Das kolumbianische Cartagena ist eine Stadt der absoluten Extreme und vielleicht der schönste und zugleich nervigste Ort, den du in Südamerika besuchen wirst. Auf der einen Seite erwarten dich in Cartagena, Kolumbien atemberaubende koloniale Gassen, Balkone, die sich unter einer Flut bunter Bougainvilleen biegen, und eine karibische Atmosphäre, die dich sofort in ihren Bann zieht. Sei aber darauf vorbereitet, dass du nichts von dieser Romantik geschenkt bekommst – und nicht ohne ständige Unterbrechungen.
Gleich nach der Ankunft merkst du, dass die Stadt voller Straßenhändler ist, die dir alles anbieten – von Hüten über „geschenkte“ Armbänder bis hin zu Massagen, die definitiv nicht gratis sind. Wer das vorher weiß und lernt, mit einem Lächeln ein bestimmtes Nein zu sagen, nimmt aus Cartagena die besten Erlebnisse mit. Wenn dich das aber überrascht, kann dich das ständige Feilschen mit Taxifahrern ohne Taxameter ganz schön auslaugen. Deshalb ist es gut, sich vorab mental auf diese Realität einzustellen.
Hier haben wir gleich 22 Tipps für dich zusammengestellt – von den alten Stadtmauern über geheime Ecken bis hin zu Ausflügen auf die karibischen Inseln. Und ja, wir haben auch aufgeschrieben, warum du bei Dating-Apps besonders vorsichtig sein solltest. 😅

Zusammenfassung
- Steuervorteil für Ausländer: Wenn du in deinem Pass den Touristenstempel PIP-5 hast, zahlst du in Hotels keine 19 % Mehrwertsteuer (IVA). Kontrolliere das aber immer auf der Endrechnung, manche Hotels versuchen, sie doch zu berechnen.
- Versteckte Gebühren für die Inseln: Ausflüge zu den Islas del Rosario haben einen Haken: Der Eintritt in den Nationalpark und die Versicherung (rund 40.000 COP) werden bar am Pier bezahlt und sind nicht im Tourpreis enthalten.
- Schönheit mit Geduld erkauft: Cartagena ist ein visuelles Paradies, aber stell dich auf aufdringliche Straßenhändler ein, die man höflich, aber sehr bestimmt abweisen muss.
- Strände mit Vorbehalt: Der Stadtstrand Bocagrande hat braunes Wasser, für weißen Sand musst du auf die Inseln – aber Vorsicht vor den Menschenmassen zur Mittagszeit an der Playa Blanca.
- Sicherheit an erster Stelle: Nutze niemals Taxis ohne vorher vereinbarten Preis (oder wähle lieber Uber oder InDriver) und sei extrem vorsichtig beim Nachtleben und bei Blind Dates.
- Transfer vom Flughafen: Der Flughafen Rafael Núñez ist nur 10 bis 15 Minuten vom Zentrum entfernt, was ein riesiger Vorteil gegenüber anderen Metropolen ist.
Cartagena in Kolumbien: Wann ist das beste Wetter?
Cartagena ist ein typisches Karibikziel, wo das ganze Jahr über konstant 31 bis 33 °C herrschen – Pullover kannst du also getrost zu Hause lassen. Beim Wetter in Cartagena, Kolumbien unterscheidet sich nur, ob die Luft schwer stillsteht oder ob vom Meer ein angenehm kühlender Wind weht. Die Haupt- und beliebteste Saison läuft von Dezember bis April, wenn es in der Stadt trocken ist, ein erfrischender Passatwind weht und die Sonne praktisch jeden Tag scheint. In dieser Zeit platzt die Stadt aber aus allen Nähten unter dem Ansturm ausländischer Touristen und Kolumbianer im Urlaub, was logischerweise die Hotelpreise auf das Jahreshoch treibt.
Wenn du schwüle Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit nicht magst, meide die Zeit von September bis November – das ist die Hauptregenzeit an der Karibikküste. Vor allem der September ist statistisch der nasseste Monat des Jahres, in dem sich die historischen Gassen innerhalb weniger Minuten in tiefe Pfützen verwandeln können. Die hohe Luftfeuchtigkeit macht aus einem normalen Spaziergang eine ganz schön anstrengende sportliche Leistung, bei der du sofort ins Schwitzen gerätst. Natürlich kannst du die Stadt auch dann besuchen, aber rechne damit, dass du dich viel öfter in klimatisierte Cafés und Museen flüchten musst.
Für das beste Verhältnis aus gutem Wetter und etwas erträglicheren Preisen ist der Übergang von November zu Dezember ein toller Kompromiss, oder die Frühlingsmonate direkt außerhalb der Osterfeiertage (Semana Santa). Denk aber immer daran, dass die karibische Sonne hier wirklich gnadenlos ist – ein breiter Hut, literweise Wasser aus der Flasche und eine gute Sonnencreme sind in absolut jedem Monat ein Muss. Pack dir auch leichte Leinenkleidung ein, in der du dich am wohlsten fühlen wirst.
Wo du in Cartagena übernachten solltest
Wo du übernachtest, entscheidet wirklich viel – und in Cartagena mehr als anderswo, denn der Unterschied zwischen den Vierteln ist brutal. Am zauberhaftesten wohnt es sich direkt im Centro Histórico, wo du alle berühmten Sehenswürdigkeiten und hervorragende Restaurants direkt vor der Nase hast, aber die Preise sind hier logischerweise die höchsten in ganz Kolumbien. Für eine etwas bohemischere Atmosphäre voller Streetart und lebendigem Nachtleben wähle das beliebte Viertel Getsemaní, das heute ein riesiger Hit ist. Wenn es dir dagegen vor allem um moderne Hochhaushotels mit Pools und direktem Meerblick geht, ist die Halbinsel Bocagrande ideal für dich.
Eine entscheidende Info für dein Reisebudget: Ausländer zahlen in Kolumbien keine 19 % Mehrwertsteuer (IVA) auf die Unterkunft. Die Hauptbedingung ist, dass du mit dem klassischen Touristenstempel, dem sogenannten PIP-5, ins Land einreist, den du normalerweise schon am Flughafen in den Pass bekommst. Das Hotel muss zur Anwendung dieses Rabatts eine Kopie deines Passes mit genau diesem Stempel machen, sonst berechnet es dir die Steuer kompromisslos. Die Praxis in der ganzen Stadt sieht leider so aus, dass etwa die Hälfte der Hotels dir den Rabatt völlig automatisch abzieht, während die andere Hälfte versucht, ihn dir still zu berechnen. Kontrolliere bei der Abreise immer sorgfältig die Endrechnung und trau dich, an der Rezeption nachzuhaken.
Zu den bewährten und wunderschönen Hotels gehört zum Beispiel das Hotel Casa San Agustin, ein luxuriöses Boutique-Hotel direkt im Herzen der Altstadt, das dich mit seinem ruhigen Innenhof und einem in die alten Mauern integrierten Pool bezaubert. Wenn du etwas Moderneres mit Panoramablick suchst, probier das GHL San Lazaro Art Hotel, das einen atemberaubenden Blick direkt auf die Festung San Felipe bietet. Für einen absolut ruhigen Aufenthalt im Kolonialstil mit erstklassigem Service ist das Sofitel Legend Santa Clara eine echte Legende – es residiert in einem sorgfältig restaurierten ehemaligen Kloster.
💡 Auf dieser Karte vergleichst du, was gerade frei ist – du siehst sofort, um wie viel günstiger Getsemaní gegenüber den Stadtmauern ist.
Cartagena in Kolumbien: 22 Tipps, was du sehen und erleben solltest
Bevor du dich in den Trubel der kolumbianischen Gassen stürzt, wirf einen Blick auf unsere Auswahl des Interessantesten, was die Stadt zu bieten hat. Diese 22 Tipps zeigen dir Cartagena in all seinen Facetten – von den herausgeputzten Sehenswürdigkeiten bis zu den verstecktesten Ecken – und helfen dir, unnötige Touristenfallen zu vermeiden.
Wir haben für dich klassische Must-see-Orte mit ein paar versteckten Schätzen kombiniert, damit du dir den richtigen Erlebnis-Cocktail genau nach deinem Geschmack zusammenmixen kannst.

1. Centro Histórico und seine ikonischen Stadtmauern
Der Hauptgrund, warum Reisende aus aller Welt hierherkommen, ist das Centro Histórico de Cartagena, das mit 4,8 von über 4.000 Bewertungen fantastisch abschneidet. Völlig zu Recht steht dieses architektonische Meisterwerk schon seit 1984 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die gesamte Altstadt ist von rund 11 Kilometern massiver Steinmauern umgeben, die früher den Reichtum der Stadt vor Piratenüberfällen schützten und heute als die wohl beste denkbare Aussichtsroute dienen.
Heb dir die Stadtmauern wirklich für den frühen Morgen oder den späten Nachmittag auf. Gegen Mittag heizen sich die historischen Steine nämlich unter der karibischen Sonne so auf, dass man kaum atmen kann und es überhaupt keinen Schatten gibt. Innerhalb der Mauern findest du dann das echte karibische Märchen: bunte Kolonialhäuser mit Holzbalkonen, von denen Trauben leuchtender Bougainvilleen in Rosa-, Violett- und knallroten Tönen herabhängen.
Beim Durchstreifen dieser malerischen Gassen stößt du auf unzählige fotogene Ecken, aber auch auf eine riesige Menge Straßenhändler und lächelnde Frauen in bunten Kleidern, die Palenqueras genannt werden. Wenn du mit ihnen ein traditionelles Foto mit Obst auf dem Kopf machen willst, rechne damit, dass dafür immer ein Trinkgeld fällig wird. 💡 Tipp: Lass dich nicht in lange Gespräche mit Straßenwerbern verwickeln – es reicht ein höfliches Lächeln, ein bestimmtes „no, gracias“ und weiter geht’s, ohne stehen zu bleiben.

2. Castillo de San Felipe de Barajas
Das ist das absolute Wahrzeichen der ganzen Stadt und gemessen an der Zahl der Bewertungen (fast 68.000) der meistbesuchte Ort ganz Cartagenas. Das Castillo de San Felipe de Barajas ist die größte spanische Festung auf dem amerikanischen Kontinent (und wenn du davorstehst, glaubst du das den massiven Steinmauern sofort). Ihr Bau begann bereits 1657 auf einem strategischen Hügel, und dank eines ausgeklügelten Verteidigungssystems mit unterirdischen Tunneln konnte sie nie von einem Feind erobert werden.
Das Erkunden dieser riesigen Festung nimmt locker zwei Stunden in Anspruch, und das größte Erlebnis ist das Umherirren in den dunklen, verwinkelten Tunneln, die von den Architekten so gebaut wurden, dass sie den Klang der Schritte möglicher Angreifer absichtlich verstärkten. Die Festung ist für die Öffentlichkeit täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, und auch hier gilt die goldene Regel: Komm nicht zur Mittagszeit, denn auf den Mauern gibt es praktisch keine Möglichkeit, sich vor der Sonne zu verstecken.
Das Basisticket für Ausländer kostet 25.000 COP, während Einheimische etwas weniger zahlen, rund 20.000 COP. Wenn du mit der Familie reist: Kinder unter 6 Jahren und Senioren über 62 haben freien Eintritt in das gesamte Areal. 💡 Tipp für sparsame Reisende: Wenn es terminlich passt, plane deinen Besuch am letzten Sonntag im Monat, wenn der Eintritt für absolut alle Besucher komplett kostenlos ist (mit Ausnahme der stark frequentierten Monate Januar und Dezember).

3. Plaza de Bolívar
Das grüne Herz der ganzen Altstadt ist die Plaza de Bolívar (schöne Bewertung 4,6), die als perfekte Oase der Ruhe funktioniert. Im Gegensatz zu den sonnenverbrannten Steingassen ringsum findest du hier jede Menge Bänke, sicher im Schatten mächtiger alter Bäume versteckt, auf denen Einheimische und müde Reisende aus aller Welt sitzen. In der Mitte des Platzes darf natürlich die Reiterstatue von Simón Bolívar selbst nicht fehlen, dem berühmten Befreier Südamerikas.
Dieser Platz ist nicht nur ein absolut toller Ort zum Ausruhen nach einem langen Fußmarsch, sondern auch ein strategischer Ausgangspunkt für den Besuch der besten Museen der Stadt. Auf der einen Seite säumt eine wunderschöne historische Kathedrale den Park, auf der anderen prachtvolle Kolonialpaläste mit massiven Holztüren und riesigen Metallklopfern in Tierform.
Wenn du dich hier eine Weile hinsetzt, kauf dir unbedingt bei den einheimischen Händlern mit ihren Karren frisches karibisches Obst oder ein eiskaltes Getränk. Wähle nur die Händler, die das Obst direkt vor deinen Augen schälen und schneiden – dann weißt du wenigstens, was du bekommst. Es ist die mit Abstand beste Erfrischung nach stundenlangem Laufen in der tropischen Hitze.

4. Museo del Oro Zenú
Direkt am Rand der beliebten Plaza de Bolívar befindet sich das Museo del Oro Zenú, eine faszinierende Filiale des berühmten Goldmuseums aus der Hauptstadt Bogotá. Auch wenn es etwas kleiner ist als seine riesige Hauptversion, ist die Ausstellung absolut beeindruckend – und dazu ist der Eintritt in dieses fantastische Museum völlig kostenlos, was im teuren Cartagena eine ziemlich seltene Ausnahme ist, die du nutzen solltest.
Drinnen siehst du eine atemberaubende und sehr wertvolle Sammlung von Goldgegenständen, die von der ursprünglichen Zenú-Kultur lange vor der Ankunft der spanischen Kolonisatoren geschaffen wurden. Diese Kultur war für ihre absolut perfekten Goldschmiedetechniken bekannt sowie für ausgeklügelte Entwässerungskanalsysteme, die ihnen das Überleben in Überschwemmungsgebieten ermöglichten. Die Ausstellung erklärt hervorragend und verständlich ihre tiefe Verbindung zur Natur, besonders zu Amphibien und der reichen Wasserwelt.
Das Museum ist außerdem angenehm klimatisiert – wenn dich draußen also die Sonne röstet und du genug hast, ist dieser kostenlose Zufluchtsort vor der Nachmittagshitze schlicht ein Geschenk des Himmels. 💡 Tipp: Vergiss nicht, dir die berühmten goldenen Brustplatten und den unglaublich feinen Filigranschmuck aus der Nähe anzusehen, die mit ihrer Präzision bis heute selbst moderne Juweliere faszinieren.

5. Palacio de la Inquisición (Palast der Inquisition)
Genau auf der gegenüberliegenden Seite desselben Platzes findest du das Museum of Cartagena de Indias, das unter den Leuten eher als Palacio de la Inquisición bekannt ist (Bewertung 4,2). Dieses majestätische historische Gebäude mit einem prachtvollen Barockportal von 1770 verbirgt unter seiner schönen Fassade eine sehr dunkle Geschichte. Es war nämlich der Hauptsitz der spanischen Inquisition, die hier jahrhundertelang die der Ketzerei und Hexerei Beschuldigten verurteilte und hart bestrafte.
Drinnen erwartet dich eine ziemlich frostige, aber sehr lehrreiche Ausstellung, in der du originale Folterinstrumente besichtigen und dich detailliert mit den erbarmungslosen Methoden der damaligen Kirchengerichte vertraut machen kannst. Zugleich findest du in den oberen Etagen aber auch einen sehr umfangreichen Teil über die gesamte Geschichte der Stadt seit ihrer Gründung, sodass das Museum als hervorragende umfassende Einführung in die komplexe Geschichte Cartagenas dient.
Der Ticketpreis für ausländische Touristen bewegt sich meist zwischen 21.000 und 25.000 COP, aber überprüfe den aktuellen Betrag unbedingt direkt vor Ort an der Kasse, denn er ändert sich manchmal ohne Ankündigung. Das Erlebnis im schattigen Innenhof, wo früher grausame Urteile verkündet wurden und heute ironischerweise üppige tropische Vegetation wächst, ist wirklich eindringlich und sehenswert.

6. Museo Naval del Caribe
Wenn dich alte Schiffe, Piraten und Seeschlachten auch nur ein bisschen interessieren, wird dich das Museo Naval del Caribe (ausgezeichnete Bewertung 4,6) absolut begeistern. Du findest es nur einen Katzensprung von den Hauptmauern entfernt, und seine umfangreiche Ausstellung widmet sich der faszinierenden Geschichte der karibischen Piraten, versunkener spanischer Galeonen voller Gold und endloser Seeschlachten um die Vorherrschaft über diesen strategischen karibischen Hafen.
Das Museum ist wirklich hervorragend und modern gemacht und bietet viele interessante interaktive Modelle von Festungen und riesigen Schiffen, was nicht nur erwachsene Geschichtsliebhaber, sondern auch Familien mit Kindern zu schätzen wissen. Du erfährst hier jede Menge unerwartete Details darüber, wie sich die Stadt in der Vergangenheit heldenhaft gegen den berühmten und verheerenden Angriff des englischen Admirals Vernon verteidigte.
⚠️ Wichtige Warnung bezüglich Karten: Bei der Suche nach Infos und dem Weg online: Pass gut auf, die Städte nicht zu verwechseln. Verwechsle es nicht mit dem „Naval Museum Cartagena“, das Google gelegentlich vorschlägt – das liegt nämlich im spanischen Murcia, und die Navigation schickt dich auf einen anderen Kontinent. 😅 Kontrolliere immer sorgfältig, dass in der Adresse bei Google Maps Bolívar, Kolumbien steht.

7. Plaza de los Coches und Torre del Reloj
Deine allerersten Schritte in die Altstadt führen dich wahrscheinlich direkt durch den Torre del Reloj, den ikonischen gelben Uhrenturm, der als Haupttor und schönster Eingang durch die Stadtmauern dient. Gleich hinter diesem Tor öffnet sich vor dir weit die Plaza de los Coches (Bewertung 4,5), der „Platz der Kutschen“, der eine sehr dunkle Vergangenheit hat – er diente früher als Hauptsklavenmarkt –, heute aber voller bunter Häuser mit den typischen Balkonen ist.
Direkt auf diesem belebten Platz findest du die berühmten schattigen Arkaden Portal de los Dulces. Hier drängen sich Dutzende kleiner Holzstände, die schon seit Generationen traditionelle karibische Süßigkeiten verkaufen. Alles leuchtet hier in kräftigen Farben und die Luft duftet ständig nach frischer Kokosnuss, karamellisiertem Rohrzucker und exotischen Tropenfrüchten.
Es ist ein absolut idealer Ort, um lokale Kokoskugeln (die sogenannten Cocadas) oder klebrige Tamarinden-Süßigkeiten zu probieren. 💡 Tipp: Diese lokalen Süßigkeiten sind extrem süß und gehaltvoll, deshalb reichen dir ein oder zwei Stücke zum starken Nachmittagskaffee völlig aus – erwarte auf keinen Fall leichte, luftige Desserts.

8. Camellón de los Mártires
Direkt vor dem gelben Haupttor mit der Uhr, noch bevor du überhaupt die Altstadt betrittst, erstreckt sich eine breite Promenade, bekannt als Camellón de los Mártires (Bewertung 4,6). Diese sehr elegante und gepflegte, von Statuen gesäumte Promenade ist einer der allerbesten Orte für einen Abendspaziergang, wenn sie wunderschön beleuchtet ist und vor unglaublichem lokalem Leben pulsiert.
Der Name dieser Promenade verweist direkt auf die blutige Geschichte: Du findest hier nämlich die Büsten von neun Märtyrern, mutigen Anführern der kolumbianischen Unabhängigkeitsbewegung, die hier 1816 von spanischen Royalisten erbarmungslos hingerichtet wurden. Es ist ein sehr wichtiger Ort des Nationalstolzes, der einen interessanten historischen Kontrast zur ansonsten unbeschwerten karibischen Stimmung der ganzen Umgebung bildet.
Tagsüber triffst du hier auf unzählige lächelnde Verkäufer von frischen Säften und handwerklichen Produkten. Es ist außerdem der beliebteste Ort, um in die touristischen Pferdekutschen zu steigen, auch wenn es aus Rücksicht auf die Tiere in der riesigen karibischen Hitze definitiv besser ist, sich in der Stadt eher auf den eigenen Beinen fortzubewegen.

9. Getsemaní und die Streetart
Während das herausgeputzte Centro Histórico glatt und aristokratisch ist, hat das benachbarte Viertel Getsemaní eine echte, wilde und ungestüme Seele. Noch vor Kurzem war es ein ziemlich gefährliches Arbeiter- und Armenviertel außerhalb der Mauern, in das man Touristen überhaupt nicht empfahl zu gehen, aber heute ist es souverän der interessanteste, farbenprächtigste und meistfotografierte Teil ganz Cartagenas.
Die Gassen sind hier etwas enger als im Zentrum und die abblätternden Hausfassaden dienen als riesige Malleinwände. Du findest hier erstklassige und durchdachte Streetart, die die afrikanischen Wurzeln der Stadt, die Kultur der Palenqueras und die üppige lokale Flora widerspiegelt. Am bekanntesten ist die schmale Gasse Calle de la Sierpe, über der Hunderte bunte Regenschirme hängen, oder die Gasse voller Wimpelfähnchen, in der die allerbesten Fotos des ganzen Urlaubs entstehen.
Tagsüber ist Getsemaní überraschend ruhig (die Leute sitzen hier vor den Häusern auf Plastikstühlen, spielen leidenschaftlich Domino und nehmen dich kaum wahr, was nach dem ständigen Angeworbenwerden im Zentrum eine echte Erleichterung ist). Genau hier spürst du noch immer die echte Gemeinschaftsatmosphäre, die aus dem herausgeputzteren und teureren Zentrum leider schon ein wenig verschwunden ist.

10. Die abendliche Plaza de la Trinidad
Wenn du am eigenen Leib die echte, unverfälschte karibische Ausgelassenheit erleben willst, musst du nach Einbruch der Dunkelheit zur Plaza de la Trinidad direkt im Herzen des bunten Viertels Getsemaní. Tagsüber ist es ein ziemlich unscheinbarer Platz vor einer alten, abblätternden gelben Kirche, aber sobald die Sonne untergeht, verwandelt sich der Ort in einem Fingerschnippen in ein pulsierendes Epizentrum der ganzen Stadt.
Jeden Abend trifft sich hier wohl das halbe Viertel: einheimische Familien mit Kindern, Rucksacktouristen aus aller Welt und talentierte Straßenkünstler. Die Leute sitzen direkt auf den warmen Gehwegen, kaufen sich billiges gekühltes Bier aus dem nahen Laden und probieren hervorragendes Essen von den Straßenkarren. Gegen acht Uhr abends beginnen hier regelmäßig mitreißende improvisierte Tanzvorführungen, Feuerjonglagen oder lautstarke Konzerte lokaler Bands.
Man muss überhaupt keinen teuren Eintritt in Luxusclubs zahlen, denn die allerbeste und authentischste Party findet direkt auf der Straße statt. 💡 Tipp: Pass aber gut auf deine persönlichen Sachen auf – im dichten Gedränge können sich unbemerkt Taschendiebe bewegen, halte deinen Rucksack lieber immer vor dir und lass Wertsachen und den Pass im Hotelsafe.

11. Faultiere im Centenario Park
Direkt an der Grenze zwischen Getsemaní und der Altstadt befindet sich der scheinbar gewöhnliche Centenario Park (Bewertung 4,4), der aber eine riesige und unerwartete Naturüberraschung verbirgt. Die meisten eiligen Touristen laufen auf dem Weg zu den Stadtmauern nur schnell hindurch und ahnen überhaupt nicht, was Wunderbares sich direkt über ihren Köpfen in den dichten Kronen der mächtigen Bäume verbirgt.
Mitten in der belebten und lauten Stadt leben hier nämlich in freier Wildbahn träge Faultiere, niedliche kleine Äffchen (Tamarine) und riesige urzeitliche Leguane. Du musst nur kurz stehen bleiben, eine Weile völlig ruhig verharren und die verschlungenen Äste über dir sorgfältig absuchen. Leguane siehst du oft faul in der Sonne direkt am Weg liegen, während die Faultiere meist tief im Laub versteckt fest schlafen.
Wenn du die Tiere im dichten Grün nicht selbst finden kannst, helfen dir oft bereitwillig die einheimischen Nussverkäufer oder die festen Parkwächter, die immer genau wissen, auf welchem Baum die ganze Faultierfamilie gerade ruht. Es ist ein absolut faszinierendes Stück wilder Dschungel mitten im hektischen Betonverkehr.

12. Aussicht vom Convento de la Popa
Die beste Aussicht auf ganz Cartagena? Die ist auf dem höchsten Hügel der Stadt, wo das alte Kloster Convento de la Popa steht. Dieses wunderschöne Kloster stammt bereits aus dem Jahr 1607 und thront rund 150 Meter über dem Meer, sodass du von hier sowohl die historische Altstadt als auch die modernen Wolkenkratzer in Bocagrande und das Gewirr der Wasserkanäle und ärmeren Vorstadtviertel wie auf der Handfläche siehst.
Das Kloster selbst hat einen wunderschönen und ruhigen Innenhof voller blühender Blumen und eine kleine, aber sehr reich verzierte Kapelle. Der Eintritt in das gesamte Areal liegt je nach Quelle und Saison bei etwa 11.000 bis 25.000 COP, überprüfe den aktuellen Preis also unbedingt erst direkt vor Ort. Das Erlebnis aus dieser riesigen Höhe ist das Geld aber definitiv wert.
⚠️ Wichtige Sicherheitswarnung: Der Weg hinauf zum Kloster führt durch sehr arme und problematische Viertel, und der Aufstieg zu Fuß wird Ausländern aus Sicherheitsgründen dringend abgeraten. Nach oben fährt man ausschließlich im Rahmen einer organisierten Tour oder mit dem gelben Taxi, mit dem du gleich vereinbarst, dass es rund 30 Minuten oben auf dich wartet und dich sicher wieder hinunter ins Zentrum bringt.

13. Rooftop-Bars und luxuriöse Aussichten
Cartagena ist weltweit für seine ausgeprägte Rooftop-Bar-Kultur berühmt, von der aus der Blick auf die beleuchtete nächtliche Stadt absolut atemberaubend ist. Die bestbewertete Aussicht innerhalb der alten Stadtmauern ist die Mirador Gastro Bar (tolle Bewertung 4,6), wo du hervorragende Signature-Drinks mit direktem und ungestörtem Blick auf den Torre del Reloj und das nie verstummende Treiben des Platzes direkt unter dir genießen kannst.
Wenn du eher die entspanntere und bohemische Atmosphäre des Viertels Getsemaní bevorzugst, steuere unbedingt das Lokal Baroca Sabor Ancestral (Bewertung 4,8) oder die stilvolle Casa Pura Rooftop (Bewertung 4,6) an. Hier vermischen sich ganz natürlich heiße karibische Rhythmen mit moderner Mixology, und die abendlichen Sonnenuntergänge sind hier absolut unvergesslich.
Für echte Liebhaber extremer Höhen gibt es dann die exklusive 51 Sky Bar im modernen Viertel Bocagrande (Bewertung 4,2), souverän die höchste Bar der ganzen Stadt. Der Blick aus dem 51. Stock auf die leuchtende Altstadt und den dunklen, endlosen Ozean ist unglaublich, aber rechne damit, dass die Drinkpreise hier voll dem Luxus und der Exklusivität dieser Lage entsprechen.

14. Sonnenuntergang auf den Stadtmauern (Café del Mar)
Es gibt wohl kein bekannteres und ikonischeres Ritual in ganz Cartagena als das Beobachten des abendlichen Sonnenuntergangs direkt von den massiven historischen Stadtmauern. Der traditionelle Mittelpunkt dieses täglichen Geschehens ist das berühmte Lokal Café del Mar, das eine riesige und strategische Ecke der Befestigung mit dem absolut besten Blick auf den weiten Ozean und die untergehende Sonnenscheibe besetzt.
Man muss aber ehrlich die Wahrheit sagen: Drinks und Essen sind in diesem Lokal stark überteuert und oft stehen hier schon eine Stunde vor Sonnenuntergang wirklich lange Schlangen für einen freien Tisch. Die Aussicht selbst ist zum Glück nicht überteuert und jeder kann sie genießen. 💡 Tipp: Du musst nämlich überhaupt nicht für einen teuren Tisch im Restaurant zahlen. Es reicht, sich bequem auf die breite Steinmauer der Befestigung direkt neben dem Café zu setzen, sich vom Straßenhändler ein eiskaltes Bier für einen Bruchteil des Preises zu kaufen und ein absolut identisches, wenn nicht sogar besseres und authentischeres Erlebnis gemeinsam mit den Einheimischen zu genießen.
Egal, ob du den bequemen Tisch im Lokal oder die romantische Mauer wählst – sei immer mindestens eine Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang vor Ort, denn die Abschnitte mit der besten Aussicht füllen sich mit unglaublicher Geschwindigkeit.

15. Strände Bocagrande und Castillogrande (ehrliche Rezension)
Über die Strände direkt in der Stadt schreiben Reiseführer oft ziemlich unrealistische romantische Märchen, deshalb hier die reine und unverfälschte Wahrheit. Der Stadtstrand Playa de Bocagrande hat im Internet zwar eine Bewertung von 4,3, aber das Wasser ist hier meist trüb und braun. Es ist ein enorm praktischer Ort, wenn du dich nur schnell in der Nähe deines Hochhaushotels abkühlen willst, aber optisch ist das definitiv kein karibisches Paradies, und der Strand ist zudem ständig von Dutzenden Massage- und teuren Sonnenschirmverkäufern belagert.
Deutlich besser und erträglicher ist die Lage etwas weiter an der Playa Castillogrande (Bewertung 4,5). Dieser spezielle Teil der Halbinsel ist viel ruhiger, hierher kommen überwiegend einheimische Familien, und das Wasser ist etwas sauberer und ruhiger, auch wenn du immer noch nicht das echte Türkis erwarten solltest. Es ist aber ein idealer Ort für einen ruhigen Morgenspaziergang am Meer.
Wenn du an einem schönen Strand mit einem Buch in der Hand den ganzen Tag verbringen willst, lohnt es sich in der Stadt selbst wirklich nicht. Zu den echten karibischen Stränden aus den Katalogen musst du ein Stück weiter aus der Stadt hinaus – entweder per Boot zu den Koralleninseln oder mit dem Auto auf die beliebte Halbinsel Barú.

16. Islas del Rosario und die Kostenfalle
Das wunderschöne Archipel Islas del Rosario befindet sich in einem geschützten Nationalpark knapp eine Stunde per Schnellboot von Cartagena entfernt und ist endlich der echte karibische Traum mit Korallenriffen und weißem Sand. Es gibt hier aber einen riesigen Touristenhaken, auf den die meisten unvorbereiteten Touristen hereinfallen (unerwartete versteckte Gebühren). Egal, zu welchem Preis du in der Stadt einen Ausflug buchst, fast nie sind die verpflichtenden Hafengebühren darin enthalten.
Der Eintritt in den Nationalpark selbst kostet dich rund 25.000 bis 31.500 COP pro Person, dazu kommt noch eine verpflichtende Seeversicherung von etwa 8.800 COP. Zusammen sind das rund 40.000 COP, die du ausschließlich in bar direkt am Pier bezahlen musst, bevor du ins Boot steigst. Wenn du gerade keine Scheine dabeihast, lassen sie dich einfach nicht aufs Boot und der Ausflug fällt ins Wasser. 💡 Tipp: Hol dir das Geld schon in Ruhe am Vortag am Geldautomaten (zuverlässig sind Bancolombia oder Davivienda), denn morgens am Hafen sind die Automaten oft komplett leer.
Die Inseln selbst sind wunderschön und absolut ideal zum ganztägigen Schnorcheln. Das ganze Erlebnis verdirbst du dir aber ordentlich, wenn du dich schon morgens am lärmenden Hafen wegen Gebühren streiten musst, von denen dir die Agentur vorher überhaupt nichts gesagt hat.

17. Beach Clubs auf den Inseln (statt öffentlicher Strände)
Statt zu den normalen öffentlichen und oft extrem überfüllten Inselstränden zu fahren, empfehle ich dir wärmstens, einen sogenannten Day Pass für einen der vielen privaten Beach Clubs zu reservieren. Das ist teurer, aber du hast eine eigene Liege, sauberes Wasser und vor allem Ruhe vor den Verkäufern, die dich sonst alle zwei Minuten zum Kauf von Souvenirs drängen.
Eine absolut tolle Wahl ist der Capri Beach Club (fantastische Bewertung 4,9) auf der Insel Isla Grande, wo du perfekte Ruhe, hervorragenden Service und glasklares türkisfarbenes Wasser findest. Wenn du eher eine moderne und stilvolle Party-Atmosphäre mit ausgezeichneter Gastronomie und tollen Drinks suchst, fahr unbedingt zum Blue Apple Beach (Bewertung 4,7) auf der näher gelegenen Insel Isla Tierra Bomba.
Wenn du gerade überhaupt keine Lust hast, weit mit dem Boot zu fahren, aber trotzdem maximalen Strandkomfort und Drinks am Wasser genießen willst, funktioniert direkt in der Stadt im ruhigeren Viertel Manga der Stadtclub Bendita Beach (Bewertung 4,7) mit einem schönen Pool, wo man dich den ganzen Tag lang umsorgt wie in Watte gepackt.

18. Das Fischerdorf La Boquilla und die Mangroven
Wenn du in der Stadt etwas völlig anderes als das herausgeputzte Kolonialzentrum erleben und gleichzeitig mit deinem Geld direkt die lokale Gemeinschaft unterstützen willst, fahr nördlich der Stadt ins authentische Fischerdorf La Boquilla. Hier lernst du nämlich endlich das rauere und viel traditionellere afro-kolumbianische Gesicht der ganzen Karibikregion kennen, das aus dem Zentrum bereits verschwunden ist.
Die Hauptattraktion ist hier eine faszinierende Fahrt in einem traditionellen Holzkanu durch die sehr dichten Mangrovenwälder. Die erfahrenen einheimischen Fischer nehmen dich mit in ein Gewirr stiller Wasserkanäle, wo du aus der Nähe elegante Reiher und in den Wurzeln versteckte Krabben beobachten und die absolute Stille genießen kannst, die nur vom ruhigen Plätschern der Holzpaddel unterbrochen wird.
Dieser unauffällige Öko-Ausflug ist eines der wenigen Erlebnisse in Cartagena, bei dem dein Geld direkt in den Händen der lokalen Gemeinschaft bleibt, die mit aller Kraft versucht, ihren traditionellen Fischerei-Lebensunterhalt angesichts der sich aggressiv ausbreitenden modernen Hotels in der näheren Umgebung zu erhalten.

19. Bazurto Market (nur für starke Nerven)
Der Markt Bazurto ist riesig, laut, chaotisch und stellenweise ehrlich gesagt ziemlich schmutzig, und die durchschnittliche Bewertung von 3,7 aus über 12.000 Rezensionen spricht Bände. Es ist keine Touristenattraktion, es ist die alltägliche Realität des kolumbianischen Lebens. Hier wird absolut alles Erdenkliche verkauft, von rohem Fleisch, das in der riesigen Hitze an Haken hängt, über riesige Berge exotischen Obsts bis hin zu gefälschter Markenkleidung und Elektronik.
Hierher auf eigene Faust zu gehen, wird Ausländern aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht empfohlen, das Labyrinth der Stände ist enorm unübersichtlich und oft operieren hier im Gedränge unbemerkt organisierte Taschendiebe. Wenn du diesen authentischen Markt sehen willst, geh nur sehr früh am Vormittag und ausschließlich mit einem lizenzierten einheimischen Guide, der genau weiß, wo man sicher durchkommt.
Mit einem guten Guide kann es aber ein absolut faszinierendes Erlebnis sein, bei dem du seltsames exotisches Obst probierst, das du in deinem Leben noch nie gesehen hast, und das echte, untouristische Gesicht der Stadt ohne Glanz und Glimmer siehst. Für normale Einkäufe schöner Souvenirs solltest du aber definitiv nicht hierherkommen, dafür sind die Märkte im Zentrum besser.

20. Museo del Chocolate und kolumbianischer Kakao
Kolumbien produziert weltweit nicht nur seinen berühmten hervorragenden Kaffee, sondern auch absolut erstklassigen und hochwertigen Kakao. Wenn du ein tolles Erlebnis (nicht nur) für Familien mit Kindern suchst, besuch unbedingt das Museo del Chocolate (ausgezeichnete Bewertung 4,8) direkt im historischen Zentrum der Stadt. Es ist zwar ein kleineres, aber wunderbar interaktives Museum, das dich fesselnd durch den ganzen komplexen Prozess führt – von der Kakaobohnenzucht bis zur Herstellung einer Tafel köstlicher Schokolade.
Während der duftenden Führung erfährst du jede Menge überraschende Fakten über die Geschichte der Schokolade in präkolumbianischen Kulturen, und am Ende erwartet dich natürlich eine reichhaltige und sehr großzügige Verkostung verschiedener Sorten. Ideal für einen heißen Nachmittag – und weder Vegetarier noch Schokoladenliebhaber bereuen es.
Im lokalen Lädchen am Ausgang kannst du außerdem die allerbesten essbaren Souvenirs für die Familie zu Hause kaufen, von klassischen Bitterschokoladen mit hohem Kakaoanteil bis hin zu delikaten Pralinen, gefüllt mit exotischem karibischem Obst.

21. Streetfood und karibische Aromen
Die karibische Küche an der Küste basiert zwar stark auf Fisch (Wolfsbarsch, Ceviche) und Meeresfrüchten, aber auch eingefleischte Liebhaber pflanzlicher Kost kommen hier auf der Straße problemlos auf ihre Kosten. Die absolute und günstige Konstante, die du an jeder Ecke findest und die dich vor dem Hunger rettet, ist die Arepa de Queso (eine dicke Maisfladen, über dem Feuer knusprig gegrillt und mit reichlich geschmolzenem Käse gefüllt).
Eine weitere absolut perfekte Beilage oder ein schneller herzhafter Snack sind die Patacones, zweifach frittierte Stücke von grüner Kochbanane, die oft mit Knoblauchsauce oder hervorragendem Tomaten-Hogao serviert werden. Sie sind unglaublich sättigend, fettig und sehr günstig.
Die unverzichtbare Flüssigkeitszufuhr bei dieser vernichtenden Hitze löst du am besten mit Jugos Naturales (frischen Fruchtsäften). Ich empfehle dir wärmstens, Lulo (ein besonderer saurer Geschmack ähnlich Kiwi und Zitrus), frische Maracuja oder die sehr süße Guanábana zu probieren. Wenn du etwas Gehaltvolleres und Cremigeres suchst, ist die Limonada de Coco (Kokoslimonade mit frischer Limette) die beste und erfrischendste karibische Erfindung der Welt. Und vergiss natürlich nicht die allgegenwärtige Agua de Panela (Wasser mit Rohrzucker und Zitrone).

22. Wo du ohne Fleisch essen kannst (vegetarische Tipps)
Während die meisten normalen Touristenrestaurants im Zentrum vor allem teure Langusten und frittiertes Schweinefleisch servieren, gibt es in der Stadt gleich mehrere fantastische und moderne Lokale mit rein pflanzlichem Fokus. Ich empfehle dir wärmstens, das Restaurante Sambal (fantastische Bewertung 4,9) in Getsemaní zu probieren, ein innovatives karibisches Bistro, das traditionelle lokale Aromen hervorragend und kreativ in rein pflanzliche Gerichte verwandelt.
Für ein schnelles, buntes und sehr gesundes Mittagessen ist El Bololó | Bowls del Caribe (Bewertung 4,8) perfekt, wo sie riesige und sättigende Schalen voller Reis, Bohnen, Kochbananen und frischem Gemüse machen. Ein weiteres absolutes Juwel für Vegetarier, die sich vom frittierten Streetfood erholen wollen, ist das Bistro SANATOco (Bewertung 4,9) im ruhigeren Viertel Manga.
Wenn du abends Lust auf etwas viel Moderneres hast, ist das gefeierte Pezetarian (Bewertung 4,8) eine tolle Wahl, das zwar asiatisch-karibische Küche mit Fisch bietet, aber auch eine riesige Auswahl an fantastischen und würzigen pflanzlichen Bowls hat. Für eine schöne romantische Atmosphäre direkt im Zentrum besuch dann die Casa Bohême (Bewertung 4,7) oder das sehr stilvolle Restaurante Nami (Bewertung 4,9).
Wohin von Cartagena aus weiter (Ausflüge in die Umgebung)
Wenn dich das ständige Hupen der Taxis und die Souvenir-Vermittler ermüden, bietet dir die Umgebung von Cartagena in aller Ruhe ein oder zwei Tage in einer ganz anderen Welt.
- San Basilio de Palenque: Das ist ein absolutes historisches Juwel, geschützt von der UNESCO. Es ist die überhaupt erste freie Gemeinde geflohener afrikanischer Sklaven in ganz Amerika, die schon 1691 stolz gegründet wurde. Die Einheimischen haben sich bis heute ihre eigene, einzigartige Sprache (Palenquero) und jahrhundertealte afrikanische Traditionen bewahrt. Es ist etwa anderthalb Stunden Fahrt von der Stadt entfernt, und man sollte unbedingt mit Respekt und idealerweise mit einem Guide direkt aus dieser lokalen Gemeinschaft hinfahren.
- Volcán del Totumo: Etwa eine Stunde Busfahrt nach Norden findest du diesen absolut bizarren Schlamm-„Vulkan“. Du steigst über wacklige Holztreppen auf einen kleinen Hügel und tauchst in den Krater voller dickem, warmem Schlamm ein, in dem man dank der Dichte nicht untergehen kann. Es ist eine ziemliche Massentouristensache, aber die Fotos von dort sind unglaublich lustig.
- Halbinsel Barú und Playa Blanca: Für den echten feinen weißen Sand und türkisfarbenes Wasser musst du rund eine Stunde aus der Stadt hinausfahren. Die Playa Blanca ist wirklich wunderschön, leidet aber mittags unter einem riesigen Ansturm von Menschen aus Bussen und Booten, sodass du hier nicht zur Ruhe kommst. Das beste Erlebnis hast du, wenn du hier eine einfache Unterkunft bezahlst und den Strand in Ruhe früh am Morgen oder bei Sonnenuntergang genießt, wenn alle Menschenmassen zurück in die Stadt gefahren sind.
- Santa Marta und der Nationalpark Tayrona: Wenn du in Kolumbien mehr Zeit hast und keinen schnellen Stopp planst, fahr etwa 4 Stunden mit dem bequemen Bus nach Osten. Es ist kein Ziel für einen Tagesausflug von Cartagena aus, sondern ein wunderbarer und unverzichtbarer weiterer Halt auf deiner Reise. Du bekommst dort Zugang zur wilden, ungezähmten Natur der Sierra-Nevada-Berge und zu den allerschönsten Stränden des Nationalparks Tayrona.
Bei der Planung deines Aufenthalts schau dir auch unbedingt unseren ausführlichen Artikel Wo du in Cartagena wohnen solltest an, in dem wir die einzelnen Viertel bis ins letzte Detail durchgehen und dir die besten Hotels empfehlen. Wirf auch einen Blick auf unseren Guide Was du in Kolumbien sehen solltest, damit du die ganze Reise schön durchgeplant hast, oder lies unsere Tipps zur Sicherheit in Südamerika.
Häufig gestellte Fragen
Die Planung einer Reise nach Kolumbien bringt immer jede Menge Fragezeichen mit sich. Hier sind die Antworten auf die häufigsten Fragen, die dir vor der Abreise sicher durch den Kopf gehen.
Ist Cartagena sicher?
In der historischen Altstadt und im lebhaften Getsemaní (wo eine starke und sichtbare Touristenpolizei präsent ist) braucht ihr tagsüber definitiv keine Angst zu haben, das Risiko beschränkt sich hier maximal auf übliche Preisbetrügereien und geschickte Taschendiebe. Ein großes Problem stellt allerdings das wilde Nachtleben dar. Das Drogen von Touristen mit Scopolamin („Teufelsatem“) zum Zweck des Diebstahls ist eine absolut reale Bedrohung. Wie beispielsweise die kanadische Regierung in einer Sicherheitswarnung vom 9. Juli 2026 betonte, stellen Dating-Apps (Tinder, Bumble) ein enormes Risiko dar, über die organisierte Gruppen Ausländer in Fallen locken. Lasst euer Getränk niemals unbeaufsichtigt und geht zu Dates ausschließlich in öffentliche und gut beleuchtete Lokale.
Wie ist das mit Taxis, haben sie Taxameter?
Nein, Taxis in Cartagena haben meistens überhaupt keinen Taxameter und setzen auf die Unwissenheit von Touristen. Wenn ihr mit dem Fahrer nicht klar und deutlich den Preis VORHER vereinbart, bevor ihr ins Auto steigt, werdet ihr am Ende der Fahrt mit Sicherheit ein Vielfaches des üblichen Ortspreises zahlen. Eine wesentlich bessere und sicherere Alternative ist es, moderne Apps wie Uber, InDriver oder DiDi zu nutzen, wo ihr den genauen Preis im Voraus seht und euch so den Stress des Verhandelns auf der Straße erspart.
Soll ich zu den Rosario-Inseln oder zur Playa Blanca fahren?
Das hängt rein davon ab, was ihr vom Ausflug genau erwartet. Playa Blanca auf der Halbinsel Barú ist länger, insgesamt günstiger und ihr kommt auch auf dem Landweg dorthin, aber zur Mittagszeit ist es dort einfach überlaufen und der Strand wird von Scharen von Verkäufern gesäumt. Die Islas del Rosario sind unvergleichlich besser zum Schnorcheln und bieten eine viel ruhigere Atmosphäre in privaten Beach Clubs, aber ihr müsst mit dem Schnellboot dorthin fahren und es werden die erwähnten hohen und unangenehmen Gebühren für Nationalpark und Versicherung fällig.
Wie werde ich Straßenverkäufer effektiv los?
Die Grundlage des Überlebens auf der Straße ist, nicht stehen zu bleiben und überhaupt kein Interesse zu zeigen. Es reicht, ein sehr kurzes, aber bestimmtes „no, gracias“ zu sagen und ohne Blickkontakt weiterzugehen. Eine grundlegende Regel, die ihr euch merken solltet: Nehmt niemals etwas von ihnen in die Hand, auch nicht, wenn sie behaupten, es sei nur ein kleines Geschenk zum kostenlosen Ausprobieren. Sobald ihr die Ware fest in der Hand habt, betrachtet der Verkäufer das Geschäft als abgeschlossen und wird sehr aggressiv Geld von euch fordern.
Kann man in Cartagena mit US-Dollar bezahlen?
Nein, die offizielle Währung ist der kolumbianische Peso (COP) und alles wird darauf umgerechnet. Obwohl euch einige Straßenverkäufer oder Taxifahrer Dollar vielleicht gerne abnehmen, wird der Wechselkurs, den sie euch anbieten, extrem ungünstig sein. Hebt Geld immer direkt am Geldautomaten ab (große Banken wie Bancolombia oder Davivienda sind zuverlässig und sicher), oder wechselt es in offiziellen zertifizierten Wechselstuben. Wechselt niemals und unter keinen Umständen Geld mit Leuten direkt auf der Straße.
Kann man in Cartagena Leitungswasser trinken?
Nein, Leitungswasser wird für Ausländer zum Trinken überhaupt nicht empfohlen und könnte euch den ganzen Urlaub verderben. Kauft immer Flaschenwasser und achtet darauf, dass der Plastikverschluss ein unversehrtes Siegel hat. Was Eis in Drinks betrifft, braucht ihr euch in gut bewerteten Restaurants und Bars überhaupt nicht zu fürchten, weil sie zur Eisherstellung ausschließlich sicheres gereinigtes Wasser aus Kanistern verwenden.
Wie viele Tage brauche ich für Cartagena?
Für die reine Besichtigung der historischen Altstadt, den Gang entlang der Stadtmauern und die Erkundung des Viertels Getsemaní reichen euch 2 bis 3 Tage völlig aus. Wenn ihr aber noch einen ganztägigen Bootsausflug zu den Koralleninseln, einen Strandbesuch auf Barú oder einen faszinierenden historischen Ausflug ins Dorf Palenque hinzufügen möchtet, ist die ideale und empfohlene Aufenthaltsdauer 4 bis 5 Tage, damit ihr alles in Ruhe schafft.
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Vergiss die Reiseversicherung nicht
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Warum empfehlen wir keine deutsche Versicherung? Weil sie zu viele Einschränkungen haben. Sie setzen Limits für die Anzahl der Tage im Ausland, verlangen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen oft, dass medizinische Kosten nur mit dieser Karte bezahlt werden, und begrenzen häufig die Anzahl der Rückreisen nach Deutschland.
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