Der Vorteil dieser abgelegenen Orte liegt in der absoluten Ruhe ohne Touristenmassen, was das Tierbeobachten in einer intimeren Atmosphäre ermöglicht.
Katmai National Park: 15 Tipps, was ihr sehen und erleben solltet
Der Katmai National Park Alaska beschränkt sich nicht auf eine einzige Aussichtsplattform. Das vulkanische Gebiet bietet faszinierende Geologie, Wanderungen durch aschgraue Täler und spezifische Sicherheitsregeln. Hier ist eine Übersicht der wichtigsten praktischen Infos und fantastischen Sehenswürdigkeiten.
1. Brooks Falls und die Hauptaussichtsplattform
Die ikonischen Brooks Falls findet ihr nach einem 1,2 Meilen langen befestigten Pfad vom Besucherzentrum aus. Im kurzen Alaskasommer entstehen hier die berühmten Aufnahmen von Grizzlys, die springende Lachse fangen. Der Blick von der erhöhten Holzplattform (Falls Platform) ist atemberaubend, und die Tiere sind überraschend nah.

Im Juli ist Geduld gefragt. Die Kapazität der Hauptplattform ist strikt auf 40 Personen begrenzt. Ranger führen eine Warteliste und verteilen Pager. Nach dem Signalton dürft ihr genau eine Stunde auf der Plattform verbringen. Danach müsst ihr den Platz räumen, und wer weiterfotografieren möchte, muss sich erneut ans Ende der Liste stellen.
2. Lower River Platform für entspannte Nachmittage
Ein Stück zurück in Richtung Flussmündung findet ihr die Lower River Platform. Im Gegensatz zu den Wasserfällen gibt es hier kein Zeitlimit. Es ist der perfekte Ort, um Bärenmütter mit Jungtieren zu beobachten, die den von dominanten Männchen besetzten Wasserfall meiden.

Im kühleren September verlagert sich das meiste Tiergeschehen genau hierher. Bären fressen in den Flachwasserbereichen sterbende Lachse, die nach dem Laichen zurückgeschwemmt werden. Ein schonungsloser Blick auf den Kreislauf der Natur – für die Raubtiere jedoch die letzte Kalorienquelle vor dem Winterschlaf.
3. Pflichtprogramm: Bären-Etikette (Bear School)
Nach der Landung schicken euch die Ranger sofort zur obligatorischen Sicherheitseinweisung, der sogenannten Bear Etiquette. Dieses Briefing ist für jeden Besucher verpflichtend. Am Ende erhaltet ihr eine Plakette, mit der ihr euch auf den ausgewiesenen Wegen frei bewegen dürft.

Im Video erfahrt ihr, was bei einer Begegnung mit einem Bären zu tun ist. Die wichtigste Regel lautet: niemals weglaufen. Ihr lernt, langsam rückwärts zu gehen und mit ruhiger, tiefer Stimme zu sprechen. Bären haben im Park absoluten Vorrang. Wenn sich ein Tier mitten auf den Weg legt, müsst ihr in sicherer Entfernung warten, bis es von selbst weitergeht.
4. Das Phänomen Fat Bear Week
Wer den Park nicht persönlich besuchen kann, verfolgt das Geschehen online. Die Organisation Explore.org betreibt ein Netz von Live-Webcams an den Brooks Falls. An der Wende von September zu Oktober findet das virale Event Fat Bear Week statt – ein spaßiges Turnier, bei dem Fans für den dicksten Bären vor dem Winterschlaf abstimmen.

Die Zuschauer vergleichen Fotos der Tiere vom Frühjahr und vom Herbst. Bären können dabei über 300 Kilogramm Fett zunehmen. Im Jahr 2023 gewann das Männchen Nummer 32, genannt „Chunk“. Mehr über das Projekt erfahrt ihr auf der offiziellen Seite von Explore.org.
5. Ausflug ins Valley of Ten Thousand Smokes
Das geologische Herzstück des Parks liegt im Landesinneren. Im Jahr 1912 explodierte hier der Vulkan Novarupta – das war der größte Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts. Die Landschaft wurde unter einer zweihundert Meter dicken Asche- und Bimsschicht begraben. Das Tal der Zehntausend Rauchwolken bietet heute den Anblick einer toten Mondlandschaft mit tiefen Schluchten.

Von Brooks Camp aus fährt ein speziell umgebauter Allradbus dorthin. Die Hin- und Rückfahrt auf der staubigen 23-Meilen-Piste kostet rund 115 USD (inklusive Lunchpaket). Die ganztägige Tour beginnt um neun Uhr morgens und ist eine hervorragende Alternative für Tage, an denen die Aussichtsplattformen überfüllt sind. Weitere Infos findet ihr auf der Website des National Park Service (NPS).
6. Wanderung in den Vulkankrater
Der Bus bringt euch zur Besucherbasis Overlook Cabin, von der aus man einen wunderschönen Blick auf die Vulkane hat. Für körperlich fittere Besucher empfiehlt sich der Abstieg auf den Talboden. Dabei watet man durch tiefen Vulkanasche und scharfe Bimsstücke.
Es ist eine anspruchsvollere Wanderung, doch das Gefühl in dieser Ödnis, die so reizvoll zur grünen Tundra kontrastiert, ist unvergesslich. Unbedingt robuste Wanderschuhe einpacken – der feine Vulkansand dringt sonst schnell in die Socken und scheuert die Fersen wund.
7. Flightseeing-Flug über die verwüstete Landschaft
Eine bequemere Alternative ist die Besichtigung der Vulkanlandschaft aus der Luft. Katmai Air bietet Rundflüge (Flightseeing Tours) mit dem Wasserflugzeug an. Während des rund einstündigen Fluges überfliegt ihr direkt den Krater des Mt. Katmai und das gesamte rauchende Tal.

Der Preis liegt bei rund 400 USD pro Person (Mindestbuchung für zwei Personen). Der Panoramablick auf die türkis gefüllten Krater, umgeben von Vulkangestein, gehört zu den schönsten Erlebnissen überhaupt. Aus der Höhe kann man gelegentlich auch einzelne Bären sehen, die durch die Wildnis streifen.
8. Alternative ohne Massen: Lake Clark National Park
Wer die Menschenmassen in Katmai scheut, findet im benachbarten Lake Clark National Park eine ruhigere und exklusivere Alternative. Der wesentliche Unterschied: Es gibt hier keine künstlichen Sichtbarrieren oder Holzplattformen.

Die Tierbeobachtung findet direkt vom Boden aus statt, auf Augenhöhe. Für Fortbewegung auf den Stränden werden Wagen genutzt, die von Quads gezogen werden. Das ist ein viel intimeres Erlebnis für Fotografen. Für diese Ruhe zahlt man jedoch drauf: Ein Aufenthalt in der Silver Salmon Creek Lodge kostet beispielsweise rund 3.000 USD für ein All-inclusive-Wochenendpaket.
9. Camping und das „Food Caches“-System
Beim Camping im Brooks Camp Campground gelten extrem strenge Sicherheitsregeln bezüglich Lebensmitteln. Die hiesigen Bären haben eine hervorragende Nase, und jeder Geruch kann sie direkt zu eurem Zelt locken. Die Parkverwaltung besteht deshalb auf der strikten Einhaltung aller Vorschriften.

Sämtliche Dinge mit Geruch – nicht nur Lebensmittel, sondern auch Zahnpasta, Sonnencreme oder Deo – müssen sofort in hölzernen Behältern, den sogenannten Food Caches, eingeschlossen werden. Kochen und Essen ist nur an ausgewiesenen Picknicktischen erlaubt, die durch einen Drahtzaun geschützt sind.
Im Schlafsack darf man auch keine Kleidung tragen, in der man zuvor gekocht hat. Ranger nehmen diese Regeln sehr ernst – bei jedem Verstoß drohen eine Ausweisung aus dem Campingplatz und empfindliche Geldstrafen.
10. Extremes Wetter und Flugverspätungen
Das Wetter in Alaska ist unberechenbar und ändert sich schnell. Flüge nach Katmai unterliegen den Regeln für Sichtflug (VFR), was bedeutet, dass die Piloten gute Sicht benötigen. Fällt dichter Nebel, regnet es stark oder kommt heftiger Wind auf, starten die Wasserflugzeuge aus Sicherheitsgründen nicht.
Ein Tagesausflug dauert insgesamt 6–7 Stunden, aber an den Wasserfällen verbringt man realistisch betrachtet etwa drei Stunden. Es kann passieren, dass das Flugzeug euch hinbringt, aber wegen des Wetters abends nicht zurückkommt. Gestrandete Besucher müssen dann im Besucherzentrum übernachten. Packt deshalb immer einen Vorrat an Medikamenten und extra warme Kleidung ein.
11. Bärenbeobachtung am Naknek Lake
Viele Besucher eilen direkt zu den Wasserfällen und verpassen das Geschehen am Naknek Lake. Dabei bewegen sich nur wenige Meter von den Hütten und geparkten Wasserflugzeugen entfernt regelmäßig Bären. Oft ruhen sie dort oder beobachten Fische im Flachwasser.

Aus der sicheren, von Rangern festgelegten Entfernung könnt ihr Bärenmütter dabei beobachten, wie sie in den kalten Seewassern fischen, während ihre Jungtieren am Ufer spielen. Diese scheinbar gewöhnlichen Momente sind oft die fotogenischsten des ganzen Tages.
12. Weltklasse-Angeln
Katmai lockt nicht nur Fotografen, sondern auch leidenschaftliche Sportfischer an. Die Bristol Bay und die angrenzenden Flüsse gehören zu den besten Angelrevieren der Welt für Trophäenlachse und Forellen.

Beim Angeln gilt eine wichtige Grundregel: Wenn ihr einen großen Fisch habt und sein Zappeln einen Bären anlockt, müsst ihr sofort die Leine durchschneiden und zurückweichen. Der Bär hat immer Vorrang, und Sicherheit geht vor.
13. Was ihr für diesen Trip einpacken solltet
Das Wetter in Alaska kann sich innerhalb weniger Minuten von blauem Himmel zu eiskaltem Regen wandeln. Der Schlüssel zu Überleben und Komfort ist das richtige Schichtprinzip beim Kleiden.
- Basisschicht: Hochwertige Merinowolle, die auch nass wärmt.
- Mittelschicht: Warme Isolationsschicht (Fleece oder leichte Daunenjacke).
- Außenschicht: Solide wasserdichte Jacke und Hose mit Membran.
- Schuhe: Feste, wasserdichte Wanderschuhe.
- Ausrüstung: Langes Teleobjektiv für sicheres Fotografieren. Regenschirme bitte zuhause lassen – sie können die Tiere erschrecken.
14. Eingeschränkte Verpflegung in der Brooks Lodge
Nach stundenlangem Warten in Kälte und Regen kommt früher oder später der Hunger. Ein klassisches Picknick im Gras ist hier jedoch undenkbar. Das Verzehren von Lebensmitteln im ungeschützten Bereich ist bei Strafe verboten.
In der Brooks Lodge gibt es ein Restaurant, das für alle Besucher geöffnet ist. Es bietet amerikanisches Buffet – Burger, Suppen und warme Getränke. Nach stundenlangem Frieren auf der Aussichtsplattform ist die beheizte Hütte mit einer heißen Schokolade oder einem Kaffee eine echte Rettung. Rechnet jedoch mit dem alaskaüblichen Aufschlag, denn sämtliche Vorräte werden per Flugzeug eingeflogen.
15. Wann ihr aufgeben und Bären woanders beobachten solltet
Es ist wichtig, ehrlich zuzugeben, dass der Ausflug nach Katmai nicht für jeden geeignet ist. Es handelt sich um eine extrem teure und logistisch aufwendige Reise. Die Unterkunftslotterie ist nervenaufreibend, Flüge verspäten sich häufig, und vor Ort erwarten euch Touristenscharen mit riesigen Objektiven – was die Vorstellung einer unberührten alaskischen Wildnis trüben kann.
Wer die komplexe Logistik und die hohen Kosten scheut, findet in Alaska auch günstigere Orte zur Bärenbeobachtung. Viele Standorte sind mit einem normalen Mietwagen direkt über die Straße erreichbar.
Eine tolle Alternative ist beispielsweise die Kenai-Halbinsel. Am Russian River oder in der Umgebung des Hafenstädtchens Seward kann man Bären beim Lachsfang völlig kostenlos von sicheren Stegen aus beobachten. Das Erlebnis ist etwas weniger wild, aber euer Geldbeutel und eure Nerven werden es euch danken. Es gibt auch spezielle gesicherte Touren zu anderen Orten Alaskas.
Wohin weiter von Katmai National Park
Wenn ihr weitere Reisen durch Alaska plant, hier ein paar Tipps für interessante Orte:
- Von Katmai fliegt ihr höchstwahrscheinlich direkt ins Zentrum des Geschehens zurück – lest also unbedingt beim Kaffee in der Wartehalle unseren Artikel darüber, was man in Anchorage, Alaska sehen kann.
- Wenn ihr auf der Karte einen interessanten Tagesausflug über die Meeresküste plant, schaut euch unseren ausführlichen Artikel darüber an, was es in Homer zu sehen gibt – einem wunderschönen kleinen Hafenstädtchen, das buchstäblich vollgestopft ist mit Heilbutt-Anglern.
- Bevor ihr überhaupt daran denkt, mit dem Rucksack tiefer in die dunkle Wildnis aufzubrechen, empfehle ich euch dringend und in aller Ernsthaftigkeit, unseren ausführlichen Artikel darüber zu lesen, wie man sich bei einer Begegnung mit einem Bären verhält – denn diese Regeln können im Ernstfall buchstäblich euer Leben retten.
FAQ — Häufig gestellte Fragen zu Katmai und Brooks Falls
Die Planung einer Reise nach Katmai wirft viele Fragen auf. Hier sind die Antworten auf die häufigsten, die uns von Lesern gestellt werden. Falls etwas fehlt, schreibt uns einfach.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Brooks Falls?
Der Juli ist ideal, um die Lachsjagd an den Brooks Falls zu beobachten – genau dann beginnt die Wanderung der Fische und Dutzende Bären versammeln sich am Wasserfall. Der September eignet sich hervorragend, um große, wohlgenährte Bären an der Flussmündung zu sehen, und fällt zudem mit der beliebten Fat Bear Week zusammen. Juni und August sind ruhigere Monate mit weniger Bären.
Was ist die Fat Bear Week?
Die Fat Bear Week ist ein beliebter jährlicher Online-Wettbewerb (immer Anfang Oktober), bei dem Fans über den dicksten Bären der Brooks Falls vor dem Winterschlaf abstimmen. Die Kategorien und Fotos werden vom Katmai Park Service organisiert und weltweit verfolgt – live zu sehen auf den Webcams von explore.org. Es ist eine großartige Möglichkeit, den Park kennenzulernen, auch wenn man nicht persönlich hinfährt.
Kann man mit dem Auto zum Katmai-Nationalpark fahren?
Nein, es führen keine Straßen nach Katmai. Die einzige Möglichkeit ist per Flugzeug (typischerweise Wasserflugzeug von King Salmon, Homer oder Kodiak) oder Boot von umliegenden Siedlungen. Die meisten Reisenden kombinieren einen Linienflug Anchorage → King Salmon mit einem kurzen Wasserflugzeug-Transfer zum Brooks Camp.
Ist Zelten im Park sicher?
Ja. Der Brooks Camp ist mit einem Elektrozaun gesichert und es gelten sehr strenge Regeln – sämtliche Lebensmittel, Kosmetika und duftende Gegenstände müssen in Stahlboxen außerhalb des Zeltes aufbewahrt werden. Vor dem ersten Campingaufenthalt durchläuft man ein verpflichtendes Sicherheitstraining durch die Ranger. Bärenangriffe auf Menschen sind hier extrem selten.
Was kostet ein Tagesausflug nach Katmai?
Organisierte Tagesflüge von Anchorage, Homer oder Kodiak liegen üblicherweise zwischen 1.100 und 1.450 EUR pro Person. Im Preis enthalten sind Hin- und Rückflug, Sicherheitseinweisung durch Ranger, Parkeintritt und meist auch ein leichtes Mittagessen. Mehrtägige Aufenthalte in der Brooks Lodge kosten deutlich mehr und werden 18 Monate im Voraus per Lotterie reserviert.
Wie viele Bären leben in Katmai?
Im Katmai National Park leben schätzungsweise über 2.200 Braunbären (Grizzlys), was ihn zu einer der größten Bärenpopulationen weltweit macht. Die meisten davon bekommt man nie zu Gesicht – sie konzentrieren sich saisonal dort, wo es die meisten Lachse gibt, hauptsächlich bei den Brooks Falls und an der Mündung des Brooks River.
Was tun bei einer Bärenbegegnung?
Niemals weglaufen. Langsam rückwärts gehen, mit tiefer, ruhiger Stimme sprechen und dem Tier absoluten Vorrang gewähren. Wenn sich der Bär nähert, Bärenspray (bear spray) einsetzen. Im Park gilt die Pflicht, mindestens 50 Yards (45 Meter) Abstand zu Bären und 100 Yards (90 Meter) zu Müttern mit Jungtieren einzuhalten.
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