Galleria Borghese: Tickets, Reservierung + 12 Tipps was zu sehen

Als wir mit Lukáš das erste Mal in die Ewige Stadt kamen, waren wir sofort von ihrer Majestät überwältigt – doch sehr schnell merkten wir am eigenen Leib, dass weitere 90.000 Menschen täglich dieselbe Euphorie teilen. Man kämpft sich durch dichte Menschenmassen, die gnadenlose italienische Sonne brennt auf das heiße Kopfsteinpflaster und von allen Seiten dringt der nicht abreißende Lärm des Verkehrs. In solchen Momenten sucht man verzweifelt nach Stille – und genau diese bietet die wunderschöne Villa Borghese mit ihrem künstlerischen Juwel.

Erfahrene Reisende wissen: Der wahre Zauber Roms liegt oft abseits der größten Touristenströme. Die Galleria Borghese in Rom, Italien, ist ein absolutes Meisterwerk der Renaissance und des Barocks, wo man sich nicht in endlosen Schlangen drängen muss wie in den Vatikanischen Museen. Es gibt jedoch einen gewaltigen Haken, den man unbedingt im Voraus kennen sollte – sonst kommt man gar nicht erst rein.

Lass uns gemeinsam anschauen, wie man einen Besuch dieser ikonischen Villa plant. Ich verrate dir, wie du bei der Pflichtreservierung nicht auf die Nase fällst, welche Skulpturen und Gemälde du auf keinen Fall verpassen darfst, und wie du den Besuch mit einer romantischen Auszeit im angrenzenden Park verbinden kannst.

Berninis Skulpturengruppe Apollo und Daphne in der Galleria Borghese, Detail der Verwandlung in einen Lorbeerbaum
Foto: Alvesgaspar, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Zusammenfassung für alle, die keine Zeit haben, den ganzen Artikel zu lesen

  • Reservierung ist streng Pflicht: Tickets gibt es nicht an der Kasse vor Ort – sie müssen Wochen im Voraus online für einen bestimmten Tag und eine bestimmte Uhrzeit gebucht werden.
  • Zwei-Stunden-Limit: Im Museum darf man sich genau zwei Stunden aufhalten – danach werden alle Besucher konsequent hinausgeleitet, damit der nächste Slot beginnen kann.
  • Meister Bernini: Hier sind die faszinierendsten Marmorskulpturen der Welt zu sehen, allen voran Apollo und Daphne sowie der Raub der Proserpina.
  • Der dunkle Caravaggio: Die Galerie besitzt eine der größten Sammlungen dieses genialen, aber skandalumwitterten Malers.
  • Eintritt 2026: Das Basisticket kostet zwischen 18 und 20 Euro – in der Hauptsaison sind die Plätze jedoch atemberaubend schnell vergriffen.
  • Oase der Ruhe: Den Galeriebesuch unbedingt mit einer Bootstour oder einer Fahrradtour im weitläufigen Park der Villa Borghese verbinden.
  • Gepäck muss in die Garderobe: Selbst kleine Rucksäcke oder größere Taschen sind im Inneren verboten – alles muss vor dem Eingang abgegeben werden.
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Wann man die Galleria Borghese besuchen sollte

Reich verzierte Freskendecke in einem der Säle der Galleria Borghese
Foto: Livioandronico2013, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Rom kann mit Neulingen ziemlich hart sein, vor allem wenn man das Wetter unterschätzt. In der Sommerhitze, wenn die Temperaturen regelmäßig die 35-Grad-Marke überschreiten, verwandelt sich die Stadt in einen Backofen und die Steinmauern strahlen die Wärme noch in der Nacht ab. Wer die Wahl hat, sollte den August am besten ganz meiden – rund um Ferragosto schließen zudem viele Geschäfte und Restaurants.

Die ideale Reisezeit für Rom und die Galerie ist das frühe Frühjahr oder der Herbst, wenn man die Stadt angenehm zu Fuß erkunden kann. Wir persönlich lieben den Oktober: Die Sonne brennt nicht mehr so stark, aber die Parks leuchten noch in sattem Grün.

Was die Galerie selbst betrifft, ist der erste Slot morgens um neun Uhr der beste. Man betritt ein frisch gelüftetes Gebäude, hat die meiste Ruhe beim Fotografieren, und wenn die zwei Stunden um sind, geht man nahtlos in einen Spaziergang durch den Park über – bevor die Mittagssonne richtig aufdreht.

Wo man in Rom übernachten kann

💡 Tipp zu Unterkunft und Aktivitäten: Unterkünfte suchen wir am liebsten auf Booking.com, wo die Stornobedingungen meist am besten sind. Tickets, Touren und Aktivitäten lohnt es sich über GetYourGuide zu vergleichen.

Gemütliches Café in Rom mit Tischen auf der Straße

Das richtige Viertel zu wählen ist entscheidend für einen gelungenen Romtrip. Direkt am Bahnhof Termini zu wohnen mag durch niedrige Preise verlocken, aber in den späten Abendstunden zieht es dort ein zweifelhaftes Publikum an und die Atmosphäre ist alles andere als romantisch. Viel besser ist eine strategisch günstige Lage, von der aus man alles zu Fuß erreicht.

Wir schwärmen für das zauberhafte Viertel Monti, das direkt neben dem Kolosseum liegt. Es hat eine fantastische, bodenständige Atmosphäre, tolle Bäckereien für eine frische Focaccia am Morgen, und abends pulsiert das Leben an jeder Ecke. Eine weitere großartige Wahl ist die Gegend rund um die Piazza Navona oder der Rand des Parks Villa Borghese, von wo aus es bis zur Galerie nur ein paar Schritte sind.

Unter den konkreten Hotels haben uns das Hotel Artemide mit seinem erstklassigen Service und einer wunderschönen Dachterrasse sehr gut gefallen. Wer etwas Boutique-igeres sucht, sollte einen Blick auf das Boutique Hotel Campo de‘ Fiori werfen, das mit seinen liebevollen Details und der direkten Nähe zum Markt begeistert. Unterkünfte buchen wir immer über Booking.com, weil die flexiblen Stornobedingungen heutzutage einfach unschlagbar wichtig sind.

12 Tipps, was man in der Galleria Borghese und Umgebung sehen und erleben kann

Schauen wir uns im Detail an, was einen in dieser wunderschönen Villa erwartet. Diese Tipps sind so zusammengestellt, dass du kein bedeutendes Kunstwerk verpasst und gleichzeitig unnötigen Stress bei der Organisation vermeidest.

1. Pflichtreservierung und unerbittliches Zeitlimit

Mit Marmor verkleideter Saal der Galleria Borghese mit Skulpturen und antiken Plastiken
Foto: Sailko, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Das ist die absolut wichtigste Regel des gesamten Besuchs. Einfach zur Kasse am Eingang spazieren und ein Ticket kaufen wollen, bedeutet eine große Enttäuschung zu riskieren. Ohne vorherige Online-Reservierung kommt man schlicht nicht rein, da die Kapazität aus Sicherheits- und Denkmalschutzgründen streng begrenzt ist.

Der Besuch findet außerdem in festen Zwei-Stunden-Blöcken statt. Sobald die Zeit abgelaufen ist, ertönt ein Signal und das Personal begleitet alle Besucher konsequent nach draußen, um die Räume für den nächsten Slot vorzubereiten. Die schönsten Skulpturen also nicht auf die letzte Minute verschieben.

💡 Ortschaftstipp: Mindestens dreißig Minuten vor dem gebuchten Slot am Gebäude sein. Man muss nämlich zunächst in einer Schlange die physischen Tickets abholen und danach noch einmal in der Schlange bei der Pflichtgarderobe anstehen, wo das gesamte Gepäck abgegeben werden muss.

2. Eintrittspreise 2026 und alternative Wege

Saal von Apollo und Daphne in der Galleria Borghese mit Fresken und Skulptur
Foto: Sailko, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Offizielle Tickets werden auf der Website der Galerie in der Regel ein bis zwei Monate im Voraus freigegeben. Der Grundeintritt für 2026 liegt bei etwa 18 bis 20 Euro, je nach aktuellen Ausstellungen und Buchungsgebühren. In der Hochsaison sind diese Tickets jedoch buchstäblich innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

Wenn die offizielle Website hoffnungslos ausverkauft ist, nicht verzweifeln. Plattformen wie GetYourGuide können die Rettung sein – dort zahlt man zwar etwas mehr, bekommt aber auch an ausverkauften Tagen ein Ticket, oft sogar kombiniert mit einem tollen Live-Guide, der den historischen Kontext erklärt.

Eine weitere Option ist die Roma Pass Touristen-Karte. Sie verschafft freien Eintritt zu bestimmten Sehenswürdigkeiten, aber auch mit dieser Karte muss man sich vorab über die Reservierungshotline oder per E-Mail einen konkreten Zeitslot für die Borghese sichern.

3. So kommt man stressfrei ans Ziel

Skulpturales Detail an der Fassade der Galleria Borghese im Sonnenlicht
Foto: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Galerie liegt im nördlichen Teil des historischen Zentrums, umgeben von einem weitläufigen Park. Mit einem Mietwagen hierher zu fahren ist keine gute Idee, denn man gelangt in eine ZTL-Zone (Einfahrtverbot) und kassiert eine saftige Strafe von den automatischen Kameras.

Der schönste Weg führt zu Fuß von der Spanischen Treppe: hinauf zur Villa Medici und dann etwa zwanzig angenehme Gehminuten durch den Park. Wer von dem unebenen römischen Pflaster schon schmerzende Füße hat, kann auch die Buslinien entlang des Parkreandes nutzen – aber dabei unbedingt auf seine Sachen aufpassen.

Der Nahverkehr in Rom ist nämlich das klassische Revier der absolut geschicktesten Taschendiebe Europas. In einem vollen Bus spürt man nicht im Geringsten, dass jemand gerade den Reißverschluss des Rucksacks öffnet. Wertsachen immer unter der Kleidung tragen und den Rucksack stets abnehmen und fest vor dem Körper halten.

4. Berninis Wunder: Apollo und Daphne

Berninis Skulpturengruppe Apollo und Daphne in voller Höhe im Saal der Galleria Borghese
Foto: Sonse, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Sobald man die Erdgeschosssäle betritt, versteht man sofort, warum dieser Ort so legendär ist. Gian Lorenzo Bernini schuf hier Skulpturen, die der Natur des harten Steins zu widersprechen scheinen. Beim Anblick der Gruppe Apollo und Daphne fällt einem buchstäblich die Kinnlade herunter vor Staunen darüber, wozu Menschenhände fähig sind.

Das Werk fängt einen dramatischen Moment aus Ovid ein. Der Gott Apollo verfolgt die Nymphe Daphne – und genau in dem Augenblick, als er sie berührt, beginnt sich ihr Körper in einen Lorbeerbaum zu verwandeln. Der Marmor wird vor den Augen des Betrachters zu rauer Rinde, zu zarten Blättern und in die Erde wachsenden Wurzeln.

Diese Skulptur sollte man von allen Seiten umrunden. Jeder Blickwinkel erzählt einen anderen Teil der Geschichte, und die Dynamik der Bewegung ist so unglaublich, dass man das Gefühl hat, die beiden Figuren könnten jeden Moment lebendig werden und vom Sockel flüchten.

5. Der Raub der Proserpina: Berührung im Marmor verewigt

Detail von Berninis Raub der Proserpina: Finger, die sich in den Marmerschenkel eindrücken
Foto: Alvesgaspar, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Im nächsten Saal wartet ein Werk, das viele Kunsthistoriker für das Beste halten, was je aus Marmor gemeißelt wurde. Bernini schuf den Raub der Proserpina, als er gerade einmal dreiundzwanzig Jahre alt war. Es zeigt den Unterweltsgott Pluto, wie er die sich wehrende Proserpina brutal entführt.

Worauf man besonders achten muss, ist das Detail von Plutos Händen. Seine mächtigen Finger drücken sich tief in den weichen Oberschenkel und die Hüfte der Proserpina. Die Illusion nachgiebiger menschlicher Haut ist so absolut vollkommen, dass man völlig vergisst, auf kalten, harten Stein zu blicken.

Bemerkenswert sind auch die Tränen, die dem Mädchen über die Wangen laufen, und das wehende Haar. Dieser enorme Kontrast zwischen roher männlicher Kraft und verzweifelter weiblicher Verletzlichkeit hinterlässt selbst bei Menschen, die sich normalerweise gar nicht für Bildhauerei interessieren, einen tiefen Eindruck.

6. Berninis David: Selbstporträt in Aktion

Berninis Statue des David in dynamischer Haltung im Saal der Galleria Borghese
Foto: Sailko, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Die meisten kennen Michelangelos David in Florenz, der ruhig dasteht und sich erst auf den Kampf vorbereitet. Bernini ging das Thema völlig anders an. Sein David ist im höchsten Spannungsmoment der Aktion eingefangen, kurz bevor er den tödlichen Stein auf den Riesen Goliath schleudert.

Der Körper ist in extremer Anspannung verdreht, die Muskeln sind gespannt und das Gesicht ist vor äußerster Konzentration verzerrt. Interessant ist, dass das Gesicht des David in Wirklichkeit Berninis Selbstporträt ist. Der Legende nach hielt ihm beim Meißeln dieser Grimasse Kardinal Borghese höchstpersönlich einen Spiegel.

Stellt man sich direkt vor die Skulptur, hat man das Gefühl, besser zur Seite zu treten – der Stein aus der Schleuder fliegt einem direkt entgegen. Das ist barocke Theatralik in Perfektion.

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7. Canovas Paolina Borghese als Venus

Canovas Skulptur der Paolina Borghese als siegreiche Venus, liegend auf einer Chaiselongue
Foto: Sonse, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Im Erdgeschoss findet sich noch eine weitere Skulptur, bei der man unweigerlich stehen bleibt. Antonio Canova stellte hier Paolina Bonaparte dar, die Schwester des berühmten Napoleon, die in die Familie Borghese eingeheiratet hatte. Sie ließ sich als Venus Victrix – die siegreiche Venus – darstellen, halbnackt auf einer luxuriösen Chaiselongue ruhend.

Für damalige Verhältnisse war das ein ungeheuerlicher Skandal. Dass eine hochgestellte Adlige sich nahezu unbekleidet verewigen ließ, sorgte in der römischen Gesellschaft für enormes Aufsehen. Ihr Mann, Fürst Camillo, sperrte die Skulptur für viele Jahre vor der Öffentlichkeit weg, um dem Tratsch Einhalt zu gebieten.

Heute bewundert man vor allem die unglaubliche Verarbeitungstechnik. Die Kissen und die Matratze, auf denen Paolina ruht, wirken so weich, dass man den unwiderstehlichen Drang verspürt, sie zu berühren, um sich zu vergewissern, dass es sich wirklich um Marmor und nicht um echten Stoff handelt.

8. Ein Raum voller dunkler Caravaggio-Werke

Caravaggios Gemälde Der heilige Hieronymus beim Schreiben mit ausdrucksstarkem Helldunkel in der Galleria Borghese
Foto: Alvesgaspar, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Galleria Borghese besitzt eine beeindruckende Sammlung von Gemälden eines Malers, dessen Leben genauso dramatisch war wie seine Leinwände. Caravaggio war Schläger, Mörder und Geächteter – und gleichzeitig ein absolutes Genie im Umgang mit Licht und Schatten. In einem einzigen Raum befinden sich gleich sechs seiner bedeutendsten Werke.

Am faszinierendsten ist das Gemälde David mit dem Haupt des Goliath. Aus dunklem Hintergrund tritt ein junger Held hervor, der den abgeschlagenen Kopf des Riesen hält. Das schaurige Detail daran: Der abgehackte und blutende Kopf des Goliath ist Caravaggios eigenes Selbstporträt, gemalt in einer Zeit, als in Rom ein Todesurteil gegen ihn ausstand.

Unbedingt auch das Gemälde Kranker Bacchus anschauen – ein frühes Werk des Meisters. Die bläulichen Lippen und der fahle Teint des Weingottes spiegeln wahrscheinlich eine schwere Erkrankung des Malers zur Entstehungszeit des Bildes wider.

9. Die Pinakothek im Obergeschoss: Tizian und Raffael

Tizians Gemälde Himmlische und irdische Liebe in der Pinakothek der Galleria Borghese
Foto: Titian, public domain, Wikimedia Commons

Während das Erdgeschoss der Bildhauerei gehört, erwartet einen im Obergeschoss eine atemberaubende Gemäldegalerie (Pinacoteca). Viele Touristen kommen im Rahmen des Zwei-Stunden-Limits bereits ziemlich erschöpft hier an – was paradoxerweise bedeutet, dass hier deutlich mehr Ruhe und Raum zum Verweilen herrscht.

Das absolute Highlight der Etage ist Tizians Gemälde Himmlische und irdische Liebe. Das symbolreiche Bild zeigt zwei Frauen an einem Brunnen, und bis heute streiten Gelehrte darüber, was die einzelnen Details genau bedeuten. Es ist ein wunderbares Beispiel venezianischer Renaissance-Farbenpracht.

Einen Halt lohnt auch Raffaels Kreuzabnahme. Die Familie Borghese gelangte auf recht eigenwillige Weise in den Besitz dieses Gemäldes: Kardinal Borghese ließ es schlicht aus einer Kirche in Perugia stehlen – mitten in der Nacht, weil er es unbedingt für seine Sammlung haben wollte.

10. Fahrradtour durch den Park Villa Borghese

Grünanlagen des Parks Villa Borghese mit dem kleinen See und dem Tempelchen des Aesculapius
Foto: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Wenn man nach zwei Stunden konsequent aus der Galerie geleitet wird, sollte der Tag noch lange nicht zu Ende sein. Man befindet sich nämlich im drittgrößten öffentlichen Park Roms. Nach einem langen Tag auf hartem Kopfsteinpflaster tun die Beine weh – also ist es Zeit für eine andere Art der Fortbewegung.

Direkt in der Nähe der Galerie gibt es Verleihe für verschiedenste Gefährte. Wir empfehlen, sich ein lustiges vierrädriges Tretkuriosum mit Sonnendach zu mieten (sogenannte Surrey Bikes). Das macht riesigen Spaß, das Dach schützt vor der aggressiven Mittagssonne und man radelt mühelos durch einen Großteil des Parks.

Unterwegs stößt man auf unzählige Brunnen, versteckte Gärten und antike Ruinen inmitten des Grüns. Das ist der perfekte Moment, um aus dem Rucksack ein Stück frische weiße Pizza (Pizza bianca) herauszuholen, die man sich morgens beim Bäcker geholt hat, und ein Picknick im Gras zu genießen.

11. Romantik beim Bootfahren am Tempel des Aesculapius

Ruderboot auf dem kleinen See der Villa Borghese vor dem Tempel des Aesculapius
Foto: Pierre-Selim Huard, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Im Herzen des Parks liegt das wunderschöne künstliche Laghetto di Villa Borghese. Auch wenn es zunächst wie ein touristisches Klischee klingen mag: Ein Ruderboot zu mieten gehört zu den romantischsten Erlebnissen, die man sich hier gönnen kann.

Für wenige Euro bekommt man für zwanzig Minuten ein Boot und kann zwischen Enten und Schildkröten paddeln. Den ganzen See beherrscht ein wunderschöner verkleinerter Tempel, der dem Heilgott Aesculapius geweiht ist und auf einer kleinen Insel thront. Vom Wasser aus gelingen absolut fantastische Fotos ohne störende Elemente.

Das ist genau der Moment, in dem man vergisst, mitten in einer lauten Millionenmetropole zu sein. Es herrscht Stille, die Pinienbäume duften und man kann in aller Ruhe die Kunsterlebnisse der Galerie nachwirken lassen.

12. Sonnenuntergang von der Terrazza del Pincio

Panoramablick auf die Dächer und Kuppeln Roms von der Terrazza del Pincio
Foto: Jerzy Strzelecki, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Als krönenden Abschluss des Nachmittags am westlichen Rand des Parks aufsuchen – dort befindet sich der berühmte Aussichtspunkt Pincio. Dieser Hügel bietet einen der schönsten und weitreichendsten Panoramablicke über die gesamte Stadt, ganz ohne frustrierende Warteschlangen.

Das funktioniert deutlich besser als das berühmte Schlüsselloch auf dem Aventin, wo die romantische Entdeckung in der Stille längst von fünfzig Meter langen Schlangen mit Selfie-Stangen abgelöst wurde. Am Pincio lehnt man sich einfach an die Marmorbalustrade und schaut direkt hinunter auf die gewaltige Piazza del Popolo.

Der ideale Zeitpunkt ist am späten Nachmittag. Zusehen, wie die Sonne langsam hinter der Kuppel des Petersdoms in der Ferne versinkt und die Stadt unter einem in goldenes Licht getaucht wird – das ist der perfekte Schlusspunkt für einen Tag voller Kunst und Geschichte.

Was man von der Galleria Borghese aus noch erkunden kann

Spaziergang entlang des Tibers in Rom

Rom verleitet dazu, die typischen Anfängerfehler zu begehen. Chaotisch von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit quer durch die Stadt zu hetzen bedeutet, dass man einen halben Tag in der überfüllten U-Bahn verbringt und völlig erschöpft im Hotel ankommt. Sehenswürdigkeiten daher immer geografisch bündeln und logische Routen planen.

Vom Park Borghese aus kann man leicht hinunter zur Spanischen Treppe in Rom spazieren – aber Achtung: Dort sitzen ist verboten und wird mit einem teuren Bußgeld geahndet. Von dort ist es nur ein kleiner Sprung zum legendären Trevi-Brunnen. Wer die Antike liebt, sollte zum faszinierenden Tempel Pantheon in Rom weitergehen.

Den nächsten Tag dem antiken Zentrum widmen und erkunden, was man in Rom sehen kann, natürlich inklusive des ikonischen Kolosseums. Den dritten Tag am besten mit dem Vatikan, den riesigen Vatikanischen Museen und der nahegelegenen Engelsburg verbinden. Und für ein perfektes Abendessen über den Tiber ins zauberhafte Viertel Trastevere gehen. Wer mehr Zeit hat, kann vom Stadtzentrum aus mit dem Zug weiterreisen – wunderschön ist der antike Hafen Ostia Antica oder die Gärten von Tivoli.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich wirklich Tickets im Voraus reservieren?

Ja, ausnahmslos. Die Galleria Borghese verkauft keine Tickets vor Ort an Laufkundschaft. Wenn ihr keine gültige Online-Reservierung für ein bestimmtes Zeitfenster habt, lässt euch das Sicherheitspersonal gar nicht erst zur Kasse durch. In der Hauptsaison solltet ihr die Tickets ruhig schon einen Monat im Voraus kaufen.

Was passiert, wenn ich mich für mein Zeitfenster verspäte?

Dann habt ihr ein großes Problem. Die Zeitfenster sind strikt. Wenn ihr eine halbe Stunde zu spät kommt, lässt euch das Personal höchstwahrscheinlich nicht mehr hinein und euer Ticket verfällt ersatzlos. Deshalb empfehlen wir, dreißig Minuten vor eurem Zeitfenster am Eingang zu sein.

Darf ich einen Rucksack oder eine Handtasche mit hineinnehmen?

Nein, die Sicherheitsbestimmungen sind hier extrem streng. Ihr dürft überhaupt kein Gepäck mit hineinnehmen, auch keine kleinen Damenhandtaschen oder winzige Rucksäcke. Alles muss kostenlos in der bewachten Garderobe im Untergeschoss des Gebäudes abgegeben werden, noch bevor ihr die Ausstellung betretet.

Darf man in der Galerie fotografieren?

Ja, Fotografieren für private Zwecke ist erlaubt. Es ist jedoch streng verboten, Blitz, Stative oder lange Selfie-Stangen zu verwenden, um andere Besucher oder die Kunstwerke selbst nicht zu gefährden. Selbstverständlich solltet ihr beim Fotografieren auch nicht den Durchgang für andere blockieren.

Wie funktioniert der Besuch mit der Roma Pass Karte?

Wenn ihr die Touristenkarte Roma Pass kauft, habt ihr freien Eintritt in die Galerie (als eines eurer ersten ausgewählten Monumente), müsst aber trotzdem im Voraus ein genaues Zeitfenster reservieren! Das macht ihr entweder telefonisch über eine spezielle Hotline oder per E-Mail gemäß den aktuellen Anweisungen auf der Website.

Gibt es im Inneren ein Restaurant oder Café?

Im Untergeschoss bei den Kassen befindet sich ein kleines Café, wo ihr einen Espresso oder einen kleinen Snack bekommen könnt. Die Preise sind dort allerdings ziemlich hoch. Wir empfehlen euch, lieber draußen zu essen oder euer eigenes Essen mitzubringen und ein Picknick im angrenzenden Park Villa Borghese zu machen.

Haben Restaurants in Italien den ganzen Tag geöffnet?

Die meisten guten und authentischen Restaurants außerhalb der Touristenfallen schließen ihre Küche gegen 14:00 Uhr. Sie öffnen erst wieder am Abend, üblicherweise zwischen 19:30 und 20:00 Uhr. Wenn ihr nach dem Galeriebesuch am Nachmittag Hunger bekommt, retten euch traditionelle Bäckereien, die Pizza nach Gewicht verkaufen (Pizza al taglio).

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